In den unterpunkten des Menüs "Museumsexponate" können Sie die ständigen Exponate des Interreligiösen Museums im Goldschmiedehaus sehen.
Astrologie, Astronomie, Astrolabium
Die Erde ist eine Scheibe. Dies glaubte im 16. Jahrhundert noch das einfache Volk
Für die meisten Wissenschaftler ist schon damals klar: Die Erde ist eine Kugel.
Das wirklich Neue, das Kopernikus nachweist, ist:
"Nicht die Sonne zieht ihre Jahresbahn um die Erde, sondern die Erde zieht um die Sonne."
„So ist die Erde nur einer von der um die Sonne kreisenden Planeten."
Die Astrologie ist das uralte Wissen um die Zusammenhänge zwischen unserem Sonnensystem und dem Verhalten der Menschen, die Wissenschaft, die sich mit der Erforschung der Sterne und Himmelskörper beschäftigt.
Das Wort Astrologie leitet sich aus dem Griechischen ab:
"astron" bedeutet der "Stern" und "logos" bezeichnet den "Geist".
Die Astronomie bezieht sich auf die „Sternenkunde“, die Wissenschaft von den Gestirnen.
Das Astrolabium ist eine stereographische Darstellung der Himmelskugel, auf der man viele astronomische Abläufe ablesen kann.
Die stereografische Projektion ist eine Abbildung der Kugel auf die Ebene. Sie liefert also eine Möglichkeit, eine Karte der Kugel herzustellen.

Seltenes, aufwändig graviertes Astrolabium aus vergoldetem Messing, 170 mm
Reproduktion eines Astrolabiums, verwirklicht von Arsenius im Jahre 1602.
Ein Original-Exemplar dieses Astrolabiums wird im Museum of the History of Science (Oxford) sorgfältig aufbewahrt.
Funktion.
Ein Astrolabium ist ein sehr altertümlicher astronomischer Computer, um Probleme bezüglich der Zeit (Wie viel Uhr ist es), der Position der Sonne und der Sterne zu lösen.
Astrolabien werden verwendet, um den Himmel an einem bestimmten Ort zu gegebener Zeit darzustellen.
Dies geschieht, indem der Himmel auf der Fläche des Astrolabiums dargestellt wird.
Um ein Astrolabium zu benutzen, richtet man die beweglichen Teile an einem bestimmten Datum und an einer bestimmten Zeit aus. Einmal eingestellt, wird viel vom Himmel (sowohl sichtbar als auch unsichtbar) auf der Fläche des Instruments dargestellt.
Eine typische Verwendung des Astrolabiums ist das Feststellen der Zeit bei Tag oder bei Nacht, das Ermitteln der Zeit von Himmelserscheinungen wie Sonnenauf- oder untergängen und als praktische Hilfe zur Berechnung von Sternenpositionen.
Das typische Astrolabium war kein Navigationsinstrument, obwohl ein Instrument genannt Seefahrer-Astrolabium in der Renaissance weit verbreitet war.
Geschichte.
Die Geschichte des Astrolabiums beginnt vor mehr als 2000 Jahren.
Die Gesetzmäßigkeiten der Astrolabiumprojektion (stereografisch) waren bereits 150 v.Chr. bekannt und genaue Astrolabien wurden bereits vor 400 n.Chr. hergestellt.
Das Astrolabium wurde in den Jahren 800 in der islamischen Welt hoch entwickelt und im frühen 12 Jahrhundert vom islamischen Spanien (al-Andalus) in Europa eingeführt.
Bis etwa 1650 war es das gängigste astronomische Instrument, bis es durch präzisere Instrumente ersetzt wurde.
Ein Astrolabium war ein wissenschaftliches Gerät und wurde von den Moslems zur Festsetzung der Gebetszeit, für einfache Vermessungszwecke und zur Navigation gebraucht.
Es lieferte bis ins 17. Jahrhundert den arabischen und europäischen Astronomen unter anderem die genaue Zeit. Das Astrolabium bestand aus einem Ring, in dem eine Scheibe mit drehbarem Radius aufgehängt war. Zeitgenössische muslimische Astronomen benutzten eine Vielzahl von sehr genauen astronomischen Uhren für den Einsatz in ihren Moscheen und Observatorien,
Die modernsten Astrolabien zur Zeitnahme waren die ausgerichteten Astrolabien von Al-Biruni im 11. Jahrhundert und von Muhammad ibn Abi Bakr im 13. Jahrhundert. Diese wurden als Zeitmessgeräte und als Kalender verwendet.
Das Astrolabium für das Interreligiöse Museum im Goldschmiedehaus wurde am 12.11.2016 der Sammlung Zeitmessung hinzugefügt.

Auf der Astronomischen Uhr im Dom zu Münster, entstanden 1540 - 1542, lassen sich der Stand der Gestirne ebenso ablesen wie die aktuellen Mondphasen und die Position der Sonne im zutreffenden Tierkreiszeichen. Bei den Führungen werden ausführlich das Astrolabium und das Kalendarium sowie die thronende Madonna mit dem Schauspiel des Umgangs der Heiligen Drei Könige erläutert.
Eine umfangreiche Restaurierung der Astronomischen Uhr im St.-Paulus-Dom Münster hat das Domkapitel beschlossen. Die Arbeiten haben jetzt mit dem Einrüsten der Uhr begonnen. Sie sollen bis zum Katholikentag in Münster im Mai 2018 abgeschlossen sein.

Marineastrolabium, Messing, Durchmesser 19,5 cm, Gesamthöhe mit Öse 27,5 cm,
Stärke ohne Speiche (Rete) 1,2 cm
Die Wissenschaft entwickelte sich weiter und erfand ein weiteres Navigationsinstrument - das Marineastrolabium - zum Gebrauch auf dem Meere. Es soll weltweit nur noch ca. 100 Geräte geben.
Das kreisrunde Teil hat eine bewegliche runde Öse mit Scharnier, damit es aufgehängt werden kann. Die runde Scheibe hat zur Mitte hin eine Kreuzeinteilung. Durch diese Kreuzeinteilung ergeben sich vier Öffnungen, wobei der untere Teil in eine Kreishälfte mündet mit eingraviertem Kreis. Das Rad hat verschiedene gravierte Einteilungen.
Im Zentrum befindet sich ein versetzter, durchgehender drehbarer Messingzeiger, auf dem zwei quadratische Messingplatten befestigt sind.
A. und W. Fischer konnten noch eines dieser seltenen Marineastrolabien erwerben, die bei Segelschiffen ab dem Mittelalter während ihrer Routen unterhalb des Äquators eingesetzt wurden, bis präzisere Geräte ihren Dienst verrichteten.

So wird ein See-Astrolabium eingesetzt

Das Interreligiöse Museum im Ahlener Goldschmiedehaus ist wie ein Baum strukturiert
Wurzeln, Stamm, Äste, Blätter bilden das Wachstum und seine Weiterungen, um verschiedene Religionen an den vorhandenen Exponaten ablesen und betrachten zu können.
Ein Dokument, das jetzt das Museum ziert ist ein „Planisphaerium Coeleste“, ca. 1730.
Eine Sternkarte: Oben auf der Karte Gott Vater mit Engelchen, darunter ein Spruchband. Mittig jeweils eine große Darstellung des nördlichen und südlichen Sternenhimmels darüber und darunter sieben weitere kleinere Darstellungen.
Kolorierter Kupferstich, vermutlich von Seutter in Augsburg.
Urheber: Georg Christoph Eimmart (1638-1705). Deutscher Graveur, und Mathematiker und Astronom. *22. August in Regenburg, †5. Januar 1705 in Heidelberg.
Planisphärium, Darstellung der Kugel auf einer Ebene, eine stereographische Polarprojektion der Himmelskugel auf einer Ebene. Man bediente sich derselben bis ins 17. Jahrh. zur graphischen Lösung vieler astronomischer Aufgaben, wie Bestimmung des Auf- und Unterganges der Gestirne.
Symbolsprache = Bilderklärung, Sinnhaftigkeit
Im oberen Bildzentrum ein alter Mann mit ausgebreiteten Armen erkennbar und deutbar am schlohweißen Bart in rotem Gewand. Rot war früher das Gewand der Päpste, heute ist es noch der sogenannte Mantello, vom Wind bewegtes grünes Tuch. Die Farbe Grün steht auch für das Paradies und die Hoffnung.
Hinter dem Kopf von Gottvater befindet sich ein Dreieck, Symbol der Dreifaltigkeit
= Ein Gott in drei Personen - Gott Vater, Sohn Gottes, der Hl. Geist. Mit einem Dreieck wird nur Gottvater dargestellt. Rechts und links im Bild 7 Engel. In der jüdischen und auch der christlichen Religion kennt die Geschichte 7 Erzengel als Boten des Himmels. Auf der Karte ist ein Engel in seiner Rüstung als Michael deutbar. ("Wer ist wie Gott" aus dem Tanach, der jüdischen Bibel, die vom Christentum übernommen wurde)
Zwischen Wolken und Erdkugel ein Schriftband: Planisphaerium Coeleste
Magnitudanes Stellarum.
Matthäus Seutter stellt bei seiner Darstellung die Erde als eine aufgeklappte Kugel in zwei Hälften dar. Der aufmerksame Betrachter stellt fest, dass die Bildmitte noch zwei zusammengehörende Hälften zeigt. Abgebildet sind Tierkreiszeichen mit lateinischer Beschriftung.
Oben links Deus nominarat lumen Diem Gen T.s.
Oben rechts Deus faciebat duo magna luminaria G.I. Solus Circulus
Unten links beginnend
Illuminatio Lunae per Solem
Hypothesis Tychonica Sphaera Stellarum Fixarum
Hypothesis Copernicana
Hypothesis Ptolemaica
Schema Ph. Landsbergii Motus Terrae Annuus circa Solem
Unten links unter dem Kupferstich:
Gun Gratia et Priv. S.R.I. Vicar in part. Rheni. Svev. Et Francis Franconia
Wir Menschen werden gezeugt, geboren, um zu sterben, Punkt. So urteilt der Realist. Die Wahrheit ist: Jeder lebt sein Leben. Es wird geprägt von vielen Einflüssen, die das Leben, die Zeit so mit sich bringen, wie wir uns verhalten, soweit der freie Wille nicht gestört wird. Wie oft fragen wir: “Wie spät ist es?“ Die Antwort erfolgt sichtbar ablesbar oder in Sprache.
Wie war das bei unseren Vorfahren? Sie nutzten die Sonne, das Feuer, das Wasser, die Erde /Sand. Sie erfanden die Elementaruhren. Als diese den Menschen nicht mehr genügten, wurden Zeitmesser aus Metall erfunden, die wir noch heute Uhren nennen.
Eine Eigenschaft vieler Menschen ist es, Gegenstände wegen ihrer Einmaligkeit zu erwerben und zu zeigen. Der Gegenstand kann neben seiner eigentlichen Aufgabe unausgesprochene Eigenschaften und Neigungen aus dem Leben des Eigentümers reflektieren.
Diese aufzuspüren, dem Unikat eine Stimme zu geben in Wort oder Schrift, zählt mit zu den Aufgaben eines Museums.
Für ein Astrolabium hatte sich Werner Fischer schon immer interessiert. Sein Vater hieß Kaspar und hatte auf Dreikönig am 6. Januar seinen Namenstag, den er mit Melchior und Balthasar teilte. Aber wie ?
Die 3 Weisen im Heiligen Land besaßen doch noch keine mechanische Uhren.
Heute wissen wir, dass die Araber schon 150 v. Christus über Zeitmessgräte über sogenannte Astrolabien verfügten, mit deren Hilfe sie viele Informationen der Sonne, der Sterne, in Verbindung mit unserer Erde, dem Land und dem Wasser erhielten.
Das Astrolabium wurde ca. 800 nach Christus in der islamischen Welt weiter entwickelt und im frühen 12. Jahrhundert vom islamischen Spanien in Europa eingeführt.
Heutige Wissenschaftler nennen die historischen Astrolabien von damals astronomische Computer. Das ersteigerte Astrolabium kommt aus dem arabischen Raum und enthält viele arabische Schriftzeichen, die es zu entschlüsseln gilt.
Nennen wir es einen antiken astronomischen Computer, mit dessen Hilfe viele Information mit Hilfe der Sonne, der Sterne in Verbindung mit unserer Erde erhalten.
Buddhismus im Überblick
Verbreitung, Geschichte, Lehre, Alltag
Religionsstifter
Siddharta Gautama (5. Jahrhundert v. Chr.)
Gott Es gibt keinen Gott,weder Schöpfer noch Schöpfung, die Welt war immer da. Sie ist eine in ständiger Veränderung begriffene Kombination von Materie und Geist. Von Anhängern aber wird Buddha wie ein Gott verehrt
Religiöses Oberhaupt - Gibt es nicht
Kirchliche Organisation - gibt es nicht, auch keine berufsmäßigen Priester
Lehre
Leben ist Leid. Durch Weisheit kann man sich vom Leid befreien und aus dem Kreislauf der Wiedergeburt in die selige Ruhe des Nirvana eingehen.
Heilige Schriften
Tipitaka, der „Dreikorb“, der drei Kompendien enthält:
1. Regeln für Mönche,
2. Lehrreden (Sutren) Buddhas
3. Kommentar der Lehre Buddhas (Abhidhamma-Pitaka).
Die verschiedenen Schulen innerhalb des Buddhismus haben weitere Lehrtexte
Aufnahmeriten
Heranwachsenden werden oft die Haare geschoren, und sie verbringen Tage oder Wochen in einem Kloster.
Totenriten
Verstorbene werden verbrannt. Meist wird die Asche in einen Fluß oder das Meer gestreut, manchmal aufbewahrt
Leben nach dem Tod
Wiedergeburt bis zum Eingang ins Nirvana
Spirituelle Handlungen
Meditationen, Rezitationen der Suren Buddhas
Gebote für Laien
Das Leben achten, nicht töten, nicht stehlen, nicht lügen, keine Drogen oder Alkohol konsumieren
Gebote für Mönche
Armut, Ehelosigkeit, Friedfertigkeit. Mönche haben einen geschorenen Kopf, dürfen nur ihre Kleidung und eine Almosenschale besitzen, kein Geld, keinen Schmuck annehmen, kein Theater und Kino besuchen, auch keine Sportveranstaltungen oder Paraden, mit Frauen nicht in einem Raum schlafen, nicht im Stehen urinieren. Gelübde werden aber immer nur für die Dauer des Klosteraufenthaltes abgelegt, das jederzeit verlassen werden kann.
Rolle der Frau
Frauen werden respektiert. Sie können Nonnen werden, dürfen aber als solche kein Wanderleben führen, können ins Nirvana eingehen, aber niemals als Buddha wiedergeboren werden.
Ehe und Sex
Der Ehepartner soll respektiert, eheliche Treue gehalten werden.
Ehevorschriften
Nur für Mönche. Sie dürfen nach 12 Uhr nicht mehr essen und kein Fleisch von Tieren anrühren, das extra für sie geschlachtet wurde
Kleidungsvorschriften
Nur für Mönche. Sie tragen das einfachste Gewand mit der billigsten Farbe, deshalb meist gelb oder rostrot
Symbole und Utensilien
Rad der Lehre: Hauptsymbol des Buddhismus, die acht Speichen stehen für den achtfachen Pfad
Gebetsmühle: soll Gebete vervielfachen. Jede Umdrehung im Uhrzeigersinn zählt als Gebet. Manche Gebetsmühlen sind hausgroß mit Wasserantrieb
Heiligtümer
Tempel mit Reliquien Buddhas z.B.
Wat Phradhatu Sri Chom Tong Vorarihara - in Thailand (Teil des Schädels)
Dalada Maligawa Tempel in Kandy, Sri Lanka (Zahn)
Shwedagen-Pagode in Yangon, Burma (Haare)
Es folgen Exponate, die sich in der ständigen Präsentation des Museums befinden:

Betelnussdose zum Anhängen
Bezeichnung: Beteldose
Material : Silber? Nicht punziert
Edelsteine : keine
Gewicht : Totalgewicht ca. 35 g
Durchmesser: ca. 40 mm zu 55 mm
Herkunft : Asien, Ceylon
Zeit : vor dem 20. Jh.?
Zustand : getragen, sehr abgenutzt
Erworben : In Kandy Anfang 1969 gekauft.
Die Dose besteht aus zwei doppelseitigen Schalen, die unten mit einem Scharnier beweglich befestigt sind. Oben befindet sich ebenfalls ein Scharnier, das gleichzeitig als Verschluß und Aufhängung dient. Beide Schalenböden sind glatt, während die Schalenränder mit vierblättrigen Blüten graviert sind. Für die Scharniere sind extra dekorative Seitenplatten angefügt.
Nach Informationen von Einheimischen handelt es sich bei der Dose darum, um Betelnußkerne aufzunehmen, die zusammen mit dem Blatt des Betelpfeffers und gebranntem Kalk zum Kauen eingerollt werden.
Die roten Früchte werden Betelnüsse oder Arekanüsse genannt, haben etwa die Größe eines Hühnereis, etwa 7 cm, und umschließen mit faserigem Fruchtfleisch einen 3–10 g schweren, braunen Samen.
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Buddha, Torso auf Sockel, Holz, Siam, mit Gold belegt, Gebrauchsspuren, Fehlstellen, ca. 68 cm hoch, 18./19. Jahrhundert. Die Figur vermittelt einen majestätischen, fast göttlichen Eindruck und strahlt schlichte Würde aus, dem sich der Betrachter nicht entziehen kann. Buddha sanskr. „der Erwachte, der Erleuchtete". Der historische Buddha Siddharta Gautama wurde etwa 560 v. Chr. in Lumbini nahe der Stadt Kapilavastu im heutigen Nepal geboren und starb im Alter von 80 Jahren. Er entstammte dem Adelsgeschlecht der Sakyer. Seine Vita als Religionsgründer ist spannend und seine Lehren überdauern Zeit und Raum. |
Buddhafigur Metall, gegossen
Höhe : ca. 42 mm
Gewicht : 34 g
Zeit : antik
Herkunft : Ceylon
Erworben: Anfang 1969 in Ceylon geschenkt bekommen.
Sitzende Buddha-Figur auf Sockel. Die Hände treffen sich vor dem Bauch.
Große Ohren und die Haartracht spitz auslaufend.
Eine Antike Figur, sehr alt.
Buddhafigur Holz, geschnitzt
Höhe 9,5 cm
Antik
Sitzende Buddha -Figur, auf Sockel, Die Beine zu einem Dreieck gelegt, die Hände treffen sich vor dem Bauch, Umhang über die linke Schulter gelegt, mal farbig gefaßt und mit Gold belegt.
Die Ohren und der Kopfputz fehlen.
Eigentum von Werner Fischer in Ceylon erworben 1969
Buddhismus Mudras:
Dharmachakra: Verkündigung der Lehre, das in Bewegung setzen des Rad der Lehre.
Die Hände sind in der Höhe des Herzens, Daumen und Zeigefinger formen (bilden) Zirkel (Kreis).
Bhumispara: Das Berühren der Erde, so wie Gautama es gemacht hat als er die Erde als Zeuge der Wahrheit seiner Worte angerufen hat.
Varada: Erfüllung von allen Wünschen, die Gebärde der Wohlwollens.
Dhyana: Die Gebärde von absolutem Gleichgewicht von der (in der Meditation). Die Hände liegen entspannt im Schoß, die Daumen und Finger berühren einander. In dem Bild abgebildet - die Mudrahaltung mit Bettelschale - Zeichen von dem Oberhaupt eines Ordens.
Abhaya: Gebärde von Beruhigung, Segen und zum Beschützen. „Mache Dir keine Sorgen - habe keine Angst“.
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Dharmapala - Maske, Sanskrit wörtlich: Schützer der Lehre Kultmaske, Leder bemalt, Jama, Tibet, 2. Hälfte 19. Jh., ca.36 x 29,5 x 17cm. Neben den eigentlichen Dharmapalas, wie etwa Mahakala („Der große Schwarze"), der rasende Aspekt des Avalokitesvara, gibt es noch die sogenannten Lokapalas (Schützer der Region), die aus dem vorbuddhistischen Volksglauben übernommen und durch einen Eid der buddhistischen Lehre verpflichtet wurden. Ihre Gesichtsfarbe ist tiefblau bis schwarz. Die fünf Totenschädel in ihrer Krone stehen symbolisch für die fünf zornvollen Buddha-Familien (khro bo rigs Inga). In Tibet fungierte Mahakala als Beschützer der Wissenschaft und der Zelte. |

Dolch (jamadhar) mit Scheide
Nordindien, 18/19 Jh.
L. ca. 29,5 cm B ca. 4,5 cm
Geschenk von Wilhelm Reiberg, November 2007 an Werner Fischer, Museum in Goldschmiedehaus Ahlen
Dolche zählen zu den Stichwaffen. Der Griff in silberfarbenen Metall ist aufgesetzt und im Schaft befestigt. Die obere Platte ist mit einem Spitzoval ziseliert indem sich Bögen mit Strichen befinden. Die obere Hülse zeigt 2 Fische die sich von oben nach unten nähern. Hinter den Freiräumen befindet sich ein roter Stoff.
Das Griffteil ist mit Kordeldraht umwickelt, der auf einer ovalen Platte mündet.
Die Klingenverlängerung die im Schaft ihren Halt findet ist mit einer breiten ovalen Metallhülse abgedeckt.
Die Stahl-Klinge ist einseitig scharf angeschliffen. Beiseitig befindet sich die Blutrinne. Von der Spitze ausgehend ist Oberseitig mit fortlaufenden Dreiecken ein gebogenes Ornament eingeschlagen dessen Bedeutung noch erforscht werden sollte. Die Klinge zeigt noch Feilstriche.
Die silberfarbene Metallscheide ist allseits ziseliert und hat innen eine seitliche Holzunterfütterung. Die Vorderseite ist dekorreich mit den „8 Kostbarkeiten“ ziseliert. Beim Rad sehen wir Beschädigungen die wahrscheinlich von der Klingenspitze verursacht sind. Die Rückseite zeigt dekorative sind gemustert.
Auf der Rückseite befindet sich eine Halterung um den Dolch am Gürtel tragen zu können.
Dolch und Scheide zeigen Gebrauchspuren die darauf schließen lassen, dass der Dolch auch als Messer friedlich genutzt wurde.
In der Literatur werden diese Dolche auch Ehrendolche genannt die Würdenträger überreicht wurden.
Ehrendolche als Auszeichnungen sind auch in Europa bekannt.
Ritualdolch (phur-bu). Tibet, wörtlich. „Nagel Keil“; als Dolch zur Bezähmung von Dämonen durch Padmasambhava in das Ritualwesen des Tibetischen Buddhismus eingeführt.
Als Symbol für die unmittelbare Umwandlung negativer Kräfte steht er im Mittelpunkt eines Systems von Meditationsübungen, die von Yeshe Tsogyel überliefert wurden. Der eigentliche Phurbu setzt sich zusammen aus einer Dreikantklinge und einem nach demVorbild des Dorje modelierten Griff ( Aus dem Lexikon der östlichen Weisheitslehren 1986 by Scherz Verlag München, Wien
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Tasche verkleinert dargestellt.
Bezeichnung: Figur,
Material: Silber? oxidiert
Gewicht: 84 g
Herkunft: Ceylon?
Zeit: 20 Jh.
Maße: Höhe 6 cm
Zustand: neu
Erworben: Geschenk für Anni und Werner Fischer von Familie Dempf, Münster bei ihrem Museums- und Hausbesuch am 17. Mai 2007 in Ahlen.
Die plastische Figur zeigt eine sitzende Frau auf einem doppelt gestaltetem Lotossockel. Der rechte gewinkelte Fuß ruht auf einem Erker, mit Lotosblüten geschmückt. Um den Fuß, der die Zehen zeigt, ist ein Ring, ein Reifen gelegt. Eine Schur läuft vom Fuß über das Knie bis zum Gesäß und weiter in der Rückansicht über den linken Oberschenkel, über das Knie bis zum Fuß. Um den Schoß liegt ein Doppelgürtel, der einen Schurz hält. Zwei Schnüre betonen das Gesäß. Oberhalb des Gürtels in Höhe des Bauchnabels zeigen sich Motive, die noch der Erklärung bedürfen. Der rechte wie auch der linke Arm sind mit Schnüren umwickelt. Die rechte Hand liegt auf dem Knie. Über die innere Handfläche läuft ein Seil. Die linke Hand zeigt auch die innere Handfläche. Aus der Hand läuft ein Ast, der auf der Schulter ruht und in eine Blume endet. Der Busen wird durch einen Büstenhalter betont. Um den Hals schmiegt sich ein Collier, das sich zum Nacken verjüngt. Ohrringe betonen das ausdrucksstarke Gesicht.
Auf dem Kopf trägt die Dame ein Diadem, in dessen Mitte sich das dritte Auge? befindet.
Oberhalb des Diadems ruht auf dem Kopf eine Blumen-Tiara.
Die Skulptur ist sehr qualitätvoll modelliert.
Entzückend ist das Täschchen, das uns als Behältnis für die Figur überreicht wurde.
Hat die Farbe der beiden Schnüre etwas zu bedeuten?
Schwarz für zum Öffnen des Beutels
Rot für zum Schließen des Beutels
Horizontale Linien mit den Farben blau (Himmel) weiß (Wolken) rot (Feuer) grün (Wasser oder Holz) und gelb (Erde)
Diese Farben repräsentieren die fünf Elemente
Sie symbolisieren auch die Buddha-Familien, die fünf Richtungen, die fünf Weisheiten und die fünf geistigen Attribute.
Informationen: Buch Tibetische Gebetsfahnen ISBN 3 7205 2376 4 Dr. Künne
Sehr verbreitet ist die Gebetsschnur im Buddhismus.
In Sri Lanka, Tibet und China beträgt die Zahl der Perlen meist 108 (108 Leidenschaften und 108 Bände der tibetischen Schrift). In Japan gibt es Schnüre mit 112 Perlen.
Zur Zeit trägt die männliche Jugend im Orient und in anderen Ländern farbige Arm-Ketten-Schnüre, die jedoch keinen Bezug zu den religiösen Gebetsschnüren im Islam haben.
Sie können aber damit verwechselt werden.
Mala wird die buddhistische u.hinduistischen Gebetskette bezeichnet.
Sie besteht in der Regel aus 108 Perlen.
Gefertigt werden kann sie auch aus Nüssen, Palmholz oder Knochen als Symbol für die Vergänglichkeit des Seins.
Im Buddhismus stehen die 108 Perlen für die 108 Bände der gesammelten Lehren Buddhas.
Im Hinduismus stehen die 108 Perlen für 108 Namen oder Attribute der angebeteten Gottheit.
Doppel-Vajra
Symbolik des Vajra
Vajra bedeutet der „Harte“ oder der „Starke“
In der tibetischen Sprache wird Vajra mit „Dorje“ = Herr der Steine übersetzt, womit der härteste aller Steine gemeint ist, der Diamant.
Dem Diamant wird nachgesagt, daß er alle physischen Substanzen zu zerstören vermag, aber, dass es keine Substanz gib, die ihm Schaden zufügen kann.
So wird der Vajra oder Diamant zum Symbol für die unzerstörbare Leerheit, für das Wesen aller Dinge bzw. für die Buddha Natur.
Der Buddhistische Mönch trägt bei religiösen Handlungen in der linken Hand eine Glocke die ihn zu Erkenntnissen verhelfen soll. Er schwenkt sie zusammen mit dem Diamantzepter das im Buddhismus die Leere und das Absolute symbolisiert.
Im tibetischen Buddhismus, dem 'Lamaismus', trägt jeder Mönch während religiöser Zeremonien zwei Metall-Objekte in seinen Händen:
Eine Ritual-Glocke'Ghanta' in der linken Hand und in der rechten Hand ein 'Dorje' oder 'Vajra' (auch 'Diamant-Zepter'genannt,) ein Ritual-Gerät, das mit seinen je vier 'Krallen' an beiden Seiten, die Leere und das Absolute symbolisiert.

Glocke (dril.bu) und Etui
Bezeichnung: Ghanta mit Vajra-Griff.
Material: Bronze, Etui Leder
Herkunft: Tibet
Zeit: lt. Katalog 18. Jh.
Maße: Höhe 18,5 cm
Zustand: Gebrauchsspuren
Die Glocke.
Die Außenhaut der Glocke = Ghanta zeigt von unten beginnend 30 vertikal stehende Varjas darüber 16 Motive und wiederum darüber 8 Motive. Aus dem Glockenhals steigt der Griff mit dem Bildnis der Prajnaparamita, der Göttin der Transzendenten Weisheit. Das Gesicht der Prajnaparamita gilt als Symbol der Dharmakaja und der Leerheit. Sie trägt hier Ohrschmuck und eine achtblättrige Lotuskrone, auf der eine Mondscheibe liegt. Auf dieser Modscheibe erhebt sich als Abschluss der halbvarja, dessen acht äußere Stege in die Spitze verlaufen.
Es wird allgemein angenommen, dass die Glocken aus Asien kommen. Belegbar ist, dass die Glocken seit dem 6. Jh. eingebürgerte Instrumente des Abendlandes sind.
Man könnte die Glocke als akustische Signale für die Menschen bezeichnen. Glocken erwecken durch ihren Klang Aufmerksamkeit. Sie können zum Beispiel zu Gebetszeiten rufen. Der Einsatz von Glocken ist universal.

Buddha-Hand in der Mudra des Predigens seiner Lehre, Bronze, schwarz 18./19. Jh. Holzständer später ersetzt.
Mudras sind symbolische Gesten. Die Handstellungen und die Fingerhaltungen sind für den Betrachter stumme Mitteilungen.
Geschenk des Edelsteinhändlers Paul Ruppenthal an Werner Fischer bei einem Besuch mit seiner Frau Anni in Idar Oberstein.

Buddha-Schrein, China, 19. Jh. aus Elfenbein geschnitzt, bemalt auf sechseckigem Holzsockel, ca. 20 cm hoch.
Altersschäden.
Es ist dem Menschen eigen, sich mit Kultgegenständen zu umgeben. Sie können einen religiösen Hintergrund haben. Dieser buddhistische Hausaltar impliziert die Transmission vom Unsichtbaren zum Sichtbaren. Er bildet eine geistige Brücke zum Betrachter, der mit seinem Vorstellungsvermögen der Sinnhaftigkeit einen Raum zur Meditation bietet.
Auf dem sechseckigen Elfenbeinboden steht ein Sockel mit floral gezeichneten Elfenbeinplatten belegt, auf dem die Tischplatte ruht.
Auf der Tischplatte steht ein aus Elfenbein geschnitzter Gitterzaun mit 4 viereckigen Eckpfeilern, die Kugeln zum Abschuss tragen. Der Zaun deutet das äußerliche Ende eines wichtigen Bereiches an.
Auf dem Tisch steht ein profanes Stück von einem Elefantenzahn, der ja bekanntlich innen hohl ist. Den Hohlraum nutzte der Schnitzer aus, um in feinster Manier diese runde Säule für den Lichteinfall mit orientalischen Rautenmustern zu versehen. Zwei Türchen geben beim Öffnen den Blick frei auf einen Altartisch, dessen Schauseite mit einem Swastikakreuz (Glücksbringer) bemalt ist. Dahinter auf einem Podest in fast unerreichbarer Höhe thront KUAGIN, eine Buddhistische Göttin.
Das Dach des Hausaltärchens bilden 4 runde stufenförmige Elfenbeinscheiben mit einem Tropfen als Abschluß zur Turmspitze.
Alles hat hier seine Bedeutung. Wer aber kann die Zeichen und Symbole gewissenhaft deuten?
Freuen wir uns, dass dieser Schrein noch so gut erhalten ist und uns noch manches Rätsel zu lösen aufgibt.
Die Volksfrömmigkeit in den einzelnen Religionsgemeinschaften braucht Bilder, Statuen, Zeichen, um auch im täglichen Leben zu bitten, zu beten, zu danken.
In der freien Natur sind das im Münsterland die Heiligenhäuschen, in den Häusern und Wohnungen in Bayern die Hergottswinkel. Was wir im Christentum kennen, finden wir ähnlich auch in anderen Welt-Religionen.
Das Interreligiöse Museum im Goldschmiedehaus Ahlen widmet sich schwerpunktmäßig seit seinem Bestehen vor 30 Jahren der Volksfrömmigkeit, weil sich das religiöse Brauchtum generationsübergreifend stark reduziert. Das kann letztlich bedeuten, dass das religiöse Leben mit seinen Zeichen und Ritualen in Vergessenheit gerät.
Die kleinen Geisterschreine werden nicht nur vor Wohnhäusern gebaut. Sie stehen fast vor jedem Gebäude egal, ob Krankenhaus, Hotel oder Kaufhaus. Sogar Schulen haben ihre Schreine. Dort sieht man oft Schüler, die sich durch Opfergaben bei den Geistern einschmeicheln wollen und für gute Noten beten.

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Auf dem Schälchen das Symbol „Knoten des unendlichen Lebens“, ein Teil des Edlen achtfachen Pfades.
Kanne Gsol tib.
Es handelt sich nicht um eine Butterteekanne, da die Kanne und das Schälchen mit den acht Glücksymbolen und den acht Glück bringenden Substanzen geschmückt ist.
Ritualkanne, Kalasa oder tibetisch kalasha, in tantrischen Ritual für das geweihte Wasser mit Deckel
tibetisch kalasha, ca. 21 cm
Kupfer, Tülle und Griff in Weißmetall, aufgesetzte buddhistische Embleme.
Kanne und Schälchen stehen auf dem Altar.
Aufgesetzte Ausgußtülle, (muchu ba). Wenn man die Kanne auf den Kopf stellt, kann man auch durch die Punzierungen einen Elefantenrüssel erkennen. Der Kupferbauch ist mit 4 silberfarbenen Emblemen ( 4 von 8 Kostbarkeiten des Buddhismus darstellend) und 2 roten mit Gold folierten Glassteinen in Fassungen mit Perlrand geschmückt. Auch der Griff könnte eine Tierdarstellung sein (Fisch?). Am Griff ist eine Kette befestigt, die zum Deckel führt. Ein Mäanderfries befindet sich an der Kannen Eingußöffnung und auch am glockenförmigen Deckelrand.
Dieser ist mit einer Kappe geschmückt, auf der sich eine Flammenaureole befindet, die auch als Deckelgriff zu benutzen ist.
Zu dieser Kanne gehört ein halbkugelförmiges Schälchen mit Sockel. Auf dem Bauch sind weitere vier der 8 Kostbarkeiten wie auch bei der Kanne aufgesetzt. Als Abschluß dient ein Mäanderfries.
Diese Kanne und auch das Schälchen wurden Werner Fischer von Gärtnermeister Wilhelm Reiberg in seinem Hause Wersedamm 57 geschenkt.
Kannen aber auch Vasen werden in tibetischen Klöstern bei Weihezeremonien u.a.zum Segnen und bei Reinigungs Ritualen benutzt. Sie werden mit Safranwasser, dem Essenzen beigemischt werden, gefüllt.
Die Siegeskanne findet ihren Platz immer im Zentrum des Altartisches.
Sie gilt als Wohnsitz der Gottheiten, während die Handlungskanne immer auf dem Tisch des Vajra-Meisters steht.
Die Handlungskanne wird stets zu zwei Drittel mit Safranwasser mit Essenzen gefüllt und dient zur Reinigung und Segnungen.
Beide Kannen werden am Einguß mit einem Pfauenfederhalter geschmückt, der aus einem Bündel Kusa-Gras und einen Bündel Pfauenfedern besteht. Die Bündel werden in einer konischen Metallhülse gehalten.
Die Metallhülse nimmt Wasser auf, welches dann auf den Altar, die Opfergaben oder auf die Weiheteilnehmer gesprenkelt wird.
Literatur: "Tibet: Klöster öffnen ihre Schatzkammern", Seite 510

Kniender Buddha auf doppeltem Lotossockel, in der rechten Reisschale, Bronze, Ostasien, H. 44cm
Zwei Messer , Elfenbeinhefte
Bezeichnung: Besteck
Material : Elfenbeinhefte
Gewicht : Totalgewicht 58 g und 62 g
Durchmesser:
Art : geschnitzt und bedruckt
Herkunft : Asien
Zeit : 20. Jh.
Zustand : guter Zustand, Messerhefte gesplissen
Erworben : In Ceylon Anfang 1969 gekauft
Diese Messer werden als alternative zu Stäbchen genutzt.
Das Messerhefte aus Elfenbein haben als Abschluß friesartige Schnitzereien. Sie sind bedruckt mit einem Löwen, der mit aufgerichtetem Schwanz auf einem Lotossockel sitzt. Der Messergriff endet in einer knospenförmigen „Juwelenspitze“ (buddhistisch).
Die Metallteile sind einseitig graviert und ziseliert.
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Pilgerflasche, Gesamthöhe ca. 44,5 cm
Nordindien, um 1900, buddhistisch,bemaltes Leder, Verschluß Holz geschnitzt.
Der Flaschenkorpus ist beidseitig mit dem 8-speichigen Rad bemalt.
Der Sinn des Oberteils muß noch erforscht werden.

Räuchergefäß, Deckel und Kessel auf drei Chimärenkopffüßen, Reliefdekor mit Buddha-Inkarnationen und Swastika, Gelbguss.
Chimären sind Fantasietiere, Mischwesen mit doppelten Kräften, die real nicht existent, jedoch bei einigen Gemeinschaften bedeutungsvoll sind.
Swastika ist eine Kreuzdarstellung in vielen Formen und Varianten aber immer mit vier gleichlangen Haken, die nach links oder auch rechts zeigen können. Die ältesten solcher Symbole wurden etwa 10.000 v. Chr. gefunden. Diese Zeichen haben verschiedene Bedeutungen. Das Swastikakreuz gilt als Glückszeichen im Hinduismus, Jainismus und Buddhismus.
Auf dem Deckel thront Buddha
Ring mit offener Ringweite zum Aufstecken
Bezeichnung: Ring
Material : Silber ?
Edelsteine : keine
Gewicht : Totalgewicht 11 g
Art :
Herkunft : Asien, Ceylon
Zeit : vor dem 20. Jh.?
Zustand : getragen,
Erworben : In Kandy Anfang der 70-er Jahre des 20. Jh. gekauft.
Der Ring hat eine eigenwillige Form. Er ist durch einfaches Biegen auf die
gewünschte Ringweite zu bringen. Die Vorderansicht, eine viergeteilte Raute in deren Zentrum eine Sechserrosette. Vier weitere Rosetten finden sich an beiden Seitenpfeilern. Als Bekrönung dient eine knospenförmige „Juwelenspitze“.
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Ring mit Rubinen
Bezeichnung: Ring
Material : Silber ?
Edelsteine : Rubine
Gewicht : Totalgewicht 9 g
Art :
Herkunft : Asien, Ceylon
Zeit : 20. Jh.?
Zustand : getragen,
Erworben : In Kandy Anfang der 70-er Jahre des 20. Jh. gekauft.
Der Ring zeigt in der Vorderansicht, in der Draufsicht, einen Baum oder eine Blüte. Betont wird die florale Form durch facettierte Rubine, die mit Krallen gefaßt sind.
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Ritualmesser – Zeremonialmesser- Hackmesser, kartrika; tib. gri gug, aus Bronze und Eisen
Tibet oder Tibeter in Indien, 19./20. Jh., Bronzehalterung
mit halbkreisförmiger Eisenklinge (die leider später angeschliffen wurde um das Messer real bei der Essenszubereitung einzusetzen),
mit halber vierspeichiger Vajra u. reliefierten Dämonen.
Wird im tantrischen Kult ausschließlich symbolisch verwendet.
Hierbei handelt es sich um eine halbkreisförmige Klinge mit einem Griff in der Mitte der inneren Klinge, die dazu dienen soll, „das Unwissen zu zerstückeln". Die Zeichen auf der Eisenklinge sowie die Darstellung auf dem Bronzegriff müssen noch erforscht werden.
Das krumme, links in einen Haken mündende Ritualmesser mit Vajra-Griff leitet sich vom Messer der Abdecker ab, wird aber im tantrischen Kult ausschließlich symbolisch verwendet, weshalb es auch nicht richtig geschärft wird. Die ca. 1,5 mm dicke Eisenklinge kommt aus einer Figur, die noch gedeutet werden muß. Am Ende erhebt sich der Griff aus einer fünfspsitzigen Vajra.
Das Hackmesser ist in Kombination mit der Schädelschale ein häufiges Attribut der Dakinis sowie des Schützers der Lehre Mahakala. Mit dem Hackmesser können falsche Emotionen sowie die Wurzel der Unwissenheit durchtrennt und das Haften an der falschen Trennung von Subjekt und Objekt abgeschnitten werden. Dharmapalas (Schützer der Lehre) durchtrennen mit dem Hackmesser symbolisch die Lebensadern der Feinde des Buddhismus. (Tibet in Marburg, Seite 200)
Dakinis sind schwierig zu beschreiben. Sie sind eine Art weiblicher Dämonen Kategorie. Die Dämonin Dakini ist eine weibliche Erscheinung. Sie können verschiedene Erscheinungen annehmen und kommen in vielen Farben mit verschiedenen Tierköpfen vor. Eine von Ihnen mit menschlichen Zügen und Eigenschaften, unbekleidet in roter Gestalt die auch gehen und fliegen kann zornig oder auch friedlich
Wissenschaftler nehmen an, das die Erscheinung der Dakinis in den alten schamanistischen Glauben verankert waren noch vor dem Buddhismus im Gebiet der Tibeter.
Schädelschale, Fuß und Deckel, Tibet



Nach langer Zeit des Suchens konnte das Interreligiöse Museum im Goldschmiedehaus Ahlen eine Hirnschale, eine Kapala, erwerben.
Auf einem dreieckigen, ornamental ziselierten Metall-Fuß, der innen geöffnet ist, ruht auf drei Halbkugeln ein ziseliertes, dreieckiges, silber- und kupferfarbenes hochgestelltes Unterteil, das in gleicher Art und Größe von einem nach außen stehenden Oberteil aufgenommen wird.
Das dreieckige Oberteil hat an seinen drei Ecken maskenhaft gestaltete Totenköpfe, die auf Makala verweisen.
Die Flächen zwischen den Köpfen sind mit kupfer- und silberfarbenen Ziselierungen ausgestattet. Sie dienen als Stütze für die Aufnahme der Hirnschale.
Menschliche Schädelschale - Hirnschale mit sichtbaren Schädelnähten, mit
Kranznaht (Sutura coronalis) Pfeilnaht (Sutura sagittalis)
Außenmaße ca. 175 x 13,2 x 66 mm
Die äußere metallene Einfassung der Schädelschale ist gestaltet durch einen Galerierand von 48 stilisierten, gleichmäßigen, plastischen Totenköpfen.
Wendet man die Hirnschale, sieht der Betrachter in eine handgeschlagene bauchige Metallschale mit flachem Rand, unter dem sich die vorher genannten Totenkopfmasken in der richtiger Position befinden.
Der breitrandige abnehmbare Deckel ruht auf seiner Unterseite auf der Metallschale, in der die Hirnschale liegt. Der abgenommene Deckel steht auf vier senkrecht angelöteten Stutzen, die beim Schließen in die Schale hineinragen.
Von einem aufgelegten Halbrunddraht ausgehend, der auf einem flachen dekorativen Rand liegt, zeigt sich ein meisterhaft ziselierter, gravierter, gewölbter Buckel.
Neben kupferfarbenen Pflanzen und Fantasie-Elementen sind in silberfarbenem Metall die acht Kostbarkeiten der buddhistischen Lehre dargestellt, die zum Zentrum angeordnet sind.
Der Beginn des Zentrums zeigt sich in einem vierteiligen Blattornament, das in einen vierteiligen Kreis mündet, in dem sich jeweils drei runde, kleine flache Erhebungen befinden.
Aus der Mitte kommt in Kelchform eine geschlossene Schale, die wiederum mit einem fünfspeichigen Vajra-Knauf als Griff bekrönt ist.
Die Schädelschale ist einer der wichtigsten tantrischen Kultgegenstände. Sie gilt als innere Almosenschale. Sie soll auch, wie berichtet wird, den Tantrikern nicht nur als Bettelschale gedient haben, sondern sie aßen und tranken auch aus der Schädelschale.
Im klösterlichen Buddhismus Tibets wird die Schädelschale hauptsächlich als Altar-, Weihe- und Opfergegenstand verwendet.
Kostbar eingefasste Schädelschalen stehen auf den Altären tibetischer Klöster als Verehrungsobjekte. Sie gelten als Quelle magischer Kraft und dienen als Weihe und Opfergegenstand sowohl im Hinduismus wie auch im Buddhismus.
Kapala Hinduismus Amrita
Amrita = Unsterblichkeit, ist in den ältesten hinduistischen Texten ein Lebensbedürfnis
In der hinduistischen Mythologie ist Amrita der Name eines Elixiers, das außerordentliche Kraft und die Fortdauer des Lebens bzw. die Sicherheit vor Todesgefahr bringt.
Es wird mit dem - Soma Trank aus dem Ringveda (Viertes Buch der Veden ca. 1750 - 1200 vor Chr.) identifiziert. Der berauschende Saft einer Kletterpflanze der den Göttern dargebracht wird und den die Brahmanenpriester trinken.
Bereitet wird er indem die Schösslinge der Soma-Planze (Amshu) von einem Priester zwischen Steinen gepresst werden. Der so gewonnene Saft wird mit Gerstensaft und Milch vermischt. Er soll die Kraft besitzen eine vorübergehende Ekstase zu spüren. Diese Information ist lückenhaft, weil interne große Geheimnisse nicht bekannt gemacht werden.

Tempeltür, 19. Jh., aus Asien (Thailand?) mit 2 Flügeln in Holz 179x78 cm
Reliefschnitzerei mit der Darstellung des in das Nirwana eingehenden Buddhas.
Auf der rechten Körperseite Seite auf einem mit Lotosblättern umrandeten Diwan liegend gibt Buddha seinen 9 Jüngern Anweisungen.
Im Hintergrund 4 Tempeltänzerinnen in Gebetshaltung.
Darüber 2 Pfauen mit aufgeschlagenem Rad und 2 weiteren Vögeln.
Weitere Tiere sowie Ranken und Blumen befinden sich im unteren Teil der Türblätter.
Die Schrift in weißen Buchstaben im sechseckigen Schild muß noch übersetzt werden.
Umrandet werden die Szenen von ca. 188 in Holz geschnitzten, durchbohrten Kugeln.
Die Legende berichtet:
Buddha stirbt mit 80 Jahren an den Folgen
einer unbekömmlichen Mahlzeit im indischen Kusinara. Er kommt in das Nirwana.
In der übernächsten Nacht geht Buddha in tiefer Gelassenheit ins Parinirvana ein.
Das Nirwana ist für Buddhisten das Ziel ihres Lebens. Es ist die Befreiung von allem Leid und von der ewigen Wiedergeburt, ein Zustand der Vollkommenheit.
Herr Jitraphan Hajjavanija sagt zu der weißen Schrift auf der Tempeltür von Ahlen folgendes:
Dort steht: Pang pa ri nip pan auf Thai
In Sanskrit wurde (pang) parinirvana
Bedeutet parinirvana gesture.
Also die Geste, die auf die Erlösung und das Erlangen der Buddhaschaft nach dem physischen Tod verweist.

In vielen Religionsgemeinschaften gibt es Orte, Stätten und Begegnungszentren, die von besonderer Bedeutung sind und viel besucht werden. So auch im Buddhismus.
Wallfahrtsorte, Pilgerstätten.
Neben Proviant, Kleidung und anderen wichtigen Dingen kann der Pilger auch einen Reisealtar mitnehmen, der auch als Reisetisch Verwendung finden kann.
Lt. Expertenmeinung stammt der abgebildete aus Tibet kommende Reisealtar aus dem 19. Jahrhundert. Er hat die Maße ca. 36 x 66 x 27 cm und war einstmals zusammenklappbar. Heute steht er im Interreligiösen Museum im Ahlener Goldschmiedehaus.
Der Reise-Mönchstisch ist aus Holz geschnitzt und farbig bemalt. Im Zentrum eine Maske, die Mahakala darstellt, eine zornige Gottheit (siehe auch Dharmapala - Maske) Sie ist umrahmt von floralen Motiven. Im vorderen Oberteil befindet sich ein in Holz geschnitztes Zeichen, das noch der Erklärung bedarf.
Der Tragaltar befindet sich seit 2007 im Museum.

Drachen sollen Naturgewalten regulieren oder einschränken.
Die Tempeltrompete dient dem Bläser, Signale hervorzurufen.
Ziselierter Drachenkopf mit 2 Korallen und 2 grünen Steinen.
Im übertragenen Sinn kann man sagen, dass Drachen immer Kräfte haben, die in der Lage sind, starke Energieflüsse zu bändigen oder zu kontrollieren.
Meist ist ein Drache auf ein bestimmtes Element spezialisiert oder eingeschränkt, im Gegensatz zum Magier. Deswegen sind Drachen zwar in ihrem Element kaum zu schlagen, aber durch andere Elemente verletzlich. Ob sie "böse" oder "gut" sind, ist nicht festgelegt. Es gibt überall auf der Welt solche und solche, aber in China gelten sie eher als Glücksbringer.
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Buddhistische Gebetstrommel / Gebetsmühle
In einem schwarz gestrichenen Holzgestell, etwa 150 mm hoch und 140 mm breit mit einer Unter- und Oberplatte durch ein Säulenpaar verbunden ist zwischen zwei Eisenstiften eine Hülse so angebracht, dass im Verbeigehen ein Anstoß genügt, um den Trommelkörper aus Messing und Kupfer in Bewegung zu setzen.
Die Trommel Ø ca. 65 mm und 85 mm hoch aus Kupfer hat zwei Abdeckungen und ist rundum
im oberen und unteren Ring mit zwei Messingschriftbändern belegt, deren Anfang und Ende von je zwei roten Korallen und türkisfarbenen Steinen makiert werden.
Im mittleren Ring sind die acht glückbringenden Zeichen als Halbrelief in Messing dargestellt.
Ein Geschenk zum 30jähtigen Jubiläum des Interreligiösen Museums am 8.11.2014.
Erworben in Nepal von Mechthild u. Dieter Massin.
Glocke mit vierfachem Klöppel



Glocken sind ein Kulturgut. Sie begleiten uns Menschen in unserem Leben. Sie geben uns Signale. Ihr Geläut kann eine Erinnerung bedeuten. Sie geben denen Signale, die sie deuten und verstehen können.
Im Buddhismus begegnen uns viele Arten von Glocken. Glocken, die rituelle Handlungen ankündigen und begleiten, Glocken in beachtlichen Größen ohne inneren Klöppel. Sie werden von Personen, die waagerecht einen Holzklöppel tragen, mit einer Pendelbewegung angestoßen.
Der Neuzugang eines Exponates, einer Glocke für die ständige Ausstellung des Interreligiösen Museum im Goldschmiedehaus Ahlen spricht durch ihre Bildsprache zum Betrachter und offenbart sich als ein Ritual-Gegenstand der Buddhistischen Religion.
Sie besteht aus zwei Bronzegüssen, einer Glockenhaube, darunter ein runder Mantel, der in acht Bögen ausläuft. Auf dem Mantel zeigt sich dem Betrachter als Halbrelief dreimal Buddha, auf einer Lotosblume sitzend, mit Nimbus jeweils mit einer anderen symbolischen Handbotschaft. (Mudra = Handgeste)
Zwischen den Buddhadarstellungen sind drei Textblöcke eingeprägt, die noch der Übersetzung bedürfen. Die Haube ist geschmückt mit Fantasie-Tieren. Definition und Bedeutung werden noch erforscht. Ein einfacher angegossener Ösenblock nimmt einen aus Bronze gegossenen beweglichen Haken auf.
Diese Glocke hat einen mit einfachem Draht befestigten Klöppel in Kreuzform, deren vier Balken mit einer Kugel abschließen, die der Glocke beim Anschlagen einen Doppelklang verleihen.
Die Glocke hat eine Gesamthöhe ohne Haken von ca. 18 cm und ein Gewicht v. ca. 870 gr. Ø ca. 10/14 cm.

Knochentrompete, Tibet, 20. Jh. aus einem reich beschnitzten Oberschenkelknochen mit gewickelten Lederendstücken. Länge ca. 37 cm.
Die künstlerisch ausdrucksvollen Schnitzereien zeigen die acht Kostbarkeiten (Sanskrit: Ashtamangala) Symbole, die von der Verehrung des Weltenherrschers und in übertragenem Sinn auch des Buddha zeugen.
Es gibt verschiedene Leichenbestattungsarten
Eine Bestattungsart in Tibet ist die Himmelsbestattung. In der steinigen, felsigen Landschaft, wo keine Erdbestattung möglich ist, wird der Leichnam in der freien Landschaft niedergelegt und den Vögeln überlassen.
Dr. Samnang Sam teilte bei seinem Besuch am 16.01.2016 im Interreligiösen Museum in Ahlen mit: Der Knochentrompete werden Töne entlockt, die den großen Vögeln signalisieren, dass sich eine Leiche im freien Gelände befindet.

Das Schneckenhorn - auch Muschelhorn genannt - ist aus einer im indischen Ozean lebenden Birnschnecke der (Turbinella rapa,) angefertigt und wird als Blasinstrument benutzt. Oft erfährt die Schneckenschale eine Veredlung durch Gravuren oder Metallfassungen.
Bei Ritualen werden die Muscheln oft paarweise gespielt, wie auch bei den Hörnern, sodass der Ton beim Atmen des Blasenden nicht ausfällt. Es wird als Instrument bei Ritualen, zum Beispiel zur Vertreibung von bösen Geistern eingesetzt. Das Schneckenhorn zählt zu den acht Glücksymbolen im tibetischen Buddhismus. Sie wird auch Meeresschnecken-Trompete oder auch Pututu genannt
Das Objekt ist ca. 22 cm lang. Materialprüfung: Silber
Außenansicht - von der großen Öffnung beginnend. Ein Silberdraht windet sich spiralförmig bergab bis zu einer runden Öse.
In den sich vergrößernden Abstandsflächen sind zunächst Blattranken zu sehen, die zu einer Blüte führen. In zwei tropfenförmigen Fassungen sind Türkise gefaßt. Dazwischen eine runde Fassung, in der der Stein fehlt. Zwischen den nächsten 3 Fassungen, welche ausgefaßt sind mit zwei Türkisen und einer Koralle, ist ein Vogel (Adler?) mit ausgebreiteten Flügeln im Blattwerk zu sehen. Diese Bildgeschichte endet mit einem vierbeinigen Tier.
Sodann zeigt sich ein Teil der elfenbeinfarbenen Muschel, die in einem ornamentalen Fries befestigt ist.
Von links nach rechts unten beginnend sind wiederum zwei tropfenförmig geschliffene Türkise gefaßt und in der Mitte eine runde Koralle. Dieser prächtig gestaltete Silberfries läßt neben Blättern und Ranken auch ein ruhendes Tier sowie eine Schlange erkennen, wobei die Oberkante in drei größer werdenden Meereswellen ausläuft. Am Ende des trichterförmig auslaufenden Frieses befinden sich 2 Ösen.
Das Objekt zeigt wegen seiner häufigen Benutzung dementsprechende Spuren.
Trommel, Schamanentrommel Tibet/Nepal,
ca. 50 bis 60 Jahre alt.
Stieltrommel (chos-rnga) mit hölzernem, geschnitztem Handgriff u. gebogenem Schlagstock. Beidseitige Ziegenlederbespannung, Tibet 20. Jh.
Sie wird während der Rezitation von einem Mönch in konstantem Rhythmus geschlagen, um eine Gottheit herbeizurufen und um ihre Aufmerksamkeit zu erhalten
Tibet in Marburg, Ausstellung 2007/2008,
Katalog von Adelheid Herrmann-Pfandt
Seite 221 Nr. 135 und Seite 222 Nr. 136
Solche Handtrommeln werden beim Tscham-Tanz von Hemis von einigen Darstellern getragen und gespielt, während sie selbst Tänze aufführen oder feierlich durch die Gegend schreiten. Geschlagen werden diese Trommeln mit gebogenen Stöcken. Der Trommelstock ist in S-Form gestaltet. Stieltrommeln dieser Art werden auch nach Deutschland importiert und finden in Deutschland in tibetisch-buddhistischen Zentren bei der Ausübung von Ritualen deutscher Buddhisten und Buddhistinnen Verwendung.
Literatur: Tibet, Kunst des Buddhismus, Ausstellung Haus der Kunst, München 1977, Katalog Seite 258 Nr. 320, 321Die Jhangri (tibetische Schamanentrommel) gibt bei Prozessionen der buddistischen Mönche und bei allen Feierlichkeiten in Tibet den Puls. Gespielt wird Sie über den Köpfen der Menschen mit einem gebogenen Stock. Mit Ihrem geschnitzten Griff und der rustikalen Bespannung lässt sie jedoch keinen Zweifel an Ihrer Herkunft als Ritualtrommel.

Kombu - Trompete, in Sanskrit = shringa, Prozessionstrompeten aus Metall werden bei Prozessionen und in der rituellen Tempelmusik bespielt vom Südrand des Himalaya bis Sri Lanka.
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Es folgen Exponate, die sich in der ständigen Präsentation des Museums befinden:
Hostieneisen mit Holzgriffen aus Deutschland (Nr. 513) ca. 42 x 20 cm aus dem 19. Jh
Der früheste Beleg des Gebrauches eines Hostien- oder Oblateneisens ist aus dem 6. oder 7. Jahrhunderts überliefert.
Wegen der Heiligkeit des Sakraments, der Eucharistie wollte man nicht, dass Altarbrote, Hostien von weltlichen Bäckern angefertigt wurden. Während das Altarbrot in der Frühzeit der Kirche oft von christlichen Frauen zu Hause bereitet wurde, findet heute die Herstellung von Hostien in Kloster-Bäckereien statt. In den vergangenen Jahrhunderten wurde oftmals um die Lagerdauer von der Anfertigung bis zur Verteilung der Hostien gestritten und Zeiten der Lagerdauer festgelegt.

Kelch, Patene, Löffelchen im Etui von Ignatz Overlack, Primiz 5. April 1930
Höhe ca. 20,5 cm
Im Fuß punziert mit BACH-WILD MÜNSTER i.W und 800
graviert Fratres frateri Ignatio Overlack 5. IV. 1930 (Seine 3 Brüder haben ihm den Kelch geschenkt)
Im Fuß ist ein Kreuz ziseliert, 10 Kreise bilden das Kreuz, im Mittelfeld ist ein sogenanntes "Eisernes Kreuz" ziseliert. Im unteren Wulst ist ein sechszackiger Stern ziseliert. Darüber entwickelt sich aus einem Rohr der Knauf. Der Knauf ist prägend
für den Kelch.
Unter der Cuppa als Knauf befinden sich drei plastische Engelsköpfe jeweils von zwei Flügeln eingerahmt und auf Wolken thronend, darunter gebändert mit dreimaligen Gravuren SANCTUS geschmückt.
Der Kelch ist teilvergoldet.
Das Löffelchen ist in Silber vergoldet.
Der Kelch wurde gestaltet und angefertigt von Frau Bach-Wild aus Münster.
Der Betrieb wurde von Herrn Johannes Wistuba aus Nottuln übernommen.
Er schenkte dem Ehepaar Anni und Werner Fischer zwei von ihm gestaltete Bronzekorpi.
Die Patene mit eingeschrotetem Kreuz gehört nicht original zum Kelch, sondern wurde für Pastor Overlack, St. Marien Ahlen, von Werner Fischer angefertigt. Rückseite punziert 835 G mit Schwänzchen, Meisterpunze von Werner Fischer
Das Etui, innen mit weinrotem Stoff ausgefüttert, zeigt starke Gebrauchsspuren.
Auf einem Etikett steht: BACH-WILD Werkstätte f. kirchl. Kunst, Münster i. W.
Freundliche Gabe seines Neffen Pater Rupert Overlack, Kloster Gerleve
Ignatz Overlack war von 1953 bis 1971 Pfarrer in St. Marien.
Der Goldschmiedelehrling Werner Fischer war in der Firma Heinrich Abeler in Münster nach dem II. Weltkrieg ab dem 8. Mai 1945 wieder in Münster tätig.
Er wohnte zunächst im Heerde Colleg in Münster, dessen Leiter Dr. Dr. Alois Schröder war. Danach zog Fischer zu Oskar Siering, gebürtig aus Hopsten, Wasserschutzpolizist, Habichsthöhe 38, Münster ins Dachgeschoß.
Die Habichtshöhe gehört zum katholischen Pfarrbezirk der Heilig-Geist-Kirche, die Werner Fischer häufig besuchte und in der Priester Ignatz Overlack zum Klerus zählte.
1953 trafen sich Ignatz Overlack als Pastor von St. Marien in Ahlen und Werner Fischer wieder, der sich im gleichem Jahr in der Nordstr. 38 als Goldschmiedemeister in Ahlen selbständig gemacht hat. Es erfolgte eine vertrauliche Zusammenarbeit.
1953an St. Marien ( 1953 - 1971 ) 1953 - 1971 )
Messkännchengarnitur und Tasse (Tablett)
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Zwei Meßkännchen aus der Zeit des Spätbarocks mit Bandelwerkornamenten (Loius-qauatorze-Stil) Tasse: |
Pektorale mit Uhr
Silbernes Kreuz mit eingebautem Taschenuhrwerk, filigran gearbeitetes Gehäuse, floral gravierte Silberfront mit kleinem Emailzifferblatt mit römischen Zahlen, im unteren Teil ovales Emailmedaillon mit christlicher Szene, Zylinderwerk mit Schlüsselaufzug, intakt (44) M = 67x43 mm Kreuz zum Umhängen = Pektorale = Brustkreuz, das auch als Amtszeichen Diese genauen Abmessungen nehmen im aufgeklappten Zustand ein weiteres Kreuz auf.


des Papstes, seinen Kardinälen, den Bischöfen, Äbten wie auch von den Äbtissinen getragen wird. Ebenso tragen Mitglieder, Würdenträger und auch Laien anderer christlicher Religionsgemeinschaften Brustkreuze.
Maße: Längsbalken 67 mm, Querbalken 43 mm, Höhe 15,3 mm
Metall : Silber
Stil: Historismus 19. Jh.
In der Draufsicht zeigt sich ein einfaches schlankes Strich-Kreuz, das umrahmt wird von einem weiteren Strich-Kreuz. eingebetet, umrandet von durchbrochenen Rokokoelementen. Dieses Genre ruht auf einem weiteren Kreuz, das ebenfalls dekorativ gestaltet ist. Am oberen Ende ist ein Scharnier angelötet, welches das Oberkreuz mit einem unteren Kreuz beweglich vebindet. Durch die verschiedene Abstufungen des oberen Kreuz ensteht ein Hohlraum, um beim Schließen in die Normallage ein darunterliegendes Medaillon nicht zu beschädigen.
Die obere Platte ist graviert mit Rokokoelementen, die die ganze Oberfläche ausfüllen bis auf eine runde Öffnung in der Kreuzmitte mit einem Durchmesser von ca. 22 mm in der ein durchsichtigen Glas befestigt ist.
Dahinter befindet sich ein weißes Email-Zifferblatt mit römischen Zahlen von 1 bis 12 sowie ein Minutenkranz mit einer 60ziger Einteilung. Zwei stahlgebläute Zeiger zeigen die Zeit an, die von einem nicht sichtbaren Werk angetrieben werden. Das Werk bedingt eine gewisse Höhe von ca. 8,3 mm.
In der unteren Hälfte des Längsbalken ist eine ovale Silberfassung aufgelötet, in der sich ein Emailbild befindet.
Das eingefaßte farbige Emailmedaillon zeigt den Mönch und Kirchenleher, den heiligen Antonius von Padua, im Habit eines Franzikaners. Auf dem Arm das Jesuskind, mit einem weißen Gewand bekleidet, (weiss ist die Farbe der Unschuld) auf der anderen Seite einen Strauß mit weißen Lilien. ( Die Blume der Reinheit)
Gedenktag der katholischen Christen = Namenstag 13. Juni
* um 1195 in Lissabon in Portugal
† 13. Juni 1231 in Arcella, heute ein Stadtteil von Padua in Italien
Der Heilige Antonius wird um Hilfe gebeten, wenn man etwas verloren hat. Vielen hat er schon geholfen und er wird weiter helfen, wenn man an ihn glaubt.
In dem außen gravierten Rahmen in Kreuzform liegt eine Silberplatte, die mit drei Schrauben befestigt ist und zwei Löcher hat, damit man das nicht sichtbare Werk aufziehen und die Zeit einstellen kann.
Das Werk ist ein intaktes Cylinderwerk.
Die aufklappbare Kreuzrückseite ist wie die Vorderseite gestaltet. Bei beiden Kreuzen befindet sich an den unteren Seiten jeweils eine Kugel, damit das Kreuz geöffnet werden kann.
Am oberen Kreuzrahmen ist ein Schanier angelötet, das eine Motivöse beweglich aufnimmt.
Es ist ein Glücksfall, dass auch noch der Original-Aufzugschlüssel vorhanden ist.
Eine direkte Zuordnung, wer der Träger dieses Brustkreuzes in der Vergangenheit war, ist nicht möglich. Man kann aber davon ausgehen, dass dieses Pektorale einer Äbtissin zugeschrieben werden kann.
Pontifikalien sind Insignien der Kardinäle, Bischöfe und Äbte
Dazu zählen auch Handschuhe und Schuhe.
Das Birett
Kopfbedeckung der Kleriker seit Ende des Mittelalters.
Nach Rang verschiedenfarben
Birett, ein Standeszeiches des Priesters, eine Kopfbedeckung der Kleriker seit Ende des Mittelalters. Zuerst eine runde Mütze, später steif mit drei oder vier abgerundeten Aufsätzen, Zacken oder Hörnern. Nach Rang verschiedenfarbig für geweihte Amtsträger der kath. Kirche. Für Bischöfe in violetter Farbe, jedoch nur, wenn er einen Talar, die Chorkleidung trägt.
Im kath. Gottesdienst wird ein Birett nur getragen, wenn der Würdenträger geht oder sitzt. Vor dem Altar wird es immer abgenommen.
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Birett von Bischof em. Dr. Walter Mixa
Walter Johannes Mixa wurde am 25. April 1941 in Königshütte, Oberschlesien, heute Chorzów, Polen, geboren. Von 1996 bis 2005 war er Bischof von Eichstätt und von 2005 bis 2010 Bischof in Augsburg.
Am 21. April 2010 bot Mixa Papst Benedikt XVI. seinen Rücktritt vom Amt des Bischofs von Augsburg und den des Militärbischofs der Bundeswehr an.
In seiner schicksalschweren Zeit widmete er Werner Fischer sein Birett für das Museum im Goldschmiedehaus Ahlen
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Pileolus
Aus Lexikon für Theologie u. Kirche, Freiburg 1963, Bd. 8
Calotte, Subbiretum, Submitrale, Soli Deo (weil es nur vor dem Allerheiligsten abgenommen wird) Zucchetto, ein nicht liturgisches Scheitelkäppchen, daß auch unter dem Birett und Mitra getragen wird.
Der Pileolus, der ursprünglich auch Hinterkopf und Schläfen bedeckte ( in dieser Form später Camauro genannt) kam im 14. Jahrhundert auf (wohl zum Schutze der Mitra) und erhielt im 16./17. Jahrhundert die heutige kleine, runde Form.
Prälaten, denen Pontifikalien zustehen, dürfen den Pileolus auch bei der Hl. Messe (außer vom Sanktus bis zur Kommunion) und auch bei sakramentalen Prozessionen tragen.
Die Farbe des Pileolus ist beim Papst weiß, beim Kardinal rot, bei Bischöfen, gefreiten Äbten und Prälaten violett, sonst schwarz.
Hinsichtlich Farbe und Gebrauch gibt es doch viele Privilegien.
Literatur: Braun LG 509 f; Eisenhofer I 441 444f; Fattinger 205 f.
Aus Lexikon für Theologie und Kirche, Freiburg 1963, Bd. 8
Pileolus Scheitelkäppchen, das ursprünglich haubenartig auch Hinterkopf und Schläfen bedeckte und wohl der Schonung der Mitra dienen sollte.
Im Barock ist es auf die heutige kleine runde Form zusammengeschrumpft.
Ein nicht liturgisches Kleidungsstück, das von Bischöfen und von allen Prälaten mit recht der Pontifikalien in der Farbe ihres Standes getragen werden darf, auch bei liturgischen Verrichtungen, und das nur vom Sanktus bis nach der Kommunion abgelegt werden muß.
Pileolus Seite 412 A.Adam/R.Berger, Pastoralliturgie, Handlexikon, Leipzig 1982.
Informationen von Monsignore Karl Stephan Fischer, Fulda Juli 2002. u. 7.8.02
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Pileolus von Johannes Joachim Degenhardt, Erzbischof v. Paderborn
Degenhardt wurde 1926 im westfälischen Schwelm geboren.
Er studierte in Paderborn und München Philosophie und Theologie.
Zum Bischof wurde er 1968 geweiht und 1974 zum Erzbischof von Paderborn von Paderborn ernannt.
Im Februar 2001 wurde er in das Kardinalskollegium aufgenommen.
Degenhardt galt in der katholischen Kirche als besonders Papsttreu. So war er auch über Jahre hinweg einer der vehementen Gegner von Schwangerschaftsabbrüchen. Er galt aber auch als Brückenbauer, der stets den Dialog mit der protestantischen Kirche suchte. Er war ein bekennender Fan von Schalke 04. Der Drewermann-Streit überschattete seine Amtszeit. Degenhardt zählte zu den Gegnern der Abtreibung
Er starb am 25. Juli 2002 in Paderborn im Alter von 76 Jahren an Herzversagen und wurde am 3. August im Hohen Dom zu Paderborn in der Bischofsgruft der Domkrypta beigesetzt. Ein besonderes Andenken an Erzbischof Degenhart befindet sich nun im Museum im Goldschmiedehaus in Ahlen.
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Pileolus von Weihbischof und Domdechant Dr. Paul Heinrich Nordhues von Paderborn
Aus der Geschichte der Elenden-Bruderschaft zu Paderborn
Weihbischof Dr. Paul Nordhues / Domdechant
Weihbischof und Domdechant Dr. Paul Heinrich Nordhues von Paderborn, geb. 1915 in Dortmund, setzte sich für die Nichtsesshaften in der Elenden-Bruderschaft zu Paderborn ein. Er war der Deutschen Goldschmiedegilde des hl. Eligus sehr verbunden.
1999 widmete er sein Pileolus dem Kurator der Gilde, Werner Fischer, für das Museum im Goldschmiedehaus Ahlen. Dr. Paul Norhues verstarb im Jahre 2004.
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Mitra, seit dem 12. Jahrhundert auch Inful genannt, Infeln vom lateinischem infula, -ae = Stirnbinde der Priester und des kaiserlichen Statthalters.
Zwei Bänder, die von der Rückseite der Mitra herabhängen.
Sachwörterbuch zur Kunst des Mittelalters,
liturgische Kopfbedeckung, ursprünglich kegelförmig oder oben abgerundet, seit dem 12. Jahrhundert durch zwei dreieckige, durch Stoff oben verbundene, geschlossene Schilder gebildet, die nach und nach an Höhe und Schmuck zunahmen; an der Rückseite fallen Streifen (vittae, infulae) herab.
Die Mitra dürfte in Rom aus der außerliturgischen Kopfbedeckung des Papstes entstanden und als liturgisches Gewandstück zwischen 900 und 1000 eingeführt worden sein, wird nachweisbar seit 1079 auswärtigen Bischöfen verliehen, ist Mitte des 12. Jahrhunderts bei Bischöfen allgemein; nachweisbar wurde sie seit 1063 bei Äbten, seit 1105 Kanonikern, seit 1060 auch weltlichen Fürsten, insbesondere dem deutschen Kaiser verliehen.
Gegenwärtig kann sie außer von Bischöfen, Kardinälen und Äbten nur auf Grund eines eigenen Privilegs (jus pontifikalium) getragen werden.
Im liturgischen Gebrauch unterscheidet man eine Mitra pretiosa ( mit Edelsteinen gezierte) auriphrygiata (aus Goldbrokatstoff) und simplex (von weißer Seide oder Linnenstoff).
Die Griechen haben seit dem 16. Jahrhundert die Mitra eingeführt, eine hohe, kostbar verzierte, von einem liegenden Kreuz gekrönte Mütze; die übrigen oriental. Riten haben die römische Form angenommen.
Aus dem Kirchlichen Handlexikon 1912 Seite 990 lt. Braun, liturgische Gewandung (1907), 424/98
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Mitra des Apostolischen Nuntius Erzbischof Dr. Erwin Ender.
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Erwin Josef Ender wurde am 7. September 1937 in Steingrund, Landkreis Habelschwerdt (ehemalige Grafschaft Glatz/Schlesien - heute Polen) geboren. Mit fast 9 Jahren kam Erwin Josef Ender mit einem Flüchtlingstreck von Schlesien nach Ahlen. Er übernachtete in der Brunnenfeldschule um dann von den Behörden der Stadt Ahlen nach Seppenrade geschickt zu werden. Seine Jugenzeit verbrachte er in Lüdinghausen. In der Päpstlichen Universität Gregoriana in Rom als Priesteramtskandidat des Bistum Münster empfing er am 10. Oktober 1965 das Sakrament der Priesterweihe in Rom. Nach weiterführenden Studien in Rom wurde er 1970 an der Gregoriana zum Doktor der Theologie mit der Arbeit "Heilsökonomie und Rechtfertigung" und trat anschließend in die Dienste des Vatikans. Von 1970-1974 nahm er verwaltungsaufgaben war, 1974 wechselte er in die Diplomatische Sektion, wo er bis 1990 die deutschsprachige Abteilung des Staatssekretariats leitete. Am 15. März 1990 ernannte ihn Papst johannes Paul II. zum Titularerzbischof von Germania in Numidia und spendete ihm am 5. April des selben Jahres die Bischofsweihe. Kurz darauf endsandte er Ihn als Apostolischen Delegaten in die Region rotes Meer und ernannte ihn noch im gleichen Jahr zum Apostolischen Pro-Nuntius im Sudan. 1993 wurde Ender Apostolischer Delegat in Somalia. 1997 Apostolischer Nuntius für die Baltischen Staaten Litauen, Lettland, Estland, 2001 Apostolischer Nuntius in der Tschechischen Republik. Von 2003 bis 2007 war er Apostolischer Nuntius in der Bundesrepublik Deutschland. Der Diplomat Erzbischof Dr Erwin Josef Ender widmete als zeichen seines Dankes dem Museum im Goldschmiedehaus Ahlen seine Mitra, die er im April 1990 in Rom bei der Bischofsweihe durch Papst Johannes Paul II. zum ersten mal getragen hat und die ihn in 17 Bischofsjahren begleitet hat. Ein Apostolischer Nuntius ist während seines aktiven Dienstes von ungefähr zwanzig Jahren in der Regel Päpstlicher Vertreter in vier und mehr Ländern in verschiedenen Kontinenten; nicht selten sogar in mehreren gleichzeitig. Jedes Land hat seine besondere Geschichte mit den ihm eigenen Herausforderungen, Möglichkeiten, Nöten und Leiden. Dennoch sind in allen Ländern die Sorgen und Hoffnungen der Menschen im Prinzip die gleichen, nämlich in Frieden, Gerechtigkeit und Sicherheit menschenwürdig miteinander und mit den Nachbarn leben zu können. Der Apostolische Nuntius, der nicht nur Diplomat, sondern zuallererst Priester und Bischof ist, ist vom Papst als den obersten Hirten der Universalkirche in einer besonderen Weise zu den Ortskirchen gesandt. Diese teilen in den einzelnen Ländern die Bedingungen, die Schwierigkeiten und Folgen der jeweiligen politischen, sozialen und wirtschaftlichen Verhältnisse. In ihnen hat der päpstliche Vertreter in enger Zusammenarbeit mit den Bischöfen den Sendungsauftrag der Kirche entsprechend seiner spezifischen Zuständigkeit zu unterstützen und zu fördern. Dieser besteht im Wesentlichen überall darin, „gelegen oder ungelegen (2 Tim 4,2) den Menschen die frohe Botschaft von Jesus Christus zu verkünden, ihnen die erlösende Liebe Gottes zu vermitteln und dadurch zugleich auch zu einem gerechten und friedlichen Zusammenleben in gegenseitiger Toleranz und Solidarität zu verhelfen. Auch die diplomatischen Pflichten und Bemühungen des Apostolischen Nuntius haben gemäß seinem kirchlichen Auftrag vor allem eine pastorale Ausrichtung. Sie zielen darauf ab, ein vertrauensvolles Verhältnis zwischen den staatlichen Autoritäten und der Kirche herzustellen. Sie sollen die hohen Werte der Gerechtigkeit, gegenseitiger Achtung und des Friedens im Lande und zwischen den Nationen fördern, die unverletzliche Würde und die rechte der Menschen schützen wie auch zu einer religiösen und sittlichen Erneuerung der Gesellschaft beitragen. Auszug aus dem Vortrag von Erzbischof Dr. Erwin Josef Ender bei der Gedenkfeier für Erzbischof Dr. Johannes Dyba (Fulda 23. Juli 2009)
Der Titel Nuntius bleibt bestehen auch wenn die betreffende Person das Amt nicht mehr ausübt. |
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Schuhe wie Handschuhe wurden von Weihbischof Johannes von Rudloff getragen . Bischofsweihe im Dom zu Osnabrück. Bischofsvikar in Hamburg
* 1897 +1978
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Pontifikal-Handschuhe haben auf dem Handrücken ein Kreuz. Die Manschetten zeigen eine in Pfeilform verlaufende goldene Linie, die an jeder Seite mit je 5 roten Rhomben (= 10) geschmückt sind. In der Mitte zum Betrachter befindet sich ein P, gekreuzt von Bischofsstab u. Kreuz |
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Pontifikal-Schuhe Elfenbeinfarbiges Leder mit Schnürsenkel und Ledersohlen. Werner Fischer gewidmet von Claus Pohl. Weihnachten 2010 |
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Rosenkränze
weitere Rosenkränze sehen Sie in unserer Rubrik "Ausstellungen / Rosenkranz Ausstellung"
Der Rosenkranz der katholischen Christen hat 59 Perlen.
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Der Rosenkranz ist für den Katholiken mehr als eine Perlschnur.
Er ist eine Gebetschnur, die all überall benutzt werden kann. Im Hellen wie im Dunklen, zu jeder Zeit und Stunde, laut oder stumm, in gesunden wie in kranken Tagen. Der Rosenkranz hat viele Namen und bietet viele Gebetsmöglichkeiten. Die Legende berichtet, dass die Gottesmutter Maria dem hl. Dominikus anno 1214 bei einer Marien-Erscheinung einen Rosenkranz überreicht hat. Der hl. Dominikus war ein Förderer des Rosenkranzgebetes. Das Glasbild in der Marienkirche zu Ahlen zeigt diese Szene, Entwurf und Ausführung DERIX, Kevelaer, 1902. (W.F.) |
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Ein Chorabschluß in der St. Aldegundis-Kirche zu Emmerich am Rhein erzählt von der Spende des Rosenkranzes an den hl. Dominikus durch die Gottesmutter.
Friedrich Stummel, Kevelaer (1850-1919) hat die Wandmalerei im Auftrag der Rosenkranzbruderschaft 1888 geschaffen. Dank an die Familie Kreutz in Emmerich für die Vermittlung des Bildes. |
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Rosenkranz Altar in Hasslach um 1900 Gebetsformen des Rosenkranzes sind schon seit dem 12./13. Jahrhundert bekannt. Der Rosenkranz hat in unserer Zeit durch die MARIENERSCHEINUNGEN in Lourdes und Fatima, wo die Gottesmutter dieses Gebet empfahl, großen Aufschwung erhalten. Weiter Informationen im Internet unter www.kirchenseite.de |
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Herzebrock ist ein Ortsteil der Gemeinde Herzebrock-Clarholz, Kreis Gütersloh, Westfalen. In der Pfarrkirche St. Christina in Herzebrock befindet sich ein Rosenkranzaltar (1902). Das Mittelbild stellt die Königin des Rosenkranzes dar, umgeben von 15 Medaillons, die das jeweilige Gesetz des Rosenkranzgebetes veranschaulichen. Zum Jahrestag der muslimischen Niederlage1572/73 wurde durch Papst Gregor XIII. das Rosenkranzfest als Gedenktag eingeführt, um die Fürsprache der Jungfrau Maria während der Schlacht zu unterstreichen. Der Tag des Sieges bleibt. Er ist ein katholischer Gedenktag unserer lieben Frau vom Rosenkranz. Dank an Pfarrer Hubertus Mersmann, Hövelhof (10/2015) für die Information. |
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Denken und Beten, sprechen zu Gott mit dem eigenen Wort, oder dem vorschrieben Wort, mit dem Gebetbuch, religiöser Literatur mit einer Bildbetrachtung, im Haus, in der Kirche in Gottes freier Natur sollte möglich sein. .
Ein Bild unterstützt die Fantasie des Beters und kann für das Gebet hilfreich sein.
Anders ist es beim beten mit dem Rosenkranz bei den vielen gedanklichen Möglichkeiten in den Bittansätzen.
Passt der Rosenkranz der Katholiken, eine Gebetsschnur eine Zählschnur noch in unsere Zeit? Hat der Rosenkranz und mit seinen Betern noch eine Zukunft bei den neuen Informations-Instrumentarien?
Das Gebet mit Hilfe des Rosenkranzes war während des Krieges und zu anderen Zeiten ein Hilferuf oder ein Dankgebet zum Herrgott oder auch zur Gottesmutter in schweren Stunden. Die Nöte und Sorgen aber auch die Freude der Menschen bleiben.
Schöne interessante gar antike Rosenkränze wandern in die Museen und werden als Zählschnüre der katholischen Christen und Ordensangehörigen bestaunt. Nur noch wenige Patres bewegen sich in der Öffentlichkeit im Habit angetan mit dem Rosenkranz.
Bei Volkswallfahrten wird noch der Rosenkranz gebetet wenn man ihn noch zur Hand hat.
Übrigens im katholischen kirchliche Kalender wird der Monat Oktober als Rosenkranzmonat genannt.

Zentral: Die Kreuzigung Christi. Jesus hängt am Kreuz, vom Betrachter aus gesehen mit dem geneigten Kopf nach links, mit Dornenkrone und Strahlenkranz. Der Körper Christi ist bekleidet mit einem Lendentuch, das an der linken Seite geknotet ist. Die Füße liegen über Kreuz, aus denen noch Blut rinnt.
Die Darstellung zählt in der Kunstgeschichte zu dem „Drei Nagel Typhus“. Der Kreuzstamm ist in im Boden versenkt und mit 3 Keilen fixiert. Das INRI Schild ist am Ende des Kreuzstamms befestigt.
Kreuz und Corpus werden Rückseitig farblich aufgehellt.
Links und rechts stehen die Mutter Gottes im blauen Obergewand mit betenden Händen und im gleichen Abstand zum Kreuz steht Johannes ein weißes Tuch haltend.
Im Bildhintergrund eine Ansammlung von Häusern (Jerusalem)
Dieses zentrale Bild wird umrandet von 18 kleineren Bildansichten.
An der linken Bildseite unten über dem Schriftbild:
Der Freuden Reiche Rose Kranz beginnen. Dann folgt der Bildaufbau von unten nach oben für die Gebetseinfügungen. Bitte fangen Sie mit der Betrachtung und den Gebetssätzen bildlich unten an

5. Gebetseinfügung:
den du, o Jungfrau, im Tempel wieder gefunden hast.
4.Gebetseinfügung:
den du, o Jungfrau, im Tempel aufgeopfert hast.
Tempel-Szene
3. Gebetseinfügung:
den du, o Jungfrau, zu Bethlehem geboren hast.
Geburt Christi mit Maria und Josef im Stall zu Bethlehem
2. Gebetseinfügung:
den du, o Jungfrau, zu Elisabeth getragen hast.
Die heilige Anna Mutter der Gottesmutter Maria und Elisabeth, eine Cousine von Maria war Elisabeth, die Mutter Johannes' des Täufers.
1. Gebetseinfügung:
den du, o Jungfrau, vom Heiligen Geist empfangen hast.
Der Engel überbringt die Botschaft der lesenden Gottesmutter Maria
An der rechten Bildseite unten über dem Schriftbild:
Der Schmerz Hafte Rose Kranz beginnen. Dann folgt der Bildaufbau von unten nach oben für die Gebetseinfügungen.
Bitte fangen Sie mit der Betrachtung und den Gebetssätzen bildlich unten rechts an

5. Gebetseinfügung
der für uns gekreuzigt worden ist.
4. Gebetseinfügung
der für uns das schwere Kreuz getragen hat.
3. Gebetseinfügung
der für uns mit Dornen gekrönt worden ist.
2. Gebetseinfügung:
der für uns gegeißelt worden ist.
1. Gebetseinfügung:
der für uns Blut geschwitzt hat.

Die 3 Bilder oberhalb der Golgotha Szene zeigen bildlich
die Dreifaltigkeit, den auferstandenen Christus und die Christliche Familie.

Die 5 Bilder unterhalb der Golgota Szene, mittig: Nach der Kreuzabnahme.
Der Verstorbene Gottessohn auf dem Schoss seiner Mutter (Pieta) v.l.n.r.
1. Die Heilige Maria Magdalena,
2. Der Heilige Antonius mit dem Jesuskind auf dem Schoss
3. Eine noch unbekannte Heilige mit Palmwedel in der Hand ?
4. Ein Schmied mit dem Hammer auf dem Amboss schlagend
der Heilige Eligius Schutz-Patron der Schmiede und international der
Goldschmiede auf der ganzen Welt.
Die nachfolgenden Rosenkränze befinden sich im Museum im Goldschmiedehaus.
| mit geschnitzten Holzperlen, Ø gut 6 mm und ca. 7,5 mm, ca. 45,5 cm lang
20. Jahrhundert. Kreuz, Metall mit eingelegten schwarzen Holzeinlagen. Kreuze mit Holzeinlagen gelten als Sterbekreuze und wurden den verstorbenen Besitzern bei der Aufbahrung im Sarg in die gefalteten Hände gelegt und mit begraben. Auf dem Kreuz ruht ein halbplastischer Korpus und ein INRI Schild. Die nachfolgenden Holzkugeln sind durch Metalldrähte, Ösen und Spiralen verbunden. Jede geschnitzte Holzkugel trägt jeweils im Rund sechs Blüten. Die Blüten zeichnen den Rosenkranz nicht nur optisch aus, sondern sie wirken wie Bremsen, wenn die Kugeln durch die Finger gleiten. |
| international, ca. 42 cm lang Das Kreuz ca. 4,5 x 2,5 cm, in barocker Art ist aus Metall. Der Korpus ist mit drei Nägeln befestigt und ruht auf einem weißen Untergrund. Am Fußende des Kreuzbalkens befindet sich eine runde Fassung mit Glasabdeckung, in der sich wahrscheinlich ein Relikt aus vergangener Zeit befunden hat. Der Titulus INRI ist vorhanden. Auf der Rückseite ist das Kreuz geprägt mit: TERRA CATACUMBA ROMA Zu Beginn der Gesätze befindet sich ein Metallplättchen in Wappenform. Das Halbrelief zeigt die Gottesmutter, darüber Weintrauben und Weinblätter. Rückseitig ein Blütenstab. Die farbigen facettierten Glasperlen reflektieren die fünf Erdteile. Eine Empfehlung: Bei den weißen Perlen denkt man an die Missionsgebiete von Europa, bei den roten Perlen an Amerika, bei den blauen Perlen an Australien und die Südsee, bei den gelben Perlen an Asien und den grünen an Afrika. Die Farbbestimmung der einzelnen Erdteile kann aber auch anders sein. |
| Das Kreuz ist aus Messing, Vorder- und Rückseite mit Holzeinlagen, gilt deshalb als Sterbekreuz. Der plastische Dreinagel-Korpus steht auf einem Suppedaneum=Fußgestell; Stütze unter den Füßen des gekreuzigten Christus. Darunter Totenkopf mit zwei gekreuzten Knochen. Die Bezeichnung "alter Adam" steht stellvertretend für die Heilsgeschichte des Menschen im alten Bund. In der Kreuzmitte befindet sich ein Strahlen- sowie ein Dornenkranz, die sich ebenso auf der Rückseite befinden. Der Titulus fehlt. Am Rosenkranz hängt eine Medaille aus Aluminium, auf deren Vorderseite sich ein Halbrelief der Mutter Gottes auf die Schlange tretend befindet mit der Umschrift: O MARIA SINE LA.....ORIGINALE CONCEPTA Rückseite: Zwei brennende Herzen, darauf der Buchstabe M - darin ein Querbalken, auf dem ein Kreuz steht. Die Umschrift: PATRONA SORORUM CHRISTIANAE CHARITATIS ORA PRO NOBIS ET PROTEXE NOS. Die Umschriften sind sehr abgegriffen, sodass die Buchstaben fehlerhaft sein können. Bei den durchbohrten Perlen handelt es sich um Elfenbeinbein (Bein?). Als Metall wurde Eisen verwendet. Der Rosenkranz wurde dem Museum im Goldschmiedhaus Ahlen von Frau Schockmann, Enniger, geschenkt. |
| mit 6 Gesätzen (ein Gesätz für die armen Seelen) aus roten Glasperlen und 7 Paternosterperlen
19. Jahrhundert, Schwäbisch Gmünd, Länge ca. 41 cm Buch: Sakrale Kunst Seite 150 |
| 20. Jahrhundert, Glasflüsse Das Messingkreuz hat eine Holzauflage (als Sterbekreuz zu benutzen). Der Dreinagelkorpus steht auf einem Suppedaneum. Der Kopf ist mit einem Nimbus umgeben, der auf einem Dreieck ruht. Der Titulus ist aufgesteckt. An dem Faden hängt eine Medaille, die den hl. Franziskus zeigt, wie er vor einem Kreuz betet, angetan mit Mönchskutte und Nimbus. Die Umschrift: S. FRANCISCE ORA PRO N. Die andere Seite zeigt die Gottesmutter mit ausgebreiteten Armen, auf einer Schlange stehend mit der Umschrift: MARIA SINE LABE CONCEPTA O. PRO NOBIS AD TE CONFUGIENTIBUS.Nach dem Kreuz folgt eine weiße durchbohrte Kugel. Zwischen zwei gerieften Kugeln befindet sich ein plastischer Totenkopf aus Elfenbein. Danach folgen weitere geriefte Kugeln, die jeweils zwischen 10 durchbohrten Glasflüssen angeordnet sind. Darüber befindet sich ein roter Glasfluß in Form eines geschliffenen Oktaeders und ein Messingring in Trauringform. Besitzer: Goldschmiedemeister Raphael Fischerher |
| 18. Jahrhundert, ca. 33 cm lang, soll aus Süddeutschland stammen und ist von hohem musealem Wert. An einem Siber vergoldeten, gekordeltem Trag-Ring, Ø ca. 43 mm, hängen an dem in einer runden Öse befestigten Faden 11 facettierte, durchscheinende, durchbohrte Karneolkugeln mit verlaufenden Durchmessern von ca. 12 mm bis ca. 20 mm. Dazwischen sind runde Ösen als Abstandshalter auf dem Faden aufgezogen. Die Öse dient als Aufhängung für einen ovalen Silber vergoldeten Anhänger, in dessen Rahmen ein Emailbild von ca. 59 x 74 mm gefasst ist, das auf der Rückseite von einer Schildpattplatte bedeckt wird. Das Bild in polygromem "Maleremail" zeigt vor einem aufgeschlagenen Vorhang den Evangelisten Lukas im Strahlenkranz, bekleidet mit einem rosa und blauen Gewand mit gelbem Umhang, mit der rechten Hand ein Buch haltend. Vor ihm steht ein Tintenfass mit Feder. Hinter seinem Rücken befindet sich ein Ochsenkopf = Evangelistensymbol. Es wird berichtet, dass Lukas ein guter Maler war und er den Auftrag von der Gottesmutter erhielt, sie zu malen. Lukas gilt als Patron der Ärzte, Chirurgen, Kranken, Goldschmiede, Glasmaler, Bildhauer, Sticker, Buchbinder, Metzger, der christlichen Kunst, des Viehs und des Wetters. Buch: Sakrale Kunst Seite 148 Lukas war Arzt in seiner Heimatstadt Antiochia. Er starb im Alter von 84 Jahren in Böotien. |
| Westfalen, 19. Jahrhundert, 24 cm lang
In einem gegossenen silbernen Siegel-Ring ist links ein heraldisches Wappen eingearbeitet. Erkennbar sind ein Geweih (Helmzier?) und die Buchstaben S H G und in einem kleineren Wappen die Buchstaben T S und ein doppeltes W. (Hofwappen?) Buch: Sakrale Kunst Seite 154 |
Petrus - Zehner - Rosenkranz - Gebet
von Bischof Dr. Franz-Peter Tebartz-van Elst
Vorösterliche Berufung
Jesus, der Petrus durch seinen Bruder Andreas zu sich geführt hat (vgl. Joh.1,35-42).
Jesus, der Petrus mit rettender Hand aus Angst und Kleinglauben befreit hat (vgl. Mt 14,22-33).
Jesus, den Petrus als Messias und Sohn des lebendigen Gottes bekannt hat (vgl. Mt16,13-16).
Jesus, der Petrus zum Felsen der Kirche berufen hat (vgl. Mt 16,17-20).
Jesus, der Petrus im Verrat Vergebung und im Schmerz der Liebe Umkehr eröffnet hat (vgl. Mt 26,69-75).
Nachösterliche Sendung
Jesus, der Petrus im reichen Fischfang als der auferstandene Herr erschienen ist (vgl. Joh 21,1-14).
Jesus, dem sich Petrus überantwortet hat: "Herr, du weißt alles, du weißt, dass ich dich lieb habe" (vgl. Joh 21,15-17).
Jesus, der Petrus seine Herde anvertraut hat und für den Dienst an der Kirche gürtet (vgl. Joh 21,18).
Jesus, der Petrus die Fesseln der Welt genommen hat, um die Freiheit des Evangeliums zu verkünden (vgl. Apg 12,6-19a).
Jesus, dessen Hingabe Petrus im Martyrium bezeugt hat (vgl. Joh 21,19).
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10 durchbohrte Kugeln - Aveperlen - aus Lapislazuli mit einem Ø von 12,5 mm bis 11 mm sich verjüngend und 11 offene Filigrankugeln sind auf einem 1 mm starken Silberdraht zu einem runden Armreif aufgezogen. Als Verschluß dienen zwei einfache Haken. Zwischen den beiden größten Lapiskugeln läuft beweglich an einer offenen Filigrankugel mit zwei Ösen ein gleichschenkeliges Kreuz. Beim Beten eines Rosenkranzes nimmt man zu Anfang das Kreuz in die Hand und beginnt mit dem Credo = Glaubensbekenntnis " ich glaube an Gott, den allmächtigen Vater ... Früher war es nicht schicklich, eine figürliche Darstellung von Jesus Christus am Kreuz anzufassen, deshalb findet man bei alten Rosenkränzen fast immer zwei Kreuze. Das erste Kreuz ohne Korpus nennt man bei historischen Rosenkränzen auch Credokreuz. Das Kreuz ohne Korpus ist bei diesem Armrosenkranz auf beiden Seiten gleich gestaltet. An den Fußenden hängt in Ösen eine kleine offene Filigrankugel. |
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Zehner Finger- Rosenkränze werden auch als Soldatenrosenkränze bezeichnet Die Trageigenschaften von Rosenkränzen sind sehr mannigfaltig. Der Fingerrosenkranz reiht sich bescheiden in die Vielgestaltung von Rosenkränzen ein. |
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Rosenkranz-Behältnis, silberfarben in Buchform. Prägung auf dem Klappdeckel: Christus mit Nimbus und Gabengestus an einem Tisch sitzend, auf dem Brot und ein Kelch steht (für Brot und Wein). An seiner Seite ein Jüngling (Johannes oder ein Erstkommunikant) die Hände zum Gebet geformt. Über allem schweben vier Engel mit je 2 Flügeln |
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Rosenkranz, Holzkugeln, auf Faden aufgezogen, Holzkreuz mit Metallkorpus, Rückplatte: Christus steigt aus dem Grab, darunter Engelchen |
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Hand-Rosenkranz für den Daumen, 11 schwarze Kugeln, silberfarbenes Kreuz mit aufgenietetem Korpus, siberfarbenes Mittelteil, Vorderseite: Muttter Gottes mit dem Jesuskind, Rückseite: Jesus Christus mit Strahlenkranz und Herz. |
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Rosenkranz-Ring, Silber, Kreuz beidseitig mit Korpus. Es thront auf einer Dornenkrone. 10 Kugeln sind in Abständen auf dem äußeren Radius der Dornenkrone befestigt. Bezeichnung: Soldatenrosenkranz |
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Rosenkranz-Ring, Silber, außen mit 10 Kugeln in Abständen angeordnet und mit einem Kreuz mit Korpus bestückt. |
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Rosenkranz-Ring, dem Museum geschenkt von Maria und Werner Blanz. Metall, Messing, eine Kreuzseite mit Korpus. Ein weiterer Rosenkranzring aus Aluminium wurde Werner Fischer am 5. April 2011 geschenkt. Bezeichnung: Soldatenrosenkranz |
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Tabernakel (lat. tabernaculum) bedeutet Hütte, Zelt.
Die Nomaden, auch die Israeliten wohnten in Zelten. Wenn die Herden die Weidegründe abgegrast hatten, bauten sie ihre Zelte ab und zogen weiter, um das Land zu erreichen, wo "Milch und Honig fließt". (Bibel 2.Moses.3.8.17)
In einem ihrer Zelte führten die Isrealiten ihr Heiligtum, die Bundeslade, mit, in der sich das "Allerheiligste" befand - die Gebotstafeln.
In den Kathedralen, Domen, Kirchen und Kapellen der katholischen Christen finden wir heute Aufbewahrungsorte für das "Allerheiligste", den Tabernakel . In ihm werden die Hostien aufbewahrt, die in der Messe in den Leib Christi verwandelt wurden. (gewandelt?)
Da im Katholizismus die Eucharistie zu den sieben Sakramenten zählt, nennt man den Aufbewahrungsort für das Allerheiligste auch Sakramentshaus.
Das Sakramentshaus wie auch der Tabernakel sind Orte der stillen Anbetung. Das Brennen des Ewigen Lichtes zeigt die Anwesenheit des Allerheiligsten im Tabernakel an.

"Abbild des brennenden Dornbusches"
so die Bezeichnung für einen Tabernakel, der nach 52 Jahren zum Ursprungsort Ahlen zurückkehrte.
Im Zuge der Erweiterung des St.-Anna-Hospitals in Hopsten wurde 1958 außerhalb des Krankenhauses eine Kapelle gebaut.
Der damalige Pfarrer Hubert Naendrup (1893-1974)von der Pfarrkirche St. Georg Hopsten erteilte dem damals 28-jährigen Goldschmiedemeister Werner Fischer in Ahlen den Auftrag, den Tabernakel, die Ewig-Licht-Ampel, sechs Kerzenleuchter und das Kreuz für den Altarraum zu entwerfen und zu erstellen.
Pfarrer Naendrup, ein eher konservativer Geistlicher, gewährte Werner Fischer bei allen Teilen freie Gestaltungsmöglichkeiten, ließ aber für das Kreuz mit Korpus keine sogenannte freie neuzeitliche Gestaltung zu.
Fischer's Grundidee zum Tabernakelwar die Erzählung vom brennenden Dornbusch und die Verkündigung der 10 Gebote. Diese seine Idee fand nicht nur die Zustimmung des Pastors, sondern auch des Kirchenvorstandes.
Als Mose seine Schafe und Ziegen durch die Steppe trieb, kam er an den "Gottesberg" Horeb. Dort erschien ihm der "Engel des Herrn" in einer lodernden Flamme, die aus einem Dornbusch schlug. Mose sah nur den brennenden Dornbusch aber es fiel ihm auf, dass der Busch von der Flamme nicht verzehrt wurde. Mose ging auf den brennenden Dornbusch zu. Als der Herr sah, dass Mose näherkam, rief er ihn aus dem Busch heraus an: "Komm nicht näher".
Idee und Ausführung des Tabernakels aus Hopsten
Die biblische Geschichte um den brennenden Dornbusch setzte Goldschmiedemeister Werner Fischer in Ahlen optisch in Edelmetall und Edelsteinen um. Ein zweitüriger Stahltresor wurde außen mit echten Silberplatten belegt und es entstand ein sicheres Gehäuse für die Aufbewahrung des Allerheiligsten in der neuen Krankenhaus Kapelle des St. Anna Hospitals in Hopsten.
Für die Tabernakel-Vorderseite schmiedete Fischer ein geometrisches Gitter, bestehend aus echten silbernen Vierkantstäben, die er waagerecht und senkrecht aufeinanderlötete, vergoldete, und in deutlichem Abstand zu den Flügeltüren anbrachte. Mit dem geometrischen Gitter wurde eine optische Distanz zwischen der göttlichen Botschaft "Komm nicht näher." und dem brennenden Dornbusch geschaffen.
Fischer fertigte 10 verschieden große rechteckige Silberplatten an, die mit cabochon geschliffenen synthetischen roten Rubinen in geschlossenen Fassungen geschmückt wurden.
Der Gedanke, dass nicht jedes der 10 Gebote für den gläubigen Menschen einen persönlichen Bezug hat oder auch keinen, wollte Fischer durch die unterschiedlichen Größen der Platten ausdrücken.
Die eigens für diesen Tabernakel geschliffenen feuerroten Rubine erinnern an die Flammen des brennenden Dornbusches auf dem biblischen Berg Horeb. Eine der zehn Platten ist mit einem Scharnier versehen zur Verdeckung des profanen Schlüssellochs, um den Gesamteindruck des Betrachters nicht zu stören.
Der Tabernakel war das Herzstück der Krankenhauskapelle zu Hopsten.
Als das Hopstener Krankenhaus seine Pforten für immer schloss und erdbodengleich gemacht wurde, wurde die Kapelle mit ihrer Innenausstattung vom Betreiber des Bernhard-Otte-Hauses in Hopsten übernommen. Nach geraumer Zeit wurde auch das Bernhard-Otte-Haus anderweitig genutzt, die Kapellenausstattung entfernt und dem Bistum Münster zugeführt. Über diesen Vorgang wurde Werner Fischer zufällig durch Hopstener Bürger informiert.
Fischer nutze 2010 die Gelegenheit, die von ihm gestaltete und angefertigte Kapelleneinrichtung - Tabernakel, der zwischenzeitlich auf dem Josefsaltar der St. Georgs-Pfarr-Kirche in Hopsten postiert war, die Leuchter, das Ewige Licht, das Kreuz mit vergoldetem Korpus - vom Bistum Münster zurückzuerwerben. Der Kirchenvorstand der St. Georgsgemeinde unter ihrem derzeitigen Pastor Johannes Söntgerath stimmten dem Antrag zu.
Somit stand dem Rückkauf glücklicherweise nichts mehr im Wege und der Tabernakel konnte dem Interreligiösen Museum im Goldschmiedehaus Ahlen zugeführt werden.
Nachtrag:
In den geräumigen katholischen Kirchen hat man selten die Möglichkeit, das Sakramentshaus, den Tabernakel, aus der Nähe zu betrachten, weil das Betreten des Altarraumes aus Sicherheitsgründen oftmals untersagt ist.
Im Interreligiösen Museum im Goldschmiedehaus Ahlen bietet sich nun die Gelegenheit, den Tabernakel aus nächster Nähe in Augenschein zu nehmen. Der Tabernakel ist 60 cm breit, 35 cm hoch, 50 cm tief.
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Am 4. Juni 2016 unternahmen die „Museumsfreunde der Abtei Liesborn“, deren Mitglieder auch Anni und Werner Fischer aus Ahlen sind, eine Fahrt nach Düsseldorf. Grund war der Besuch der ständigen Ausstellung der Kunstsammlung des Landes NRW im Museum K20, verbunden mit einer Führung durch eine Expertin.
Gleich in der 1. Halle faszinierten uns 3 Arbeiten von Piet Mondriaan, Amersfoort, mit seinen streng geometrischen Arbeiten mit rechteckigen Flächen und Linien.
Gedanklich erinnerten uns seine Arbeiten an den bereits Ende der 50er Jahre des 20. Jahrhunderts gefertigten Hopstener Tabernakel - ebenfalls mit seinen strengen geometrischen Linien. Der Tabernakel wurde im September 1993 im Museum Abtei Liesborn ausgestellt. Literatur „Vom Edelmetall zum Schmuck“ Seite 70 u.71
Auf die Andachtsbilder folgen weiter unten noch die Aquamanile.

Andachtsbild PIETA Email aus Limoges
Vorwort:
Limoges in Frankreich und Ahlen/Westfalen in Deutschland - könnte es zwischen diesen beiden Städten eine Verbindung geben? Besteht da vielleicht ein unsichtbares Netzwerk?
Laut Werbung verspüren viele Menschen ein Wohlgefühl beim Bad in einer Badewanne, hergestellt von der Firma Kaldewei in Ahlen in Westfalen, in Deutschland. Dieses Wohlgefühl wird durch viele Faktoren vermittelt u.a. auch durch die Beschichtung mit Email der ergonomisch geformten Wasserliege aus Stahl.
Lange bevor die Industrie diesen Werkstoff insbesondere für Haushaltsgegenstände nutzte, fand das Emailgeschirr den Weg in fast jeden Haushalt. Man kochte und brutzelte in emailbeschichteten Töpfen. Der jährliche
„Ahlener Pöttkes und Töttkenmarkt“ erinnert an die Haushalts-Email-Epoche. Pöttkes sind nur ein Segment. Von einer ganz anderen Dimension für Ahlen ist heute die Produktion von Gegenständen im Sanitärbereich, die mit Emails in phantastischen Farben ummantelt sind.
Was ist Email? Ein meist farbiger Glasfluß wird auf Metall als Schutzüberzug oder zur Zierde auf- oder eingeschmolzen.
„Die Geschichte des Emails kann nur im Zusammenhang mit der Geschichte der Goldschmiedekunst gesehen werden und man muß sie in der künstlerischen und kulturellen Gesellschaftsentwicklung der letzten drei Jahrtausende sehen“ schreibt Professor Dr. Eberhard Brepohl in seinem Buch „Emaillieren“.
Metallgegenstände mit Emails - besonders für den christlichen
Sakralbereich - präsentiert in den bedeutendsten Museen der Welt, legen Zeugnis ab von der Kunst des Emaillierens. Vom frühen Mittelalter bis heute ist Limoges in Frankreich das Zentrum der kunstfertigen Emailleure.
Im „Musée municipal de l`Evêché“ von Limoges kann man Kostbarkeiten der Emailkunst bewundern.
Jahrzehntelang begeisterten den Leiter des Interreligiösen im Goldschmiedehaus Ahlen, Werner Fischer, bei der Besichtigung von Museen in Amerika, in Europa, vor allem im Louvre, der Eremitage in St. Petersburg, im Victoria und Albert Museum in London und in anderen Schatzkammern mit Weltruf die Emailarbeiten aus Limoges.
Nun endlich gelang es ihm, ein solches kunstvolles Emailbild, welches im letzten Viertel des 15. Jahrhunderts in Limoges gefertigt wurde, nach Ahlen ins Museum zu führen.
Das 11,5 x 8,5 cm große Bild besteht aus Kupfer und ist emailliert mit Konteremail. Emailarbeiten aus Limoges sind erkennbar an den verschiedenfarbenen Blautönen.
Das Limousiner Emailbild zeigt eine sehr fein ausgearbeitete Pietá-
Darstellung.
Beschreibung der Darstellung
Die Szene zeigt eine grüne Waldlandschaft, vor der sich das Kreuz erhebt. Der senkrechte Kreuzbalken schließt oben mit einem waagerechten Balken ab. Dieses Kreuz entspricht nicht der Hauptform des christlichen lateinischen Kreuzes, sondern es wird als Tau-Kreuz vom griechischen Buchstaben Tau in T-form dargestellt. In der Literatur nennt man es auch Antoniuskreuz, welches erst im späteren Mittelalter in der Kunst Verwendung findet. So ist es zu erklären, daß sich die Kreuzdarstellung ohne Titulus bei dem Limousiner Emailbild wiederfindet.
Vor dem Kreuz sitzt die Gottesmutter mit Gloriole in blauem Übergewand, welches das mit traurigem Ausdruck dargestellte Gesicht umhüllt. Auf ihrem Schoß ruht der Leichnam Jesu Christi mit der Dornenkrone. Wundmale, Blutspuren zeichnen den Körper.
Man kann annehmen, daß eine der beiden Assistenzfiguren mit dem Heiligenschein Johannes ist, der Lieblingsjünger Jesu. Die rechts im gelben Übergewand dargestellte Person mit Heiligenschein, ein
(Salb?) gefäß tragend, könnte Maria Magdalena sein. Sie gilt als Zeugin des Todes, des Begräbnisses und der Auferstehung Jesu. Lukas 8,2; Markus 16,9. Maria Magdalena gilt als Sünderin und Büßerin.
Pietà (ital.) Barmherzigkeit, Frömmigkeit.
Marienklage, Darstellung der trauernden Mutter Maria mit dem Leichnam ihres Sohnes auf dem Schoß als Verkörperung des Mutterschmerzes.
Etwa im 13. Jh. entstand ein Andachtsbild, das bei der Vesper Beachtung fand. Das Vesperbild ist eine bildliche Darstellung im Nacherleben der Passion Christi. Die Vesper ist eine Gebetszeit am späten Nachmittag des scheidenden Tages und der anbrechenden Nacht. Das war die Zeit, die Stunde, in der am Karfreitag die Kreuzabnahme und die Beweinung Christi erfolgte.
Mitte des 14. Jahrhunderts entstehen zahlreiche Pietà-darstellungen in Europa. Das wohl bekannteste Vesperbild (ital.) vespro finden wir im Petersdom in Rom, eine Skulptur von Michelangelo aus dem Jahre 1499. Aus dieser Zeit stammt auch das neu erworbene Vesperbild im Ahlener Goldschmiedemuseum.
Das Gnadenbild der schmerzhaften Mutter von 1370 in der Wallfahrtskapelle in Telgte gehört sicher zu den bekanntesten Pietá-Darstellungen in unserer Region.
Zum Email:
Die Anwendung des Emails zur Verzierung läßt sich bis in das frühe Altertum verfolgen.
Die kirchliche Kunst des Mittelalters ließ meisterhafte Emails entstehen.
Die heutige Emailmalerei baut sich zum Teil auf dem älteren Limoges-Email auf.
Vor dem I. Weltkrieg (1914) sollen mehr als 40 Emailmaler in der Ahlener Emailindustrie tätig gewesen sein.
Das Email oder der Schmelz, schon im Altertum zur Erzielung farbiger Wirkungen an Metallgegenständen verwendet, ist nichts anderes als gefärbtes Glas.
Zur Herstellung von Email wird ein ganz besonders reiner Glasfluß mit bestimmten Eigenschaften genutzt.
Seine Hauptbestandteile sind kieselsäurehaltig: Reiner Sand, Quarz oder Bergkristall, ferner als sehr wichtiger Zusatz Bleioxyde.
Als färbendes Mittel dienen in der Hauptsache Metalloxyde der verschiedensten Metalle: Kupfer für blaue, Eisen für grüne, Gold für rote Töne usw.
Die Herstellung, die die Emailleure früher selbst vornahmen, geschieht heute in Spezialfabriken, welche eine fast unbegrenzte Farbauswahl bieten.
Alle Emaillen sind zunächst durchsichtig; undurchsichtig werden sie erst durch Zufügen von Zinnoxyd (Zinnasche), dessen kleinste Teile nicht schmelzbar sind und deshalb den Glasfluss undurchsichtig, und zwar milchweiß machen. Dieser mit Zinnoxyd behandelte Glasfluß bildet auch die Grundlage für alle „opaken“, d.h. undurchsichtigen farbigen Emaillen.
Literatur:
Sach-Wörterbuch zur Kunst des Mittelalters
Claudia List und Wilhelm Blum, Seite 210, Kreuzformen
Der Neue Brockhaus 5, 1968, Seite 220, Kreuze
Diebeners Handbuch der Goldschmiede, 1929 Seite 436 Das Emaillieren
Kirchliches Handlexikon, zweiter Band, Seite 499 1912
Lexikon für Theologie und Kirche 1936 Achter Band Seite 267-270
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Votivbild, deutsch 18. Jh., Silber, getrieben, ziseliert, punziert, Maße: 117 x 139 mm, keine Marken
Weihegeschenke sind Gott, einzelnen Heiligen und Kirchen darbegrachte Gaben und Opfer, um dadurch in gewissen Anliegen erhört zu werden oder auch für erlangte Gebetserhörung, besonders in Folge eines Gelübdes (ex voto = Votivgeschenke), Dank abzustatten.
Votiv- und Opfergaben sind als Mittel der Gottesverehrung und Danksagung schon seit Jahrhunderten bekannt. Sie nehmen in Wallfahrtskirchen und Klöstern einen besonderen Platz ein und sind sichtbare Zeichen von Gebetserhörungen.
Das Votivbild ist in der Mitte leicht gewölbt. Am oberen Ende ist eine Lochung mit durchgezogenem Ring angebracht. Von einem Zopfkranz umrahmt ist in der Bildmitte Maria mit ihrem toten Sohn plastisch dargestellt (Vesperbild, ital. Pieta). Maria sitzt vor dem Hintergrund des Kreuzes und hält den leblosen Körper Christi in ihrem rechten Arm. ZTu beiden Seiten Mariens stehen zwei Heilige: zur Rechten, mit einer Rüstung bekleidet, der heilige Erzengel Michael, den Drachen (Satan) tötend; zur Linken steht die jugendliche Gestalt eines Mannes, in eine Albe gekleidet, in seinen Händen einen Palmzweig und Buch haltend. Wegen dieser Attribute kann man davon ausgehen, dass es sich um den Märtyrer und Diakon, den hl. Stephanus handelt.
Da das Votivbild den Opfertod Jesu Christi darstellt, könnte die meisterlich ausgeführte Goldschmiedearbeit auch als Antependium gedient haben. Das Antependium (lat. = Vorhang) bestand meistens aus einem Vorhang oder aus kostbaren Goldschmiedearbeiten, die seit dem Mittelalter die Schauseiten des Altars verkleideten. Ihre bildlichen Darstellungen sollten Bezug nehmen auf Christus als Opfer, auf das Opfer Abels, Abrahams oder Melchisedechs.
Reste deuten darauf hin, dass die Rückseite des Votivbildes der besseren Stabilität wegen ausgekittet war.
Literatur Werner Fischer, Sakrale Kunst, Seite 158
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Klosterarbeiten, 18. Jh., rechteckiger, verglaster, vergoldeter Bilderrahmen,

ca. 175 mm breit und ca. 270 mm hoch, darauf ein aus Holz geschnitztes, barockes Ornament. Hinter dem Rahmen befindet sich ein Holzkästchen, das nicht zu öffnen ist.
Der Blick durch das Glas zeigt eine aufwendige Klosterarbeit. Die Rückwand ist mit braunem Samt belegt. Darauf ein gemusteter beigefarbener Stoff, bogenartig geschnitten, der einen goldfarbenen Strahlenkranz aus Stanniol aufnimmt. In den beiden oberen Ecken sind zwei lilafarbene, facettierte Schmucksteine angebracht.
Diese gesamte Komposition dient der Verherrlichung der Mutter Gottes, erkennbar durch ein gemaltes Gesicht, das mit braunem Samt ummantelt ist. Das Kleid lugt hervor, die beiden Hände liegen über kreuz und halten ein Blumenbukett, das von einem Schleier gehalten wird.
Darunter ein Schriftband ECCE MATER AMORIS - Et. DOLORIS - Siehe die Mutter der Liebe und des Schmerzes
Klosterarbeiten wurden u.a. von Nonnen in den Klöstern angefertigt und zum Verkauf angeboten. Nicht immer wurde der Verkaufspreis gefordert, sondern es wurde dem Käufer anheim gestellt, wie viel ihm das Bild wert ist und dieser Betrag wurde auch entrichtet.
So wurde durch den Erwerb von Andachtsbilder oder anderer religiöser Devotionalien der Alltag der Schwestern finanziell unterstützt.
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Aquamanile, wohl gotisch, ein Wassertransportgefäß, ein Krug, der sowohl privat im Haus als auch bei religiösen Handlungen benutzt wurde. Der Bronzegußgefäß hat eine Höhe von 205 mm.Auf drei Tatzen-Füßen steht ein bauchiger Krug mit Henkel. Oberhalb des Flaschen- Kannenhalses befindet sich ein Kopf mit dem Gesicht eines Bartmannes. Er wird auch als Bachuskopf bezeichnet. Oberhalb der Stirn befindet sich der Ausguss. Ein Deckel mit Scharniergelenk dient als Verschluß. Das Gesicht ist sehr ausdrucksvoll. Charakteristisch für Krüge dieser Art ist das Männergesicht mit starkem Bartwuchs, was auch dem Krug seinen Namen gibt.In einem heraldischen Wappenumriß liegt fast mittig ein waagerechter Kreuzbalken. Erwähnenswert sind die punzierten Zeichen und Buchstaben: |
Auf die Bibeln folgt weiter unten noch die Burse.
Bibel, Ledereinband, Maße 280 x 195 x 95 mm

Die Vorderseite des Buchdeckels zeigt mehrfach geprägte Rahmen in verschiedenen Ausführungen. Der innere Rahmen ist mit 4 Dreipaßecken ausgelegt, die ebenfalls bei der Gestaltung des Kreuzes an den Kreuzenden wiederkehren. Im geprägten Kreuz selbst begegnen wir einem zarten Golddruck mit floralen Motiven.
In der Kreuzachse befindet sich das Jesus-Kürzel IHS, lateinisch zu "Jesum Habemus Socium". In Wirklichkeit steht IHS für den griechisch geschriebenen Namen IHCOYC. Die ersten beiden Buchstaben Iota und Eta und das Schluss-S ergeben zusammen den Namen Jesus.
Der Buchrücken wie auch der lederbezogene Rückdeckel ist stark beansprucht worden, so dass nur einige in Gold gefaßte Buchstaben "Die Heilige Schrift" noch sichtbar sind.
Seite 1
Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luthers.
Durchgesehen im Auftrag der Deutschen Evangelischen Kirchenkonferenz.
Erste Auflage. Stuttgart. Privilegierte Württembergische Bibelanstalt, 1894.
Diese Bibel erhielten Anni und Werner Fischer zunächst als Leihgabe für das Museum im Jahre 1988 von
Joachim Pagenkopf, geb. 21.3.1915, gest. 16.4.2001 und seiner Ehefrau Regina Pagenkopf, geb. Finke, geb. 25.7.1912 gest. 31.5.2001.
Das Ehepaar Joachim und Regina Pagenkopf lebte in Ahlen. Nach der Pensionierung von Joachim Pagenkopf zog die Familie nach Bremerhaven.
Regina und Dr. Jürgen Pagenkopf wandelten die Dauerleihgabe in ein Geschenk für das Museum im Goldschmiedehaus Ahlen um. Danke.
Bibel - Die Heilige Schrift

Maße 28 cm hoch, Deckel ca. 19,5 cm breit, Buchrücken ca. 8 cm stark.
Goldschrift Die Heilige Schrift,
Schwarzes Leder mit Goldprägung (Kreuz)
Handschriftliche Eintragung:
Dein Wort ist meines Herzens Freude und Trost; denn ich bin ja nach deinem Namen genannt.
Jahreslosung 1952 Jeremia 15/16.
Die Bibel oder die ganze Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments nach der deutschen Übersetzung D. Martin Luther.
Durchgesehen im Auftrag der Deutschen Evangelischen Kirchenkonferenz
Kleinquart-Ausgabe Privileg. Württemb. Bibelanstalt, Stuttgart Verlag und Druck 1950
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Eine Besonderheit dieser Bibel ist, das vorab sich zum Eingang eine bebilderte Familien Chronik anbietet zu persönlichen Familien Eintragungen mit dem Text:
Ich aber und mein Haus wollen dem Herrn dienen.


Richard Otto Julius Pomerening
geboren am 15. März 1885
getauft am 16. März 1885
Geburtsort Darsow
Jungfrau Bertha Emilie Auguste Guse
geb. 04. Januar 1891
getauft 18. Januar 1891
Geburtsort: Ackerhof
Den Heiligen Ehebund geschlossen und sind am 01 November 1912 in der evang-lutherischen Kirche zu Lenzen durch den Pastor Koepenig getraut worden.
Trautext: Psalm 37,5
Mit Herzlichen Segenswünschen zum fleissigen Gebrauch und zur Erinnerung an den Tag der Trauung gewidmet von der Gutsherrschaft in Nawino (deutsch Naffin)
Herr Kawalec schreibt am 28. Oktober 2017:
„Die Bibel, die wir Frau Helga Gailus in Ahlen schenkten, hatte mein Schwiegervater Stanislaw Kawalec (Vater von Renata Brateus ) vor ca. 50 Jahren in einem Gebäude im Zentrum von Bialogard in Pommern, deutsch Belgard, gefunden.
Herr Kawalec lebt heute in Koszalin und hat die Bibel sorgfältig aufbewahrt.
Er ist mit der Weitergabe seines Namens einverstanden.“
Frau Helga Gailus bedankte sich für die Übersetzungen bei Wlayslaw Brateus in Koszalin.
Im Lutherjahr 2017 hegte Frau Helga Gailus den Wunsch, der ihr gewidmeten Bibel einen würdigen Platz im Interreligiösen Museum im Ahlener Goldschmiedehaus zu verleihen und schenkte sie Herrn Werner Fischer.
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„Die katholische Kirche in heutiger Zeit“ ein Buch von Peter Josef Hilmer ,
Aachen, den 15. August 1936
1. Teil: Die Katholische Kirche u. Papsttum
2. Teil: Papst Pius XI.
3. Teil: Die katholische Kirche in Deutschland - Das Konkordat,
4. Teil: Die Kirchenprovinzen und Bischöfe Deutschlands
5. Teil: Katholischer Glaube in Geschichte und im Leben
6. Teil: Das Gnadenleben in den hl. Sakramenten
Buchgeschenk einer Familie in Walstedde an Werner und Anni Fischer November 2017 für das Interreligiöse Museum im Goldschmiedehaus Ahlen
Auszug Buchseite 126 und 127 über den Bischof von Münster ….
Am 5. September 1933 endlich brachte der Draht die Kunde, daß der Heilige Vater im Einvernehmen mit der Preußischen Staatsregierung den Pfarrer von Galen zum Bischof von Münster ernannte.
An diesem Tage brach in Münster und im Münsterland ein wahrer Jubelsturm los: Graf Galen war ja kein Unbekannter, war verwachsen mit der Scholle seiner Heimat, hatte immer im Volke gestanden. Sie kannten ihn. Und was er selbst in seinem ersten Hirtenschreiben sagte, das traf vollauf zu: „Ich glaube, ich darf sagen, ich kenne euch und ihr kennt mich. Ich kenne nicht jeden einzelnen, aber ich kenne doch im allgemeinen das treukatholische Volk, das ich leiten soll. Ich kenne seine religiöse Lage, seine Vorzüge und Schwächen, seine Bedürfnisse und Gefahren ...“
Der Tag seiner Bischofsweihe, die der Kölner Erzbischof Kardinal Schulte unter Assistenz des Bischofs und Staatsrats Berning von Osnabrück und des Bischofs Bornewasser von Trier vornahm, war ein Festtag für Münster. In dem Fahnenwald der kirchlichen Vereine fehlten an diesem Tage bei diesem Fest nicht die Fahnen des Staates und die Abordnungen der SA. und des Stahlhelms. Ein verheißungsvoller Anfang für das vertrauensvolle Zusammenarbeiten des neuen Bischofs mit der neuen Regierung. *
Die erste Predigt des neuen Bischofs war eine Volkspredigt. Er sprach nicht von der hohen Warte, sondern einfach und schlicht begrüßte er seine Diözesanen mit dem Worte, das ein Landpfarrer bei seiner Einführung an seine Pfarrkinder richtete: „Ich komme zu euch auf den Lippen der Wahrheit, in der Hand den Segen, im Herzen die Liebe“. Gehorsam gegen den Papst, die vertrauensvolle Hingabe an die Leitung der hl. Kirche und die Weisungen des hl. Stuhles sollten ihm Leitstern und Richtschnur sein. So habe er es im Elternhaus gelernt und so wolle er es auch halten bis zu seinem letzten Atemzug.
Sein Wahlspruch heißt: Nec lauidibus, nec timore! Nicht Menschenlob, nicht Menschenfurcht sollten sein Bischofswirken bestimmen. So hat Bischof Graf Galen gewacht bis zur Stunde. Es war nie Gegnerschaft gegen den Staat, wenn er freimütig zu seinen Diözesanen sprach. Es war vielmehr Sorge um den Staat, dessen Fundamente durch den Gottesglauben erst unzerstörbar werden.
Die Staatstreue dieses Bischofs ist erhaben über jeden Zweifel. Klar und eindeutig waren seine Worte an den Ministerpräsidenten General Göring bei seiner Vereidigung: “In der pflichtmäßigen Sorge um das Wohl und das Interesse des deutschen Staatswesens werde ich in Ausübung des mir übertragenen Amtes jeden Schaden zu verhüten trachten, der es bedrohen könnte. Wenn man in unserem Volke den ererbten Christenglauben erschüttern würde, so ist das nach meiner heiligsten Überzeugung der größte Schaden, der es bedrohen könnte. Und wer das Vertrauen in das Manneswort des Führers untergräbt, der richtet furchtbaren Schaden an. Darum ist es meine Pflicht als vaterlandsliebender Mann, als deutscher Bischof, treu meinem Eide, in Ausübung des mir übertragenen Amtes mit aller Kraft solchem Schaden vorzubeugen...“
Das sind herrliche Worte eines Bischofs, der nichts anderes will, als das Glück des Volkes, die Größe des Vaterlandes und das Heil der Seele!

Als Burse wird die steife Stofftasche für die Aufbewahrung des Korporale bezeichnet. Auf das Altartuch legt der Priester bei der Gabenbereitung ein kleineres Tuch, das Korporale. Auf das Korporale wird bei der Eucharistiefeier die Hostienschale gestellt. Der Sammelbegriff für diese kirchlichen Textilien heißt „Paramente“.

Ciborium
Deutsch, Rheinland (Erzherzogstum Jülich)?, um 1700, Silber, innen vergoldet, getrieben, ziseliert, punziert, gegossen, montiert.
Maße: Höhe 220 mm, Durchmesser der Cuppa 82/94, mm Durchmesser des Fußes 100 mm
Marken: Stehender Löwe (im Oval), Rad
Das Ciborium ruht auf einem runden Fuß mit flach gewölbtem überkragendem Rand. Die godronierte Fußoberfläche wölbt sich über einer aufsteigenden Hohlkehle.
Die Balusterform des Nodus mit ornamentloser glatter Oberfläche fügt sich in die Gestaltung des Schaftes harmonisch ein. Auf diesen Schaft aufgesetzt ist die Cuppa des Ciboriums in niedriger, gestauchter Form.
Deckungsgleich verschließt ein Deckel mit sechseckig ausgestelltem Rand das Gefäß, mit dem es mit einem Scharniergelenk verbunden ist.
In der Formgebung folgt dieses barocke Ciborium der Gegenbewegung, dem „Schlichten Stil“, der sich innerhalb des barocken Stilempfindens ausgeprägt hatte.
Das Ciborium dient der Aufbewahrung des geweihten eucharistischen Brotes. Sein Name Ciborium (cyburium) leitet sich sowohl von der ägyptischen Lotosfrucht, einer becherförmigen Hülse ab, wie auch aus dem griechischen „kiborion“ (Gehäuse) und deutet gegenüber der Patene an, daß dieses Gerät mit einem Deckel fest verschließbar ist. Literatur: Sakrale Kunst v. Werner Fischer
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Ciborium, Düsseldorf, 2. Hälfte 19. Jh., Silber, vergoldet, gedrückt, gegossen, graviert. Amethyst, Granat
Maße: Höhe 343 mm, Durchmesser der Cuppa 121, Durchmesser des Fußes 164 mm. Marken: C.A. BEUMERS, DÜSSELDORF, 800, Rosenberg Band 3, 1873
Das Ciborium mit Deckel im Stil des Historismus ruht auf einem großen, runden Fuß mit getuftem Rand und hoher, unverzierter Zarge. Die glatte Oberfläche des Fußes, die zum Schaft hin rund ansteigt, ist mit floralen Gravuren verziert. Unter dem Sockel des runden und glatten Säulenschaftes hängt ein Rundbogenfries, der auf der Fußoberfläche aufliegt. Am oberene und unteren Ende wird der Säulenschaft von einem Runsdstab abgeschlossen; in der Mitte unterteilt ihn ein querovaler Nodus in zwei ungleichte Teile
Der Nodus ist reichlich durch Maßwerk mit eingefügten Blättern verziert. Sechs Rotuli aus edlen Steien in Chabochon-Form, die mit einem gedrehten Tau unterlegt sind, steigern die Ausdruckskraft des Nodus und setzen einen Kontrast zur schlichten Form von Fuß, Schaft und Cuppa des Cibiriums. Diese hat die Form einer Halbkugel mit glatter oberfläche. Vom glatten Säulenschaft trennt die Kuppa eine kleine Zwischenlegscheibe mit einem Rand aus gedrehtem Tau.
Den glatten Deckel ziert ein Zahnschnittrand. Zwischen Kehle und Wölbung der Deckeloberfläche fügt sich ein Rundstab ein und gliedert den Aufbau, der sich im Ausdruck bis zur Bekrönung hin steigert. Diese hat die Form eines secheckigen Turmhelmes, der am Fuß von einem runden Krabbenfries umgeben ist. Schinderlgravuren auf den Dachseiten, sechs Wimperge unterhalb der Spitze sowie das bekrönende Kreuz unterstreichen den Charakter eines kleinen Architekturmodeslles.
In der Nachahmung architektonischer Aufbauelemente in der Deckelbekrönung und im Nodus zeugt dieses Ciborium vom Stilempfinden des Historismus, das hier durch romanisierende und gotisierende Stilelemente eine Rückbesinnung auf alte, vergangene Werte zum Ausdruck bringen möchte.
Das Markenzeichen der Firma Conrad Anton Beumers, Düsseldorf, verbunden mit der soliden Verarbeitung des Ciboriums, qualifiziert dieses Werk zusätzlich als ein Produkt hoher Goldschmiedekunst des ausgehenden 19. Jahrhunderts.
Literatur: Stadtmuseum Düsseldorf, Der Goldschmied Conrad Anton Beumers, Düsseldorf 1987
Literatur: Werner Fischer, Sakrale Kunst, Seite 42
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Ciborium, Altena, um 1930, Silber, vergoldet, gedrückt, gegossen, graviert, Bauhaus-Stil
Maße: Höhe 294 mm, Durchmesser der Cuppa 137 mm, Durchmesser des Fußes 150 mm.
Marken: Silberstempelung für Deutschland seit 1888, Rosenberg Band. 2, Firmenzeichen der Firma Rentrop, Altena, (W. Scheffler, Goldschmiede Rheinland-Westfalen, Nr.39, Abb. 111)
Ciborium mit Deckel in betont schlichter, geometrisch klarer Gestalt des Bauhaus-Stiles.
Der die glatten Flächen betonende runde Fuß gliedert sich in kantige Stufen mit variierender Tiefe. Ringförmig baut sich so der Fuß als Fundament für den sechsseitigen Schaft auf, der oben und unten kongruent ist. Er wird von einem Nodus, der verhältnismäßig hoch unter der Cuppa ansetzt, in zwei unterschiedlich lange Teile gegliedert. Der Nodus ist als runde Platte gestaltet, die an der Ober- und Unterseite einmal gestuft ist.
Die Cuppa in Halbkugelform steht im Kontrast zu den vertikalen und horizontalen Linien des Ciboriums. Die glatte Oberfläche der Cuppa ist nur mit einer Zackengravur um den Schaftansatz verziert. Bedeckt wird sie von einem Deckel, der den Aufbau des Fußes wiederholt . Als Bekrönung ist dem Deckel ein Kreuz mit Stahlen auf einer Kugel aufgeschraubt. Am unteren Rand der Kugel wiederholt sich die Zackengravur der Cuppa.
Die einfache, auf wesentliche Formen reduzierte Gestalt des Ciboriuns ist der Ausdruck eines neuen Stilempfindens, das gegenüber den traditionellen Formen einen völligen Neuansatz gestalten möchte. Die klare Linienführung des Sakralgerätes ist mehr als bloße Äußerlichkeit, sie ist das Ergebnis einer angestrebten Einfachheit, hinter der der Wille zu einer Reform des christlichen Lebens und der Liturgie steht. Die fast ornamentlose Form des Ciboriums fordert vom Betrachter geistige Kraft und lenkt seinen Blick auf das Wesentliche und Ursprüngliche der Liturgie: auf das Sich-Öffnen des Gläubigen, durch dessen aktive Teilnahme am liturgischen Geschehen sich die Gegenwart Gottes im Menschen erfüllen will. Die von der Anschauung geprägte traditionelle Ausrichtung soll sich auf diese Weise zum kreisend-zentralen Aktionsablauf formen und die "Leibhaftigkeit des Wortes" zur Erfüllung bringen. Die formale Reduzierungen des Ciboriums betont diesen Vorrang der Personen und der liturgischen Handlungen vor den Dingen und Symbolobjekten.
Literatur: Werner Fischer, Sakrale Kunst, Seite 44
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Reise-Ciborium, Provisur-Pyxis, England (?) Ende 19. Jh., Silber,
teilweise vergoldet, mattiert, innen poliert, gedrückt, gegossen.
Maße: Höhe 87 mm, Durchmesser des Fußes 50mm, Durchmesser der Cuppa 47 mm, Marken: STERLING+, wappenähnliches Emblem, W. J. FEELEYOO
Die Zarge des Fußes schließt unten mit einem Verstärkungsring ab. Ein runder, gestauchter, querovaler Nodus unterteilt den Schaft in der Mitte. Oben und unten ist der Schaft durch einen Sockel bzw. durch ein Kapitell begrenzt.
Die Cuppa des kleinen Ciboriums wird von einer Halbkugel gebildet. Ein Rundstab legt sich am oberen Ende um den Rand der Cuppa und trennt einen kleinen, überstehenden Rand ab, der als Innenzarge verdeckt mit dem gewölbten Deckel schließt. Der Rand des Deckels ist gestuft.
Bekrönt wird das kleine Ciborium von einem Kreuz, das gleichzeitig als Knauf dient.
Literatur, Werner Fischer, Sakrale Kunst, Seite 86
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Ziborium aus dem Museum im Goldschmiedehaus Ahlen
Münster, um 1800, Höhe ca. 49 cm; Gewicht ca. 1550 Gramm
Das Ciborium wird das erste Mal außerhalb Ahlens in einem Museum präsentiert.
Material: Silber, getrieben, vergoldet.
Runder abgestufter Fuß, dekoriert mit Perlband und Weinlaub, der Schaft mit Blattrosetten und Perlband, das Zwischenglied mit Girlanden.
Die Cuppa ist dekoriert mit Weinlaub, der Lippenrand leicht ausgestellt mit Perlfries.
Gewölbter Deckel mit herunterhängendem Weinlaub, Perlrand und Blattrosette.
Ein Kreuz als Knauf.
Marken: Münsteraner Beschau (Scheffler, Rheinland Westfalen, Nr. 908)
Meistermarke: Franz Theodor Baltzer (Meister 1786-1834) (Scheffler,
Rheinland-Westfalen) Nr. 106
Ciborien-Kelch, etwa um 1800 angefertigt von Goldschmiedemeister Franz Theodor Baltzer (1786 - 1834) in Münster.
Aus Schmalenberg im Cölnischen gebürtig, trat er am 19. Dezember 1773 bei Hermann Henrich Osthues in die Lehre und wurde am
19. Dezember 1779 durch die Witwe seines Meisters ausgeschrieben.
Am 9. April 1786 wurde er Meister, 1810 wird er als vormaliger Gildemeister erwähnt, eine Würde, die er vermutlich seit 1805, seit dem Tode Jodoc(us) Henrich Heitgres bekleidet hat.
Lehrjunge war Baltzer 1773, Gesell 1779, Meister 1786.
Er ist nach der Abschaffung der Gilden gestorben.
Lehrjungen bei Balzer:
18. April 1786 Jacob Wienold Osthues, der am 18. April 1792 auslernte.
19. April 1789 Johann Bernhard Voerman aus Münster, der am 19. April 1795 auslernte.
20. April 1792 Clemens Middendorff, der am 20. April 1798 auslernte.
13. Dezember 1795 Carl Ludwig Nachtigall, der 11. August 1800 aus der Lehr gegangen.
6. Mai 1798 Franz Anton Erzenbach aus Münster, der am 6. Mai 1804 ausgelernt.
31. August 1800 Johann Creß von S. Mauritz, der am 31. August 1806 auslernt.
20. September 1801 sein Sohn Ludwig Anton Baltzer, der am 20. September 1807 auslernt
25. September 1803 sein Sohn Franz Anton Baltzer, der in der Lehr stirbt.
6. Oktober 1805, Joseph Lebhard aus Münster, der am 19. September 1809 entlaufen ist.
Erhaltene Arbeiten:
Löffel: Graf Droste Vischering, Erbdroste auf Darfeld
Text aus dem Buch "Die Goldschmiede-Gilde in Münster" von Prof. Dr. Max Geisberg, Direktor des Landesmuseums der Provinz Westfalen, Münster 1914.
Balzer, Franz Theodor, geb. April 1758 in Schmalenberg, gestorben am 25. Dezember 1835.
Erhaltene Arbeiten: Kaffeekanne, Silber, Kunstgewerbesammlung der Stadt Bielefeld
Suppenterrine mit Untersatz, Stadtmuseum Münster, erworben mit einem Zuschuß des Landes Nordrhein Westfalen
Seite 208, Nr. 107
Sonnenmonstranz, Franz Theodor Baltzer? Kath. Kirchengemeinde St. Jakobi, Coesfeld (noch nicht gesichert) gesichert am 17. November 1997 in Coesfeld mit Pfarrer Dieter Frintrop. Die Coesfelder Monstranz und dieses Ciborium weisen u.a. gleiche Galerien auf.
Seite 210, Nr. 108
Texte: "Gold und Silber aus Münster"
Meisterwerke Münsterischer Goldschmiedekunst vom 14. bis zum
20. Jahrhundert, Stadtmuseum Münster, 9. Februar bis 6. Juni 1993
Seite 208, Nr. 107
Es ist schon ein besonderes Ereignis, ein Ziborium für das Ahlener Museum im Goldschmiedehaus Fischer erwerben zu können, das nachweislich in Münster geschaffen wurde.
Das Museum im Ahlener Goldschmiedehaus dient auch den Seminarteilnehmern des Fortbildungszentrums der deutschen Juweliere, Gold- und Silberschmiede. Hier in Ahlen werden im Rahmen ihrer beruflichen Bildung junge Goldschmiede und Goldschmiedinnen auch an diesem meisterlichen Objekt Erfahrungen sammeln, um die beruflichen Kenntnisse und Fertigkeiten der alten Meister studieren zu können.
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In der evangelischen Kirche gibt es zwei Sakramente: Taufe und Abendmahl.
Beide wurden von Jesus selbst eingesetzt. In einer menschlichen Handlung wird die göttliche Dimension unseres Lebens sichtbar. Alltägliches Wasser wird durch die Verheißung Gottes in der Taufhandlung zu einem göttlichen Segen.
In der Taufe wird der Täufling in die Gemeinschaft mit Gott und in die christliche Gemeinschaft aufgenommen. Dies wird durch eine Taufurkunde bestätigt.
Becher, Kelch, Pokale sind Trinkgefäße
Becher von Bek franz. = Mund, Maul
Pokal von poculum oder boccale bocca = Mund
Kelch hat seinen Namen von der Gestalt, Blütenkelch
Pokal und Kelch unterscheiden sich vom (im?) Gebrauch
Der Kelch gilt als "Sakrales Gefäß"


Vorderansicht Rückansicht

Deckel
Trinkgefäß - Abendmahlskelch
Höhe ca. 24.8 cm mit Deckelaufsatz ca. 30 cm
Das Gefäß aus Silber ist in Deutschland angefertigt.
Das zeigen die sichtbaren Stempel (Punzierungen) im Fuß.
Seit 1888 (durch Bismarck) hat in Deutschland das Feingehaltsgesetz Gültigkeit. Gegenstände aus Silber müssen mit einer dreistelligen Zahl versehen werden. Das geschieht meistens mit einem gehärteten Eisenpunzen, der in die angefertigten Gegenstände eingeschlagen wird.
Die 3 Zahlen (Tausendstel) nennen den echten Silberanteil der Silberlegierung, da reines Silber für eine weitere Bearbeitung zu weich ist. Der Stempel 800 bedeutet, dass das Objekt 800 Teile reines Silber enthält und 200 Fremdteile, die aus Kupfer oder anderen Metallfremdteilen sein können.
Weitere eingeschlagene Stempel zeigen den sogenannten Halbmond für Silber und das Meisterzeichen oder Firmenzeichen des Herstellers, auch um bei Vergehen u.a. gegen das Feingehaltsgesetz gegen den Verursacher klagen zu können.
Warum die Punzierungen?
Als das Feingehaltsgesetz in Kraft trat, waren die Edelmetalle Gold und Silber gleichzeitig in Form von Münzen als Zahlungsmittel im Umlauf. 1888 hatte die 5 Mark-Münze ein Silbergewicht von 28 Gramm.
Nach dem ersten Weltkrieg wurden neue 5 Markstücke in Silber geprägt, die nur noch ein Gewicht von 14 Gramm hatten, bis dann auch die Silbermünzen eingezogen und durch ein Stück wertloses Papier ersetzt wurden. Wert ist heute nur die Zahl auf dem Aufdruck.
Das trifft nicht auf die Gedenkmünzen zu.
Weitere Information
Der runde Fuß ist in Silber getrieben und hat einen Durchmesser von 12,5 cm. Er vermindert seinen Durchmesser treppenartig und ist mit einem umlaufenden dekorativen UIUIUIUI Muster umrundet.
Der runde Sockel mit poliertem Rand weist etwa mittig ein getriebenes Bandelwerk auf. Vier C-Bögen auf der anschließenden polierten Fläche bilden die Verbindung zum aufsteigenden Nodus, der mit fünf Balustervasen geschmückt ist.
Danach folgt der Cuppa-Aufsatz in konischer Becherform, dessen Basis wiederum ein getriebenes Bandelwerk bildet - alles im Stil des Historismus.
Der Trink-Becher als solcher ist stark ornamentiert mit C-Bögen und Schnörkeln, wobei zwei Lorbeer-Kranzornamente die Gravurfelder umrunden. Sie weisen folgende Gravuren auf:
Ihrem Treuen Hirten Herrn Pastor Eduard Vogt 1854 - 1893
In herzlicher Liebe und Dankbarkeit gewidmet. Die Gemeinde Burscheid
Den Abschluß des Bechers bildet ein nach außen gestellter mit Ornamenten gravierter Lippenrand. Der Kelchbecher ist innen vergoldet. Es ist üblich, Silbergefäße, die mit Wein gefüllt werden, innen zu vergolden, da die Weinsäure Oxidation hinterlassen kann.
In der Evangelischen Kirche gibt es keine Bestimmungen für Gefäße, die bei der Abendmahlsfeier verwendet werden können.
Eine besondere Bedeutung nimmt der Deckel ein, ebenfalls innen vergoldet, mit einem bauchig gestalteten Ring, auf dessen Podest, thronend die ca. 10,5 cm vergoldete Figur Martin Luthers mit der Mönchskutte dargestellt ist. In seinen Händen trägt er die Bibel.
Das echt silberne Trinkgefäß ist ein Musterbeispiel des Historismus und befindet sich in hervorragendem Zustand.
Es ist ein Exponat der evangelischen Religionsgemeinschaft, welches die Sammlung des Interreligiösen Museums bereichert.



Taufe Buch , schwarzer Einband mit goldenem Kreuz:
Entwurf der Agende für die Evangelische Kirche der Union Zweiter Band, 1 Hälfte
Die kirchlichen Handlungen, Taufe, die Konfirmation, die Trauung, die Bestattung eines Erwachsenden, die Bestattung eines Kindes. In dem Buch als Anlage: Kirchliches Amtsblatt der Evangelischen Kirche von Westfalen III. Teil Bielefeld den 22. April 1064 und Auszüge aus der Agende II./2
Dem Museum gewidmet von einem Evangelischen Pfarrer.
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Evangelisch-lutherische Kirchen sind christlicheKirchen, deren Konfession sich auf die Bibel des Alten und Neuen Testaments und in Teilen auf die Dogmenbildung der Alten Kirche und auf die Bekenntnisschriften der evangelisch-lutherischen Kirche gründet, die im Zuge der Wittenberger Reformation von Martin Luther und anderen lutherischen Theologen, wie beispielsweise Philipp Melanchthon, verfasst wurden. Der lutherischen Konfessionsfamilie gehören etwa 74 Millionen Christen an.

Geschichte der Deutsch-evanglischen Heidenmission 1901
von Pfarrer Reinhold Gareis
Geschenk v. Frau Christel Grigoleit an das Interreligiöse Museum am 1. Juni 2014, dem Tag der Ausstellungs-Eröffnung
"Mit Gebetbuch und Posaune"
Das Buch mit 607 Seiten reflektiert die Geschichte der Deutsch-evanglischen Heidenmission in der Welt Anno1901 unterstützt durch Fotos und Karten.
Der in schwarz mit Goldschrift geprägte Umschlagdeckel zeigt u.a. in einem Kreis einen Kelch und ein aufgeschlagenes Buch und Blumen als Dekoration.
Auf dem unteren Buchdeckel sind zwei Portraits von jungen Einheimischen aus den Missionsgebieten dargestellt. Im Zentrum eine Kreuzdarstellung mit Kreis.
Die Landkarten sind in Farbe gedruckt.
Sanduhr Bibliothek-Uhr für die Lesezeit.

Bevor Johannes Gensfleisch, Rufname Gutenberg aus Mainz, den Buchdruck um 1450 erfunden hatte, wurden die Schriften aber auch noch danach von kundigen Personen (Mönchen) geschrieben, gemalt.
Bücher waren Kostbarkeiten und sehr teuer. Es gab Räume, Lesestuben, in denen Personen für eine gewisse Zeit in einem angeketteten, geliehenen Buch lesen und studieren konnten. Diese Zeit wurde mit der Sanduhr kontrolliert, bestehend aus vier Doppelglaskolben für eine Viertel-, eine Halbe- eine Dreiviertel-. und eine volle Stunde. Man kann davon ausgehen, dass für die Lese-Zeitdauer eine Gebühr erhoben wurde.
Die Sanduhr im Metallgehäuse mit den Glaskolben aus dem 16./17. Jahrhundert im Interreligiösen Museum in Ahlen ist, wie Vergleichsobjekte zeigen, zunächst als Kontrollzeituhr für den Lesenden einzustufen und diente später mit dem Standfußzusatz als Kanzelsanduhr.
Kanzelsanduhr für die Redezeit
Martin Luther *1483 †1546 war der theologische Urheber der Reformartion und ein wortgewaltiger Prediger. Die Gottesdienste in den Kirchen waren und sind bis heute in reformierter und lutherischer Weise sehr Wort betont.
Gottesdienste dauerten damals nicht nur Stunden, sondern konnten auch Tage dauern. Beispiel: Schloßkirche zu Wittenberg 1517.
Das war der Obrigkeit zuwider. Daher wurde durch ein Edikt bestimmt, dass auf jeder Kanzel in einer protestantischen Kirche sichtbar für die Kirchenbesucher eine Sanduhr zu stehen habe, die vier Zeiteinteilungen anzeigt, nämlich eine Viertel-, eine Halbe-, eine Dreiviertel- und eine ganze Stunde anzeigt.
Martin Luther selbst predigte stundenlang. Gleichzeitig monierte er sich über zu lange Predigten und empfahl "eine Stunde" als vernünftiges Maß.
Die Sanduhr im Interreligiösen Museum im Ahlener Goldschmiedehaus in Westfalen hat die Maße 625 x 320 mm.
Der Halter wurde später hinzugefügt, wie die Gravur dokumentiert:
Peter Padde und Ingri
Post dedit CGE 13. Marty 1704
Oberes Endeder Stange: Ein gegossener Strahlenkranz, in dessen Zentrum ein halbplastisches Sosnnen- oder Mondgesicht angeordnet ist. Darunter befinden sich Palmwedel, die phantasievoll und zugleich dekorativ verbunden sind. Oberhalb des Postaments befindet sich ein Totenkopf mit zwei Knochen, eine Darstellung als Erinnerung an Adam, den ersten Menschen, und an seine und die allgemeine Vergänglichkeit.
Die Bodenplatte mit den vier Befestigungsschrauben sind noch im Originalzustand. Einige Teile der Kanzelsanduhr waren damals versilbert oder vergoldet, wurden jedoch im Laufe der Zeit völlig abgerieben. Zum Glück sind die Original-Punzierungen (Stempel) noch vorhanden, durch welche ein solches antikes Objekt noch wertvoller wird. Es sind in je einem Wappen eine Krone und die Buchstaben EO und BO positiv in die Stange eingeschlagen.
Weitere Kanzelsanduhren befinden sich in Schweitnitz, im evangelisch-lutherischen Dom St. Marien zu Freiberg in Sachsen, im Mathematisch-Physikalischen Salon in Dresden, im westfälischen Lünern bei Unna (unvollständig), in Upsala in Schweden.
Diese Aufstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit
Ewig- Licht- Ampel
Die ewige Lampe, das Licht, das vor dem Allerheiligsten der katholischen Christen in den Gotteshäusern ununterbrochen brennt ist ein Kennzeichen des Ortes der Gegenwart Christi:
Ein Symbol der Liebe Jesu im Opfer und Sakrament.
Die jetzige kirchliche Vorschrift der Katholiken verlangt eine "ewige Lampe" nur vor dem Allerheiligsten.
Bei den Orthodoxen Christen finden wir in den Gotteshäusern eine große Anzahl von Hängeleuchtern

250 Jahre alte Lichtampel ist neu im interreligiösen Museum Ahlen
In katholischen und einigen evangelischen Gotteshäusern brennt ununterbrochen ein Licht vor dem Altar, das die Anwesenheit Christi symbolisiert. Es erlöscht nur an Gründonnerstag, Karfreitag, und Karsamstag, bis es in der Osterliturgie neu entzündet wird.
Oft sind diese Gefäße aufwendig gestaltet. Das trifft in besonderem Maße auf die Lichtampel zu, die Werner Fischer erworben hat. Sie wurde um 1750 angefertigt, ist 120 Zentimeter hoch und aus echtem Silber. Eine ziselierte Kranzfassung hält das rote Glas. Die Fassung ruht auf einem Gefäß mit einem Durchmesser von circa 30 Zentimetern. Darauf befinden sich drei Cherubim-Engelsköpfe, an deren Hinterköpfen sich jeweils eine Öse befindet. Darin sind wiederum die Ketten eingehängt, mit denen die Lichtampel an der decke befestigt wird. „Bemerkenswert ist vor allem der untere barocke, ziselierte Fries mit Blüten und Dekorelementen wie Rocaillen", erläuterte Werner Fischer.

Zu einer Kapellenausstattung gehörte auch diese "Ewig Licht Ampel".
Pfarrer Hubert Nadrup, Pastor in Hopsten, kannte den jungen Goldschmiedemeister Werner Fischer, der sich im Oktober 1951 in Hopsten selbständig gemacht hatte und ab 1953 auch in Ahlen tätig war. Er beauftragte ihn, Entwürfe zu erstellen für die Einrichtung einer neuerbauten Kapelle. Es sollten gefertigt werden: Ein großes Kreuz mit Korpus, das an der inneren Ostwand hinter dem Altar hängen sollte, ein Tabernakel, 6 freistehende Leuchter und eine Ewig Licht Ampel.
Die Entwürfe von Werner Fischer wurden angenommen.
Als Grundmaterialien dienten echtes Silber, Bronze, Messing, synthetische, muggelig geschliffene Rubine, rote Gläser.
An der linken Seitenwand der Kapelle im Altarbereich wurde das EWIGE LICHT angebracht.
Es ist ausgestattet mit einer unsichtbaren Glühbirne, die dann leuchtet, wenn sich die Eucharistie in Form der geweihten Hostie in der Kapelle befindet.
Oftmals ist das Ewige Licht in katholischen Kirchen eine von der Decke herabhängende runde Ampel.
Werner Fischers Idee war, das EWIGE LICHT als einen Wegweiser in Richtung Altar und zum Tabernakel zu sehen.
In den neunziger Jahren des vorigen Jahrhunderts wurde die Heilige Messe noch in der Trinitinischen Messe gefeiert. Der Priester stand oder kniete in der Kirche am Altar mit dem Rücken zu den Gläubigen.
Nach dem 2. Vatikanum stellte man einen zusätzlichen Altartisch in den Kirchen auf, so dass der Priester bei der Feier der hl. Messe nun seinen Blick auf die Kirchenbesucher richtet.
Das wegweisende EWIGE LICHT ist mit den vergoldeten lateinischen Worten geschmückt „LUMEN DE LUMINE AMEN“ (Licht vom Lichte, so sei es).
Das Licht kommt von Gott, der die Welt und damit am Schöpfungstag das Licht erschaffen hat. Die Farbe Rot bedeutet auch in unserem täglichen Leben „Stopp“.
Das gilt auch für den Altarbereich bei der Messfeier.
Das EWIGE LICHT befindet z.Z. nicht im Museum
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Ewige Lichter gibt es auch im Judentum in der Synagoge unter dem Namen "Ner Tamid".
Die Altarglocke
Die Verwendung einer Glocke in der Liturgie der Kirche ist das Ergebnis einer längerfristigen Entwicklung. Sie taucht nachweislich schon im 13. Jahrhundert auf und wurde erst im Zuge einer Ordnung und Festlegung der liturgischen Riten duch das Missale Romanum 1570 ein verpflichtender Teil der Messgräte.
Der Klang der Glocke signalisierte dem Gläubigen die Höhepunkte im Geschehen der Liturgie, so erklang sie beim Sanktus und dem Zeigegestus (Elevation) der Wandlung.
Ihr Autreten im 13. Jahrhundert ist ursächlich mit der Umformung des liturgischen Mahlcharakters der Messe verbunden, die zu einer geistig gedachten und nicht mehr vollzogenen Handlung wurde. Die Eucharistiefeier wurde zur Andacht, an der man auf dem Wege der Betrachtung teilhaben konnte. Das Signal der Glocke kündete dem Gläubigen, der sich räumlich und inhaltlich von der Messe distanziert hatte, von der Wichtigkeit der zu schauenden Handlung. Das Sehen war zum Ersatz für den Empfang der Kommunion geworden.
Die sehr kleinen Glocken waren entweder gegossen oder aus Eisenblech genietet. Die Herstellung geschah durch Erzguß in Lehmformen. Als Material fand Bronze, Eisen, Messing und heute auch Gußstahl Verwendung.
Die ältesten Formen sind die eines Bienenkorbes mit fast gleichmäßiger Breite. Danach erstand die Zuckerhutform mit kegelförmigem, sehr hohem Aufbau.
Die in der Regel aus Bronze erstellte Handglocke (Campanula) wurde in zwei Arten angefertigt. So sind einzelne Glocken mit Griff erhalten, aber auch Formen, in denen zwei bis drei oder mehrere kleine Glöckchen in einer großen Handhabe aufgehängt wurden (Zimbeln).
Literatur Werner Fischer, Sakrale Kunst Seite 78
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Glocke Altarglocke mit einem Innen-Klöppel Nürnberg (?) 16. Jahrhundert, Bronze, Gelbguß, Maße Durchmesser des Gehäuses 100-110 mm Altarglocke in Form eines schalenförmigen Gehäuses. Im Inneren sind drei Wallnußgroße Kugeln aufgehängt, deren untere Hälften in Krallen auslaufen. In den sich nach unten öffnenden Kugeln sind die kleinen Klöppel mittig aufgehängt. Die Wandungen des Gehäuses sind mit zahlreichen Durchbrüchen verziert: Tropfen, die zu einer Rosette um einen kleinen Stern angeordnet sind. Ein großer, in der Grundform rechteckiger Handgriff ist oben aufgeschraubt. Vergleichbare Exemplare werden vor allem in der Sammlung des Diözesanmuseums in Freising augbewahrt. (Persönliche Betrachtung des Verfassers) |
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Glocke, Altarglocke, Bronze, gegossen, mit 3 Schellen
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Auf das Gebetbuch folgen weiter unten noch die Glocken.
Gebetbuch
(Leihgabe)

HEILIGE ANKLÄNGE
Gebete für katholische Christen von J. S. ALBACH,
Priester aus dem Orden des hl. Franz v. Assisi
Dir, Vaterauge in der Höh', in Freud und Leid vertrauend - hab ich mit
Jesu überall bloß unbedingt das Flehen:
DEIN Wille nicht der meinige, soll stets an mir geschehen.
ACHTZEHNTE nach der vermehrten achten unveränderte Orginalauflage
mit 6 Stahlstichen,
Eigenthum von JOS. MÜLLER'S Erben
(Uibersetzungsrecht vorbehalten)
PESTH
1868
GUSTAV HECKENAST
I. Stahlst. gezeichnet v. Joh. Ender Stahlst. v. Jos. Benedict i. Wien
II. Stahlst. Joh. Ender del. Fr. Stöber se.
III. Stahlst. Joh. Ender del. J. Axmann se.
IV. Stahlst. gezeichnet von W. A. Rieder Stalst. von Dav. Weiss in Wien
V. gezeichnet von Rieder, gestochen von Axmann i. Wien
VI. Stahlst. Nach Tintorettos's großem Gemälde i.Venedig gez. v. J. Ender gest.v. J. Passini i.Wien
Maße: 16,5 x 10,5 x 2,5 cm, Vorder- und Rückdeckel (alte Beschädigungen durch Öffnen und Schließen sowie ein Eckenausbruch) Wasserflecken, Seitenrisse,
Der Rückdeckel ist aus lila Samt und mit einem Metall-Schild mit barockisierendem Rahmen versehen darauf die Prägung GEBETBUCH. Das Gebetbuch hat 2 ausdrucksstarke (Kreuz im Kreuz) Metallschließen mit Halterung, Scharnieren und Knöpfen.
Der Vorderdeckel zeigt in Elfenbein einen eingeschnitzten ovalen Rahmen, darauf einen gewundenen ovalen Dornenkranz, in dem sich ein geschnitztes Halbrelief als Brustbild „Jesus Christus mit Dornenkrone" befindet.
Heiligenbildchen in Kreuzform als Einlage.
Leihgabe von Axel Ronig, Juni 2009, (herzlichen Dank W.F.)
Die Besitzer und Beter:
Axel Ronig, Ahlen
Riza Ronig, geb. Mayweg (Mutter von Axel)
Theresia Mayweg, geb. Polak von Mürzsprung, (Großmutter von Axel Ronig)
Friedrich, Ignatz, Johann Polak, Edler von Mürzsprung geb. 6.5.1858, Feldmarschallleutnant in den Diensten der k.u.k. Monarchie in Wien, begraben auf dem Friedhof Rodaun bei Wien.
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Weitere Gebetbücher ab 1866 befinden sich in den Schubladen der Tabernakel - Konsole im Interreligiösen Museum.
Hausaltar, 19./20. Jh., Holz, Metall, versilbert,

ca. 358 mm hoch, ca. 280 mm breit und ca. 128 mm tief.
Auf einem dreistufigen, rechteckigen Holzaufbau steht ein Kasten mit einer Holzplatte als Abdeckung in den Maßen 225x105x10mm.
Der Aufbau erinnert den Betrachter an einen Altar. Als Antependium ist mit zwei Nägelchen ein versilbertes Metallschild befestigt, auf dem zu lesen ist, links beginnend:
MUTTER DES WELTHEILANDES und rechts BITTE FÜR UNS BEI DEINEM SOHN.
Zwischen den beiden Schriftblöcken befindet sich ein Wappenumriß, in dem ein bekröntes Mariagramm dargestellt ist. Im Zwickel des M befindet sich ein Kreuz in der Form des Eisernen Kreuzes.
Auf der Mensa sind drei gotisierende, versilberte Retabeln aufgesetzt.
Links und rechts des Mittelteiles zeigen zwei Retabel jeweils zwei musizierende Engel, links mit Geige und Lyra und rechts mit Horn und Laute.
Das Mittelretabel hat einen Spitzbogen mit der Umschrift: CHRISTUS IST UNSER FRIEDE und im Zentrum das Paxzeichen. Auf dem Spitzbogen thront ein Kreuz. Vor dem Mittelretabel steht auf einem Sockel die Gottesmutter Maria, auf den Armen das Jesuskind tragend, das den Reichsapfel in seinen Händen hält.
Die Rückseite bietet die Möglichkeit, eine sich im Sockel des Altars befindende Spieluhr mit dem Lied "Ave Maria" in Gang zu setzen.
Ein genaues Entstehungsjahr ist nicht vermerkt, jedoch läßt die Gestaltung der Figuren einen Hinweis auf die "Nazarener" erkennen.
Der Hausaltar wurde Werner Fischer zum 80. Geburtstag am 13. Januar 2010 geschenkt vom Bürgerschützenverein Ahlen.
Hausaltar mit Marienfigur mit Kind, Uhr mit Spielwerk, 226 - 10

Maße: 23 x 12, 5 cm, Höhe 57 cm, Maße der Uhr 66 mm Ø, 41 mm tief
Bildstock mit der Gottesmutter und dem Jesuskind, farbig glasiertes Porzellan, ist im Museum im Goldschmiedehaus in der Abteilung Volksfrömmigkeit ausgestellt.
Gehäuse aus Holz barockisiert, vergoldet, Stuckdekor
Im Giebeldach des Altars, getragen von gedrechselten Säulen, befindet sich die Uhr. Im Altarunterbau ein Walzenspielwerk mit Marienlied; Federantrieb über Schlüssel.
Text des Liedes: "Liebe Mutter, sieh zu Deinen Füßen uns, wie Kinder, treu versammelt, fleh'n, die wir Dich, o Königin, begrüßen und als uns're Retterin erseh'n; Gottes Strafe und Verderben droht. "
Der Originaltext des Liedes aus dem Gebetbuch "Weg zum Himmel" Nr. 205 lautet: "Liebe Mutter, sieh zu Deinen Füßen uns, wie Kinder, treu versammelt, fleh'n; die wir Dich, o Königin, begrüßen und als uns're Retterin erseh'n. Denn Dein Herz ist für uns voll Erbarmen, offen stets als Zufluchtsort uns Armen. Alles schließ es ein, wenn Angst und Not, Gottes Strafe und Verderben droht. "
In der ganzen Welt gibt es Orte, wo sich Menschen im Sinne einer guten Meinung treffen. Man besucht diese Orte allein oder in der Gemeinschaft, zum Beispiel in der Hoffnung auf Hilfe oder aber aus Dankbarkeit.
Wallfahrtsorte.
Neben den großen internationalen Wallfahrtsorten wie Santiago de Campostella in Spanien mit seinem Jakobsweg oder auch Lourdes in Frankreich, um nur zwei zu nennen, gibt es viele kleinere Wallfahrtsorte, die von Pilgern meist mit einem Fußmarsch in einem Tag zu erreichen sind.
Für die Ahlener Wallfahrer ist das neben Werl und Stromberg die alljährliche Wallfahrt zur "schmerzhaften Mutter" nach Telgte, die 1996 als Jubiläumswallfahrt zum 150. Mal stattfand.
Der Wallfahrer hat bei seiner Heimkehr oftmals ein Geschenk für die Daheimgebliebenen im Gepäck und übergibt es vielleicht mit den bekannten Worten, die übrigens auf jeden Wallfahrtsort anwendbar sind: "In Telgte hab' ich an Dich gedacht und Dir dies` Andenken mitgebracht".
Einen solchen Weg könnte auch ein Wallfahrtsandenken gemacht haben, das sich heute im Museum im Ahlener Goldschmiedehaus Fischer befindet.
Es ist ein kleiner, aus Holz geschnitzter Hausaltar, ca. 57 cm hoch, teils mit Blattgold belegt und mit religiösen Motiven als Stuckarbeiten dekorativ verziert. In der Mitte des Altärchens steht eine farbig bemalte Porzellanfigur, die Gottesmutter mit dem Jesuskind. Diese Figur soll eine Miniatur eines Gnadenbildes in Schlesien sein.
Im Giebel des Daches, das von gedrechselten Säulen getragen wird, befindet sich eine Uhr.
Bei der Gestaltung dieser Uhr verfolgte man zwei Ziele. Der Blick auf die Uhr sollte gleichzeitig den Blick auf die Mutter Gottes mit dem Jesuskind richten. Wer einmal eine Wohn- oder Küchenuhr zur Reparatur gegeben hat, kann bestätigen, wie oft man im Unterbewußtsein auf die kahle Stelle schaut, um die Zeit abzulesen.
Beim Einzug der Ahlener Prozession der Pilger in die St. Clemens-Kirche zu Telgte wird das Lied gesungen: "Viel' Deiner Schäflein sind nun angekommen, Sünder und Büßer wie auch viel Frommen, Gnaden zu suchen beim göttlichen Sohn, hier vor Marie hochheiligem Thron.
Fast alle Wallfahrtsorte haben ihre eigenen Lieder. Auch das schlesische Wallfahrtsaltärchen ist ausgestattet mit einer Spieluhr, die das dortige Marienlied abspielen kann.
Während einer Rundfunkreportage aus dem Ahlener Museum im Goldschmiedehaus bat Werner Fischer die Reporterin, diese Melodie einmal über den Äther zu schicken in der Hoffnung, daß ein Hörer sich melden würde, dem das Lied bekannt ist. Tatsächlich, er hatte Glück. Zwei Damen meldeten sich, die nach mehrmaligem Abspiel der Melodie eindeutig das Marienlied aus Schlesien wiedererkannten. Allerdings stellte sich ein Kuriosum heraus. Die Walze der Spieluhr hat einen zu kleinen Durchmesser, sodaß nur Anfang und Ende des Marienliedes wiedergegeben werden können, nicht die ganze Melodie.
Leider ist bis heute nicht bekannt, wo sich der Wallfahrtsort in Schlesien befindet.
Vielleicht erkennt jedoch einer der älteren Schlesier das verkleinerte Wallfahrtsbild der Mutter Gottes mit dem Jesuskind in der Abbildung wieder.
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Die Fistula, ein liturgisches Gerät meist aus Silber in Form eines Röhrchens, das in der kath. Kirche während des Kommunizierens benutzt wurde, indem der Priester oder auch der Gläubige nach der Wandlung aus dem Kelch den gewandelten Wein saugte.
Nach der Liturgiereform 1970 findet die Fistula keine Verwendung mehr.
Das Interreligiöse Museum im Goldschmiedehaus Ahlen hält Ausschau nach einer Fistula.

Deutsch, Mitte 16. Jh., Silber, vergoldet, getrieben, ziseliert, graviert und punziert.
Maße: Höhe 185 mm, Durchmesser der Cuppa 89 mm, Durchmesser des Fußes 117 mm.
Marken: Beschauzeichen bisher nicht identifizierbar Meistermarke „CB“
Kelch mit Sechspaßfuß und daraus herausgetriebener Sechspaßrosette.
Die Oberfläche des Fußes erhebt sich schnell zum sechsseitigen Schaft, an dessen Fuß unter einer sechseckigen Platte ein Fries aus Blattwerk hängt. Der einfache, polygonale Schaft wird in der Mitte von einem großen Nodus mit rautenförmigen Rotuli in zwei Hälften geteilt. In die glatten Rotuli sind auf der Schauseite die gotischen Buchstaben
„MARIAH“ eingraviert.
Die große glockenförmige Cuppa läuft konisch zu und ruht auf einem kleinen Korb, der das Blattornament des hängenden Frieses am Fuß in variierender Form wieder aufgreift.
Gegenüber der in der Gotik üblichen trichterförmigen Gestaltung der Cuppa ist die umgekehrte glockenähnliche Form eher dem Zeitalter des Barocks zuzuordnen.
Innerhalb der Gruppe der Sakralgeräte (vasa sacra) besitzt der Kelch (lat. calix) eine besondere herausragende Rolle. Zusammen mit der Patene steht er in der Ordnung der liturgischen Geräte an erster Stelle, weil er das ursprünglichste und dem Vollzug der sakramentalen Mysterien unmittelbar dienende Gerät ist.
Literatur: Sakrale Kunst von Werner Fischer Seite 18/19.
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Kelch, Griechenland, um 1900, Messing, Kupfer, vergoldet, gegossen, getrieben, ziseliert, punziert, bemalt.
Siehe: Orthodoxe Kirche.
Maße: Höhe 307 mm, Durchmesser der Cuppa 108 mm, Durchmesser des Fußes 190 mm, Marken: keine.
Kleine Cuppa, Griechenland, um 1900, Messing, vergoldet, getrieben, ziseliert, punziert, bemalt.
Maße: Höhe 153 mm, Durchmesser 152 mm, Marken: Meistermake "ARO" (verschliffen)
Der Kelch wird bestimmend geprägt durch den großen runden Fuß. Die Wölbung des Fußes erhebt sich über einem glatten Stehrand, der in abgewandelter Weise die Form des Achtpasses mit ausgezogenen Ecken aufnimmt. Zwischen Stehrand und Wölbung legt sich ein breiter Schnurfries. In die Wölbung des Fußes sind vier ovale Medaillons vertieft; in sie hineingesetzt sind die gegossenen Darstellungen der vier Evangelisten mit dem Attribut des Buches und ihren Symbolen. Der Hintergrund ist mit Strahlen geschrotet. Zwischen den Medaillons schmücken ziselierte Rankengehänge auf punziertem Grund die Wölbung des Fußes.
Der Übergang vom Fuß zum Balusterschaft mit doppeltem Nodus ist unvermittelt. Den Hauptnodus zieren vier Maskarons, die stark abgeschliffen sind.
Die Cuppa ruht in einem großen Korb, der die Ornamentik des Fußes wieder aufnimmt. Die vier Medaillons sind bemalt und zeigen in orthodox kanonisierter Stilistik Johannes des Täufer, Maria mit Maphorion, Jesus als Pantokrator mit Weltkugel und Segensgestus sowie Speer und Schwammstock diagonal vor dem Kreuz. Den Abschluß des Korbes bildet ein eingefaßter, gewellter Perlstab. Der Lippenansatz ist stark geschweift.
Bildprogramm und Gestaltung weisen diesen Kelch deutlich als Zeugnis orthodoxer Frömmigkeit aus. Die ausgewählten Motive stehen in einem engen Bezug zum Heilsgeschehen. Die Darstellung der vier Evangelisten sowie ihre Symbole zeugen von der stark auf Christus hin orientierten Glaubensaussage der Kelchgestaltung. Die Symbole der Evangelisten sind in erster Linie Sinnbilder der Heilstat Jesu Christi (geflügelter Mensch = Menschwerdung,
geflügelter Stier = Opfertod
geflügelter Löwe = Auferstehung
Adler = Himmelfahrt).
Die weitausladende große Cuppa des kleinen Kelches ist auswechselbar mit Fuß und Ständer des Kelches aus der gleichen Zeit. Gegenüber der kleinen Cuppa mit stark geschweiftem Rand ist die Cuppa des Speisekelches mit glattem Rand geformt und konisch zulaufend.
Literatur, Werner Fischer, Sakrale Kunst, Seite 34
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17. Jahrhundert, Messing, vergoldet, getrieben, gegossen, ziseliert, tremoliert
Maße: Höhe 206 mm, Durchmesser der Kuppe 80 mm, Durchmesser des Fußes 127 mm
Marken: Eingraviertes "N" unter dem Fuß
Schlichter Kelch mit glockenförmiger Kuppa ohne Korb.
Die glatte, ornamentlose Ausformung der Kuppa bildet einen Kontrast zum typisch barocken Nodus in Form einer Balustervase mit drei Spiegelkartuschen, die von Akanthusranken umrahmt sind.
Die barocke Formgebung der Kuppa und Nodus steht in einem Spannungsverhältnis zum gotischen Stil des Sechspaßfußes. Der Sechspaßfuß mit überkragendem Rand und herausgetriebener Sechspaßrosette hebt sich zum sechseckigen Schaftsockel auf. Der Wölbungsrand ist tremoliert. Zwischen dem Fuß- und Kranzgesims des Sockels sind die Buchstaben "MARIAH" eingraviert.
Die Einbindung Marias in den Zusammenhang des Abendmahlgeschehens verdeutlicht die Auffassung von der Eucharistiefeier als liturgische Handlung, die das gesamte Heilswerk Jesu Chrisi und seine Person in verdichteter Weise repräsentiert.
Literatur: Sakrale Kunst von Werner Fischer Seite 20/21.
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Ahlen gedenkt der Blindenheilung durch St. Liudger
Dokumente der Erinnerungskultur
23. Okt. - 24. Nov. 2005
Im Interreligiösen Museum im Goldschmiedehaus Ahlen
Der originale Ludgerus-Kelch, befindet sich in der
Abteikirche der Schatzkammer in Essen Werden,
Ein Replik des Ludgeruskelches befindet sich im seit 2005 im Interreligiösen Museum im Goldschmiedehaus Ahlen
Zur Feier der Eucharistie nimmt der Kelch, der Trinkbecher, einen besonderen Rang ein. Wegen seines erhabenen Dienstes bedarf der Kelch nach uralter Bestimmung der Konsekration durch den Bischof.
Der Kelch ist von hohem historischem Rang und gilt als eines der ältesten eucharistischen Trinkgefäße des Abendlandes, der älteste Kelch Deutschlands von zeitlos-edler Form. Er stammt aus dem 8. Jh. und diente dem heiligen Ludgerus, Täufling des heiligen Bonifatius, als Reise-Missionskelch. Es ist anzunehmen, dass der heilige Ludgerus bei seiner Visitationsreise in Ahlen mit diesem Kelch das heilige Mahl feierte.
Der Kelch hat auf der Cuppa die Umschrift "Agitur haec summus pocla triumphus".
(In diesem Becher vollzieht sich der höchste Triumph) und am Rande des Fußes:
"HIC CALIX SANGVINIS DNI NRI IHV XPI" in der Übersetzung:
"Dies ist der Kelch des Blutes unseres Herrn Jesus Christus".
Am Sonntag, dem 10. April 2005 feierte Weihbischof Friedrich Ostermann in
St. Bartholomäus in Ahlen einen Gottesdienst aus Anlaß des historischen Jahres.
Auf dem Zelebrationsaltar stand auch ein Nachguß des sich in der Abteikirche zu Essen Werden befindlichen Ludgeruskelches, der sich nun im Museum im Ahlener Goldschmiedehaus befindet.
Schon in romanischer Zeit wurden die Reisekelche auch als Funeralkelche verwand, die den Bischöfen und Priestern mit ins Grab gegeben wurden.
So hat Ahlen eine fassbare und damit sichtbare Erinnerung an den heiligen Ludgerus und seine Blindenheilung in Ahlen.
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Kelch, Breslau, frühes 20. Jh., Silber, vergoldet, gedrückt, ziseliert.
Maße: Höhe 226 mm, Durchmesser der Cuppa 107 mm, Durchmesser des Fußes 136 mm, Marken: Meister- und Firmenzeichen "Hoeptner u. Comp Breslau I"
Rosenberg Band 3, 2 - Silberstempelung für das deutsche Reich nach dem Gesetz vom 1.1.1888.
Kelch mit gewölbtem runden Fuß, der sich aus drei leicht konvex gewölbten Stufen aufbaut.
Während die unterste Zone ornamentlos gehalten wurde, ist aus dem mittleren Ring das dreimalige Sanctus herausziseliert worden; die Schriftzüge sind durch geschwungene Weinranken verbunden. Die obere Zone aus abstrakten Formen leitet über zum runden Schaft, der sich zum hochsitzenden Nodus stark verjüngt.
Der Nodus ist in der Form eines kleinen flachen Zylinders gestaltet. Seine Seiten zieren das dreimalige Christusmonogramm (Chi-Rho) in einem Quadrat, verbunden jeweils durch eine parallele Linienstruktur sowie durch eine Perlschnur.
Vom Nodus erweitert sich ein kurzes Schaftstück zur Cuppa des Kelches. Diese ist ornamentlos in kugeliger Form gestaltet.
Literatur: Werner Fischer, Sakrale Kunst, Seite 32
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Kelch, Frankreich, 2. Hälfte 19. Jh., Silber, vergoldet, gegossen, gedrückt, graviert.
Maße: Höhe 250 mm, Durchmesser der Cuppa 108 mm, Durchmesser des Fußes 158 mm. Marken: Meistermarke "BN", Rosenberg Band 3 5919/Rosenberg 3 5919 - Ausfuhrstempel der franz. Departements seit 1879 (Bürokennzeichen unkenntlich), Rosenberg Band 3 7894 - Einfuhrstempel Österreich 1902-1921/2
Die Cuppa des Kelches läuft in glatten Wandungen konisch zu. Der polierte Rand der Cuppa ist von der mattierten Oberflächengestaltung des Kelches abgehoben. Unterfangen wird die Cuppa von einem Korb aus Filigranarbeit und sechs Medaillons mit gravierten Heiligendarstellungen: S. Bartholomäus, S. Jacobus, Majr., S. Petrus, S. Simons, S. Philippus und S. Mathias.
In den Zwickeln der lanzettförmigen Medaillons fächern sich Weinblätter und Weintrauben.
Der hohe, sechseckige Schaft, der am oberen und unteren Ende mit Fuß- und Kranzgesims ausgestaltet worden ist, fügt sich als ein architektonisches Aufbauelement in die Figur des Kelches ein. Der abgeflachte runde Nodus ist mit Vierpassrotuli verziert. Auf die sechs Schauseiten der Rotuli sind die Buchstaben JESUS und ein Kreuz auf punziertem Grund aufgebracht. Ornamentale Ziselierungen und Filigranverzierungen fügen sich harmonisch in das Gesamtbild ein.
Die Fußgestaltung nimmt das gotisierende Stilelement des Sechspassfußes mit ausgezogenen Ecken auf. Die Zarge des Fußes ist mehrfach gestuft. An der Vorderseite ist ein kleines Kreuz aus blauem Email aufgeschraubt. Die zum Schaft hin ansteigende Oberfläche des Fußes ist mit aufgeschraubten Filigranverzierungen und lanzettförmigen Medaillons gestaltet. Vergleichbar mit der Korbverzierung, zeigen die gravierten Medaillons Darstellungen von Heiligen: S. Paulus, S. Andreas, S. Thomas, S. Thaddäus, S. Barnabas und S. Jacobus Minr. Zwischen den Medaillons fächern sich Fruchtgehänge aus Weintrauben und Weintraubenblättern.
Die deutlichen gotisierenden Stilelemente sowie die solide Verarbeitung des Materials qualifizieren diesen Kelch als eine Goldschmiedarbeit aus der zeit der Neugotik, die den Geist der vergangenen Epoche der Gotik wiederbeleben wollte. In der Auswahl des theologischen Bildprogramms zeigt sich jedoch die innere Entfremdung von der Spiritualität der Gotik; die Gestaltung des Kelches wird zum rein formalen Zitat.
Literatur: Werner Fischer, Sakrale Kunst, Seite 30
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Kelch, Prag oder Wien, 1864, Silber, vergoldet, getrieben, ziseliert, punziert, graviert.
Maße: Höhe 243 mm, Durchmesser der Cuppa 120 mm. Durchmesser des Fußes 182 mm. Marken: Beschauzeichen Prag (1814-1866) Rosenber Band 3, 9324) oder Beschauzeichen Wien (1810-1866 Rosenberg Band 3. 7861), Meistermarke verschliffen.
Der große, wuchtige Kelch baut sich auf einem massiv wirkenden Sechspassfuß auf. Die breite Zarge des Fußes ist mit ziselierten Quadraten verziert, aus denen wiederum liegende Kreuze herausgetrieben worden sind.
Die Oberfläche des Fußes schmücken sechs Maßwerkmedaillons in Form von Vierpässen auf geriffeltem Grund. In diese eingefügt sind abwechselnd das Motiv des Kreuzes sowie das Motiv einer Vierpassrosette; in einem Feld steht die Jahreszahl 1864.
Umrandet wird der Sechspassfuß von sechs Schriftrollen, auf denen eine Inschrift in lateinischer Sprache eingraviert ist: "calicem salutaris acccipiam et nomen domini invocabo". (Ich will den Kelch des Heiles empfangen und den Namen des Herrn anrufen.)
In den Zwickeln der Vierpässe und auf den Profilleisten, die die Fußoberfläche unterteilen, verlebendigen Blätter und Blattranken das Erscheinungsbild des Kelches. Den sechseckigen Schaftsockel und den Schaft prägen architektonische Naturelemente: den breiten Sockel mit Kranzgesims verschönern sechs vorgesetzte Giebel mit bekrönenden Kreuzblumen, darunter jeweils in Profilansichten die Darstellung von Männerköpfen.
Oberhalb und unterhalb des weitausladenden Nodus mit Maßwerkverzierungen auf punziertem Grund und blütenförmigen Rotuli gestalten eingetiefte Spitzbogenfenster den Schaft als sechseckigen Turm. Er hebt die große, trichterförmige Cuppa empor. Diese in der Gestaltung glatte Cuppa ruht in einem kleinen, flachen Korb, der - zweigeteilt im unteren Bereich rankendes Blattwerk und im oberen Bereich kleine schematisierte Blüten auf punziertem Grund zeigt.
Literatur: Werner Fischer, Sakrale Kunst, Seite 26
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Kelch, deutsch, um 1730, Silber, vergoldet, versilbert (Cuppa) Kupfer
Vergoldet, versilbert, getrieben, gegossen, ziseliert, graviert, punziert.
Maße: Höhe 220 mm, Duschmesser der Cuppa 86 mm, Durchmesser des Fußes 140 mm, Marken: keine
Barocker Kelch auf einem Sechspaßfuß, der über eine doppelte, durch einen kräftigen Wulst unterbrochene Abtreppung hochsteigt.
Auf die in Felder unterteilte Oberfläche des Fußes sind Verzierungen in Form von Blättern und Blüten aufgeschraubt. Der ansteigende kurze Schaft wird von einer überkragenden Rundplatte mit Wulst abgeschlossen.
Ein sechskantiger Balusternodus trägt die Cuppa in Form einer Glocke mit geschweiftem Lippenansatz. Über die Hälfte der Cuppa wird von einem Korb aus Bandelwerk in Ajourarbeit bedeckt.
Formgebung und Linienführung von Fuß, Nodus und Cuppa sind deutlich vom ästhetischen Empfinden des Barocks bestimmt. Die bewegte Ausgestaltung mit dekorativem Beiwerk ist hier jedoch reduziert. Die Vereinfachung und der klare Aufbau sowie das flache Oberflächenornament des Bandelwerkes sind typischer Ausdruck der späten Phase des Barocks.
Die plastischen Blattaufsätze am Fuß gehören wahrscheinlich nicht zur ursprünglichen Gestalt des Kelches.
Literatur: Werner Fischer, Sakrale Kunst, Seite 22
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Kelch, Wien, 1830-1839, Wiener Rosensilber,
teilweise vergoldet, gegossen, getrieben, gedrückt, ziseliert, ziseliert,
Maße: Höhe 194 mm, Durchmesser der Cuppa 87 mm, Durchmesser des Fußes 133 mm. Marken: Rosenberg Band 3, 7861 - Beschauzeichen Wien 1830-1839 wahrscheinlich 1837, Meisterzeichen "AW" - Alois Waynand (1824-1850)
Die glockenförmige Cuppa des Kelches mit geschwungenem Lippenrand ruht in einem schlichten, glatten Korb, der die Cuppa bis zur Hälfte unterfängt. Durch eine zurückhaltende, Innen- und Außenvergoldung hebt sich die Cuppa nur sehr schwach von dem silbernen Korb ab. Um den oberen Rand des Korbes legt sich ein wulstartiger Ornamentenfries aus ziselierten Blatt- und Rosenmotiven. Diese Verzierung verleiht dem Kelch seinen Charakter und seine Ausdrucksstärke. Sie wiederholt sich am Nodus, der langsam aus dem gedrungenen Schaft wächst, und auf der Oberfläche des runden Fußes, der vom Rand her gestuft ist und flach ansteigt. Zwischen Fuß und Schaft betont ein Schaftring den gegliederten, aber fließenden Aufbau des Kelches.
Das Rosenmotiv des Kelches ist ein typischer Ausdruck der Biedermeierzeit. Obwohl es der Goldschmiedekunst in der Biedermeierzeit an einem dem Zeitgeist entsprechenden Stilempfinden für sakrale Kunst mangelte und das verwendete Material nicht besonders wertvoll war (Beginn der Industrialisierung), erreichte das sog. "Wiener Rosensilber" eine höchste Blüte und eine Präzision, die besonders beim Tafelgeschirr, was die technische Verarbeitung betraf, den besten Renaissancearbeiten gleichkommt.
Literatur: Werner Fischer, Sakrale Kunst, Seite 24
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Auszug aus "Sakrale Kunst" von Werner Fischer
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Kelchlöffel
Zu einem Silber vergoldeten Primiz-Kelch zählte vor der Liturgiereform eine Patene (Hostienteller) und ein Kelchlöffelchen. Stilelemente des Kelches konnten auch das Löffelchen zieren das der Priester seit dem 12. Jh. während der Hl. Messe nutzte um dem Wein vor der Konsekrierung ein Löffelchen Wasser zuzugeben.
Die Patene, ein Eucharistieteller, ein leicht aufgetiefter Hostienteller gehört zu einem Messkelch und damit zur Feier einer Heiligen Messe.
Patenen sind aus Metall oftmals aus Silber oder auch vergoldet. Es können sich motive vom Kelch wiederfinden.
Die Patene kann auch bei der Mundkommunion Verwendung finden.

Auf die Kanontafeln folgen weiter unten noch die Kelche und Kreuze.
Kanontafeln aus der Siechenkapelle in Beckum
In der Mitte der Altarmensa steht bei der lateinischen Messe vor dem Tabernakel eine große Tafel mit den Texten beim Gloria und Credo und die Wandlungsworte aus dem Hochgebet. Auf zwei weiteren Tafeln rechts die Opferungs- und Kommuniongebete und links das Schlußevangelium nach Johannes.
Am 4. Dezember 1963 konnte die Liturgiekonstitution als erstes Dokument des Zweiten Vatikanischen Konzils veröffentlicht werden. Gegenstand der damit beschlossenen „allgemeinen Erneuerung der Liturgie“ (SC 21) ist der gesamte Gottesdienst der Kirche: die Eucharistiefeier, die übrigen Sakramente und die Sakramentalien, das Tagzeitengebet, der Kalender, die Feste und Festzeiten, die Kirchenmusik und die sakrale Kunst.
Die Kanontafeln wurden ab 1963 aus den Kirchen und Kapellen entfernt.
Von Frau Deppe, Beckum, erhielt Werner Fischer für sein Museum in Ahlen die drei Kanontafeln.
Außerhalb der damaligen Stadtmauern von Beckum befand sich im 16. Jh. ein Leprosenhaus.
Heute ist nur noch die dazugehörige Quirinuskapelle erhalten. Weihejahr 1523. Bauform: einschiffiger Ziegelbau mit Bruchsteinsockel, Dachreiter mit Glocke, mehrere Veränderungen und Umbauten bis 1973. Zur Wasserversorgung der Leprakranken diente der nahe gelegene Siechenbach. Darum wird im Volksmund die Kapelle in Beckum auch heute noch Siechenhauskapelle genannt.
Es gibt verschiedene Heilige gleichen Namens.
Weitere Kreuze finden Sie in Christliche Volksfrömmigkeit unter Kreuze
Muscheln - Permutt
Muscheln sind Wassertiere. Sie ernähren sich hauptsächlich von Plankton. Es gibt sehr viele Muschelarten z.B. die zweischaligen Muscheln mit einer Außen- und Innenseite, die unterschiedklich sind.
In den beiden inneren Schalenseiten, ein Calziumcarbonat, können sich bei verschiedenen Muschelarten Natur- und Zucht-Perlen entwickeln.
Vielleicht hat diese Tatsache dazu geführt, die Substanz, das leicht schimmernde Material als Perlmutt zu bezeichnen.
Perlmutt ist leicht zu bearbeiten und wird häufig auch zu Kunstgegenständen verarbeitet.
Kreuz Handkreuz

Der senkrechte Balken hat eine Länge von ca. 17,5 cm und einen Querbalken von 9 cm. Um Beschädigungen auszuschließen, wurde das nicht sichtbare Grundkreuz nicht in die Untersuchung einbezogen.
Beide Kreuzbalken sind rundum mit Perlmuttplatten belegt, sodass die Balken sechseckig erscheinen. Die Kreuzbalkenenden werden mit sechseckigen Perlmuttplättchen abgeschlossen, die wiederum vier durchbohrte Elfenbeikugeln mit Abschlußplättchen aufnehmen, die teilweise beschädigt sind.
Längs- und Querbalken des Perlmuttkreuzes sind im Kreuzungspunkt nochmals mit einem ausgestochenen Kreuz verziert. In der oberen Hälfte befindet sich das nicht mehr lesbare INRI-Plättchen aus Perlmutt.
Ein gegossener Bronze-Korpus im drei Nagel Typus mit Suppedaneum befindet sich im Zentrum der Kreuzbalken. Ein dreieckförmiges ausgearbeitetes Permuttplättchen dient als Nimbus.
Der Korpus ist sehr fein naturalistisch ausgearbeitet. Reste einer Vergoldung befinden sich noch auf dem Suppedaneum.
Leider sind von den einstmals vier Strahlenblöcken nur noch zwei unterhalb der Querbalken erhalten.
Am unteren Längsbalken befindet sich eine in Permutt geschnittene Madonnenfigur.
Vier Bohrungen auf der Vorderseite mit leider abgenutzten unlesbaren Buchstaben und 14 Bohrungen auf der Rückseite markieren die noch lesbaren 14 Kreuzwegstationen.
Die Museumsleitung hofft, ein weiteres Kreuz zu finden, welches vielleicht eine Erklärung auf die Vorderseite gibt.
Das Kreuz wurde von Frau und Herrn Hubert Behrens anläßlich des 25-jährigen Bestehens des Museums im Goldschmiedehaus Ahlen am 8. Nov. 2009 Anni und Werner Fischer vermacht. Es ist im Interreligiösen Museum im Goldschmiedehaus zur Betrachtung ausgestellt.
Frau Behrens vermerkte, dass dieses Kreuz von einer Ahlener Ordensschwester sein könnte.

Äthiopien, früher Abessinien bis zum 20. Jh. war während des 2. Weltkrieges 5 Jahre von Italien besetzt, danach ein Kaiserreich unter Kaiser Haile Selassie. Die Monarchie endete 1974.
Außer den 34 % in Äthiopien lebenden Muslimen sind die größten Religionsgemeinschaften seit dem 4. Jahrhundert die äthiopisch orthodoxen Christen, die sunnitischen Muslime und verschiedene äthiopisch-evangelische Kirchen. Minderheiten bilden die Anhänger von Naturreligionen, Katholiken und Juden.
1434 - 1468 mußte jeder Christ in Äthiopien ein Kreuz tragen. Jeder christliche Priester in Äthiopien besitzt ein Handkreuz, das er ständig bei sich trägt. Er berührt die Gläubigen damit an der Stirn und die wiederum küssen das Kreuz. Mit dem Kreuz erteilt er den Segen auf alles, was gesegnet wird.
Das Handkreuz in Art eines Schlüssels (zum Paradies?) aus Äthiopien, gefertigt im 20. Jh., besteht aus dem Kreuzblatt, dem Stiel und dem Griff, der auch „Adams Grab“ genannt wird.
Gesamthöhe des Kreuzes ca. 260 mm, Breite ca. 125 mm, Material: Metall versilbert.
Im Zentrum ein durchbrochenes Tatzenkreuz, dessen Zwischenräume mit vier Fantasiekreuzen ausgefüllt sind, die zusammen ein Quadrat bilden. Den oberen drei Tatzenkreuzbalken sind drei ausgesägte Krückenkreuze hinzugefügt, wobei die untere Kreuzform in den Stiel ausläuft, der wiederum in einem Krückenkreuz endet.
Kreuz, Bronze

Gesamthöhe: ca. 80 mm
Breite: ca. 48 mm
Dieses Kreuz kann zur Zeit nicht zugeordnet werden bezüglich der Herkunft, Datierung und der Religionsgemeinschaft. Byzanz? Äthiopien? Rußland?
Das Kreuz hat vier Schenkel. Die Längsschenkel sind gleich. Am oberen Schenkel ist vertikal eine runde Platte angebracht, die aber nicht durchbohrt ist.
Es befinden sich in allen Schenkeln und im Zentrum runde Vertiefungen. Ein rundes Plättchen, das die Vertiefung ausgefüllt hat, ist noch vorhanden und liegt bei. Es ist anzunehmen, dass sich unter den durchsichtigen Abdeckungen Reliquien befanden. Die Rückseite zeigt Prägungsmerkmale auf. Das Kreuz hat eine natürliche Patina.

Zu allen Zeiten und über unsere Zeit hinaus werden sich Menschen in allen Kulturkreisen schmücken. Dafür gibt es viele Gründe. Bei den Naturvölkern ist es u.a. die Tradition, Mitgliedschaft eines Stammes, der Rang innerhalb des Stammes und viele andere Dinge, die zur Identifizierung der Person beitragen. Schmuck kann Sprache ersetzen.
Wenn Christianisierungen bei Naturvölkern erfolgen, können sich u.a. Schmuckmotive in der Tracht, der Kleidung und am Körper ändern, nicht aber die Technik, die Machart, die Anfertigung des Schmucks.
Unter Verwendung alter Techniken erhält die abgebildete weiße Kette mit 84 Perlen ein Kreuz aus vielen winzigen, durchbohrten Kügelchen.
In der Kreuzmitte befinden sich sechs goldfarbene und am (Corpus) Fußende 12 Perlchen in hell- und dunkelblau, deren Bedeutung noch erfolgen könnte.
Selbst die 5 Kettchen mit den runden Metallplättchen werden bei diesem christlichen Schmuck von der vorchristlichen ehemaligen Stammestracht übernommen.
Das Maasai-Kreuz mit den vielen Perlchen ist ein Konfirmandenkreuz mit Kette aus Afrika. Es wurde einer Dame aus Ahlen geschenkt, die seit über 20 Jahren Afrikaner am Rande der Maasaisteppe im Nordosten Tansanias, südlich des Kilimandscharo schulisch betreut hat. Zurück in Ahlen hat sie es 2017 dem Interreligiösen Museum im Goldschmiedehaus Ahlen gewidmet
Die untere Abbildung zeigt die Konfirmanden, die im Sprengel Mkanyeni, Afrika, für die Konfirmation im Jahr 2000 vorbereitet wurden. Die Konfirmanden werden zwei bis drei Jahre vorbereitet, vom Pfarrer geprüft und dann konfirmiert. Im Hintergrund Evangelist Edward Kiseven.

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Kreuzanhänger, Griechenland (Berg Athos? siehe Wikipedia ) 17./18. Jh.

Rosenholz, geschnitzt, Silber auf Filigranemail und Perlmutt.
Höhe 52 mm, Breite 32 mm, Umfang 9 x 13/14 mm
Kreuzanhänger aus Holz mit geschnitztem Bildprogramm und feiner Durchbrucharbeit, eingefaßt in einen Rahmen aus Filigranemail. Vorder- und Rückseite der Einfassung sind mit einer Innenzarge verdeckt geschlossen.
Die Schauseiten sind durch vier kleine und einen großen Rundbogen gegliedert und mit grünem Filigranemail verziert. Auf die Seitenflächen ist ebenfalls Filigranemail (türkis) aufgetragen. Die Kreuzenden zieren eingefaßte, halbierte Süßwasserperlen. Am oberen Ende dient eine Öse zur Aufhängung an einer Halskette.
Das eingeschlossene Holzkreuz zeigt hinter den Rundbogenfenstern der Einfassung fünf Miniaturbilder im flachem Holzrelief vor ausgehöhltem Hintergrund.
Auf der Vorderseite steht im Mittelpunkt eine Kreuzigungsdarstellung. Christus ist nach byzantinischer Ikonographie im Bogen vor dem Kreuz ausgespannt. Im Bildhintergrund ragt verzinntes Mauerwerk auf, das mit senkrechten, schmalen Durchbrüchen räumlich gestaltet ist.
Oberhalb und unterhalb des Bildes wiederholt sich die Seitenansicht eines Heiligen, der vor dem Hintergrund einer Mauer steht und in einem Buch liest.
An den Seiten des Mittelfeldes wenden sich links und rechts Heiligenfiguren mit verneigtem Haupt und verhüllten Händen dem Kreuz entgegen.
Die Rückseite des Kreuzes stellt die Muttergottes mit dem Kind in den Mittelpunkt. Maria steht als ganzfigurige Seitenansicht mit langem Gewand dem Betrachter gegenüber. Sie wendet sich ihrem Sohn zu, den sie auf ihrem Arm hält, so daß sich ihre Köpfe berühren (Typ: Eleusa,= Typus orthodoxer Ikonen). Der Faltenwurf der Gewänder ist stark ornamentalisiert. Um das zentrale Bild ordnen sich, vergleichbar mit der Gestaltung der Vorderseite, lesende bzw. sich in der Mitte in Verehrung zuwendende Heiligendarstellungen.
Literatur: Werner Fischer, Sakrale Kunst, Seite 132
Kruzifix, Neapel, 17./18. Jh., Silber, getrieben, ziseliert, punziert,

Maße: Höhe 335 mm, Breite 220 mm, Marken: Beschauzeichen Neapel, 17./18. Jh., Rosenberg Band 3 7406a, Meistermarke verschliffen.
Wandkruzifix aus getriebener und ziselierter Silberreliefplatte.
Der untersetzt wirkende, ziselierte und auf der Rückseite hohle Korpus ist mit drei angedeuteten Nägeln gekreuzigt. Die Arme sind schräg nach oben straff ausgestreckt, die Knie angewinkelt, und der Kopf ist zur rechten Seite auf die Brust gesunken. Langes Bart- und Kopfhaar sowie ein Nimbus aus einem Ring, der durch den Hinterkopf gezogen wurde, kennzeichnen die Darstellung Christi.
Der nicht vollplastisch durchgeformte Korpus hebt sich nur reliefartig vor dem ornamentalisierten Kreuzhintergrund ab. Eine aufgeschraubte Inschrifttafel mit geschweiften Enden oberhalb des Gekreuzigten und ein aufgeschraubter Totenkopf mit gekreuzten Knochen (Adam) unterhalb des Korpus fügen sich in den Ornamentcharakter des Kreuzes ein.
Die Balken dieser lateinischen Kreuzform sind mit einem Fries aus Rauten auf punziertem Grund überzogen. Hinter dem Kopf Jesu ist aus dem Schnittpunkt der Balken eine Blumenrosette herausziseliert. Strahlenbündel und geviertelte Blumenrosetten ordnen sich um den Kreuzmittelpunkt herum an. Die Enden des Kreuzes sind mit Engelsköpfen mit Flügeln zwischen zwei Perlstäben kunstvoll ausgestaltet. Den Abschluß bilden jeweils Blumenmotive.
Ein auf der Rückseite angelöteter Haken dient am oberen Ende der Aufhängung.
Literatur: Werner Fischer, Sakrale Kunst, Seite 126
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Pektorale - Umhänge-Kreuz, Bronze

Gesamthöhe: ca. 91 mm
Breite: ca. 47 mm
Datierung und in welcher Religionsgemeinschaft solche Kreuze getragen wurden, sollte noch durch Vergleichsstücke erfolgen.
Das Kreuz ist aufklappbar. Die Endöse (Schlaufe) ruht beweglich in einem Scharniergelenk. Am Kreuzfuß befindet sich ebenfalls ein Scharniergelenk. Durch Lösen des Stiftes (fehlt) kann das Kreuz geöffnet werden.
Die Vorderseite ist stark abgegriffen. Dennoch ist eine Gravur zu erkennen, die den Gekreuzigten zeigt mit einem bis fast zu den Füßen reichendes Gewand. Die Hände bleiben frei.
Am Balkenende, wo sonst der Titulus angebracht ist, sind die Buchstaben VOANHC oder VOMIVHC ? eingraviert.
Die Rückseite des Kreuzes zeigt in der Mitte eine kleine Öffnung und in jedem Kreuzbalken eine runde Vertiefung. In einer dieser Vertiefungen befindet sich noch eine runde Perlmuttscheibe. Im Innern des Kreuzes sind Hohlräume.
Das Kreuz ist stark oxidiert.
Geschenk v. Claus Pohl, Duisburg, Vorsitzender der ADK Rheinland, an Werner Fischer zum 70. Geburtstag im Jahre 2000.
Altarkruzifix

18. Jahrhundert, Messing, versilbert, vergoldet, gegossen, getrieben, ziseliert, punziert, Holzkern, Maße: Höhe 625 mm, Kreuzhöhe 435 mm, Breite 314 mm, Stammumfang 25 x 10mm, Marken: keine
Altarkruzifix mit Korpus auf prunkvollem Sockel.
Der Dreiseitsockel steht auf drei Kugelfüßen und ist an den Seiten volutenförmig eingerollt. In den Seitenflächen sind Spiegelkartuschen mit Rocaillen und Blütenranken auf punziertem Grund ziseliert.
Das hohe Kreuz erhebt sich über einem kleinen, runden Fuß, der mit ziselierten Spiegelkartuschen und C-Bögen verziert und auf den Sockel aufgenietet ist. Die Kreuzbalken aus Messingbeschlag über einem Holzkern sind an den Enden in Paßform ausgezogen. Aufgesetzte Vierpaßverzierungen um ein Blumenmotiv verzieren die Kreuzenden und die Mitte, von der zusätzlich Strahlenbündel ausgehen.
Ein gegossener Korpus zeigt Christus mit weit ausgestreckten Armen an das Kreuz geheftet. Die Füße sind leicht in der Höhe versetzt, dadurch bedingt ist die Haltung Christi im überzogenen Kontrapost. Der Lendenschurz ist weit geschwungen und mit einem doppelten Strick gebunden. Der nach hinten zurückgeneigte Kopf zeigt das Ende des Todeskampfes an, denn die Augen sind gebrochen. Oberhalb des Gekreuzigten kennzeichnet ihn der Kreuztitulus in Form einer Rocaille mit den Buchstaben INRI.
Unterhalb des Korpus ist ein Engelskopf mit Flügelpaar und vorgehängtem Tuch in ein flaches Relief gegossen und auf den Kreuzstamm aufgesetzt.
Das Altarkreuz wurde erst durch das Missale Romanum 1570 ein verpflichtender Gegenstand der liturgischen Feier. Auf dem Altar stehend, deutete es dem Gläubigen die Handlung der Eucharistie als Vergegenwärtigung des Kreuzopfers Jesu Christi.
Auch noch nach den Bestimmungen der Liturgiereformen des 2. Vatikanischen Konzils soll auf dem Altar oder in seiner Nähe ein Kreuz für die ganze Gemeinde gut sichtbar sein. (AEM V, 270).
Literatur: Werner Fischer, Sakrale Kunst, Seite 128
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Kreuz, kleines Stehkreuz, Oradea/Großwardein (Rumänien, bis 1919 ungarisch)

um 1800 (Holzkreuz: Berg Athos?) Holz, geschnitzt, Silber, getrieben, gegossen, ziseliert, punziert, geschrotet. Maße: Gesamthöhe 175 mm, Durchmesser des Fußes 62 mm, Höhe des Kreuzes 80 mm, Breite 46 mm, Marken: Beschauzeichen Oradea/Großwardein (Divis Nr. 942)., Meistermarke Johannes Mézáros nobilis (1767-1851)
Holzkreuz mit feiner Schnitzarbeit und Durchbruchtechnik, eingefaßt von einem Silberrahmen mit Schaft und Fuß.
Der kleine, runde Fuß wölbt sich über eine Hohlkehle. Um den Wölbungsrand legt sich ein ziselierter Blattfries. Acht geschrotete Linien steigen zum Sockel des runden Schaftes auf, an dem ein kleiner Blattfries hängt.
An drei Enden der Kreuzbalken befinden sich Hohlkugeln, die von Schrauben gehalten werden.
Das innere Holzkreuz wird mit einem Rahmen in der Art eines Blattfrieses zusätzlich gehalten.
Das Holzkreuz mit gestutzten Querarmen zeigt auf den Schauseiten, in fünf Felder unterteilt, biblische Szenen aus der Heilsgeschichte in feiner Schnitzarbeit.
Auf einer Seite beherrscht eine Kreuzigungsdarstellung das Bildprogramm. Das Kreuz vor einer Mauerwand steht auf einem angedeuteten Hügel. Links und rechts wenden sich zwei männliche Personen mit Bart und Strahlennymbus zur Mitte. Oberhalb und unterhalb wiederholt sich die Darstellung einer im Buch lesenden männlichen Gestalt.
Auf der anderen Seite ist in das Zentrum des Bildprogrammes die Darstellung der Taufe Jesu im Jordan gestellt. Jesus steht, mit einem Lendenschurz bekleidet, vor einem Hintergrund aus angedeutetem Wasser. Zu seiner Linken assistiert ihm ein Engel mit einem Tuch, weiter rechts von ihm steht Johannes der Täufer, der mit weit ausgestrecktem rechtem Arm seine Hand über das Haupt Jesu hält. Ein senkrecht sich nach unten zuspitzender Strahl fällt auf das Haupt Jesu herab.
Links und rechts der Taufszene wenden sich Engel der Mitte zu.
Bildkomposition und Typik der dargestellten Figuren weisen die Schnitzarbeit deutlich als ein Werk aus dem Raum der orthodoxen Christenheit aus.
Literatur: Werner Fischer, Sakrale Kunst, Seite 130
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Standkreuz-Unterteil, Gewicht c. 302 gr.
Punziert auf der Unterseite mit: 800 J.C.OSTHUES, Halbmond und Krone
Der gegossene abgetreppte sechspassige, stufenförmige Standfuß ist mit gotischer Ornamentik graviert. Zwei gegenüberliegende Seiten sind ausladend, um die Standfestigkeit zu erhöhen. Der Fuß verjüngt sich zu abgedecktem Rund, in dessen Zentrum sich eine Öffnung befindet.
In dem sich verjüngendem Rund ist in einem abgegrenzten Feld eine Gravur in Schreibschrift angebracht:
Ihrem scheidenden Pfarrer dem Hochwürd. Herrn Wilh. Cruse die dankbaren Pfarrkinder Velmedes. 3. Aug. 1898
Diese katholische Pfarrkirche Kirche St. Andreas in Bestwig Velmede wurde 1848 erbaut.
Auf dem Standfuß ist ein Zwischenoberteil lose aufgesetzt. Es besteht aus zusammengelöteten Silber-Teilen. Eine wiederkehrende offene, durchbrochene Wein-Blatt-Ornamentik, die wiederum mit den gravierten Dekoren des Fußes korrespondiert, hat einen schlichten gestuften Balusterschaft, auf dem der Nodus befestigt ist.
Ein trompetenförmiges Reststück des abgesägten Kreuzfußes ist mit einem Gewindestab versehen, um die vorab genannten Teile zu verschrauben.
Alle Teile sind noch in einem guten Zustand.
Stehkreuz
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Oradea/Großwardein (Rumänien, bis 1919 ungar.) um 1800, (Holzkreuz: Berg Athos?)
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Hängekreuz aus Gips mit farbigem Gipskorpus, 67,5 x 34 cm, vor 1900

Das plastische, schwarz bemalte Kreuz versinnbildlicht durch aufgetragene Blätter und Ranken einen Lebensbaum.
Der Christuskorpus ist mit drei Nägeln typisiert. Die beiden Füße stehen auf einem Suppedaneum. Auf dem Querbalken des Kreuzes liegt das INRI-Schild.
Kreuz und Korpus weisen Beschädigungen auf. Eine angebrachte Metallöse dient als Aufhängung. Das Kreuz, etwa um 1900, wurde Werner Fischer anonym geschenkt.
Es hängt im Treppenaufgang zum Interreligiösen Museum.
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Haus-Stand-Kreuz auf Sockel, Totalhöhe ca. 52 cm, Breite 31,5 cm

Holz, Eiche
Auf einem altarähnliche Aufbau mit mehreren Abstufungen ist auf dem Altartisch ein Holzkreuz eingelassen, das an allen vier Kreuzenden geschnitzte Blatt- und Schnörkelornamente aufweist.
Auf dieses Kreuz ist ein weiteres kleineres Holzkreuz mit Facetten aufgelegt, auf dem ein realistischer geschnitzter Christuskorpus mit augebreiteten Armen und Lendentuch befestigt ist. Am oberen Kreuzbalken ist eine INRI Tafel befestigt.
Das Kreuz ist in einem dem Alter entsprechenden Zustand. Im oberen Ornament ist eine Holzverbindung ausgebrochen und ebenso Finger an den Händen.
Das Kreuz gehörte dem Pfarrer Hermann Holle geb. am 6.9.1879 in Recklinghausen. Priesterweihe 1904 im Hohen Dom zu Münster, Pastor in Ahlen-Dolberg von 9. 2.1913
bis 1957, gestorben in Dolberg 1969.
Die Haushälterin, Frau Adiek, schenkte das Kreuz Werner Fischer 1991 lt. angebr. Widmung.
Unter dem Altarsockel befindet sich eine Fotokopie mit Daten und Bild des Pastors.
Späterer Wandsockel, Nußbaum? Nicht original zum Kreuz gehörend.
Das Kreuz befindet sich im Treppenaufgang zum Interreligiösen Museum
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Zum Gedächtnis des Jubelpriesters Hermann Holle Pfarrer i.R. |
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er wurde am 6. September 1879 in Recklinghausen geboren und empfing 1904 im Hohen Dom zu Münster die heilige Priesterweihe. Er wirkte als Kaplan in Gescher und Roxel und von 1914-1931 in Horst. 1931 wurde er zum Pfarrer in Dolberg ernannt und hat dort bis 1997 mit großem Eifer gewirkt. Auch in den Jahren des Ruhestandes hat er, soweit seine Gesundheit es Ihm erlaubt, mitgeholfen. Mit grosser Geduld und Energie hat er viele Jahre sein altes Beinleiden und seine Krankheit ertragen und nie den frohen Mut verloren. Im Alter von 90 Jahren gab er sein Leben in die Hände des Schöpfers zurück. Gott gebe seinem treuen priesterlichen Diener den verdienten Himmelslohn.
Gestorben 1969.
Das Kreuz wurde am 25.02.2018 der Kolpingfamilie Dolberg übergeben, da Pfarrer Hermann Holle Präses der Kolpingfamilie Dolberg war.
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Kreuz Hängekreuz Holz 79 x 47,5 cm mit farbigem Gipskorpus (Bakenecker)

Beim sogenannten lateinischen Kreuz sind die oberen drei Balken gleich lang und der untere vierte Balken ist länger. An allen vier Kreuzenden befinden sich Rosetten mit durchbohrten Löchern. Alle vier Rosetten laufen in jeweils drei Pfeile aus. Im Kreuzzentrum, im Schnittpunkt der Balken, befindet sich eine weitere geschnitzte Rosette. In den vier Zwickeln sind weitere vier Schnitzereien angebracht.
Der realistische farbige Christuskorpus mit Dornenkrone und barock geformtem Lendentuch ist aus Gips. Christus steht mit beiden durchnagelten Füßen, (Viernageltypus) auf dem Suppedaneum: lat. = Fußgestell; Stütze unter den Füßen des gekreuzigten Christus. Gehörte nachweislich nicht in den historisch-funktionellen Zusammenhang der Kreuzigung, sondern symbolisiert den Herrschaftsgedanken Jesu Christi (Fußschemel des Herrschers). Buch Sakrale Kunst, Seite 170. Weiter ist eine aus Gips geformte Schriftrolle auf dem oberen Kreuzbalken befestigt. Sie trägt die Buchstaben INRI und zwei gekreuzte Knochen, darauf ein Totenkopf.
Dieses Symbol wird mit dem ersten Menschen Adam in Verbindung gebracht stellvertretend für die Heilsgeschichte des Menschen im alten Bund.
Der Sündenfall Adams und die Vertreibung aus dem Paradies kennzeichnen seine Situation als Dasein zum Tode. Die Errettung des Menschen von der Schuld Adams durch den heilsstiftenden Tod Jesu am Kreuze lässt Jesus Christus zum "neuen Adam" werden. Der Totenschädel am Kreuz, oftmals am Fuße des Kreuzes, wird dem Betrachter diesen Aspekt des Glaubens sinnlich zum Ausdruck gebracht. Buch Sakrale Kunst Seite 162.
Die Rückseite des Kreuzes ist mit Bleistift beschriftet: 140/80 Ege/AK 1875. Weiter ist ein Silberschild angebracht mit der Gravur: Geschenk von Frau Hedi Bakenecker an Werner Fischer August 1992.
Das Kreuz befindet sich im Treppenaufgang zum Interreligiösen Museum, Oststr. 69.
Frau Bakenecker ist 2012 verstorben
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Stand-Kreuz auf Sockel ca. um 1900, Totalhöhe ca. 67,5 cm von Frau Wilkens

Holz, Eiche
Auf einem rechteckigen altarähnlichen Aufbau mit 3 von unten verschraubten Elementen befindet sich auf dem Sockel, der Predella, eine geschnitzte Doppelblüte mit je 8 Blättern als Rosette
Auf dem Altartisch steht ein rechteckiger geschnitzter Aufbau, in dem der senkrechte Kreuzbalken, der mit einer geschnitzten Rosette befestigt ist. An diesem Kreuzbalken ist mit einer rückwärtigen Metallschraube ein geschnitzter Christuskörper befestigt, der zwei Holz-Wurmlöcher aufweist. Christus mit weit auseinander gestreckten Armen, Dornenkrone und großem Lendentuch als drei Nagelkorpus. Das INRI Schild ist nicht mehr vorhanden aber die Befestigungsstelle ist sichtbar.
Der Querbalken ist von der Rückseitig in den Längsbalken eingearbeitet und befestigt.
Rückseitig auf dem Blütensockel ist ein Metallschild befestigt mit der Gravur: Geschenk von Frau Wilkens geb. Paul, November 1993. Kreuz der Großeltern um 1920
Frau Wilkens wohnte auf der Hans Sachsstr. Die Familie Paul wohnte auf der Hellstr. Das Haus hat Hans Sommer erworben. Ein Verwandter wohnte auf dem Grundstück Hellstr. 18 (Schuhmacher von Beruf ?)
Zu diesem Kreuz gehört eine original geschnitzte Wandkonsole. Die Wandkonsole besteht aus einer quadratischen Holzplatte 19 x 19 x 2 cm. Als Trägerelement dient ein aus Holz nachempfundener, geschnitzter Wasserspeier, wie er an Sakralbauten angebracht ist.
Wilfried Koch schreibt in seinem Buch BAUSTILKUNDE Seite 492 "Wasserspeier vom Dach als Regenablaufrinne", die das Mauerwerk vor Nässe schützt. Am antiken Tempel als Löwenkopf, in der Gotik als skurrile Figuren (Tiere, Menschen, Fabelwesen, deren Symbolwerte heute nicht mehr zu deuten sind. Chimäre= griechisches Fabeltier. Die Chimäre hat in der christlichen Welt eine dämonische Bedeutung als Figur, die Schaden abwendet.
Das Kreuz befindet sich im Treppenaufgang zum Interreligiösen Museum
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Wandkreuz im Elternschlafzimmer der Eheleute Kaspar und Jovita Fischer

In Westfalen wie auch in anderen Regionen gehörte bis weit ins 20. Jh. ins Eheschlafzimmer eines katholischen Hauses ein Kreuz, das meist am Kopfende mittig über den Ehebetten einen prominenten Platz einnahm.
Hängekreuz aus Eiche, 100 cm x 56 cm, wurde 1924 in Herbern im Stil des Schlafzimmermobilars als Teil der Austeuer vom Hof Adolf Suermann in Horst bei Werne a.d. Lippe für meine Eltern angefertigt.
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Wandkreuz aus Silber


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Auf das Lavabo folgen weiter unten noch die Leuchter und die Lithophanie
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Lavabo - Garnitur Meßkännchengarnitur und Tasse (Tablett)

Zwei Meßkännchen aus der Zeit des Spätbarocks mit Bandelwerkornamenten
(Loius-quatorze-Stil nach 1661 unter König Ludwig XIV.)
Deutsch, 1. Viertel 18. Jh., Silber, teilweise vergoldet, gegossen, getrieben, ziseliert und punziert.
Maße: Höhe 131/133 mm,
Marken: Beschauzeichen fehlt, Meisterzeichen „JW“ im Zweipaß, (2x) Johann Weithmann, wohl München (R 3527)
Ein Scharniergelenk verbindet Gefäß und Deckel. Auf dem Gelenk sind die Buchstaben „A“
(Aqua = Wasser) bzw. „V“ (Vinum = Wein) zur Unterscheidung der Kännchen aufgelötet.
Tasse (Tablett)
Gekurvte Tasse mit breitem Rand. Eine kräftige, umlaufende Wulst betont den Umriß und trennt einen schmalen glatten Randstreifen von dem mit C-Bögen, Muschel- und Ohrmuschelwerk (Rocaillen) verzierten Innenteil der Tasse.
Kreise zeigen in ihrem Innenfeld die Abkürzung des Namen Jesu „IHS“ (Triagramm) = Abkürzung des Namen Jesu in griechischer oder lateinischer Sprache, verbunden mit der Darstellung des Kreuzes und den drei Nägeln und dem Namen Marias (Mariagramm), der kusntvoll zu einem Emblem gestaltet ist. Die Arbeit ist von hoher meisterlicher und künstlerischer Qualität.
Literatur: Werner Fischer, Sakrale Kunst, Seite 68 -71
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Leuchterpaar – Scheibenleuchter
spätgotisch, Bronze gegossen

Höhe ca. 33 cm mit Dorn, Höhe ohne Dorn ca. 27 cm
Spätgotisch, Bronze gegossen, gedreht,
Eisendorn
Fuß und Tropfenschale in drei kleiner werdende Stufen dazwischen drei Scheiben mit unterschiedlichen Durchmesser.
Leuchter A. Unter der Tropfschale zwischen den beiden ersten Scheiben Reparaturstelle, Zinnlötung. Alte Gussrisse im Fußbereich
Erworben
Lithophanie

Lithophanie (Lichtbild) in ornamentierter Einfassung mit Ständer und Holzfuß.
Ein aus Ranken- und Blumenmotiven in Durchbrucharbeit gesägter Metallrahmen umfaßt eine runde Porzellanscheibe mit dem gepreßten Bildmotiv des mit Dornen gekrönten Christus (Ecce-Homo) im sanften Stil der Nazarenermalerei. Als Bildvorlage diente ein Ausschnitt aus dem Werk des Barockkünstlers Guido Reni (1575-1642).
Die senkrecht aufstehende, runde Scheibe wird von einem Ständer in der Form eines Pokales getragen. Über den Rand des Gefäßes hinaus hängen Weintrauben und Blattranken. Ähren und Weintrauben aus gesägtem Metall unterfangen das Bildmotiv mit dem Rahmen. Die Schauseite zeigt zusätzlich über dem Pokal eine kleine Scheibe mit dem eingravierten Christustriagramm »IHS«. Pokal und Scheibe symbolisieren die eucharisti-schen Gaben von Brot und Wein. Seine volle Wirkung entfaltet die Lithophanie durch das brennende Licht einer Öllampe (ewiges Licht), die rückseitig auf einem geschwungenen Halter Platz findet.
Ein Sockel aus gedrechseltem und schwarz lackiertem Holz, das mit 2 Perlstäben und kleinen Metallplättchen verziert wurde, trägt die feine Metallarbeit mit der Porzellanscheibe.
Lithophanien (griech. lithos = Stein, phainesthai = scheinen, durchscheinen) zählen zu den typischen Erzeugnissen der Biedermeierzeit.
Die Technik des Einpressens eines Bildreliefs in eine dünne Platte unglasierten Porzellans wurde 1827 von Paul de Bourgoing in Paris erfunden und war aufgrund ihrer Beliebtheit rasch verbreitet. Der besondere Reiz dieser Bilder lag in ihrer plastischen Wirkung. Durchscheinendes Licht ließ die dünnen Stellen als die hellsten im Bild, die dicken Stellen als Schatten erscheinen. Lithophanien waren beliebt als Wohnraum- und Fensterschmuck, als Lampenglocken oder als Reproduktionen beliebter Gemälde oder Heiligenbilder.
Meißen, März/April 1840
Nichtedelmetall, vergoldet, gegossen, gesägt, graviert, Porzellan, unglasiert, gepreßt, gefärbt, Holz, gedrechselt, lackiert
Maße: Höhe 313 mm, Durchmesser der Porzellanscheibe mit Rahmen 175 mm
Marken: Nr. 164, 35 = Porzellanmanufaktur Meißen,
Former: Martin Heinrich Traugott [1805-1858]
Literatur: Kunze, Joachim: Lithophanien der Meißner Porzellanmanufaktur, in: KERAMOS, Nr. 92, April 1982, S. 3 ff
Bildvorlage: Werk des Barockkünstlers Guido Reni (1575 - 1642)
Kerzenschirm. Polychromes Lithophaniebild mit Ecce-Homo-Kopf.
Florale Filigranfassung in Metall. Hölzerner Standfuß, Rückseite
Kerzenhalter, deutsch Mitte 19. Jh., Gesamthöhe 30 cm
Seite 56 Abb. 50 Ecce Homo, Dresden Gemälde Galerie (Text Seite 105) Seite 63 Handzeichnung Paris, Louvre
Ewiges Licht
Ecce homo - Siehe der Mensch
Dresden, Gemäldegalerie
Handzeichnung im Louvre nach Guido Reni 1575 - 1642
Im Museum im Goldschmiedehaus Ahlen seit 1986
Siehe weitere Einzelheiten: Sakrale Kunst, Werner Fischer, Seite 160 und 161, Abb.62
Im Judentum: Ner Tamid nennt man das Ewige Licht in der jüdischen Religion.
Im Islam: Gibt es den Lichtvers aus der 24. Sure des Koran.
Der Vers wird wie der größte Teil der Sure auf das Jahr 626 datiert.
Auf das Messbuch folgt weiter unten noch die Messkännchen und die Monstranzen.
Meßbuch - Missale


"Missale - Romanum" von 1759, Höhe 36 cm, Breite 24 cm, Tiefe 6,5 cm
Einband Leder mit Gold-Prägung,
Vorderseite, Buchrücken und Rückseite im Stil des Rokoko (von etwa 1730 bis 1780).
Vorderseite:
In einem in Leder mit Gold geprägten Rahmen mit betonten Rokoko-Motiven, im oberen Teil mit einer Krone betont, und im unteren Teil mit einem Füllhorn endend.
Hauptmotiv ist ein Kreuz, umgeben von einem goldenen Strahlenkranz.
Auf der Aufschlagseite, Vorderseite, ist das Knopfteil für eine Schließe angebracht. Die Schließbeschäge aus Messing sind mit den Motiven Herz, Weintrauben und Blättern sowie Ähren versehen.
Auf der Rückseite des Messbuches ist die gleiche Metallplatte befestigt. Leider fehlt das Scharnier sowie die Schnalle zum Öffnen und Schließen des Buches.
Der Buchrücken ist in der Art wie die Vorder- und Rückseite mit ähnlichen Motiven geschmückt mit zusätzlicher Inschrift MISSALE ROMANUM.
Vorder- und Rückseite zeigen die gleichen Motive jedoch mit der Ausnahme, dass anstelle des Kreuzes vorne - auf der Rückseite ein Kelch mit Hostie eingeprägt ist.
Der Buchdruck ist in roter und schwarzer Farbe
Zustand: Als Messbuch gedient, abgegriffen.
Auf den ersten Blind-Seiten befindet sich eine handschriftliche Widmung:

Dieses Misale ist dem Heils zu dessen von F. Mathias Düppmeyer ord. S.P. Franc. Clausner allda guttätig verehret worden.
Bitte helfen Sie uns bei der vervollständigung der Widmungstextes.
Anno 1759
Auf einem weiteren Blatt NOVUM MISSALE ROMANUM

Auf dem Titelblatt:
MISSALE ROMANUM EX DECRETO SACROSANCTI
CONCILII TRIDENTINI
RESTITUTUM,
S.PII V. PONTIFICI S MAXIMI
JUSSU EDITUM,
CLEMENTIS VIII. ET URBANI VIII.
Auctoritate recognitum,
IN Quo
MISSAE NOVISSIMAE SANCTORUM
accuratè funt difpofitae.
Kupferstich "Das letzte Abendmahl von Rudoph Störcklin Cath. Se. A.V.
Die meisten der ganzseitigen Kupferstiche im Missale stammen von Johann Rudolph Störcklin 1719–1752 aus der Augsburger Künstlerwerkstatt.
CUM GRATIA, ET SPEZIALI PRIVILEGIO SAC. CAES. MAJESTAT. AC EXPRESSA LICENTIA, ET APPROBATIONE DD. SUPERIORUM.
EX DUCALI CAMPIDONENSI TYPOGRAPHEO
PER ANDREAM STADLER,
ANNO DOMINI M D C C L I X
Erworben in Limburg a.d.L. Antiquariat auf einem Ausflug von Kiek es drin 8-11-1995
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MISSALE
ROMANUM
EX DEKRTO SACROSANCTI CONCILII TRIDENTINI
BESTITUTUM
S. PH V PONTIFICIS MAXIMI
JUSSE EDITUM
CLEMENTIS VIII ET URBANI VIII
AUCTORITATE RECOGNITUM
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ACCURATISSIMA EDITIO
NOVIS MISSIS EX INDULTO APOSTELICO COCESSIS AUCTA
TURONIBUS
TYPIS A: MAME , TYPOGRAPHI
M D CCC LAV
von 1853
Das Missale ist innen teilweise stark lediert.
"Missale - Romanum" von 1853 , Höhe ca. 32 cm, Breite 26 cm, Tiefe 6,5 cm
Zu den Monstranzen latainisch = monstre - zeigen können auch Ostemsorien und Reliqiare zählen.
Monstranz
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Süddeutsch um 1740, Bronze, vergoldet, Silber, gegossen, getrieben, ziseliert, punziert Maße: Höhe 410 mm, Durchmesser des Fußes 132 - 160 mm, Marken: Verschliffen (?) Strahlenmonstranz mit Ständer im Stil des Rokoko, ohne Lunula. Das Schaugefäß der Monstranz mit Strahlenkranz erwächst organisch über den Schaft aus dem querovalen Fuß. Die Wölbung des Sockels steht auf einem überkragenden, gekurvten, glatten Rand. Vier aufsteigende und sich zum Schaft hin verjüngende Rippen gliedern die ziselierte Oberfläche in vier unterschiedlich große Felder. In diese sind Rocailleornamente eingeführt, die durch ihre zarten und asymetrischen Formen die gegliederte Ordnung in Bewegung versetzen. Der Kontrast von aufbauenden zu auflösenden Kräften in der Gestaltung des Fußes wird im Aufbau des Schaftes gebunden. Dieser ist aus einem breiten Balusternodus geformt. Rocaillenornamente und Volutenstege lassen den Schaft zu einem Zierelement der Monstranz werden. Die leicht ovale, mit Glas verschlossene Sichtöffnung für die Hostie ist mit einem Strahlenkranz hinterlegt. Dieser wiederum vorgelagert ist eine kleine Schmuckfassade aus Rocailleelementen. Ein kleiner Zierkranz aus den gleichen Ornamenten schwingt sich rahmend um die Sichtöffnung und steigert damit die Plastizität der Fassade. Auf diese Fassade aufgesetzt, thront in den Wolken oberhalb des Gefäßes Gott Vater mit dem dreieckigen Nymbus. Unterhalb schwebt die Taube des Heiligen Geistes. Zu beiden Seiten wenden sich anbetende Engel der Mitte mit dem eucharistischen Brot zu. Die bewegte Heiterkeit der Formen zeugt von der Sinnesfreude der Menschen der Barockzeit. Barocke sakrale Kunstwerke wollen durch Steigerung und Ausweitung des Irdisch-Herrlichen das Göttliche ins Diesseits holen. Die Darstellung der Trinität auf der Monstranz gleicht einer Theaterinszenierung, die den "Zuschauer" in seinen Bann schlägt und ihn zur Anbetung und frommen Andacht einstimmen möchte. Literatur: Sakrale Kunst von Werner Fischer Seite 54/55 |
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Monstranz
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Spanien, um 1600, Kupfer, vergoldet, gegossen, punziert Maße: Höhe 600 mm, Durchmesser der Fußes 195 mm, Marken: keine Strahlenmonstranz mit Ständer im spanischen Herrera-Stil. Die hohe, durch horizontale und vertikale Linienführung streng wirkende Monstranz ruht auf einem großen, runden Fuß mit glatter Zarge. Die Oberfläche ist flach gewölbt und durch einen starken, kantigen Profilring gegliedert. Fein gepunzte Ornamentierungen überziehen den ganzen Fuß. Auf der Außenkante sind vier Engelsköpfe mit Flügelpaar aufgeschraubt. Der große, massive Schaft ist durch zahlreiche Profilierungen und Kehlungen gegliedert. Der Nodus, in Vasenform gestaltet, zieren vertikale Leisten, so daß den horizontalen Gliederungen des Schaftes ein spannungsreicher Kontrast entgegengesetzt wird. Alle Teile des Schaftes sind mit einer gepunzten Ornamentierung versehen. Der Ansatz zum scheibenförmigen Schaugefäß bildet eine kleine Vase. Ein schmaler, glatter Rand umrahmt das Gefäß. Die verglasten Schauseiten umschließen die Lunula, die von hinten durch eine Öffnung mit Scharniergelenk entnommen werden kann. Ausgehend von der Mitte wird das Gefäß umkreist und eingefaßt von einem Flammen- und Strahlenkranz, der mit siebenzackigen Sternen an den Enden versehen ist. Als Bekrönung dient der Monstranz ein Kreuz, dessen Balken über Eck gestellt und an den Enden mit Kugel und Abschlußlatte verziert sind. Der Sockel des Kreuzes nimmt das Motiv der kleinen Vase wieder auf. Wie bei allen anderen Teilen der Monstranz, so findet sich auch hier im Strahlenkranz und in der Bekrönung das feingliedrige, gepunzte Ornament wieder. Dieses Ornament überzieht die Strenge des Gesamtbildes der Monstranz mit einem feinen Netz der Auflockerung, ohne die horizontale und vertikale Linienführung des Werkes zu beeinträchtigen oder gar aufzulösen. Die dadurch entstehende sehr herbe Erscheinung der Monstranz ist charakteristisch für eine Stilrichtung zur Zeit des Barocks in Spanien, die als "Herrera-Stil" Eingang in die Stilgeschichte gefunden hat. Wilfried Koch schreibt in seinem Buch "Baustilkunde" auf Seite 454 "Herrera-Stil", nach Juan de Herrera, 1530-97, benannter offizieller Baustil zur Regierungszeit Philipp II., eine strenge Version der italienischen Renaissance, der wegen seines sparsamen Dekors auch "Desornamentado-Stil" genannt wird. Herreras Hauptwerk ist die Schloß- und Klosteranlage Escorial in San Lorenzo/Region Madrid. Auf einer Kunst- und Pilgerreise 2004 in Spanien auf dem Weg nach Compostela konnten wir in den Schatzkammern verschiedenen Kathedralen Monstranzen im Herrera-Stil besichtigen, die die gleichen Stilelemente aufweisen wie die sich im Interreligiösen Museum befindliche Monstranz.
Literatur: Sakrale Kunst von Werner Fischer Seite 50/51 |
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Monstranz in Pyxidenform im charakteristischen Stil der italienischen Renaissance,

Nichtedelmetall, versilbert, vergoldet, gegossen, getrieben, ziseliert, punziert, Maße: Höhe 370 mm, Durchmesser des Fußes 136 mm, Durchmesser des Glaszylinders 70 mm, Marken: keine.
Über einem runden Fuß erhebt sich über Schaft und Nodus das Schaugefäß der Monstranz. Den gewölbten Rand des Fußes ziert ein Fries aus lanzettförmigen Blättern, der sich am Balusterschaft der Monstranz wiederholt. Die trichterförmige Erweiterung des Schaftes zur Basis des Schaugefäßes ist mit aufgesetzten Weintrauben und Ährenreliefs verziert.
Drei gotische Strebepfeiler mit Fialen verbinden den Bodenfries mit dem Dachfries des Schaugefäßes und umschließen auf diese Weise im Inneren einen runden, nach oben geschlossenen Glaszylinder. Von Pfeiler zu Pfeiler spannen sich Strebebögen. Die Monstranz ist durch einen haubenartigen, gewölbten und gekehlten Deckel von oben zu verschließen. Er ist im Gegensatz zu den übrigen Teilen reich mit ziselierten Ornamenten verziert. Auf der Spitze erhebt sich als Bekrönung die Statuette des Auferstandenen (?), der auf einer Kugel im Kontrapost steht.
Die ursprüngliche Funktion des Gerätes ist nicht genau zu bestimmen. Siegellack auf dem Glaszylinder und Lochungen im oberen Dachfries lassen eine ursprüngliche Versiegelung des Gefäßes als Reliquiar vermuten; eine eingelegte vergoldete Messingscheibe mit einer einfachen Falz, in die eine Lunula eingeschoben werden kann, steht jedoch der Funktion und Verwendung des Gerätes als Reliquiar entgegen.
Die auffallende Uneinheitlichkeit in der Stilistik (plastizistischer Fuß und Schaft) legt die Vermutung nahe, dass es sich bei dem erhaltenen Typus der italienischen Monstranz um eine Goldschmiedearbeit handelt, die nicht in allen Teilen original erscheint.
Literatur: Werner Fischer, Sakrale Kunst, Seite 52
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Monstranz, Frankreich, 2. Hälfte 19. Jh., Messingblech, gepreßt, ziseliert, punziert, Silber (Lunula)

Maße: Höhe 817 mm, Fuß 175 x 145 mm, Marken: Monstranz ohne Punzierung, Lunula - Feingehaltsstempel des Departements Lyon seit 1838 (Rosenberg Band 3, 5880, 5929). Meisterzeichen "DA"
Strahlenmonstranz auf hohem Schaft und großem Ständer im Stil des französischen Historismus.
In Form, Gliederung und Symbolik vertritt sie den Typus der französischen "Soleil d'or", wie er schon bei der Monstranz Seite 58 beschrieben wurde. So sind die Füße des Sockels als Volutenfüße gestaltet worden. Blattranken, Muschelwerk und Spiegelmedaillons stehen einer streng linearen Gliederung entgegen. Die Wolkenballen um die Sichtöffnung des Hostienbehälters sind zu Wolkenwirbeln aufgedreht und der Strahlenkranz "züngelt" als großes Flammen- und Strahlenmeer um die Eucharistie als Mittelpunkt der Monstranz.
Die zwei Engelsköpfe rechts und links des Nodus wenden sich mit ihren Blicken zur Seite und unterbrechen auf diese Weise den streng linearen Aufbau des klassizistischen Vorbildes zur gedrehten Bewegung barocken Formwillens.
Ein massives, ornamentiertes Kreuz ragt über den Strahlenkranz hinaus und hat als eine seltene Besonderheit auf der Rückseite eine trichterförmige Vase.
Zu dieser Monstranz ist noch die Original-Lunula vorhanden.
Literatur: Werner Fischer, Sakrale Kunst, Seite 64
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Monstranz, Frankreich, 2. Hälfte 19. Jh., Silber, vergoldet, gegossen, gedrückt, gepreßt, Messing, Elfenbein, Email, Glas.

Maße: 810 mm, Durchmesser des Fußes 205 mm, Marken: Garantie- und Feingehaltsstempel Frankreich 1838-1919 (Rosenberg Band 3, 5880), Meisterzeichen "PB" (Gegenstempel Rosenberg Band 3, 5929).
Große Ständermonstranz in Scheibenform im Stil der französischen Neurenaissance.
Die Monstranz erhebt sich über einem großen, runden, halbkugelig gewölbten Sockel, der von vier Stützfüßen aus ausladendem Blattwerk und geschneckten C-Bögen getragen wird. Die breite Zarge des Fußes ist glatt und leitet mit einer steigenden Hohlkehle und einem gestuften Absatz zur gewölbten Oberseite des Fußes über. Diese ist reichlich verziert: vier große durchscheinende, weinrote Email-Medaillons sind auf poliertem Metallgrund aufgetragen. Die Motive (Dornenkrone mit drei Nägeln - Leiter, Speer und Schwamm, - Rute, Hammer und Zange, - Das Kreuz mit dem überhängenden Grabtuch) sind auf weinrotem Email aufgemalt. Die weiße Emailmalerei ist von hoher handwerklicher wie künstlerischer Qualität.
Umrahmt werden die Medaillons von kleinen Blattfriesen. Auf die Zwischenfelder sind Ornamente in Halbrelief aufgesetzt. groteske Formen, die sich um eine Amphore mit aufgesetzter Spitze auf einem Quader anordnen.
Der Schaft der Monstranz gliedert sich in zwei Teile. Die untere Hälfte wird von einer Säule aus Elfenbein gebildet. Sie ruht auf einem runden, gestauchten Knauf als Sockel, an dem die Symbole der vier Evangelisten angebracht sind.
Geflügelter Löwe = Markus,
geflügelter Stier = Matthäus,
geflügelter Mensch = Johannes,
Adler = Lukas)
Um den Ansatz des Schaftes winden sich stilisierte Blattornamente und unterstreichen den aufstrebenden Charakter des Schaftes, der sich bis zum Nodus hin stark verjüngt.
Die zweite, obere Hälfte des Schaftes wird aus einem einfachen Pfeiler aus Metall gebildet. Den deutlichen Trennungspunkt gestaltet der große Kugelnodus mit einem Äquatorring. Auf guillochiertem Untergrund - ursprünglich wohl farbig (blau) emailliert - sind kleine Sterne aufgesetzt.
Am oberen Ende legt sich ein Perlstab mit Krone um den Ansatz des Schaftes. Aus der so gestalteten Einfassung gehen zwei Volutenhenkel hervor, die, mit Blattmotiven verziert, an ihren Enden zwei Engel tragen. Sie halten den Betrachter zwei Schriftrollen mit den Aufforderungen "venite" und "adoremus" entgegen. Über ihnen entfaltet sich das große scheibenförmige Schaugefäß mit dem verglasten, runden Hostienbehälter in der Mitte. Die Einfassung der verglasten Sichtöffnung ist mit 8 x 2 kleinen, geschliffenen, farbigen Glassteinen verziert.
Über schmale, gekehlte Stufen vertieft sich die Umrandung zu einem großen nach innen gewölbten Rahmen. Acht Rundbögen, die mit Emailmalerei gefüllt sind, (Lilien, Ähren, Wein und Rosen), stehen um die Mitte mit dem eucharistischen Brot. In die Zwickel sind Dreiblattornamente aufgesetzt. Ein zusätzliches Ornament der Gliederung bilden acht profilierte, gedrechselte Elfenbeinsäulen, die von der Mitte strahlenförmig ausgehen und über den Rand hinaus mit aufgesetzten Spitzen in den Strahlenkranz hineinreichen. Dieser Kranz wird von acht Grotesk-Ornamenten (vergl. Fuß) gebildet. Auf der Vorderseite der kleinen Sockelquader sind geschliffenen, rote und blaue Steine aufgesetzt. Sie sind alle facettiert, teilweise mit einer rückwärtigen Folie versehen. Es ist nicht auszuschließen, dass die Steine ausgefaßt und durch neue ersetzt wurden.
Bekrönt wird die Monstranz von einem großen, vollplastischen Kreuz in lateinischer Form, das auf einer großen Vase/Urne (Lekythos) steht. Um den Schnittpunkt der Balken schlingt sich eine Dornenkrone. In das Kreuz und die Dornenkrone sind farbige, geschliffene Steine eingearbeitet. Die Enden des Kreuzes zieren runde Elfenbeinkugeln. Auf der Rückseite der Monstranz ist der Hostienbehälter mit Scharnier, Knauf und Drehriegel zu öffnen. Aufgesetzte, geschweifte Kreuzenden mit Grotesken ordnen sich in Kreuzform um die Öffnung.
Die Entwerfer und Gestalter von liturgischen Gefäßen wollen meist auch durch ihre handwerkliche Kunst eine geistig-geistliche Aussage vermitteln.
Dies wird gerade bei dieser Monstranz deutlich: Jesus wurde auf der nördlichen Erdhalbkugel geboren. Es ist unbestreitbar, dass er an das Kreuz genagelt wurde. Die Monstranz zeigt in ihren Email-Medaillons die Marterwerkzeuge. Die vier Evangelisten haben uns das Geschehen in Jerusalem überliefert. Ihre Attribute finden wir am Elfenbeinnodus. An der Monstranz darüber erhebt sich ein Schaft, der so stark verjüngt ist, dass man um die Stabilität des Gefäßes fürchten muß. Am Ende des Schaftes zeigt sich eine Kugel, die wesentlich kleiner ist als die dargestellte Erdhälfte. Wollte der Gestalter vielleicht daran erinnern, dass es in der Hl. Schrift heißt: Eher geht ein Kamel durch ein Nadelöhr, als dass ein Reicher in das Reich Gottes gelangt?"
Der erste Astronaut - Kosmonaut "Gagarin" wurde nach seiner erfolgten Erdumkreisung gefragt, was denn über der Erde sei und ob er "etwas anderes" angetroffen habe. Er verneinte, aber er sei beeindruckt gewesen von der Unendlichkeit des Raumes. Diese Unendlichkeit des Raumes versucht auch die Monstranz wiederzugeben. Nach einer Halbkugel folgt eine große, runde Scheibe, in deren Mitte die Hostie Platz findet. Die Ähren und Weinreben mit Blättern und Trauben, in Form eines Kreuzes angeordnet, weisen auf Brot und Wein hin. Die weiteren vier Medaillon zeigen die Lilie als Blume der Reinheit und die Rose als Blume der Liebe.
Die nach außen strebenden Elfenbeinstäbe mit ihren fast lanzenförmigen Spitzen könnten uns an das Pfingstwunder erinnern. "Gehet hin in alle Welt und lehret alle Völker und taufet sie im Namen des Vaters und des Sohnes und des Hl. Geistes".
Oben auf der großen, runden Scheibe thront eine Urne. Sie kündet vom immer wiederkehrenden Aschermittwoch. "Du bist Staub und wirst wieder zu Staub werden." Aus der Urne steigt das Kreuz mit der Dornenkrone. Mahnt es den Betrachter an den Ausspruch Jesu Christi "Jeder nehme sein Kreuz auf sich und trage es mir nach"?
Literatur: Werner Fischer, Sakrale Kunst Seite 60-63
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Monstranz, Frankreich/Paris, um 1820-30, Silber, teilweise vergoldet, gegossen, getrieben, ziseliert, punziert.

Maße: Höhe 590 mm, Fuß 153 x 109 mm, Marken: Garantiestempel Paris 1819-1832 (=Rosenberg Band 3, 6592, Rosenberg Band 3, 6594), Feingehaltsstempel (=Rosenberg Band 3, 6578), Meistermarke "JBSL" (Lefranc, Jean-Baptiste-Simon), (Lunula: Garantiestempel Departement Lyon, seit 1838 (= Rosenberg Band 3, 5880), Meistermarke "LG")
Strahlenmonstranz (Soleil d'or) im Stil des französischen Klassizismus (Empire).
Der massiv wirkende Schaft und der rechteckige Fuß der Monstranz ruhen auf vier großen Tatzenfüßen. Glatt abgesetzte Kanten und Zargen betonen einen streng gegliederten Aufbau, der durch die Verzierung mit flachen Blattfriesen noch unterstützt wird.
Zum Kranzgesims des postamentähnlichen Fußaufbaues hin verjüngt sich der Sockel stark. In die konkav gewölbten Seiten sind rechts und links Getreidegehänge, Weintrauben und -blätter ziseliert. Die große Vorderseite des Sockels ziert der Name Gottes (Tetragramm) im göttlichen Symbol des Dreiecks vor einer Wolke. Auf die Rückseite ist das Lamm Gottes, auf einem Kreuz und dem Buch mit den sieben Siegeln liegend, aufgeschraubt. Den Untergrund bilden Wolken und auf das Lamm Gottes herunterfallende Strahlen.
Das Kranzgesims des Postamentes ist nochmals als kleine Sockelwölbung ausgearbeitet. Palmetten und Muschelornamente zieren jeweils die Seiten.
Über dem eckigen Aufbau des Fußes ist der runde Nodus angebracht, der als Balustervase geformt mit antikisierenden Ornamenten verziert ist.
Oberhalb der Vase bildet sich der Schaft zum kannelierten Säulenschaft aus. Zwei Schaftringe, als Ornamentenfries und Lorbeerkranz gestaltet, trennen die Säule in zwei Teile, deren oberes Ende sich zum Getreidebündel wandelt und sich bis zum Schaugefäß ausweitet. Dieses ist mit Glas verschlossen und von einem schmalen Rahmen mit einem Blattfries eingefaßt. Um diese kreisrunde Öffnung legt sich ein Kranz aus Wolkenballen, aus denen Engelsköpfe herausziseliert sind. Ein Strahlenkranz umfängt das Zentrum des Schaugefäßes mit der Hostie, die in eine aufklappbare Glasdose mit facettiertem Glas eingelegt ist.
Als Bekrönung dient ein lateinisches Kreuz mit einer ausgesägten Dornenkrone.
Literatur: Werner Fischer, Sakrale Kunst, Seite 58
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Monstranz, Reliquiar, Kupfer, Silber, vergoldet, gegossen, getrieben Maße: Höhe 700 mm, Fuß 194 x 153 mm
Reich verzierter Reliquienbehälter in Form einer Turm-Monstranz. Der querovale, passförmige Fuß ist in den Zwickel spitz ausgezogen. Über eine doppelte Zarge, die mit maßwerkähnlichen Ornamenten gefüllt ist, hebt sich der Fuß gestuft zum vielseitigen Fußhals an. Der Schaft selbst ist zu einem kleinen architektonischen Turmmodell ausgstaltet Der Turm ruht auf einem breiten, gekappten Sims, an dem ein langer, gekrabbter Blattfries frei herunterhängt. Zwischen den über Eck gestellten und weit ausladenden Strebepfeilern und kleinen Fialen zieren große gotische Spitzbogenfenster mit Maßwerk in Durchbrucharbeit die Seitenflächen des Turmes. Oberhalb und unterhalb wird der Schaft/Nodus von einer kräftig hervorspringenden, vierseitigen, gekappten Platte begrenzt. Zum Schaugefäß erweitert sich der Schaft zu einem vierseitigen Trichter. Das Schaugefäß, in Form eines Turmes, ist auf der Vorder- und Rückseite verglast. Der Turmaufsatz baut sich über einem gekehlten, mit gekapppter, viereckiger Platte unterteilten Schaft zu einem kleinen, eigenständigen Turmgebilde auf. Die Spitze ist mit einer Kreuzblume bekrönt. Rechteckige (!) Fenster mit Maßwerkdurchbrüchen unterstreichen den Architekturcharakter. Ob es sich bei diesem Schaubehälter um ein Reliquiar oder um eine Monstranz handelt, läßt sich nicht eindeutig festlegen. Ein Stift in der Mitte des Schaubehälters kann sowohl der Befestigung einer Lunula als auch einer Reliquie gedient haben. Die Monstranz oder das Reliquiar wurde repariert und restauriert. Es wurden Teile ersetzt, von denen man annehmen kann, daß sie in jüngerer Zeiten neu erstellt wurden, um den sakralen Gegenstand seiner eigentlichen Bestimmung wieder zuzuführen. Marken oder Meisterzeichen wurden nicht gefunden. Literatur Werner Fischer, Sakrale Kunst, Seite 96 |
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Auf die Patenen folgen weiter unten noch die Paxtafeln, Pektorale und Pyxis.

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Patene, vergoldet, Durchmesser 140 mm, Vertiefung 80 mm
Die Patene ist an der Oberseite mit einem Kreuz im Kreis, 20 mm im Durchmesser, graviert.
Sie zeigt starke Gebrauchsspuren.
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Patene, vergoldet, Ø 135 mm, Vertiefung ca. 10 mm, Ø 78 mm
Auf der Rückseite Randmerkmale vom Kelch
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Die schlichte Tellerform der Patene ist in der Mitte nur wenig vertieft. In Ihrer Ausformung ist sie ein anschauliches Beispiel für die Mehrzahl der abendländischen Patenen der neueren Zeit, die nur der Ablage der Hostie des Priesters dienen.
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Patene, Kupfer, vergoldet, getrieben, Ø 150 mm, Vertiefung Ø 75 mm
Auf der Rückseite ist am Rand die Ziffer 5 punziert.
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Paxtafel, Friedenskußtafel, Zwickau Ende 17. Jh., Silber,

getrieben, ziseliert, punziert, gegossen, Maße: Höhe 218 mm, Durchmesser des Fußes 96 mm, Marken: Beschauzeichen Zwickau, Rosenberg Band 3, 4972, Meisterzeichen fehlt.
Barocke Friedenskußtafel mit einem verglasten Schaubehälter auf rundem Fuß mit kleinem Schaft.
Über einem glatten Rand mit gestufter Zarge erhebt sich die zweizonige Wölbung des Fußes bis zum Schaftsockel. Die Frieszonen sind mit vier Spiegelmedaillons und Akanthusblättern auf punziertem Untergrund verziert. Der runde Schaft der Tafel ist mehrfach profiliert und in der Mitte zu einem Nodus verstärkt. Auf die Ober- und Unterseite ist ein stehendes bzw. hängendes Blattwerk mit lanzettförmigen Blättern ziseliert. Gegenüber der nur schwach herausziselierten Ornamentik des Fußes, ist das Bogenfenster in der Mitte der aufsitzenden Tafel von kräftig ziselierten Akanthusranken umgeben. Hinter dem Glas ist im Bogenfenster ein kleines Schmuckkreuz eingesetzt.
Das Kreuz ist in der Art einer barocken Monstranz mit großem Fuß und einem Strahlenkranz gestaltet. In geschlossenen Fassungen befinden sich 11 durchsichtige facettierte Steine (alter Diamantschliff). Das Kreuz ist mit rotem Samt hinterlegt. Die Tafel besteht aus einem Vorder- und Rückteil, wobei die Rückseite nicht ornamental gestaltet ist, sondern nur acht Halbkugeln zeigt, unter denen die Schrauben zur Befestigung angeordnet sind.
Literatur: Werner Fischer, Sakrale Kunst, Seite 81
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Pyxis
ist der Name für ein kleines liturgisches Gefäß, in dem konsekrierte Hostien für die Spendung der Kommunion aufbewahrt werden.
Pyxiden können auch als transportables Behältnis beim "Versehgang" dienen, um Kranken oder Sterbenden außerhalb der Kirche die letzte Ölung (Salbgefäß) und die konsekrierte Hostie zu reichen und sie zu segnen.
Der Priester trug diese Pyxiden an einer Kette - teils sichtbar - oder in einem Etui vor der Brust.
Pyxis

Kupfer, getrieben, feuervergoldet, verrieben, Italien vor 1000, Maße: 13,5 cm hoch, 10 cm im Durchmesser
Diese sakrale Dose mit Deckel, eine Pyxis zur Bewahrung des heiligen Brotes, wurde vor mehr als 1000 Jahren in Kupfer hergestellt. Sie ist feuervergoldet und wird von drei Löwen getragen. Der Goldschmied und Ziseleur hat mit einem Metallpunzen von außen und innen Motive in das Kupfer getrieben.
Die Dose ist geschmückt mit acht verschiedenen Blumenmotiven, Blumen, die es auf der Welt nicht gibt, jedoch im Paradies geben könnte.
Der Rand des dachförmigen Deckels ist mit vielen kleinen Herzen verziert. Das oben thronende Kreuz ist leider eine
spätere Ergänzung.
In diesem sakralen Gerät wird die Geschichte lebendig im Museum im Goldschmiedehaus
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Pyxis, Hostiendose, deutsch 18. Jh., Holz, gedrechselt, geschnitzt

Maße: Höhe 30,5 mm, Durchmesser des Deckels 62 mm, Durchmesser des Bodens 55 mm
Runde Hostien- oder Oblatendose aus gedrechseltem und geschnitztem Holz. Der Gefäßkörper ist im Innern abgerundet, damit die Hostie dem Behälter leicht zu entnehmen ist.
Christus steht, mit einem Lendenschurz bekleidet, an der Geißelsäule angekettet. Ketten führen auch von den Gliedmaßen an die rückwärtige Wand. Die kleine, balusterartige Geißelsäule ist dem Typus der Geißelsäule von S. Prassede in Rom nachgebildet.
Bildaufbau und Körperhaltung Jesu Christi erinnern an das Gnadenbild des gegeißelten Heilands in der Wieskirche von 1739. Durch den regen Gebrauch ist die flachrelifierte Oberfläche stark abgegriffen und zum Teil unkenntlich, so auch die Inschrift unter dem Bildmotiv, wahrscheinlich
"JESUS AVE REX JUDORUM" (lat. = Sei gegrüßt Jesus, König der Juden).
Literatur: Werner Fischer, Sakrale Kunst, Seite 85
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In der Basilika Santa Pressede in Rom befindet sich eine Säule an der Jesus Christus gegeißelt worden sein soll. Diese Säule wurde von Kardinal Colonna (* um 1170; † 28. Januar 1245) nach Rom gebracht. |
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Kreuz, Versehkreuz mit Chrisamgefäß (Provisur-Pyxis), deutsch, Raum Ibbenbüren 1786,

Bronzelegierung, gedrückt, gegossen, gesägt, graviert, Maße: Höhe 192 mm, Durchmesser des Fußes 63 mm, Durchmesser des Kreuzes
96/99 mm, Durchmesser der Hostiendose 39 mm, Durchmesser des Chrisamgefäßes 25 mm, Marken: Jahreszahl 1786 gepunzt, "BR 45" graviert.
Versehkreuz mit Chrisambehälter auf kleinem, rundem Fuß.
Die glatte Fußoberfläche wölbt sich über einem überkragenden Rand zum runden Schaft, der das Salb-/Chrisamgefäß in der Form eines einfachen Zylinders (Konche) trägt. Der Schaft ist in der Mitte stark profiliert. Der Deckel des Gefäßes ist mit einem Scharniergelenk zu öffnen. Auf ihm steht mit einem kleinen, gekehlten Schaft das Kreuz mit der Hostiendose in der Mitte.
Die flachen Kreuzenden des griechischen Kreuzes sind geschweift. Strahlenbündel, die in die Zwischenräume gesetzt sind, betonen das Zentrum mit der runden, flachen Hostiendose. Während die Rückseite leicht nach innen gewölbt ist, weist der Deckel eine Wölbung nach außen auf. Die Schauseite zeigt die gravierte Darstellung des Gekreuzigten in volkstümlicher Wiedergabe. Umrahmt wird das Bildmotiv von ringförmigen Profilierungen, die den Rand des Deckels gestalten. Der äußere Rand ist gekordelt. Die Hostiendose ist mit einem Klemmverschluß und einem Scharniergelenk zu öffnen.
Eine lange Kette (Erbskette - nicht ursprünglich), die durch zwei Ösen an dem Chrisamgefäß und durch zwei Ösen an den Enden der Kreuzbalken geführt wird, ermöglicht das Tragen des Versehkreuzes mit dem Chrisamgefäß auf der Brust des Geistlichen während des Versehganges.
Das Gefäß ist handwerklich gut ausgeführt. Angesichts der vernieteten Löcher kann man davon ausgehen, dass die Kreuzbalken mit dekorativen Elementen (religiösen Symbolen?) versehen waren.
Literatur: Werner Fischer, Sakrale Kunst, Seite 88
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Etui für die Pyxis Pyxis Vorderansicht

Pyxis geöffnet, Vorderansicht

Pyxis geöffnet, Seitenansicht
Pyxis, 19. Jh.
Auf einer runden Bodenplatte ruht eine runde Dose mit abnehmbarem Deckel. In dieser Dose befand sich das "Heilige Oel " Crisam, das dem Kranken oder Sterbenden gespendet wurde. Oberhalb der Dose befindet sich ein Scharnier, in dem sich ein runder ausgesägter Strahlenkranz zu einer Viertelstellung bewegen läßt.
Im Zentrum der großen Bodenplatte ruht eine größere Dose mit Deckel, die für die Bewahrung der konsekrierten Hostie bestimmt ist.
Der Dosendeckel ist mit dem Christusmonogramm IHS graviert mit einem Kreuz auf dem H-Querbalken, darunter ein Herz mit 3 Nägeln. Die Gesamtkomposition ist umrandet von einem Kranz aus Eichblättern.
Im aufgeklappten Zustand ist die Pyxis eine Monstranz.
Erworben aus der Sammlung Werner Jaggi, Zürich.
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Weihrauchfass
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13./14. Jahrhundert, Datierung durch Vergleichsobjekte Bronze, Gelbguß, Maße: Höhe 237 mm, Durchm. des Fußes 84/95 mm Der runde, schalenförmige, an der Unterseite geriefte Gefäßkörper des gotischen Rauchfasses steht auf einem sechseckigen Fuß mit gestuftem Rand. Vier Ösen am Rand der Schale dienen der Befestigung der tragenden Ketten. Die Ketten sind aus Eisen und entsprechen der wohl ursprünglichen Form. Der Deckel des Rauchfasses ist in Architekturform gestaltet. Die nach innen geneigten und gewölbten Wandungen des abgerundeten Achtecks sind mit zahlreichen Durchbrüchen in Form von Rechtecken, kleinen Kreisen und Tropfen verziert. Zur Spitze hin erhebt sich der Deckel turmartig.Als Handhabe dient eine einfache, runde Platte mit gezahntem Rand und großem geschmiedeten Haltering. Zu den Geräten, die den feierlichen Vollzug der christlichen Liturgie begleiten und bereichern, gehört das Weihrauchfaß (thymiaterium oder thuribulum) und der Weihrauchbehälter, Schiffchen, (Naviscella) mit dem Löffelchen (Cochlear). Zeugnis vom Gebrauch des Weihrauchs bei den Israeliten gibt uns das Alte Testament. Siehe Literatur: Sakrale Kunst v. Werner Fischer. Bei einem Museumsbesuch 2015 von Raphael Fischer im Benediktiner-Kloster Santa Maria de Montserrat, es liegt etwa 45 km nordwestlich von Barcelona, werden Werke bedeutender Künstler wie |
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Rauchfass, Historismus, Bronze, gegossen, mehrteilig, Höhe 225 mm, Pagode. Das Unterteil in romanischer Kelchform mit Fuß und Kuppa vernietet. Der Kupparand ist abgesetzt, so daß das Oberteil des Rauchfasses im Unterteil seinen Halt findet. Kuppa und Oberteil ergeben optisch eine Kugel, die von drei Zuhaltungen arretiert werden kann und gleichzeitig die drei Ketten aufnimmt und führt. Das Unterteil hat einen Bogenfries, das Oberteil einen Zinnenfries. Die Kuppel hat sechs Bogenöffnungen, geschmückt mit freien Blumenmotiven, die den Rauchdurchlaß ermöglichen. Das Rauchfass wurde in Kevelaer bei Herrn Cürvers erworben. Er teilte mir mit, dass es in einem Beginenhof in einem Kloster in Belgien zum Lobe des Herrn diente. |
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Rauchfass Zinkguß 19 Jh. gotisierende Form, Neogotik, v. Ooyen
Das Rauchfass ist in einem guten Zustand
Geschenk an Werner Fischer von Gold- und Silberschmiedemeister Paul van Ooyen, Kevelaer, Landesinnungsmeister des Landesverbandes der Silberschmiede sowie Juweliere Nordrhein-Westfalen
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Rauchfaß, echt Silber 13 lötig, vor 1888, Marke: in einer Raute BS, Höhe 280 mm Auf einem getriebenen Sechskantfuß mit gewölbtem Blattfries folgt ein Nodus mit Bogenfries. Darauf folgt die sechtseckige Kastenform, wobei jede Seite das gleiche Bildmuster zeigt. An drei Seiten befinden über dem oberen Fries drei geflügelte Puttenköpfe, auf deren Haupt sich jeweils eine große Öse befindet, die zur Befestigung der drei Ketten dienen. Das Oberteil, der Deckel, hat einen architektonischen Aufbau, sechs Bögen, jeweils als gleiche Fenster gestaltet, dienen dem Rauchabzug. Auf dem oberen Zentrum befindet sich ein Ei mit Öse in einer sechsblättrigen Blüte zur Aufnahme der ovalen Anker-Laufkette. Die sechseckige Handhabe ist dekorativ mit einem Blattmuster verziert. Zwischen Nodus und dem Kastenaufbau sind dekorative Motive angebracht. Ein Motiv fehlt wie auch an den oberen Durchbruchfenstern einige Querbalken (Fenstersprossen) fehlen und das die Silberwandung an einigen Stellen gerissen ist. Ansonsten ist das Rauchgefäß in gutem Zustand. |
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Rauchfass, Schiffchen, 19. Jh., Gelbguss, Höhe 83 mm, Länge 140 mm, runder aufstrebender Fuß, Durchmesser ca. 70 mm. Darauf liegt ein Schiffchen, das durch ein Niet mit dem Fuß verbunden ist. |
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Siehe auch Orthodoxe Kirche / Weihrauchfass

2 Armreliquiare
Fotos: Marita Schlüter
Beschreibung und Deutungen zu den beiden Armreliquiaren, rechter und linker Arm mit Reliquien.
Sie wurden auf dem Kunstmarkt 2013 erworben, dokumentiert und restauriert. Die beiden Armreliquiare mit ihren Reliquien werden der Sammlung "Sakrale christliche Kunst"
im Interreligiösen Museum im Goldschmiedehaus Ahlen zugeführt.
Reliquie - die lateinische Interpretation für das deutsche Wort "Überbleibsel" ist ein körperliches Andenken an einen verstorbenen Menschen.
Reliquien von Heiligen oder auch Seligen sowie auch berühmter Persönlichkeiten, insbesondere in der katholischen Religion, nehmen eine prominente Stellung ein in der Verehrung aber auch in der Fürbitte und der Erinnerung.
Heilbringende Gebetsverbindungen werden begleitet und gestärkt durch das reale Zeugnis des Verstorbenen.
Die Reliquie braucht ein Gehäuse, ein kostbares Schaugefäß für den Zeige- und Segensgestus.
Was liegt näher, als den Reliquiaren eine Form zu geben, die den Inhalt optisch unterstützt, um nur einige zu nennen als Kopf-, Finger-, Hand-, und Armreliquiar.
Sie werden zum Gedenken bei Andachten, Fürbitten und zur Verehrung im kirchlichen
Bereich gezeigt.
Auch im profanen Bereich, in vielen Schatzkammern, Diözesanmuseen und Ausstellungen wie zur Zeit in der Ausstellung "Credo" in Paderborn werden Reliquiare zur Schau gestellt.
Das Interreligiöse Museum im Goldschmiedehaus Ahlen
erhält eine weitere Bereicherung.
Auf einem rechteckigen, geschnitzten, altarähnlichen Holzsockel, farbig gefasst und mit Gold belegt, steht jeweils ein schwarz drapierter Unterarm mit offener Hand.
In den beiden Händen zwischen Daumen und Zeigefinger befindet sich ein geschnitzter, dunkelgrüner Palmzweig.
Schon in der Antike ist der Palmzweig das Attribut für Würde und Sieg. Er gilt als Zeichen für Märtyrer lt. der Offenbarung 7.9 -14 .... und sie trugen Palmzweige in ihren Händen...
Beide Unterarme sind ausgehöhlt und präsentieren in einem barock geschnitztem mit Gold belegtem Holzrahmen hinter einer ovalen aus der Zeit stammenden Glasscheibe Knochenreste, Reliquien mit den Beschriftungen: S. Lauiria M. (S. Fauiria ?)
und S. Antoninus.
Die Authentizitäten der Knochenreste werden durch 4 Siegelbestätigt. Zwei dieser Siegel bei dem Reliquiar von S. auiria sind gebrochen und beschädigt. "Eine zuverlässige Identifizierung des Namens ist nur durch Autoroption möglich, aber ich bin kein Paläograph" teilte mir Prof. Dr. Arnold Angenendt, Münster, mit.
Reliquien des Hl. Antoninus Reliquien einer Heiligen
Fotos: Marita Schlüter
Die Reliquien, die sich im rechten Arm befinden, stammen vom hl. Antoninus, nicht dem hl. Antonius von Padua, dem Patron der Suchenden, sondern dem hl. Antoninus von Piacenza, früher Placentia in Italien,Schutzpatron von Piacenza.
Es ist schwierig, die Ereignisse und seinen Tod zu rekonstruieren.
Nach der Überlieferung war Antoninus ein römischer Legionär, der sich zum Christentum bekannte. Er wurde am 4. Juli 303 in der Nähe von Travo im Tal Trebbia gemartert und enthauptet. Zuvor aber hatte er das Christentum in Piacenza eingeführt.
Diese Daten stützen sich auf Annahmen und Vermutungen, sie werden jedoch nicht vollständig durch historische Quellen unterstützt.
Das älteste historische Dokument ist eine kurze Geschichte über die Entdeckung der Überreste des heiligen Antoninus gegen Ende des vierten Jahrhunderts zur Zeit des Bischofs Savino wahrscheinlich am 13. November 388.
Die Überreste, die Gebeine wurden an der Stelle gefunden, wo später die Kirche S. Maria in Cortina gebaut wurde. Die Reliquien wurden in die Basilika zu Piacenza übertragen, die heute dem Schutzpatron geweiht ist.
Eine Basilika ist eine Kirche mit bestimmten Privilegien, die ihr vom Papst verliehen wurden.
In der kirchlichen Liturgie werden in Piacenza zwei Daten von St. Antoninus festlich begangen, am 4. Juli sein Martyrium und am 13. November die Auffindung der heiligen Reliquien.
San Vittorio, erster Bischof von Piacenza, (322 - 357) erklärte Antoninus zum Patron von Piacenza und ließ 324 zu seinen Ehren die erste Basilika in Piacenza errichten. Sie wurde 903 restauriert, 1101 umgebaut, abermals im Jahre 1562 und ist noch heute Kirche. Die Überreste des Bischofs San Vittorio und der Soldaten befinden sich in Urnen unter dem Altar.

Die Basilika Sant’Antonino ist eine romanische Kirche in Piacenza. Sie ist dem Stadtpatron Antoninus von Piacenza (6. Jahrhundert) geweiht, dessen Grab sie auch beherbergt. Charakteristisch für die Basilika ist vor allem der vierzig Meter hohe achteckige Turm. Im Inneren der Kirche befinden sich vier große Gemälde von Robert de Longe (1645–1709), Reste von „Szenen aus dem Leben des heiligen Antonius“ von Bartolomeo di Groppallo.
Die beiden ovalen roten Siegel tragen das Kardinalswappen des Giacopo de Angeli, Erzbistum Urbino um 1690 und bestätigen die Authentizität der Gebeine des hl. Antoninus.
Durch die Erhebung der Gebeine, also die feierliche Überführung (Tranlation) in einen Reliquienschrein oder in ein Reliquiar wurde die Selig- oder Heiligsprechung nachdrücklich hervorgehoben.
Eine kleine Sensation auf dem Kunstmarkt.
Werner Fischer, Leiter des Interreligiösen Museum im Goldschmiedehaus Ahlen, ist es gelungen, einen Kupferstich des berühmten Goldschmieds und Kupferstechers
Jac. (Jacobus) Blondeau, sculp.
geboren: am 5.9.1655 in Antwerpen, gestorben: 1698 in Rom
tätig in Antwerpen, Paris und Rom,
Schaffenszeit: 1670-1698 in den Niederlanden und in Italien
zu erwerben mit dem Porträt und der Vita des
Kardinals Giacopo de Angeli,
der nun mit den beiden Armreliquiaren ausgestellt wird.
Kardinal Jacobus de Angelis
Das rechte Kardinalswappen auf dem Kupferstich ist identisch mit den beiden Siegeln, die sich auf dem Armreliquiar mit den Reliquien des heiligen Antoninus befinden.
Jakobus De Angelis (Pisis, Pisanus) wurde als Sohn einer angesehenen Familie am 16. Juni 1611 in der Erzdiözese Pisa geboren. Seine Eltern waren Franzisco Equite und Eleonora, Tochter des Kaufmanns Prinzivallis de la Stufa.
Drei Viertel des Jahres wurde er in Rom im Collegium Clementinum unterrichtet.
Seine Studien füllten ihn vollkommen aus aber wegen seines Gesundheitszustandes mußte er zurückkehren. Als er vollkommen genesen war, studierte er viele Disziplinen an der Universität Pisa. Er erhielt das Diplom Laurea Doktoralis am 17. Juni 1633.
Bald darauf ging er wieder nach Rom, studierte eine Zeitlang intensiv und verfaßte Schriften. Er kam gut voran auch mit Unterstützung seiner Frau De la Stufa.
Von jetzt an begann sein Aufstieg in die römische Kurie in der Zeit des Pontifex Innozenz X. und Alexander VII.
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Innozenz X. (eigentlich Giovanni Battista Pamphilj; * 6. Mai 1574 in Rom; † 7. Januar 1655 ebenda) war Papst von 1644 bis 1655. |
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Alexander VII. (* 13. Februar 1599 in Siena; † 22. Mai 1667 in Rom), eigentlicher Name Fabio Chigi, war von 1655 bis 1667 Papst der katholischen Kirche. |
Zu jener Zeit, um 1657 grassierten in großen Teilen Italiens Seuchen. Nach dem zwölfjährigen Virus gab es nicht mehr viele, die im Tribunal gesetzliches Stimmrecht hatten, wie berichtet wurde. Aber sobald sich die Kirche Christi gewissermaßen erholt hatte, wurde er 1660 zum Erzbischof des Bistums Urbino gewählt von
Papst Alexander VII. 1686 wurde er Kardinal.
Er fügte seinem Kardinalstitel de Angeli "Sanctae Mariae in Ara Coeli" hinzu.
In seiner Eigenschaft als Erzbischof und Kardinal war er sehr wohltätig. Finanziell half er dem Erzbistum Urbino, wie auch dem Kloster Peregrini in Monte Apernino.
Er stellte Regeln auf für die Dokumentation der Reliquien, ihre Wiedererkennung und Bewahrung.
"Um das Ganze herauszufinden, muß man sein Ersuchen ankündigen und größte Sorgfalt anwenden. Ferner muß man die heiligen Reliquien wiedererkennen, ihre Kapseln sorgfältig verschließen, das Authentikum und ihre Beschreibungen, besonders die Geschichte der Märtyrer, der Heiligen, mußten durch Beschriftungen des Bistums Urbinos bestätigt werden".
Gewöhnlich wurden die Übereinstimmung der Reliquien bedeutender Seelen wegen ihrer Herkunft, ihres Standes, ihres christlichen Begräbnisses nur bestätigt, weil man die Totenruhe nicht stören wollte.
Dies wurde während des Apostolats Innozenz XI. beendet.
Er setzte seine vielen Lehren "Piorum" an die Spitze.
De Angeli widmete sich ganz seiner Arbeit. Immer wenn der Zeitpunkt zu einer Zusammenarbeit mit Papst Alexander VIII. gekommen war, kehrte er zurück.
Zum wiederholten Male wurde er von Papst Innozenz XII. in ein neues Comitee berufen - es war seine dritte Einberufung - als ihn sein Vaterland, in dem er so erfolgreich gearbeitet hatte, zurückrief.
| Innozenz XII., bürgerlich: Antonio Pignatelli, (* 13. Juni 1615 in Neapel; † 27. September 1700 in Rom) war von 1691 bis 1700 Papst. |
Kardinal de Angeli verstarb am 15. September 1695. Sein Leichnam wurde begraben in der
Kirche Fratrum Minorum Sancti Francisii (Franziskus) in Rom
Aber wie der Kardinal vorher selbst in seinem Testament bestimmte, sollten seine Gebeine in seine Titular-Kirche Sancta Maria de Ara Coeli in Rom überführt werden.
(Kardinal De Angelis war von 1686 bis 1695 auch Kardinalpriester in dieser Kirche)
im Zentrum Roms auf dem Kapitolinischen Hügel
zwischen der Piazza Venezia und dem Palazzo Nuovo am Kapitolsplatz.
D. O. M.
Kardinal De Angelis von S. Mariae de Ara Coeli
geboren 1611
Lebte nicht für sich, sondern für das christliche Volk
Unterstützer der päpstlichen Anweisungen von Innozenz XI.
Zum Kardinal berufen 1686
Gestorben in Etruria 1695
Sein Leichnam wurde mit Sorgfalt hierher getragen
Marchio Ritter und Prior von St. Stefanus
Johannes Philippus, Neffe des Bruders
Anno 1701
Das Interreligiöse Museum im Goldschmiedehaus Ahlen bemüht sich um ein Foto vom Grab des Kardinals de Angeli in Rom.
Leider ist es noch nicht gelungen, die Identität der Heiligen im 2. Armreliquiarzu erforschen.
2013 wurden die beiden Reliquiare von Marita Schlüter, Diplom-Restauratorin für Gemälde und Skulpturen, konserviert und restauriert.
Wappen und Siegel
Der Kupferstich mit dem Porträt des Kardinals de Angelo, gestochen von Blondeau, stellt neben den schriftlichen auch zeichnerische Erkenntnisse des Wappens dar.
Links oben das päpstliche Wappen von Papst Innozenz XI. mit Tiara und 2 Schlüsseln. Die beiden Schlüssel auf dem Papstwappen erinnern an die Schlüsselgewalt Petrus, den ersten Papst, den ersten Bischof von Rom und die Bibeltexte:
Ich will dir die Schlüssel des Himmelreichs übergeben:
"Alles was du auf Erden bindest, soll auch im Himmel gebunden sein. Was du auf auf Erden löst, soll auch im Himmel gelöst sein". Matthäus 16,19
Das zweite Wappen rechts oben gehört zum abgebildeten Kardinal de Angelo mit Kardinalshut (galero) und den seitlichen Quasten, dem Vortragskreuz für den Erzbischof im Kardinalsrang. Im Wappenschild präsentiert sich ein Engel mit Flügeln (de Angeli), mit Palmwedel und Füllhorn. Der Engel steht auf einem Sternenpodest.
Das gleiche Wappen befindet sich auch als Siegelabdruck auf dem Armreliquiar mit den Reliquien des heiligen Antoninus von Piacenza.
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Reliquiar vor 1500

Reliquiar - Turmreliquiar - Donninus
Kupfer, vergoldet, getrieben, graviert, Glas
Maße: Höhe 410 mm, Breite des Schaugefäßes 70 mm, Durchmesser des Fußes 120/170 mm
Die Basis zeigt eine typische gotische Fußform in der Art eines sechsseitig geschweiften Sternes.
Die Seiten sind abgesetzt und mit einer umlaufenden Punktreihe verziert.
Eingravierte florale Ornamente beleben die Zwickel der Oberseite des Sternes. Ein nochmals aus dem Stern hervorgetriebener Rundfuß, der mit einer gravierten Sechspassrosette verziert ist, leitet zum sechsseitigen Schaft des Reliquiars über.
Der Schaftsockel ist mehrfach profiliert. Ein gewalmter sechskantiger Nodus mit einer vorspringenden Sechskantplatte unterteilt den Schaft in zwei Hälften. Der sehr schlanke Schaft trägt die Laterne des Reliquiars, die aus einem viereckigen Glasgehäuse mit über Eck gestellten Pfeilern geformt wurde.
Hinter vier Fensterrahmungen aus kleinen Rundbögen, die an den Seiten mit Säulenkapitellen abschließen, ist die Reliquie, ein Knochenstück des heiligen Domninus (gestorben 304 ?) auf rötlichem Textilgrund aufgenäht.
Ein Papierstreifen mit der Beschriftung S. Domninus M 9. October. kennzeichnet die Reliquie.
Dechant Paul Röschenbleck hat im November 1985 im Martyrium Romanum und acta Santorium (Heiligengeschichte) nachfolgende Information erfahren:
Der Schriftsatz im Reliquiar Domninus M 9. October
Bei Julia im Gebet von Parma an der claudischen Strasse wurde gemartet der hl. Blutzeuge Domninus. Unter Kaiser Maximus (Nachfolger des Kaisers Constantin) wollte er der wütenden Verfolgung ausweichen, wurde aber von den Verfolgern ergriffen. Vom Schwert durchbohrt (bei der letzten Christenverfolgung) fand er ein ruhmvolles Ende.
Fest: Am 9. Oktober
Eine Begutachtung der Reliquie fand durch den Chirurgen Dr, Thomas Haug, Ahlen, anno 2009 statt mit dem Ergebnis, dass es sich hierbei um einen Knochenteil handelt.
Im Marthyrium Romanum steht:
Bei Julia im Gebet von Parma an der claudischen Strasse wurde gemartet der Blutzeuge Domninus. Unter Kaiser Maximianus (Nachfolger Kaiser Constantin ) wollte der wütenden Verfolgung ausweichen, wurde aber von den Verfolgern ergriffen. Vom Schwert durchbohrt (bei der letzten Christenverfolgung) fand er ein ruhmvolles Ende.
Eine Begutachtung der Reliquie fand durch den Chirurgen Dr. Thomas Haug, Ahlen, anno 2009 statt, mit dem Ergebnis das es sich hierbei um ein Knochenstück handelt.
Ein viereckiger Kegel verschließt das Gefäß von oben mit einem Scharniergelenk. Die Dachseiten sind mit Krabben befestigt und auf straffiertem Grund verziert. Eckfialen und ein umlaufender Zinnenfries runden den Eindruck einer Turmspitze ab. Eine ursprünglich vorhandene Turmbekrönung ist abgebrochen und nicht mehr vorhanden.
Der Vergleich mit parallelen Werken, hier vor allem ein gleichgestaltetes Reliquiar im Bayerischen Nationalmuseum in München (Inv. Nr. 3572 MA), läßt vermuten, dass es ein Kreuz gewesen ist.
Der hl. Domninus von Fidenza zählt zu den im italienischen Raum besonders verehrten Heiligen. Als angeblicher christlicher Kammerdiener des Kaisers Maximilian wurde er 304 bei Fidenza/Italien enthauptet. Der Tag seines Martyriums wird jeweils am 9. Oktober gefeiert. Besondere Verehrung erhält er immernoch in Fidenza, Italien.
Weitere Recherchen des Märtyrer Domninus oder Donninus oder auch Doninus weisen auf einen Soldaten, einen römischen Offizier in Trier hin, der auf der Claudischen Straße nach Rom enthauptet wurde.
In den Korrespondenzen mit Museumsdirektor Gianpaolo Gregori erfahre ich (Werner Fischer) über den Stadt- und Kirchenpatron der Stadt Fidenza in Italien:
In Fidenza befindet sich unter dem Altar der Crypta der Kathedrale ein fast vollständig erhaltenes Skelett des S. Donnino, das – über dessen Umfang man berichtet hat – 1853 wiederentdeckt wurde in einem unterirdischen romanischen Altar des II. Jahrhunderts.
Ich, Museumsdirektor Gianpaolo Gregori hatte die Gelegenheit, 2006 bei der letzten Rekonstruktion dieses Skeletts dabei zu sein, die angeführt wurde in Anwesenheit eines
Paläopathologen aus Parma, der festgestellt hat, dass das Gerüst richtig zusammengefügt war.
Die dortigen Bestände sind aber unkomplett deswegen, weil die Existenz eines Fragments einer Reliquie in Ahlen (müßte wissenschaftlich geklärt werden) in Zusammenhang steht mit der derzeitigen Situation und stellt ein geschichtliches Problem dar, das ich zu lösen versuche, seit ich davon Kenntnis bekommen habe.
In Fidenza behauptet man, dass der Korpus des gemarterten Patrons von dem Ort entfernt wurde, wo er aufbewahrt wurde und im Jahre 1178 hat man ihn provisorisch in der Kirche S. Pietro untergebracht, während man die Crypta des Domes, wo man ihn 1207 unter dem Altar des neuen Altares untergebracht hatte, erneuert hat. In diese Epoche fällt auch das Einsetzen des Zahnes des Heiligen in den romanischen Kelch des hl. Donnino.
Eine andere Relique existiert in der Nähe von Fidenza seit 1853, wo sie in einem silbernen Armreliquiar von 1720 in der Kirche des S. Donnino in Montecchio Emilia (Provinz von Reggio Emilia) aufbewahrt wird.
Man weiß nicht, wann die Reliquie von der Kirche gekauft wurde, die auf das 12. Jahrhundert zurückgeht (das hängt mit der Diözese von Parma zusammen) aber ich vermute, dass sie nicht vor dem 16. Jh. dort angelangt ist.
Aber in 1488 hat man unter dem Altar der Krypta des Domes eine geschnitzte Marmortruhe aufgestellt von einem lombardischen Künstler (die den Korpus niemals beinhaltete!). Ich halte es nicht für unwahrscheinlich, dass man in diesem Fall eine neue Erkenntnis machen muss über den Korpus des Patrones, obwohl es dokumentiert ist, könnte durch die Existenz der Reliquien in Montecchio und in Ahlen der Beweis erbracht werden. Anders ist das nicht zu erklären.
Soweit der übersetzte Text des italienischen Museumsdirektors.
Bereits vorher im Jahre 1997 war das Ehepaar Fischer für mehrere Tage auf den Spuren des hl. Domnino in Fidenza und nahm auch an den Feierlichkeiten des 9. Oktobers teil.
Reliquiar, Reliquienbüste St. Emilio, Spanien 18. Jh.

Kupfer, versilbert, vergoldet, getrieben, ziseliert, punziert (über Holzkern geformt) Maße: Höhe 620 mm, Breite 263 mm, Sockelbasis 120 x 173 mm, Marken: keine.
Die Reliquenfigur des Heiligen erhebt sich über einem rechteckigen Postament mit gestuftem Fußgesims. Der aus Holz gearbeitete Sockel ist nur an der Schauseite mit Metallbeschlag, aus dem eine heraldsiche Lilie herausziseliert wurde, verziert.
Die Büste zeigt das aus Metall getriebene und ziselierte Bildnis eines Heiligen (St. Emilio), angetan mit Messgewand (Pluviale) und Mitra. Das Messgewand ist reich verziert.
An der Rückseite ist der Holzkern sichtbar; im Gegensatz zum Kopf, der vollplastisch ausgetrieben ist. Die zweiteilige Mitra ist aufgesetzt. Sockel, Meßgewand und Mitra sind untergrundig mit einer Kreispunze punziert.
Das Gesicht des Heiligen ist frontal ausgerichtet. Sein Bart und Haupthaar fällt in Locken herab. Auf der Brust des Heiligen ist eine ovale Fassung mit Boden eingesetzt, die ursprünglich der Ort der Reliquenkapsel gewesen ist.
Die Ausführung der Arbeit läßt auf ein hohes Können des Ziselleurs schließen.
Literatur: Werner Fischer, Sakrale Kunst Seite 106
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Fassadenreliquiar, Neapel 1736, Silber,

getrieben, ziseliert, punziert, graviert, auf geformten und grundierten Holzkern aufgezogen.
Maße: Höhe 400 mm, Breite der Schmuckfassade ca. 138 mm, Sockelbreite 131 mm, Sockeltiefe 89 mm.
Marken: Beschauzeichen der Stadt Neapel 1736 (Rosenberg 3. Band, 7404). Wardeinstempel der der Stadt Neapel 1736 (Rosenberg 3. Band, 7411)
Inschrift: NIC. DE BLASIO ET LAV. DE NEAP. EX D. IOS.CESA!. A.D. 1736
Auch um die Zeit nach Christi Geburt war der Kuss als Begrüßung üblich, denn der Evangelist Markus berichtet (14,44) "Der Verräter (Judas) hatte mit ihnen ein Zeichen vereinbart und gesagt: Der, den ich küssen werde, der ist es. Nehmt ihn fest, führt ihn ab und lasst ihn nicht entkommen." Es war das Zeichen für die römischen Besatzungs-Soldaten, den Menschen Jesus, geboren in Bethlehem, zu verhaften.
Reliquiar in Form eines barocken Fassadenreliquiars, das seiner Funktion nach auch Kußreliquiar genannt wird. Der Griff an der Rückseite dient dazu, dass den Gläubigen an besonderen Festtagen das Reliquiar zur Berührung oder zum Kusse gereicht werden konnte.
Die Schauseite des Reliquqars ist aus einer getriebenen und ziselierten Reliefplatte gestaltet, die auf einem geformten und grundierten Holzkern aufgenagelt ist.
Aufbau, Form und die ornamentale Gestaltung des Silberreliefbeschlages bestätigen die Herkunft aus der Zeit des italienischen Barocks.
Der Sockel ruht auf zwei Volutenfüßen. Als weitere Stütze dient auf der Rückseite ein Volutengriff aus Holz. Über dem Schaft mit angedeutetem Nodus erhebt sich die große Schmuckfassade mit einem ovalen Schaugefäß in der Mitte.
Die Oberfläche des Silberbeschlages ist durchgehend mit ziselierten C-Bögen und Akanthusblättern verziert. Das Schaugefäß mit der Reliquie wird zusätzlich an beiden Seiten von Engeln flankiert, die auf den C-Bögen ruhen. Am oberen Ende bekrönt eine Heiligendarstellung das Reliquiar. Sie ist von Wolken umhüllt und mit den Attributen Stab und Buch sowie einem Hundekopf versehen. Bekleidet ist der Heilige mit einer Mönchskutte.
Die Reliquie selbst wird gesondert in einer kleinen ovalen Dose mit verglastem Deckel aufbewahrt. Die Überreste sind auf einem rautenförmigen Papier und Textilgrund aufgeklebt. Ein Beschriftungsband kennzeichnet die Reliquie: S. Ludovici Reg.
Um die Echtheit der Reliquie zu dokumentieren, ist auf der Rückseite ein Siegel angebracht; ein beigefügtes Echtheitsschreiben, die Authentik, fehlt jedoch. (Fadenreste an alter Versiegelung).
Literatur: Werner Fischer, Sakrale Kunst, Seite 100
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Reliquiar, Reliquienmonstranz, süddeutsch,
3. Viertel 18. Jh., Korallen

Kupfer, vergoldet, getrieben, ziseliert, punziert, gegossen,
Maße: Höhe 348 mm, Durchmesser des Fußes 11 x 132, Marken: keine
Strahlenmonstranz im Stil des Rokoko. Das Schaugefäß mit Strahlenkranz erwächst aus dem Schaft mit querovalem Fuß. Die mit Rocaillen und kleinen Blüten herausgetriebene und zieselierte Wölbung des Fußes steht auf einem breiten überkragenden Rand. Von vier in sich nur leicht geschwungene Stege unterteilen die Oberfläche in vier Felder und leiten zum runden Schaftanstieg über.
Die Stilistik des Rokoko setzt sich fort in der Gestaltung des Knaufes, der als kleine Balustervase gestaltet ist und mit Volutenstegen und Muschelornamenten verziert ist. Aus dem auf diese Weise zum Zierelement aufgelösten Schaft erwächst das Schaugefäß, das mit einem Strahlenkranz mit bekrönendem Kreuz hinterlegt ist. Eine vorgelegte Schmuckfassade aus Rocailleornamenten ist mit vier Schrauben befestigt. Die Schraubenköpfe sind mit vier roten Korallen im Cabochonschliff verziert.
In der Mitte der Schmuckfassade ist das Reliquiengefäß in Form eine Kreuzes eingesetzt. Die Sichtöffnung ist mit Rahmenwerk aus Rocaillen umgeben und mit einer Innenzarge verdeckt zu schließen.
Literatur: Werner Fischer, Sakrale Kunst, Seite 102
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Reliquiar, Reliquienkapsel, Österreich (Wien)
18. Jahrhundert,
Messing, Kupferdraht, vegoldet, Silberband, Maße: 72 x 60 mm, Marken: keine

Ovale, flache Reliequiendose (Klosterarbeit), die mit einem Scharniergelenk zu öffnen ist. Deckel- und Bodenfläche sind jeweils leicht nach außen gewölbt. Eine Öse mit Ring dient der Aufhängung.
Die beiden Innenseiten sind verschiedene Berührungsreliquien, die in Gaze gewickelt und mit einem Beschriftungsbändchen versehen sind, auf grünem Textilgrund befestigt und mit Filigrandraht und Perlchen kunstvoll eingefaßt. Sie sind kreisförmig um die Mitte angeordnet, in der zwei größere Reliquien befestigt sind: Marienreliquien und ein Teil der Hand der hl. Anna.
Nicht alle Reliquien können zugeordnet werden. Auf kleinen Schriftbändern befinden sich folgende Namen:
S: Hiboldi: M, steht für Märtyrer, S. Felicis: M, S: Fructuosi: M, S: Salvati: M, S: Faustinae: M,
S: Victorini: M, S: Severini: M, S: Incogniti:M, S: Maurili: M, S: Pacifici: M, S: Dariae: M, S: Urbani: M, S: Placiti: M, S: Martini: Epic, S: Candidae: M, S: Liberati: M, S: Mureae: M
Die Anordnung und Sammlung mehrerer Reliquien in einer Dose, wie das Beispiel belegt, entsprang der Vosrstellung, dass eine Häufung der Reliquien ihre Funktion als Kraftzentrum verstärkt.
Literatur: Werner Fischer, Sakrale Kunst, Seite 112
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Reliquienkapsel, ovaler Silberrahmen, ca. 30 mm x 25 mm, doppelseitig verglast. Am äußeren Rahmen befinden sich rote Siegellackreste.

Im Zentrum der Kapsel liegt ein Holzkreuz aus zwei Balken. Es ruht auf rötlichem Stoff. Das Kreuz ist umgeben von einer sogenannten Klosterarbeit mit goldfarbenen Schnörkeln und Spiralen.
Eine Reliqienkapsel zur häuslichen Andacht. Eine gesicherte Datierung liegt nicht vor.
Nach dem Glasbefund und anderer Merkmale dürfte sie vor 1800 entstanden sein.
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Reliquienkapsel, oval, Messing, versilbert,
Bodenplatte 46 mm x 34 mm, darauf eine ovale Fassung in 11 mm Höhe, den Abschluß bildet ein Glasrand.
In der Kapsel sieht der Betrachter auf rotem Untergrund vier rechteckige Papierstreifen, die von oben nach unten beschriftet sind mit:
s. Eligii E.C. Sankt Eligius, französischer Goldschmied, Minister, Priester, Bischof
s. Johann. a Cruce C.D. Johannes v. Kreuz (1542-1591) Reformer d. Karmeliter Ordens
s. Vinc. Ferr C. Die Vita muß noch erforscht werden
s. Clotildis Reg. * um 474 † 544 Königin der Franken, als Heilige verehrt.
Oberhalb der Namen befinden sich auf rautenförmigem Papier jeweils Relikte von den genannten Personen.
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Reliquienkapsel, Silber? ca. 33, 5 mm x 27,6 mm x 6 mm.
Die äußere dekorative Umrandung ist fast verschwunden. Auf dem Rahmenrand befinden sich Reste von Siegellackrückständen. Der ovale Rahmen ist beiderseits noch original verglast.
Auf der Vorderseite der Kapsel sind im Zentrum 2 braune kleine Naturholzbälkchen kreuzweise angeordnet sind. Die weiteren Felder sind mit sogenannten Klosterarbeiten dekorativ gestaltet.
Das Alter der Reliquienkapsel dürfte in das 17 Jahrhundert datiert werden
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Reliquienkapsel, 19. Jh., Silberfassung , oval, 50 x 43 mm in Anhängerform

Dekorative Vorder- und Rückseite, ovale Durchlauföse.
Eingefaßt sind die Reliquien und die Silber-Deko in einer Fassung mit beidseitig angebogenen Krallenleisten. Als Umrandung der Fassung dient ein profilierter, gedrehter, geschwärzter Silberstreifen, der sich spiralförmig um den gesamten Anhänger legt.
Hinter einem ovalen Glas mit breiter Facette und starken Abnutzspuren erscheint im Zentrum ein Oval, um das sich weitere sechs Ansätze von Rundbögen in weißer Farbe gruppieren.
Oval- und Halbrundbögen sind beschriftet. Im Innern der mit Gold umrandeten Rundbögen befinden sich auf rotem Untergrund ungleiche Knochenbröckchen. Die Rundbögen werden von einem weißen Oval umschlossen, das von sechs blauen rechteckigen Feldern unterteilt ist. Die gleiche Anordnung befindet sich auf der anderen Seite, jedoch mit zwei Unterschieden: das ovale Glas hat leider einen Riss - ist gebrochen - und im Anhänger-Zentrum befindet sich statt des Ovals ein Herz, in dem die Reliquie ruht. Da die Gläser nicht ausgefaßt wurden, können die Beschriftungen kaum entschlüsselt werden. Vor allen Namen steht ein S. Man kann davon ausgehen, dass es sich um Reliquien von Heilgen handelt. Falls hinter den Namen ein M erscheint, haben die Heiligen ein Martyrium erlitten.
Im Anhänger befinden sich insgesamt 26 Felder für die Aufnahme von Knochenresten. Viele Heilige werden in besonderen Lebenssituationen angerufen und um Hilfe bei Gott gebeten
z. B. die 14 Nothelfer. Somit war die Anhäufung von Reliquien durchaus verständlich. Der Reliquienanhänger ist ein Weihnachtsgeschenk 2005 von Renate und Claus Pohl aus Duisburg an das Ehepaar Anni und Werner Fischer.
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Reliquienkasten, süddeutsch, Klosterarbeit um 1800

Maße: Rahmen 313 x 275 mm, Tiefe 50 mm
Reliquienkasten in Form eines Bilderrahmens mit Glasabdeckung. Im Innern ist auf geprägtem Silberpapiergrund ein "Jerusalemer Kreuznagel" auf ein Samtkissen
aufgenäht. Ein angebundenes Papiersiegel dient als Echtheitszertifikat. Dem Oberteil des geschmiedeten Eisennagels ist eine Krone aufgesetzt. Als Umrandung des Nagels sind spiralförmige Gold- und Silberdrähtchen kunstvoll zu einer Bordüre angeordnet.
Zu beiden Seiten des Nagels befinden sich zwei Agnus-Dei-Medaillons (Apostel Paulus und Bartholomäus), deren Umrandungen ähnlich verziert sind wie der Nagel. Am oberen und unteren Ende des Nagels sind vier Reliquien mit Schriftbändern kunstvoll in Blumenmotive aus gewickeltem Silber- und Golddraht mit goldener und silberner Filigranstickerei, die mit farbigen Steinen und Perlen verziert ist, eingebettet. (leonisches Dekor).
Auf der Rückseite ist der Reliquienklasten mit Seidenstoff beklebt, der einen Schlitz enthält. Ein dort angebrachter Zettel trägt die Aufschrift:" Hier befindet sich die Authentika 1889." Leider ist diese nicht mehr vorhanden.
Schriftbänder kennzeichen die Reliquien mit den Namen:
St. Innocenti P.M., St. Margaretha J.M., St. Gaudenti M. und St. Reliquie M.
Literatur: Werner Fischer, Sakrale Kunst, Seite 114
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Reliquiar Kreuz, Spanien, 18. Jahrhundert, Glas, Silber

getrieben, ziseliert, Maße: Höhe 472 mm, Breite 407 mm, Marken: keine
Großes Glaskreuz mit facettiertem Rand, das von einem Rahmen aus getriebenem Silber eingefaßt wird.
Die sich nach außen hin verdickenden Kreuzbalken sind an den Enden abgerundet und mit weitausladenden Verzierungen aus ziseliertem Silber mit barocken Blattmotiven auf schraffiertem Grund ausgeschmückt.
Perlstäbe bilden jeweils die Übergangslinien zum Glaskörper des Kreuzes. Auf dieses Kreuz sind sechs kleine Reliquienkapseln aufgeschraubt. Sie sind in der Form eines rechteckigen Kästchens gestaltet, die mit einer kartuschenähnlichen Schmuckfassade abgedeckt sind und hinter einer ovalen, verglasten Sichtöffnung die Reliquien zeigen.
Diese Berührungsreliquien sind mit einem kleinen Papierstreifen gekennzeichnet, auf dem der Name des Heiligen genannt wird.
San Basileo, San Boni, San Felix, San Amado, S. Cirrlo. Aufgesetzte Wachsperlen umgeben den Schriftzug kreisförmig.
Die Reliquienkapsel, die in die Mitte des Kreuzes gesetzt wurde, bewahrt eine Kreuzreliquie aus zwei Holzsplittern, die in Kreuzform angeordnet sind und zusätzlich von einem kleinen Medaillon mit geschnürter Umrandung eingefaßt sind.
Gegenüber den anderen Reliquienkästchen beinhaltet die Mitte acht Wachsperlen, die sich kreisförmig um die Kreuzreliquie anordnen.
Ornamental aufgelöste Flammen oder Strahlen aus ziseliertem Silber breiten sich vom Schnittpunkt der Kreuzbalken in den Zwischenräumen des Kreuzes aus und unterstreichen den Eindruck eines strahlenden Prachtkreuzes.
Die Transparenz des Glases und die geschickte, nicht sichtbare Aufhängung vermitteln dem Betrachter den Eindruck, als wenn das Kreuz schwebe.
Literatur: Werner Fischer, Sakrale Kunst Seite 110
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Reliquienkreuze für den privaten Gebrauch


Gesamthöhe: ca. 74 mm
Breite: ca. 42 mm
Tiefe: ca. 7 mm
Material: Messingguss
Land: getragen im Münsterland
2. Hälfte 19. Jahrhundert
Die kleinen Reliquienkreuze, die mit einem Scharniergelenk aufklappbar und am unteren Ende mit einem Schraubverschluss zu schließen sind, enthalten im Inneren die Berührungreliquien von 17 Heiligen und ein AGNUS DEI auf rotem Grund mit Goldpapier dekoriert.
Den Schnittpunkt der Balken ziert ein hochovales Madonnenbild, das Werler Gnadenbild, in einem Kloster- und Wallfahrtsort im südlichen Westfalen. In den Schnittpunkt des flachen Vorderteils ist ein kleines Medaillon mit der Darstellung Mariens eingesetzt. Die Vorderseite des Kreuzes ziert ein halbplastischer Korpus mit der INRI-Tafel. Unterhalb des Gekreuzigten steht Maria als Schmerzensmutter.
Die Rückseiten der beiden Kreuze zeigen ein flammendes Herz in der Dornenkrone und die Arma- Christi-Motive. Am oberen Ende des Längsbalkens befindet sich ein Loch, in dem ein Öse eingehängt ist.
Das Kreuz als Symbol neuen Lebens und der Erlösung des Menschen durch den Glauben an Gott wird durch die im Inneren aufbewahrten Reliquien von Heiligen, die diesem Ruf gefolgt sind, in seiner Aussagekraft verstärkt. Zugleich wird die Segenskraft des Kreuzes durch die heilende und heiligende Wirkung der Reliquien vermehrt.
Diese Kreuze waren im Besitz und Gebrauch der mütterlichen Großeltern von Werner Fischer, Adolf Suermann (1836 - 1909), Horst bei Werne, und seiner Frau Anna Suermann, geb. Rasche (1847 - 1926) aus Beckum. Der Ort Horst gehörte zur St. Christophorus Gemeinde in Werne, die jährlich eine Fuß-Wallfahrt nach Werl durchführte.
Auch das Ehepaar Caspar (1893 - 1978) und Jovita (1887 - 1976) Fischer, geb. Suermann, folgten dieser Tradition.
Devotionalien konnte man am Wallfahrtsort Werl wie auch in anderen Gnadenorten erwerben. Sie wurden meist von den anwesenden Patres gesegnet.

Segensrelquiar St. Bartholomäus, Ahlen
ca. 32x19,5 cm
Zwischen 1953 und 1955 kam Herr Dechant und späterer Propst Theodor Scheiermann der St. Bartholomäus-Kirche in Ahlen von einer Romreise zurück, bei der er aus dem Vatikan eine Reliquie des hl. Bartholomäus mitgebracht hatte, die er in einem kleinen Döschen aufbewahrte.
Er bat Werner Fischer, ein Kussreliquiar zu entwerfen und zu fertigen, das nach der hl. Messe am Bartholomäustag, dem 24. August, den Gläubigen vor der Kommunionbank zum Kuss gereicht werden sollte. Viele Kirchenbesucher machten von der Möglichkeit des Friedenskusses in St. Bartholomäus Gebrauch - auch ich.
Jedoch sorgten die Vorboten des Zweiten Vatikanischen Konzils für eine andere Denkweise.
Dechant Paul Röschenbleck hatte 1977 im Kunsthandel einen antiken Barock/Rokokoschrein erworben, in dem das Kussreliquiar nicht unterzubringen war.
Ich entwarf und fertigte in Abstimmung mit Herrn Dechant Röschenbleck ein neues Reliquar an, das einen Teilabschnitt der Lebensgeschichte des heiligen Bartholomäus - auch Natanael genannt - reflektierte. (Die Kunst des Handelns, Seite 199)
Bis zum Abschied von Dechant Paul Röschenbleck im Jahre 1990 wurde der Schrein mit dem Reliquiar an hohen Feiertagen in St. Bartholomäus aufgestellt.
Die späteren geistlichen Nachkommen in St. Bartholomäus hatten andere Bildansichten. Schade. Ein internationales Sprichwort sagt: ein Bild sagt mehr als tausend Worte.
Reliquiar in Form einer kleinen Strahlenmonstranz, deutsch (?) 18. Jh., Granate

Silber (Fuß und Schaft), vergoldet, getrieben, ziseliert, Bronzelegierung (Schaugefäß mit Strahlenkranz), gegossen und nachziseliert Maße: Höhe 325 mm, Durchmesser des Fußes 117/125 mm Marken: keine
Der leicht ovale Fuß steht auf einem überkragenden, gekurften Rand. Die Wölbung ist hoch herausgetrieben und steigt zum runden Schaftsockel auf. Vier breite Stege gliedern die Oberfläche in annähernd vier gleich große Felder, die mit ziselierten Spiegelkartuschen, C-Bögen und floralen Elementen verziert sind.
Um den Schaftsockel legt sich ein hängender Blattfries. Ein großer, birnenförmiger Nodus ergänzt den Schaft. Er ist in Anlehnung an die Ornamentierung der Fußwölbung durch drei Stege gegliedert; in die Zwischenfelder sind unterschiedliche Blüten mit Blattgehängen eingesetzt.
Das Schaugefäß ist von einem Strahlenkranz hinterlegt und mit einem kleinen Kreuz bekrönt. Die Mitte des Kreuzes ziert ein eingefaßter Granat. Eine doppelte Schmuckfassade aus Blumen- und Kranzgebinden (Festons genannt) rahmt die kreisrunde Sichtöffnung ein, um die zusätzlich 12 Granate in geschlossener Fassung gesetzt wurden.
Das Schaugefäß mit dem Strahlenkranz unterfängt eine verhältnismäßig große, schalenförmige Rocaille, die an den Seiten weit ausgezogen wurde. Die unterschiedliche Materialbeschaffenheit von Schaugefäß und Fuß/Schaft sowie die auffällige unterschiedliche Stilistik begründen die Annahme, dass es sich bei diesem Werk der Goldschmiedekunst um ein zusammengesetztes Objekt aus unterschiedlichen Zeiträumen handelt. (Fuß/Schaft Mitte 1. Hälfte 18. Jh.; Schaugefäß Ende 18. Jh).
Ein mit Nieten befestigtes Scharniergelenkteil unter dem Boden des Fußes legt es nahe, dass im Innern der Wölbung das beigefügte Authentikum aufbewahrt wurde.
Literatur: Werner Fischer, Sakrale Kunst, Seite 108
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Monstranz, Reliquiar, Kupfer, Silber, vergoldet, gegossen, getrieben Maße: Höhe 700 mm, Fuß 194 x 153 mm
Reich verzierter Reliquienbehälter in Form einer Turm-Monstranz. Der querovale, passförmige Fuß ist in den Zwickel spitz ausgezogen. Über eine doppelte Zarge, die mit maßwerkähnlichen Ornamenten gefüllt ist, hebt sich der Fuß gestuft zum vielseitigen Fußhals an. Der Schaft selbst ist zu einem kleinen architektonischen Turmmodell ausgstaltet Der Turm ruht auf einem breiten, gekappten Sims, an dem ein langer, gekrabbter Blattfries frei herunterhängt. Zwischen den über Eck gestellten und weit ausladenden Strebepfeilern und kleinen Fialen zieren große gotische Spitzbogenfenster mit Maßwerk in Durchbrucharbeit die Seitenflächen des Turmes. Oberhalb und unterhalb wird der Schaft/Nodus von einer kräftig hervorspringenden, vierseitigen, gekappten Platte begrenzt. Zum Schaugefäß erweitert sich der Schaft zu einem vierseitigen Trichter. Das Schaugefäß, in Form eines Turmes, ist auf der Vorder- und Rückseite verglast. Der Turmaufsatz baut sich über einem gekehlten, mit gekapppter, viereckiger Platte unterteilten Schaft zu einem kleinen, eigenständigen Turmgebilde auf. Die Spitze ist mit einer Kreuzblume bekrönt. Rechteckige (!) Fenster mit Maßwerkdurchbrüchen unterstreichen den Architekturcharakter. Ob es sich bei diesem Schaubehälter um ein Reliquiar oder um eine Monstranz handelt, läßt sich nicht eindeutig festlegen. Ein Stift in der Mitte des Schaubehälters kann sowohl der Befestigung einer Lunula als auch einer Reliquie gedient haben. Die Monstranz oder das Reliquiar wurde repariert und restauriert. Es wurden Teile ersetzt, von denen man annehmen kann, daß sie in jüngerer Zeiten neu erstellt wurden, um den sakralen Gegenstand seiner eigentlichen Bestimmung wieder zuzuführen. Marken oder Meisterzeichen wurden nicht gefunden. Literatur Werner Fischer, Sakrale Kunst, Seite 96 |
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Kreuz, Versehkreuz mit Chrisamgefäß (Provisur-Pyxis), deutsch, Raum Ibbenbüren 1786,

Bronzelegierung, gedrückt, gegossen, gesägt, graviert, Maße: Höhe 192 mm, Durchmesser des Fußes 63 mm, Durchmesser des Kreuzes
96/99 mm, Durchmesser der Hostiendose 39 mm, Durchmesser des Chrisamgefäßes 25 mm, Marken: Jahreszahl 1786 gepunzt, "BR 45" graviert.
Versehkreuz mit Chrisambehälter auf kleinem, rundem Fuß.
Die glatte Fußoberfläche wölbt sich über einem überkragenden Rand zum runden Schaft, der das Chrisamgefäß in der Form eines einfachen Zylinders trägt. Der Schaft ist in der Mitte stark profiliert. Der Deckel des Gefäßes ist mit einem Scharniergelenk zu öffnen. Auf ihm steht mit einem kleinen, gekehlten Schaft das Kreuz mit der Hostiendose in der Mitte.
Die flachen Kreuzenden des griechischen Kreuzes sind geschweift. Strahlenbündel, die in die Zwischenräume gesetzt sind, betonen das Zentrum mit der runden, flachen Hostiendose. Während die Rückseite leicht nach innen gewölbt ist, weist der Deckel eine Wölbung nach außen auf. Die Schauseite zeigt die gravierte Darstellung des Gekreuzigten in volkstümlicher Wiedergabe. Umrahmt wird das Bildmotiv von ringförmigen Profilierungen, die den Rand des Deckels gestalten. Der äußere Rand ist gekordelt. Die Hostiendose ist mit einem Klemmverschluß und einem Scharniergelenk zu öffnen.
Eine lange Kette (Erbskette - nicht ursprünglich), die durch zwei Ösen an dem Chrisamgefäß und durch zwei Ösen an den Enden der Kreuzbalken geführt wird, ermöglicht das Tragen des Versehkreuzes mit dem Chrisamgefäß auf der Brust des Geistlichen während des Versehganges.
Das Gefäß ist handwerklich gut ausgeführt. Angesichts der vernieteten Löcher kann man davon ausgehen, dass die Kreuzbalken mit dekorativen Elementen (religiösen Symbolen?) versehen waren.
Literatur: Werner Fischer, Sakrale Kunst, Seite 88
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Etui für die Pyxis Pyxis Vorderansicht

Pyxis geöffnet, Vorderansicht

Pyxis geöffnet, Seitenansicht
Pyxis
Auf einer runden Bodenplatte ruht eine runde Dose mit abnehmbarem Deckel. In dieser Dose befand sich das "Heilige Oel " Crisam, das dem Kranken oder Sterbenden gespendet wurde. Oberhalb der Dose befindet sich ein Scharnier, in dem sich ein runder ausgesägter Strahlenkranz zu einer Viertelstellung bewegen läßt.
Im Zentrum der großen Bodenplatte ruht eine größere Dose mit Deckel, die für die Bewahrung der konsekrierten Hostie bestimmt ist.
Der Dosendeckel ist mit dem Christusmonogramm IHS graviert mit einem Kreuz auf dem H-Querbalken, darunter ein Herz mit 3 Nägeln. Die Gesamtkomposition ist umrandet von einem Kranz aus Eichblättern.
Im aufgeklappten Zustand ist die Pyxis eine Monstranz.
Erworben aus der Sammlung Werner Jaggi, Zürich.
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Die Heiligen Öle sind Sinnbild für den "Gesalbten Gottes" hebr. Messias, griech. Christus.
So bedeutet die Salbung mit Öl die besondere Erwählung durch Gott und für Gott.
Sie geschieht bei der Spendung der Taufe, der Firmung u. der Priesterweihe, sowie bei der Krankensalbung.
Die katholische Kirche kennt drei Arten der hl. Öle, die der Bischof in der Missa chrismatis - weiht.
1. Das Katechumenenöl oder Tauföl zur Salbung bei Taufe u. Priesterweihe
2. Das Krankenöl zur Spendung der Krankensalbung
3. Der - Chrisam für Firmung u. Bischofsweihe
Für Taufwasser-, Altar- u. Kirchenweihe wird Chrisam mit Katechumenenöl,
für die Glockenweihe mit Krankenöl vermischt. Nach dem Chrisam-Gottesdienst im Dom zu Münster nehmen Priester aus allen Teilen der Diözese die Öle mit in ihre Pfarreien bzw. zum Verteilen im Dekanat.
Die Gravuren auf dem Deckel des Salbgefäßes zeigen an, mit welchen Ölen die Behälter gefüllt sind.
I für oleum informorum = Krankenöl
C für oleum catechumenorum = Katechumenöl dient der Salbung bei der Taufe.
SO für Chrisam mit Katechumenenöl, für die Glockenweihe mit Krankenöl vermischt.
Die Worte der Salbung
Mit folgender Formel wird die Krankensalbung gespendet:
„Durch diese heilige Salbung helfe dir der Herr in seinem reichen Erbarmen, er stehe dir bei mit der Kraft des Heiligen Geistes. Der Herr, der dich von den Sünden befreit hat, rette dich, in seiner Gnade richte er dich auf."
Die kultische Salbung war im AT von besonderer Bedeutung. Man gebrauchte dafür ein nach bestimmten Vorschriften aus Olivenöl, Myrrhe, Zimmet, Kalmus und Cassia bereitetes Salböl, das für profane Zwecke nicht verwendet werden durfte.
Es wurden damit der Hohe Priester und die Priester und Könige gesalbt.
Das Interreligiöse Museum im Ahlener Goldschmiedehaus sucht ein Chrismarium, einen Behälter, in dem das Salbgefäß seinen Platz hatte.
In der Clarholzer Kirche befindet sich im Sockel des Altares ein Reliquienkästchen, angefertigt in Limoges um 1175.
Dieses Kästchen mit Satteldach könnte auch als Chrismarium gedient haben?
Chrisam besteht aus Olivenöl, dem wohlriechende Balsame beigemischt sind.
Man gebraucht den Chrisam für die Salbung
- nach der Taufe (falls sich die Firmung nicht sogleich anschließt)
- bei der Firmung (als ihr wesentliches Zeichen)
- bei der Weihe eines Priesters oder eines Bischofs (als nachrangiges Zeichen)
- des Altars bei seiner Weihe
- der Glocken bei ihrer Segnung
- eines Kelches bei seiner Konsekration.
Die drei heiligen Öle werden in der Chrisammesse am Vormittag des Gründonnerstags (oder an einem früheren osternahen Tag) vom Bischof gewöhnlich in der Kathedralkirche geweiht.
Das Myron der Ostkirchen ähnelt dem abendländischen Chrisam in Bedeutung und Anwendung. Seine Herstellung (mit zahlreichen Aromata) und Weihe sind mit der Zeit jedoch aufwendiger geworden und erfolgen daher nicht mehr jährlich.
Die Salbgefäße für die Aufbewahrung des Chrisams werden als Chrismarium" oder Chrismatorium bezeichnet.

Museen dienen nicht nur zur Präsentation von Kunst, der Historie oder des Alltags, sondern auch der Forschung.
So ergeben sich Sammlungs-Schwerpunkte, die oft die Handschrift des Eigentümers oder auch der Museumsleitung implizieren.
Werner Fischer als privater Inhaber des Interreligiösen Museum im Ahlener Goldschmiedehaus, das am 8. November 2014 sein 30-jähriges Bestehen signalisiert, zeigt Bereiche, deren Geschichte schon bei Fischer in seinem Kindesalter für Erstaunen und Interesse sorgte.
Erzählungen, das Lesen von Märchen entwickeln bei Kindern eine eigene Geschichtswelt.
Auf diesem Fundament wandere ich noch heute bekennt Fischer.
Als Kind beim lästigen Waschen samstags in der Badewanne durch meine Mutter wäre ich in meiner kindlichen Fantasie gern ein König gewesen, denn in der Antike wurde ein König nach dem Bad mit wohlriechenden, kostbaren Ölen gesalbt. Aber ich war kein König.
Später erfuhr ich im Beichtunterricht, dass ich bereits als Täufling mit kostbarem Oel gesalbt worden war, aber daran hatte ich keine Erinnerung und sehen konnte man auch nichts.
Auch als Firmling wurde ich um 1938 in der Pfarrkirche St. Georg zu Hopsten in Gemeinschaft mehrerer Schuljahrgänge von Weihbischof Heinrich Roleff, der eigens aus Münster gekommen war, gesalbt. Er legte seine Hand auf meinen Kopf, salbte mich mit Chrisam und ich bekam einen Backenstreich.
Beim Schreiben dieser Zeilen informierte ich mich auch im Internet und ich erfuhr:
Bis zur Erneuerung des Ritus' der Firmung 1973 war ein angedeuteter Backenstreich des Bischofs als Symbol der Stärkung (vgl. Ritterschlag) allgemein üblich.
In Hopsten gab es bei meiner Firmung 1939 für die Jungen nur einen Firmpaten, so wollten es die, die damals das Sagen hatten: Herrn Üffing aus Staden und für die Mädchen Freifrau Baronin von Gras.
Keine Salbung erfuhren meine Frau und ich bei der Hochzeit am 22. September 1955 aber ich hoffe, dass wir in der Sterbestunde, so Gott es will, die letzte Salbung, die Krankensalbung oder die letzte Ölung, wie man früher sagte, erhalten werden.
Die drei heiligen Öle:
1. Chrisam, wohlriechend und besonders wertvoll, findet bei den Sakramenten
Taufe, Firmung und Priesterweihe Verwendung sowie auch bei der Kirch-, Altar- und Glockenweihe.
2. Katechumenöl, wird zur Salbung eines Taufbewerbers während seines Katechumenats bzw. eines Täuflings vor der Taufe verwendet.
3. Krankenöl, auch = oleum infirmorum genannt. Das Öl für die Geschwächten wird zur Salbung von Kranken bei der Krankensalbung verwendet.
Diese Information ist aus dem Internet entnommen.
Jedes Jahr gibt es in den Kathedralkirchen (Dom zu Münster) am Gründonnerstag eine Chrisam-Messe, in der die heiligen Öle geweiht werden. Nach der Weihe werden die Öle an die Kirchen im Bistum verteilt.
Das Öl wird dann für den liturgischen Bereich umgefüllt in eigens dafür bereitgestellte Gefäße.
Da die Salb-Gefäße, gleich welchen Alters, noch im kirchlichen Gebrauch sind, gibt es auch von kirchlicher Seite keinen Grund, sich von einem Salbgefäß zu trennen.
Wer lange und stetig sucht, zu dem kommt vielleicht das Glück.
2014 im Frühjahr bei einer Auktion in Deutschland wurde ein Salbgefäß in echt Silber angeboten, das glücklicherweise nach der Auktion in den Besitz des Interreligiösen Museums nach Ahlen gelangte.

Das echt silberne Salbgefäß ist getrieben, gegossen und graviert, innen ganz und außen teilvergoldet. Auf passiger Bodenplatte drei zylindrische Kammern; der Scharnierdeckel mit Verschlußriegel und Kreuzbekrönung; graviert: "SO", "C" und "I".
Marken: Zweifaches Meisterzeichen Jakob Hermann (Meister in Thorn 1695-1754, Gradowski Nr. 111A) Tremolierstrich. Salzburger Repunzierung für 1806-09
Höhe 5,5, cm, Gewicht 123 Gramm.
In Thorn studierte Kaspar Fischer vor 1914 auf dem dortigen Lehrerseminar. Das Studium war kostenlos, wenn der Studierende dem Befehl von Kaiser Wilhelm II. nachkam, später in einer Schule im Deutschen Osten zu unterrichten. Dazu kam es nicht.
Thorn, die Stadt des Astronomen Nikolaus Kopernikus. Es ist davon auszugehen, dass Kopernikus
die Theorie vom Umlauf der Planeten um die Sonne errechnete. Werner Fischer besuchte Thorn und das Stadtmuseum im Altstadtrathaus mit seinen historischen Zeit- und Messgeräten.
Wichtigstes Motiv in der kaktolischen Religion ist das Heilige Öl - Bestandteil bei der Spendung von 4 Sakramenten. Insgesamt gibt es 7 Sakramente, sie heißen:
Taufe, Firmung, Eucharistie,Beichte, Krankensalbung, Priesterweihe, Ehe
In vielen Religionen kennen wir die Salbung als eine besondere Handlung. Auch im Christentum werden die Menschen gesalbt - mit den drei heiligen Ölen - von der Wiege bis zur Bahre.Wer sich auf den Weg macht, Christ zu werden, wird vor und bei der Taufe und der Firmung gesalbt.
Auch Bischöfe und Priester werden bei ihrer Weihe gesalbt.
Kranke Menschen - und auch die Sterbenden - empfangen die Salbung.
"Der Herr ist Schutz und Heil für seinen Gesalbten. ("Ps 28,3)
Die heiligen Öle werden in einem besonderen Gefäß in der Nähe des Taufbrunnens oder in der Sakristei aufbewahrt.
In der Kirche von Clarholz wird den Besuchern ein Reliquiar aus Limoges vorgestellt. Goldschmiedemeister Werner Fischer stellt die Frage: Könnte dieser Schrein zur Aufbewahrung der "Konchen" mit den Heiligen Öelen gedient haben?
Das geweihte Wasser
Alles Wachsen und Gedeihen ist auf die lebensspendende und lebensfördernde Kraft des Wassers angewiesen. Als Grunderfahrung des Menschen spiegelt sich die Verbundenheit mit dem Wasser in zahlreichen Schöpfungsmythen wider, von denen viele das Entstehen der Welt aus dem Urwasser deuten.
Das Wasser gilt von jeher auch als Symbol der sittlichen Reinheit und als Mittel zur geistigen Läuterung. Juden, Moslems und Heiden verwendeten es zu religiösen Waschungen und Besprechungen.
Noch ehrwürdiger ist das geweihte Wasser den Christen; denn am Anfang schwebte der Geist Gottes über dem Wasser (Gen 1,2). Aus dem Wasser und dem Hl. Geist werden die Gläubigen wiedergeboren. (Joh 3,5).
Dem antiken Brauch folgend, wuschen sich die Christen vor dem Gebet und vor dem Eintritt in das Gotteshaus die Hände (Paulus 1; Tim 2,8). Die Kirche heiligte die allgemeine Überzeugung der Menschheit und erhob das Wasser durch die Weihe zum Mittel übernatürlicher Segenskraft. Unter den liturgisch-kirchlichen Weihen ist die Taufwasserweihe die älteste.
Es ist belegt, daß zu Beginn des 9. Jahrhunderts dem Wasser Salz bei der Weihe zugefügt wurde. Die älteste Weiheformel des Wassers ist uns von Serapion v. Thumis (gest. 362) überliefert.
Das Weihwasser wird in Behältern unterschiedlichster Form in Kirchen und Privathäusern aufbewahrt. Noch in jüngster zeit war es üblich, daß in jedem Schlafzimmer eines praktizierenden Katholiken ein Behälter mit Weihwasser hing, das in der Nacht des Karsamstags geweiht wurde.
Literatur Werner Fischer, Sakrale Kunst, Seite 138
Ostensorien
Das Ostensorium diente ursprünglich zur Aufnahme eines „Agnus Dei“, eines mit dem Bild des Gotteslammes versehenen gesegneten Wachstäfelchens.
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Weihwasserbehälter, deutsch, 2. Hälfte 18. Jh., Zinn, gegossen,

Weihwasserbehälter, deutsch, 2. Hälfte 18. Jh., Zinn, gegossen,
Maße: Höhe 204 mm, Breite max. 110 mm
Weihwasserbehälter mit kleiner Platte in Kartuschenform.
In eine Umrahmung aus C-Bögen und Muschelwerk ist die Darstellung der Trinität in flacher Reliefierung gegossen: Um eine Kugel angeordnet sitzen bzw. stehen Christus und Gott Vater. Christus hält in der linken Hand ein Zepter und die rechte Hand zum Redegestus erhoben. Ein großes Kreuz liegt vorne über seiner rechten Schulter.
Gott Vater ist in der Gestalt eines älteren Mannes mit wallendem Gewand dargestellt. Hinter seinem Haupt kennzeichnet ihn der dreieckige Nimbus. Seine rechte Hand hält er bezeugend nach oben, während er mit der linken Hand auf die Kugel als Symbol des Alls verweist.
Über ihnen schwebt, in Form einer Taube der Heilige Geist (Mose) vor einem querovalen Medaillon mit einem Strahlenkranz. Zwei Engelsköpfe mit Flügelpaaren schauen von links und rechts oberhalb der Taube auf die himmlische Erscheinung herab. Am unteren Ende ist der Weihwasserbehälter angesetzt. Der gekurvte Rand und die gewellte Oberfläche geben dem Behälter die Dynamik einer Drehbewegung. Die gedrehte Linienführung dieses Objekts ist charakteristisch für die Spätphase des Rokoko.
Auf der Rückseite sind Fragmente einer alten Gravur noch sichtbar.
Literatur: Werner Fischer, Sakrale Kunst, Seite 144
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Weihwasserbehälter, Italien, um 1700, Holz, geschnitzt,

grundiert, Polimentvergoldung, Wachs, Glas, Maße: Höhe 320 mm, Breite 230-240 mm.
Weihwasserbehälter aus grundiertem und mit Blattgold belegtem Holz mit großer Wandplatte im Stil des Barocks.
In die mit barocken Ornamenten (C-Bögen, Rankenlaub und Trauben) plastisch reliefierte Oberfläche der Wandplatte sind fünf ovale, wulstige Rahmen geschnitz und in Kreuzform angeordnet. Sie zeigen hinter verglasten Sichtöffnungen fünf ovale, geprägte Wachsmedaillons unterschiedlicher Größe, sog. Agnus Dei. Es handelt sich bei allen fünf Agnus Dei um Wachstäfelchen, die von Papst Innozenz XII. (12.7.1691 - 28.9.1700) geweiht wurden. Auf den Schauseiten der Medaillons sind die Bildnisse folgender Personen geprägt:
Hl. Liborius - mit der Umschrift S. LIBORIUS EPISCOPUS - INNOC. IXX - PMAX
Mutter Gottes - mit der Umschrift MATER SALVATORIS ORA PRO NOBIS
Christus - mit Umschrift SALVATOR MUNDI SALVA NOS - ROMA
Frauenkopf ohne Umschrift
Hl. Franziskus - mit der Umschrift S. FRAN.
Auf die Rückseiten der Wachsmedaillons ist stets das Lamm Gottes (Agnus Dei) mit der Umschrift geprägt ECCE AGN. DEI QUI TOL. PECC MUNDI (ecce agnus dei, qui tollit peccata mundi = seht das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünden der Welt).
Zusätzlich wird der Name des Papstes und das Weihejahr genannt: Innozens XII. PMAI (Pontifex Maximus Anno Jubilaeo) 1692 (Franziskus - Agnus-Dei) und abweichend hiervon Liborius- und
Christus-Agnus-Dei, die mit dem Weihejahr 1700 bezeichnet sind.
Die Prägung im Jahre 1700 fällt aus dem Rhythmus der Weihe, die alle sieben Jahre stattfand, heraus. Sie erweist sich daher als Sonderprägung im Jubeljahr 1700.
Literatur: Werner Fischer, Sakrale Kunst, Seite 140
Geschenk von Dr. Vittorio Cagna, Pinerolo/Italien.
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Weihwasserbehälter mit großer Wandplatte in Kartuschenform, Italien

18. Jh., Holz geschnitzt, grundiert, Blattversilberung mit Ölvergoldung, Bronze gegossen, Corpus Zink, Maße: Höhe 450 mm, Breite max. 270 mm
Um die ebene Wandplatte legt sich eine geschwungene mit Blattsilber belegte und ölvergoldete Rahmung, die sich an den Seiten zu flügelähnlichen Voluten ausbreitet. Das obere Ende ziert einen muschelförmig ausgeschweiftes Akanthusblatt.
In die Mitte der ebenen Wandplatte ist auf schwarzem Grund und aufgetragenen Goldstrahlen ein flaches Kreuz in lateinischer Form mit der Darstellung des Gekreuzigten in Dreinageltypus gesetzt. Die Arme Jesu Christi sind schräg nach oben gestreckt und im Handteller angenagelt. Sein Kopf mit langem Bart und Haupthaae ist auf die rechte Schulter gesunken. Bekleidet ist er mit einem Lendenschurz, der an der rechten Seite lang herabfällt.
Am unteren Ende der Platte ist in spitz zulaufender Form ein Weihwassertopf angesetzt und innen mit Blei ausgelegt.
Literatur: Werner Fischer, Sakrale Kunst, Seite 142
Geschenk v. Dr. Vittorio Cagna, Pinerolo (Italien),
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Das geweihte Wasser in der Kirche
Beim Betreten einer katholischen Kirche treffen wir sogleich hinter den Eingangstüren ein Becken oder auch einen Kessel mit gefülltem Weihwasser an.
Mit “heiligem Wasser” benetzen wir im Kreuzzeichen Stirn und Brust, Schulter und Schulter. Dabei bedenken wir, dass wir im Wasser getauft wurden und auch oder gerade als Christen immer wieder der Läuterung bedürfen. So kann das Eintauchen der Fingerspitzen in das Weihwasserbecken mehr werden als nur ein gedankenlos geübter Brauch.
Auch das Interreligiöse Museum im Ahlener Goldschmiedehaus zeigt Geräte, die das geweihte Wasser aufnehmen so z.B. ein Henkelgefäß aus dem 19. Jh. in Messing gegossen, im Querschnitt: fünfkantiger, profilierter Korpus mit flacher Rückwand. Boden hohl, an den Seiten viermal 4 Löcher. Darüber in einer abgetreppten Eimerform das eigentliche Gefäß. Ein großzügig geformter Henkel mit Öse dient zum Einhängen in die Wandhaltung.
Maße: Eimer 11 cm hoch, obere Ausladung 6,7 cm,
Henkel mit Öse ca. 12 cm, Gesamthöhe 21,8 cm


Weihwasserkessel
ca. 21 cm hoch ohne Bügel, Ø ca. 24,5 cm. Kupfer, getrieben.
Aus ausragendem, konischem, hochgefürtem Fuß eine runde gebauchte Form mit zwei Ösen und einem eingehängten, gedrehten Eisengriff.
Reicher Reliefdekor: Auf der Schauseite ein Doppeladler mit dem Datum 1682, seitlich das Lamm Gottes bzw. ein Einhorn mit dem Spruchband: NON VISED VIRTUTE, hinten um den Fuß vegetabiler Dekor. An einigen Stellen Monogramme. A.F. und K.K.
Süddeutschland 1682, Durchmesser ca. 25,5 cm
Für das geweihte Wasser gibt es viele Gefäße, aber es sind keine kirchliche Vorschriften oder Empfehlungen für die Gefäße bekannt. Für die Benutzung von Weihwasser bei Umzügen, Prozessionen aber auch vor und während des Gottesdienstes, der Messe, insbesondere nach gregorianischem Ritus brauchte man tragbare Gefäße. Man verwendete einfache Eimer (Situla), wobei man wegen der Korrosion kaum Eimer aus Eisen wählte. Die Gefäße waren vielfach aus Buntmetallen, teilweise mit christlichen Inschriften und Symbolen geschmückt.
Ein solches Gefäß konnte das Museum im Goldschmiedehaus in Ahlen im deutschen Kunsthandel erwerben.
Der Kessel ist aus Kupfer, handgetrieben. Die verschiedenen Motive sind in das Metall oder aus dem Metall herausziseliert. Das Stirnmotiv zeigt einen Doppeladler mit zwei Kronen. Der Kronenreif ist jeweils mit einem IVI punziert. Die 3 Buchstaben könnten aber auch als Dekor gelten.
Im Christentum ist der Adler das Kennzeichen des Evangelisten Johannes. Sinnbild der Wiedergeburt durch die Taufe, sowie der Himmelfahrt Christi.
Als kaiserliches Wahrzeichen wurde der Adler von Karl dem Großen übernommen und im 12. Jahrhundert zum deutschen Reichswappen.
Im 14. Jahrhundert trat an seine Stelle der Doppeladler, den 1806 das österreichische Kaisertum übernahm. Die russischen Zaren übernahmen den Doppeladler des Oströmischen Reiches.
Links neben dem Adler ist ein Engel mit 2 Fülgeln, und unter den beiden Flügeln des Doppeladlers sind zwei Engel mit jeweils 4 Flügeln (Cherubime) und einer davon mit einem Kreuz auf dem Kopf ziseliert. Cherubime sind Gott dienende Mächte. Im Alten Testament erscheinen sie zuerst. Gott setzte vor den Lustgarten die Cherubime und das feuerzuckende Schwert, um den Weg zum Baum des Lebens zu bewachen. Das Bundeszelt hatte einen Cherubim an beiden Enden der Lade. In ihrer Kraft (Stierleib) und Schnelligkeit (Flügel) versinnbildlichten sie die Allmacht und Allgegenwart Gottes.
Ein Einhorn, mit seinem Horn auf ein Fabeltier stoßend, hat in seinem Umfeld noch eine Kröte und einen Wurm. Das Einhorn galt in der frühchristlichen Zeit als Sinnbild gewaltiger Kraft auf Christus bezogen; später auch als Sinnbild der Keuschheit, da es seine Wildheit verliere, wenn es sein Haupt einer Jungfrau in den Schoß lege. (Jungfrau Maria)
Das Einhorn ist auch ein Attribut der hl. Justina und das Wappentier von Schwäbisch Gmünd. Sternbild der Äquatorzone. Unter dem Einhorn zwischen den Vorderbeinen und unter dem Bauch ist jeweils ein K. ziseliert. Darunter in einem Rahmen in Versalien die Buchstaben NON VISED und darunter noch VIRTUTE. Hinter dem Einhorn ist eine Fantasiepflanze und ein Fantasiebaum zieseliert. Der zarte Baumstamm mit starkem Wurzelwerk endet in einer Kreuzblume. Danach folgt ein Blumenarrangement und eine Palme. Ein Lamm mit einer Fahne beschließt den Bilderzyklus. Agnus Dei = Lamm Gottes. Symbolische Darstellung Christi als Lamm mit Kreuzfahne. Auf Grund von Schriftangaben von Anfang an eines der geläufigsten Symbole der christlichen Kunst, und zwar des Erlösers in seinem sühnenden Kreuzestod. Attribut des guten Hirten. Wappentier der Fleischer.
Der Henkel des Kessels ist aus Eisen, gedreht als Halbbügel, in der Mitte ausgeschmiedet und mit einem Loch versehen, in dem sich beweglich ein Haken mit Öse befindet. Dieser Aufhänger zeigt eindeutig, dass der Weihwasserkessel kein Standgefäß war, sondern
an einem Wandhaken befestigt war.
Der Kessel ist von hohem musealem Rang, da er zu den seltenen Gefäßen zählt mit einer umlaufenden ziselierten Bildgeschichte. Auch die kunsthandwerkliche Ausführung ist von guter Qualität sowie auch der Erhaltungszustand. Das Interreligiöse Museum im Ahlener Goldschmiedehaus ist stolz darauf, seinen Besuchern ein solch einmaliges Teil zeigen zu können.
Adler: Der neue Brockhaus Band 1 Seite 20, Kirchliches Handlexikon Seite 61,
Einhorn: Band 2 Seite 23, Kirchliches Handlexikon Seite 1258, Lamm Gottes: Kirchliches Handlexikon Seite 549
Weihwassertöpfchen - auch Weihwasserkesselchen genannt,
(Biskuit)-Porzellan, 195 mm hoch, 19./20. Jh.

Motive der vorderen Wandplatte: Im weißgrundigen äußeren Rahmen mit Goldfadenumrandung befindet sich ein Loch, von dem ein Sprung ausgeht, der auf der Rückseite seine ganze Länge zeigt.
An beiden Seiten der Öffnung befinden sich Darstellungen von Rosenbuketts. Die innere Freifläche ist mit grüner Farbe gestrichen, die gleichzeitig als Umrandung für die plastische Figur der Gottesmutter mit dem Jesuskind dient.
Die Gottesmutter Maria mit langem, lockigem Haar, auf dem Haupt eine Krone tragend, ist mit einem wallenden Mantel und Unterkleid bekleidet. Auf ihren Armen stützt sie das Jesuskind, das die Arme zu einer Willkommenshaltung ausstreckt. Zur besonderen Deko befinden sich sowohl bei der Gottesmutter als auch beim Jesuskind goldene Kügelchen auf den Gewändern.
Das hervorspringende Kesselchen, das das Weihwasser aufnimmt, ist mit einem Kreuz mit einer Goldfadenumrandung und einer Rosengirlande versehen.
Im Kesselchen befindet sich im Porzellan die Zahl 3248. Am Loch für die Aufhängung sind leider kleine Ausbrüche im Porzellan.
Das Weihwassertöpfchen wurde dem Museums-Leiter Werner Fischer von Frau Gabriele Moser-Osthoff am 16. Mai 2013 geschenkt.
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Weihwasserwedel, Aspergill um 1700, Bronze u. Kupfer
Weihwasserwedel (lat. aspergillum, aspergere = bespritzen), Weihwasser-Sprenger mit Stab und perforierter Hohlkugel als Sprengelkopf, Bronze, Gelbguß, Kupfer, getrieben, ziseliert. Maße: Stablänge 281 mm, Durchmesser des Sprengelkopfes 60mm. Asperges lat. aspergere: „besprengen“ bezeichnet sowohl in der katholischen und der anglikanischen Kirche den Begleitgesang zum sonntäglichen Taufgedächtnis, bei dem der Priester die Gemeinde mit geweihten Wasser besprengt. Die Empfänger bekreuzigen sich dabei zum Gedächtnis an die eigene Taufe und als Bitte um Erneuerung der Taufgnade und damit um Vergebung der Sünden. Von der Wiege bis zur Bahre begleitet den katholischen Christen das Weihwasser Auf einem massiven, gezwirbelten Rundstab, der durch Profilringe unterbrochen und gegliedert wird, sitzt eine leicht gestauchte Hohlkugel, die durch eine kräftige Platte in der Mitte in zwei Hälften unterteilt ist. Um den Stabansatz legt sich in der unteren Hälfte ein ziselierter Fries aus sich überdeckenden, lanzenförmigen Blättern. Die obere Hälfte ist von Durchbrüchen unterschiedlicher Größe unsystematisch perforiert. |
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Maler des frühen 19. Jh. Die Geheimnisse des Rosenkranzes. Mittig Golgatha, umgeben von 18 Illustrationen. Öl/Ktn. 89 x 63 cm. R
Der Freudenreiche Rosenkranz
1. Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus, --- den du, o Jungfrau, vom Heiligen Geist empfangen hast. --- Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen
2. Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus, --- den du, o Jungfrau, zu Elisabeth getragen hast. --- Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen
3. Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus, --- den du, o Jungfrau, zu Bethlehem geboren hast. --- Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen
4. Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus, --- den du, o Jungfrau, im Tempel aufgeopfert hast. --- Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen
5. Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus, --- den du, o Jungfrau, im Tempel wieder gefunden hast. --- Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen
Der schmerzhafte Rosenkranz
1. Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus, --- der für uns Blut geschwitzt hat. --- Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen
2. Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus, --- der für uns gegeißelt worden ist. --- Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen
3. Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus, --- der für uns mit Dornen gekrönt worden ist. --- Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen
4. Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus, --- der für uns das schwere Kreuz getragen hat. --- Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen
5. Gegrüßet seist du, Maria, voll der Gnade, der Herr ist mit dir. Du bist gebenedeit unter den Frauen, und gebenedeit ist die Frucht deines Leibes, Jesus, --- der für uns gekreuzigt worden ist. --- Heilige Maria, Mutter Gottes, bitte für uns Sünder jetzt und in der Stunde unseres Todes. Amen
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Die Erste Heilige Kommunion
Der erste Empfang der Eucharistie, der konsekrierten Hostie,
auch Erstkommunion oder die Erste Heilige Kommunion genannt.
Notwendigerweise erfolgt eine Vorbereitung. Sie beginnt mit dem
Beichtunterricht. Nach dem Beichtunterricht erfolgt die erste Beichte.
Eine weitere Vorbereitungsphase schließt sich an - der "Kommunionunterricht".
Beichte und Kommunion gehören mit zu den 7 Sakramenten:
Taufe, Beichte, Kommunion, Firmung, Ehe, Priesterweihe, Krankensalbung.(früher bekannt unter letzte Ölung)
Die Vorbereitungszeiten zum Empfang der Sakramente sind sehr unterschiedlich in den Gemeinden wie auch der Personenkreis, der die Vorbereitung durchführt.
Der Empfang der Ersten Heiligen Kommunion wurde früher durch eine Urkunde bestätigt, die gleichzeitig als Andenken eingerahmt im Schlafzimmer ihren Platz fand. Zwei Beispiele dieser Farbabbildungen werden im Museum im Goldschmiedehaus Ahlen gezeigt.
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Jovita Suermann, geboren 1887, empfing mit 13 Jahren die Erstkommunion. |
Kaspar Fischer, geb. 1893, empfing mit 12 Jahren die Erstkommunion. |
Am 10. August 1910 bestimmte Papst Pius X., dass Kinder ab dem siebenten Lebensjahr zur Erstkommunion zugelassen werden können.
Im katholischen Westfalen, in Hopsten sagte man, wenn man zur Erskommunion zugelassen wurde: he oder se is annuomen wuorden.
Es gab für die Erstkommunikanten eine besondere Kleidung, den Kommunionanzug (den Kieler oder den Bleyle) 1938 war es in Hopsten nicht erlaubt, weder schwarze noch weiße Kniestrümpfe zu tragen.
Kommunionkind Werner Fischer 16. April 1939, St. Georg Hopsten
Die Mädchen trugen dunkelblaue und später weiße Kommunionkleider, dazu ein weißes Kränzchen.
Kommunionbildchen
Diese Bildchen wurden dem Kommunionkind geschenkt. Auf der Rückseite schrieb man z.B. "Von Paula Remmers an Maria Albers".
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Kreuz 442 - 09 Kreuz-Anhänger mit Corpus, Silber und Gold, ca. 46 x 30 x 4,5 mm Ein runder Golddraht ca. 0,9 mm stark in Kreuzform verbunden dient auf der Rückseite als Träger für das aufgelegte Goldkreuz, auf dem wiederum der Kreuz-Christus-Corpus auf der Rückseite befestigt ist. Augenfällig ist das Silberkreuz in feiner Filigran-Technik. Die Anhängeröse oder Schlaufe ist nicht mehr vorhanden. |
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Kreuz 442 - 11 Kreuz Anhänger, Bronze-Guss, vergoldet, ca. 48 x 27 x 1,7 mm beidseitig gleich, mit runder eingehängter Öse. Die Kreuzform könnte dem Tatzenkreuz entnommen sein? Diese Kreuzform war auch in Westfalen bekannt. Zusätzlich sind die vier offenen Seiten ornamental geschmückt, die mehrere Bedeutungen zulässt. Bögen darin 4 Herzen? Starke Abnutzungserscheinungen (Vergoldung) |
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Kreuz, Anhänger, goldfarben, ca. 37 x 28 x 3 mm, beidseitig gleich, mit runder eingehängter Öse. Die Kreuzform könnten dem Tatzenkreuz entnommen sein? Diese Kreuzform war auch in Westfalen bekannt. Das Kreuz ist hohl, zwischen den beiden Außenkreuzen befindet sich ein weiteres Kreuz mit Ornamenten (Strahlen) |
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Kreuz 442 - 10 Kreuz-Anhänger, Eisen, ca. 49 x 36 mm, schwarz lackiert, mit Stahl-Sprengringöse, eine Eisen-Vierkantsäule ca. 6 auf 6 mm und 49 mm hoch ist im oberen Drittel durchbohrt und nimmt einen Rundstab auf von ca, 3,2 mm Ø. Das Kreuz ist ein Geschenk von Herrn Hasselmann, ein Mitbringsel aus Amerika. |
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Kreuz-Anhänger im Museum, Beschriftungen 2013 9 8 Kreuz 442 - 05 Konfirmationskreuz, Gold, hohl, ca. 47 x 27 x 1,8 mm mit profilierter beweglicher Öse. Auf der Vorderseite des Querbalken GOTT MIT DIR und auf dem Längsbalken Strahlen graviert. Leider ist das Kreuz angebrochen. Das Kreuz ist ein Geschenk von der Ehefrau des Baumeisters Caspar Feldhaus, deren Tochter Schwester im Kloster ist. Dies ist ein Konfirmationskreuz. |
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Kreuz 442 - 19 a Doppel-Kreuz-Anhänger, ca. 58 x 40 x 1,4 mm. Gold 18 Karat = 750/ooo mit angelöteter Endöse, die mit D.P. graviert ist. Das Doppelkreuz hat an den Kreuzbalkenenden vier halbkugeligen Auflagen. Die Vorderseite ist unter der Endöse punziert mit 18 und einer noch nicht identifizierten Meistermarke. In einem ovalen punktierten Rahmen liest der Betrachter INRI, darunter ein geprägter Christuskorpus mit ausgebreiteten Armen und auf der Rückseite die Buchstaben MAR und darunter geprägt die Muttergottes auf der Mondsichel. |
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Kreuz 442 - 08 Kreuz aus Elfenbein, ca. 63 x 38 mm und ca. 7 mm stark. Im Kreuzzentrum befindet sich ein Würfel, an den sich die runden Kreuzbalken anschließen. Die Endöse fehlt. Das Elfenbeinkreuz ist ein Geschenk von Frau Elisabeth Wilmes, geb. Westkaemper |
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Kreuz 442 - 15 Kreuz, Anhänger, Gold, Kreisrand Ø 27 mm und ca. 2.2 mm stark, beidseitig gleich, mit angelöteter Öse und eingehängter ovaler Öse, die mit 585 punziert ist. Das innere Kreuz mit Hammerschlag stößt mit seinen Spitzen an den Innenkreis. In den unteren Hälften befindet sich eine Gravur: ICH DIEN |
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Kreuz 442 - 16 Kreuz-Anhänger, goldfarben mit Silberdraht, Mosaik und Emaileinlagen Auf der Silberrückseite liegt eine Fassung, deren Außenwandung mit aneinandergereihten Punkten geschmückt ist. Auf der Fassung liegt aus gedrehtem Silberdraht eine Kreuzform. Die Zwischenräume sind mit kleine Mosaiksteinchen ausgelegt und mit Emails dekorativ gestaltet. Endöse fehlt |
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Kreuz 442 - 06 mit Kette Kreuz-Anhänger, Gold, hohl, ca. 75 x 42 x 2,9 mm, in der kleinen angelöteten Öse unleserlich punziert. Die Kreuzbalken sind am Ende dreieckig eingeschnitten. Auf dem schlichten Goldkreuz liegt ein weiteres, kleineres Kreuz aus vier hohlen Dreiecksbalken mit seitlichen Kügelchen, mittig ein diagonal gekordeltes Kreuzband. Eine Dreiecksschlaufe ist beweglich angebracht. Auf der Rückseite ist die Befestigung des Motivkreuzes zu sehen. |
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Kreuz 442 - 13 Kreuzanhänger, Gold, hohl, ca. 60 x 35 x 3,5 mm. Beidseitig unterschiedliche Gravuren und schwarze Farbreste (Emails?) Reparaturstelle mit Zinn an kleiner runder Öse. Ovale Öse ohne Fuge. Weitere Reparaturstelle mit Zinn am Seitenbalken. |
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Kreuz 442 - 14 Kreuzanhänger, Gold, hohl, ca. 55 x 35 x 2,7 mm, kleine runde Endöse und Dreiecksschlaufe, die punziert ist mit: Wappen S H 585. Das schlichte Kreuz der Vorderseite liegt etwas erhöht auf einem gleichmäßig getreppten Kreuz als Untergrund. |
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Kreuz 442 - 17a Kreuz-Anhänger mit rotem, facettiertem Glastein, Dbl. ca. 60 x 43 x ca. 4,6 mm An den vier Kreuzenden und im Zentrum befinden sich feine aus zartem Draht und Kügelchen geformte Schnörkelmotive. Im Kreuzzentrum befindet sich eine runde Fassung, in der der Glasstein in Millgriff gefaßt ist. In der Endöse ist eine ovale Öse eingehängt. |
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Reliquienkreuz als Theca bezeichnet, neuwertig, Gesamtlänge ca. 53,5 mm, Breite ca 23 mm, Höhe 6,3 mm, unecht mit Scharniergelenk, Verschlußschraube, verchromt, Holzeinlage, im geöffneten Kreuz sieht man zwei Cedulae aus Papier bedruckt mit: Agnus Dei und el v. Sarge Br. Jordan Jordan Mai *1.9.1866 in Buer i. Westfalen †20.2.1922 in Dortmund, gebürtig Heinrich Theodor Mai, Franziskanermönch 1991 wurde ihm durch Papst Johannes Paul II. der Titel "Ehrwürdiger Diener Gottes" verliehen. Geschenk März 2013 v. Frau Schlotböller, Ostdolberger Weg 70, 50229 Ahlen. |
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442 - 20 a Medaillon, Anhänger, Gold, mit beweglicher Öse in hohler Kugel, Rund Ø 30 mm. Die Vorderseite zeigt in einem runden Feld ein mit schwarzem Email ausgelegtes Kreuzmotiv Die runde Platte ist durch Scharniere aufklappbar und bietet die Möglichkeit, u.a. auch eine Reliquie aufzunehmen. Die dekorative Gold-Umrandung ist beidseitig in gleicher Weise ausgeführt. Die runde Platte der Rückseite ist guillochiert. |
Medaillen (von metallum, aus dem Französischen Medaille) sind Reliefdarstellungen.
Nach Entwürfen oder Vorgaben werden Positv- oder Negativ-Formen in Wachs, in Gips, in Holz, in Edelsteinen (Siegel) oder anderen Materialien geschnitten. Sodann wird ein Wachausschmelzverfahren (verlorene Form), das Sandguß- oder das Galvanoplastikverfahren angewandt.
Eine andere Methode ist, einen Metallstempel durch einen Stahlgraveur anfertigen zu lassen, um Medaillen zu prägen.
Christliche Medaillen sind Schau- und Gedenkmedaillen, die an bestimmte christliche
Wahrheiten, Geheimnisse, Orte (besondere Gnadenorte, Wallfahrtsorte) oder an Ereignisse im Leben des Herrn Jesu Christi, der Kirche, der Heiligen, einzelner Personen (zum Beispiel ihre Taufe, Ordination: Bestellung, Weihe, Gelübdeablegung) erinnern und zu diesem Zwecke entsprechende Darstellungen, Bilder, Symbole oder auch nur Legenden aufgeprägt, gegossen oder eingraviert.
Sie werden, ebenso wie die Enkolpien im engeren Sinn (Kapseln mit eingeschlossenen Reliquien und dergleichen) seit altchristlicher Zeit sei es für sich allein (sichtbar oder unter dem Gewande ), sei es in Verbindung mit Andachtsgegenständen (zum Beispiel Rosenkranz) getragen; anfangs hatten sie eine individuelle Beziehung und Bestimmung, später wurden sie zu allgemeinen Andachtszeichen bestimmt, die dargestellten Personen in dankbarer Erinnerung und Verehrung zu behalten, sich ihnen zu weihen und zu empfehlen.
Seit dem 16. Jahrhundert kann durch das Tragen geweihter Medaillen mit Bild von einem oder einer kanonisierten Heiligen vielfach ein Ablaß gewonnen werden.
Ahlener pilgern seit 1847 nach Telgte.
Wenn die Wallfahrer heute wie damals nach Telgte ziehen, auch wenn manchem Teilnehmer der etwa 30 km Fußweg nicht leicht fällt, tun sie es jedoch nicht in der Überzeugung, jegliches ihrer im Gebet vorgetragene Anliegen werde Erhörung finden, und zwar so, wie sie es gemeint hatten.
In einem alten Vers heißt es: “Maria hilft immer“
Es liegt in der Natur der Sache, dass die Motive der Wallfahrer Außenstehenden meistens verborgen bleiben.
Aus dem Buch „Die Ahlener Fußwallfahrt zur Schmerzhaften Mutter von Telgte 1847 – 1996“ von Dechant Paul Röschenbleck
Eingeladen zu einer Marienandacht im Museum im Goldschmiedehaus

traf sich am Christi-Himmelfahrtstag, dem 2. Juni 2011 eine Gruppe der jährlichen Wallfahrer zur Schmerzhaften Mutter nach Telgte an der Mariensäule auf dem Marienplatz, um anschließend das Museum im Goldschmiedehaus Ahlen aufzusuchen.
Eine besondere Aura im Museum vermittelten die Exponate der sakralen Kunst, die Wallfahrtsfahne, die Wallfahrtsmadonna, die während der Wallfahrt abschnittsweise von Wallfahrerinnen auf den Schultern getragen wird, das Avenhövelsche Votivbild, sowie die Pilgermedaille von 1979 mit der 1992 neu geschaffenen Kette.
Die Teilnehmer wurden mit dem musikalischen „Hymnus des Akathystos“ empfangen.
Impuls: Maria im Museum?
Lied: Sei gegrüßt, o Jungfrau rein ...
Sei gegrüßt, der Du der Welt den Erlöser geboren,
Sei gegrüßt, die Du das Leiden getragen,
Sei gegrüßt, die dem Auferstandenen geglaubt hat,
Sei gegrüßt, die Du mit uns gehst durch die Zeit!
Sei gegrüßt, Du heilige Mutter Maria
Lesungen, Bitten, Wechselgebete sowie gemeinsam gesungene Marienlieder erzeugten eine geistige Verbindung Gleichgesinnter mit ihren eigenen Anliegen zur Gottesmutter.
Wir beten.

Der Herr segne uns und behüte uns. Er schenke uns Menschen wie Maria, eröffne unsere Sinne, damit wir die leisen Töne wahrnehmen, damit wir mit offenen Augen die anderen sehen, damit wir den Geschmack des Glaubens nicht verlieren, das Leben immer neu riechen können und das Gespür füreinander behalten. Segne uns, dreifaltiger Gott, du der Vater, der Sohn und der hl. Geist.
Dank an Heintraud Maria Schmelting, Rudolf Aperdannier sowie Werner Fischer
Ahlener Wallfahrtsbild im besitz der Familie Avenhövel
Foto: Raphael Fischer
Das Avenhövelsche Wallfahrtsbild ca. 70 x 56,5 Öl auf Leinen, gehört mit zu dem Zyklus der heutigen bekannten sechs Gemälde. Sie sind nicht signiert und in der Zeit nach 1700 bis etwa 1720 entstanden.
Vier dieser Bilder, wie auch das Avenhövelsche, das sich in Ahlen befindet, vermitteln einen historischen Gleichklang mit Pietà, Kapelle und Prozessionsweg.
Das Gnadenbild ist im Schmuck der Zeit dargestellt mit dem typischen dreiteiligen Mantel und Krone mit schmalen Bügeln. Das besondere an diesem Bild ist jedoch der zusätzliche Kranz aus weißen Rosen auf der Dornenkrone Christi.
Aus „Der Rosenkranz - ein Thema in Telgte um 1700“ von Karl- Heinz Engemann, Sonderheft 2011
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Gemälde des Telgter Gnadenbildes um 1734/54.
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Die Wallfahrtsfahne der Telgter Wallfahrer

Foto: Raphael Fischer
Die Wallfahrtsfahne aus der Gründung der Wallfahrt von 1847 wurde 1900 durch eine würdige neue Fahne ersetzt.
Diese Fahne sollte 1983 restauriert werden.
Bei Restaurierungsarbeiten stellte man fest, daß das aufgenähte Marienbild älter ist als die Fahne selbst. Damit dürfte gesichert sein, daß das Marienbild von der ersten Fahne stammt, die die Pilger schon bald nach der Gründung der Wallfahrt im Jahre 1847 beschafft haben.
Aus „Die Ahlener Fußwallfahrt zur Schmerzhaften Mutter von Telgte 1847-1996“ von Paul Röschenbleck mit Foto Seite 11
Die Rückseite der Fahne, die Pilgerseite, ist mit dem Schriftbild ADVOCATA NOSTRA geschmückt.
Freie Übersetzung: Sie heißt uns willkommen
Die Wallfahrtsmadonna steht während des Jahres in der Kapelle des Elisabeth-Tombrock-Hauses

Die Ahlener Volkszeitung berichtet im Jahre 1901: „Spätestens im Jahre 1853 befand sich diese heute noch auf dem Wege nach Telgte mitgeführte Marienstatue im Besitze der Wallfahrt.“
Das äußere Erscheinungsbild der Madonnenstatue hat sich seit der Entstehung in der Mitte des 19. Jahrhunderts stark verändert. Ursprünglich war die ganze Figur farblich gefaßt, bis sie irgendwann abgebeizt wurde, sodaß sie sich bis heute im Naturholzton darbietet. 1987 wurde das Zepter Marias erneuert, das nicht mehr vorhanden war. Gleichzeitig sind auch die Schäden an der Marienkrone behoben worden.
Eine Neuinterpretation der Figur ist insofern vorgenommen worden, als alle Herrschaftsattribute in Gold gefaßt wurden. So korrespondieren in der Darstellung jetzt miteinander Paradiesfrucht (Apfel), das Symbol aller Versuche in der Menschheitsgeschichte, die Herrschaft über die Welt zu gewinnen, und der mit dem Kreuz gekrönte Reichsapfel, das geschichtsträchtige Zeichen in der Hand Jesu für die Herrschaft Gottes, die er, wenn auch oft genug angefochten, endgültig in der Welt aufgerichtet hat. Maria, die mit dem Fuß die teuflische Schlange niedertritt, hat Anteil am Sieg Jesu Christi. Als Zeichen der Teilhabe an seiner Herrschaft trägt sie Krone und Zepter.
Aus „Die Ahlener Fußwallfahrt zur Schmerzhaften Mutter von Telgte 1847-1996“ von Paul Röschenbleck
Die Pilgermedaille mit Kette für die schmerzhafte Mutter Gottes von Telgte

Foto Raphael Fischer
Alljährlich nach dem Fest Mariä Geburt, wenn die Wallfahrt der Ahlener nach Telgte kommt, erscheint das Gnadenbild der Schmerzhaften Mutter im Schmuck der von den Ahlener Pilgern gestifteten Pilgermedaille, gestaltet von der Ahlener Künstlerin Anita Blum-Paulmichl. Sie wurde der Schmerzhaften Mutter von Bischof Heinrich Tenhumberg am 9. September 1979 übergeben.
Die Medaille hing an einem Ripsband in den Farben Rot-Weiß, den Ahlener Farben, um so den Bezug zu Ahlen kenntlich zu machen. Sehr bald meinte man in Ahlen, es sei zuviel an Bescheidenheit, wenn die Schmerzhafte Mutter ihre Medaille an einem Ripsband tragen müsse. Seit 1992 trägt die Schmerzhafte Mutter die Medaille an einer Kette, deren einzelne Glieder nach dem Buchstaben „A“ gestaltet sind; so ist der Bezug zu Ahlen weiterhin ersichtlich.
Die Kette wurde in der Goldschmiedewerkstatt von Werner Fischer - Ahlen aus Sterlingsilber erstellt.
Aus „Die Ahlener Fußwallfahrt zur Schmerzhaften Mutter von Telgte 1847-1996“ von Paul Röschenbleck
Krone, Silber, teilvergoldet

Der untere Kronenrand hat einen Durchmesser von ca. 145 mm und eine Höhe von ca. 280 mm. Auf dem mattierten Teil wurden 12 Fassungen mit farbigen facettierten Glassteinen befestigt.
Auf dem Kronenrand ist ein kronenförmiger Korpus mit 6 Bügeln aufgesetzt. In die 6 Zwickel sind ziselierte Muschelornamente und 6 Blumensträuße eingesetzt, die zur Mitte führen. Zunächst bildet eine vergoldete Kugel auf Sockel den Abschluß.
Bei dieser Krone ist auf der Kugel eine Spirale aus Silberdraht befestigt, die eine geflügelte Taube trägt, auf deren Kopf ein dreieckiges Silberschild, welches die Trinität andeutet, befestigt ist.
Diese Krone ist für eine Madonnenfigur erstellt worden. Die Madonnenfigur wurde bei Prozessionen auf einer Trage befestigt, die vielerorts von jungen, unverheirateten Frauen auf den Schultern getragen wurde.
Auch heute wird bei der jährlichen Wallfahrt von Ahlen nach Telgte eine Madonnen- Statue mit goldfarbener Krone, Zepter und Reichsapfel in der Prozession von unverheirateten Frauen getragen. Zu allen anderen Zeiten des Jahres hat die Madonnenfigur mit dem Jesuskind in der Kapelle des Elisabeth-Tombrock-Hauses ihren Platz.
„Spätestens im Jahre 1853 befand sich diese heute noch auf dem Wege nach Telgte mitgeführte Marienstatue im Besitze der Wallfahrt.“ So berichtete Dechant Paul Röschenbleck.
Zurück zur silbernen Wallfahrtskrone des Museums im Goldschmiedehaus Ahlen,
die ebenfalls von jungen Frauen auf den Schultern getragen wurde. Während des Gehens wippte die Taube auf der Madonnenkrone beachtlich. Das nahmen die frommen Zuschauer am Wegesrand wahr; denn durch die biegsame Welle wackelt bei jedem Schritt der Heilige Geist. Amen.
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Volksfrömmigkeit
Die Volksfrömmigkeit betrifft insbesondere das religiöse Leben in Familien, im Ort, in der Region, im Land.
Die begleitenden Gegenstände sind Zeugnisse der Volksfrömmigkeit. Sie reflektieren das religiöse Leben von der Wiege bis zur Bahre.
Traditionen, Bräuche und Sitten sind oftmals ein Fundament christlicher Kultur, die von den christlichen Kirchen, den christlichen Vereinen verordnet, empfohlen und unterstützt werden.
Davon künden Kirchenfeste im Kirchenjahr, Marienfeste, Fest der Heiligen und deren Patrozinientage. Viele Erinnerungstage werden in der Kirche festlich gefeiert. Hier sind besonders jene Festage zu nennen, die außerhalb der Kirche Demonstration des Glaubens sind, die Prosessionen.
Weitere Anlässe sind:
Geburt
Taufe
Namenstage
Besuch der hl. Messe
Schulanfang
Religionsunterricht
Beichte
Erstkommunion
Firmung
Verlobung
Hochzeit
Beerdigung
Die Aufzählung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit.
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Gebet und Liederbuch zur Osnabrück - Telgter - Wallfahrt 1977

Telgter Wallfahrtsbüchlein 1902 Geschenk von Herrn Woestmann, Winkelstr. 67

Telgter Wallfahrtsbüchlein von 1949
Werner Fischer machte auf Wunsch seiner Mutter von Hopsten aus ein Wallfahrt nach Telgte u.a. mit Bernhard Pruß Jun. dem Nachbarjungen von Gegenüber auf der Buntenstr.

Bischof von Fulda Johann Baptist Dietz war römisch-katholischer Theologe und von 1939 bis 1958 Bischof von Fulda. *30. Januar 1879 †10. Dezember. 1950 /51 war Werner Fischer beruflich in Fulda.
Klosterarbeiten
wurden u.a. von Nonnen in den Klöstern angefertigt und zum Verkauf angeboten.
Nicht immer wurde der Verkaufspreis gefordert, sondern es wurde dem Käufer anheim gestellt, wie viel ihm das Bild wert ist und dieser Betrag wurde auch entrichtet.
So wurde durch den Erwerb von Andachtsbildern oder anderer religiöser Devotionalien der Alltag der Schwestern finanziell unterstützt.
Klosterarbeiten, 18. Jh., rechteckiger, verglaster, vergoldeter Bilderrahmen,

ca. 175 mm breit und ca. 270 mm hoch, darauf ein aus Holz geschnitztes, barockes Ornament. Hinter dem Rahmen befindet sich ein Holzkästchen, das nicht zu öffnen ist.
Der Blick durch das Glas zeigt eine aufwendige Klosterarbeit. Die Rückwand ist mit braunem Samt belegt. Darauf ein gemusteter beigefarbener Stoff, bogenartig geschnitten, der einen goldfarbenen Strahlenkranz aus Stanniol aufnimmt. In den beiden oberen Ecken sind zwei lilafarbene, facettierte Schmucksteine angebracht.
Diese gesamte Komposition dient der Verherrlichung der Mutter Gottes, erkennbar durch ein gemaltes Gesicht, das mit braunem Samt ummantelt ist. Das Kleid lugt hervor, die beiden Hände liegen über kreuz und halten ein Blumenbukett, das von einem Schleier gehalten wird.
Darunter ein Schriftband ECCE MATER AMORIS - Et. DOLORIS - Siehe die Mutter der Liebe und des Schmerzes
Klosterarbeiten wurden u.a. von Nonnen in den Klöstern angefertigt und zum Verkauf angeboten. Nicht immer wurde der Verkaufspreis gefordert, sondern es wurde dem Käufer anheim gestellt, wie viel ihm das Bild wert ist und dieser Betrag wurde auch entrichtet.
So wurde durch den Erwerb von Andachtsbilder oder anderer religiöser Devotionalien der Alltag der Schwestern finanziell unterstützt.
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Seit etwa 300 Jahren werden im Erzgebirge, im Allgäu aber auch in anderen Gegenden insbesondere in den Wintermonaten durchsichtige Glasflaschen mit geschnitzten Holz- oder Metallteilen gefüllt, die in einer gesteckten Komposition an die Kreuzigung Jesu Christi erinnern. Eine Geduldsarbeit - darum auch Geduldsflasche genannt.
Die Glasflasche hat eine Höhe von ca.14,5 cm und einen Durchmesser von ca. 5,6 cm. Im äußeren Flaschenboden befindet sich als Glasprägung die Ziffer 200.
Als Abdeckung der Flasche dient ein geschnitzter, krähender Hahn, in Erinnerung an Petrus.
Jesus sprach zu Petrus in der Passionsgeschichte:
"Ehe der Hahn kräht, wirst du mich dreimal verleugnen".
In der Flasche selbst befindet sich ein gleichschenkliges Holzbodenkreuz, welches an seinen vier Enden zwei Würfel trägt. (Einer ist abgefallen) Ein weiterer Balken trägt die Leiter, wiederum ein anderer einen Totenkopf in Erinnerung an die Sterblichkeit Adams, des ersten Menschen. Ein weiterer Balken ist bestückt mit einer Lanze und einem Stock, an dessen Ende ein Schwamm befestigt ist.
„ Ein Soldat hielt ihm einen in Essig getränkten Schwamm hin, der auf einem Ysopzweig steckte, und Jesus trank. Anschließend rief er mehrfach: "Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?" Seine letzten Worte waren: "Es ist vollbracht!"
Im Zentrum des kreuzförmigen Bodenbalkens steht das Kreuz mit dem gekreuzigten Christus auf dem Suppedaneum mit Dornenkrone und Lendenschurz. Der Titulus INRI befindet sich am oberen Längsbalken. An dem waagerechten Kreuzbalken hängt links eine Laterne und rechts eine Geißel. Auf dem Querbalken befinden sich eine Kneifzange, ein Kelch und nochmals ein Hahn sowie ein Hammer. Zwei auf den Boden gefallene gekreuzte Stäbe könnten die Geißelruten andeuten.
Bezeichnungen wie Leidens-Werkzeuge oder Marterwerkzeuge werden bei diesen Darstellungen ebenfalls verwendet.
Das Alter des Objekts kann zur Zeit nicht angegeben werden, da dem Museum im Goldschmiedehaus in Ahlen kein Sachverständiger für diese Disziplin bekannt ist. Oder können Sie als Leser etwas dazu sagen?
Wie kam das Objekt ins Museum im Ahlener Goldschmiedhaus?
Frau Horstkötter in Beckum, z.Z. im 87. Lebensjahr, widmete dem Museum im Goldschmiedehaus Ahlen, der Familie Fischer, im April 2013 diese Geduldsflasche, die vorher im Besitz ihres verstorbenen Vaters Caspar Horstkötter, Beckum, Rosengasse, war.
Gegenstände in durchsichtige Glasflaschen zu montieren, zu basteln, kennen wir auch bei den sogenannten Buddelschiffen.
Wie schon erwähnt, wurde diese 300 Jahre alte Tradition, religiöse und alltägliche Szenen in Flaschen darzustellen, hauptsächlich im Erzgebirge und Allgäu betrieben. Man vertrieb sich in den langen Wintermonaten bei der Herstellung der „Geduldsflaschen“ oder „Eingerichte“, wie sie auch genannt werden, die Zeit, hatte eine Beschäftigung mit meist frommem Inhalt, und konnte sich mit den kunstvollen Ergebnissen zudem ein wenig Geld verdienen. Interessant dabei ist, dass diese Tradition konfessionsübergreifend sowohl im evangelisch-lutherisch geprägten Erzgebirge als auch im mehrheitlich katholischen Allgäu Verbreitung fand.
Die Geduldsflasche, auch Eingestell und Eingerichte genannt, ist eine Darstellung einer religiösen oder Alltagsszene, die in eine Glasflasche mit viel Geschick hineingebastelt wird, nicht zu verwechseln mit einer Flaschenpost.
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Herr Gregor Kösters kannte das von seiner Tante, Frau Hildegard Horstkötter, dem Interreligiösen Museum übergebene Eingericht seit seiner Kindheit, ließ sich von dessen Internet-Auftritt für diesen Bereich religiöser Volkskunst sensibilisieren und stieß bei einer Reise in den Westen Irlands im Country Life Museum im Turlough Park House auf eine Geduldsflasche mit der Darstellung von Symbolen der Kreuzigung Christi. Ein Foto übersandte er dem Interreligiösen Museum in Ahlen. Diese Bevölkerungsgruppe lebt traditionell auf der Wanderschaft. Meist sind sie römisch-katholisch. Besonders ihre Frauenn sind sehr religiös und dekorieren ihre Wagen mit religiösen Bildern und Skulpturen. Solcher Frömmigkeit entsprang auch dieser "God in the boddle/Gott in der Flasche", der die Kreuzigung abstrahierender, in symbolischerer Formensprache als das oben vorgestellte Eingericht repräsentiert. Stücke dieser Art verkaufen die Traveller von Tür zu Tür oder an Marktständen. |
Reliquienkasten, süddeutsch, Klosterarbeit um 1800

Maße: Rahmen 313 x 275 mm, Tiefe 50 mm
Reliquienkasten in Form eines Bilderrahmens mit Glasabdeckung. Im Innern ist auf geprägtem Silberpapiergrund ein "Jerusalemer Kreuznagel" auf ein Samtkissen
aufgenäht. Ein angebundenes Papiersiegel dient als Echtheitszertifikat. Dem Oberteil des geschmiedeten Eisennagels ist eine Krone aufgesetzt. Als Umrandung des Nagels sind spiralförmige Gold- und Silberdrähtchen kunstvoll zu einer Bordüre angeordnet.
Zu beiden Seiten des Nagels befinden sich zwei Agnus-Dei-Medaillons (Apostel Paulus und Bartholomäus), deren Umrandungen ähnlich verziert sind wie der Nagel. Am oberen und unteren Ende des Nagels sind vier Reliquien mit Schriftbändern kunstvoll in Blumenmotive aus gewickeltem Silber- und Golddraht mit goldener und silberner Filigranstickerei, die mit farbigen Steinen und Perlen verziert ist, eingebettet. (leonisches Dekor).
Auf der Rückseite ist der Reliquienklasten mit Seidenstoff beklebt, der einen Schlitz enthält. Ein dort angebrachter Zettel trägt die Aufschrift:" Hier befindet sich die Authentika 1889." Leider ist diese nicht mehr vorhanden.
Schriftbänder kennzeichen die Reliquien mit den Namen: St. Innocenti P.M.,
St. Margaretha J.M., St. Gaudenti M. und St. Reliquie M.
Literatur: Werner Fischer, Sakrale Kunst, Seite 114
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Ewiges Licht, Lithophanie, Meissen 1840

Former: Martin Heinrich Traugott (1805 - 1858)
Bildvorlage: Werk des Barockkünstlers Guido Reni (1575 - 1642)
Kerzenschirm. Polychromes Lithophaniebild mit Ecce-Homo-Kopf.
Florale Filigranfassung in Metall. Hölzerner Standfuß, Rückseite
Kerzenhalter, deutsch, Mitte 19. Jh., Gesamthöhe 30 cm.
Siehe weitere Einzelheiten: Sakrale Kunst, Werner Fischer, Seite 160 und 161, Abb.62
Ewiges Licht
Ecce homo - siehe der Mensch
Dresden, Gemäldegalerie
Handzeichnung im Louvre
nach Guido Reni 1575-1642
Ewiges Licht bei katholischen Christen.
Ner Tamid nennt man das Ewige Licht in der jüdischen Religion.
Im Islam gibt es den Lichtvers aus der 24. Sure des Koran.
Der Vers wird wie der größte Teil der Sure auf das Jahr 626 datiert.
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Über den Wolken in einem dreistufigen Kleid zeigen sich in der Mitte die Heilige Anna als zentrale Figur, bekleidet mit weißem Hals- und Kopftuch, darauf eine 4-Bügelkrone. Als Schmuck trägt sie ein Brustkreuz an einer goldenen Kette. |
Ein heiliger Mann mit Gloriole in hellem Untergewand, darüber ein rotes offenes Obergewand In der rechten Hand eine Lanze und in der linken Hand eine Schriftenrolle und einen Palmzweig tragend. Im Hintergrund eine orientalische, bergische Landschaft mit Häusern und einem Kuppelbau. |

| Das Interreligiöse Museum in Ahlen dankt für die Mithilfe Pater Marian Bernard Arndt, Polen der uns im März 2016 die Abbildung der Figur der Anna Selbdritt zugeleitet hat. |
Heilige Anna Selbdritt Oberfränkisch Suermondt-Ludwig-Museum |

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Über den Wolken in einem dreistufigen Kleid zeigen sich in der Mitte die Heilige Anna als zentrale Figur, bekleidet mit weißem Hals- und Kopftuch, darauf eine 4-Bügelkrone. Als Schmuck trägt sie ein Brustkreuz an einer goldenen Kette. |
Ein heiliger Mann mit Gloriole in hellem Untergewand, darüber ein rotes offenes Obergewand In der rechten Hand eine Lanze und in der linken Hand eine Schriftenrolle und einen Palmzweig tragend. Im Hintergrund eine orientalische, bergische Landschaft mit Häusern und einem Kuppelbau. |

| Das Interreligiöse Museum in Ahlen dankt für die Mithilfe Pater Marian Bernard Arndt, Polen der uns im März 2016 die Abbildung der Figur der Anna Selbdritt zugeleitet hat. |
Heilige Anna Selbdritt Oberfränkisch Suermondt-Ludwig-Museum |

Brautdiademe (Brautkränze) unter Glaskuppel, 19./20. Jh.
Andenken an die grüne und goldene Hochzeit
Es ist nicht mehr festzustellen, welche Braute diese Kränze getragen haben. Es könnte jemand aus der Familie Suermann oder West sein.
Auf einem runden geschwärzten Holzteller, Durchmesser 21 cm, mit drei Füßen ruht eine Glaskuppel von ca. 16 cm Höhe. Auf einem Seidenarrangement liegen ein grüner Myrthenstrauß mit einigen weißen Blütchen sowie ein aus Metall vergoldetes Diadem mit Myrthenblättern und Blümchen. Das mittig aufgesteckte Sträußchen wurde von Ehemännern getragen.
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Brautkreuz mit Kette
65 x 40 mm

Dass der Goldschmied Werner Fischer die für ihn selbst bestimmten Trauringe in seiner eigenen Goldschmiede persönlich gießt, schmiedet und fertigt, war für seine damalige Braut Anni Schwienheer und ihn selbstverständlich, sowie auch die Fertigung des Brautkreuzes mit Kette.
Für die beiden Trauringe legierte ich aus 1000 Teilen = Feingold 900/000 Gold. Das bedeutet, in den beiden Trauringen sind 900 Teile Feingold, 50 Teile Silber und 50 Teile Kupfer. Da ich mir finanziell keinen Eisenstempel leisten konnte, tragen die beiden Ringe keinen Feingehaltsstempel.
Bei dem schlichten Brautkreuz für meine Braut verwendete ich Silber. Ich walzte und schmiedete aus zwei Rechteckstangen ein Steckkreuz. Den verlängerten oberen Längsbalken nutzte ich als Öse zur Aufnahme einer sehr zarten Kette aus Runddraht.
Die Kette besteht aus langovalen Ösen im Wechsel mit runden Ösen. Als Verschluß dient ein profaner Federring. Kreuz und Kette sind vergoldet.
Funeralschilder, Kerzenschilder sind seltene museale Kostbarkeiten.
Schon im Mittelalter wurden bei Begräbnissen der Sarg von Bruderschafts- oder Gildemitgliedern getragen, flankiert von weiteren Gildemitgliedern, die angezündete Kerzen trugen, an denen Schilder in Metall befestigt waren.
Die Schilder trugen u.a. das Innungswappen oder auch das Bildnis des Schutzpatrons.
Bei den Goldschmieden ist das der hl. Eligius. Sowohl bei protestantischen wie auch katholischen Leichenbegräbnissen fanden die Leichenkerzen mit den Schildern auch noch im 20 Jh. auch bei Prozessionen Verwendung.
Im Interreligiösen Museum in Ahlen befindet sich in der ständigen Ausstellung ein
Kerzenschild aus einem Beginen-Kloster in Belgien, frühes 19. Jh.
Geschenk an Werner Fischer v. Herrn Herbert Cürvers, Kevelaer, am 28.02.1989 in Ahlen.
Herbert Cürvers geb. am 26.07.1932, gestorben am 09.11.2013 Gold- u. Silberschmiedemeister, Vizepräsident von Eureloy.
Das Kerzenschild zeigt auf einer Silberplatte den hl. Rochus, gest. 1327.
Der Legende nach soll er als Rompilger in Italien Pestkranke gepflegt und geheilt haben. Er wurde selbst ein Opfer der Pest.
Als volkstümlicher Schutzpatron der Tiere und gegen Seuchen, ist er
einer der 14 Nothelfer. Rochus wird oft als Pilger mit Wanderstab und Pilgerflasche dargestellt und mit einem Engel, der ihm zur Seite steht.
Kerzenschild Silber mit 925 punziert, achteck 15,5, x 10,8 geschrotet vonn Raphael Fischer.

Die Skupltur zeigt den hl. Eligius in Bronze. Nachempfunden der Steinskulptur die in Parterre Oststr. 69 neben dem Treppenaufgang auf eine Säule steht die von Werner Fischer in Italien neben anderen Steinbüsten in Auftrag gegeben und angefertigt wurden.
Auf der Schildrückseite befindet sich ein Ring der die Kerze aufnimmt.
Weihnachtsgeschenk für den Vater Werner Fischer vom Sohn Raphael ca. um 2000 - 20
Konfirmation ist eine Gottesdienst ähnliche Feier in der evangelischen Kirche, durch die
jugendliche evangelische Christen in die Gemeinschaft der Erwachsenen aufgenommen werden. Auch die Konfirmation wird durch eine Urkunde bestätigt.
Das Abendmahl ist eine zeichenhafte Erinnerung an Jesu Gegenwart. Brot und Wein bleiben Brot und Wein.

Dem Interreligiösen Museum gewidmet von Ute Hollinderbäumer
"Bleibe Fromm und halte Dich recht. Denn Solchen wird es zuletzt wohlgehen."
Zur Bestätigung der Konfirmation erhält der Konfirmand/die Konfirmandin eine Urkunde. Diese Urkunde enthält den Namen, das Datum der Konfirmation und den Konfirmationsspruch
Man braucht diese Urkunde, wenn man zum Beispiel Taufpate/Taufpatin oder Kirchengemeinderat/Kirchengemeinderätin (Presbyter) werden will.

Text der Urkunde
Fürwahr. Er trug unsere Krankheit und lud auf sich unsere Schmerzen. Sei getreu bis an den Tod.
So will ich dir die Krone des Lebens geben.
Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden: Halleluja!
Wie viel euer getauft sind die haben Christum angezogen (Gal. 3/27)
Bildmitte: der hl. Geist in Gestalt einer Taube mit Taufschale
Siehe ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende. (Matth. 28,20)
Ich will dich unterweisen und dir den Weg zeigen, den du wandeln sollst; ich will dich mit meinen Augen leiten.
Psalm 32,8 Wenn du mich führst, kann ich nicht gleiten, dein Wort muß ewig feste stehen;
Du sprichst: „Mein Auge soll dich leiten, mein Angesicht soll vor dir gehen“.
Auguste Marie Hölk, geboren am 16. August 1893 und getauft am 17. Dezember 1893 ist nach empfangener Unterweisung im Worte Gottes heute in der ev.-lutherischen Kirche zu Krummendiek konfirmiert worden und nunmehr zum heiligen Abendmahl zugelassen.
den 15. März (Reminiscere) 1908 P. Puls Pastor
Siehe, das ist Gottes Lamm, welches der Welt Sünde trägt. (Joh.)
Ich lebe und ihr sollt auch leben (Joh.)
Wer in Mir bleibet und ICH in ihm, der bringet viele Frucht (Joh.)
Gedenkblatt No. 5 Spruch No. 26
Verlag von Johannes Schrodt Frankfurt a.M.
Krummendiek ist eine Gemeinde im Kreis Steinburg in Schleswig-Holstein.
Evangelisch-Lutherische Kirche.

Konfirmationsurkunde Römer 8 Vers 28
„Wir wissen, dass denen, die Gott lieben, alle Dinge zum Besten dienen“.
Mit dieser Ermahnung und den heißten Segenswünschen bezeugt, dass Luise Hartrop am 24. März 1850 in der U. L. Frauen Kirche zu Burg durch die Confirmation in die Gemeinschaft erwachsener Christen evangelischer Confession aufgenommen ist. (Siegel und Unterschrift Weber?)
Burg bei Magdeburg.
Kreuze
DAS KREUZ ERHIELT FÜR UNS CHRISTEN SEINE HERVORRAGENDE BEDEUTUNG DURCH DEN ERLÖSERTOD JESU CHRISTI
Wir kennen das Kreuz bereits aus vorchristlicher Zeit, entweder rein ornamental oder einen symbolischen Sinn vermittelnd, so das Swastika Kreuz als crux gammata vor allem in Indien bekannt und das in Kleinasien schon sehr früh bekannte Sonnenrad, ein Kreuz in einem Kreis.
Aus und um Ägypten ist uns das Henkelkreuz, fälschlicherweise auch als Nilschlüssel bekannt, das cruz ansata, auch als Silbenzeichen bekannt für = Leben und deshalb auch leicht mit einem christlichen Sinn verknüpfbar.
Das christliche Kreuz tritt in verschiedenen Variationen auf, entweder als griechisches Kreuz = alle Balken sind gleich lang oder lateinisches Kreuz = die Balken sind ungleich lang oder als cruz counnissa, das sogenannte Tau, oder auch Antoniuskreuz, der Querbalken liegt auf dem Längsbalken. Es entspricht der historischen Kreuzform wohl am ehesten. Das Petri-Kreuz hat den Querbalken unten auf dem Längsbalken.
Das Andreaskreuz hat zwei sich schräg kreuzende Balken. Noch heute wird dieser Gestus von den Priestern bei der Wasserweihe oder beim Blasius-Segen durch das Halten von Kerzen gezeigt. Das Andreaskreuz stimmt mit den hebräischen Buchstaben táw überein, dem jüdischen Versiegelungszeichen, das in der jüdischen Kunst seit dem 1. Jh. belegt ist.
Zusammengesetzte Kreuzformen sind das erzbischöfliche auch lothringische Kreuz genannt oder die Patriachat-Kreuze, die alle zwei Querbalken haben. Das päpstliche Kreuz hat drei verschieden lange Querbalken. Andere Kreuzformen können heraldischen Ursprungs sein.
Solange die Kreuz-Strafe noch bestand, wurde das Kreuz meist nur symbolisch angedeutet, entweder durch Oranten übersetzt - in der altchristlichen Kunst die Beter - d.h. es wurde mit ausgebreiteten Armen und Händen, deren Innenseiten nach Aufwärts gerichtet sind, gebetet. Auch heute wird das Kreuz, die Kreuzigung symbolisch in der Messe, im Gottesdienst angezeigt, indem der Priester in Orantenhaltung bei der Präfation am Altar steht.
Symbolisch waren aber auch der Anker, oft mit Fischen oder Delphinen zu beiden Seiten, durch die Buchstaben T oder X mit dem Tod am Kreuze in Verbindung zu bringen. Zunächst wurde das Kreuz literarisch später auch künstlerisch dargestellt durch verwendete Symbole wie der Baum des Lebens im Paradies, der Stab des Moses.
Seit das Kreuz aber als Siegesankündigung Konstantin dem Großen vor der Schlacht an der milvischen Brücke 312 erschien und als Hinrichtungskreuz im 4. Jh. abgeschafft war, wurde es vielleicht durch die Mutter Konstantins, die hl. Helena, ein Ehrenzeichen. Dieses Ehrenzeichen, das Kreuz, schmückte kaiserliche Münzen und wurde statt des Zepters benutzt und vor allem in Kirchen, Häusern und in der Öffentlichkeit d.h. im Freien angebracht.
Hauptform für den Grundriss der Kirchenbauten wurde es eigentlich erst in der romanischen Kunst.
Die Auffindung des Kreuzes in Konstantinopel zwischen 320 und 345 steigerte den Kult des Kreuzes in der ganzen Kirche. Teile vom wahren Kreuz Christi wurden schon damals als kostbare Reliquien erbeten. Schon im 4. Jh. bildeten sich Gruppen, die zum hl. Kreuz nach Jerusalem pilgerten. Noch heute erinnern Ölampullen in Monza daran.
Die liturgische Kreuzverehrung ging früh auch in die römische Kirche über. Frühestens seit dem 5. Jh. wird erst in der östlichen und später in der römischen Kirche auf dem Altar ein Kreuz errichtet. In der Kunst begegnet uns das Kreuz bald als römisches und griechisches Kreuz, oft reich mit Edelsteinen (cruz gemmata), Blumen oder mit anderen Schmuckelementen verziert.
Mit zu den ersten Kreuzdarstellungnen zählen die Prozessions- oder Vortragskreuze, die bei kirchlichen Umgängen seit dem 5. Jh. durch einen Diakon oder Subdiakon dem Papst oder dem Klerus vorangetragen wurden. Nach Ankunft in der Kirche wurden sie auf den Altar gestellt.
Eine Darstellung der Kreuzigung Christi vermied das antike Empfinden der ersten Christen bei seiner Scheu vor der schmachvollsten Todesart in den Jahrhunderten der Verfolgung, soweit man heute weiß, fast vollständig.
Erst der hochentwickelte Kreuzeskult in Jerusalem, die viel realistischere Empfindungsweise der Syrer und die Notwendigkeit, den Monophysitismus durch die Betonung der Leidensfähigkeit des Herrn zu bekämpfen, überwanden seit dem 15. Jh. die alte Scheu, die aber noch lange für Kreuzigimgsdarstellungen berücksichtigt ist durch die Anbringung von Motiven und Elementen, in denen das Peinliche des Kreuzestodes aufgehoben oder gemildert und Christus in seinem schmachvollen Tod als Sieger über den Tod gezeigt werden soll. So wurden den ältesten Darstellungen gewöhnlich noch Auferstehungsszenen beigefügt, Christus lebend und bekleidet gezeigt mit Nimbus und ohne Nägel anstatt des Sitzpflockes das ansprechendere die Hoheit mehr wahrende Suppedaneum angebracht.
Erst im späten Mittelalter begegnet uns in der Kreuzigungsdarstellung Jesus Christus mit der Dornenkrone und dem Titulus in griechisch oder lateinisch.
In der Renaissance werden der Kreuzigungsdarstellung die Muttergottes Maria und Johannes und die gewöhnlich kleiner gezeichneten Schächer fast unbekleidet, und in der späteren Zeit oft grotesk verzerrt und mit deutlichem Ausdruck ihrer verschiedenen seelischen Verfassung, häufig mit Engel und Teufel zur Entgegennahme ihrer Seelen dargestellt.
Die ältesten Darstellungen vermeiden auch die Andeutung der Wunden, wie der Seitenwunde, Diese wird seit dem 10. Jh. und zwar auf der rechten Seite bis zum 17. Jh.dargestellt.
Als ältestes realistisches abendländisches Beispiel der Kreuzigungsszene gilt die Holztür an St. Satina in Rom (5. Jh.) und die Londoner Elfenbeintafel: Christus mit schmalem Lendenschurz.
Ein anderer Typus, der seit dem 6. Jh. bekannt ist und sich bis ins Mittelalter erhält, zeigt Christus bekleidet, beide Füße angenagelt, lebend zwischen den Schächern? Beigefügt sind Maria, Johannes, Schwammträger, würfelnde Soldaten, Christus wird mit langem Gewand und Krone lebend dargestellt.
Die darstellende Kunst schwankt immer zwischen Realität und einer mehr oder weniger gut ausgedrückten Andachtsauffassung.
Werner Fischer weisst darauf hin, daß sein Vortrag keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.
Das Kreuz, uraltes Zauber- und Heilszeichen. Durch den Kreuzestod wurde es: Sinnbild des Leidens und damit zum Inbegriff des christlichen Glaubens, Weihezeichen, Kreuzzeichen klein und groß, Segensgestus, Erinnerungsmal, Sühnezeichen.
Das Kreuz im Volksmund:
Drei Kreuze hinter jemandem machen = Jemand loswerden.
Ein Kreuz darunter machen = eine Sache beenden.
Drei Kreuze als Unterschrift = des Schreibens unkundig.
Abzeichen = Orden und Ehrenzeichen.
Sein Kreuz auf sich nehmen = sein Leid tapfer ertragen.
Schwierige Menschen können ein Kreuz sein.
Erinnerungskreuze: Taufe, Erst-Kommunion, Hochzeits-Brautkreuz, Tod - Sterbekreuz, Grabdenkmal
Das Kreuz als Zeichen der Christen verliert an Bedeutung in den Kirchen, in den Häusern, in den Rathäusern, in Schulen in der Öffentlichkeit. Setzen wir Zeichen - Kreuzzeichen.
Als ich im Kindesalter die ersten Buchstaben zu einem Wort zusammenfassen konnte und die Bedeutung des Wortes begreifen lernte, ergab es sich, dass ich den lieben Heiland an einem Wegeskreuz in freier Natur in Hopsten betrachtete.
Auf dem Sockel des Kreuzes, der einem Altar ähnelte, stand der Satz: „Im Kreuz ist Heil“.
In der Kirche sangen wir: „Das Heil der Welt, Herr Jesu Christ, wahrhaftig hier zugegen ist.
Heil war für mich ein gutes Wort, denn wenn ich mir eine Schramme zugezogen hatte und man nach Tagen nichts mehr von der zuvor blutenden Schramme sehen konnte, dann war die Wunde verheilt, also heil.
Ging beim Spielen ein Spielzeug kaputt, konnte man es in meiner kindlichen Sprache wieder „heile machen“.
Während meiner Kindheit bestand die höfliche Pflicht eines Kindes zur Begrüßung älterer Personen und zum Wünschen einer guten Tageszeit darin, mit dem Kopf zu nicken und den Oberkörper leicht zu verbeugen.
1936 wurde ich eingeschult und lernte den sogenannten „deutschen Gruß“ kennen. Dazu mußte man den rechten Arm heben und laut und deutlich rufen: „Heil Hitler.“
Geblieben ist bei mir das Kreuzzeichen, das Kreuz und der Heiland.
Heiland (bedeutet Retter und ist Ehrentitel in unserer Sprache für Jesus Christus).
Das Kreuz ist das Symbol der Christenheit in aller Welt.
Für Christen ist es das Zeichen der Hoffnung und ein Relikt praktizierender Volksfrömmigkeit.
(Werner Fischer 2011)
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Goldene Filigranbrosche Schmuck aus dem Münsterland

Mehr denn je war Schmuck früher eng verbunden mit der Landschaft, mit der Kleidung (Tracht), mit den landschaftlichen Gewohnheiten und anderen Äußerlichkeiten.
Ein Indiz für die Anschaffung wertvollen, historischen, Schmucks kann landwirtschaftlich begründet gewesen sein. In Gegenden mit fruchtbaren, ertragreichen Böden, wie zum Beispiel in der Soester Börde, gibt es große Höfe, auf denen wertvoller, auch antiker Schmuck zu finden ist gegenüber anderen Gegenden mit weniger ertragreichen Sandböden und (kleineren) Höfen, auf denen man nur selten wertvollen Schmuck vorfindet.
Um bei diesem Beispiel zu bleiben. Ahlen's Äcker haben keine hohe Bonität, was sich aber in Richtung Soest schnell ändert, wie bereits angesprochen.
Vor vielen Jahren zeigte mir eine Ahlener Dame einen von ihrer Schwiegermutter aus Dolberg geerbten Ansteckschmuck mit einem Kreuz, von dessen stilvoller Ausführung ich sehr angetan war. Meine Gedanken kreisten um die Frage, ob dieser Schmuck der westfälischen Landschaft zuzuordnen und ob diese feine Filigranausführung typisch für den Schmuck in unserer Region ist.
1978 kam das Buch "Alter bäuerlicher Schmuck" von Gislind M. Ritz auf den Markt. Dieses Buch widmet sich auch dem Filigranschmuck aus dem Münsterland mit Texten und Abbildungen und bemerkt: Das westfälische Filigran besitzt eigenen Charakter.
Im April 2013 fanden wir endlich eine prachtvolle Filigran-Brosche in Gold mit Emails aus dem Münsterland, wie er um ca. 1850 getragen wurde und bis heute noch getragen wird.
Der Brustschmuck, "Gadderken" genannt, besteht aus mehreren Teilen.
Zum Oberteil: Jeweils vier oben und vier unten aneinanderstoßende goldene Mondsicheln bilden einen Rahmen, in dem zwei tulpenförmige Blütenkelche mit je zwei Blättern ein Grundmotiv bilden.
Die sich ergebenden offenen Räume werden geschmückt mit Bögen, die beidseitig in Filigranschnörkel auslaufen. An den beiden Seiten ist je eine ovale Fassung befestigt, in deren Mitte sich auf blauem Email ein von Perlchen umringtes rotes Steinchen befindet. Im Zentrum befindet sich ein weiteres blau emailliertes Oval, geschmückt mit zwei Blütenrosetten aus Perlchen und roten Steinchen. Zwei Türkise ergänzen das Blütenensemble.
An den vier unteren Mondsicheln sind sieben Ösen angelötet, in denen links und rechts eine geprägte Eichel hängt.
Die folgenden beiden Ösen nehmen jeweils zwei goldene Erbsketten auf, die zu einem Hängekreuz führen.
Das Kreuz ohne Korpus konnte sowohl von katholischen wie auch evangelischen Frauen getragen werden.
Das Hängekreuz wird zusätzlich durch eine Öse gehalten, die an einer Mondsichel befestigt ist. Im mittleren Freiraum hängt ein plastisch geformtes Herz als Symbol der Liebe.
Das Kreuz besteht aus einer feinen Filigranarbeit. Auf die vier Balkenenden sind geriefte, hohle, spitzovale Dekore aufgelötet, wobei drei mit einer Kugel abgeschlossen werden. In der Kreuzmitte befindet sich eine blaue,
- Blau ist die Farbe der Treue - emaillierte Rotunde, umrandet von 12 weißen - Weiß ist die Farbe der Reinheit - Punkt-Emails, im Zentrum ein rotes Steinchen - Rot ist die Farbe der Liebe.
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Krone, Silber, teilvergoldet

Der untere Kronenrand hat einen Durchmesser von ca. 145 mm und eine Höhe von ca. 280 mm. Auf dem mattierten Teil wurden 12 Fassungen mit farbigen facettierten Glassteinen befestigt.
Auf dem Kronenrand ist ein kronenförmiger Korpus mit 6 Bügeln aufgesetzt. In die 6 Zwickel sind ziselierte Muschelornamente und 6 Blumensträuße eingesetzt, die zur Mitte führen. Zunächst bildet eine vergoldete Kugel auf Sockel den Abschluß.
Bei dieser Krone ist auf der Kugel eine Spirale aus Silberdraht befestigt, die eine geflügelte Taube trägt, auf deren Kopf ein dreieckiges Silberschild, welches die Trinität andeutet, befestigt ist.
Diese Krone ist für eine Madonnenfigur erstellt worden. Die Madonnenfigur wurde bei Prozessionen auf einer Trage befestigt, die vielerorts von jungen, unverheirateten Frauen auf den Schultern getragen wurde.
Auch heute wird bei der jährlichen Wallfahrt von Ahlen nach Telgte eine Madonnen- Statue mit goldfarbener Krone, Zepter und Reichsapfel in der Prozession von unverheirateten Frauen getragen. Zu allen anderen Zeiten des Jahres hat die Madonnenfigur mit dem Jesuskind in der Kapelle des Elisabeth-Tombrock-Hauses ihren Platz.
„Spätestens im Jahre 1853 befand sich diese heute noch auf dem Wege nach Telgte mitgeführte Marienstatue im Besitze der Wallfahrt.“ So berichtete Dechant Paul Röschenbleck.
Zurück zur silbernen Wallfahrtskrone des Museums im Goldschmiedehaus Ahlen,
die ebenfalls von jungen Frauen auf den Schultern getragen wurde. Während des Gehens wippte die Taube auf der Madonnenkrone beachtlich. Das nahmen die frommen Zuschauer am Wegesrand wahr; denn durch die biegsame Welle wackelt bei jedem Schritt der Heilige Geist. Amen.
Kreuz, Versehkreuz mit Chrisamgefäß (Provisur-Pyxis), deutsch, Raum Ibbenbüren 1786,

Bronzelegierung, gedrückt, gegossen, gesägt, graviert, Maße: Höhe 192 mm, Durchmesser des Fußes 63 mm, Durchmesser des Kreuzes
96/99 mm, Durchmesser der Hostiendose 39 mm, Durchmesser des Chrisamgefäßes 25 mm, Marken: Jahreszahl 1786 gepunzt, "BR 45" graviert.
Versehkreuz mit Chrisambehälter auf kleinem, rundem Fuß.
Die glatte Fußoberfläche wölbt sich über einem überkragenden Rand zum runden Schaft, der das Salb-/Chrisamgefäß in der Form eines einfachen Zylinders (Konche) trägt. Der Schaft ist in der Mitte stark profiliert. Der Deckel des Gefäßes ist mit einem Scharniergelenk zu öffnen. Auf ihm steht mit einem kleinen, gekehlten Schaft das Kreuz mit der Hostiendose in der Mitte.
Die flachen Kreuzenden des griechischen Kreuzes sind geschweift. Strahlenbündel, die in die Zwischenräume gesetzt sind, betonen das Zentrum mit der runden, flachen Hostiendose. Während die Rückseite leicht nach innen gewölbt ist, weist der Deckel eine Wölbung nach außen auf. Die Schauseite zeigt die gravierte Darstellung des Gekreuzigten in volkstümlicher Wiedergabe. Umrahmt wird das Bildmotiv von ringförmigen Profilierungen, die den Rand des Deckels gestalten. Der äußere Rand ist gekordelt. Die Hostiendose ist mit einem Klemmverschluß und einem Scharniergelenk zu öffnen.
Eine lange Kette (Erbskette - nicht ursprünglich), die durch zwei Ösen an dem Chrisamgefäß und durch zwei Ösen an den Enden der Kreuzbalken geführt wird, ermöglicht das Tragen des Versehkreuzes mit dem Chrisamgefäß auf der Brust des Geistlichen während des Versehganges.
Das Gefäß ist handwerklich gut ausgeführt. Angesichts der vernieteten Löcher kann man davon ausgehen, dass die Kreuzbalken mit dekorativen Elementen (religiösen Symbolen?) versehen waren.
Literatur: Werner Fischer, Sakrale Kunst, Seite 88
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Sterbedokument
Zur ERINNERUNG
an unsere liebe Mutter
Maria Fischer
geboren den 19. November 1854
heimgegangen den 8. Februar 1902
Maria Dorothea Göbel aus Kirchhasel heiratete
Stephan Fischer in Rasdorf und ist die Mutter von Kaspar Fischer


Bildbeschreibung:
Auf einem Tisch stehen zwei Leuchter mit brennenden Kerzen, dazwischen ein Kreuz. Das Bild zeigt auf zwei Ebenen das Sterbebett mit der sterbenden Mutter, die das Sterbekreuz in den Händen hält. Die Tochter kniet und der Sohn faltet die Hände zum Gebet. Ein Vorhang deutet an, dass nach der Zeit des Abschieds derselbe zugezogen werden kann. Die weitere Interpretation zeigt uns, dass zwei Engel die Verstorbene in die Helligkeit tragen, wo sie ein weiterer Engel mit einem Kranz aus Rosen empfängt, um ihn der Verstorbenen aufzusetzen. Unzählige Engel, teils nur mit ihren Köpfen dargestellt, schauen der Szenerie zu.
Ein Engel mit rotem Gewand schaut rückblickend auf die beiden Kinder, die am Totenbett Abschied von ihrer Mutter genommen haben. Größe des Bildes 34 x 43 cm
Katholisches Leben im christlichen Haus
Der Empfang verschiedener Sakramente wurde früher beurkundet und die Urkunde teilweise in vorgedruckte Bilder eingetragen, die dann in Wohn- oder Schlafzimmern ihren Platz fanden.
Die Erstkommunion, die in Westfalen vorab im Bekanntenkreis mit den plattdeutschen Worten „et is annomen wuorden" (sie oder er ist angenommen worden), wurde dann am Kommunionstag nachmittags in der Kirche für jeden Erstkommunikanten namentlich bestätigt und vom Pfarrer beurkundet.
Im Todesfall wird ein Totenbildchen, Totenzettel, der die wichtigsten Lebensdaten des Verstorbenen beinhaltet, an die Beerdigungsteilnehmer verteilt.
Ein Toten-Gedächtnis-Bild, das eingerahmt im Hause Platz findet, gehört heute schon zu den Seltenheiten der gelebten Volksfrömmigkeit.
Der Tod wird heute von vielen Menschen verdrängt von wenigen Ausnahmen abgesehen. Wie gingen unsere Altvorderen damit um?
Die Ausstellung „Gut vorbereitet? Die Kunst des rechten Sterbens" im Landesmuseum für Klosterkultur im Kloster Dalheim widmete diesem Thema eine Sonderausstellung mit mehr als 100 Exponaten, die vom 22. Juni 2008 bis Februar 2009 gezeigt wurde. Wegen des außerordentlichen Interesses der Besucher wurde die Ausstellung bis zum 19. Mai 2009 verlängert.
Unter den Exponaten befand sich auch dieses Sterbebild aus dem Museum im Goldschmiedhaus Ahlen, das Anfang Juli wieder in Ahlen eintraf.
Dr. Clemens KOSCH, Stiftung Kloster Dahlheim LWL-Landesmuseum für Klosterkultur, bedankte sich persönlich beim Museumsleiter Werner Fischer „Wir bedanken uns nochmals sehr herzlich für diese willkommene Leihgabe im Zusammenhang mit unserer Ausstellung „Ars moriendi - Die Kunst des Sterbens.
Versehgarnitur
Im einem katholischen Haus zählte im 19. Jh. zu der Aussteuer und zu den "normalen" Hochzeitsgeschenken auch eine Versehgarnitur mit Kerzenleuchtern und einem Kreuz.
Im Kreuz ist Heil, im Kreuz ist Leben, im Kreuz ist Hoffnung

Vorderansicht Rückansicht
Versehkreuz, Metall, Eisen verchromt, Holzeinlage, Maße: Höhe ca. 27,5 cm
Eines der sieben Sakramente ist die Krankensalbung, im Volksmund die letzte Ölung.
Auch bei der sogenannten Krankenkommunion, die der Priester außerhalb der Kirche spendet, sollte im Krankenzimmer ein Kreuz mit Holzeinlage, ein Sterbekreuz vorhanden sein. Es ist üblich, dass das Sterbekreuz eine Holzeinlage hat, eingedenk des Spruches "Am Holz des Kreuzes....
Bei der Versehgarnitur im Interreligiösen Museum im Goldschmiedehaus, das dem Museum gestiftet wurde, steht das Kreuz auf zwei Podesten, angedeutet als Kalvarienberg, darauf ein lateinisches Kreuz mit Christuskorpus im Dreinageltypus mit Dornenkrone und Lendentuch.
Oberhalb des Scheitelpunktes des Kreuzes ist ein zwölfzackiger Stern mit einem runden Endloskranz, darüber das INRI-Schild.
Die Rückseite erzählt in Bildern die Leidensgeschichte des Herrn.
Von unten nach oben: Die Geißelsäule, darauf der Hahn (Petrus dreimal verleugnet), eine Leiter, eine Lanze und eine weitere mit Schwamm, der heilige Rock, die drei Würfel, Zange und Hammer, Dornenkrone, Geißel, Schweißtuch der Veronika mit dem Christusantlitz sowie die 3 typischen Nägel. (Hergestellt: GERMANY).
An jedem Rosenkranz befindet sich ein Kreuz. Bei vielen Rosenkränzen hat das Metallkreuz eine Holzeinlage, auf dem der Christuskörper aus Metall ruht.
Beim einem katholischen Christen wird der Rosenkranz oder auch das Sterbekreuz dem Sterbenden in die Hand gelegt.
Wenn keine Feuerbestattung stattfindet, kommen der Rosenkranz und das Sterbekreuz mit ins Grab.

Tablett, Metall, Eisen verchromt, oval, Maße: ca. 31 x 24 x 1,5 cm.
Im Spiegel des Tabletts ein achteckiges Sternbild, in diesem ein Kelch, über dem eine Hostie schwebt mit den Buchstaben IHS, alles in einem Strauß von Ähren, Blättern und Trauben.
Auf diesem Tablett stehen 5 Gegenstände: 2 Dosen mit IHS auf den Deckeln, 2 Schälchen und ein Glastöpfchen mit dem Schriftzug PAX, in denen Flüssigkeiten und wichtige Gegenstände für die Spendung der Krankenkommunion bzw. der letzten Ölung benötigt werden.

Phylakterion
Phylakterion
Doppeldeutigkeit
Die griechische Bezeichnung der von Juden getragenen Tefillin (Kapseln der Gebetsriemen).
Phylakterion, eine weitere Bezeichnung für Behälter, die am Körper (z.B. um den Hals) getragen werden und in denen Reliquien aber auch andere für den Träger wichtige, vielleicht für ihn magische Schutzmittel getragen werden.

Vorder- und Rückansicht
Quadratisches, flaches Kästchen, das an der Oberseite mit einem Schiebeplättchen in Führungsschienen zu verschließen ist. Am unteren Ende sind 3 Ösen angebracht, an denen dünne Metallplättchen in Herzform hängen. Eine lange Kette ist an den Längsseiten mit Ösen befestigt.
Die Schauseiten des Anhängers zeigen in Reliefform die Darstellung des hl. Georg und das Bild der hl. Helena mit dem hl. Konstantin. Die Darstellung des hl. Georg ist umgeben von einem Rahmen aus einem doppelten Fries von Ornamenten. Sein Bild ragt über die Einfassung hinaus. Georg ist als ritterlicher Reiter wiedergegeben, der mit der rechten Hand seine Lanze in den Kopf eines Drachen stößt, der sich zu Füßen des Pferdes schlängelt. Er selbst ist ritterlich gekleidet. Sein Pferd ist gesattelt. Links und rechts seines Kopfes kennzeichnet ihn eine Inschrift mit griechischen Buchstaben ΑΓΙΟΣ ΓΕΡΓΗΟΣ als Hl. Georg.
Das Bildmotiv der hl. Helena und des hl. Konstantin wird von einem stehenden, hohen Kreuz mit kleinem Querbalken bestimmt; es unterteilt das Bild in zwei Hälften, in denen die beiden Heiligen in parallelisierter Form dargestellt sind. Bekleidet mit einem langen Gewand oder Schulterumhang halten beide ein Kreuz zur Außenseite des Bildes. Zur Innenseite weisen sie auf das zentrale Kreuz, das auf einem kleinen Hügel steht. Ihre Köpfe tragen eine große Helmkrone, von einem großen Nimbus umstrahlt. Über beiden Personen kennzeichnen griechische Namenszüge die Dargestellten als Hl. Helena - ΑΓΙΑ ΕΛΕΛΗ und Hl. Konstantin -ΑΓΙΟΣ ΚΟΣΑΝΤΙΝΟΣ.
Anhängerschachteln dieser Art gehören zu den Amuletten (Phylakterien), die im Raum der Ostkirche, besonders in Makedonien, im Zeitraum vom 17. bis 19. Jahrhundert beliebt waren. St. Georg, Helena und Konstantin als Heiligenfiguren auf der Schachtel bezeugen diesen räumlichen Bezug, denn sie zählen zu den besonders verehrten Heiligen des Ostens.
St. Georg, wahrscheinlich ein Sohn einer begüterten Familie aus Kappadozien in Kleinasien, bekannte sich als Offizier in der römischen Legion während der Verfolgung der Christen durch Kaiser Diokletian (284-305) öffentlich als Christ. Er wurde nach grausamen Martern 303 enthauptet. Sein mutiges Geständnis führte schon früh zu einer Verehrung und einer reichen Legendenbildung um sein Leben. Sein Kampf für das Gute spiegelt sich in der Legende des Drachenkampfes wider, weshalb St. Georg in der Regel als reitender Soldat oder Ritter dargestellt wird, der den Drachen mit einer Lanze besiegt.
Das Bildmotiv der beiden Heiligen, Helena und Konstantin, findet sich ebenfalls schon sehr früh in der Tradition der Ostkirche. Kaiserin Helena (225-330), die Mutter Konstantins, gilt als Förderin des Christentums. Sie veranlaßte den Bau zahlreicher Kirchen über den angeblich historischen Stätten im Heiligen Land. Der Legende nach fand sie das Kreuz Jesu Christi wieder, ebenso die Nägel und den Kreuztitulus.
Aufgrund dieser Kreuzauffindung steht sie oft mit ihrem Sohn Konstantin, dem apostelgleichen Kaiser der Ostkirche, um das Kreuz Jesu Christi; denn auch er steht in einem engen Zusammenhang mit der aufkommenden Kreuzverehrung im frühen Christentum. Seine Hinwendung zum Christentum und seine Toleranzedikte von 311/313 werden durch seinen Sieg an der Milvischen Brücke am 28. Oktober 312 gedeutet, demzufolge er den Aufstieg zur kaiserlichen Herrschaft der Erscheinung des Kreuzes vor der Schlacht zu verdanken habe.
Phylakterion

Dreieckiger Kettenanhänger in der Form eines kleinen Behälters, der an der Oberseite mit einer Abdeckplatte in seitlichen Führungsschienen zu verschließen ist. In der Mitte des Abdeckplättchens dient eine aufgelötete Kugel als Knauf.
Die Schauseite des Anhängers ist mit einem feingliedri-gen Kettenfries umrandet. Ein doppelköpfiger Adler mit Krone, der auf die Mitte des Dreiecks aufgesetzt ist, ragt über die Bildeinfassung hinaus. Links und rechts von ihm sind in den spitzen Winkeln des Dreiecks 2 kleine Kugeln befestigt. Die Rückseite des Anhängers ist motivlos glatt.
An der Halskette, die an den Seiten des Dreiecks durch 2 Ösen befestigt ist, sind 2 dünne Metallplättchen in Herzform angehängt.
Das Motiv des bekrönten, doppelköpfigen Adlers entstammt der Staatsheraldik des römisch-deutschen Kaiserreiches. Eine eindeutige Funktionszuweisung dieses Anhängers ist daher erschwert.
Parallelen in der funktionalen Gestaltung mit dem makedonischen Phylakterion (Abb. 44) legen die Vermutung nahe, daß es sich hier ebenfalls um einen Anhänger handelt, der mit amulettähnlichen Gegenständen gefüllt werden konnte.
Phylakterien dieser Art dienten als Amulette der Aufbewahrung allerlei zauberkräftiger Schutzinschriften und Bibelzitate, die den Besitzer vor Unheil bewahren sollten. Der mögliche Inhalt der Phylakterien ist so vielfältig wie die Palette der amulettkräftigen Materialien. Die Kettenanhänger wurden, im Unterschied zum Talisman, mehr offen als verborgen auf der Brust getragen.
Das Bestreben, durch dieses Amulett geheimnisvolle Kräfte in Besitz zu bringen, ist so alt wie die Menschheit. Auch der moderne, aufgeklärte Mensch trägt dieses Verlangen noch in sich. Die Beliebtheit von Talismanen in der Form von Anhängern und die Verwendung von Schutzpuppen (Maskottchen) und Sternkreiszeichen geben ein reiches Zeugnis für diesen Glauben.

Nachtrag: Bei der Darstellung handelt es sich um den Doppeladler, der Flagge der griechisch-orthodoxen Kirche und der Autonomen Mönchsrepublik Heiliger Berg bzw.
Autonome Mönchsrepublik Athos.

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Bezeichnung Votivschild, Votivgabe, Weihegeschenk
Material Metall
Stempel kein Stempel
Gewicht 12,6 gr.
Maße ca. 13,5 cm x 11,0 cm
Motiv Augenmotiv
Beschreibung In einem Oval, ca. 8,5 cm x 4,5 cm, sind 2 Augen geprägt, mit Augapfel, Pupillen und angedeuteten Augenbrauen. Um den geprägten Kordelrand ist ein üppiger, barocker Rahmen. Vier Blüten oder Rosetten mit acht Blättern bilden den seitlichen Abschluß. Dazwischen ist jeweils ein Engelsgesicht mit 2 übereinandergelegten Flügeln. Zwischen 4 in Bögen verlaufenden Motiven befindet sich oberhalb eine grössere Rosette, auf der, nach oben versetzt, eine kleinere Rosette beweglich befestigt ist. Dahinter sitzt eine dreieckige Schlaufe. Unterhalb des Schildes ist ein geprägter Engelskopf mit 2 Flügeln angelötet.
Herkunft Süddeutschland?
Meister
Zeit 19. Jahrhundert
Erworben Geschenk von Renate und Claus Pohl aus Duisburg, am 30. Dezember 2000 bei ihrem Besuch in Ahlen Votivgaben = Weihegeschenke sind Gott und einzelnen Heiligen und Kirchen dargebrachte Gaben und Opfer, um dadurch in gewissen Anliegen erhört zu werden, oder auch für erlangte Gebetserhörungen, besonders im Falle des Gelübdes.

Votivbild
Bilder und das, was sie uns zeigen, können an vieles erinnern, an die Ahnen, an Familienfeste und auch an Glaubensbekenntnisse z.B. das Kommunionbild an die Erstkommunion, den Tag, an dem der Katholik zum ersten Mal das Sakrament der Eucharistie empfangen hat.
Eucharistie = Name für das Altarsakrament, die Wirklichkeit, die Gegenwart Gottes in der konsekrierten Hostie und im Wein.
Was verbirgt sich hinter dem Kunstwerk dieser in echtem Silber gestalteten halbplastischen Bildskulptur? Wir können die Aussage nur erahnen.
Sie stellt einen auf Wolken schwebenden Kelch dar, der die Verbindung der Erde zum Himmel andeutet. Aus der Kelchkuppa erstrahlt die aufsteigende Hostie, das Brot des Lebens, mit den Buchstaben IHS, deren freie Interpretation u. a. Jesus-Heiland-Seligmacher ist. Auf dem H ein Kreuz, darunter drei Nägel in der Erinnerung: Denn durch Deinen Tod am Kreuze hast du die Welt erlöst.
Diese obere Bildgeschichte wird umrandet von einem Strahlenkranz, der die Herrlichkeit Gottes versinnbildlicht.
Die halbplastische Darstellung, eine getriebene Silberschmiedekreation, ist mit 800 gestempelt. Die Höhe beträgt ca. 26 cm, die Breite ca. 13,5 cm. Sie ist etwa Anfang des 20. Jh. entstanden.
Weihwasserbehälter, deutsch, 2. Hälfte 18. Jh., Zinn, gegossen,

Weihwasserbehälter, deutsch, 2. Hälfte 18. Jh., Zinn, gegossen,
Maße: Höhe 204 mm, Breite max. 110 mm
Weihwasserbehälter mit kleiner Platte in Kartuschenform.
In eine Umrahmung aus C-Bögen und Muschelwerk ist die Darstellung der Trinität in flacher Reliefierung gegossen: Um eine Kugel angeordnet sitzen bzw. stehen Christus und Gott Vater. Christus hält in der linken Hand ein Zepter und die rechte Hand zum Redegestus erhoben. Ein großes Kreuz liegt vorne über seiner rechten Schulter.
Gott Vater ist in der Gestalt eines älteren Mannes mit wallendem Gewand dargestellt. Hinter seinem Haupt kennzeichnet ihn der dreieckige Nimbus. Seine rechte Hand hält er bezeugend nach oben, während er mit der linken Hand auf die Kugel als Symbol des Alls verweist.
Über ihnen schwebt, in Form einer Taube der Heilige Geist (Mose) vor einem querovalen Medaillon mit einem Strahlenkranz. Zwei Engelsköpfe mit Flügelpaaren schauen von links und rechts oberhalb der Taube auf die himmlische Erscheinung herab. Am unteren Ende ist der Weihwasserbehälter angesetzt. Der gekurvte Rand und die gewellte Oberfläche geben dem Behälter die Dynamik einer Drehbewegung. Die gedrehte Linienführung dieses Objekts ist charakteristisch für die Spätphase des Rokoko.
Auf der Rückseite sind Fragmente einer alten Gravur noch sichtbar.
Literatur: Werner Fischer, Sakrale Kunst, Seite 144
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Weihwasserbehälter, Italien, um 1700, Holz, geschnitzt,

grundiert, Polimentvergoldung, Wachs, Glas, Maße: Höhe 320 mm, Breite 230-240 mm.
Weihwasserbehälter aus grundiertem und mit Blattgold belegtem Holz mit großer Wandplatte im Stil des Barocks.
In die mit barocken Ornamenten (C-Bögen, Rankenlaub und Trauben) plastisch reliefierte Oberfläche der Wandplatte sind fünf ovale, wulstige Rahmen geschnitz und in Kreuzform angeordnet. Sie zeigen hinter verglasten Sichtöffnungen fünf ovale, geprägte Wachsmedaillons unterschiedlicher Größe, sog. Agnus Dei. Es handelt sich bei allen fünf Agnus Dei um Wachstäfelchen, die von Papst Innozenz XII. (12.7.1691 - 28.9.1700) geweiht wurden. Auf den Schauseiten der Medaillons sind die Bildnisse folgender Personen geprägt:
Hl. Liborius - mit der Umschrift S. LIBORIUS EPISCOPUS - INNOC. IXX - PMAX
Mutter Gottes - mit der Umschrift MATER SALVATORIS ORA PRO NOBIS
Christus - mit Umschrift SALVATOR MUNDI SALVA NOS - ROMA
Frauenkopf ohne Umschrift
Hl. Franziskus - mit der Umschrift S. FRAN.
Auf die Rückseiten der Wachsmedaillons ist stets das Lamm Gottes (Agnus Dei) mit der Umschrift geprägt ECCE AGN. DEI QUI TOL. PECC MUNDI (ecce agnus dei, qui tollit peccata mundi = seht das Lamm Gottes, das hinwegnimmt die Sünden der Welt).
Zusätzlich wird der Name des Papstes und das Weihejahr genannt: Innozens XII. PMAI (Pontifex Maximus Anno Jubilaeo) 1692 (Franziskus - Agnus-Dei) und abweichend hiervon Liborius- und
Christus-Agnus-Dei, die mit dem Weihejahr 1700 bezeichnet sind.
Die Prägung im Jahre 1700 fällt aus dem Rhythmus der Weihe, die alle sieben Jahre stattfand, heraus. Sie erweist sich daher als Sonderprägung im Jubeljahr 1700.
Literatur: Werner Fischer, Sakrale Kunst, Seite 140
Geschenk von Dr. Vittorio Cagna, Pinerolo/Italien.
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Weihwasserbehälter mit großer Wandplatte in Kartuschenform, Italien

18. Jh., Holz geschnitzt, grundiert, Blattversilberung mit Ölvergoldung, Bronze gegossen, Corpus Zink, Maße: Höhe 450 mm, Breite max. 270 mm
Um die ebene Wandplatte legt sich eine geschwungene mit Blattsilber belegte und ölvergoldete Rahmung, die sich an den Seiten zu flügelähnlichen Voluten ausbreitet. Das obere Ende ziert einen muschelförmig ausgeschweiftes Akanthusblatt.
In die Mitte der ebenen Wandplatte ist auf schwarzem Grund und aufgetragenen Goldstrahlen ein flaches Kreuz in lateinischer Form mit der Darstellung des Gekreuzigten in Dreinageltypus gesetzt. Die Arme Jesu Christi sind schräg nach oben gestreckt und im Handteller angenagelt. Sein Kopf mit langem Bart und Haupthaae ist auf die rechte Schulter gesunken. Bekleidet ist er mit einem Lendenschurz, der an der rechten Seite lang herabfällt.
Am unteren Ende der Platte ist in spitz zulaufender Form ein Weihwassertopf angesetzt und innen mit Blei ausgelegt.
Literatur: Werner Fischer, Sakrale Kunst, Seite 142
Geschenk v. Dr. Vittorio Cagna, Pinerolo (Italien),
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Weihwasserkesselchen

Bronze, brüniert, 21,5 x 12,5 cm
Die Schauseite zeigt in einer bogenförmigen Umrahmung als Halbplastik das Abbild der Muttergottes mit Krone, die das Jesuskind mit Nimbus und ausgebreiteten Armen trägt.
Die rechte empfehlende Hand der Gottesmutter zeigt in eine gedachte Richtung.
Mit weit ausladendem Rock endet die Szenerie am vorgesetzten Weihwasser aufnehmenden Becken (Kessel).
Hinter der Rückwand befindet sich eine bewegliche Öse zum Aufhängen.
Die Muttergottes mit dem Jesuskind ist mit Schrauben und Muttern befestigt. Rückseitig wurde 2013 ein graviertes Widmungsschild angebracht.
Jugendstil vor 1900
Geschenk von Familie Fritz und Gertrud Hercher, geb. Beumer
Weihwassertöpfchen - auch Weihwasserkesselchen genannt,
(Biskuit)-Porzellan, 195 mm hoch, 19./20. Jh.

Motive der vorderen Wandplatte: Im weißgrundigen äußeren Rahmen mit Goldfadenumrandung befindet sich ein Loch, von dem ein Sprung ausgeht, der auf der Rückseite seine ganze Länge zeigt.
An beiden Seiten der Öffnung befinden sich Darstellungen von Rosenbuketts. Die innere Freifläche ist mit grüner Farbe gestrichen, die gleichzeitig als Umrandung für die plastische Figur der Gottesmutter mit dem Jesuskind dient.
Die Gottesmutter Maria mit langem, lockigem Haar, auf dem Haupt eine Krone tragend, ist mit einem wallenden Mantel und Unterkleid bekleidet. Auf ihren Armen stützt sie das Jesuskind, das die Arme zu einer Willkommenshaltung ausstreckt. Zur besonderen Deko befinden sich sowohl bei der Gottesmutter als auch beim Jesuskind goldene Kügelchen auf den Gewändern.
Das hervorspringende Kesselchen, das das Weihwasser aufnimmt, ist mit einem Kreuz mit einer Goldfadenumrandung und einer Rosengirlande versehen.
Im Kesselchen befindet sich im Porzellan die Zahl 3248. Am Loch für die Aufhängung sind leider kleine Ausbrüche im Porzellan.
Das Weihwassertöpfchen wurde dem Museums-Leiter Werner Fischer von Frau Gabriele Moser-Osthoff am 16. Mai 2013 geschenkt.

Aktuelle afrikanische Schnitzkunst
Leihgeber: Rudolf Blauth, Neubeckum

Die aus Ebenholz von den einheimischen Makonde Künstlern geschnitzten Skulpturen als Auftragsarbeiten der missionierenden Religionsgemeinschaften, die dann im Heimatland der Missionare angeboten und verkauft wurden.
Sie sind oftmals aus Ebenholz geschnitzt, das sehr hart ist und wie ein Stein mit einem Meißel bearbeitet wird. Da Ebenholz ein hohes spezifisches Gewicht hat, sind die aus ihm geschnitzten Gegenstände sehr schwer.
Leihgeber: Sammlung Lorenz
Deutsche Missionare ersetzten die ursprünglichen arabischen Buchstaben des Kisuaheli durch lateinische Buchstaben. Sie übersetzten die Bibel und gründeten Schulen.

In den Sheitani (= Geisterfiguren) und Bildern wird heute der alte Ahnen- und Geisterglaube wieder lebendig.
Jahrzehntelang von den Missionen ungern gesehen, sind diese Motive heute auf dem Internationalen Kunstmarkt sehr begehrt.
Leihgeber: Sammlung Lorenz

Original- Gesangbuch aus dem Jahr 1886 von MissionsInspektor und
Pfarrer Walther Trittelvitz.
Die beidseitig angebrachten vier Silbernägel mit den acht gewölbten Köpfen dienten dazu, um bei der Ablage des Buches auf dem Tisch einen Abstand zu halten, denn beim Trinken von Flüssigkeiten (Hirsebier?) konnte ja auch Flüssigkeit auf dem Tisch verschüttet werden.
Leihgeberin: Veronika te Reh

Geschichte der Deutsch-evanglischen Heidenmission 1901
von Pfarrer Reinhold Gareis
Geschenk v. Frau Christel Grigoleit an das Interreligiöse Museum am 1. Juni 2014, dem Tag der Ausstellungs-Eröffnung
"Mit Gebetbuch und Posaune"
Das Buch mit 607 Seiten reflektiert die Geschichte der Deutsch-evanglischen Heidenmission in der Welt Anno1901 unterstützt durch Fotos und Karten.
Der in schwarz mit Goldschrift geprägte Umschlagdeckel zeigt u.a. in einem Kreis einen Kelch und ein aufgeschlagenes Buch und Blumen als Dekoration.
Auf dem unteren Buchdeckel sind zwei Portraits von jungen Einheimischen aus den Missionsgebieten dargestellt. Im Zentrum eine Kreuzdarstellung mit Kreis.
Die Landkarten sind in Farbe gedruckt.

Globus, Leihgabe von Frau Gabriele Moser Olthoff, Ahlen
Der Welt-Globus dürfte etwa im 19. Jh. erstellt worden sein, denn er zeigt u.a. das Gebiet von Deutsch-Ostafrika.
Deutsch-Ostafrika war die Bezeichnung einer in der Zeit von 1885 bis 1918 bestehenden deutschen Kolonie. Das Gebiet umfasste die heutigen Länder Tansania, Ruanda, und Burundi.
In den Ländern vollzog sich eine intensive Missionstätigkeit verschiedener Religionsgemeinschaften.
Die betenden Knaben im weißen Gewandt wurden Nick-Neger genannt und fanden ihren Platz auch in katholischen Kirchen, besonders in der Weihnachtszeit an der aufgebauten Krippe. Wenn ein Geldstück in den Schlitz des Kastens geworfen wurde, neigte sich der Kopf des betenden Negers als ein Dankeszeichen für die erhaltene Gabe. Das Geld diente der Missionsarbeit,
Leihgeber: Hans und Magdalene Knipping und Herr Schwerbrock
Leider wurden die traditionellen Musikinstrumenten und Tänze während der ersten Missionsjahre unterdrückt zugunsten der Einführung europäischer Blasinstrumente. Es entstanden in den Missionsgebieten, die uns in Europa bekannten "Posaunenchöre".
Dies wird von den Missionsgesellschaften heute als falsch bezeichnet. Trommeln sind heute aus dem Gottesdienst nicht mehr wegzudenken und drücken das Lebensgefühl der Afrikaner aus.


Die "Zeze".
Dieses Streichinstrument wurde von Hukwe Zawose hergestellt, einem inzwischen verstorbenen Star der internationalen Weltmusik, der ursprünglich aus Zentraltansania stammt und zuletzt in der Küstenstadt Bagamoyo gelebt hat.


Litungu, die ostafrikanischer Leier.
Das Instrument wurde von Werema Chacha vom Volk der Kuria (Nordtansania) hergestellt, dem wohl besten Lintungu-Spieler Tansanias.

Das Kunstexponat, ein kreisrundes Gemälde, auch Tondo genannt, ist von der Form schon in der griechischen Antike und bei den Römern bekannt. Das Bildgeschehen konzentriert sich zur Kreismitte.
Das Exponat stammt von dem Künstler Lilanga, der gegenwärtig wohl der bekannteste Maler Tansanias ist. In seinen Geistermotiven tauchen Mythen und Legenden der Makonde auf, einem ursprünglich aus Mosambik stammenden und heute überwiegend in Südtansania lebenden Volksstamm.

Unter den Exponaten der Musikinstrumente befindet sich auch eine Mbira Dza Vadzimu. Sie wird mit den Händen gehalten und gleichzeitig mit den Daumennägeln beider Hände bespielt.
Der quadratische Holzkasten dient auch als Resonanzboden, der die Töne akustisch überträgt und verstärkt. Die Tonfolge auf dem Instrument ist nicht identisch mit der der sogenannten westlichen Welt.
Dieses Instrument wurde ebenso wie die Zeze von Hukwe Zawose gebaut..
Der Erstbesitzer hat seinen Namen auf dem Instrument hinterlassen.
Unter den Exponaten der Musikinstrumente befindet sich auch eine Mbira Dza Vadzimu wird mit den Händen gehalten und gleichzeitig mit den Daumennägeln beider Hände bespielt.
Der quadratische Holzkasten dient auch als Resonanzboden.
Der Erstbesitzer hat seinen Namen auf dem Instrument hinterlassen.
Die Tonfolge auf dem Instrument ist nicht identisch mit der sogenannten westlichen Welt.
Das Instrument dient den traditionellen Heilern auch heute noch zur Hypnose und Heilung bei mentalen Erkrankungen.
Leihgabe aus der Afrikanischen Instrumentensammlung von Rudolf Blauth

Die vier Aufnahmen zeigen im Uhrzeiger Sinn
- Altagsszenen um 1900.
- Missionarinnen unterwegs
- Kinder beim suchen von Sandläusen
- Missionarinspektor Trittelvitz und ein anderer Missionar
Anmerkung: Die Herren reiten auf Pferden, die Damen auf Esel
Leihgaben von Dorothea Vierhuff
Original Koffer, ein sogenannter "Cabinenkoffer", des Betheler Missionsinspektors Trittelvitz den er auf seinen nach in Deutsch-Ostafrika und zurück nach Deutschland benutzte.
Leihgabe: Dorothea Vierhuff

Maske
Leihgeber: Sammlung Lorenz

Massai-Schild
Er ist spitzoval, zu den Seiten hin abfallend. Auf der Rückseite ist senkrecht ein Holm angebracht, der gleichzeitig als Schildhalter und Griff dient.
Es ist ein Schild der Maasai, die in Kenia und Tansania beheimatet sind.
Leihgabe der Archiv- und Museumsstiftung VEM Wuppertal

Medizinbehälter, Kalebassenkürbis "Nkoba" (Shambaa)
Das dunkle Oberteil zeigt ein schemenhaftes Gesicht.
Ein Aufbewahrungsort für Medizin: Ein Horn eines Tieres
Leihgabe der Archiv- und Museumsstiftung VEM Wuppertal

Mörser und Stößel werden sehr vielseitig eingesetzt. In der Küche wie auch im Freien.
Mörser haben eine dicke Gefäßwand und die Innenseite ist glatt.
Sie dienen zum Mahlen, zum Zerstoßen und zum Zerkleinern von Kräutern, Gewürzen, Salz, Zucker, Getreide usw.
Leihgabe der Archiv- und Museumsstiftung VEM Wuppertal

Ein besonders Exponat für die Ausstellungsbesucher war dieses braune rechteckige Teil mit dem dazugehörenden Klöppel.
Es ist ein Stück Baumrinde, veredelt zu Stoff für u.a. für die Anfertigung von Kleidung.
Ein Teil eines Baumes wird von der Rinde befreit, geschält, aber so, dass das Nachwachstum nicht behindert wird und der Baum sich weiterhin entwickeln kann.
Im Dorf Agba-Njansu gewinnt der
Handwerker Kofi Boni Rindenbaststoff:
Abschaben der äußersten Rindenschicht eines Baumstämmes Klopfen des Stämmes und Abziehen der oberen Schicht, Klopfen des abgezogenen Schlauches, Aufschneiden und erneutes Klopfen und Auspressen des fertigen Stoffes.
Das alles gehört der Vergangenheit an, seit die Engländer mit ihren Textilfabriken die Welt mit Stoffen belieferten.
Leihgabe der Archiv- und Museumsstiftung VEM Wuppertal

Gebrauchsgegstände für Haushalt und Wirtschaft.bevor die Europäer kamen.
Feldhacke (Hya)
Blatt einer Feldhacke (Haya)
Beil
Beachten Sie bitte die Stiele und vergleichen Sie die Holzstiele mit unseren europäischen Werkzeugen.
Leihgabe der Archiv- und Museumsstiftung VEM Wuppertal
Bei der Vielzahl der afrikanischen Exponate in der Ausstellung können nicht alle gezeigt werden. Es fand eine Auslese statt, die keine Bewertung bedeutet.

Worfelschalen,
Leihgabe der Archiv- und Museumsstiftung VEM Wuppertal
Schalen für den täglichen Gebrauch, von den Einwohnern seit Generationen angefertigt.
Eine Person schlägt von einer Ölpalme Äste herunter. Er trennt die Blätter von der Mittelrippe, spaltet und teilt diese in etwa 75 cm große Stücke. Dann beginnt die weitere Spaltarbeit und das Glattschaben.
Aus den Streifen flicht die Person in randparallelem Flechten eine Matte mit 6bindiger Köperbindung auch kurz Köper oder Twill sind am schräg verlaufenden Grat zu erkennen
Die Matte wird in einen Doppelreifen eingespannt und zu einer Schale von ca. 60 cm Durchmesser geformt.
Historische Kranenkanne mit Deckel
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Sie dient zur Aufbewahrung von Flüssigkeit und ihrer zeitweisen Abgabe. Die Kranenkannen waren aus echtem Silber, Porzellan aber vornehmlich aus Zinn gefertigt. Die Zinngießer schmückten die gegossenen und montierten Kannen mit architektonischen Motiven Nachrichtlich sollen Kranenkannen im 18. Jahrhundert zuerst in Holland im Gebrauch gewesen sein, danach fanden sie ihre weitere Verbreitung im Bergischen Land über Westfalen bis ins Emsland. Meistens standen sie auf drei Beinen. Alle Gegenstände mit drei Beinen haben gute Bodenhaftung. Diese ist bei der Kranenkanne unbedingt notwendig, da die Kanne mit Flüssigkeit, mit Kaffee, gefüllt war. Sie diente also nicht zum Kaffeekochen, sondern war eine Warmhaltekanne für Kaffee. Schließt man von ihrer Größe auf den Inhalt, so ist die Füllmenge erstaunlich. Dabei kann man davon ausgehen, dass die Kranenkanne nicht immer mit Bohnenkaffee gefüllt war, sondern auch mit Muckefuck, ein Getränk, das nicht aus den teuren Kaffeebohnen bestand, sondern aus Zichorien oder Getreide (Malzkaffee). Schon im 18. Jahrhundert gab es die ersten Zichorienfarbriken zur Produktion von Kaffeeersatz. Die zwei Griffe in Henkelform wurden aus Wärmeleitungsgründen nicht direkt mit der Kanne verbunden, sondern zwischen der bauchigen Kanne und den Griffen befand sich ein Isolierteil aus Holz, um die Erhitzung der Griffe zu verhindern. Bei Kranenkannen aus echtem Silber verwendete man gedrechselte Elfenbeinplättchen. Als Ausguß diente am bauchigen Unterteil ein regulierbarer Kran, um die Kaffeemenge portionieren zu können. Leider sammelte sich am Kannenboden "Kaffeeprütt" an, der den Ausfluß verstopfte, sodass der Kaffee nur noch tropfenweise aus der Kanne floß. |
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Goldene Kaffeetüte
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Eine tragende Säule der Kaffeeausstellung im Interreligiösen Museum im Goldschmiedehaus Ahlen ist die KAFFEERÖSTEREI BURG in Hamburg Jens Burg, Inhaber des Kaffeemuseums und der eigenen Rösterei, reagierte blitzschnell vor der Ausstellungseröffnung in Ahlen und kreierte eine neue Kaffee-Mischung, die er mit dem Namen "Goldschmiedemeister Spezial Arabika Museumskaffee" in den Handel schickt. Die neue Kaffeemischung kann von jedermann in 20251 Hamburg, Eppendorfer Weg 252, Tel. 0404 /4210 20 40 oder www.kaffeeroesterei-burg.de erworben werden. Der Kaffee ist in einer matt glänzenden goldenen Tüte verpackt und eignet sich vorzüglich zum Eigenverbrauch wie auch als Geschenk. Wie kam es dazu? Bei unserer ersten Begegnung in der Hamburger Rösterei und dem Kaffee-Museum bauten Rudolf Blauth, Ahlen's VHS Leiter, und Werner Fischer Jens Burg eine geistige Vertrauensbrücke. Zu vielen Museumsexponaten besteht eine Verbindung, die es dem Museumsleiter Jens Burg schwer machen, sich, wenn auch nur zeitweise, von den Museums-Schätzen zu trennen. Lieber Jens, Dank für Deine Idee und die geniale Ausführung |
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Kaffeelot

Der Begriff "Lot" ist u.a. auf dem "Bau" gebräuchlich. Um eine gemauerte senkrechte Wand zu überprüfen, wird sie ausgelotet. Dazu dient u.a. eine Schnur, deren Ende beschwert (Blei) ist. Das andere Ende der Schnur wurde oberhalb der gemauerten Wand gehalten. Wenn Wand und Schnur eine Parallele bilden, sind sie im "Lot".
Das Wort Lot wird in einem Sprichwort verwendet: "Es ist alles im Lot" will heißen es ist alles in Ordnung.
Lot ist auch eine Maß- und Gewichtseinheit zum Beispiel bei der Zubereitung von Kaffee.
Es mußte ein Maß gefunden werden für die zu benötigende Kaffeemenge der unterschiedlichen Kanneninhalte. Dazu diente ein einfaches rundes Rohrstück aus Blech, das an einer bestimmten Stelle mit einem Boden versehen wurde, sodass sich zwei Maßeinheiten bildeten nämlich für eine volle und eine halbe Portion.
Die Kaffeemenge 6 bis 8 Gramm bezieht sich etwa auf 1/4 Liter fertigen Kaffee.
So gibt es heute noch Maßbecherchen teilweise aus Stahl oder Kunststoff, die im Kaffeehandel angeboten und beim Kaffeekochen gebraucht werden.
Es ist der Museumsleitung im Interreligiösen Museum Ahlen gelungen, noch ein historisches Lot mit beidseitigen Benutzungsmöglichkeiten aufzutreiben und auszustellen.
Dank an Frau Blume für das Ahlener Lot.
Kaffeemütze
Um den Kaffee in der Kanne auf dem Tisch warmzuhalten, wurden sogenannte Kaffeemützen über die Kanne gestülpt. Diese wurden aus Stoff gefertigt und mit dicken Polsterungen zur Wärmedämmung versehen. Ein besondere Reiz für die Hausfrau war es, keine fertige Mütze im Geschäft zu erwerben, sondern eine Kaffeemütze selbst zu Hand arbeiten. Diese Kaffeemütze aus dem Hause Kaspar Fischer wurde von Frau Jovita Fischer angefertigt. Die Außenhülle ist gehäkelt. Als Zwischenschicht wurde Watte eingenäht und als Abschluss wurde der Mütze ein Bommel aufgesetzt. Die Motive waren jeder Dame freigestellt. Die Farbauswahl richtete sich nach dem vorhandenen Kaffeeservice. So war die Kaffeemütze gleichzeitig Schmuckstück des gedeckten Tisches. Diese Kaffeemütze macht sich sehr hübsch auf jedem Frühstücks- oder Kaffeetisch und hält den Kaffee für ca. zwei Stunden heiß. Danach braucht man sie nicht gleich wieder in den Schrank zu räumen, denn sie ist auch ohne Kanne ein kleines Kunstwerk. Das Motiv ist auf beiden Seiten etwas unterschiedlich, so dass man sie nach Stand der Kanne beidseitig betrachten kann.

Bis vor einigen Jahrzehnten war es für Hausfrauen üblich, die langen Winterabende mit Handarbeiten des für den täglichen Gebrauch auszufüllen. Nähen, Stricken, Häkeln, Sticken, und auch Stopfen zählten zur Allgemeinbildung der Frauen, mit deren Techniken junge Mädchen schon früh vertraut gemacht wurden. Für die Ausbildung gab es eigens Handarbeitsschulen.
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Kaffeetasse und Desserteller
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Foto Desserteller, ca. 19 cm im Durchmesser, Porzellan, weiß mit Goldrand. Deutschland, Bayer Porzellanfabrik Retsch & Cie, gegr. 1885 gefertigt für den niederländischen Markt. Nicht zum Teller gehörend eine Porzellantasse der Firma MITTERTEICH, Deutschland, Bayer Porzellanfabrik AG gegr. 1917, Gebrauchsgeschirr Service Geschenkartikel, Im runden Fuß in Goldbuchstaben M Mittelerteich Bavarie 53. Tasse und Teller nicht zusammengehörig Erworben auf einem Ausflug von "Kiek es drin" |
Stößel und Napf
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Zuerst diente ein einfacher aus Holz geschnitzter "Kump" - auch Napf genannt - zur Aufnahme der gerösteten Kaffeebohnen. Um diese zu Mehl zu zertrümmern benötigte man einen Stößel, einen Stampfer, der aus Holz sein konnte. Den Kump nahm man zwischen die Knie und zerkleinerte mit kräftigen Schlägen die Bohne. Der Kump wurde deshalb zwischen die Knie genommen, weil die Schläge somit abgefedert wurden. Bei einem feststehenden Untersatz wäre der Kump beim Schlagen gesplissen. Stößel und Napf sind eine Leihgabe der Kaffeerösterei Burg, Hamburg. |
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Milchkännchen und Zuckerdose aus Metall - Porzellan, Fischer
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Beide Teile im Unterboden gekennzeichnet mit Alt Schönwald Made in Germnany Das Milchkännchen c. 11 cm hoch mit Aussguss und Henkel Im Jahr 1879 gründete Johann Nicol Müller in Schönwald eine Porzellanfabrik, die zugleich einen wirtschaftlichen Aufschwung für den Ort bedeutete. Die Region bot alle nötigen Rohstoffe für die Porzellanherstellung: Holz für den Ofen sowie Kaolin- Feldspat- und Quarzlagerstätten für die Porzellanmasse. Im Jahr 1898 beschäftigte das Unternehmen bereits 340 Mitarbeiter, im gleichen Jahr wurde der Betrieb in die Aktiengesellschaft „Porzellanfabrik Schönwald“ umgewandelt. Gegen Ende des 19. Jahrhunderts spezialisierte sich Schönwald auf das Geschäftsfeld Gastronomie-Porzellan. Begonnen wurde mit der Entwicklung von Hotelporzellan, das die funktionalen Anforderungen der Gastronomie erfüllt, aber vom Stil an feines Haushaltsporzellan erinnert.1927 erfolgte eine Konzentration der Porzellanindustrie infolge der allgemein schlechten wirtschaftlichen Lage: Die Porzellanfabrik Schönwald A.G. ging in den Besitz der Kahla A.G. über. Im Jahr 1972 wurde Schönwald ein Teil der Lorenz Hutschenreuther AG (ab 1969 Hutschenreuther AG), die heute als BHS tabletop AG firmiert. Nach 2000 investierte Schönwald vor allem in die Bereiche Produktion und Logistik. 2009 wurde einer der modernsten Schnellbrandöfen der Welt in Betrieb genommen. Milchkännchen und Zuckerdose waren im Gebrauch von Jovita und Kaspar Fischer in Hopsten-Ein Geschenk von Anni und Werner Fischer in den 60 Jahren. |
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Ein "Hingucker" in der Kaffeeausstellung war diese Kaffeemaschine.
Zur Bedienung die Hinweise:
Rechts unten vor der Stange steht ein runder, mit Spiritus gefüllter Tank. Ein Hütchen, das durch Handdruck auf die Kugel den Docht freigibt, deckt den Docht ab.
Der Docht wird angezündet und die Flamme erhitzt den darüber liegenden Tank. In dem darüber liegenden Behälter befindet sich Wasser, das durch die Spiritus-flamme erhitzt und zum Kochen gebracht wird. Der heiße Wasserdampf wird in den linksseitigen Tank gedrückt, in dem sich der gemahlene Kaffee befindet und dessen Boden ein Sieb hat, durch den der Kaffee in die Tasse tropft.
Wenn der Kaffee durchgelaufen ist, wird das vor der Kanne liegende Porzellandeckelchen aufgesetzt und das Ausschenken kann beginnen.
Dank der Leihgeberin, die diese seltene und interessante Konstruktion für die Kaffeeausstellung zur Verfügung gestellt hat.
Die Kaffeebohne wird zu Mehl
Viele Dinge des täglichen Gebrauchs und das Funktionieren derselben werden kaum beachtet und gelten als selbstverständlich. Dabei hat jeder Gegenstand seine Geschichte. Interessiert Sie das? Ja! Das beweisen die zahlreich gestellten Besucherfragen während der Kaffee-Ausstellung im Interreligiösen Museum im Goldschmiedehaus Ahlen.
Das zur Zeit technische Endprodukt zur Kaffeezubereitung scheint technisch vollkommen. Der Apparat im angepassten stilvollen Küchendesign ist mit den verschiedenen Möglichkeiten der Kaffeezubereitung ausgestattet. Aber wie war es früher? Zuerst diente ein einfacher aus Holz geschnitzter "Kump" - auch Napf genannt - zur Aufnahme der gerösteten Kaffeebohnen. Um diese zu Mehr zu zertrümmern benötigte man einen Stößel, einen Stampfer, der auch Holz sein konnte. Den Kump nahm man zwischen die Knie und zerkleinerte mit kräftigen Schlägen die Bohne. Der Kump wurde deshalb zwischen die Knie genommen, weil die Schläge somit abgefedert wurden. Bei einem feststehenden Untersatz wäre der Kump beim Schlagen gesplissen.
Diese Art die Kaffeebohnen zu zertrümmern war sehr Kraft aufwendig und unbequem. Daher tüftelte man schon sehr bald an anderen Lösungen

Zum Zermahlen von Getreidekörnern gab es in den Mühlen schon Mahlwerke. Dieses System stand im 18. Jahrhundert Pate bei der Konstruktion von Kaffeemühlen. Millionen, ja Milliarden von Kaffeemühlen wurden gebaut in unzähligen, immer wieder neuen optischen Ausführungen und unterschiedlichsten Materialien. Die Würfelform mit Metall-Schwengel und Schublade setzte sich letztendlich durch u.a. auch, weil diese beim Kaffeemahlen einen festen Stand hatten.
In der Kaffee-Ausstellung im Interreligiösen Museum im Goldschmiedehaus Ahlen ist neben vielen interessanten Kaffeemühlen dank eines Ahlener Leihgebers auch eine "aufgeschnittene" Kaffeemühle im Querschnitt zu sehen. Innenansichten von Kaffeemühlen sind selten.
Wenn Kaffeemühlen jeglicher Art bereits der Vergangenheit angehören, das Sprichwort "Gottes Mühlen mahlen langsam aber fein" ist geblieben.
Kaffeemühle mit bemaltem Holzkorpus

Die große Individualität der Kaffeemühlen zeigt sich besonders bei ihren Bemalungen.
Der würfelförmige Holzkorpus mit Boden- und Oberplatte sowie der herausziehbaren Schublade erhält durch die Bemalungen eine eigene Note. Durch die Bemalung kann man förmlich die Freude der Besitzerin an der Kaffeezubereitung und dem Kaffeegenuß spüren.
Der halbkugelige Blechaufsatz hat eine Schiebevorrichtung, die beim Malen geschlossen wird, damit die Bohnen nicht entweichen können.
Kaffeemühlen

Als Sitz oder Hocker werden Kaffeemühlen bezeichnet, die auf einem verlängerten Brett montiert und mit einem Klemmbügel befestigt werden sind. Sie kamen von England auf den deutschen Markt oder wurden in Deutschland hergestellt. Dazugehörige Klemmbügel wurden patentiert in Deutschland mit Datum vom 14. November 1930.
Die Haltung, die Kaffeemühlen beim Mahlen im Schoß zwischen den Knien zu halten, wurde von manchen Menschen als nicht sittsam empfunden.
Prunkvolle Kaffeemühle

aus Messing gefertigt mit dekorativen Elementen. Häuslichen Reichtum ausstrahlend, präsentiert sich diese Kaffeemühle aus dem Kaffeemuseum von Jens Burg in Hamburg, die in der Ahlener Kaffeeausstellung gezeigt werden konnte. Danke!
Sie ist stilecht, großen Bauwerken der Geschichte nachempfunden. Auf Kugelfüßen stehend trägt die untere Bodenplatte den würfelförmige Körper mit dekorativen Elementen. Vier geformte Eckpfeiler, die in Pagoden enden, deuten die tragende Funktionen der Deckplatte an. In Tassen ähnlicher Form präsentiert sich das Gehäuse für das Mahlwerk.
Selbst die Kurbel mit ausgesägten Motiven endet als Schlusspunkt mit einem gedrechselten Holzknopf, bei dem die technische Befestigungsschraube ebenfalls Dekor ist.
Diese Kaffeemühle ist ist ein gutes Beispiel des Zeitgeschmacks und gilt als Spiegel einer vergangenen Kultur.
Freundliche Leihgabe des Kaffeemuseums Hamburg.
Kaffeeröster mit Gasanschluss

Vor und auch nach der Jahrhundertwende 18./19. Jahrhundert wurden Häuser und Wohnungen in Städten und Ortschaften an das neuerstellte Gasnetz angeschlossen.
Das hatte mit zur Folge, dass die Industrie Geräte entwickeln mußte, um diese neuen Gegebenheiten auch für die Kaffeeröstung zu nutzen.
Das Hamburger Kaffeemuseum stellte dem Interreligiösen Museum im Goldschmiedehaus Ahlen für seine Kaffeeausstellung den abgebildeten Gas-Kaffee-Röster zur Ausleihe. Danke!
Auf einer Tablett förmigen Bodenplatte aus Metall sind seitlich zwei Träger angebracht, die die Gasrohrleitung mit Messinganschluß für den Gasschlauch und die Trommel mit Holzgriffkurbel aufzunehmen. Die Blechtrommel ist mit einem Kläppchen mit Schiebevorrichtung versehen zur Aufnahme und Entnahme der Bohnen.
Das unter der Trommel liegende waagerechte Gasrohr hat beidseitig viele kleine Öffnungen, aus denen das ausströmende Gas geflammt wird. Die Kurbel dient zum Drehen der Trommel, bis der Röstvorgang abgeschlossen ist.
Freundliche Leihgabe des Kaffeemuseums Hamburg.
Von den Kirschen zu den Bohnen.
Kaffeesorten die in der Ausstellung gezeigt wurden:









Literatur:
Kaffee und seine Umgebung
Alte Kaffeemühlen
von E.von Walderdorff
Ein Küchengerät aus der Zeit unserer Großmütter
Callwey Verlag 1982
Café Schucan eine Legende
von Wolfgang Weikert. Bernd Haunfelder
Aschendorf Verlag
Kaffeeklatsch - Die Stunde der Frauen
von Katja Mutschelknaus
Elisabeth Sandmann Verlag München
Im Land der großen Kaffeekannen
von Kerstin Ullrich,
Aschendorf Verlag, Münster.
Kaffee und Kaffeehaus
von Ulla Heise
Ein Jahrhundert im Zauber einer Kaffeestunde
von J. J. Darboven, 1966
Freude mit Kaffee und Kuchen
von Gerhard Eckert, 1987
4. Edition Leipzig
Das Café - Sehnsucht oder die große Liebe zum Braunen
Herausgegeben von Etcet Era 1982, München
Die Mischung macht's
Osnabrücker Zeitungsverlag
Es folgen Exponate, die sich in der Ausstellung des Museums befinden:
Ardhanarishvara ca. 29 cm hoch halb Mann, halb Frau

Ardhanarishvara auch Ardhanari,
Ardha = halb, nari = Frau, ishavara = Herr
ist die Bezeichnung für Gott Shiva, der zusammen mit seiner
Gemahlin Parvati eine Gestalt bildet, halb Mann u. halb Frau.
Ganesha, Sohn Shivas u. Parvatis, die ihn aus Lehm formte.
Auf einer hohlen Halbkugel im Ø von ca. 9,5 cm ruht ein runder Sockel im Ø von 5 cm und einer Höhe von 2 cm. Darauf steht die massive Figur.
Sie ist erkennbar als Frau und Mann mit gleichen bloßen Füßen
Die rechte vordere männliche Seite zeigt sich mit einem nackten Bein, das unter dem Knie mit einem Beinreifen geschmückt ist. Der weitere Verlauf des Beines mündet in einer Art von kurzer Hose. Das zu ahnende Geschlecht wird überdeckt. Ein breiter Gürtel umschlingt die Hüfte und den Bauch sowohl der männlichen wie auch der weiblichen Seite.
Signifikant ist die flache Männerbrust mit Brustwarze gegenüber dem ausgeprägten Frauenbusen. Die Schultern und Armpartien sind gleichermaßen mit einem Oberarmschmuck geschmückt.
Die Männerseite hat einen zusätzlichen Arm, unter dem sich ein Schlange? befindet.
In der zusätzlichen Hand befindet sich eine Streitaxt = kuthara.
Die Frauenseite zeigt das linke Bein in einem bis zur Wade langen Beinkleid.
Der Busen ist vollbusig mit angedeuteter Brustwarze. Der Gesichtsausdruck zeigt keine Unterschiedlichkeiten, das trifft auch auf den Kopfschmuck zu.
Das linke Ohr ist mit einem runden Ohrring geschmückt.
Das Gesicht ist geschlechtsneutral. Auf der Stirn befindet sich ein Zeichen, das dritte Auge.
Über der Haarpracht auf dem Kopf befindet sich eine Krone.
Die Rückseite ist ebenfalls in die Gestaltung mit einbezogen. Markant zeigt sich ein im Nacken angebrachtes Radmotiv mit Zacken. Die Schulter der männlichen Seite ist mit Dekorationsobjekten versehen.
Die Bedeutung des Rades und auch der Gegenstand, den die Figur in der linken Hand auf der Herzseite trägt, wird noch erforscht.
Geschenk von Dieter u. Mechthild Massin von einer Indienreise 2012 aus Dharamsala McLeod (Ganj).

Deva ist eine indische Bezeichnung für die „Gott dienenden“ Götter,
Devi ist eine hinduistische Göttin
Shakti steht im Hinduismus für die weibliche Urkraft des Universums − sie stellt eine aktive Energie dar.
In vielerlei Gestalt zeigen sich Götter und Göttingen im Hinduismus. So auch die Bronze-Skulptur aus dem Reich der Khmer einer weibliche „leuchtende Himmlische Gottheit“ im Interreligiösen Museum im Goldschmiedehaus Ahlen.
Die Friedliche bietet Schutz vor Gefahren, von Gesundheit , Reichtum und gute Ernte.
Aber wie stellt Sie sich dar: Auf dem Kopf thronen weitere 9 Köpfe und anstatt der zwei Hände hat sie 20 Hände in jeder Hand einen Gegenstand haltend.
Was könnte uns die Skulptur u.a. uns vermitteln: Auf dem realen Kopf der Figur folgen 2 mal 4 Köpfe die jeweils in eine Himmelsrichtung schauen (Rundumsicht) denn ohne sich zudrehen sehen wir nicht was neben und hinter uns passiert.
Die Figur schaut nicht weg sondern sieht alles auch wo Not ist, wo Hilfe gebraucht wird. Mit 20 Augen sieht man mehr.
Heute sagen junge Leuten „Ich mache mir keinen Kopf „Mit 20 Armen die mit ihren 20 Händen u.a. auch Krüge tragen kann man mit dem Inhalt der Krüge helfen, Die Figur vermittelt und ohne Sprache eine Kultur der nächsten Liebe an jedem neuen Tag.
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Göttin Durga, 15,5 cm hoch, 1270 gr, Bronzeguss
Erworben in Jaipur/ Indien, April 2012 gegenüber dem "Palast der Winde"
Die Göttin Durga zählt mit zu den bekanntesten Göttinnen im Hinduismus. Sie kann sich in mehreren Erscheinungsformen gütig aber auch strafend zeigen, sowie auch unter den Namen Saraswati, Lakshmi und Ishvari verbergen, die Kraft, Wissen, Handeln und Weisheit implizieren.
Der Göttin Durga kann man keinen männlichen Gott zuordnen.
Sie ist die Große Königin und die Allmutter.
Wir sehen bei dieser Figur die Göttin Durga auf einer Bank, sie stellt ein Bein auf den Rücken des Löwen, der eine gemusterte Satteldecke trägt. Das Knie des anderen Beines von Durga ruht auf dem Kopf des Löwen.
Göttin Durga hat in 7 Händen der 8 Arme (sie kann auch vier, zehn, 18 oder auch 20 Arme haben, die Kraft vermitteln) verschiedene Gegenstände, die von der Anordnung unterschiedlich sein können.
Muschel, Diskus, Dreizack, Pfeil und Bogen, Schwert, Schild, Gebetskette, Glocke und Keule. Die 8. Hand ist hier in Mudrastellung. Sie trägt Armreifen, Halsketten Ohrschmuck und einen Kopfputz. Auf der Stirn sieht man das "Dritte Auge".
Als Zeichen der Göttlichkeit kann man auch den Nimbus - Strahlenkranz - werten.

Hausaltar - Schrein, Hinduismus
Bezeichnung: Hausaltar
Material : Holz
Zeit : 20. Jh.
Maße : ca. 71 x 37 x 23 cm
Zustand : neu
Vorderansicht:
Der Hausaltar steht auf vier unter der Bodenplatte befestigten Füße.
Im unteren Sockelteil befindet sich eine Schublade, die mit einer silberfarbenen Metallfolie ausgelegt ist. Über der Schublade ist ein Auszugschub angebracht, der mit goldfarbener Metallfolie belegt ist. Dann folgt die Grundplatte für den Hausalterkorpus, den Schrein.
Beidseitig stehen zwei halbplastische unterteilte Säulen, die den Hausaltarkorpus als ersten Abschluß tragen, an dem zwei Glöckchen angebracht sind.
Zwischen den Säulen finden wir zwei Türen, die in geschlossenem Zustand nach oben einen Spitzdach ähnlichen Abschluss bilden. Beide Türen, jede mit offenem Fenster, das jeweils mit zwei Messinggitterstäben unterteilt ist, lassen den Blick in das dunkle Innere frei.
Jeweils in einem Quadrat finden wir einen Rad schlagenden Pfau in vielen bunten Farben. Zwei Knöpfe an den Türen erleichtern das Öffnen. Dafür ist vorab im oberen Feld eine Drehblockade zu lösen. Ein florales Fries bildet den Abschluß des Korpus. Die mit einem Motiv geprägte Deckplatte nimmt noch einmal einen nach hinten offenen Sockel auf, dessen Dekor mit den oberen Säulenmotiven identisch ist. Darauf steht eine Pyramide, deren oberer Aufbau an eine Stupa erinnert. Alle Flächen sind mit Metallfolien belegt, wie die Abbildung zeigt.
Hinduismus
Haus-Tempel, Hausaltäre, auf andere Religionen bezogen: Hergottswinkel
Das religiöse Leben in der Öffentlichkeit kann auch im Haus gelebt werden,
so auch im Hinduismus.
Die Gottheit, oder auch der zu verehrende Gegenstand, wird während des Tages auf dem Tableau gezeigt. Er kann bei Ausgängen auch mitgeführt werden und findet nachts seinen Platz im Schrein.
Lampe in Gestalt einer Taube mit Kette, 18. Jh.
Erworben in Mandawa/ Indien, April 2012
Gewicht 1457 g.
Die Taube hat in ihrem Schnabel ein halbrundes Teil, das noch erforscht werden muß, ebenso ein Merkmal an der Unterseite der Brust sowie auf dem Kopf.
Am Nacken befindet sich eine runde Öse, in die eine Kette eingehängt ist.
Die Kette, beginnend mit einem gemusterten S-Haken, nimmt als zweites Glied eine Pfaudarstellung mit aufgestelltem Rad auf. Danach folgt wieder ein S-Haken und weitere zwei Pfauen.
Als Abschluß dann ein größerer S-Haken, der mit einer Löwenkopfdarstellung beginnt.
Die angelegten Flügel der Taube sind mit Pfeildekoren geschmückt.
Die Füße verlaufen in einer offenen Halbkugel, an deren Außenrand drei Ösen angebracht sind, wovon zwei Ösen als Schranier die bewegliche Ölpfanne halten und in die dritte Öse ist eine Kette aus vier achtförmigen Gliedern eingehängt. In der Öse des letzten Gliedes ist ein Stift, ebenfalls in Vogelform eingehängt, der zur Arretierung der Pfanne dient.
Deepawali oder auch Neelavelakke "EWIGES LICHT" zwei Bezeichnungen von vielen, wie die Öl- oder Butterlampen genannt werden.
Lampen dieser Art hängt man vor den Hausschrein einer Hindufamlie. Das Bedienen der Lampen, wie die Wanne mit Ghee, geklärte Butter oder auch mit Kokosöl zu füllen und den Docht einzulegen, übernimmt ein Familienmitglied, weil die lodernde Flamme nicht erlöschen soll.
Lingam und Yoni
Marmor, schwarz, ca. 105 mm hoch, ca. 110 mm lang, neu, erworben in Jaipur/ Indien im Tempelbezirk April 2012
Phallussymbol des Gottes Shiva
Lingam ist das indische Wort für Phallus, Vayra, der Donnerkeil, das Zeichen des Gottes Shiva. Er wird in seiner Funktion eindeutig der Vereinigung zugedacht.
Yoni ist die Bezeichnung der weiblichen Genitalien im Hinduismus
Hi 2
Lingam und Yoni
zweiteilig verschraubt, ca. 64 mm, ca. 91 gr, vergoldet, neu, erworben in Jaipur/ Indien April 2012
Phallussymbol des Gottes Shiva
Lingam ist das indische Wort für Phallus, Vayra, der Donnerkeil, das Zeichen des Gottes Shiva. Er wird in seiner Funktion eindeutig der Vereinigung zugedacht.
Yoni ist die Bezeichnung der weiblichen Genitalien im Hinduismus
Hi 3
Im Shivaismus, eine Gruppe im Hinduismus, hat die Gebetsschnur 84 Perlen oft pflanzlicher Art.
Anhänger des hinduistischen Gottes Vishnu verwenden eine Gebetsschnur mit 108 Perlen.
Allein schon das Tragen einer Gebetsschnur ist verdienstvoll.

Mala, Durchmesser ca. 10 bis 11 mm
Mala ist die Bezeichnung einer Gebetskette mit 108 Perlen für Hinduisten sowie Buddhisten. Die durchbohrten kugeligen, im Durchmesser fast gleichen Perlen können aus Naturprodukten wie auch aus Edelsteinen oder auch aus anderen Materialien sowie Kunststoff bestehen. Die verschiedenen Ketten haben unterschiedliche Perlendurchmesser
Ausnahmen bilden Ketten aus Knochen mit geschnitzten Totenköpfen, die an den
Tod und die Wiedergeburt erinnern.
Eine Mala trägt man um den Hals gelegt oder auch um den Unterarm geschlungen.
Für einen gläubigen und frommen Hindu hat jede einzelne Perle der Mala eine Bedeutung, die Bezug nimmt auf die Gottheiten, denen er seine Wünsche mitteilt.

Pfau, Obst- und Gemüse-Schneidwerkzeug, Asien, Metall, 19./20. Jh.,
Länge 45 cm, Höhe 31,5 cm
Geschenk des Hindupriesters Sri Arumugan Paskaran,
vom Sri Kamadchi Ampal Tempel in Uentrup, März 2012
Ein außergewöhnliches profanes Teil, das die
hinduistische Religion in die Arbeit einfließen läßt.
Wie der Wetterhahn auf den christlichen Kirchtürmen uns die Windrichtung zeigt, so sind auch in anderen Religions-Kulturen Bildnisse oder Geräte zu finden, die für viele Menschen mehr sind als nur ein Zeichen.
Bei diesem Objekt ist der gebogene Schwanz des Pfaus auch als Messer beim Schneiden oder Zerteilen von Gemüse zu verwenden.
Pfau, Obst- und Gemüse-Schneidwerkzeug, Asien, Metall, 19./20. Jh.,
Länge cm, Höhe cm (bitte abmesser und Text streichen
Geschenk des Hindupriesters Sri Arumugan Paskaran,
vom Sri Kamadchi Ampal Tempel in Uentrup, März 2012
Ein außergewöhnliches profanes Teil, das die
hinduistische Religion in die Arbeit einfließen läßt.
Wie der Wetterhahn auf den christlichen Kirchtürmen uns die Windrichtung zeigt, so sind auch in anderen Religions-Kulturen Bildnisse oder Geräte zu finden, die für viele Menschen mehr sind als nur ein Zeichen.
Bei diesem Objekt ist der gebogene Schwanz des Pfaus auch als Messer beim Schneiden oder Zerteilen von Gemüse zu verwenden.

Die Naturgetreue Aufnahme gilt den Schülern der unteren Klassen bei Ihren Museumsbesuchen als naturgetreues Beispiel.
Pfauenfeder werden in ein Wassergefäß gesteckt und sind mit den religiösen Riten verwoben.
Pfau, erworben in Mandawa/ Indien, April 2012
Metall, 19./20. Jh.
Höhe ca. 6,5 cm
Aus dem Rumpf des platischen Pfaus formt sich ein langer Hals und endet mit dem Haarbüschel verzierten Kopf mit langem Schnabel.
Am Bauch sind beidseitig zwei Flügel angebracht, ein Flügel hat sich gelöst,
Unter dem Bauch befindet sich eine runde Stange, quasi als Füße mit einem Feststellring und weitergehendem Zapfen.
In Indien ist der Pfau ein heiliges Tier, und gleichzeitig der
Nationalvogel. Sein Schrei soll Regen ankündigen
(minh-ao=Regen kommt)
In hinduistischen und buddhistischen Vorstellungen ist der Pfau oftmals ein Reittier für Götter.
Dose in Turmform, 19./20. Jh., erworben in Mandawa/Indien, April 2012
Höhe 19,5 cm, Gewicht: ca. 1138 g.
Metall: Eisen
Auf 3 Stempelfüßen steht ein tropfenförmiger Korpus, dessen beide Seiten quadratische Durchbrüche wie Fensterchen zieren.
Die gleichen Motive zeigen sich auch beim Deckel, der mit einer Scharnierbewegung befestigt ist. Zum Verschluss dient ein Haken mit Überwurf.
Auf dem Deckel mit acht Blättern, fünf davon sind teilweise abgebrochem, thront eine Kugel, die in eine Spitze verläuft, worauf sich ein Pfau befindet.
Wozu wurde diese Dose, vermutlich ein Rauchgefäß, mit den vielen Öffnungen gebraucht?
Informieren Sie mich bitte darüber unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!.
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Tika, Tropfenförmige Dose mit drehbarem Deckel, Metall, Messing
19. Jh. 128 g.
12,3 cm lang, ca. 4,3 cm breit, 1,4 cm hoch.
Erworben Mandawa/Indien, April 2012
Obere Platte: Baum- oder Pflanzenmotiv
Halter für Dose und Deckel ist ein Pfau, erkennbar als Vogel mit Kopfhaarbüschel.
Tika ist der rote Punkt, den die hinduistischen Frauen als sogenanntes "drittes Auge" auf der Stirn tragen.
Sivvaismus, Stirnzeichen: drei weiße waagerechte Balken (Präparierter Kuhdung).
Vishnuismus, Stirnzeichen: ein großes U.
Shaktismus, Stirnzeichen: drei Striche die bei einem Dreieck zusammen laufen.
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"Shiva", 20. Jh., erworben in Delhi/ Indien, April 2012
Höhe: 27 cm
Auf einem liegenden Tiger sitzt mit verschränkten Beinen Gott Shiva, Ober- und Unterarmreifen tragend. In der linken Hand hält er einen Dreizack, die rechte ist in Mudrastellung = Schutz (abhaya) In der inneren Handfläche ist das Ohm-Zeichen zu sehen. Über seinem Lendenschurz aus Haaren befindet sich ein Gürtel. Seine Brust ist geschmückt mit einer Mala und eine Kobra windet sich um seinen Hals. Er trägt zwei Ohrringe. Sein Kopfhaar läuft in einem langen Schweif fast bis zum Boden. Shiva hat langes filzhaftes Haar, und der lebensspendende Fluß entspringt oben am Kopf. .Im Hintergrund sitzt auf einem Block ein Buckelstier mit Satteldecke. Er trägt mehrere Ketten, an einer hängt eine Glocke. Auf der Stirn trägt er zwischen den Hörnern eine Decke mit Muster. An seinem linken Knie befindet sich eine Trommel, auf der rechten Seite befindet sich eine verschlossene Kanne mit Henkel.
Der Dreizack (Trishula) symbolisiert die Zerstörung des Egos zusammen mit seiner dreifältigen Wunschnatur im Zusammenhang mit dem Körper, Gemüt und Intellekt. Shiva mit seinem Dreizack weist auf den Sieg über das Ego hin, welches zur Vollkommenheit führt.
Die drei Zacken repräsentieren die drei Gunas (Eigenschaften):
Sattvas (rein, klar), Rajas (aktiv) und Tamas (dumpf, träge und unbewegt);
die drei Schöpfungsphasen:
Erschaffung, Erhaltung, Zerstörung;
sowie die drei Zustände:
Wachsein (Jagrat), Traumphase (Swapna) und Tiefschlaf (Sushupti).
Die Trommel repräsentiert Ton, Alphabet, Grammatik, Sprache und den gesamten Bereich der sakralen und weltlichen Künste und Wissenschaften. Die Trommel in seinen Händen bedeutet, dass die gesamte Schöpfung, einschließlich der Künste und Wissenschaften, aus seinem göttlichen Willen entstanden sind, bzw. lediglich ein Spiel von ihm sind. Zuerst trommelt Shiva, dann tanzt er als Nataraja den Tanz des Universums.
Die zwei Augen Shivas symbolisieren die Sonne und den Mond;
sein drittes Auge repräsentiert das Auge des Wissens und der Weisheit, das Zentrum seiner Allwissenheit.
Das Tigerfell symbolisiert die vollständige Befreiung von Ärger. Die Elefantenhaut, die er trägt, versinnbildlicht, dass alle animalischen Impulse unter Kontrolle gebracht werden können. So erhebt sich Shiva und meistert jegliche manifestierte Kraft.
Shiva ist in Begleitung einer Schlange (der Kobra). Auch sie ist durch eine doppeldeutige Symbolik gekennzeichnet. Einerseits steht sie für Erde und Tod, doch andererseits ist die aufgerichtete Schlange ein Symbol für Spiritualität und Allverbundenheit.
Shiva ist ein Meister von Zeit und Energie und wird Nilakantha (Blauhals) genannt, weil er das Gift trank, das drohte, die Welt zu zerstören, als die Götter und Dämonen den Milchozean aufwühlten, um den Nektar der Unsterblichkeit zu gewinnen. Das Gift machte Halt in seinem Hals und blieb dort, wodurch die äußere Welt und auch Shiva selbst gerettet wurden. Aber das Gift färbte seinen Hals blau.
Die Schädelgirlande und die Asche auf Shivas Körper versinnbildlichen seine Rolle als Herr der Zerstörung. Dadurch werden auch die Zyklen des Auftauchens und Verschwindens von Menschenrassen dargestellt.
Die Schädelgirlande steht auch für die Egos der Menschheit, die er zerstört hat.
Hi 6
Es folgen Exponate, die sich in der ständigen Präsentation des Museums befinden:

Mohammed Allah 
Glaubensbekenntnis im Islam:
Die Schahada hat folgenden Wortlaut und ist das Erkennungsmerkmal aller Muslime weltweit, egal welche Sprache sie sprechen:
la ilaha illa llah (es keine Gottheit gibt ausser Gott)
oua muhammad rasulu llah (und Mohammed ist der Gesannte Gottes)

Gebetskompass zur Bestimmung der Gebetsrichtung.
In Messing gearbeitet in den Zirkamaßen 8 x 5 x 1,2 cm
Kompassnadel mit Zeiger als Feststeller.
Ein Reisekompass für islamische Pilger.
Auf der Rückseite sind in arabischer Schrift verschiedene Städte,
auch Berlin, eingraviert mit Richtungszahl nach Mekka.
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Obere Hälfte Halbkreis v.r.n.l.: |
Untere Hälfte Halbkreis v.r.n.l.: |
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1. Segment - Ormo nuni |
1. Segment - Ormo nuni |
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2. Segment - Tarablus, Skanderia |
2. Segment - Tarablus, Skanderia |
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3. Segment - Ischamun |
3. Segment - Ischamun |
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4. Segment - Haleb, Russland |
4. Segment - Haleb, Russland |
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5. Segment - Neschd? |
5. Segment - Neschd? |
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6. Segment - Irak |
6. Segment - Irak |
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7. Segment - Turkman/Türkmenistan |
7. Segm.-Turkman/Türkmenistan |
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8. Segment - Dschüben? |
8. Segment - Dschüben? |
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1. Segment - Djade? (Stadt) |
Dank an Frau Lamya Kaddor, |
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2. Segment - Tunis, Sues |
die uns bei der Übersetzung |
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3. Segment - Belgrad |
der Städte u. Koordinaten |
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4. Segment - Damaskus |
geholfen hat. |
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6. Segment - Arab (Sprache?) |
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7. Segment - Dschesir, Kalat |
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8. Segment - Bursno? |
Im Islam werden seit dem 8. Jahrhundert Gebetsschnüre zum Lobpreis Allahs "misbaha", "subha" und "tasbih" genannt.
Die Muslime in Ahlen sind mehrheitlich Türken und verwenden Gebetsschnüre, die sie Gombolog nennen.
Die Verwendung des Gombolog dient demselben Zweck wie der Rosenkranz der Christen:
a) der Konzentration
b) Zahl der Gebete wie der Gombolog, „Allah, Du bist groß“ bei jeder Perle
Die islamische Gebetsschnur hat 99 Perlen entsprechend der 99 Namen Allahs.
Ein Muslim spricht:
33 mal Subhann-allah frei übersetzt: Gott ist anders, als was er schuf.
Die zweiten 33 Kugeln sind unter dem Wort mal Al-hamdu-lillah, was in der freien Übersetzung heisst: Ein Dank an Gott.
Die letzten 33 Kugeln sind unter dem Wort zusammengefasst mal Allah-hu-akbar. Was in der freien Übersetzung heisst: Gott ist der Größte.
Es gibt auch kürzere Ketten mit 33 Perlen. 3 x 33 = 99
Im Orient wie auch in Deutschland können wir Männer in der Öffentlichkeit beobachten mit einer Schnur aus farbigen Kugeln, die jedoch keinen Bezug zu einer Religion haben, sondern ein „Männerspielzeug“ sind.
Es gibt auch kürzere Ketten mit 33 Perlen.
Muslime halten die Kette in den Händen, lassen die Perlen zwischen den Fingern gleiten und sprechen dabei jeweils Lobpreisungen und Namen Allahs oder Gebetsformeln aus. Die Kette ist ein Hilfsmittel, damit man sich nicht verzählt.
Zur Zeit trägt die männliche Jugend im Orient und in anderen Ländern farbige Arm-Ketten-Schnüre, die jedoch keinen Bezug zu den religiösen Gebetsschnüren im Islam haben, sie können aber damit verwechselt werden.
Deckelkanne,
Schwanenhalsausguss und Henkel, ca. 51 cm hoch.
Messing, innen verzinnt mit gegossenem Bronze-Henkel, der gleichzeitig als Deckelhalter dient.
Aus dem nach oben eingezogenen runden Standfuß entwickelt sich ein kugelförmiger Korpus, der sich nach oben verjüngt. Darauf thront ein Nodus, aus dem Nodus enwickelt sich eine umgekehrte Birnenform, die als Öffnung zur Wasseraufnahme dient und gleichzeitig mit einem Deckel verschlossen werden kann.
Die Oberflächen sind mit geometrischen und fantasiereichen Mustern ziseliert und graviert, deren Deutung noch der Nachforschung bedürfen, das betrifft besonders die zehn langovalen Tafeln, sowie die vier Ornamente auf dem Nodus und die 14 Ornamente des Deckels. Der verbödete Deckel - eine Ausnahme in Europa - hat die Form einer Moschee oder Minarettspitze.
Der Ausguss liegt oberhalb des Eingusses, sodass beim Füllen der Kanne kein kostbares Wasser ausläuft und durch die Tülle gezielt ausgegossen werden kann.
Die Wasserkanne ist ein Vermächtnis von Frau Budumlu, die sich um das Museum im Goldschmiedhaus verdient gemacht hat.
Wasserkanne, Afghanistan
Die antike Wasserkanne hat eine Vasenform, gefertigt aus
Kupfer, verzinnt, ziseliert, Afghanistan um 1850.
Sie wurde verwendet für das rituelle Bad Ghusl und Wudu vor dem Gebet. Diese Kannen haben keinen Henkel. Man umfasst sie am Hals, den Ausguss auf sich selbst gerichtet.
Auf einem bauchigen, runden Unterteil folgt ein Fuß, darüber ein Nodus, der sich erweitert zu einem runden Einguß.
Der auf das bauchige Unterteil aufgesetzte Ausguss ist ähnlich gestaltet und läuft bogenförmig in eine Tülle aus.
Die Oberflächen sind dekorativ gestaltet. Ob sie nur dekorativen Charakter haben, muß erforscht werden. Es könnten auch arabische Schriftzeichen sein.
Kupfer verzinnen:
Bei diesem Verfahren werden die zu verzinnenden Gegenstände nach einer geeigneten Vorbehandlung in ein schmelzflüssiges Bad aus Zinn getaucht (Schmelztauchen). Beim Herausheben der Gegenstände aus dem Zinnbad haftet das Zinn an der Oberfläche und beim Abkühlen bildet sich ein fester Zinnüberzug. Dieses Verfahren war schon in der Antike bekannt.
Koranständer - Bismilla
Einem Kamelsattel nachempfunden
Koran-Ständer, Holz, ca. 39 x 18 cm, geschätzt 19. Jh.
in aufgeschlagenem Zustand beträgt die untere Standfläche ca. 30 cm, die obere ca. 37 cm, Höhe ca. 20 cm.
Standstellen stark abgenutzt. Das Koranfaltpult (rahle) ist aus einem Stück gearbeitet.
Die oberen Ständerkanten sind mit türmchenförmigen Dreiecken verziert.
Zu den oberen Außenmotiven:
In vier ausgeschnitzten quadratischen Feldern sind in einem Zwölfeck 20 spitzförmige zur Mitte hin ausgeschnitzte Formenelemente zu einem Stern verbunden. Eines der beliebtesten dekorativen Motive der islamischen Kunst ist der vielfach abgewandelte Stern.
Die vier Quadrate werden umrandet von 24 geschnitzten Kreisen, in denen sich wiederum jeweils ein 12 zackiger Stern und in dessen Mitte eine Vertiefung befindet
Die Scharnier- und Trägerelemente tragen die gleichen Schnitzmerkmale und könnten als kalligraphische Schriftzeichen gedeutet werden.
Die Innenflächen (Buchablage) sind aufgeraut.
Koranexemplare in besonderen Behältern oder Tüchern sollte man niemals auf den Boden legen. Eine erhöhte Stelle beim Knien bietet der Koranständer

Saz bezeichnet eine Gruppe von Langhals-Zupf-Musikinstrumenten, die vom Balkan bis Afghanistan bespielt werden. Die „Saz“ ist das Begleitinstrument der Barden, die man in Anatolien und im Kaukasus „Asik“ (= der Liebende) nennt. Die „Saz“ ist auch ein Symbol der türkischen Volksmusik.
Diese Saz wurde uns freundlicherweise von Fatih Dogan aus Ahlen geschenkt.

Der Koran
Das heilige Buch des Islam
Der Koran ist das Wort Gottes und das größte Werk, das Muhammed der Menschheit hinterlassen hat. Die Sprache des Korans ist Hocharabisch.
Koran bedeutet im Arabischen „Lesung“ oder Rezitation“ und ist für die Muslime die Richtschnur, nach der sie sich bei ihren Handlungen richten.
Der Koran enthält 114 Abschnitte, die Suren, die von rund 6300 Versen gebildet werden. Nach islamischer Überzeugung ist der Koran so erhalten, wie er vor etwa 1400 Jahren offenbart wurde. Trotz zahlreicher Übersetzungen ist für die gläubigen Muslime nur der arabische Text verbindlich.
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Koran auf dem Koranständer
Der Koran ist ca. um 1900 gedruckt, wurde 1997 von dem in Ahlen am 2.2.1973 geborenen Mitbürger Sedat Bayram bei einem Besuch seiner türkischen Vorfahren, wohnhaft in einem Dorf bei Kütahya in Kleinasien, als Geschenk für Werner Fischer und das Interreligiöse Museum erworben.

Koran in deutscher Übersetzung - Aus dem Arabischen neu übertragen von Hartmut Bobzin unter Mitarbeit von Katharina Bobzin – Verlag C. H. Beck
„Im Namen Gottes, des Erbarmers, des Barmherzigen“
so beginnt Sure
1- Die Eröffnende - al - fätiha
2 Lobpreis sei Gott, dem Herrn der Weltbewohner,
3 dem Erbarmer, dem Barmherzigen,
4 dem Herrscher des Gerichtstags!
5 Dir dienen wir, dich rufen wir um Hilfe an.
6 Leite uns den rechten Weg,
7 den Weg derer, denen du gnädig bist, nicht derer, über die gezürnt wird, noch derer, welche irregehn!
Werner Fischer zum 80. Geburtstag gewidmet von den Mitglieder des
Forum Brüderlichkeit, überreicht durch den Gründer des Forums Rudolf Blauth im September 2010
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Koran mit arabischen Texten und Übersetzung in die türkische Sprache
KURAN I KERIM RAYIHA
Umschlag in rotem Leder mit Goldbuchstaben
erschienen 31. OCAK = Januar 2006

Wandhalter für den Koran, neuzeitlich, Metall farbig gefaßt, 39 x 22 x 5 cm, mit Metallschieber zur leichteren Entnahme des Korans zu den Gebetszeiten.
Werner Fischer gewidmet von Halit Celebi 23.8.2010
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Es folgen Exponate, die sich in der ständigen Präsentation des Museums befinden:
Almanach - arabisch al manach, Ort, wo man Kamele niederknien läßt. Seit 1460 erzählender Kalender.
Astronomische Tageblätter oder kalenderartige Tafeln, vom Orient aus gegen Ende des Mittelalters auch im Abendland verbreitet. Den ersten gedruckten Almanach gab Regiomontanus (lat. Nürnberg 1475-1551) heraus. Jährliche Almanache scheinen erst im Laufe des 16. Jh. aufgekommen zu sein. Im 17. Jh. fing man, zuerst in Frankreich, an, den Kalenderberichten anderweitige Mitteilungen hinzuzufügen, z.B. über den Postenlauf, die Hoffeste, die Messen und Märkte, Münzplätze usw., bald auch über die Stammtafeln der Fürstenhäuser usw. Daneben traten dann Almanache für das Volk auf, die statt jener amtlichen Mitteilungen Erzählungen, Gedichte usw. brachten. Die Almanache wurden zu Jahrbüchern, die entweder bestimmten Fächern oder Gesellschaftsklassen dienen. Aus diesen schönwissenschaftlichen Jahrbüchern, von denen besonders die Musenalmanache und die ihnen verwandten Taschenbücher (Insel Almanach) gewisser Verlagsanstalten hervorragen.
Münsterscher Almanach von 1866, in welchem alle Feste und Fasttage, Jahrmärkte, genealogische Notizen, die Festtage der Juden und ein Postverzeichnis enthalten sind.
"Zweihundertfünfundsiebenzigster" Jahrgang.
Der astronomische und kirchliche Kalender ist für die Provinz Westfalen und den Meridian aufgestellt.
Münster, Druck und Verlag von Friedr. Regensberg
Der Marktkalender diente besonders der ländlichen Bevölkerung.
Bei der Planung der Märkte war darauf zu achten, keinen Markttag auf einen Sabbat oder jüdischen Festtag zu legen, da es den religiösen Juden verboten war, an diesen Tagen zu arbeiten.
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Dieses Schild war entweder in einer sephardischen Synagoge oder in einem sephardischen Wohnhaus an einer Ostwand befestigt Richtung Jerusalem.
Es ist eine Kabbala Hamsa - (Amulet Wall Decor Without Chain)
Sie wird auch Shivity bzw. Mizrach im Hebräischen genannt.
Sie soll die bösen Geister und alles Üble fernhalten von den Besuchern einer sephardischen Synagoge oder den Bewohnern eines sephardischen Hauses.
Die Schrift ist in der Form einer Menora geschrieben, des siebenarmigen Leuchters aus dem Tempel von Jerusalem.
Der Inhalt sind kabbalistische Namen und die Psalmen 16:8 und Psalm 67
Herr Werner Kühnemann aus Berlin teilt uns mit:
Es gibt im Penn Museum (USA) unter den Egypt Papyri ein ähnliches Amulett, Inventar Nummer
E 16505 (Hebrew amulet contains various symbols filled with writings) dieses dort sollte die Frauen schützen vor Krankheit.
Anni und Werner Fischer danken Herrn Werner Kühnemann, Berlin, für die Beratung und Übersetzung.
Schild, Bein auf Metallrahmen,
ein Geschenk von Apotheker Dr. Klaus Meyer, Oelde, verzogen nach Münster, verstorben 29. Juni 2016.
Neben geprägten Münzen gab es in der Inflationszeit im deutschen Reich zwischen den beiden Weltkriegen auch bedrucktes Papiergeld. Herausgeber war auch u.a. auch die Stadt Beverungen. Die Gültigkeit dieser Scheine war befristet u.a. vom 1. Mai 1921 bis zum 1. März 1922. Eine Seite zeigte Stadtansichten von Beverungen während die andere Seite mit Spottversen und Situations-Zeichnungen versehen war.
7. Mahntafel, Sigmund-Spiegel-Platz

In der sogenannten „Reichskristallnacht“ vom 09. auf den 10.11.1938 wurde die Synagoge an der Wandmacherstiege von NS Horden in Brand gesteckt. In dieser Nacht hetzten die Nazis den Ahlener Tuchhändler Siegmund Spiegel zu Tode. Eine Gedenktafel, gestiftet 2002 von Werner Fischer, in Höhe des Heimatmuseums, an der Wilhelmstraße 14, erinnert an dieses Verbrechen.
Moshe Dayan
wurde im Kibbuz am See Genezareth in Palästina am
20.5.1915 geboren.
General u. Außenminister.
1939 bis 1941 inhaftiert wegen illegaler Tätigkeit gegen die Briten. Karriere als Politiker im Sechstagekrieg.
† 16.10.1981
Vorderseite Darstellungen auf dem Zifferblatt: die 12 Stämme Israels auf mattem, silberfarbenen Untergrund. Das Unabhängigkeitsdatum 14. MAi 1948. ISRAEL aber auch in Hebräischer Schrift. Schwarze Stahlzeiger.
Rückseite: Portrait und Name von GEN. M. DAYAN. Sowie der Name in Hebräisch und der Stempel SWISS MADE.
Krone mit blauem Stein
Nr. Etikett 10-84659 09 3034
Auf dem Zifferblatt der Schweizer Herren-Armbanduhr, SWISS, sind die 12 Stämme Israel dargestellt. lauffähig, rund, verglast, Krone mit blauem Stein
Zifferblatt: matter Hintergrund in einem Lorbeerkranz die (Embleme)
12 Stämme Israels und beschriftet: 14. Mai 1948 Unabhängigkeit.
Erinnerungsuhr
HAU, Double, Schweizer Fabrikat SWISS Arende, verglast
Goldfarbenes mattes Zifferblatt mit geprägtem Portrait von Moshe Dajan mit schwarzer Augenklappe. Als Stundenmarkierungen goldene sechszackige Sterne, schwarze Zeiger.
In aufgelegten goldenen Lettern MOSHE DAYAN und hebräische Schriftzeichen.
Werkstempel 17 Jewels = 17-steiniges Ankerwerk, Krone mit rotem Stein, schwarzes Lederband mit goldfarbener Schalle
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Kupferstichbild der Judenverfolgung zu Worms
Bild mit Rahmen 31,5 cm x 25,5 cm

Bei diesem Kupferstichbild handelt es sich um eine Buchseite. Es ist also ein Buchdruckblatt mit zwei Seiten.
Die Buchseite "Das Judenthum vormals und heute" siehe Anlage
Das Bild zeigt uns eine Straßenbiegung. Auf der rechten Straßenseite eine Straßenfront mit zum Teil dreistöckigen Hausfassaden mit einem typischen Dachaufsatz. Mit Winde, Seil und Endhaken zum Rauf- und Runtertransportieren von Waren und anderen Gegständen. Daneben an einem Haus den noch bis ins 20. Jahrhundert bekannten Utkiek. Darunter über einer Türöffnung an der Wand hebräische Schriftzeichen.
Auf der gegenüberliegenden Seite ein rundturmartiges Gebäude mit gotischen Spitzbögen und Wasserspeiern. Vermutlich handelt es sich um eine Synagoge.
Schrecklich ist die Straßenszenerie - das eigentliche Geschehen - dargestellt.
Die an ihren Rüstungen und Helmen zu erkennenden Soldaten zerstören in ihrem Vernichtungswahn alles, brandschatzen und drangsalieren Menschen.
Einzeldarstellungen: Soldat mit Fackel, zwei Soldaten bedrängen einen Juden, erkennbar an dem Judenhut (verpflichtete Kennzeichnung für männliche Juden, einen Spitzhut zu tragen). Im Vordergrund: Soldat bedrängt junge Frau mit Haarschmuck, rechts unten Soldat faßt einem bärtigen Mann an die Kehle. Zwei Soldaten rammen mit einem Rammbock eine Tür ein, andere ziehen das Schwert.
Auf den mitgeführten Schildern sowie auf der Brustrüstung der Soldaten erkennt man das christliche Kreuz.
Eine Anfrage bei der Stadt Worms, Wormser Judaica, ergab:
Die Darstellung (Stich) stammt aus dem 19. Jh. und ist eine reine Historisierende Phantasie. Die Gebäude haben keinerlei Ähnlichkeiten mit historischen Wormser Gebäuden, und schon gar nicht mit unserer Synagoge.
Bezug ist das Pestprogrom von 1349. Überall in Europa sind aus diesem Jahr schreckliche Judenverfolgungen belegt, so auch in Worms.
Lose Blätter eines Gebetbuches,
welche der achtjährige Werner Fischer in Hopsten am Morgen des 10. November 1938 nach dem Besuch der morgendlichen Schulmesse neben dem Haus Reingenheim trotz aller Verbote aufgehoben und bewahrt hat. Neben dem alten Fachwerkhaus von Jacob Alexander Reingenheim befand sich der Weg zur Synagoge hinter dem Haus.
Tänzer
Rabbiner – Tänzer
Figur aus Silber mit Sockel, punziert mit 925 und nicht zu deutende hebräische Buchstaben. 20. Jh.
Ein orthodoxer Jude mit ausdruckstarkem Gesicht, Bart und seitlichen Haarlocken, mit Kaftan und Hose bekleidet. Auf dem Kopf trägt er einen breitrandigen Hut, an den Füßen halbhohe Stiefel.
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Rassel oder Ratsche, Silber

Ratsche, die festliche Verlesung der Esther-Rolle in der Synagoge oder im Haus wird von Ratschen begleitet, die immer dann ertönen, wenn der Name Haman´s aus dem Buch Esther fällt.
Die Bezeichnung der Ratsche, Rassel, Ratsche, Raáshan
Material: Silber, Sterlingsilber, gestempelt im oberen Teil der Fahne im Rechteckkasten Da und kleinem Kreuz, in Wappenform nach rechts schreitender Löwe mit geschwungenen Schwanz, Damenkopf seitlich von links nach rechts blickend im Kreis. weiter im Kreis ein P.
Gewicht ca. 60,6 g, Höhe ca. 115x80 mm, Motiv, Fahne, drehbar. Im ausgeschnittenen Fahnentuch ist doppelseitig ein schreitender Löwe befestigt. Die Fahnenstange dient als Griff.
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Vertrag zwischen dem ZV für das Juwelier und Israel
Das Historische Rathaus von Münster in Westfalen am Prinzipalmarkt ist neben dem St.-Paulus-Dom eines der Wahrzeichen der Stadt. Bekanntheit erlangte es während der Verhandlungen zum Westfälischen Frieden in Münster und Osnabrück, der den Dreißigjährigen Krieg in Europa beendigte (Auszug aus Wikipedia)
Präambel
zum Vertrag zwischen dem
Zentralverband für das Juwelier-, Gold- und Silberschmiedehandwerk der Bundesrepublik Deutschland und dem Staate Israel
Da Israel in Ermangelung natürlicher Bodenschätze über keine Schwerindustrie vefügt, hat man sich entschlossen, besonders gewerbliche Berufe zu fördern. Zu denen zählt auch das Juwelier-, Gold- und Silberschmiedhandwerk.
Es stellt sich damit die Aufgabe, die der grundsätzlichen Zielsetzung hinsichtlich eines vermehrten Exportes entspricht.
Das setzt aber voraus, daß das heute schon weltbekannte Design aus der folkloristischen Substanz der Israelischen Nation umgesetzt wird in qualitätsvolle handwerkliche Juwelier-, Gold - und Silberschmiedekunst.

Vertragsunterzeichnung in der Rüstkammer im Rathaus zu Münster
Es sitzen von links nach rechts
der Botschafter des Staates Israel in der Bundesrepublik Deutschland,
Eliashiv Ben Horin, und der Präsident des Zentralverbandes der Deutschen Juweliere, Gold- u. Silberschmiede, Werner Fischer,
stehend der Handelsattaché, Baruch Schaefer
Werner Pierchalla, Oberbürgermeister der Stadt Münster
Paul Schnitker, Präsident der Handwerkskammer Münster
Wilhelm Abeler, Innungs Obermeister der Gold- und Silberschmiede, Osnabrück
Bernd Schulze Wierling, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Münster Klaus Winkel, Innungs Obermeister der Gold- und Silberschmiede, Dortmund
Horst Simon, Innungs Obermeister der Gold- und Silberschmiede Münster
Paul Günter Hartkopf, Innungs Obermeister d. Gold- und Silberschmiede, Düsseldorf
Paul Günter Hartkopf, Innungs Obermeister d. Gold- und Silberschmiede, Düsseldorf
Name ist z.Z nicht zu ermitteln.
Horst Simon, Innungs Obermeister der Gold- und Silberschmiede, Münster
Werner Fischer, Präsident d. ZV der Deutschen Juweliere, Gold- u. Silberschmiede Theodor Pohlmeyer, Kreishandwerksmeister, Münster
Klaus Winkel, Innungs Obermeister der Gold- und Silberschmiede, Dortmund,
Eliashiv Ben Horin, Botschafter des Staates Israel in BRD
Georg Abeler, Wuppertal, Vorsitzender des Sachverständigenrates des ZV
Baruch Schaefer, Handelsattaché Ambassade D'Israel Bonn
Franz Abeler, Münster, Fa. Engelkemper
Paul Schnitker, Präsident der Handwerkskammer Münster
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Ansprache des Präsidenten des Zentralverbandes für das Juwelier-, Gold- und Silberschmiedehandwerk der Bundesrepublik Deutschland, Herrn Werner Fischer,
am 10. Dezember 1973 im Friedenssaal des Rathauses zu Münster
Ein Tag!
Ein Tag von vielen!
Ein besonderer Tag - für wen?
Wir leben in einer Welt, die fragt, die Antworten wünscht, die Fragen provoziert, um Antworten zu erhalten.
Das ist besser als ein Befehl.
Freiwillig etwas zu tun, ist mit ein Indiz für Freiheit.
Die Freiheit des Handelns, getragen von der Verantwortung, in dieser Welt zu leben, bestimmt unser Tun.
Das war die Basis, sich um Kontakte mit Kolleginnen und Kollegen aus Israel zu bemühen. An den Konferenztischen der internationalen Vereinigungen trafen wir uns und stellten fest, dass nicht nur exzellent programmatische Reden kurz- oder langfristig befriedigen, sondern eine Transmission von Worten in Taten.
Wir stellten uns die Frage: Was ist machbar?
Was dient den Menschen?
Was ist sinnvoll ?
Was ist sofort realisierbar?
Wir fragten unsere Kolleginnen und Kolleginnen in Isarael, auf welchem Terrain sie eine besonders intensive Zusammenarbeit wünschen.
Bei allen Befragten, gleich, ob sie kreativ, manuell oder administrativ tätig waren, wurde die Bitte geäußert, in deutschen Goldschmiede-Werkstätten oder -Ateliers eine berufliche Fort- und Weiterbildung zu erfahren.
Es gibt viele ältere Emigranten in Israel, die vor vielen Jahren hier in Deutschland eine Ausbildung mit abschließender Gesellenprüfung erfahren haben. Sie haben heute beachtliche Ateliers und schaffen bedeutsame Kreationen. Diese Kolleginnen und Kollegen in Israel sowie andere maßgebliche Personen für das Ressort "Aus- und Fortbildung" halten die Form der deutschen beruflichen Ausbildung, die des dualen Systems, für anstrebenswert, da es zur Zeit in Israel eine Lehrzeit von 3 1/2 Jahren unter der Berücksichtigung eines für alle transparenten Berufsbildes nicht gibt.
Eine besondere Akzentuierung wird auf die betriebliche Ausbildung gelegt.
Diese Stellungnahme setzt uns nicht in Erstaunen; denn solch eine berufliche Ausbildung und Weiterbildung mit dem Abschluß der Meisterprüfung ist ein Gütesiegel für qualitätvolle, handwerksgerechte Arbeit.
Bedauerlicherweise haben das einige examinierte deutsche Politiker, die eine ideologische Handwerkspolitik gegen die Lehrmeister indizieren, noch nicht erkannt.
Die Aussage unserer beruflichen Freunde in Israel bewies mit, dass verschiedene neue Markierungspunkte der beruflichen Bildung in Deutschland wirklichkeitsfremsd sind.
Es gibt wenige Handwerke, gestaltende Handwerke, die so alt und damit traditionsverbunden, aber auch so jung, flexibel und modern wie das Juwelier-, Gold- und Silberschmiedehandwerk sind.
Die von unseren Altvorderen geschaffenen Kleinodien und Pretiosen, aber auch die heute auf internationaler Ebene immer wieder erfahrene Bestätigung bei Wettbewerben sind Zeugen eines lebendigen Handwerks.
Wir deutschen Juweliere, Gold- und Silberschmiede haben keine Vergangenheit zu bewältigen, sonder sind zukunftsorientiert und damit erfolgsorientiert.
Wir, die wir unseren Beruf aus Berufung gewählt haben, stellen uns immer wieder neuen Wettbewerben.
Wir bemühen uns, unseren Kunden etwas Neues zu kreieren. Neues, verbunden mit der Wertigkeit des Goldes und der Edelsteine.
Es ist ein unerhört dramatisches Geschehen, wenn aus einem Barren Edelmetall der Geist des Menschen durch die Geschicklichkeit seiner Hände etwas schafft, das nicht der Zerstörung, sondern der Freude dient.
Die Freude am Schönen!
Unser Unikate sind leuchtende Inseln in einer hektischen verglimmerten Welt.
Aber all das spricht sich so leicht, setzt aber Können voraus.
Das heißt, immer wieder lernen, sich weiterbilden, Mut haben zum Experiment.
Das setzt Begeisterung voraus und mit dieser Begeisterung wollen wir mit den jungen Kolleginnen und Kollegen aus Israel gestalten und werken!
Wir freuen uns auf Ihr Kommen und werden u.a. vorsehen, dass die Praktikanten sich etwa einmal monatlich mit ihren Meistern zu einem gegenseitigen Erfahrungsaustausch treffen.
Wir sind auch der Meinung, dass es sinnvoll ist, nach gewisser Zeit einen Wechsel der Werkstätten vorzunehmen, damit unsere jungen Kolleginnen und Kollegen möglichst viele positive Eindrücke mit in ihre Heimat nehmen.
Damit sie anschließend in ihrer Heimat neue Betriebe gründen und ausrichten und dass nach einer gewissen Anlaufzeit auch unseren jungen Mitarbeitern die Möglichkeit gegeben wird, in Israel eine weitere Aus- und Fortbildung zu erfahren.
In Israel, einem Land der großen Gegensätze!
In Israel, einem Land jahrtausendalter Geschichte, aber einer jungen Nation, die gewillt ist, zu arbeiten, etwas Eigenständiges zu schaffen, ein Styling zu finden, ein qualitätorientiertes "Made in Israel". Wir reichen Ihnen die Hand!
Und an dieser Stelle möchte ich ganz besonders der israelischen Botschaft danken, besonders Ihnen, Herr Botschafter, und Ihnen, Herr Handelsattaché Schaefer, die Sie in fast unbürokratischer Weise immer wieder aufs Neue den Willen bekundeten, mit uns zusammenzuarbeiten.
Hoffen wir, dass die Erfüllung dieser Erklärung mit dazu beiträgt zur besseren Verständigung und Harmonisierung zwischen Israel und Deutschland
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Andachtsbuch

Buchdeckel 17,5 x 12 cm mit geschnitztem Elfenbein, Gebotstafeln, ausgesägte Deckplatte und Umrandung in Messing. Ein Überwurf als Verschluß.
Deutsche Gebete zur häuslichen und öffentlichen Andacht für israelische Mädchen und Jungfrauen. Gebete der Israeliten, übersetzt von M. E. Stern, Wien 1889, Verlag von M. Hirschler & Sohn, Buchhandlung, Stadt am Bergl Nr. 1
Handschriftliche Eintragung von 1900 und 1932.
von J.U.Mannheimer
Wien 1891
Verlag von. Jos. Schlesinger's Buchhandlung
1 Seitenstettengasse 5
Andachtsbuch
Deutsche Gebete zur häuslichen und öffentlichen Andacht von
M. E. Stern
Besitzer: unbekannt. Mit einer handschriftlichen Eintragung:
An meinen Hochzeitstag im jahre 1891, 15. Oktober
Das Buch hat einen Prachteinband aus dunkelbraunem Leder.
Deckel mit Perlmutteinlagen und den 2 Gesetzestafeln auf Wolken mit einer Fnferaufteilung.
Mit 2 Beschlägen (Riegel), 1 Riegel fehlt, 2 Eisenstangen fehlen.
Seite 189 In hebräisch und deutsch ein Gebet für den Landesfürsten im Originaltext:
Allmächtiger Gott und Weltenherr! Der du Könige und Fürsten hast erkoren und berufen, und sie hast ausgerüstet mit allen Gaben deiner Huld und Milde, daß sie in Weisheit und Gerechtigkeit ihr Volk regieren, Gesetz und Recht handhaben, den Gottesfrieden auf Erden schirmen, und alle milden Gaben bringen, Jeder seinem Volke und Lande - verleihe deinen göttlichen Schutz und Beistand unserm Fürsten und Herrn, deinem Gesalbten, unserm Kaiser
FRANZ JOSEF dem ERSTEN,
für den wir zu dir beten als treue Unterthanen für ihren Herrn, wie Kinder für ihren Vater beten.
Mehre seine Tage, und kröne ihn mit Sieg und Ruhm und Herrlichkeit,
Segne Alle, die seinem Throne und Herzen die nächsten sind, die Kaiserin
ELISABETH AMALIA EUGENIA,
die Kronprinzessin=Witwe
ERZHERZOGIN STEFANIE,
alle Angehörigen des erhabenen, glorreichen Fürstenstammes.
Segene das gesammte Vaterland, daß Eintracht und Friede seine Stämme einige, Licht und Wissenschaft das Volk erhöhe, Tugend und Gottesfurcht die innere Lebenskraft im Volke sei.
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Andachtsbuch

Gebete der Israeliten, Wien 1891, übersetzt von M.E. Stern, Joseph Schlesinger, Buchhandlung, Buchdeckel 18 x 13 cm, Prachteinband aus dunkelbraunem Leder, Deckel mit Perlmutteinlagen und Dekalogtafeln auf Wolken.
Seite 189 in hebräisch und deutsch ein Gebet für den Landesfürsten im Originaltext: Allmächtiger Gott und Weltenherr! Der du Könige und Fürsten hast erkoren und berufen, und sie hast ausgerüstet mit allen Gaben deiner Huld und Milde, daß sie in Weisheit und Gerechtigkeit ihr Volk regieren, Gesetz und Recht handhaben, den Gottesfrieden auf Erden schirmen und alle milden Gaben bringen. Jeder seinem Volke und Lande verleihe deinen göttlichen Schutz und Beistand unserem Fürsten und Herrn, deinem Gesalbten, unserem Kaiser. FRANZ JOSEF dem ERSTEN, für den wir zu dir beten als treue Unterthanen für ihren Herrn, wie Kinder für ihren Vater beten.
Mehre seine Tage, und kröne ihn mit Sieg und Ruhm und Herrlichkeit. Segne Alle, die seinem Throne und Herzen die nächsten sind, die Kaiserin ELISABETH AMALIE EUGENIA, die Kronprinzessin = Witwe ERZHERZOGIN STEFANIE, alle Angehörigen des erhabenen, glorreichen Fürstenstammes. Segne das gesamte Vaterland, daß Eintracht und Friede seine Stämme einige, Licht und Wissenschaft das Volk erhöhe, Tugend und Gottesfurcht die innere Lebenskraft im Volke sei.
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Barmizwa und Batmitzwa

Die Religionsmündigkeit
Mit 12 Jahren wird das Mädchen in die Pflicht genommen, die religiösen Vorschriften verantwortungsbewußt zu beachten; es wird „bat mizwa“, Tochter der Pflicht. Der Junge wird mit 13 Jahren religionsmündig und somit Sohn der Pflicht, „bar mizwa“.
Der Mann wird jetzt Vollmitglied der betenden Gemeinde. Er trägt beim Gebet – soweit vorgeschrieben – Tallit und Tefillinund kann zur Tora aufgerufen werden: zum Vorlesen eines Toraabschnitts.
Kleinplastik, Silber, vor oder um 1900, ca. 11 cm hoch.
Hinter einer Bima, auf der eine teilausgerollte Tora und darauf ein aufgeschlagenes Buch liegt, steht ein Knabe, der seine Hände auf das aufgeschlagene Buch legt. Der junge Mann trägt einen Gebetsschal und eine Kippa. Die Bima ist an drei Seiten jeweils mit einem Davidstern geschmückt, so daß man die Figur eindeutig als Szene der Barmizwa deuten kann.
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Brit Mila - Beschneidungsset

Messer und Klammer im Etui
In einem dekorativen silbernen Heft ohne Punzierung ist eine zweischneidige Stahlklinge befestigt. Die Klammer, Silber, unpunziert, ist auf der einen Seite mit sieben Blumen graviert, auf der anderen Seite mit einer Blume, einer dekorativen Gravur und mit hebräischen Schriftzeichen, die noch der Übersetzung bedürfen.
Das 1. Gebot der Tora ist das Gebot der Fortpflanzung. Gott segnete das erste Menschenpaar und sprach: „Seid fruchtbar und mehret euch und füllet die Erde.“ (Gen. 1.28) Was hier als Gebot ausgesprochen wird, gibt Gott dem Abraham als Verheißung mit auf den Weg „Vater einer Völkermenge“ soll Abraham werden. Das verspricht Gott, als er ihn in den Bund beruft: „Und Gott sprach zu Abraham: Du sollst meinen Bund bewahren, du und dein Samen nach dir für ihre Geschlechter.“
Es gibt keine wichtigere Aufgabe im Leben, als ein Kind zu einem verantwortlichen Menschen, zur Lehre, zur Ehe und zur Ehre zu erziehen. Bei der Geburt ist der Mensch frei von Sünde. Das tägliche Morgengebet, dem Talmud (B'rachot 60b) entnommen, spricht dies deutlich aus: „Mein G'tt, die Seele, die du mir gegeben, ist rein; Du hast sie geschaffen, du hast sie geformt, du hast sie mir eingehaucht.“
Beschneidung (Berit Mila) Der Bund der Beschneidung. Dies ist mein Bund, den ihr hüten sollt... beschnitten soll euch jeder Männliche werden... und dies zum Bundeszeichen werde zwischen mir und euch. Und zwar acht Tage alt soll euch jedes Männliche beschnitten werden für eure Geschlechter... Ein unbeschnittener
Männlicher... die Seele wird aus ihrem Volke vernichtet; meinen Bund hat er aufgehoben. (Gen. 17:10-14)
Literatur: Der Jüdische Gottesdienst v. Leo Trepp, Jüdisches Museum Westfalen, Wolf Stegemann, Johanna Eichmann, Jüdisches Leben v. Chajim Halevy Donin
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Besamimbüchse

Weitere Bezeichnungen Gewürzdose, Riechbüchse. Wird u.a. mit Anis, Nelken, Vanille, Zimt gefüllt. Wird am „Sabbatausgang“ im Haus herumgereicht.
Silber, punziert, mit fünfblättriger Blüte, darin Dianakopf und zwei z.Zt. nicht deutbaren Punzierungen. Höhe ca. 17,5 cm. Wahrscheinlich Österreich, 1880.
Aus vier Halbkugeln als Fuß kommen vier Silberdrähte, die sich vereinen und einen würfelförmigen Behälter tragen. Alle vier Seiten sind mit filigranen Motiven geschmückt, so daß ein Blick in das Innere erfolgen kann. Das Dach ist abnehmbar. Auf dem Dach entwickelt sich ein vierseitiger, sich verjüngender Turm, der in eine Kugel endet. Darauf eine Spitze, an der eine bewegliche Fahne angebracht ist.
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Besamimbüchse

Silber, Gewicht 125,3 Gramm, Höhe ca. 23,5 cm, punziert mit 84, einer runden Buchstabenpunze mit P und einer Punze K 875 mit Kopf. Rußland. Moskau 1910/1912.
Der gedrückte Fuß mündet in eine zusammengelötete Kugel, die weiterführend einen Kasten mit vier beweglichen Glöckchen ohne Klöppel trägt. An vier Seiten befinden sich ornamentale Elemente mit Öffnungen. Eine Seite hat ein Türchen. Oben auf dem Kasten sind an den Ecken vier Fähnchen beweglich angebracht. Aus der Oberplatte entwickelt sich ein runder Turm mit Kugel, die eine bewegliche Fahne trägt.
Die Besamimbüchse ist wichtiger Bestandteil des Hawdalarituals, das das Ende des Shabbats und den Unterschied zwischen Feier- und Arbeitstag beschreibt. Die Besamimbüchse ist gefüllt mir wohlriechenden Gewürzen, wie Nelken, Zimt und Muskat und soll symbolisch den besonderen Geschmack des Shabbats mit in den Alltag übertragen. Unsere Besamimbüchse stammt aus dem 19. Jahrhundert aus Galizien. Ihre Turmform ist sehr beliebt, wobei man Besamimbüchsen in verschiedenen Figuren und aus verschiedenem Material (Holz, Glas, Gold, Silber) finden kann.
Eine fast gleiche Besaminbüche aus Metall befindet im "The Chernivtsi Museum":
Чернівецький музей історії та культури євреїв Буковини
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Buch Jüdisch Deutsch 1699
Buch, Autor Johann Christof Wagenseils, Sulzbach, Belehrung der Juedisch Teutschen Red- und Schreibart, 1699
Alle so des wahren Teutschen Leses kundig/ für sich selbsten/ innerhalb wenig Stunden/ zu sothaner Wissenschaft gelangen können.
Verlag: In Verlegung Paul Friderich Rode/Buchhändlers in Königsberg.
Drucks Johann Holst. Im Jahr 1699
Zustand: Alters- und Gebrauchsspuren
Erworben: April 2001 auf einer Südpolenreise mit dem Kreisheimatverein Beckum-Warendorf
Bemerkungen: Der Text ist in deutsch, hebräisch, latein und an wenigen Stellen auch in griechisch, Plinius Sekundus lib, I. epist 20, Plerumque parvae res maximas trahunt
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Buch-Empfehlung
Jüdisches Kultgerät - Jüdisches Leben von Werner Fischer, erschienen im Eigenverlag, s/w + farbige Abbildungen, 111 Seiten, Wienkampstr. 13, 59227 Ahlen, Ruf 02382 3467, Preis 14,50 € + 2 € Porto = 16,50 €
Fischer stellt die Jüdischen Kultgeräte in verschiedenen Kapiteln in Bild und Text vor: Das jüdische Haus und die Familie, tägliche Gebete, Namensgebung, Beschneidung, Waschungen, Religionsmündigkeit, die Feier des Sabbats werden detailliert erläutert.
Die Synagoge, der Treffpunkt der Juden, ein Ort der Versammlung (Beth Hakensseth) ein Ort der Lehre (Beth Hamidrasch), ein Ort des Betens (Beth Teffilah).
Gottesdienst, Tora, Hochzeit, Scheidung. Die jüdischen Feste, Geräte und Symbole.
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Challa- Deckchen Mitbringsel aus Budapest 35 x 26 cm
Mit einem Deckchen werden die ungesäuerten Brote (CALLA) vor dem Sedermahl bedeckt.
Erworben in Budapest, im Vorhof der zweitgrößten Synagoge der Welt, des Tempels in der Dohany Straße und des Jüdischen Museums am Sonntag 21. Juli 2002.
Ovales Deckchen aus Leinen. Im Zentrum eine Lochstickerei, darüber in hebräischen Buchstaben Stickerei mit Goldfäden, darunter ebenfalls in Goldfäden gestickt zwei Menoren. Die Goldfädenstickerei wird umrandet von Blumen und Schnörkelmotiven. Der Rand wird mit einer Bogenstickerei abgeschlossen.
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Challa-Deckchen aus Israel, rund, ca. 36 im Durchmesser.
Mit einem Deckchen werden die ungesäuerten Brote (CHALLA) vor dem Sedermahl bedeckt.
Weißer Seidenstoff, umrandet mit Fransen, Stickerei, Schrift (muß noch übersetzt werden).
Im Zentrum die Menora in Silberstickerei, beidseitig Ölbaumzweige aus Goldfäden gestickt.
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Chanukka Leuchter,
Das zentrale Kult- und Wahrzeichen des Judentums ist der Leuchter.
Dabei gibt es sowohl einen siebenarmigen Leuchter, die sogenannte Menora, als auch einen achtarmigen, den sogenannten Chanukkaleuchter.
Die heldenhaften Makkabäer, die aus dem Dörfchen Modiin im Norden Jerusalems kamen, besiegten im Jahre 164 oder 165 v. Chr. die Seleukiden
(1.Makk. 4,51ff.; 2.Makk. 10,5).
Ihren Höhepunkt erreichten sie in der Wiedereinweihung des verunreinigten Tempels am 24. oder 25. Kislev (November/Dezember).
Der Tempel und alle vom Hohenpriester für das Anzünden der Menora vorbereiteten Ölkrüge waren von den Syrern entweiht worden; diese zwangen die Juden an Stelle von JHWH-Opfern (JHWH - hebräisch Jahwe) solche für "Zeus Olympios" im Jerusalemer Tempel darzubringen.
Drei Jahre nach der Entweihung des jüdischen Heiligtums vollzog Juda Makkabi wieder in der alten Weise das vom Gesetz vorgeschriebene Opfer für JHWH. Das Fest hat seinen kultischen Charakter in sofern noch bewahrt, als die Erinnerung an die Wiederentzündung des heiligen Altarfeuers lebendig geblieben ist.
Der Talmud überliefert nur eine kurze Festlegende, in welcher auf den politischen und militärischen Aspekt des Makkabäersieges nicht näher eingegangen wird.
Die talmudische Legende berichtet: Juda Makkabi, der Anführer der jüdischen Kämpfer, die den Krieg als Religionskrieg ansahen, fand in einer Tempelkammer einen Ölkrug mit dem Siegel des Hohenpriesters. Das sich darin befindende Öl reichte aber nur für einen Tag für den siebenarmigen Leuchter. Da geschah ein Wunder, es brannte acht Tage lang. Deswegen wird acht Tage lang Chanukka gefeiert und am Abend werden die Chanukkalichter entzündet.
Das Anzünden geschieht mit einer weiteren Lichtquelle, einem zusätzlichen Leuchter, den man Schamasch (Diener) nennt
Der späte Midrasch (Aufzeichnung der mündlichen Tora) schließlich erwähnt die Lichtsymbole gegenüber der talmudischen Quelle in leicht variierter Form: Sie kamen in den Tempel und fanden dort acht Speere von Eisen. Diese pflanzten sie auf und steckten Lichter daran.
Das Wort "hanukka" wird gewöhnlich mit "Einweihung" übersetzt.
Die Chanukkatage sind Halbfeiertage, keine Fasttage, an denen die Verrichtung sämtlicher Arbeiten erlaubt ist, jedoch keine Trauerfeier abgehalten werden darf.
Beim allabendlichen Lichterzünden wird ein Segen gesprochen und es wird täglich ein Licht mehr hinzugefügt von einem bis acht Lichter.
Es ist Brauch, nach dem Lichteranzünden keine Arbeit zu verrichten. Bei Gesängen werden Krapfen und Gebäck durch die Hausfrau verabreicht.
Das Chanukkafest ist ein Fest der Freude und ein Fest der Kinder, die sich darauf vorbereiten. Es wird durch Schulfeiern und Feiern in der Familie verschönert. Karten-, Würfel- und Trendelspiele sowie Geschenke sind ein Teil dieser Freuden.
Auf Grund der Nähe zu Weihnachten hat dieses jüdische Fest viele Weihnachtsbräuche bekommen (Postkartenschreiben, Geschenke etc.). Allerdings besteht kein inhaltlicher Bezug beider Feste zueinander. (WF)
Chanukka Leuchter, Bronzeguß, ca. 15 cm hoch und 18 cm breit,

Die Rückwand besteht aus einem Dreieck. In der Spitze sind drei runde Öffnungen, wohl vorgesehen für die Aufhängung. Im Dreieck befindet sich u.a. eine durchbrochene Rosette, darunter in waagerechter Anordnung eine offene Galerie mit 12 offenen Fenstern. Darunter 8 Ölpfannen und seitlicher Pfanne für den Diener (Schamasch).
Dieser Leuchter wurde Anni und Werner Fischer zur goldenen Hochzeit geschenkt am 22.09.2005 vom Ehepaar Engemann, früherer Sakristan St. Clemens in Telgte.
Chanukka Leuchter, Bronzeguss mit 8 Ölpfannen und herausnehmbarem Diener (Schamasch). Zur Konstruktion: Alle Einzelteile sind ineinandergesteckt, nicht gelötet

Maße: Länge ca. 33 cm, Höhe ca. 19 cm, Breite ca. 8 cm
Beschreibung: Die beiden durchbrochenen Seitenwangen sind die Statik des gesamten Leuchters. Sie tragen die Motivrückwand und die acht Ölpfannen. Die Rückwand ist durchbrochen und stellt 6 Räder mit jeweils 6 Speichen dar. Die Bedeutung muß noch erforscht werden. Auf den Rädern ist eine Balustrade mit Dreiecken und Dreipasselementen angeordnet.
Außergewöhnlich ist auch, dass der Schamasch in der Gestalt eines Dieners mit spitzem Hut dargestellt ist.
Beschreibung: Die beiden durchbrochenen Seitenwangen sind die Statik des gesamten Leuchters. Sie tragen die Motivrückwand und die acht Ölpfannen. Die Rückwand ist durchbrochen und stellt 6 Räder mit jeweils 6 Speichen dar. Die Bedeutung muß noch erforscht werden. Auf den Rädern ist eine Balustrade mit Dreiecken und Dreipasselementen angeordnet.
Außergewöhnlich ist auch, dass der Schamasch (Anzünder) in Gestalt eines Dieners einen spitzen Hut trägt. Schon um 1100 wurden deutsche Juden dazu verpflichtet, einen gelben, spitzen Hut, den sogenannten Judenhut, aufzusetzen. Die Kennzeichnung wurde vom Landesherren verordnet und galt etwa bis in das 16. Jahrhundert, wie noch auf vielen historischen Bildnissen zu sehen ist.
Ein Türsturzrelief aus dem Hochmittelalter im Paulus Dom zu Münster zeigt im „Paradies“ des Domes die thronende Gottesmutter Maria und zwei Personen, von denen eine den Judenhut trägt. Der Schamasch dient Tag für Tag insgesamt 8 Tage nacheinander, um ein weiteres Licht (Kerze ) anzuzünden.
In der Stiftskirche St. Bonifatius in Freckenhorst zwischen Ahlen und Warendorf befindet sich eine Taufstein mit der Inschrift 1129 und 7 Bildszenen u.a. auch die Geburt Christi, Josef trägt einen Judenhut. Bild vom Taufstein Freckenhorst.

Chanukka-Leuchter 1

Silber, punziert auf der Rückseite M. BLIZINSKI, in einem Rechteck M.S.B. 925, Polen? Um 1900, Höhe, 11,5 cm, Breite 10,2 cm.
Ein Tisch, auf vier dekorativen Füßen stehend, trägt acht kleine runde Töpfchen. Der Tisch hat oberhalb eine seitliche schnörkelförmige Begrenzung. Auf der Rückseite ist mit drei Muttern eine Platte angeschraubt, die aus zwei Teilen besteht. Die dekorative Platte zeigt ein ausdrucksvolles gegenübergestelltes Blattmotiv. Rechts und links auf diesen auslaufenden Blattmotiven stehen zwei Löwen, die die beiden Dekalogtafeln halten, wobei auf jeder Tafel in hebräischer Schrift jeweils fünf Gebote stehen. Darüber ist eine Art Conche, in der eine Krone ruht. Auf der rechten Seite, vom Betrachter aus gesehen, befindet sich ein Scharnier, in dem der Schamasch steckt.![]()
Chanukka-Leuchter 2

Silber, punziert mit DA im Rechteck, nach rechts schreitender Löwe im Wappen, Dianakopf und ein O in einer Rundpunzierung, Österreich, 20. Jh.
Auf einem Tisch mit vier profilierten Füßen stehen acht Kännchen, jedes mit einem Deckelchen. Hinter der profilierten Rückwand, die ebenfalls mit einem schreitenden Löwen punziert und mit 322 graviert ist, befinden sich zwei Halterungen für eine Henkelkanne und den Schamasch (Diener). Die Rückwand ist sehr dekorativ gestaltet mit barocken Elementen sowie zwei Löwen, der Menora und einer Krone. Signifikant sind zwei Blumen (Edelweiß?).
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Chanukka-Leuchter 3

Silber, punziert mit einer runden Buchstabenpunze Mvg? Blüte mit fünf Blättern, darin Dianakopf, Österreich. Höhe ca. 26 cm, obere Breite ca. 35 cm. Der Leuchter ist graviert mit 5685 und Chanuka. (Schreibweise prüfen) Nach dem jüdischen Kalender ist das Fertigungsdatum des Leuchters das Jahr 1925.
Aus einem runden, gedrückten, profilierten Fuß zur Mitte hochgezogen, entwickelt sich ein konischer Schaft. Seitlich sind jeweils vier geschwungene Leuchterarme, die in eine Kerzentülle oder ein Kännchen münden.
Der Schamasch, auch Diener genannt, fehlt. Mit dem Schamasch, der vom Chanukkaleuchter abnehmbar ist, wird jeden Tag eine weitere Brennstelle angezündet.
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Chanukka-Leuchter 4
Metall versilbert, unpunziert, Polen um 1920, Höhe ca. 22 cm, Breite ca. 21 cm.
Auf vier mit Schnörkeln gestalteten Füßen steht eine geschwungene Tischplatte, auf der acht gedrückte Kännchen mit Schrauben unter dem Tisch befestigt sind. Die angeschraubte stark profilierte gegossene Rückwand ist mit barocken Elementen dekorativ gestaltet und hat rechts und links ein aufgesetztes Rohr, in das je ein Henkelkrug eingehängt wurde. Ein Krug fehlt. Über einem baldachinartigen Vorhang, auf dem drei halbplastische ovale Rosetten mit Mittelsteinen zu sehen sind, bildet die Torakrone den Abschluß. Im Mittelfeld des Rückdeckels sind zwei halbplastische Löwen (die Löwen Judas) abgebildet, die neben einem siebenarmigen Leuchter stehen. Die Lichter der Menora sind angezündet.
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Menora

Der siebenarmige Leuchter ist zu einem der wesentlichsten Symbole des jüdischen Volkes geworden.
Obwohl nicht unbedingt notwendig, wird oft ein Leuchter (Menora) an eine prominente Stelle der Synagoge platziert. Eine solche Stelle ist nahe dem Aron HaKodesch (Heilige Lade oder der Bima). Bima ist die Plattform, auf der ein Tisch (Schulchan) steht. Von diesem Tisch aus wird die Tora vom Vorbeter oder Kantor der Gemeinde in Richtung Jerusalem vorgelesen.
Im Anfang schuf Gott Himmel und Erde, die ganze Welt. (Erstes Buch Mose – Genesis) in sieben Tagen. Daran sollen die sieben Lichtarme der Menora erinnern.
Die erste Menora befand sich im Tempel von Jerusalem. Der Abdruck dieses Leuchters ist bis heute im Titusbogen in Rom zu sehen.
Nach der Zerstörung des Tempels (70 nach Christus) wurden die Tempelgeräte im Triumpfzug durch Rom gefahren. In vielen jüdischen Häusern und Wohnungen befindet sich eine Menora ohne Kerzen.
In Amerika hat sich der Brauch entwickelt, auf öffentlichen Plätzen zur Weihnachtszeit eine Menora mit Lichtern aufzustellen.
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Weihnachten 2015 erhielt Werner Fischer vom Christkind (Raphael Fischer ) eine Menora mit 7 gelben Kerzen. Der Leuchter ist ca.16 cm hoch und erhebt sich auf einem sechseckigen Fuß mit einer Seitenlänge von ca. 4 cm und ca. 1 cm Höhe, darauf ein Rund, das sich zur Mitte hin verjüngt und das Hauptrohr aufnimmt, das rechts und links je 3 Leuchterarme trägt. Auf den sieben Leuchterarmen sind sieben Töpfe aufgesetzt, die zur Zeit je 1 gelbe Wachskerze tragen.
Der Fuß ist mit Schnörkeln und Silberdrähten sparsam aber effektvoll gestaltet. Das trifft auch auf die Leuchterarme zu wie das Bild zeigt.
Im inneren Fußrand befinden sich 2 gleiche Punzierungen. In einem Kreis SNADAF SL 925 ISRAEL. Weitere Buchstaben müssen noch entziffert werden.
Esther-Rolle-Megillat (Siehe Purim)

Silber, punziert, 1872 – 1890, Österreich, Totalgewicht 235,4 Gramm, Länge 17,5 cm
Bei der Anfertigung kann man von einer qualitätvollen, meisterlichen Arbeit sprechen. Die Krone ist ein Sinnbild der Würde und Macht (siehe Buch Jüdisches Kultgerät – Jüdisches Leben, Werner Fischer, 1998, Tora–Krone, Keter). Auf der Unterseite der Hülse befindet sich entweder eine Zitrusfrucht (Citrus, griech. Kitron = „Zitrone“ asiatisch – austr. Pflanzengattung der Fam. der Rautengewächse mit Apfelsine, Zitrone, Mandarine und andere Agrumen. Agrumen = ital. Agrumi „säuerliche Früchte“ oder ein Pinienzapfen, der im Mittelalter als ein Lebenssymbol galt.
Im Innern der Hülse befindet sich die komplette handgeschriebene Esther-Rolle.
Die Esther-Rolle ist eine Pergamentrolle aus der Haut kultisch reiner Tiere, die vom Toraschreiber handgeschrieben wird. Am Vorabend von Purim wird die Megilla in der Synagoge vom Vorbeter mit einer besonderen Melodie vorgelesen.
Auszug aus dem Gebet nach dem Lesen Megillat-Esther: „Gelobt seist du Ewiger, unser Gott, Herr der Welt, allmächtiger Gott, der streitet unseren Streit und rechtet für uns, und kämpft für uns und vergilt unseren Feinden und Drängern, was sie an uns verschuldet...“
Eine oder mehrere Esther-Rollen befinden sich in jedem jüdischen Haus. Glücklicherweise ist zu dieser Esther-Rolle noch das Originaletui vorhanden. Es ist innen gefüttert mit dunkelroter Seide.
Purim
Das Primfest hat einen historischen Hintergrund. Im Buch Esther finden wir die Darstellung über ein Ereignis, welches sich in Persien im 5. Jh. vor Chr. zugetragen hat.
Haman, ein Minister und Günstling des Königs Aschaschverosch, war, weil sich der Jude Mordechai nicht vor ihm gebückt hatte, so gekränkt, daß er beschloß, die Vernichtung sämtlicher Juden Persiens beim König zu beantragen. Der König gab sein Einverständnis zur Ausführung des Vernichtungsbefehls. Am 14. Adar, der durch ein Los für diesen Tag bestimmt worden war.
Esther, Jüdin und eine Nichte Mordechais, wurde wegen ihrer Schönheit vom König zur „Frau“ erwählt. Ihr gelang es, den König zu überzeugen, daß der Vernichtungsplan seines Ministers nicht durchgeführt wurde. Haman wurde erhängt und den Juden wurde die Möglichkeit gegeben, sich am 14. Adar gegen ihre Feinde zu verteidigen. Die Feinde wurden geschlagen und der Plan Hamans damit vereitelt.
Zur Erinnerung wird alljährlich das Purimfest (Pur = Los) gefeiert, dem unmittelbar der Fasttag Esther vorangeht. Das Purimfest wird am 14. Adar gefeiert. (Entspricht etwa Februar/März, einen Monat vor Pessach). Städte, die seit den Tagen vor Josua Stadtmauern hatten, feiern das Purimfest einen Tag später. In Jerusalem z.B. wird Purim am 15. Adar gefeiert = „Schuschan Purim“.
Schon mit dem Einzug des Monats Adar wird durch Schilder auf die Freude hingewiesen. Diese Schilder, auf denen Fische zu sehen sind, (das Tierkreiszeichen des Monats Adar), tragen den Vers: Wenn Adar beginnt, vermehrt sich die Freude.
Am Abend vor Purim wird diese Geschichte in der Synagoge aus einer besonderen Rolle vorgelesen: Aus der Megillat-Esther (m'gilla=Schriftrolle). Sowohl Männer als auch Frauen sind verpflichtet, die Vorlesung der Megilla anzuhören. Auch Kinder sollten dazu angehalten werden, in der Synagoge dieser Pflicht nachzukommen.
Bei der Nennung des Namens Haman, der 47 mal vorkommt, pflegt man zu klopfen und zu lärmen. Dazu werden u.a. hölzerne und metallene Ratschen benutzt.
Seit der Zeit des Talmud ist Purim der Tag, an dem Zurückhaltung vor dem Zuviel-Trinken berauschender Getränke gelockert wurde. „Am Purim soll man so lange trinken, bis man den Unterschied zwischen 'verflucht sei Haman' und' gesegnet sei Mordechai' nicht mehr weiß“ (M'gilla 7b), sagen die Weisen.
Es gibt an Purim auch religiöse Pflichten. Sie beruhen auf Zitaten aus dem Buch Esther.
In vielen Jüdischen Gemeinden ist es üblich, an Purim Karneval-ähnliche Paraden, Feiern und Festlichkeiten abzuhalten. Eine populäre Form der Purimfeier ist das Verkleiden und Kostumieren von Kindern und andere fröhliche Lustbarkeiten.
Literatur: Jüdisches Museum Westfalen, Dorsten, Jüdisches Leben, Chajim Halevy Donin, Zeugnisse jüdischer Geschichte und Kultur, Augsburg
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Esther-Rolle-Megillat

Holz, Olivenbaum, geschätzt nach 1900, Länge ca. 48 cm, Gewicht ca. 630 Gramm.
Die hohle Holzrolle hat zwei aufgesteckte Deckel, wovon einer lose ist. Durch die Deckel und die Rolle wird ein Stab mit einem Griff geführt, der am Ende eine Eisenschraube besitzt, auf der ein Endknauf befestigt wird. Der Stab hat vier durchbohrte kleine Löcher, die zur Befestigung der beschrifteten Pergamentrolle, der so genannten Esther-Rolle dienten. Der Anfang der aufgewickelten Esther-Rolle kam durch den vorhandenen Schlitz des hohlen Mittelholzes. Nach dem Lesen wurde am Mittelstab gedreht, so daß im Innern der Hülle die Rolle zurückgedreht werden konnte.
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Esther-Rolle-Megillat

Metall, farbig von Hand beschriftet
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Estherrolle-Aufsatz-Oberteil
ca. 15 cm hoch, Geschenk von Imo Moszkowicz
geschnitzte durchbrochene Krone aus Bein auf einem gedreckselten Stab der mit Permutteinlagen geschmückt ist.
Geschenk von Herrn Imo Moszkowicz anläßlich eines Besuches von Anni und Werner Fischer in Ottobrunn/München.
Herr Moszkowicz erzählte uns bei der Übergabe, dass er das Oberteil von der Sängerin Esther Ofarim erhalten habe und er sei der Ansicht, dass dieses Teil in ein Museum gehöre.
Das betrifft auch den Ring aus Bein.
Der hebräische Text muß noch ermittelt werden.
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Etrogdose

Silber, punziert 835, 535 Gramm, 20. Jh., wohl Österreich
Maße: ca. 16 x 13 x 10,5 cm
Der Deckel der Dose ist mit einem Scharnier beweglich befestigt. Die Umschrift in hebräischen Lettern bedarf noch der Übersetzung. Der Korpus der Dose steht auf vier angelöteten Füßen, deren Motive man als Sukkot-sträuße deuten kann. An einer waagerecht umlaufenden Girlande, die sich vorne und hinten als eine Kartusche entwickelt, finden wir vier Blätter, vier Ranken und zwei Früchte. Alle Motive sind plastisch gestaltet. Der Boden ist mit 18 gestempelt. Deckel und Korpus sind innen vergoldet.
In der nachexilischen Zeit wurden für das Herbstfest neue Formen entwickelt, zumal der König keine Rolle mehr spielte. Jeder Teilnehmer trug einen Fest-strauß (Lulab/Lulav), bestehend aus einem Palmen-, Myrten- und Bachweidenzweig, ferner gehörte der Etrog (Paradiesapfel) zur Festausrüstung. In diesen Pflanzenarten kommt offenbar der Wunsch nach Wasser zum Ausdruck, woran der Talmud noch eine Erinnerung bewahrt: „Wie diese vier Pflanzen nicht ohne Wasser bestehen können, so (kann es auch nicht) die Welt.
Die Rabbinen leiteten das persische Wort Ehtrog (citrus medica cedra) von der aramäischen Wurzel „rgg“ ab und meinen, Etrog bedeutet Lust und sexuelles Verlangen, das den Fall des Menschen im Paradies verschuldet habe. (Etrog – Paradiesapfel) vgl. Gen. r. 15,7. Kultsymbolik im Alten Testament und im nachbiblischen Judentum, Ernst Ludwig Ehrlich, Seite 55
Etrog ist eine Zitrusfrucht, „die Frucht des göttlichen Baumes“ genannt.
Diese Frucht wird am Laubhüttenfest (Sukkot) gesegnet. Der Etrog wird in einer besonderen Dose aufbewahrt.
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Gebetbuch, zwei in Einem
Deutsche Gebete zum Gebrauch bei der häuslichen und öffentlichen Andacht in deutscher Sprache, und rückwärts beginnend in deutscher und hebräischer Sprache
"Siddur Sephath Emeth" Gebetbuch der Israeliten rückwärts beginnend in deutscher und hebräischer Sprache
Autor, Rabbiner Dr. Selig Bamberger
Druck und Verlag von M. Lehrberger & Co. Frankfurt a.M. (Rödelheim) 1922
Material, Papier, Pappdeckel, Messing, Goldschnitt
Maße ca. 19 x 13 x 3,3 cm
Motiv Umschlagdeckel: Gesetzestafeln mit je 5 Geboten, aufgehende Sonne, Kidduschbecher? Buch ? mit 12 Fächern, Posaune, Zitter?, Schofarhorn, Etrog oder
Bessamimbüchse - alles goldfarben in schwarzem ornamentalem Feld.
Bemerkungen: auf Seite 122 sind im Gebetbuch
Deutsche Gebete zum Gebrauch bei der häuslichen u. öffentlichen Andacht "Siddur Sephath Emeth", Gebetbuch der Israeliten, sind die Worte
"deutsches Vaterland" durchgestrichen.
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Gebetsriemen – Teffelin/T'FILLIN (übersetzt Phylakterien)

Bestehen aus zwei Lederriemen von koscheren Tieren und zwei kleinen schwarzen, meist würfelförmigen Hülsen (hebräisch: r'zuot), die auch aus Silber sein können, die kleine handgeschriebene Pergamentrollen enthalten, auf denen vier Abschnitte der Tora stehen: Exodus 13:1-10 („Heilige mir jeden Erstgeborenen...“); Exodus 13:11-16 („Wenn der Ewige dich zu dem Lande bringen wird...“); Deuteronomium 6:4-9)“ Höre Israel, der Ewige unser Gott, ist der Ewige, der einzig Eine!...“) und Deuteronomium 11:13-21 („Und so wird es denn sein, wenn ihr hören, immer ernster hören werdet...“). Diese vier Abschnitte aus der Tora enthalten alle das Gebot, T'fillin als ein Zeichen, ein Symbol jüdischen Glaubens und jüdischer Ergebenheit anzulegen. Deshalb bindet der Beter beim Morgengebet an Werktagen, nicht am Sabbat und an Festtagen, einen Lederriemen siebenmal um den Arm und die linke Hand und knotet den anderen Riemen um den Kopf, um so die Worte Gottes an sein Herz zu binden und vor Augen zu haben. Als Zeichen der Gegenwart Gottes umgeben die Tefillin das Gehirn, den Sitz des Denkens, weisen den Augen, dem Sitz unserer Sehkraft, die Richtung, liegen neben dem Herzen, dem Sitz der Gefühle und binden die Hand, das Werkzeug des Tuns. Da die Erfüllung der Mitzwa von T'fillin an eine bestimmte Zeit gebunden ist, sind Frauen dieser Pflicht enthoben. Da ein unmündiger Junge (unter 13 Jahren) keine T'fillin anlegt, bis er mündig wird, ist das T'fillin-Legen das sichtbarste religiöse Ritual, das „die Männer von den Jungen unterscheidet.“
Literatur: Jüdisches Leben, Chajim Halevy Donin
Der Jüdische Gottesdienst v. Leo Trepp
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Gebetsriementasche
Zur Aufbewahrung der Gebetsriemen oder des Tallit
Dunkelblauer Stoff mit Reißverschluß, aufgestickter goldfarbener Davidstern und hebräische Schriftzeichen, die noch der Übersetzung bedürfen. Maße 31 x 25 cm.
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Mittwoch der 13. März 2002, 19 Uhr
Benennung des Siegmund-Spiegel-Platzes in Ahlen
Es sprechen:
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Bürgermeister Benedikt Ruhmöller
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Landesrabbiner Dr. Henry Brandt
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Dr. Hans-W. Gummersbach (Autor des Buches "Der Weg nach Auschwitz begann auch in Ahlen")
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Werner Fischer (Leiter des Museums im Goldschmiedehaus Ahlen)
Musikalisches Rahmenprogramm:
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„Quartetto Michaelis“ Das Streichquartett am Gymnasium St. Michael
Einstudierung: Birgit Boch
Der Leiter des Museums im Goldschmiedehaus Ahlen und Initiator der Platzbenennung, Werner Fischer, hat zum Gedenken an Siegmund Spiegel eine Bronzetafel angefertigt, die zu Beginn der Veranstaltung enthüllt werden soll. Hauptredner ist anschließend Landesrabbiner Dr. Henry Brandt aus Dortmund, der sich erstmals in Ahlen aufhalten wird. Dr. Brandt ist gleichzeitig auch der Vorsitzende des Koordinierungsbüros der Gesellschaften für christlich-jüdische Zusammenarbeit.

Es gab keine Anklage
es gab keinen Prozeß
es gab kein Urteil
In der Justiz gibt es den Begriff der Verjährung.
Die Moral kennt keine Verjährung.
Siegmund Spiegel war kein bedeutender Mann der Geschichte aber das Forum der Brüderlichkeit möchte, daß er ein bedeutender Mann der Ahlener Geschichte wird.
Es ist der erste jüdische Mitbürger in dieser Stadt, der in der nationalsozialistischen Zeit - erschlagen - ermordet wurde.
Spiegel wurde in der Reichskristallnacht, eine Wortschöpfung, die mich traurig stimmt, halbnackt aus seinem Haus in die Straße "Im Kühl" getrieben in Richtung Werse, um dort ertränkt zu werden. Er bat um Gnade aber die Schläger schlugen weiter zu und wollten Siegmund Spiegel bis zur brennenden Synagoge in der Klosterstraße über die Wilhelmstraße jagen. Es war sein letzter Weg. Es war seine letzte Straße. Auf der Wilhelmstraße brach der Gejagte und Geschundene zusammen, nur noch mit einer Leibbinde bekleidet.
Wir haben in Ahlen ein Mahnmal, ein Mahndenkmal, das die Namen aller deportierten Juden nennt. Im Schatten der Steele steht: daß der damalige Rat der Stadt Ahlen im November 1939 der Reichsregierung mitgeteilt hat, daß Ahlen Juden frei sei. Und weiter lesen wir, daß ein Mensch in der Nacht vom 9. auf den 10. November erschlagen wurde. Seinen Namen "Siegmund Spiegel" finden wir nicht auf der Steele, aber wir alle werden mit unserem Namen gerufen.
Mesusa - Haussegen

Silber, teilvergoldet, 925 punziert, 20. Jh., ca. 10 x 13 cm
Mitte eine Schrifttafel, Übersetzung des Textes: „Durch dieses Tor soll keine Traurigkeit treten. In diesem Haus soll kein Leid sein. Durch diese Tür soll nichts Schreckliches kommen. In diesem Haus sollen keine Auseinandersetzungen stattfinden.“
An den Seiten je eine Kerze oder Säule, in der Mitte über der Tafel eine Krone. Zwei blaue Steine (ein Stein fehlt).
Mesusa, M'susa
ist das hebräische Wort für Türpfosten. Wenn man ein jüdisches Haus oder eine Wohnung betritt, findet man an einem seitlichen Türpfosten eine Hülse oder ein Schildchen. In der Hülse aus Holz oder Metall befindet sich eine Pergamentrolle, auf der zwei Abschnitte der Tora stehen, nämlich „Höre, Israel, Gott der Ewige unser Gott, ist der Ewige der einzig Eine“ (Deut. 6:4-9) und „Und so wird es denn sein, wenn ihr hören, immer ernster hören werdet... (Deut. 11:13-21)
Beim Betreten und Verlassen des Hauses berührt man die Mesusa mit der Hand, die danach an die Lippen führt, um sich der Gegenwart Gottes und seiner Weisung auch mitten im Alltag zu erinnern.
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Hawdala-Leuchter

Silber, punziert 84, ungedeutete Punze, 3K im Rechteck AK 1881, Rußland, Moskau, 23,5 cm hoch, Fuß 7,3 cm D., Kasten 5,1 x 5,8 cm.
Auf einem runden, sich nach oben, verjüngenden Fuß ruht ein quadratischer Kasten, der eine herausnehmbare Schublade mit Kugelknauf enthält. Darauf tragen vier röhrenartige Säulen eine quadratische Zwischenebene und weiter oben eine zweite quadratische Ebene mit einer mittig angeordneten runden Öffnung zur Halterung der Kerze. Auf der Zwischenebene befindet sich ein Kerzenhalter.
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Hochzeitsring

Silber, punziert 1865, 84, 1s oder Is?, Rußland, Moskau, um 20 mm D., 30 mm hoch.
Auf einem breiten Ring steht ein Haus. Das Haus hat eine quadratische Grundfläche, Giebelwände, Spitzdach und einen runden Kamin.
Hochzeit – Kidduschin und Chuppa
Rabbi Elasar sagt: „Jeder Mensch, der keine Frau hat, ist eigentlich kein Mensch, denn es heißt: Männlich und weiblich schuf er sie... und rief ihren Namen Mensch (Gen.5.2)“
(bjewamot 63a)
Der Mann gab dem Mädchen das Versprechen, es nach einer festgelegten Zeit als seine Frau in sein Haus zu nehmen, während die Braut versprach, sich als seine Frau zu betrachten. Gesetzlich galt sie darauf schon als Frau und konnte bei Untreue streng bestraft werden. Doch sind Verlobung und Hochzeit längst in einer Zeremonie verbunden. Diese findet unter einem Baldachin unter einer Chuppa in der Synagoge statt, der symbolisch das Heim des Ehepaares darstellt, das sie als Heiligtum betrachten sollen. Derjenige, der die Feier leitet, spricht den Segensspruch über den Wein, in dem Gott für die Institution der Ehe gepriesen wird. Braut und Bräutigam trinken von dem Wein. Sodann gibt der Bräutigam der Braut die entscheidende Erklärung ab, durch die die Ehe geschlossen wird: „Siehe, du bist mir angetraut (geheiligt) durch diesen Ring nach dem Gesetz Moses und Israels!“ Darauf steckt er ihr einen Ring an den zweiten Finger der rechten Hand. In einigen Gemeinden ist es üblich, daß aus sozialen Motiven ein allgemeiner Hochzeitsring bei der Zeremonie Verwendung findet. Dem folgt die Verlesung einer zuvor aufgesetzten Urkunde (Hochzeitsvertrag), der Ketubba, die von dem Bräutigam und zwei Zeugen unterzeichnet worden ist. Darin verspricht der Bräutigam u.a., seine Frau zu ehren, für sie zu arbeiten, für ihren Unterhalt zu sorgen und sie mit allem zu versehen, was nötig ist. An die Verlesung der Ketubba und möglicherweise eine Ansprache schließen sich die „Segenssprüche der Heimführung“ an, die nach ihrer Zahl auch „sieben Segenssprüche“ heißen.
Die Heiratszeremonie endet mit dem Zerbrechen eines Glases durch den Mann als Sinnbild für Israel's Leiden und die Zerbrechlichkeit des Glücks. Danach folgen die Glückwünsche der Anwesenden.
Literatur: Jüdisches Museum Westfalen, Dorsten, Glaube und Leben im Judentum, Georg Fohrer, Heidelberg und Wiesbaden
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Hochzeitsring
Silber, lt. Punzierung: ein umgekehrtes großes U und ein umgekehrtes N in einem Rechteck, Gewicht 50,2 Gramm, Motiv: Synagoge, Rußland, vor oder um 1900 oder auch später.
Auf einem ca. 5,6 mm gleichbreiten Silberring mit Fuge ist eine Dose gelötet, die einen montierten turmartigen Aufbau trägt. Auf der Unterseite der aufklappbaren Dose befinden sich zwei Punzierungen. Die runde Dose besteht aus einer Ober- und Unterplatte. An beiden ist ein Scharnier angelötet. Auf der Unterplatte ist eine Zarge, ein Rand aufgelötet, der außen mit einer einfachen Gravur versehen ist. Unter dem oberen Rand ist eine Zarge gelötet, die in die untere Zarge paßt.
Die Deckelplatte dient als Aufbau für fünf Türme. Vier Türme sind in der Höhe gleich à ca. 25 mm. Der mittlere Turm ist ca. 43 mm hoch. Alle Türme haben Löcher und sind außen graviert oder tramboliert.
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Kiddusch-Becher
Silber, punziert mit Herz/MBK/St. Georg Drachen tötend/ 1748/72, Moskau um 1880,
ca. 18 cm hoch. Fuß getrieben, ziseliert, oxydiert, am Mundrand hebräischer Text, der noch der Übersetzung bedarf.
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Kiddusch-Becher

Silber, punziert mit 7 und einer 2 je in einem Rechteck, St. Georg 1748, Drachen tötend, drei kyrillische Buchstaben in einem Herz, Moskau um 1880, ca. 15,5 cm hoch, ziseliert, oxydiert.
Zwischen zwei C-Bögen befinden sich einmal ein Lorbeerkranz, zwei hebräische Buchstaben, darüber eine Krone. Auf der anderen Seite des Bechers ein Tisch, auf dem die Menora steht. Vor dem Tisch die beiden Gesetzestafeln. Am Mundrand hebräischer Text, der noch der Übersetzung bedarf.
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Kippa
Kippa (hebräisch) jarmulke (jiddisch) - Kopfbedeckung
„Es ist üblich, unter dem Himmel nicht barhäuptig zu gehen.“
Kopfbedeckungen in Art der Kippa tragen moslemische Männer wie auch katholische Würdenträger.
Kippa, blauer Samt. Aus vier Dreieckteilen genähtes Käppchen, mit angesetzter Bordüre aus Goldfaser, oben ein goldfarbener textiler Knopf, aufgestickte Menora und Israel.
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Medaillon

Medaillon, vor oder um 1900, Silber 18,7 Gramm.
Zwei oval geprägte Silberplatten sind durch eine drehbare Scharnierbewegung verbunden. Die vordere Seite zeigt einen ovalen Rand mit silbernen Bögen und Strichen, dekorativ gestaltet.
Im silbernen Oval ist eine Platte befestigt, die aus einem Knochen oder aus Elfenbein besteht, auf der in Hebräisch das jüdische Glaubensbekenntnis zu lesen ist.
Im Medaillon befinden sich zwei ovale Vertiefungen, die ein Bild oder eine Haarlocke aufnehmen können. Die Rückseite ist mit Fantasiemotiven geprägt. Eine Originalöse ist noch vorhanden, eine Endöse fehlt.
Das jüdische Glaubensbekenntnis "Schma Jisrael"
1.Schma`a Jisrael „Elohejenu „Echad!
(Höre Israel, der Ewige ist unser Gott der Ewige allein)
2. Barukh Shem Kawod, Malknutho le`Olam va`Ed!
(Gelobt der Name der Ehre, seine Herrschaft für immer und ewig!)
5. Buch Moses 6,4
Das Gebet wird im Stehen gesprochen, um sich besser sammeln zu können legt man die eine Hand über die Augen und spricht laut den ersten Spruch, da man Zeugnis ablegen soll für das Bündnis mit Gott.
Die nächsten Zeilen werden dann leise gesprochen.
Anni und Werner Fischer danken Herrn Werner Kühnemann, Berlin, für die Übersetzung und Beratung.
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Mesusa, M'susa ist das hebräische Wort für Türpfosten.
Wenn man ein jüdisches Haus oder eine Wohnung in fester Bauweise betritt, findet man an dem rechten seitlichen Türpfosten eine Hülse oder ein Schildchen. Hat das Haus mehrere Eingänge, muß an jedem Eingang sowie an jeder inneren Tür eines Hauses eine M'susa angebracht werden. An den Türen zu Badezimmern und Toiletten oder solchen Gebäuden wie Badehäusern werden keine M`esusot angebracht, denn der würdige Zweck des Gebäudes ist eine Vorbedingung.
In der Hülse aus Holz oder Metall befindet sich eine Pergamentrolle, auf der zwei Abschnitte der Tora stehen, nämlich "Höre Israel, Gott der Ewige unser Gott, ist der Ewige der einzig Eine" (Deut.6:4-9) und "Und so wird es denn sein, wenn ihr hören, immer ernster hören werdet..." (Deut.11:13-21)
Beim Betreten und Verlassen des Hauses berührt man die Mesusa mit der Hand, die man danach an die Lippen führt, um sich der Gegenwart Gottes und seiner Weisung auch mitten im Alltag zu erinnern.
Heute ist es Brauch, kleine Tafeln mit den festgelegten Texten anzubringen und kleine M'susa ähnliche Anhänger zu tragen.
Die Hülsen, die Behälter wie auch die Schilde sind teilweise sehr dekorativ gestaltet.
Israelreisende, die als Reisemitbringsel eine Mesusa erwerben, erhalten diese lediglich mit einem Papierstreifen und nicht mit einer handgeschriebenen Pergamentrolle.
Auch in einem christlichen Haus ist es üblich, innen über der Hauseingangstür einen Haussegen anzubringen: "Gott segne dieses Haus und alle, die da gehen ein und aus" oder "Herr segne uns am Abend des Tages, am Abend des Lebens, am Abend der Welt".
Zeitzeugen dieses schönen Brauchs sind viele alte Häuser mit eingeschnitzten auf Gott bezogene Texte im oberen Tür- oder Tennenbalken.
Texte entnommen Literatur:
Jüdisches Leben, Chajim Halevy Donin, Seite 162
Ein König meinte, dass er einem Rabbiner ein Geschenk machen müsse, nicht nur eine Aufmerksamkeit, sondern etwas ganz Besonderes.
Der König überlegte, ging in seine Schatzkammer und suchte aus der Juwelensammlung einen großen wertvollen, echten Edelstein, einen prächtigen Rubin. Diesen staffierte er mit einer attraktiven Verpackung aus und machte den Rubin dem Rabbiner zum Geschenk. Dem König war es schwer gefallen, sich von diesem kostbaren einmaligen Edelstein zu trennen.
Nach geraumer Zeit feierte der König ein Thronjubiläum und er fragte sich, welches Geschenk ihm wohl der Rabbiner machen würde? Der große Jubiläumstag rückte heran und der Rabbiner schenkte dem König ein kleines Kästchen aus Holz, in dem sich ein beschriftetes Pergamentpapierstückchen befand.
Der König war sehr enttäuscht. Ein Holzkästchen mit einem Stückchen Papier?
Nein, das war nach des Königs Meinung kein Gegengeschenk für den wertvollen Rubin und er stellte den Rabbiner zur Rede.
Dieser sagte: „Erhabener König, Du hast mir mit Deinem Geschenk viel Kummer und Sorgen bereitet. Ständig muß ich aufpassen, dass mir der Edelstein nicht abhanden kommt. Ständig muß ich an die Sicherheit denken, ob er noch da ist.
Er raubt mir häufig meinen Schlaf. Mein Geschenk aber bereitet Dir eine sorgenlose Freude. Es erinnert Dich an Gott, den Allerhöchsten, heißt alle Gäste Deines Hauses willkommen; denn auf dem Zettel in der Mesusa steht ein Gebet geschrieben, das da heißt: „Höre Israel, Gott der Ewige, unser Gott, ist der Ewige, der einzig Eine.“
Nun urteile selber, welches Geschenk sinnvoller ist, der wertvolle Edelstein oder die Mesusa am Türpfosten Deines Hauses?
Mesusa, M'susa ist das hebräische Wort für Türpfosten.
Wenn man ein jüdisches Haus oder eine Wohnung in fester Bauweise betritt, findet man an dem rechten seitlichen Türpfosten eine Hülse oder ein Schildchen. Hat das Haus mehrere Eingänge, muß an jedem Eingang sowie an jeder inneren Tür eines Hauses eine M'susa angebracht werden. An den Türen zu Badezimmern und Toiletten oder solchen Gebäuden wie Badehäusern werden keine M`esusot angebracht, denn der würdige Zweck des Gebäudes ist eine Vorbedingung.
In der Hülse aus Holz oder Metall befindet sich eine Pergamentrolle, auf der zwei Abschnitte der Tora stehen, nämlich "Höre Israel, Gott der Ewige unser Gott, ist der Ewige der einzig Eine" (Deut.6:4-9) und "Und so wird es denn sein, wenn ihr hören, immer ernster hören werdet..." (Deut.11:13-21)
Beim Betreten und Verlassen des Hauses berührt man die Mesusa mit der Hand, die man danach an die Lippen führt, um sich der Gegenwart Gottes und seiner Weisung auch mitten im Alltag zu erinnern.
Heute ist es Brauch, kleine Tafeln mit den festgelegten Texten
anzubringen und kleine M'susa ähnliche Anhänger zu tragen.
Die Hülsen, die Behälter wie auch die Schilde sind teilweise sehr dekorativ gestaltet.
Israelreisende, die als Reisemitbringsel eine Mesusa erwerben, erhalten diese lediglich mit einem Papierstreifen und nicht mit einer handgeschriebenen Pergamentrolle.
Auch in einem christlichen Haus ist es üblich, innen über der Hauseingangstür einen Haussegen anzubringen: "Gott segne dieses Haus und alle, die da gehen ein und aus" oder "Herr segne uns am Abend des Tages, am Abend des Lebens, am Abend der Welt".
Zeitzeugen dieses schönen Brauchs sind viele alte Häuser mit eingeschnitzten auf Gott bezogene Texte im oberen Tür- oder Tennenbalken.
Texte entnommen Literatur:
Jüdisches Leben, Chajim Halevy Donin, Seite 162
Ein König meinte, dass er einem Rabbiner ein Geschenk machen müsse, nicht nur eine Aufmerksamkeit, sondern etwas ganz Besonderes.
Der König überlegte, ging in seine Schatzkammer und suchte aus der Juwelensammlung einen großen wertvollen, echten Edelstein, einen prächtigen Rubin. Diesen staffierte er mit einer attraktiven Verpackung aus und machte den Rubin dem Rabbiner zum Geschenk. Dem König war es schwer gefallen, sich von diesem kostbaren einmaligen Edelstein zu trennen.
Nach geraumer Zeit feierte der König ein Thronjubiläum und er fragte sich, welches Geschenk ihm wohl der Rabbiner machen würde? Der große Jubiläumstag rückte heran und der Rabbiner schenkte dem König ein kleines Kästchen aus Holz, in dem sich ein beschriftetes Pergamentpapierstückchen befand.
Der König war sehr enttäuscht. Ein Holzkästchen mit einem Stückchen Papier?
Nein, das war nach des Königs Meinung kein Gegengeschenk für den wertvollen Rubin und er stellte den Rabbiner zur Rede.
Dieser sagte: „Erhabener König, Du hast mir mit Deinem Geschenk viel Kummer und Sorgen bereitet. Ständig muß ich aufpassen, dass mir der Edelstein nicht abhanden kommt. Ständig muß ich an die Sicherheit denken, ob er noch da ist.
Er raubt mir häufig meinen Schlaf. Mein Geschenk aber bereitet Dir eine sorgenlose Freude. Es erinnert Dich an Gott, den Allerhöchsten, heißt alle Gäste Deines Hauses willkommen; denn auf dem Zettel in der Mesusa steht ein Gebet geschrieben, das da heißt: „Höre Israel, Gott der Ewige, unser Gott, ist der Ewige, der einzig Eine.“
Nun urteile selber, welches Geschenk sinnvoller ist, der wertvolle Edelstein oder die Mesusa am Türpfosten Deines Hauses?
Schabbatlampe
Messing, Guß, Maße 26 D., 40cm lang + Kette, 17. oder 18. Jh., wohl Elsaß Lothringen
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Schächtung am Sinai 300-09
Das Bild hängt im Interreligiösen Museum im Goldschmiedehaus Ahlen
Bild mit Rahmen 41,5 cm x 32 cm

Überschrift TAB CCCXXXV = 1535 DEUT. Cap. XIV. v. 4. Animalia munda
v. Buch Mosis Cap XIV. v. 4 Reine Thiere
Thema des Bildes "Die Schächtung" (Schlachten)
Schächten oder Schechita bedeutet das rituelle Töten von koscheren Tieren.
Es gelten in Deutschland Regeln, die beachtet werden müssen. Gleichzeitig münden diese Regeln auch in die praktizierten Rituale.
Es ist Pflicht, die Tiere ohne Betäubung mit einem eigens dafür vorgesehenen Messer mit einem Schnitt quer durch die Halsunterseite zu töten ohne anzuhalten. Bei diesem Vorgang werden die Speiseröre, die Luftröhre, die Adern sowie Venen durchschnitten.
Das Durchschneiden gilt für das sofortige Ausbluten. In den beiden Religionsgemeinschaften Judentum und Islam ist das Trinken von Blut verboten.
Der Kupferstich in einem gestochenen Rahmen zeigt drei geschlitzte Stämme, in die eine Seilwinde eingelassen ist, an der ein an seinen Hinterfüßen gefesselter, getöteter Stier hängt.
Der Bauch ist geöffnet und die Eingeweide werden gerade entnommen. Auf der rechten Bildseite wird einem Tier von einer Person die Kehle durchschnitten, eine andere Person hält das Tier an den Hinterbeinen fest.
Es ist eine Schlachtszenerie, an der viele männliche Personen mitwirken.
Von der Szenerie etwas entfert sieht der Betrachter eine Zeltstadt mit Menschen.
Als Ort des Geschehens kann man von einem Plateau auf dem Berg Sinai ausgehen. Er heißt auf arabisch Gabal Mūsā "Mosesberg". Der Blick wird durch zwei Bergkuppen am Horizont und Wolken begrenzt.
Schofarhorn

Schofar – althebräisch, heute noch im Kult verwendetes Blasinstrument aus Widderhorn
Neujahr – Rosch Haschana, Versöhnungstag – Jom Kippur
Der Neujahrstag wird in der Tora und im Gebetbuch als heiliger Tag des Gedenkens (jom ha-sikaron) und „der Tag des Posaunenhalls“ (jom t'ruah) genannt. Er ist auch der Tag des Lärmblasens, wie das Buch Numeri (29,1) vorschreibt. Der Vorbeter verwendet dazu ein Widderhorn, den „Schofar“. Danach spricht er den Segensspruch. Es ist eine religiöse Pflicht, an diesem Tag die Schofartöne zu hören. Eine alte Schofartradition hat drei verschiedene Schofartöne übermittelt: einen langgezogenen (t'kia), einen in drei Teilen gebrochenen (sch'wat'rua) und eine Reihe von neun scharfen Stakkato-Tönen (t'rua). Der Schofarton wird seit undenklichen Zeiten als ein Ruf zur Reue und als Erinnerung an den Schofarton am Sinai angesehen.
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Schriftstück im Bilderrahmen, 340 mm x 197 mm Herberhold
In Ahlen in der Wilhelmstraße wohnten die Herberhold's. Sie hatten einen Schreibwarenladen mit einer Buchbinderei. Einer der Söhne war Buchbindermeister geworden, ein Künstler seines Fachs. Durch seine Kunst, alte Folilanten zu retten und zu erhalten, hatte er Kunden auch von außerhalb.
Messbücher, Graduale Evangeliare und weitere besonders große Bücher, deren Umschlag mit ein oder zwei Buchschließen - auch aus Edelmetall (Silber) - geschlossen und geöffnet wurden.
Herberhold restaurierte damals ein sehr wertvolles, dazu noch ein gewichtiges Buch, dessen Buchschließen daneben hingen. Er kam zu mir, im Arm das schwergewichtige, in einem Tuch eingeschlagene Buch und fragte mich, ob man das überhaupt noch hinkriegen würde.
Bei meiner Tätigkeit im Jahre 1949 bei Meister Franke in Osnabrück durfte ich als junger Goldschmiedgeselle Teile des teils durch Bomben schwer beschädigten Domschatz reparieren und restaurieren. Diese damals erworbenen Kenntnisse und Erfahrungen konnte ich nun in meiner Goldschmiede in Ahlen, Oststr. 35, einsetzen, um die Buchschließen wieder instand zu setzen und zu restaurieren.
Überglücklich war Herr Herberhold über meine Arbeit und lobte mich "über den grünen Klee", wie man heute so sagt.
Nach geraumer Zeit kehrte Herr Herberhold zu mir zurück, um mir mitzuteilen, wie erfreut er über meine Arbeit gewesen und auch wie glücklich sein Auftraggeber gewesen sei, als er das wieder hergestellte Buch in seinem alten Zustand übernehmen durfte. Dabei überreichte er mir als Dank einen eingerahmten hebräischen Text, den er selbst für eine gute Arbeit geschenkt bekommen habe. Er wisse nicht, was der Text bedeute aber das würde ich schon herausbekommen. Nickte und verschwand.
Leider ist Herr Herberhold im Alter nach Hiddingsel verzogen.
Das Bild hängt heute im Museum im Goldschmiedehaus Ahlen und wartet auf eine Person, die den Text (170 x 63 mm) ins Deutsche übersetzen kann. Übrigen - unter dem hebräischen Text ist handschriftlich vermerkt: Orient. Handschrift Ende 17. Jahr hdt.
Am 26. Januar 2017 erhielt ich eine mail: Einen herzlichen Gruß nach Ahlen aus Berlin
Ich habe nun endlich das richtige Ergebnis des Manuscripts.
Es hat folgenden Inhalt: u.a. Lutherbibel von 1912 - Genesis 47:19 bis Genesis 48:7.
Somit wäre auch das Rätsel gelöst. Wir danken Herrn Werner Kühnemnn
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Sederteller

Sederteller – Pessachteller, Zinn, 1779
Der große flache Teller, unpunziert, hat einen Durchmesser von ca. 41 cm der Rand und der Spiegel sind graviert. Die Randgravur nennt uns das Datum und zeigt zwei Tulpen mit Blättern sowie eine Umschrift in hebräischen Lettern, die noch der Übersetzung bedarf.
Der Spiegel ist mit einem exakten achteckigen Stern graviert. Die acht einzelnen Strahlen (Zacken) sind mittig unterteilt und mit Linien, zum Teil tremoliert, graviert. Zwischen den Zacken finden wir vier Mal einen gravierten Paradiesapfel (?) mit vier Blättern und vier verschiedenen Figuren. Eine Figur trägt einen Stab, könnte man auf Grund der Kopfbedeckung und der Augen als einen Chinesen deuten. Drei Buchstaben D I N müssen noch entschlüsselt werden wie auch alle anderen Buchstaben im Teller. Eine weitere Figur trägt eine (Narren) Mütze mit Schellen und der Beischrift J D. Der nächste ähnelt der ersten Figur. Die vierte Figur ist aus der Neuzeit, da an dieser Stelle, wie an der Rückseite sichtbar, neue Zinnteile eingefügt wurden. In einem Kreis ist im Zentrum des Spiegels eine Sonne mit seitlichen Blattranken graviert, begleitet mit den Buchstaben P D und D P. Ähnlicher Teller im Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Münster.
Literatur: Jüdisches Kultgerät – Jüdisches Leben, Werner Fischer
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Tallit
Tallit, ein Gewand für gläubige Juden
Der Tallit ist ein oftmals ein weißes Kleidungsstück, ein rechteckiges Gewand, oder auch Tuch aus Wolle, Wollstoffen oder Seide.
An den vier Ecken sind geknotete Quasten (die Zizijot) angebracht die auch die auch wie Fransen die Querseiten zieren.
Die Tora sagt: Die rechteckigen Gewänder sollen solche Quasten haben, um den Träger zu ermahnen, nicht von Gottes Wegen abzuweichen.
(Num 15,37/41)
Jede Franse soll an eine der 613 Ver- und Gebote der Tora erinnern. Sie gelten aber nicht als Gebetsschnüre.
Die europäische Kleidung läßt die Erfüllung des Gebots im täglichen Leben nicht zu, so daß sich hieraus der Brauch entwickelte, unter der zivilen Oberbekleidung ein Tallit-Katan, (Kleines Viereck) genannt, zu tragen; ein viereckiges Stück Stoff bzw. auch Unterhemd, an dessen vier Ecken wie beim Gebetsmantel (Tallit) die Schaufäden angebracht sind. Der Beter hüllt sich in das Gottesgebot. Der Tallit kann groß sein oder nur das Format eines Gebets-"Schals" haben. Der Beter hüllt sich in das Gottesgebot. Die Männer der jüdischen Gemeinde tragen den Tallit im Morgengottesdienst.
Mit dem Tallit wird der gläubige Jude bestattet. (WF)
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THE HAGGADAH - Das Buch zum Pessachfest
Die Illustrationen sind Reproduktionen nach Originalen von Arthur Szyk aus Neu-Canaan, Connecticut, U.S.A.
Herausgegeben 1962 von Cecil Roth


Anni und Werner Fischer, überreicht in Ottobrunn
am 15. März 2006
Toraschild

Toraschild - Tass, Silber, punziert mit Meistermarke und 12-lot = 750/ooo (16 Lot = 1000), 26 x 23 cm, Gewicht 530 Gramm.
Paderborn um 1850, Meister Johann Joseph Leggen (1815-1887), Silber getrieben, graviert und teils vergoldet. Als Bekrönung Blumenvase. Reich gegliederter mit Rocaillen und Blüten verzierter Rand. Unter der plastisch aufgelegten Tora-Krone von Rocaillen aufgeschraubter gerahmter Wechselrahmen für die Schriftplättchen mit den Namen der Festtage (Sabbat, Versöhnungsfest, Wochenfest).
Rückseitig gravierte Inschrift: Gewidmet von M. Grünebaum und Ida Grünebaum, geb. Weyl, 1874.
Ovales Foto von
Moses Grünebaum Stifter des
Paderborner Toraschildes.
Geschenk von Dr. Margit Naarmann
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Torazeiger - Jad
Ein Bestandteil des Toraschmucks ist auch der Zeiger. Er hat die Form einer Hand mit ausgestrecktem Finger (daher auch "Händchen" genannt) und hängt an der bekleideten Tora.
Er dient dem Vorleser als Hilfe für die fließende Lesung und verwehrt den Kontakt der menschlichen Hand mit dem Pergament.
Die heiligen Texte der Torarolle dürfen nicht mit der Hand berührt werden.
Dieser Brauch hat auch einen praktischen Grund, da er den kostbaren, handgeschriebenen Text des Pergaments schützt, der jahrhundertelang unbeschädigt bleiben mußte.
Die ältesten noch vorhandenen Torazeiger stammen aus dem
16. Jahrhundert und haben meist die Form einer realistisch ausgeführten Hand und sind mit verschiedenartigen Ösen und Ketten versehen.
Verschiedene Zeiger enden aber auch mit einer Kugel oder Öse.
Der Tora-Zeiger wird auch mit einem Zepter, das den Krönungsinsignien zugeordnet wird, verglichen. Im Alten Testament wird das Zepter als Ausdruck des Herrschers, der Machtfülle erwähnt.
Im Diözesanmuseum zu Limburg befindet sich ein Zeigestab, genannt "Digitus" lat. Finger, aus dem 19 Jahrhundert. Bis zum 2. Vaticanum wurden dem Bischof von Limburg bei der Feier des Pontifikalamtes entspechende Textstellen im Missale durch einen Diakon mit dem Digitus angezeigt.
Ein weiterer Digitus aus dem 17. Jahrhundert befindet sich im Stiftsschatz der kath. Stiftskirche St. Peter und Alexander in Aschaffenburg.
Der Digitus gehörte zu den liturgischen Pontifikalien der Kardinäle, Erzbischöfe und Bischöfe der kath. Kirche.
Nach dem 2. Vaticanum nimmt der Diakon seine rechte Hand mit der Handfläche nach oben und zeigt damit dem Bischof die entsprechenden Textstellen an.
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Torazeiger Silber ca. 65 g
Dem Goldschmiedemeister Werner Fischer gewidmet zum 80. Geburtstag am Löwe von Juda, plastische Ausführung darunter eine Kugel mit Kordelrand Die obere Hälfte ist durchbrochen und zeigt vier Blüten zwischen zwei trennenden Bändern. Darunter zwei runde ungleichgroße gedrückte hohle gedeckelte Schalen. Dieser gesamte Aufbau wird von drei bärtigen Männer ohne Antlitz getragen. Die Männer sind plastisch modelliert. Sie stehen auf einer weiteren hohlen gedrückten gedeckelten Schale, aus der ein konisches Rohr kommt. Das Rohr hat vier Punzierungen. Eine Belötung: fünfblättrige Blüte mit zwei Blättern zieren das Rohr. Das Rohrende nimmt eine Stulpe mit Manschette auf und schließt mit einer plastischen rechten Hand ab, auf deren gestrecktem Zeigefinger ein Ring mit rotem Stein getragen wird. Der erste Eindruck: Ein Torazeiger, angefertigt in Rußland Punzierungen: Im Rechteck BC 1870 Reiter auf Pferd Zwei Buchstaben A ? ? und 84 Es gibt einen Teeglashalter, hergestellt in Russland aus der Zeit 1908-1917. Silberstempel der Stadt Moskau, 84 Zolotnik (entspricht dem 875 Feingehalt). Repunziert mit dem sowjetischen 875er Silberstempel. Werkhersteller: Piskarev Alexander "A??" Um Informationen von russischen Silberstempeln herauszufinden, benutzt das Museum im Goldschmiedehaus Ahlen, den russischen Silberstempel Katalog von Postnikova-Loseva "Solotoje i serebrjanoe Delo XV-XX w.w." Ausgabe 1995, Moskau. Obwohl es ein sehr guter Katalog ist, können Fehler vorkommen, da viele Stempel identisch sind. Als Stifter eintragen LIV d. Gold- u. Silberschmiede Brandenburg a. d. Havel, Hans Ulrich Jagemann |
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Torazeiger, Jad, Yad, Silber mit angelöteter Öse lt.Meisterpunzierung HL und 1862 = Krakau Inventar-Nr. 300-31 oder 300-40 ? Tora- Zeiger, Yad Computer, Texte, M Museum, M Museum Allgemein, FoZeig 33 Torazeiger - Jad mit angelöteter Öse Material, Silber, 13 lötig. Gestempelt auf dem Mittelrohr HL in einem Oval und in einem Wappenschild oben eine 13 rechts und links 18 62, in der Mitte ein Oval und darin befinden sich 3 Balken weiter oben ein halber Strich von rechts nach links gehend darunter ein und ein Kreis. Gewicht ca. 76 g, Länge ca. 25 cm Beschreibung Das erste Silberohr, Durchmesser ca. 20,9 mm, hat an beiden Seiten ein Körbchen, wie eine Halbkugel, die in filigraner Manier gestaltet ist. Davor ist ein konisches Rohr gesetzt, das an beiden Seiten mit zwei Ringen mit floralen Motiven belötet ist. Dann folgt eine Kugel, Durchmesser ca. 15,8 mm, und wieder folgt ein konisches Rohr, welches teilweise mit einer Manschette belegt ist. Aus dieser umrandeten Manschette kommt eine in Silber gegossene vergoldete Hand mit Armkettchen und einem ausgestreckten Zeigefinger. Herkunft des Torazeigers Polen, Krakau Zustand: Gebrauchsspuren |
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Torazeiger, Silber mit eingehängter Öse, ca. 25 cm lang, 3 Kugeln
Eine große Aufhängeröse, punziert mit 84, entspricht 875/1000, ca. 20 mm Ø, wird durch eine Kugel, ca 10,5 mm Ø geführt und dient zur Aufhängung. Diese kleine Kugel ist auf eine größere Kugel von ca. 27,8 mm Ø gelötet. Aus dieser Kugel kommt ein konisches Rohr, das mit drei Stempeln punziert ist und in eine weitere Kugel von ca. 23 mm Ø mündet. Aus einem Silberkränzchen, Armbänchen, kommt eine Hand mit gestrecktem Zeigefinger Zu den Silberpunzierungen: Beschaumarke Petersburg. Auf einem eingeschlagenen Rechteck ist mittig ein runder Stempelabdruck mit dem russischen Doppeladler, darunter kyrillische Buchstaben, die noch der Übersetzung bedürfen. In einem weiteren Stepel in Rechteckform steht die Zahl 84. Was die Figur, die in einem weiteren achteckigen Stempel darstellt, muß noch erforscht werden. |
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Toraaufsätze

Rimmonim
Silber, Gewicht ca. 500 Gramm, um 1900, osteuropäisch, Höhe 22 cm
Je sechs Kronenbügel, die mittig in einem Rund Motive zeigen, die Menora, den Tempel und die Dekalogtafeln mit je fünf Rosetten auf jeder Tafel. In den Zwischenräumen sind bei jedem Rimmonim sechs Glöckchen an Ösen eingehangen.
Rimmonim-Toraaufsätze
Anfang und Ende der handgeschriebenen Torarolle sind zwei Holzstangen, die auch „Baum des Lebens“ genannt werden. Sie können auf den oberen Enden mit Aufsätzen, den so genannten Rimmonim geschmückt werden. Die beiden Rimmonim-Aufsätze sind häufig aus Metall, Holz, Elfenbein auch aus Silber, teilweise vergoldet. Sie sind wie Glockentürme, Fantasie-Kronen oder Schellenbäume gestaltet, mit Kettchen, mit Glöckchen versehen, die beim Herausheben der Torarolle aus dem Toraschrein oder bei der Toraprozession erklingen. Die Glöckchen erinnern an das Gewand des Hohenpriesters im Tempel.
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Torafragment
Länge ca. 825 cm, Höhe 52 cm, 18./19. Jh., schönes Schriftbild
Torarolle - (Tora sche-Bichtav)
Im Mittelpunkt des Glaubens an einen lebendigen Gott steht die jüdische Überzeugung, dass Er in irgendeiner Weise dem Geschöpf, welches Er mit einem freien Willen ausstattete, seine Gebote und Absichten mitteilte, und daß Er aber es dazu anhielt, sein gehorsamer Knecht zu sein.
Das außergewöhnliche historische Ereignis, ist die Verkündung der zehn Gebote am Berg Sinai, sieben Wochen nach dem Auszug der Kinder Israels aus Ägypten. Gottes Wille wurde in der Tora offenbart, die Moses auf der Grundlage göttlicher Prophetie während der vierzig Jahre nach dem Auszug aus Ägypten niederschrieb.
Neben den fünf Büchern Moses, dem Pentateuch, glauben die Juden, dass Gottes Wille sich auch in der mündlich überlieferten Lehre (Mischna und Gemara = Talmud) äußert. Sie wurde Moses zur mündlichen Überlieferung an die Nachfahren übergeben.
Die Torarolle ist das kostbarste Gut des Jüdischen Kultes. Sie enthält die von Hand auf Pergament niedergeschriebenen fünf Bücher Moses. Für die Niederschrift benötigt man ungefähr 40 Pergamentblätter aus der Haut kultisch reiner Tiere, die mit Fäden aus den Sehnen dieser Tiere zusammengeheftet werden.
Nach der Niederschrift werden das erste und das letzte Blatt des langen Pergamentstreifens an Fäden befestigt, die zum Aufrollen der Tora dienen. Die aufgerollte Tora wird festlich bekleidet und gekrönt und an einem besonderen Ort der Synagoge, im Toraschrein, aufbewahrt. Auch die Nichtjuden, wenn ihnen die Tora bekannt ist, zeugen der Tora ihren Respekt.
Für den Juden ist die Tora das „Allerheiligste".
Wie werden Torarollen geschrieben ?
Heute genau wie vor 3300 Jahren mit der Hand und Gänsefedern.
Um zu verhindern, dass der Schreiber sich verschreibt, was die Tora zum Gebrauch ungeeignet machen würde, wird Buchstabe für Buchstabe nacheinander kopiert.
Für den Gebrauch in der Synagoge ist die Benutzung einer handgeschriebenen Torarolle unerlässlich.
Es ist gut eine Torarolle zu stiften
Am Anfang und Ende der Torarolle befinden sich Stäbe aus Holz die auch Lebensbäume genannt werden auch um das aufrollen der Tora erleichtern.
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Toramantel
Toramantel = Mappa
Wer sich mit der Geschichte des Judentums beschäftigt, weiß, wie wichtig und heilig für den Juden die Torarolle ist. Zum ehrfurchtsvollen Umgang mit der Tora zählt es, die eingerollte Tora mit einem Mantel zu umkleiden, zu umhüllen.
So ist es selbstverständlich, dafür edle Stoffe wie Samt, Seide oder auch Brokat zu wählen und den Mantel mit wertvollen Stickereien aus Gold- und Silberfäden zu schmücken.
Die Motivauswahl der Stickereien ist vielgestaltig, wie Kronen, die Bundestafeln, zwei Löwen, dem Davidstern, florale Motive und fast immer entsprechende Texte, die auf die Bedeutung der Torarolle, den Stifter oder den Eigentümer hinweisen. Das schließt aber nicht aus, daß es sehr einfache Toramäntel gibt.
Aschkenasische Form umhüllt beide Torastangen mit ihren Aufsätzen. Lt. Zeewi lautet die Übersetzung auf dem aufgenähten Schriftband im aufgenähten Feld: Für die Tora. Der Davidstern besteht aus goldartigen Brokatlitzen, die ebenfalls aufgenäht sind. Der sich darunter befindende gestickte Text wird wie folgt von Zeewi übersetzt: Das ist das Buch Tora und dieser Vorhang wurde von seinem Geld gekauft. Herrn Nisim, Sohn Esther und Schiman Daan, Herrn Luobt, seine Söhne, 1670.
Unten befindet sich eine Rosenbordüre mit Gold- und Silberlitze, oben noch ergänzt mit goldenen Fransen, die sich auf der Rückseite senkrecht in fast unbeschädigtem Zustand wiederholen. Zwischen den beiden Löchern im Oberteil befindet sich ein Davidstern.
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Toraschrank, die Tora, die Moses uns gegeben hat

Außen: Jahr 1675
Innen: "Die Tora die Moses uns gegeben hat."
Tradition für die Jakobsgemeinde.
Dieser Schrein wurde gestiftet durch Frau Rachel Mose.
Gott möge ihr ein langes Leben schenken und sie mit guten und angenehmen Jahren segnen.
Name des Besitzers Jitzhak Duane (ein sephardischer Name . Zwei Synagogentrationen und Gebetsanordnungen: Aschkenasisch, diese bezieht sich auf die Bräuche der Juden in Zentral-, Ost- Westeuropa und aller die von dort stammen.
Sephardisch: Die Bräuche, denen spanische Juden und die der Mittelmeerländer und deren Nachkommen folgen)
rechts:
Dies ist die reine und ursprüngliche Tora, schön und angenehm anzusehen, so wie Bäume stehen.
Betrachte dieses Werk mit großen Buchstaben, die hier geschrieben sind.
(Lob auf den Schreiber der Tora und seine schöne Schrift.)
links:
Großartig ist die Frau Gohara die zum dauernden Andenken ihres verstorbenen Mannes Aharon Badossa, ( Aron Bduka) der das reine Wort Gottes beherrschte, (den Schrein gestiftet hat.)
Unterer Teil:
Diese Buch ist ein schöner Trost mit seinem schönen Leder und großen Buchstaben und als Geschenk gegeben von einer Frau im Namen ihres Mannes Aron Bduka und wurde gegeben am...
Muß noch weiter erforscht werden.
Die in kursiv geschriebenen Texte wurden in Israel von Freunden von Herr Reinhard Künnemann auf seiner Israel-Reise im August 2002 und Ben Zion Malka 2006 vorgenommen.
Besondere Zeichen auf dem Toraschrank sind die beiden Fische, die noch der Erklärung bedürfen.
Auch im Urchristentum hat der Fisch eine Bedeutung in Bezug auf den Namen Jesu als Akronym. Akronym - Wörter oder Wortgruppen auf ihre Anfangsbestandteile kürzen.
In griechischen Lettern ΙΧΘΥΣ (ICHTHYS) Fisch.
Toravorhang

Toravorhang mit Schabracke, deutsch (Schlesien) datiert 1867, olivgrüner Samt mit Stickerei und Fransen. Die farbig unterlegte Stickerei zeigt zwei Löwen (Wahrzeichen Judas, Jes 29, 1.2.7), auf einem Podest stehend, eine Krone (die Torakrone) tragend, darunter eine (Zitrus) Frucht mit hebräischen Schriftzeichen im Blattwerk, die der Übersetzung bedürfen.
Der Vorhand ist sehr dekorativ mit farbigen Glassteinen geschmückt. Schriftzeichen: oben Kaf und Taf: bezeichnen die Torakrone. Die Podeste, auf denen die Löwen stehen, sind die Kapitelle der zwei Säulen des Salomonischen Tempels.
Toravorhang - Parochet
Die Vorhänge für das Heiligtum 2. Buch Mose/Exedus
Laßt einen Vorhang aus roter, blauer und karmesinroter Wolle weben und mit Cherubenbildern besticken; als Kettenfäden nimmt man gezwirntes Leinen. Er soll eine Scheidewand bilden zwischen dem Allerheiligsten und dem übrigen Heiligtum...
Hinter den Vorhang stellst du die Lade mit dem Bundesgesetz. Vor den Vorhang stellst du links den Tisch für die geweihten Brote und rechts den goldenen Leuchter.
Für eine Synagoge ist der Toravorhang ein signifikantes Zeichen. Hinter dem Toravorhang befindet sich der Toraschrein mit der Tora.
Toravorhänge können sehr einfach in der Gestaltung sein. Viele Jüdische Kultusgemeinden schenken dem Toravorhang besondere Beachtung, ebenso wie dem Toramantel. Deshalb ist er häufig aus edlen Stoffen angefertigt. Es bieten sich dafür alle farblichen, dekorativen Möglichkeiten an, da es für die Gestaltung und Ausführung keine Vorschriften gibt. Falls vorhanden, wird empfohlen, an den Festtagen einen weißen Toravorhang vor den Festschrein zu hängen.
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Trendel = Kreisel, echt Silber, punziert, 20. Jh.
Trendel: hebräisch Sewiwon, deutsch: Dreidel - kommt von drehen
Auf den vier Seiten des Würfels stehen hebräische Buchstaben, von denen das "schim" den schlechtesten Wurf bedeutet, nämlich "das Ganze zahlen" und das "NUN" den besten Wurf: "Nimm!". Das "gimel" und das "he" sind mittlere Würfe zum Guten oder zum Schlechten.
Information von Frau Anni Fischer nach dem Besuch der Ausstellung "Juden im Mittelalter" in Speyer:
NUN = nimm, gimel = ganz, he = halb, schim = schlecht
Ein Trendel ist ein altertümlicher Würfel, der anstelle der Augen mit hebräischen Buchstaben versehen ist. Er wird speziell besonders am Chanukkafest zum Spielen benutzt wird.
Eine Achse führt durch den Würfel hindurch, die im oberen Teil als Griff dient und zum Drehen des Kreisels benutzt wird..
Material: Sterlingsilber, gestempelt am Schaft mit 925, DA im Rechteckkasten und kleinem Kreuz, Gewicht 76 g, Maße: Höhe ca. 95 mm, Motiv,Würfel, 4 Seiten ca. 48 x 50 mm.
Beschreibung Auf jeder Seite ist eine Rosengirlande und jeweils ein anderer hebräischer Begriff.
Trendel gibt es in großer Vielfalt von Materialien und sind bei Judaica-Sammlern sehr beliebt.
Literatur: Chanukka en miniature, Ausstellungsprospekt 1996 Augsburg,
Ayala-Helga Deutsch
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Kompassmessungen im Feng Shui
Feng Shui Berater nutzen den Kompass, um sich über die Kompassnadel einen Bezugspunkt zu verschaffen, von dem ausgehend die Richtungsqualitäten zugeordnet werden.
Wenige Grad Unterschied können hier – je nach Schule – die Interpretation erheblich verändern. Da werden dann Tische geringfügig gedreht oder sogar Türanschläge verändert, damit der Klient in den Genuss einer für ihn vorteilhaften Richtungsqualität gelangt. Seltener werden jedoch die Störfaktoren berücksichtigt, die doch den sensiblen Nadelausschlag erheblich beeinflussen können.

Gebetskompass zur Bestimmung der Gebetsrichtung.
In Messing gearbeitet in den Zirkamaßen 8 x 5 x 1,2 cm
Kompassnadel mit Zeiger als Feststeller.
Ein Reisekompass für islamische Pilger.
Auf der Rückseite sind in arabischer Schrift verschiedene Städte,
auch Berlin, eingraviert mit Richtungszahl nach Mekka.
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Obere Hälfte Halbkreis v.r.n.l.: |
Untere Hälfte Halbkreis v.r.n.l.: |
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1. Segment - Ormo nuni |
1. Segment - Ormo nuni |
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2. Segment - Tarablus, Skanderia |
2. Segment - Tarablus, Skanderia |
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3. Segment - Ischamun |
3. Segment - Ischamun |
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4. Segment - Haleb, Russland |
4. Segment - Haleb, Russland |
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5. Segment - Neschd? |
5. Segment - Neschd? |
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6. Segment - Irak |
6. Segment - Irak |
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7. Segment - Turkman/Türkmenistan |
7. Segm.-Turkman/Türkmenistan |
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8. Segment - Dschüben? |
8. Segment - Dschüben? |
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1. Segment - Djade? (Stadt) |
Dank an Frau Lamya Kaddor, |
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2. Segment - Tunis, Sues |
die uns bei der Übersetzung |
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3. Segment - Belgrad |
der Städte u. Koordinaten |
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4. Segment - Damaskus |
geholfen hat. |
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6. Segment - Arab (Sprache?) |
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7. Segment - Dschesir, Kalat |
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8. Segment - Bursno? |
Kompass für ein Mitglied einer Flugzeugbesatzung.
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Der Kompass wurde im Flugzeug wie eine Armbanduhr auf dem Arm getragen. Wenn das Flugzeug abgeschossen wurde und der Soldat mit dem Fallschirm abspringen konnte, diente er als Orientierungshilfe Material Kunststoff. Die Kompassnadel erweckt den Eindruck, als ob sie in Oel schwimmen würde. Relikt aus dem II. Weltkrieg, stammt von einem der Bombenflieger der Royal-Airforce, der in der Nacht vom 16. auf den 17. Mai 1943 die Möhnetalsperre bombardierte und abgeschossen wurde. Werner Fischer konnte den Kompass und seine Geschichte im Sauerland aufspüren und erwerben. Nachtrag aus Wikipedia: Nachtrag: Die Flutwelle aus der zerstörten Möhnetalsperre erreichte nach zwei Tagen am 17. Mai 1943 Essen-Werden. Die Wasser stiegen hoch bis zum katholischen Gesellenhaus und richteten ungeheuren Schaden an. (Text Ruhrchristen von Heinrich Engel ISBN 3 932443 047) Nachtrag: Zwischen den beiden Türmen, auf denen die Abwehrgeschütze standen, traf der fünfte von acht englischen Bombern die Staumauer in Möhnesee-Günne. (Text: Die Glocke Westfalen 17. Mai 2013, Julia Wessel) |
Kompass in Elfenbein
Kompass in Elfenbeindose eingelassen.
Der Kompass hat die Maße von ca.ø 20 mm, das Etui von 70x 30 x 13 mm.
Zeitbestimmung: um 19. Jh. ?
Der Elfenbeindeckel hat einen Riß. Die Echtheit des Elfenbeins wurde durch die Firma P. und L Müller, Bad König im Odenwald bestätigt.
Die innen mit roten Stoff gefütterte Dose diente der Besitzerin für die Ablage von Zahnstochern, während der Kompaß eine Orientierungshilfe war. Oder gar ein Gag?
Kompass, Freiberg
Metall, ca. 130 x 55 mm Grundfläche Der Kompaß wurde vor dem II. Weltkrieg gebaut und im Bergbau verwendet. Von Werner Fischer nach der Wende, 1989, im Freiberger Antikhandel Fischstr. Nr.31, tel. 03731/213388 erworben.
Max Hildebrand G.m.b.H. Freiberg/Sa. siehe Wikipedia
Sehr schwerer, solide gebauter Kompaß, rechteckig, Nadel ca 10 cm lang, mit Visiereinrichtung und Nadelfeststeller unter Glas, ca. 20 Grad Mißweisungsskala in alle vier Richtungen.
Kompass, sogenannter Marschkompass, Metall, rund
Wurde von Lehrer Caspar Fischer (1893 - 1978) im Schul-Unterricht und bei Wanderungen eingesetzt.
Kaspar Fischer ist der Vater von Werner Fischer und Großvater von Raphael Fischer und Dr. Maurus Fischer
Raphael Fischer hat 2 Töchter Jovita und Justina Fischer.

Kasel, Brokatstoff Grundton goldschattiert mit grünen Blumenmotiven.
Darauf ein Kreuz aus dunkelgrünem Samt mit aufgesetztem goldbesticktem Mittelteil IHS.
Die Vorderseite hat einen durchgehenden Balken und hat eine sogenannte Baßgeigenform.
Das Gewand ist mit rotem, leicht glänzendem Baumwollstoff gefüttert.
Kasel Geschenk von Herbert Cürvers, Gold- und Silberschmiedemeister, Kevelaer, Schulstraße 5, anläßlich eines Museumsbesuches in Ahlen in den 80ger Jahren.
Es ist z.Zt. nicht aufgestellt und befindet sich im Tresor des Museums.
Zustand: Wenig Tragspuren
Kasel, Brokatstoff, Grundton goldfarben mit Fantasieornamenten.
Rückseite ein Kreuz, handgestickt in Kreuzstichform in verschiedenen Farben. Im Zentrum ein gesticktes Mariagramm, das sich auf der Vorderseite mehrfach wiederholt, dazu verschiedene Kreuzformen. Die Stickerei wird umrahmt von einer Bordüre.
Die Vorderseite hat einen durchgehenden Balken und hat eine sogenannte Baßgeigenform.
Das Gewand ist mit rotem, leicht glänzendem Baumwollstoff gefüttert.
Geschenk von Herbert Cürvers, Gold- und Silberschmiedemeister, Kevelaer, Schulstraße 5, anläßlich eines Museumsbesuches in Ahlen in den 80ger Jahren.
Es ist z.Zt. nicht aufgestellt und befindet sich im Tresor des Museums.
Zustand: Starke Tragspuren
Kasel, halbrund geschnitten, Brokatstoff Grundton beige-goldfarben
Rückseite mit aufgenähtem Kreuz, umrahmt mit einer Bordüre.
Vorderseite nur Kreuz-Längs-Balken, ebenfalls eingerahmt mit einer Bordüre
Die dazu passende Stola und Manipel sind noch vorhanden.
Aus Hopsten. Aufgrund der Beschädigungen und des Zustandes aussortiert und nicht mehr im kirchlichen Gebrauch.
Messgewand Schwichtenhövel.
Das mit Stickerei geschmückte blau-weiße Messgewand wurde von Frau Paula Schichtenhövel entworfen und angefertigt. Sie schenkte es ihrem Bruder Paul Schwichtenhövel zur Primiz.
Zum Meßgewand gehören Stola, Velumdeckchen und Burse. Zwei Teile sind im Museumsaufgang in der Vitrine dekoriert.

SELTENES TELESKOP - FERNROHR, 18. / 19. Jh. Äußerer Korpus ummantelt mit Schlangen-Haut?, vierfach ausziehbar, Gesamtlänge ca. 94,5 cm; Länge zusammengeschoben 19,7 cm (drehbare Schutz- / Okularabdeckung; Lederumantelung min. besch.).

SELTENES TELESKOP - FERNROHR, 18. / 19. Jh., Messingkorpus, ummantelt mit Leder, vierfach ausziehbar, Gesamtlänge 64 cm; Länge zusammengeschoben19,7 cm (drehbare Schutz-/ Okularabdeckung; Lederumantelung min. besch.).
Mit Goldbuchstaben beschriftet: MANUFACTURE FRANCAISE G ARMES & CYCLES
DE ST. ETIENNE
Terrestrisches Fernrohr
Pappe, Schild, zusammengeschoben: ca. 30 cm, Durchmesser 3,5 cm, frühes 19. Jh.
Okular und Objektiv-Linse fehlen, 4 Rohre. Es handelt sich im originalen Zustand um ein terrestrisches Fernrohr, das nicht für astronomische Zwecke, sondern für die Beobachtung auf Land und See bestimmt war. Zu diesem Zeeck dient die Umkehrlinse im Strahlengang, die das Bild (im Unterschied zum astronomischen Fernrohr) aufrecht stellt. Infolgedessen wird das Fernrohr um 4 Brennweiten der Umkehrlinse länger.
Geschenk von Dr. Victorio Cagna, Pinerolo/Italien
Syrisch-Maronitische Kirche von Antiochien
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Wappen des Maronitischen Patriarchats |
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Basisdaten |
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Jurisdiktionsstatus |
Patriarchatskirche |
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| Ritus |
westsyrisch |
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| Liturgiesprache |
Altsyrisch, Arabisch |
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| Gründungsdatum |
7. Jahrhundert (uniert seit 1182) |
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| Sitz |
Bkerke |
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| Hierarch |
Maronitischer Patriarch von Antiochien und des ganzen Orients Béchara Pierre Raï |
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Die Syrisch-Maronitische Kirche von Antiochien (aramäisch), kurz Maroniten, Moronoye, arabisch موارنة, DMG Mawārina, auch Maronitisch-katholische Kirche), ist eine mit Rom unierte, christliche Kirche, die den römischen Papst als Oberhaupt anerkennt. Die Maroniten sind eine der größten und ältesten Religionsgemeinschaften im Libanon; ihre Kirchensprache ist das Westsyrische.
Die Gründung und den Namen ihrer Kirche führen die Maroniten auf den heiligen Maron, einen syrisch-aramäischen Mönch, zurück. Sie sehen sich durch den Bischofssitz von Antiochien in apostolischer Sukzession. So dürfen Priester verheiratet sein und als Verheiratete der Gemeinde vorstehen.
Phylakterion
Eine Doppeldeutigkeit ist auch die griechische Bezeichnung der von Juden getragenen Tefillin (Kapseln der Gebetsriemen).
Phylakterien, eine weitere Bezeichnung für Behälter, Dosen, Schachteln, die am Körper (z. B. um den Hals) getragen werden und in denen Reliquien und auch andere für den Träger wichtige, vielleicht für ihn magische Schutzmittel und Andenken getragen werden.
Phylakterion, Makedonien, 18. Jahrhundert, dient als Amulett, Metall, Informationen über St. Helena, Kaiser Konstantin und St. Georg

Maße des Phylakterion: 51 x 51 x 10 mm. Kettenlänge ca. 68 cm.
Quadratisches, flaches Kästchen, das an der Oberseite mit einem Schiebeplättchen in Führungsschienen zu verschließen ist. Am unteren Ende sind drei Ösen angebracht, an denen dünne Metallplättchen in Herzform hängen. Eine lange Kette ist an den Längsseiten mit Ösen befestigt, um es am Hals tragen zu können.
Die Schauseiten des Anhängers zeigen in Reliefform die Darstellung des heiligen Georg und das Bild der heiligen Helena mit dem heiligen Konstantin.
Die Darstellung des hl. Georg ist umgeben von einem Rahmen aus einem doppelten Fries von Ornamenten. Sein Bild ragt über die Einfassung hinaus. Georg ist als ritterlicher Reiter wiedergegeben, der mit der rechten Hand seine Lanze in den Kopf eines Drachen stößt, der sich zu Füßen des Pferdes schlängelt. Er selbst ist ritterlich gekleidet. Sein Pferd ist gesattelt. Links und rechts seines Kopfes kennzeichnet ihn eine Inschrift mit griechischen Buchstaben ΑΓΙΟΣ ΓΕΡΓΗΟΣ als Hl. Georg.
Das Bildmotiv der hl. Helena und des hl. Konstantin wird von einem stehenden, hohen Kreuz mit kleinem Querbalken bestimmt; es unterteilt das Bild in zwei Hälften, in denen die beiden Heiligen in parallelisierter Form dargestellt sind. Bekleidet mit einem langen Gewand oder Schulterumhang halten beide ein Kreuz zur Außenseite des Bildes. Zur Innenseite weisen sie auf das zentrale Kreuz, das auf einem kleinen Hügel steht. Ihre Köpfe tragen eine große Helmkrone, von einem großen Nymbus umstrahlt. Über beiden Personen kennzeichnen griechische Namenszüge die Dargestellten als Hl. Helena - ΑΓΙΑ ΕΛΕΛΗ und Hl. Konstantin - ΑΓΙΟΣ ΚΟΣΑΝΤΙΝΟΣ.
Anhänger - Behälter dieser Art gehören zu den Amuletten (Phylakterien), die im Raum der Ostkirche, besonders in Makenonien, im Zeitraum vom 17. bis 19. Jahrhundert beliebt waren. St. Georg, Helena und Konstantin als Heiligenfiguren auf dem Behälter bezeugen diesen räumlichen Bezug, denn sie zählen zu den besonders verehrten Heiligen des Ostens.
Siehe Sakrale Kunst von Werner Fischer, Seite 118 und Literatur: Radojkovic, B. Phylakterien, Enamelüks, Museum für angewandte Kunst, Beograd 1974.
Nachtrag: Jürgen Kappel stellt in "Kirche und Leben", Mai 2012 ein kostbares Antipendium aus dem Xantener Dom vor mit dem Bildnis der hl. Helena, die eine Bügel-Krone mit Reichsapfel trägt, Beim heiligen Kreuz vermißt der Betrachter den "INRI" Balken. Etwa ab 1460 bis etwa 1500 finden wir in der Kunst diese Darstellung des Passionskreuzes.
Auszug: Aus niedrigen Verhältnissen stammend, wurde Helena 275 die Frau von
Constantinus Chlorus, dem späteren Mitkaiser Diokletian. Constantinus verstieß Helena, als er Mitkaiser Diokletians werden sollte, um eine standesgemäße Prinzessin heiraten zu können.
Als ihr Sohn 324 Alleinherscher wurde, ernannte er seine Mutter 306 zur "Diva Augusta", wodurch sie eine ehrenvolle und einflußreiche Stellung an seinem Hof in Trier erhielt.
Im hohen Alter von 76/77 Jahren unternahm Helena eine Reise in das Heilige Land.
Im Lexikon für Theolgie (1932) erfahren wir über die römische Kaiserin, dass sie eine Gastwirtin gewesen sei und dass ihr Sohn Konstantin 274 geboren wurde. 292 wurde sie von ihrem Gemahl entlassen, der aus politischen Gründen die Stieftochter des Kaisers Maximilian Herkulius heiratete.
Sohn Konstantin ehrte seine Mutter auch durch Prägung von Münzen mit ihrem Abbild.
Nach der Bekehrung Konstantins wurde auch seine Mutter Christin.
In ihrer Residenz zu Rom, dem palatium Sessoromanum, stiftete sie die Kirche des Hl. Kreuzes, ließ auch andere Kirchen erbauen, nach späterer Legende z.B. in Trier und Xanten. Sie starb um 330 warscheinlich in Rom.
Das Bildmotiv der beiden Heiligen, Helena und Konstantin, findet sich ebenfalls schon sehr früh in der Tradition der Ostkirche. Kaiserin Helena (225-330), die Mutter Konstantins, gilt als Förderin des Chistentums. Sie veranlaßte den Bau zahlreicher Kirchen über den angeblich historischen Stätten im Heiligen Land. Der Legende nach fand sie das Kreuz Jesu Christi wieder, ebenso die Nägel und den Kreuztitulus.
Aufgrund dieser Kreuzauffindung steht sie oft mit ihrem Sohn Konstantin, dem apostelgleichen Kaiser der Ostkirche, um das Kreuz Jesu Christi; denn auch er steht in einem engen Zusammenhang mit der aufkommenden Kreuzverehrung im frühen Christentum. Seine Hinwendung zum Christentum und seine Toleranzedikte von 311/313 werden durch seinen Sieg an der Milvischen Brücke am 28. Oktober 312 gedeutet, demzufolge er den Aufstieg zur kaiserlichen Herrschaft der Erscheinung des Kreuzes vor der Schlacht zu verdanken habe.
Auszug: Die Heilige
Die um 255 n. Ch. geborene schoene Flavia Julia Helena soll Stallmagd oder Herbergswirtin gewesen sein, bevor sie die Gemahlin des roemischen Heerführes Constantinus Chlorus und spaeter auch dessen Mitregentin wurde, als er Mitkaiser Diokletians war. 285 n. Ch. gebar Helena ihrem Gemahl einen Sohn, der nachmaligen roemischen Kaiser Konstantin I. d.Gr. (306-324), unter dem das Christentum staatlich anerkannt und gefoerdert wurde (Konstantische Wende).
Nach der Eroberung des Ostteils des roemischen Reiches durch ihren Sohn Konstantin reiste Helena 324 ins Heilige Land und veranlaßte mit ihrem Sohn den Bau der Geburtskirche in Bethlehem, sowei die Grabeskirche in Jesruaslem (*Heiliges Grab). Der Legende zufolge fand Kaiserin Helena das "wahre Kreuz" (Kreuzauffindung), ihr Attribut ist deshalb das Kreuz.
Helena wird auch in der orthodoxen Kirche als Heilige verehrt.
Ihr Porphysarg gelangte in das Vatikanische Museum.
St. Georg, wahrscheinlich ein Sohn einer begüterten Familie aus Kappadozien, eine Landschaft in Zentralanatolien in der Türkei, bekannte sich als Offizier in der römischen Region während der Verfolgung der Christen durch Kaiser Diokletian (84-305) öffentlich als Christ. Er wurde nach grausamem Martern 303enthauptet. Sein mutiges Geständnis führte schon früh zu einer Verehrung und einer reichen Legendenbildung um sein Leben. Sein Kampf für das Gute spiegelt sich in der Legende des Drachenkampfes wider, weshalb St. Georg in der Regel als reitender Soldat oder Ritter dargestellt wird, der den Drachen mit einer Lanze besiegt.
St. Georg, Märtyrer (griechisch Zeuge) einer der 14 Nothelfer.
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Phylakterion, Balkan 18./19. Jh., Silber, gegossen, montiert, Maße: 35 x 35 x 46 mm
Dreieckiger Kettenanhänger in Form eines kleinen Behälters, der an der Oberseite mit einer Abdeckplatte in seitlichen Führungsschienen zu verschließen ist. In der Mitte des Abdeckplättchens dient eine aufgelötete Kugel als Knauf.
Die Schauseite des Anhängers ist mit einem feingliedrigen Kettenfries umrandet. Ein doppelköpfiger Adler mit Krone, der auf die Mitte des Dreiecks aufgesetzt ist, ragt über die Bildeinfassung hinaus.
Links und rechts von ihm sind in den spitzen Winkeln des Dreiecks zwei kleine Kugeln befestigt. Die Rückseite des Anhängers ist motivlos glatt.
An der Halskette, die an den Seiten des Dreiecks durch zwei Ösen befestigt ist, sind zwei dünne Metallplättchen in Herzform angehängt.
Das Motiv des bekrönten, doppelköpfigen Adlers, entstammt der Staatsheraldik des römisch-deutschen Kaiserreiches. Eine eindeutige Funkstionszuweisung dieses Anhängers ist daher erschwert.
Parallelen in der funktionalen Gestaltung mit dem makedonischen Phylakterion legen die Vermutung nahe, dass es sich hier ebenfalls um einen Anhänger handelt, der mit amulettähnlichen Gegenständen gefüllt werden konnte.
Phylakterien dieser Art dienten als Amulette der Aufbewahrung allerlei zauberkräftiger Schutzinschriften und Bibelzitate, die den Besitzer vor Unheil bewahren sollten. Der mögliche Inhalt der Phylakterien ist so vielfältig wie die Palette der amulettkräftichen Materialien. Die Kettenanhänger wurden im Unterschied zum Talismann, mehr offen als verborgen auf der Brust getragen.
Das Bestreben, durch dieses Amulett geheimnisvolle Kräfte in Besitz zu bringen, ist so alt wie die Menschheit. Auch der moderne, aufgeklärte Mensch trägt dieses Verlangen noch in sich. Die Beliebtheit von Talismanen in Form von Anhängern und die Verwendung von Schutzpuppen (Maskottchen) und Sternkreiszeichen geben ein reiches Zeugnis für diesen Glauben.
Literatur: Werner Fischer, Sakrale Kunst, Seite 122

Flagge der griechisch-orthodoxen Kirche und der Autonomen Mönchsrepublik Heiliger Berg bzw.
Autonome Mönchsrepublik Athos.
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Phylakterion

Dreieckiger Kettenanhänger in der Form eines kleinen Behälters, der an der Oberseite mit einer Abdeckplatte in seitlichen Führungsschienen zu verschließen ist. In der Mitte des Abdeckplättchens dient eine aufgelötete Kugel als Knauf.
Die Schauseite des Anhängers ist mit einem feingliedri-gen Kettenfries umrandet. Ein doppelköpfiger Adler mit Krone, der auf die Mitte des Dreiecks aufgesetzt ist, ragt über die Bildeinfassung hinaus. Links und rechts von ihm sind in den spitzen Winkeln des Dreiecks 2 kleine Kugeln befestigt. Die Rückseite des Anhängers ist motivlos glatt.
An der Halskette, die an den Seiten des Dreiecks durch 2 Ösen befestigt ist, sind 2 dünne Metallplättchen in Herzform angehängt.
Das Motiv des bekrönten, doppelköpfigen Adlers entstammt der Staatsheraldik des römisch-deutschen Kaiserreiches. Eine eindeutige Funktionszuweisung dieses Anhängers ist daher erschwert.
Parallelen in der funktionalen Gestaltung mit dem makedonischen Phylakterion (Abb. 44) legen die Vermutung nahe, daß es sich hier ebenfalls um einen Anhänger handelt, der mit amulettähnlichen Gegenständen gefüllt werden konnte.
Phylakterien dieser Art dienten als Amulette der Aufbewahrung allerlei zauberkräftiger Schutzinschriften und Bibelzitate, die den Besitzer vor Unheil bewahren sollten. Der mögliche Inhalt der Phylakterien ist so vielfältig wie die Palette der amulettkräftigen Materialien. Die Kettenanhänger wurden, im Unterschied zum Talisman, mehr offen als verborgen auf der Brust getragen.
Das Bestreben, durch dieses Amulett geheimnisvolle Kräfte in Besitz zu bringen, ist so alt wie die Menschheit. Auch der moderne, aufgeklärte Mensch trägt dieses Verlangen noch in sich. Die Beliebtheit von Talismanen in der Form von Anhängern und die Verwendung von Schutzpuppen (Maskottchen) und Sternkreiszeichen geben ein reiches Zeugnis für diesen Glauben
Evangeliar


Griechenland (Athen), Nichtedelmetall, vergoldet, Glas, geschliffen, foliert.
Maße: 355 x 270 mm, Marken: keine, (Herausgeber: Synode der Kirche von Griechenland, Spyros Sogkras/ Kephallenias (Insel) Druck: Michael Saliveroy/Athen)
Evangeliar der griechisch-orthodoxen Kirche mit reich verziertem Buchdeckelbeschlag und neun ovalen farbigen Email-Medaillons, die von farblosen Glassteinen umrahmt sind. Die kleinen Medaillons zeigen die vier Evangelisten mit ihren Attributen. Die Mitte des ziselierten Buchdeckels ziert die Darstellung der Kreuzigung Christi. Das Kreuz ist nach byzantinischer, russisch-orthodoxer Stilistik als Doppelkreuz mit schräg zugefügtem Fußbrett gestaltet. Zur linken und rechten Seite stehen Maria und Johannes.
Die Buchdeckelrückseite wird von der Darstellung des Auferstandenen geprägt. Zu seinen Füßen knien zwei Engel.
Jeweils vier auf die Buchseiten aufgeschraubte Kugeln gewährleisten ein unbeschwertes Auflegen des Buches; die kunstvoll verzierten Seiten des Evangeliars sind auf diese Weise vor Beschädigungen geschützt.
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Zum vergrößern, bitte anklicken.
Weihrauchampel, Österreich-Ungarn, 18. Jh. Vasenförmiger, kugeliger Korpus mit ausgesägtem Akantusblattdekor und aufgelegter Plakette mit Heiligendarstellung. Nach oben eingezogene Schulter mit ausgestelltem Rand. Seitl. C-förmig geschwungene Halterungen für Kette. Gest. 12 und Meistermarke F.F. Höhe 28 cm, 655 g
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Menschen, die der orthodoxen Religion angehören, benutzen Schnüre mit 30, 33, 50 oder 100 Knoten zu gewissen Gebeten.
In Rußland werden Gebetsschnüre Tschotki genannt.
In griechisch orthodoxen Religionsgemeinschaften nennt man sie Komboskini.
Gebetsschnüre dienen als Gedächtnisstützen für spezielle Bitt- und Dankgebete.

Die Ikone (23 x 17 cm) zeigt durch die Öffnungen im Oklad die Gottesmutter Maria, das Jesuskind und dessen rechte Hand.
Im Buch "DIE RUSSISCHE IKONE". auf den Seiten 219/220 fanden wir eine gegenwärtig gemalte Ikone der Gottesmutter mit dem Jesuskind von Iwerski, ein Abbild unserer Ikone.
Das über der Ikone liegende Oklad besteht aus zwei Metallteilen - aus dem Grundblech und dem separaten (Strahlenkranz).
Die vier Seiten und die Rückseite sind mit rotem Samt bespannt.

Gottesmutter von Iwerksi
Die Ikone der Gottesmutter von Iwerski erhielt ihren Namen zu ehren des
Iwerski-Swjatogorsker-Klosters mit dem die Geschichte ihrer wunderbaren Erscheinung ende des 10. Jahrhunderts verbunden war.
Dieses Kloster ist auf dem Berg Athos von Iberern gegründet worden. Der Kirchlichen überlieferung nach soll sich die Iwerski Ikone bevor sie auf den Berg Athos gelangte im Hause einer Frommen Witwe, einer Georgierin befunden haben.
Aus dem Buch „Die Russische Ikone“
Seiten 114/115
von 2006



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Kelch, Serbien, 1868, Silber, Kupfer, vergoldet, getrieben, ziseliert, punziert, graviert

Kelch, Serbien, 1868, Silber, Kupfer, vergoldet, getrieben, ziseliert, punziert, graviert
Maße: Höhe 249 mm, Durchmesser der Kuppa 118 mm. Durchmesser des Fußes 152 mm, Marken: Meistermarke bisher nicht identifizierbar, Inschrift: "Diesen Kelch stiftete der Kirche von Mackatika Nicola Trifunovic, Priester in Stapar, zum Angedenken an seinen Bruder Savva im Jahre 1868" (in moderner Kyrillica)
Die weitausladende, konisch zulaufende Kuppa mit geriffeltem Lippenansatz liegt in einem großen Korb in Ajourarbeit.
Blumen und Blattwerk gestalten den aus vier Halbkreisen gebildeten Unterfang, der am oberen Rand mit einem Blattfries abschließt. In die Zwickel der Kreise sind Engeldarstellungen eingefügt. Der Schaft wird durch einen sechzehneckigen, abgerundeten Kugelnodus in zwei unterschiedliche Teile getrennt: achteckig bzw. neuneckig (wohl irrtümlich entstanden).
Die Seiten des Schaftes sind vom Nodus aufsteigend und absteigend mit floralen Gravuren verziert, gravierte und ungravierte Seiten wechseln sich ab. Zum großen, runden Fuß mit Kugelwölbung leitet ein flachgewölbter Schaftsockel mit hängendem Blattwerk über. Den Fuß ziert ein breiter, überkragender Rand, der eine ziselierte Inschrift trägt. Die gewölbte Oberfläche hebt sich von der Gestaltung der übrigen Kelchteile durch eine feingliedrige Ornamentierung ab. Im unteren schmalen Bereich schlängeln sich Weinranken mit Früchten, während die Hauptfläche durch große Blumenarrangements geprägt wird. Getrennt werden beide Bereiche durch geschnürte Profilleisten.
Literatur: Werner Fischer, Sakrale Kunst, Seite 28
Bei einem Besuch im Interreligiösen Museum am 7. Januar 2015 im Goldschmiedehaus Ahlen betrachtete Franz Jedani aus Ahlen sehr aufmerksam die ausgestellten Exponate. Dabei informierte er sich über die Textschildchen. Bei einem Kelchinformationsschildchen stockte sein Atem bei der Entdeckung des Ortsnamen „Stapar“, denn er ist in Stapar = heute Brestovac in Vojvodina (Serbien) geboren.

Stapar = heute Brestovac in Vojvodina (Serbien)
gehörte vor dem 1. Weltkrieg zu Österreich/Ungarn
Serbisch-orthodoxe Kirche
Die zweite Kirche in Brestovac ist die ältere, serbisch-prawoslawische (orthodoxe) Kirche, die 1744 fertiggestellt wurde und die den beiden ApostelnPetrus und Paulus geweiht ist. Sie liegt an der Ecke der Bahnhofgasse und der Filipowaer Gasse. Die Kirche befindet sich heutzutage in einem gepflegten Zustand. Sehenswert ist besonders die Ikonostase, die in orthodoxen Kirchen übliche Heiligenbilderwand. 1955 wurde ein Teil der vorhanden Ikonen an ein Museum verkauft, um erforderliche Renovierungsarbeiten mitzufinanzieren. Besonders interessant unter den Bildern der Kirche ist das Banner mit den beiden Aposteln.
Katholische Kirche in Ba?ki Brestovac
Bereits 1787 errichtete man eine Kirche in Brestowac, wobei man zu dieser Zeit für Gebäude noch Lehmziegel verwendete. Eine Kirche aus Backsteinen und Schindeln entstand erst 1818. Durch die gestiegene Einwohnerzahl musste in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts der Kirchenbau erweitert werden. Dieser Erweiterungsbau besteht bis heute.
1751 wurde in Brestowac ein Gotteshaus für die orthodoxe Bevölkerung errichtet.
Franz Xaver Voegelin, im badischen Schwarzwald geboren, übernahm 1788 als erster zweisprachiger Priester (deutsch und französisch) den Seelsorgedienst in Brestowac.
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Kreuzanhänger, Griechenland (Berg Athos? siehe Wikipedia ) 17./18. Jh.

Rosenholz, geschnitzt, Silber auf Filigranemail und Perlmutt.
Höhe 52 mm, Breite 32 mm, Umfang 9 x 13/14 mm
Kreuzanhänger aus Holz mit geschnitztem Bildprogramm und feiner Durchbrucharbeit, eingefaßt in einen Rahmen aus Filigranemail. Vorder- und Rückseite der Einfassung sind mit einer Innenzarge verdeckt geschlossen.
Die Schauseiten sind durch vier kleine und einen großen Rundbogen gegliedert und mit grünem Filigranemail verziert. Auf die Seitenflächen ist ebenfalls Filigranemail (türkis) aufgetragen. Die Kreuzenden zieren eingefaßte, halbierte Süßwasserperlen. Am oberen Ende dient eine Öse zur Aufhängung an einer Halskette.
Das eingeschlossene Holzkreuz zeigt hinter den Rundbogenfenstern der Einfassung fünf Miniaturbilder im flachem Holzrelief vor ausgehöhltem Hintergrund.
Auf der Vorderseite steht im Mittelpunkt eine Kreuzigungsdarstellung. Christus ist nach byzantinischer Ikonographie im Bogen vor dem Kreuz ausgespannt. Im Bildhintergrund ragt verzinntes Mauerwerk auf, das mit senkrechten, schmalen Durchbrüchen räumlich gestaltet ist.
Oberhalb und unterhalb des Bildes wiederholt sich die Seitenansicht eines Heiligen, der vor dem Hintergrund einer Mauer steht und in einem Buch liest.
An den Seiten des Mittelfeldes wenden sich links und rechts Heiligenfiguren mit verneigtem Haupt und verhüllten Händen dem Kreuz entgegen.
Die Rückseite des Kreuzes stellt die Muttergottes mit dem Kind in den Mittelpunkt. Maria steht als ganzfigurige Seitenansicht mit langem Gewand dem Betrachter gegenüber. Sie wendet sich ihrem Sohn zu, den sie auf ihrem Arm hält, so daß sich ihre Köpfe berühren (Typ: Eleusa,= Typus orthodoxer Ikonen). Der Faltenwurf der Gewänder ist stark ornamentalisiert. Um das zentrale Bild ordnen sich, vergleichbar mit der Gestaltung der Vorderseite, lesende bzw. sich in der Mitte in Verehrung zuwendende Heiligendarstellungen.
Literatur: Werner Fischer, Sakrale Kunst, Seite 132

Kopten-Kreuz aus 3 Stoffstreifen
in den Farben grün, rot und schwarz. Die historischen Schmuckkreuze
in Metall, in Stoff werden dem Zeitgeschmack angeglichen.
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Syrisches Rauchfaß pyreon, angefertigt nach 1888.
Das untere sehr schön dekorierte Faß ist auf einem sechseckigen Sockel aufgebaut und schließt ab mit einem neuneckigen Rand. Das sich darauf befindliche separate Oberteil mit gleichem Dekor wiederum beginnt mit dem gleichen neuneckigen Rand. Am Unter- wie auch am Oberteil sind außen jeweils drei Ösen angelötet zur Durchführung der drei Ankerketten, an denen sich in gleichen Abständen jeweils drei Schellen befinden. Den Abschluß des Oberteils bildet ein gleichschenkliges Kreuz, an dem die 4. Kette, die Zugkette, ebenfalls mit drei Schellen, befestigt ist. Mit dieser Kette läßt sich das Rauchfaß öffnen.
Das Rauchfaß ist an zwei Fußseiten mit 800 punziert.
Das Interessante bei diesem Rauchfass ist die noch vorhandene Feuerschale mit Halterung für die Aufnahme von glühenden Kohlen. Sie ist sehr schön ziseliert und graviert.
Zwischen vier dekorativen Teilen befinden sich bildhaft Jesus Christus, im Arm sein Kreuz, Jesus Christus lehrend in Orantenhaltung, die Gottesmutter und das orthodoxe Kreuz. Der untere, schräge Querbalken des russisch-orthodoxen Kreuzes symbolisiert den Übergang von der „Hölle“ zum „Himmel“.
Das Rauchfass wird vom Diakon geschwungen, wogegen es der Zelebrant während des Glaubensbekenntnisses bei der Prozession um den Altar nur mit kurzgehaltenen Ketten schwingt. Das Rauchfaß und der zu ihm gehörende Weihrauchbehälter hängen rechts an der Wand des königlichen Tores; Iwannis von Dara bestimmte aber einen Platz (ausdrücklich für Weihrauch) am Altar.
Die symbolische Bedeutung des Rauchfasses in der Syrischen Kirche ist groß:
Der Fingergriff, welcher das ganze Rauchfaß hält, stellt die "Gottheit" dar, die den
ganzen Kosmos leitet. Die drei Ketten symbolisieren die Dreieinigkeit, die mittlere Kette aber das Herabsteigen der zweiten Person, des Gott-Logos, vom Himmel auf die Erde in den Mutterschoß Mariens; die ersten neun Schellen bezeichnen die neun Stufen der Engel, und die weiteren drei Schellen der mittleren Kette stellen dar, daß eine von den drei Personen der Dreieinigkeit herabgestiegen und Mensch geworden ist. Der Rauchfaßdeckel ist das Symbol für das Himmelsgewölbe, und die Feuerschale ein Symbol für die Jungfrau, die das Feuer, nämlich den Gott-Logos, in sich empfängt, ohne verbrannt oder beschädigt zu werden.
Allgemein wird der Weihrauch in der syrischen Liturgie als Symbol der Anbetung, Zeichen der Verehrung für Gott und Heilige, und Sinnbild für die Opfergaben und Gebete der Gläubigen verstanden.
Osmanische Reich siehe auch Taschenuhren war die türkische Sprache im Osmanischen Reich
Man unterscheidet das Osmanische in drei Stufen:
Das Altosmanische zwischen dem 11. und 13. Jh.
Das Mittelosmanische zwischen 1240 und 1850.
Das Neuosmanische zwischen 1850 und 1928.
Ab 1928 wurden die arabischen und persischen Lehnswörter durch rein türkische ersetzt und die
arabische Schrift durch eine lateinische abgelöst: aus dem Osmanischen wurde nun Türkeitürkisch.
Taschenuhren mit Osmanischen Zahlen/Ziffern
Die osmanischen Zahlen entstammen aus dem Zahlensystem der Inder, so wie auch unsere heute verwendeten arabischen Zahlen, nur entwickelten sie sich parallel dazu in einer anderen Schreibweise. Die Tradition der türkischen Uhren mit alt-osmanischen Zahlen reicht bis in das 18. Jahrhundert zurück. Allerdings waren es nicht die Türken selber, die diese Uhren bauten, sondern die besten Uhrmacher Frankreichs und Englands. Breguet, LeRoy und die Prior-Brüder bauten im 18. und 19. Jahrhundert hochwertige Uhren mit osmanischen Zahlen, die oft als staatsmännische Gastgeschenke dienten. Nichts konnte die Osmanen, die Türken mehr entzücken als die mechanischen Meisterwerke aus Europa. Jedoch hatten die Türken ihren ganz individuellen Geschmack und so wurden diese Uhren oft mit viel Gold, Edelsteinen, Guilloché Mustern und Emaille Malereien ausgestattet.
Mit Atatürk und der Republiksgründung der Türkei verschwanden diese prunken osmanischen Uhren plötzlich vom Markt.
Heute sind sie unter Sammlern sehr gefragte Objekte und laufen oft nach 200 Jahren noch tadellos.
Genauso wie die Uhren verschwanden auch die osmanischen Zahlen mit dem Amtsantritt von Atatürk. Um sein Land näher an Europa anzubinden, löste er die arabische Schrift und die osmanischen Zahlen durch die in Europa üblichen Schrift und Zahlen ab.
Istanbul (türkisch?stanbul), bis 1930 Konstantinopel, ist die bevölkerungsreichste Stadt der Türkei und deren Zentrum für Kultur, Handel, Finanzen und Medien. Das Stadtgebiet erstreckt sich am Nordufer des Marmarameeres auf beiden Seiten des Bosporus und damit an der Verbindung zwischen Mittelmeer und Schwarzem Meer. Durch diese Lage sowohl im europäischen Thrakien als auch im asiatischen Anatolien ist Istanbul die einzige Metropole der Welt, die sich auf zwei Kontinenten befindet.
CONSTANTINOPOLE.
Literatur: Brockhaus, Burnus 1/ Seite 411
Literatur: Brockhaus, Hagia Sophia 2 / Seite 467
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Damen-Taschenuhr mit Schlüsselaufzug, diese Uhr wurde uns beim Kauf als Haremsuhr angeboten. 225-43
Gold, Cylinderwerk, rotes Transparent-Email, türkischer Mond und 3 Sterne,
Herstellerland Schweiz, Tramelan, ist eine Gemeinde des Kantons Bern in der Schweiz.
Herstellerdatum: 1910
Maße: 40,3 mm Ø, 10,8 mm stark
Vorderer Deckel (Sprungdeckel ist motiv-guillochiert und mit rotem Transparent-Email belegt. In einem Halbmond sowie drei 5-zackigen Sternen sind Diamanten inkrustiert und eingefaßt. Der Deckel zeigt Emailfehlstellen auf. Er ist innen mit 13 punziert. Das Scharnier ist an der (6) angebracht. Der Glasrand ist mit einem Scharnier in der Höhe der 9 befestigt. Rückdeckel ebenfalls motiv-guillochiert und mit rotem Email belegt. Auch der Rückdeckel zeigt mehrere Email-Fehlstellen. Der Rückdeckel ist innen punziert RB. (im liegenden Oval) 18 Fils SUCC rs. (Rosse und Söhne. Nachfolger) de IF Hautte & Ce, Geneve, darunter AIGUELLES Nr. 80613. Echappement A Cylindre. Huit Trous en rubis. (8 Steine)
Weißes Zifferblatt mit schwarzer Minuterie und schwarzen osmanischen Zahlen, goldfarbener Minuten- und Stundenzeiger, lauffähig.


Herren-Taschenuhr mit Schlüsselaufzug 225
Gold , Ankerwerk, Herstellerland Schweiz
Maße: 45,7 mm Ø, 12,1 mm stark
Weißes Emailzifferblatt, verglast, mit 2 Zeitzonen, links Normalzeit mit schwarzen römischen Zahlen, rechts osmanische Zahlen. Beide Kreise mit Minuterien, darunter Sekundenzeiger mit den Zahlen 10, 20, 30, 40, 50 und 60 und 60er Sekundeneinteilung.
Das Zifferblatt hat mehrere Haarrisse.
Der Rückdeckel ist außen guillochiert mit einem Wappenemblem, das oben einen Halbmond zeigt, darin eingebettet 3 Kugeln. Innen im Deckel: Die Nummer 119247, darunter in bauchigem Feld Frauenkopf mit Diadem (schweizerisches Punzierungszeichen für 18 Karat), zusätzlich im Achteck ein großes K und die Zahl 18, darunter 10759? Der Staubdeckel ist graviert mit Echappement A Ancre 15 Rubis,
DOUBLE Tours d Heures No 107592 Devele Geneve, lauffähig


Herren-Taschenuhr mit Kronenaufzug,
Gold, im Kronenhals punziert mit 14K, Doppelverglasung
Maße: 47,9 mm Ø, 18,7 mm stark
Weißes Emailzifferblatt mit osmanischen Zahlen, 5 schwarze Zeiger. Die Rückseite gibt den Blick auf das Ankerwerk frei und die Nummer 25573,

Karl Marx 1843, bezeichnet „die Religion als das Opium des Volkes“.
In Asien u. Orient wurden früher 20 bis 40 Pfeifen täglich geraucht.
Pfeife ist ausziehbar mit goldenen Intarsien. Das Ehepaar Pohl, widmete dem Museum im Goldschmiedehaus diese Opiumwaage.
Dose, osmanisch, 19 Jh. Deckeloberteil mit der Verwendung von Metallen aus Messing, Kupfer und Silber als Klappe zum Öffnen und Schließen.
Die Schriftzeichen und deren Sinn im achteckigen Rahmen sowie die Silber-Eckembleme müssen noch entschlüsselt werden.
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Vorderseite der Dose mit Bügelverschluss und drehbaren Haken. Die Schriftzeichen und deren Sinn im achteckigen Rahmen sowie die Silber-Eckembleme müssen noch entschlüsselt werden. |
Dose, osmanisch, Rückseite, 2 Riegel, Zuhaltungen |
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Draufsicht: Im Zentrum ein auf die Spitze gestelltes Achteck, das in einem Sechseck eine osmanische Kalligraphie zeigt, deren Sinn noch übersetzt werden muß. |
Beide Seiten der Dose sind mit gleichen Ornamenten geschmückt. |

Silberne Spindeltaschenuhr für den osmanischen Markt in dreifachem Gehäuse,
mit vergoldetem Taschenuhrschlüssel,
auf Werk und Zifferblatt signiert: „Edward Prior, London“
(Lit. Baillie S. 259) ca. 1800-1868,
glattes Gehäuse und 1 Übergehäuse mit Schildpatt und Ziernägeln,
verziertes 2. Übergehäuse, Emailzifferblatt (Risse) mit osmanischen Zahlen,
goldene Poker- und Beetle-Zeiger, feuervergoldetes Werk mit Zierpfeilern,
filigran gearbeiteter Spindelkloben, reiche filigrane Werksverzierung, intakt, Ø = 60mm
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Silbertaschenuhr mit Sprungdeckel
auf Zifferblatt und Werk signiert Emile Droz Locle, guill. Gehäuse HM1845, sehr gut erhaltenes zweifarbiges Zifferblatt mit türkischen/osmanischen Zahlen, zentraler Blumendekor, kleine Sek., vergoldete Zeiger, vergoldetes 3/4-Platinenwerk mit Ankergang, Schlüsselaufzug, intakt. Ø = 54mm
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Herren-Taschenuhr, Savonette, Sprungdeckeluhr, siehe auch obere Abbildungen
Gold, Ankerwerk, Schweiz, Ø 52 mm, ca. 14,2 mm stark.
grünes Email, Vorderseite: Hagia Sophia, Rückseite: Blumen.
Sprungdeckel, am Rand gewölbt und smaragdgrün emailliert, kleine Schadstellen, auf goldenem Boden in Schnörkeln oben und unten inkrustierte (gefaßte ) Diamanten. Im Zentrum des Deckels ein Email-Bild.
Im Vordergrund ein Platz vor einer Moschee, im Hintergrund Wolken. Es könnte eine Abbildung der Hagia Sophia sein, da auf dem weißen Zifferblatt CONSTANTINOPLE in schwarzen Buchstaben steht. Bemerkenswert sind auch die grünen Baumdarstellungen auf dem Platz und vor der Moschee. Auf dem Platz flanieren Personen (Männer) in islamischer Kleidung, auf den Köpfen weiße Turbane oder auch ein roter Fez.
Mustafa Kemal Atatürk hielt den Fez für ein Zeichen der Rückständigkeit und Symbol des niedergegangenen Osmanischen Reiches. Um die Kleidung auf „internationalen und zivilisierten“ Stand zu bringen, wurde daher am 30. August 1925 per Hutgesetz das Tragen des Fez (sowie aller anderen orientalischen Kopfbedeckungen) verboten. Etwa 1930 war der Fez fast vollständig aus der Öffentlichkeit verschwunden.
Folglich ist diese Uhr vor 1925 gebaut worden. Auf dem Emailbild befindet sich auch ein Pferd mit Reiter.
Der Sprungdeckel zeigt innen die 28 Bohrlöcher, die den gefaßten Diamanten Licht vermitteln. 3 Punzierungen: Im Achteck 18 K = bedeutet 750 von 1000 Teilen sind aus reinem Gold = Feingold. 89 z.Z. nicht deutbar und im bauchigen Rahmen ein Frauenkopf mit Diadem. Das verglaste emaillierte Zifferblatt in weiß mit schwarzen Ziffern hat 3 Zahlenkränze. Der äußere hat eine Zwölfereinteilung, der mittlere die Minuterie und die innere die osmanischen Ziffern 1 bis 12. Außerdem den Uhrenhersteller LONGINES, Schweiz, gegründet 1832 in Saint Imier, Schweiz.
Longines produziert hochwertige Uhren der höheren Preisklasse.
NACIBK.DJEZVEDJIAN könnte der autorisierte Juwelier für den Verkauf von Longines Uhren in CONSTANTINOPLE (Konstantinopel) sein. Auf dem Zifferblatt befindet sich in der Höhe der Ziffer 3 die Sekundenanzeige mit dem goldenen Sekundenanzeiger wie auch die goldenen Minuten- und Stundenzeiger in antiker, durchbrochener Form. Der Rückdeckel hat die gleiche Randmarkierung wie der Vorderdeckel, jedoch mit einem herrlichen, farbigen Blumenstillleben.
Ankerwerk mit Feinregulierung, punziert mit Schweizer Kreuz, 3884, Minutenrad in Lochsteinen, Breguet-Spirale.
Der Rückdeckel hat innen eine Punzierung: in einem Achteck 18k, 1635989 sowie den Frauenkopf mit Diadem in bauchigem Rahmen. Der sogenannte Staubdeckel ist außen beschriftet mit LONGINES. Dann folgen darunter 5 Abbildungen von goldenen Medaillen mit Motiven. Die mittlere ist punziert mit 1900. Dann folgt in Versalien GRAND PRIX PARIS 1900, dann folgen 7 Silbermedaillen mit Motiven. Darunter die Gravur NACIB K.DJEZVEDJIAN, dann CONSTANTINOPLE. Die Rückseite des Staubdeckels ist spiegelpoliert. Das Werk ist lauffähig. Auf der Platine ein orientalisches Schriftzeichen und LONGINES.


Vergoldete Taschenuhr, Kronenaufzug,
beidseitig verglastes Gehäuse, vergoldetes Zifferblatt mit osmanischen Zahlen,
mehrfarbiges Golddekor, kleine Sek., im Zentrum sternenförmig verziert,
gebläute Zeiger. Ankerwerk um 1900, intakt, Ø = 42mm
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Damen-Taschenuhr mit Schlüsselaufzug, diese Uhr wurde uns beim Kauf als Haremsuhr angeboten. 225-43
Gold, Cylinderwerk, rotes Transparent-Email, türkischer Mond und 3 Sterne,
Herstellerland Schweiz, Tramelan, ist eine Gemeinde des Kantons Bern in der Schweiz.
Herstellerdatum: 1910
Maße: 40,3 mm Ø, 10,8 mm stark
Vorderer Deckel (Sprungdeckel ist motiv-guillochiert und mit rotem Transparent-Email belegt. In einem Halbmond sowie drei 5-zackigen Sternen sind Diamanten inkrustiert und eingefaßt. Der Deckel zeigt Emailfehlstellen auf. Er ist innen mit 13 punziert. Das Scharnier ist an der (6) angebracht. Der Glasrand ist mit einem Scharnier in der Höhe der 9 befestigt. Rückdeckel ebenfalls motiv-guillochiert und mit rotem Email belegt. Auch der Rückdeckel zeigt mehrere Email-Fehlstellen. Der Rückdeckel ist innen punziert RB. (im liegenden Oval) 18 Fils SUCC rs. (Rosse und Söhne. Nachfolger) de IF Hautte & Ce, Geneve, darunter AIGUELLES Nr. 80613. Echappement A Cylindre. Huit Trous en rubis. (8 Steine)
Weißes Zifferblatt mit schwarzer Minuterie und schwarzen osmanischen Zahlen, goldfarbener Minuten- und Stundenzeiger, lauffähig.


Herren-Taschenuhr mit Schlüsselaufzug 225
Gold , Ankerwerk, Herstellerland Schweiz
Maße: 45,7 mm Ø, 12,1 mm stark
Weißes Emailzifferblatt, verglast, mit 2 Zeitzonen, links Normalzeit mit schwarzen römischen Zahlen, rechts osmanische Zahlen. Beide Kreise mit Minuterien, darunter Sekundenzeiger mit den Zahlen 10, 20, 30, 40, 50 und 60 und 60er Sekundeneinteilung.
Das Zifferblatt hat mehrere Haarrisse.
Der Rückdeckel ist außen guillochiert mit einem Wappenemblem, das oben einen Halbmond zeigt, darin eingebettet 3 Kugeln. Innen im Deckel: Die Nummer 119247, darunter in bauchigem Feld Frauenkopf mit Diadem (schweizerisches Punzierungszeichen für 18 Karat), zusätzlich im Achteck ein großes K und die Zahl 18, darunter 10759? Der Staubdeckel ist graviert mit Echappement A Ancre 15 Rubis,
DOUBLE Tours d Heures No 107592 Devele Geneve, lauffähig


Herren-Taschenuhr mit Kronenaufzug,
Gold, im Kronenhals punziert mit 14K, Doppelverglasung
Maße: 47,9 mm Ø, 18,7 mm stark
Weißes Emailzifferblatt mit osmanischen Zahlen, 5 schwarze Zeiger. Die Rückseite gibt den Blick auf das Ankerwerk frei und die Nummer 25573,


Frankreich, Werk Nr. 2066, Höhe 275 mm, circa 1880
Seltene, große Tischuhr in der Form einer Moschee mit Halbstunden- / Stundenselbstschlag - für den osmanischen Markt
Geh.: Messing vergoldet und versilbert, facettverglaste Front. Ziffbl.: versilbert. Werk: Rechteckform-Messingwerk, Schlüsselaufzug, 1 Hammer / 1 Tonfeder, 8 Tage Gangdauer, Echappement mit Ankerhemmung, Schrauben-Komp.-Unruh.
Das Gehäuse der Uhr weist eine Anzahl von Elementen auf, die aus dem architektonischen Konzept einer klassischen Moschee übernommen wurden. Die Kuppel – die Qubba in Arabisch – ist ein überaus wichtiges Bauelement, das das Himmelsgewölbe darstellt. Die vier Ecken des Gehäuses bestehen jeweils aus einer kunstvoll verzierten gedrehten Säule; auf den Seiten dazwischen befindet sich jeweils eine Nische, die die Mihrab symbolisiert - die Gebetsnische in einer Moschee, die die Qibla anzeigt, also die Gebetsrichtung nach Mekka. Der Sockel der Uhr ist mit einem umlaufenden im Basrelief fein verzierten Fries geschmückt, welches berittene Krieger, Ranken, Blüten und Vögel darstellt. Die Uhr wurde im späten 19. Jahrhundert geschaffen und ist ein wunderbares Beispiel für die osmanischen Einflüsse in Europa, die über die Jahrhunderte hinweg in fast allen Bereichen der Architektur, der Musik und der Künste immer wieder spürbar sind. Es herrschte ein konstanter Austausch von kulturellen, technologischen und intellektuellen Werten zwischen den beiden Welten, der von den zahlreichen Handwerkern, Künstlern, Architekten und Kaufleuten, die im osmanischen Einflussbereich lebten und arbeiteten, kontinuierlich vorangetrieben wurde.
Porte montre, Metall vergoldet, Türkischer Paukenschläger, 223-11

Maße: 105 x 70 mm, Höhe 160 mm
Auf einem mit Halbmond und Stern verzierten Postament mit vier Füßen steht ein Mann, der mit der rechten Hand mit einem Klöppel auf die umgehängte Pauke schlägt. Mit der linken Hand hält er ein Becken bereit, um auf das zweite Becken zu schlagen, das sich auch auf der Pauke befindet.
Der Mann trägt Schnabelschuhe. Er ist bekleidet mit einer in Falten gelegten, knielangen Pludderhose, die von einer Schärpe mit Quasten gehalten wird. Ein offenes Wams mit halblangen Ärmeln vervollständigt die Oberbekleidung.
Das Gesicht, mit Schnurbart und Vollbart, ist zum Publikum gerichtet. Auf dem Kopf trägt er einen Turban, darauf ein Halbmond.
Der Halmond ist ein uraltes heidnisches Symbol der Menschen und Zeichen der Osmanen.
Auf der Herzseite ist ein Haken angebracht, an dem die Taschenuhr eingehangen wird.
Sie findet dann ihren Platz auf der Fellbespannung der Pauke.
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Silberne Spindeltaschenuhr für den osmanischen Markt in dreifachem Gehäuse,
mit vergoldetem Taschenuhrschlüssel,
auf Werk und Zifferblatt signiert: „Edward Prior, London“
(Lit. Baillie S. 259) ca. 1800-1868,
glattes Gehäuse und 1 Übergehäuse mit Schildpatt und Ziernägeln,
verziertes 2. Übergehäuse, Emailzifferblatt (Risse) mit osmanischen Zahlen,
goldene Poker- und Beetle-Zeiger, feuervergoldetes Werk mit Zierpfeilern,
filigran gearbeiteter Spindelkloben, reiche filigrane Werksverzierung, intakt, Ø = 60mm
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Silbertaschenuhr mit Sprungdeckel
auf Zifferblatt und Werk signiert Emile Droz Locle, guill. Gehäuse HM1845, sehr gut erhaltenes zweifarbiges Zifferblatt mit türkischen/osmanischen Zahlen, zentraler Blumendekor, kleine Sek., vergoldete Zeiger, vergoldetes 3/4-Platinenwerk mit Ankergang, Schlüsselaufzug, intakt. Ø = 54mm
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Herren-Taschenuhr, Savonette, Sprungdeckeluhr, siehe auch obere Abbildungen
Gold, Ankerwerk, Schweiz, Ø 52 mm, ca. 14,2 mm stark.
grünes Email, Vorderseite: Hagia Sophia, Rückseite: Blumen.
Sprungdeckel, am Rand gewölbt und smaragdgrün emailliert, kleine Schadstellen, auf goldenem Boden in Schnörkeln oben und unten inkrustierte (gefaßte ) Diamanten. Im Zentrum des Deckels ein Email-Bild.
Im Vordergrund ein Platz vor einer Moschee, im Hintergrund Wolken. Es könnte eine Abbildung der Hagia Sophia sein, da auf dem weißen Zifferblatt CONSTANTINOPLE in schwarzen Buchstaben steht. Bemerkenswert sind auch die grünen Baumdarstellungen auf dem Platz und vor der Moschee. Auf dem Platz flanieren Personen (Männer) in islamischer Kleidung, auf den Köpfen weiße Turbane oder auch ein roter Fez.
Mustafa Kemal Atatürk hielt den Fez für ein Zeichen der Rückständigkeit und Symbol des niedergegangenen Osmanischen Reiches. Um die Kleidung auf „internationalen und zivilisierten“ Stand zu bringen, wurde daher am 30. August 1925 per Hutgesetz das Tragen des Fez (sowie aller anderen orientalischen Kopfbedeckungen) verboten. Etwa 1930 war der Fez fast vollständig aus der Öffentlichkeit verschwunden.
Folglich ist diese Uhr vor 1925 gebaut worden. Auf dem Emailbild befindet sich auch ein Pferd mit Reiter.
Der Sprungdeckel zeigt innen die 28 Bohrlöcher, die den gefaßten Diamanten Licht vermitteln. 3 Punzierungen: Im Achteck 18 K = bedeutet 750 von 1000 Teilen sind aus reinem Gold = Feingold. 89 z.Z. nicht deutbar und im bauchigen Rahmen ein Frauenkopf mit Diadem. Das verglaste emaillierte Zifferblatt in weiß mit schwarzen Ziffern hat 3 Zahlenkränze. Der äußere hat eine Zwölfereinteilung, der mittlere die Minuterie und die innere die osmanischen Ziffern 1 bis 12. Außerdem den Uhrenhersteller LONGINES, Schweiz, gegründet 1832 in Saint Imier, Schweiz.
Longines produziert hochwertige Uhren der höheren Preisklasse.
NACIBK.DJEZVEDJIAN könnte der autorisierte Juwelier für den Verkauf von Longines Uhren in CONSTANTINOPLE (Konstantinopel) sein. Auf dem Zifferblatt befindet sich in der Höhe der Ziffer 3 die Sekundenanzeige mit dem goldenen Sekundenanzeiger wie auch die goldenen Minuten- und Stundenzeiger in antiker, durchbrochener Form. Der Rückdeckel hat die gleiche Randmarkierung wie der Vorderdeckel, jedoch mit einem herrlichen, farbigen Blumenstillleben.
Ankerwerk mit Feinregulierung, punziert mit Schweizer Kreuz, 3884, Minutenrad in Lochsteinen, Breguet-Spirale.
Der Rückdeckel hat innen eine Punzierung: in einem Achteck 18k, 1635989 sowie den Frauenkopf mit Diadem in bauchigem Rahmen. Der sogenannte Staubdeckel ist außen beschriftet mit LONGINES. Dann folgen darunter 5 Abbildungen von goldenen Medaillen mit Motiven. Die mittlere ist punziert mit 1900. Dann folgt in Versalien GRAND PRIX PARIS 1900, dann folgen 7 Silbermedaillen mit Motiven. Darunter die Gravur NACIB K.DJEZVEDJIAN, dann CONSTANTINOPLE. Die Rückseite des Staubdeckels ist spiegelpoliert. Das Werk ist lauffähig. Auf der Platine ein orientalisches Schriftzeichen und LONGINES.


Vergoldete Taschenuhr, Kronenaufzug,
beidseitig verglastes Gehäuse, vergoldetes Zifferblatt mit osmanischen Zahlen,
mehrfarbiges Golddekor, kleine Sek., im Zentrum sternenförmig verziert,
gebläute Zeiger. Ankerwerk um 1900, intakt, Ø = 42mm
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Wecker Beschreibung, Leihgabe Raphael Fischer
Gesamthöhe ohne goldfarbenen Bügel ca. 14,5 cm, Sockel: 13,5 x 9,5 cm, Gehäuse, Metall, verchromt, teilweise goldfarben.
Vorderfront rechteckige Platte mit dekorativen Schnörkelbogenzwickeln und aufgesetztem rundem Glasrand, verglast, dahinter rosafarbenes Zifferblatt mit schwarzen osmanischen Zahlen.
4 Zeiger: Stunden-, Minuten-, Sekunden-, und Weckerzeiger zum Einstellen der Alarmzeiten. Die beiden Seiten sind verglast. An der Rückseite befindet sich ein Türchen, an dem sich innen die Vorrichtung zur Aufbewahrung des Schlüssels befindet.
Der Wecker ist funktionstüchtig.
Raphael Fischer erwarb den Wecker anno während einer Geschäftsreise in Istanbul.
Calcit Stalagmit
Viele Menschen sind erfüllt von Dankbarkeit und zeigen es mit einem Geschenk. So auch Manfred Gall aus Ahlen, einer der vielen Leihgeber zur Ausstellung "Kaffee - ein Muntermacher" im Interreligiösen Museum im Goldschmiedehaus Ahlen im Jahre 2013.
Herr Gall schenkte dem Museum anläßlich der Eröffnung der Ausstellung einen Calzit in Form eines Stalagmiten aus der ehemaligen Zeche Westfalen in Ahlen, wo er viele Jahre als Bergmann tätig war.

Ein Stalagmit ist der vom Boden heraufwachsende Tropfstein in einer Höhle, während der von der Decke hängende Tropfstein Stalaktit heißt.
Manfred Gall konnte nicht wissen, dass Anni und Werner Fischer Frau beide am Außeninstitut der Universität Mainz in Idar Oberstein bei Prof. Dr. Karl Schloßmacher studiert und die "Gemmologische Fachprüfung" 1954 mit Erfolg abgelegt haben. Darum hat das Geschenk eine besondere auch fachliche Bedeutung und auch, weil es aus der Ahlener Erde in einer Tiefe von mehr als 1055 Meter kommt.
Der Mineraloge Mohs, der eine Härteskala von 1 bis 10 aufgestellt hat, stuft den Calzit mit Härte 3 ein. Mit Kupfer kann Calcit geritzt werden.
Die Härte eines Diamanten ist nach Mohs mit 10 erfasst, wobei die Unterteilung der einzelnen Härtestufen nicht gleich ist.
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Ein Fundstück aus der Ahlener Zeche in 1035 m Tiefe.
Geschenk von Herrn Manni Gall Karl Arnold Str. 16
Als eine der letzten Zechen im Ruhrgebiet entstand in Ahlen Westfalen zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Zeche Westfalen. Am 1. Februar 1909 wurde mit dem Abteufen der Schächte 1 und 2 begonnen.
Im Jahre 1911 wurde am Schacht 1 die Teufe von 1087 Metern und etwas später am Schacht 2 die Teufe von 1052 Metern erreicht.
Zu diesem Zeitpunkt gab es kein anderes Bergwerk mit tieferen Schächten. Am 5. März 1913 wurde die erste Kohle gefördert. Im Januar 1914 wurde die Kokerei Westfalen in Betrieb genommen.
Am 16. November 1920 riß das Förderseil von Schacht 2. 14 Bergleute starben bei dem schwersten Unglück der Zeche Westfalen.
1936 wurde Schacht 3 abgeteuft.
Im Dezember 1940 wurde mit dem Abteufen von Schacht 4 begonnen, der 1943 die Endteufe von 855 m erreichte. Der Schacht wurde im Oktober 1944 in Betrieb genommen.
Im Oktober 1953 begannen die Abteufarbeiten von Schacht 5. Ab April 1956 wurde Schacht 2 tiefer geteuft. Die Neuteufarbeiten wurden im Mai 1957 bei einer Tiefe von 1233,6 m abgeschlossen.
Im August 1979 wurde am Schacht 7 in einer Tiefe von 1330 Metern die Abteufarbeiten beendet.
Am 30. Juni 2000 wurde die Förderung von Kohle auf der Zeche Westfalen eingestellt. Die verbliebenen Schächte 1, 2, 6 und 7 wurden 2001 verfüllt. Die Tagesanlagen am Schacht 6 wurden abgerissen.
Ein Teil der vorhandenen Anlagen, insbesondere die Fördertürme und die frühere Lohnhalle und Waschkaue, wurden als erhaltenswert eingestuft.
Bergbau-Museum - Grubenwehrmuseum Ahlen -
Im Zuge der heimatlichen Verbundenheit aber auch unter Mitwirkung der Stadt Ahlen hat sich eine positive Zusammenarbeit der Museen und Kunstförderer entwickelt, so auch zwischen dem Grubenwehrmuseum und dem Interreligiösen Museum in Ahlen. Für die Ausstellung, Kaffee, ein Muntermacher im Jahre 2013 stellte das Grubenwehrmuseum Leihgaben zur Verfügung u.a. eine Kaffeeflasche für Bergleute, die während seiner Arbeit im Flöz auf dem Rücken getragen wurde. Zum Abschluß der Ausstellung erhielt Frau Anni Fischer im Juni 2013 von Manfred Gall (Manigal) ein Fundstück aus der Ahlener Zeche in 1035 m Tiefe.
Ein Stalaktit ist von der Decke gewachsen oder Stalagmit ist vom Boden gewachsen, montiert auf einem Holzsockel. Gesamthöhe ca. 20 c
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Aus Anlaß des Jubiläums 30 Jahre Museum im Ahlener Goldschmiedehaus überreichte der ehemalige Bergmann auf Zeche Westfalen Manfred Gall aus Ahlen Frau Anni Fischer eine Mineral-Stufe von ca. 30 cm Länge. Auch diese Stufe stammt aus der tiefsten Förderungssole in einer Tiefe von 1035 m der Zeche.
Waage, Balken-Hand-Waage mit zwei Waagschalen an Bändern aufgehangen
4 Gewichte sind noch vorhanden im Originaletui 15,5 x 6,5x 2 cm
Diese Waage diente dazu, das Gewicht mit bestimmten Münzen zu vergleichen für
2. AS LOUISDOR ; 1/2 AS LOUIDO; 1 FRANCS; 1 HOLL. GULDEN
4 Vergleichsgewichte fehlen, Altersangabe wird noch bestimmt
Gewichte
12 Vergleichsgewichte in einem ovalen Etui
Die Waage fehlt, Altersangabe wird noch bestimmt
Karatwaage, Mitte 20. Jh. im Holzetui, 14,5 x 6 x 3,5 cm.
Erworben und benutzt von Goldschmiedemeister Werner Fischer, Vereidigter Sachverständiger der Handwerkskammer Münster.
Balkenwaage mit 2 Metallwaagschalen an Ketten, vollständiger Gewichtssatz
auch unter 1 Gramm = 5 Karat, wurde später durch die ortsfeste elektronische Waage ergänzt.
Meterstab, ein starres Metermaß fand im Handel insbesondere im Textilhandel beim Messen von Meterware seine Verwendung, nachdem die „Elle“ als Maßeinheit ausgedient hatte.


Waage (Opium-Waage) China? 19./20. Jh., in einem geigenförmigen Holzetui Länge ca. 34,5 cm, Breite ca. 12,5 cm.
Ein geflochtener Holzring hält die beiden Etuiteile zusammen.
Durch ein Verschieben derselben wird der Blick auf das Unterteil und die darin befindliche Waage mit Gewicht frei. Zur Funktion:
Ein weißer Beinstift (Elfenbein?) mit schwarzen Stricheinteilungen wird mit zwei Fingern der rechten und linken Hand waagerecht gehalten, so daß die 3 Fädchen mit roten Bommeln sichtbar werden.
Auf der linken Seite des Bein-Stiftes befindet sich eine Metallhülse mit einem im rechten Winkel angebrachten spitzen Dreieck, davor ist ein offenes, bewegliches Metallsechseck angebracht mit einer Pfeilspitze. Darunter befindet sich ein Haken, in dem mit 4 Fäden der Messingwaaschale hängen.
Diese Waage ist ein Geschenk zu Weihnachten 2015 für das Museum im Goldschmiedehaus des Ehepaares Claus und Renate Pohl.
Es folgen Exponate, die sich in der ständigen Präsentation des Museums befinden:
Bulova Accutron, Stimmgabeluhr von Bulova
221-34
Eine der herausragendsten Leistungen der Firma Bulova war die seit 1953 von Max Hetzel entwickelte und 1960 auf den Markt gebrachte elektronische Stimmgabeluhr Accutron. Damit war es Bulova erstmalig gelungen, eine elektronisch erregte Stimmgabel als Schwingelement zu verwenden. Die Stimmgabel der Accutron schwingt mit 360 Hz (Schwingungen pro Sekunde) erheblich schneller als die Unruh einer mechanischen Uhr (2,5-5 Hz). Durch die hohe und konstante Frequenz der Stimmgabel konnte Bulova dem Käufer eine maximale Abweichung von +/- 60 Sekunden im Monat garantieren. Das war zur damaligen Zeit ein sensationelles Gangergebnis. Bekanntestes Modell aus dieser Serie war die Spaceview; sie setzte Maßstäbe in Technik und Design. Die Accutron wurde nur über einen Zeitraum von ca. zehn Jahren gebaut, dann wurde sie von der noch genaueren Quarzuhr verdrängt.
Die Accutron-Uhren hatten für die Weltraum-Missionen der NASA große Bedeutung. In den Kapseln des Gemini-Programms befanden sich Accutrons mit einem 24h-Zifferblatt, in der Mondfähre des Apollo-Programms gab es eine Accutron mit 60h-Zifferblatt.
Selbstverständlich zählen die Stimmgabel-Modelle von Bulova heute zu den begehrten Sammlerobjekten.
Die Firma Gold-Fischer, Ahlen strebte in den 1960er Jahren eine direkte Verbindung mit der Firma Bulova in der Schweiz an, die auch Bestätigung fand.
Es war die Zeit der Uhren-Revolution. Es ging um die Genauigkeit, um die Schwingungen der Unruh in der Sekunde.
Eine technische Weiterentwicklung war die Stimmgabeluhr mit 360 Schwingungen pro Sekunde und einer Batterie als Energiequelle. Die Stimmgabeluhr wurde von der Quartzuhr mit ca. 32.700 Schwingungen pro Sekunde verdrängt.
Die erste Quartzuhr wurde 1933/34 von den beiden Physikern Scheibe und Adelsberger am Max-Planck-Institut in Berlin entwickelt. Deutsche Wissentschaftler haben sie erfunden und, wie so oft in Deutschland, wurde keine Verbindung zur Wirtschaft, den Uhrenfabriken gesucht.
Als die Amerikaner ins Welltall flogen, brauchten sie ein präziseres Zeitsystem, als die Räderuhr. Der Uhrenhersteller Bulova in der Schweiz entwickelte 1954 den ersten Prototyp einer elektronischen Uhr mit Batterie. Anstatt der Unruhe, die etwa zwei- bis dreimal in der Sekunde schwingt, wurde eine Stimmgabel in die Uhr eingebaut, abgestimmt auf den Ton "F" bis "Fis" Auf die Stimmgabel schlägt 360 mal in der Sekunde ein Hämmerchen. Diese Uhr, die Bulova Accutron, war der Hauptzeitmesser beim amerikanischen Weltraumforschungsprogramm, insbesondere der Gemini-, Apollo- und Skylab Experimente.
Aber mit der Bulova Accutron war die Zeit noch immer nicht präzise genug gemessen.
Helmut Epperlein aus Pforzheim und die amerikanische Firma Hamilton besannen sich auf den Quartz und setzten ihn, vereinfacht gesagt, anstatt der Stimmgabel in das Werk (Modul). Der Quartz schwingt in der Sekunde 32768 Mal = 32768 Herz.
Eigentlich ist für uns die Quartzuhr als Nebenprodukt der Raumfahrt entstanden.
Da die Quartzuhrproduktion in Amerika zu teuer war, nuzten die Japaner die Gunst der Stunde. Sie erkannten die Marktlücke und fertigten in Ostasien Module für den gesamten Weltmarkt. Schauen Sie doch einmal auf Ihre eigene Uhr. Vielleicht befindet sich in Ihrem Uhrgehäuse auch ein Modul aus Fernost.
Das Wort "Hai" ist japanisch und heißt "ja".

221-33
Frühe Damen-Armbanduhr ohne schwarzes Ripsband,
Gehäuse 585 Gold, Werk intakt
Krone mit Steinbesatz
Die flachste Armbanduhr
Hersteller: Dugena Quartz
Material: 18 Carat GG 750er
871351
295 Swiss
Unummer: 24121
Stärke Gehäuse: 2,25 mm


Stechuhr aus der Industrie - Zeitstempler 231-01

Stechuhren wurden zur Zeit der Industrialisierung schon vor 1900 erfunden. Es waren Kontrolluhren, die die Arbeitszeiten in den Betrieben registrierten. Bis zum 21. Jahrhundert waren sie im Gebrauch und wurden durch neue Zeiterfaßgeräte (Chipkarten) ersetzt.
Jedes Betriebsmitglied hatte eine Karte, die im Betrieb verblieb. Bei Arbeitsbeginn wurde diese Karte in den Zeitstempler gesteckt und die Uhrzeit somit abgestempelt. Das gleiche Prozedere folgte nach Beendigung der Arbeitszeit.
Auch im Museum im Goldschmiedhaus Ahlen befindet sich eine ausrangierte Zeitstempeluhr mit Bedienungsanleitung. Ihren Platz hatte sie bei einer Firma in Beckum. Dank an Walter Heckmann, der sie gerettet und dem Museum im August 1997 gewidmet hat.
Sie haben gut gewählt und sind nun Besitzer eines Präzisions-Geräts, das seinen Dienst zuverlässig leisten wird. So der Text der Betriebsanleitung der Bürk-Zeitstempler-Uhr, Modell ZS 67 Syn 28x24,5 cm, 20 cm hoch, Energiequelle 220 V
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Stempeluhr Zeitstempel 222-05

Maße: 18 cm lang, Uhr : 6 cm im Ø, 4 cm tief.
Eine Messingkonstruktion mit Holzgriff, Uhrwerk und Stempel ist als Zeitstempel benutzt worden.
Das Uhrwerk ist in einem Blechgehäuse untergebracht. Das weiße, vergilbte Zifferblatt aus Papier ist bedruckt mit schwarzen arabischen Zahlen und einer 60 Minuterie im Kreis mit Strichen. Das Pfeilkreuz ist ein Markenzeichen.
Stempel defekt
Im Jahr 1875 gründete Paul Landenberger, bis dahin Prokurist in der weltbekannten Uhrenfabrik Gebrüder Junghans in Schramberg und Schwiegersohn der Junghans-Familie, zusammen mit Philipp Lang aus St. Johann die Großuhrenfabrik Landenberger und Lang, ab 1883 Hamburg-Amerikanische-Uhrenfabrik. Neubauten, neue Maschinen und Aufnahme der Serienfertigung von Weckern und Großuhren kennzeichneten die nächsten Jahrzehnte der Entwicklung Schrambergs vom armen Marktflecken im Schwarzwald zur Industriestadt. Die beiden Uhrenfabriken Junghans und H.A.U. stellten den Großteil der Arbeitsplätze. Die Zahl der Beschäftigten allein in der H.A.U. wuchs von 50 im Jahr 1876 auf 2.200 im Jahr 1924. Täglich wurden rund 5.000 Uhren und 15.000 Wecker produziert. Es entstand die Marke Pfeilkreuz-Uhr.
Wanduhr Bilderuhr Gemälde von 1840 222-01
Bild mit Rahmen 107 x 85 cm, Gemälde 79 x 59 cm, Uhr, Tiefe 17-23 cm, Zifferblatt 27 mm Ø
Oelgemälde auf Leinwand.
Das Bild zeigt das Einfahren der Ernte vor der Dorfkirche, deren Turmuhr als funktionierendes Uhrwerk gestaltet ist.
Das Zifferblatt ist weiß emalliert mit schwarzen römischen Ziffern I bis XII, ausgeschnittene Zeiger, rundes 8 Tage-Messing-Vollplatinenwerk mit Ankergang, Fadenaufhängung des Pendels , Uhrwerk intakt.
Das Werk hat einen 3/4 Doppelschlag auf 2 Tonfedern und ein seperates Angelusläutewerk auf zwei Tonfedern.
Das Werk ist signiert CAILLY AINE, nachzulesen bei Tardy S.106 "CAILLY. St. Nicolas d´Arliermont, 1840
Der "Tardy" ist ein fränzösisches Lexikon über Uhrmachernamen und Daten. Der genaue Titel: "DICTIONNAIRE DES HOLOGRERS FRANCAIS" Tardy, Paris
Eine Besonderheit bei dieser Bilder-Uhr ist das separate Werk für das Angelusläuten.
Zum Angelusläuten:
In früherer Zeit läuteten die Kirchturmglocken der katholischen Kirchen, so auch in Ahlen, morgens um 6 Uhr, mittags um 12 Uhr und abends um 18 Uhr, das "Angelus-Gebet", den Engel des Herrn, womit das Aufstehen, das Mittagsmahl und der Feierabend angekündigt wurden. Die Kirchenglocken gaben so den Arbeitsrythmus des Tages an oder riefen auch zum Besuch des Gottesdienstes auf.
Warum heute in Ahlen werktags wie sonntags morgens schon um 7 Uhr anstatt um 8 Uhr der "Engel des Herrn" geläutet wird, da u.a. zu dieser Stunde auch kein Gottesdienst mehr stattfindet, bedarf sicher der Überprüfung und im Sinne vieler Ahlener einer zeitgemäßen, toleranten Änderung.
Im "Kirchlichen Handlexikon von 1907" ist u.a. zu lesen:
Angelus Domini, "Engel des Herrn" heißt jetzt das 3malige Glockenzeichen, das morgens, mittags und abends die Gläubigen zum Beten des Angelus Domine einlädt.
Dieses Gebet, das von der Samstagsvesper bis zum Abend des Sonntags und während der ganzen österlichen Zeit stehend, sonst kniend verrichtet werden muß, wenn die Ablässe (jedesmal 100 Tage, monatl. vollkommener Ablaß; Benedikt XIII, 14.9.1724) gewonnen werden sollen, besteht während des Jahres aus 3 Ave Maria, eingeleitet von je einem auf die Menschwerdung sich beziehenden Texte...
In der Osterzeit wird (seit dem 16. Jh.) das Regina coeli statt des Angelus Domine gebetet.
Chatelaine
Die Chatelaine (von frz. [chaîne] châtelaine) ist ein dekorativer Anhänger, mit dessen Hilfe in den früheren Jahrhunderten Uhren und andere kleine Gegenstände an der Kleidung sichtbar für den Betrachter befestigt wurden.
Es ist in der Regel meistens ein Band aus Stoff, (Rippsband) Metall (Dublee) oder Edelmetall (Silber und Gold).
Ein Chatelaine dient als Trägerelement für Damen aber auch für Herrentaschenuhren und ist gleichzeitig ein schmückendes ansehnliches Beiwerk, das sowohl an der Oberbekleidung der Damen als auch bei den Herren auf der Hose unterhalb des Gürtels getragen wird, wo sich heute das sogenannte Uhrtäschchen befindet.
Im Französischen ist der Begriff châtelaine in dieser Bedeutung seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts nachgewiesen. Er entstand aus der Verkürzung des gleichbedeutenden Begriffes "chaîne châtelaine" (wörtlich: Burgherren- oder Burgfrauenkette).
Es ist natürlich, dass Menschen gewisse Dinge mit sich führen möchten.
Das sind u.a Schlüssel, ein Petschaft, Besteckteile aber auch Zeitmesser. So entstanden neben dem Bauchstrick Gürtel aus vielen Materialien. An diesen hing man zunächst per Haken wichtige Dinge, die man gleich zur Hand haben wollte. Das galt für Männer wie auch für Frauen.
Um sekundär die persönliche Stellung vielleicht auch seine Kultur oder gar seinen Reichtum zur Schau zu stellen, wurden die Taschenuhren nicht nur, wie der Name besagt, in der Tasche getragen, sondern auch an einer Kette oder einer Chatelaine sichtbar für den Betrachter gezeigt.
Im 19. Jahrhundert teilt sich die Entwicklung der Chatelaine in zwei Hauptzweige: Eine Fortführung der Chatelaine des 18. Jh. für Frauen, die daran vor allem Nähzubehör wie Scheren, Fingerhüte, Nadelbehälter etc. trugen, sowie für Männer ein Anhänger für Taschenuhren, in der Umgangssprache "Bierzipf" genannt. Auch die Männer befestigten kleine Gegenstände an der Chatelaine, am häufigsten den Uhrschlüssel und ein Petschaft an der vorderen linken Gürtelschnalle.
Aus den Chatelaines entwickelten sich auch die Berlocken, die studentischen Bierzipfel und vermutlich das Charivari.
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Chatelaine
Vier quadratische aus Metall gefertigte unechte Schmuckteile sind mit 16 dunkelroten, runden, bömischen, facettiert geschliffenen Granaten mit Krallen gefasst. In den entstandenen Mittelfeldern ist erhöht je eine Rosette mit jeweils vier spitzovalen und weiteren fünf rund geschliffenen Granaten, die mit Krallen gefasst sind, angebracht. Diese vier Einzelteile sind an der Rückseite mit Scharnieren beweglich miteinander verbunden. Bei dem oberen wie auch bei dem unteren Teil befindet sich jeweils eine Öse. In der oberen Öse sind weitere runde Ösen eingehängt. Als Abschluß befindet sich daran ein Karabiner-Haken. |
Oellampenuhr Inv. Nr. 211 03 mit gewölbtem Fuß
Bezeichnung: Oellampenuhr mit drei Bügeln
Material: Zinn, Glas
Höhe: ca. 345 mm,
Durchmesser ca. 135 mm
Brennflüssigkeit: Öl, vielleicht auch Petroleum griech. Petros= Stein, lat.oleum= Öl,
Herkunft: Niedersachsen, Westfalen
Zustand: gut, intakt, Guss- und Gebrauchsspuren
Auf rundem, aufgewölbtem Fuß mit Rand und konischem, rundem Schaft mit Reparaturstellen, befindet sich eine konische Topfform, innen mit einem Gewinde versehen. Daneben befindet sich in waagerechter Position eine Wanne mit Klappdeckel. In einem aufgesetzen Rohr der Wanne befindet sich ein Stück Docht, dessen Haupteil in der Wanne im Leuchtmittel schwimmt.
Das obere, abschraubbare mundgeblasene Glasteil wird von drei zinnernen Bügeln gehalten. Zwei Bügel tragen die Ziffern von oben nach unten VIII, IX, X, XI, XII, I, II, III, IIII, V, VI, VII. Am dritten Bügel befindet sich ein Griff, der als Aufhängung dienen kann.
Zettel unter dem Fuß 45 19328 3
Literaturhinweise:
Ullstein Uhrenbuch, Jürgen Abeler, Seite 16. Die Öllampenuhr läßt
sich nur bis in das 16. Jh. zurückverfolgen. Bei ihr zeigt der Ölstand in einem Glasbehälter an einer Stundenmarkierung auf einem Zinnstreifen die Zeit von sieben bis sieben an.
Bruckmanns Uhren Lexikon, Ballweg, Seite 132.
Öluhr, eine im Mittelalter und bis ins Barock hinein verwendete Öllampe, deren Ölpegel an einer Skala auf dem gläsernen Ölbehälter die Zeiten zeigte.
Derartige Uhren sind meist aus Zinn hergestellt und nur selten erhalten, da die Glasskala? (der Glaszylinder) zu empfindlich war.
Abb. Nr. 7 Öllampenuhr, süddeutsch um 1800 (Wuppertaler Uhrenmuseum - Sammlung Abeler.
Bassermann-Jordan/Bertele Seite 323, 324, 340. Öl-(Lampen)-Uhr Abb. 254
Öl-Lampenuhr mit Glasgefäß in Zinnfassung auf Steinsockel montiert.
Letzterer mit Tierkreiszeichen verziert; österreichisch – süddeutsche Arbeit.
Anfang 18. Jahrhundert, ca. 22 cm. Landesmuseum Johanneum
Graz. Seite 324, Öluhr aus Zinn, 1820, Höhe 35,5 cm
Germanisches Nationalmuseum, Nürnberg Seite 340. Seit dem 17. Jh.werden Öluhren bei uns häufiger, und die Zinngießer haben sich ihrer im 18. und in der ersten Hälfte des 19. Jhs. angenommen. In Mitteleuropa im 18. und 19. Jh. waren gelegentlich geeichte Öllampenuhren verwendet worden, bei denen der Behälter einer Öllampe ganz oder teilweise durchsichtig und an einer Stelle graduiert ist. Das beim Brennen der Lampe allmählich abnehmende Öl zeigt an der Skala die Brenndauer und damit die Stunden an. Auf diese Weise hatte man gleichzeitig ein Nachtlicht - eine wichtige Einrichtung am Nachtkästchen – solange man nicht über elektrisch jederzeit bereite Lampen verfügte, zusammen mit einer Nachtuhr zur Verfügung.
Museen:
Historisches Museum Basel, Uhrensammlung Nathan-Rupp, Öluhr, Öllampe aus Zinn mit Glasampulle und Schnabel für den Docht. Die Ampulle ist mit einem Gewinde über dem Fuß angebracht. Am Schnabel Klappdeckel. An der Ampulle Zinnstreifen mit den Nachtstunden von 7 Uhr abends bis 8 Uhr früh in römischen erhabenen Ziffern. Beim Abbrennen sinkt der Ölstand den jeweiligen Stunden entsprechend. Wohl Deutschland, spätes 18. Jahrhundert. Höhe: 375 mm, Durchmesser: 170 mm Inv. Nr. 1982.1221.
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Oellampenuhr Inv. Nr. 211 03 mit rundem Teller und zwei Bügeln
Bezeichnung: Oellampenuhr mit zwei Bügeln
Material: Zinn, Glas
Höhe: ca. 330 mm,
Durchmesser ca. 130 mm
Brennflüssigkeit: Öl, vielleicht auch Petroleum griech. Petros= Stein, lat.oleum= Öl,
Herkunft: Niedersachsen, Westfalen
Zustand: gut, intakt, Guss- und Gebrauchsspuren
Aus einem runden Teller mit zwei Ringen entwickelt sich ein konischer runder Schaft, der mit bauchigen dekorativen Elementen die Wanne mit dem Deckel trägt. In der Wanne verschwindet auch das Gewinde. Die Wanne hat keinen beweglichen Deckel jedoch einen Schnabel mit Öffnung für den Docht. der in der mit dem Leuchtmittel gefüllten Wanne schwimmt. An der Wanne befindet sich der Haltegriff.
Das mit einem Gewinde versehenen Rohr des oberen abschraubbaren mundgeblasenen Glasbehälters dient zur Füllung des Leuchtmittels. Der Glasbehälter wird von zwei Bügeln gehalten. Ein Bügel trägt die Ziffern von oben nach unten V, VI, VII, VIII, IX, X bis VII. Am zweiten Bügel befindet sich ein Griff, der als Aufhängung dienen kann. Der Bügel trägt das Herstelleremblem - einen schwebenden geflügelten Engel.
Ebenso wie die Hersteller von Gegenständen aus Edelmetall hatten auch die Zinngießer ihre eigene Marke zur Identifizierung.
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Bezeichnung: Oellampenuhr, Original-Glas zwischen zwei Bügeln
Material: Zinn, Glas
Höhe: ca. 340 mm,
Durchmesser ca. 130 mm
Brennflüssigkeit: Öl, vielleicht auch Petroleum griech. Petros= Stein, lat.oleum= Öl,
Herkunft: Westfalen, erworben in Füchtorf 14. April 2014
Zustand: gut, intakt, Guss- und Gebrauchsspuren
Aus einem runden Teller Ø ca. 12,7 cm mit zwei Ringen entwickelt sich ein runder Schaft, der mit bauchigen dekorativen Elementen die Wanne mit dem Deckel trägt.
Die Wanne hat einen Schnabel mit Öffnung für den Docht. der in der mit dem Leuchtmittel gefüllten Wanne schwimmt. An der Wanne befindet sich der Haltegriff mit Daumenauflage.
Der Glasbehälter wird von zwei Bügeln gehalten. Ein Bügel trägt die Ziffern von oben nach unten V, VI, VII, VIII, IX, X, XI, XII. I. II. III. IV. V. VI. Am zweiten Bügel befinden sich 3 Markenzeichen, die noch der Identifizierung bedürfen.
Stundenlicht, Kerzenleuchter mit Griff 211-02
Stundenlichter sind seit ca. 1200 bekannt
Höhe ca. 150 mm, Metall Blech, Teilvernicklung, 19. oder 20. Jh.
Aus einem runden aufgetieften geprägtem Teller ist eine runde Säule im Durchmesser von ca. 25 mm befestigt, die mit einem aufgetieften Rand im Durchmesser von
ca. 44 mm abschließt.
In dem offenen Rohr der Säule befindet sich eine verstellbare Einrichtung, ein verschiebbares Rohr, das von außen mit einem Kugelknopf bedient werden kann, um die Kerze beim Abbrennen in die richtige Position zu bringen.
Der Leuchter ist zur Zeit bestückt mit einer Stundenkerze mit einer Einteilung von 6 Stunden, die nach dem Abbrennen von je 15 markierten Millimetern eine vergangene Stunde anzeigt.
In 60 Minuten hat sich also die Kerze um jeweils eine Stunden von Strich zu Strich verzehrt.
Die Kerzenaktion war Teil einer Jubiläumsveranstaltung.
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Tempelfeueruhr in Gestalt eines Drachens





Holz geschnitzt, mit Lackdekor bemalt, Kopf, Füße, Schwanz vergoldet, Körper zeigt Intarsienarbeit aus Schildpatt und Messing.
Herkunft: Südchinesische Provinz Fukien, um 1760, 67 cm lang
Im Leib des Drachen: Zinnwanne mit neun Bügeln zum Halten des Dochtes/Räucherstäbchens. Darüber 9 Fäden mit je zwei Bleikugeln (ersetzt).
Diese Feueruhr wurde in den Tempeln benutzt, um die Meditationszeiten der Mönche einzuteilen. Ein im Drachenkorpus liegenes Räucherstäbchen brennt in Intervallen die über ihm gespannten Fäden durch, so daß die daran hängenden Kugeln hörbar in einen darunter stehenden Gong fallen.
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228-01
20 Dollar Münze als Uhrgehäuse
Taschenuhr-Anhängeuhr
Anker, Ø 34 mm, intakt
Krone mit Steinbesatz
6029 SWISS MADE
Lauffähig
Doublee
Anhängeuhr, Halsuhr Bergkristall, achteckiges Gehäuse um 1640, einzeigerig

Vorder und Rückseite mit eingerahmten facettierten Bergkristallen verglast.
Gehäuse in Bronze, Messing, feuervergoldet,
Gehäuse mit umlaufend gravierten Marinesujets, eine
bedeutende Uhr in der Zeitgeschichte.
Maße mit Öse: Länge ca. 62 mm, Uhrgehäuse mit Stift: ca. 47 mm, Breite des Uhrgehäuses: ca. 27 mm.
Das achteckige Zifferblatt liegt sichtbar hinter dem vorderen achteckigen Bergkristall, der in einem dekorativen Glasrand gefaßt ist. Der achteckige Bergkristall wird zum Öffnen des Gehäuses durch ein Scharnier bewegt und vorher durch einen drehbaren Hebel gelöst wird. Zifferbaltt und Zeiger liegen dann frei.
Im Zentrum des Zifferblattes und dessen Umrandung befindet sich der Eisenzeiger mit Pfeilspitze und kleinem Konterzeiger. Im inneren Zifferbalttkreis befindet sich eine Stadtsilhouette, eine Stadtansicht mit Dächern und Türmen. Das Stadttor ist zu erkennen. Der Weg aus dem Tor führt mit einer Brücke über einen Fluß, auf dem sich ein Kahn mit einer Person befindet. Diesseits des Ufers ist ein Reiter mit Kopfbedeckung auf laufendem Pferd dargestellt, die Füße in Steigbügeln. Vor dem Pferd mit Reiter geht eine Person, die eine Stange (Lanze?) trägt.
Im Zifferblattring befinden sich in römischen Zahlen von I bis XII die Stundenzahlen. Die Zwischenräume bei den Stundenziffern sind mit kleineren Strichen als Halbstundenzeichen markiert.
Die Räume zwischen dem äußeren Zifferblattring und dem Achteck sind im oberen Teil mit Früchten und Blattwerk in einer Girlande dargestellt. Im unteren Teil befinden sich rechts und links von der Mitte zwei weitere Girlanden, darüber ein Engelgesicht mit zwei Flügeln. Die Gesamtabbildungen auf dem Gehäuse der Uhr zeugen von meisterlichem Können des Ziseleurs/Graveurs.
Das trifft ebenfalls auf die Darstellungen der sechs Seitenflächen des Gehäuses zu.
Sie zeigen Meeresszenen, zwei dem Sturm trotzende Segelschiffe, Fischer in ihren Booten, Fische, ein Meerungeheuer, ein untergehendes Schiff und Möven.
Im Gehäuse befindet sich noch das Originalwerk. Leider ist das Werk im Bezug auf die Hemmung wie bei vielen alten Uhren aus der Zeit, den neuen Erfindungen Rechnung tragend, umgebaut.
Diese Anhängeuhr mit Bergkristall soll lt. Auskunft des Schweizerischen Auktionshauses aus der Sammung Faruk, ehemaliger König von Ägypten von 1936 bis 1952 stammen. Faruk wurde am 11. Februar 1920 in Kairo geboren und starb am 18. März 1965 in Rom.
Die Uhr hängt in einem ovalen aus Holz gefertigten vergoldeten Rahmen auf dunkelblauem Samt an einem Messinghaken.
Er wurde angefertigt und ist ein Geschenk von Frau Mathilde (Mati) Villa-Rosino Turin/Italien.
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Im Jahre 1543 landeten die ersten Portogiesen, von Macao aus kommend, auf der südlichen japanischen Insel Kiuschu.
1549 brachte der Missionar Franz Xaver (1506-1552) die erste europäische Uhr als Geschenk nach Japan. Bis zur Ankunft der Portugiesen kannten die Japaner nur Wasser-, Sonnen- und Feueruhren.
Zu dem Zeitpunkt, als die Japaner ihre ersten Räderuhren fertigten, blieben sie bei ihren Zeiteinteilungen. Sie übernahmen nicht das europäische Zeitsystem, die Äquinoktialstunden, also die 12 und 12 Stunden, den 24 Stundentag.
Sie bauten zunächst zwei Werke unter zwei Platinen, das sind die Deck-Platten, in denen sich die Achsen der verschiedenen Räder bewegen. Die beiden Werke in einem Gehäuse wurden unabhängig voneinander durch Gewichte angetrieben.
Diese beiden Werke in japanischen Uhren waren notwendig, weil mit dem einen Werk die Tag- und mit dem anderen Werk die Nachtstunden angezeigt wurden. Da die Sonnenauf- und -untergänge in Japan wie bei uns unterschiedlich sind, wurde 14-tägig der Gang der Uhr geändert. Zusatzgewichte, die der Regulierung dienten, wurden versetzt d.h. wenn es auf den Winter zuging, wurden die Regulierungsgewichte der Taguhr nach innen versetzt. Damit lief die Uhr am Tag schneller. Setzte man die Gewichte für die Nachtuhr nach außen, lief das Nachtuhrwerk langsamer.
Die japanische Zifferblatteinteilung war ebenfalls anders. Man zählte nicht von 1 - 6 die Tag- und von 1 - 6 die Nachtstunden, sondern zweimal rückwärts von 9 - 4. Der Punkt nach europäischer Zeitrechnung 24 Uhr war gekennzeichnet durch die Ziffer 9. Auch der Schlag auf Glocke war anders. Bei den ungeraden Stunden schlug die Uhr einmal und bei den geraden Stunden zweimal, es gab sogenannte Doppelstunden. Die Doppelstunden wurden in acht, zehn oder auch in sechs Segmente unterteilt.
Später gab es dann Zifferblätter, bei denen Sternkreiszeichen als Stundenmarkierungen dienten, also eine Zwölfereinteilung. Für uns scheint das alles sehr kompliziert zu sein.
Die Literatur, soweit bekannt, nennt keine exakte Zahl, wann die Japaner das europäische Zeitsystem übernommen haben (um 1900 ?) aber sie zählen mit zu den Völkern, die ihrem Zeitsystem am längsten treu blieben.
Japanische Laternenuhr Doppelspindeluhr
mit Wecker. Geschlossenes , allseitig ornamental graviertes ziseliertes Messing-Gehäuse mit Eisenwerk. Höhe ca. 29 cm, Fuß ca. 12 x 12 cm
Flache offene Glocke. 2 Spindeln mit Waagbalken für Tag und Nachtstunden mit automatischer Umschaltung. Vorgesetztes Zifferblatt mit zehngeteilten Stunden , Ausgeschnittenen Eisenzeiger und Weckerscheibe, Spindelgang mit Gewichtszug. Wecker mit seperaten Schnurzug.
Um 1730-60 („frühe japan. Uhr“)
Vier Eisenstangen tragen einen viereckigen nach außen gestellten Boden, der seitlich mit floralen, je verschiedenen Fantasie-Dekoren graviert ist. Auf dem Boden sind an den Ecken 4 Eisenstangen angebracht, die mit Messingplatten verkleidet sind. 2 dieser Deckplatten sind als Türen mit Scharnieren versehen. Beim Öffnen schaut man seitlich in das Werk. Vorderseiten der Türen wie auch der Rückseite sind ebenfalls mit verschiedenen floralen Fantasiedekoren versehen. Frontplatte auch mit floralen Fantasiedekoren hat einen Zifferblattring mit drei Einteilungen, sowie 2 Fensterchen; deren rechtes hängt mit der Uhrenfunktion zusammen, das linke hat keine Funktion mehr. Obere Deckplatte ist aus Eisen, aus der in der Mitte eine Säule ragt, auf der eine Metallglocke befestigt ist, In dem Freiraum zw Glocke und Boden befinden sich zwei Waag-Balken mit Gewichten. Der Hammer schlägt von innen an die Glocke. Ein Doppelkugelhammer schlägt ebenfalls, wenn die Weckerfunktion ausgeführt wird, an die Glocke.
Aufgesetzter Ziffernring, 24-Std-Einteilungen für Tag- und Nachtstunden. 120-Teilung, frühes japanisches Kreiszifferblatt (vgl. Brandes, S. 47, Abb. 26), kein Zeiger, sondern kleines Knöpfchen, das zugleich den Weckerstift hält. Äußerer Ziffernring: 12 Zeichen des chinesischen Tierkreises (12 Doppelstunden = 24 Std), innerer Ziffernring: alte japanische Zahlzeichen, Zwei Fenster zeigen 10 Elemente und 12 japan. Tierkreiszeichen.
Verstellbar, Eisen, dekorativ ausgeschnitten, Weckscheibe mit Vorrichtung für Stiftauslösung.
Schlagwerk und Wecker mittels dritter Spindel , Glocke wurde repariert; japanische Schlagfolge.
5 Gewichte aus Eisen.
Lauffähig
Die Uhr steht auf nicht dazugehörender Konsole.
Diese Uhr befindet sich zur Zeit nicht in der Museumspräsentation an der Oststr. 69 in Ahlen.
Auf den dargestellten Bildern, sind die Gewichte nicht zu sehen.
Japanische Tag- und Nachtlampenuhr, 226 -21 vergoldet, Höhe 290 mm
Messing gegossen. Auf einem runden aufgewölbten Fuß ca. 100 mm im Durchmesser und ca. 6 mm hoch mit 2 Rillen in einem Runddrahtkreis
befindet sich ein Aufbau mit einem Nodus von ca. 40 mm im Durchmesser und ein weiterer Aufbau, der eine Hülse, eine runde Dose im Durchmesser ca. 50 mm und einer Höhe von ca. 60 mm trägt.
In dieser Dose befindet sich das Uhrwerk. Das Uhrwerk mit einem Bipolarpendel wird aufgezogen mit dem Zeiger, der aus zwei Teilen besteht.
Der obere Teil des Zeigers ist abnehmbar und dient als Aufzugschlüssel.
Bei einem Bipolarpendel ist eine Beschwerung oberhalb des Drehpunktes.
Ein weiterer Aufbau wird von 2 seitlichen angeschraubten Klammern gehalten. In diesem Aufbau befindet sich der Tank für die Tran- (Oel) Füllung und ein weiterer Aufsatz mit einem Rohr, aus dem der Docht kommt und zur Flamme angezündet wird und damit das Zifferblatt wie auch die Umgegend beleuchtet.
Aus der Dose mit dem Werk kommt eine Welle, auf der ein Zahnrad aufgesteckt ist, das wiederum in ein größeres Zahnrad greift. Das Zahnrad bewegt sich auf einer Achse, auf der zwei Metallscheiben stecken, in deren Mitte eine rote Glasscheibe aufgesteckt ist, deren Vorderseite als Zifferblatt dient und in dessen Mitte ein festehender Zeiger angebracht ist. In dem Zifferblatt, das sich beim Laufen der Uhr nach rechts dreht, sind Striche und Zeichen eingeschliffen, sodass alle Zeichen glasklar erscheinen. Die Scheibe dreht sich so, dass stets die aktuelle Stunde besonders beleuchtet ist.
Zunächst hat die rote Scheibe, das Zifferblatt, drei Kreise, die wiederum eine Zwölfereinteilung zeigen
Die Zeitmessung nach den 12 chinesischen Tierkreiszeichen
Die 12 Tierkreiszeichen wurden in Ostasien auch zur traditionellen Zeitmessung eingesetzt.
Ein Tag wurde dabei in 12 Stunden gegliedert, wobei eine Stunde nicht wie bei uns 60, sondern (durchschnittlich) 120 Minuten umfasste. Genau genommen wurden die Zeitspanne zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang in jeweils 6 Stunden eingeteilt, wobei auf unterschiedlich lange Tage auf Grund der Jahreszeit keine Rücksicht genommen wurde.
Grob konnte der Tag so gegliedert werden: Mitternacht entsprach der Stunde der Ratte, die bei den Himmelsrichtungen den Norden repräsentiert, Sonnenaufgang (im Osten) war die Stunde des Hasen, Mittag (im Süden) die Stunde des Pferdes, Sonnenuntergang (Westen) die Stunde des Hahns. Die heute gebräuchlichen Ausdrücke gozen (Vormittag) und gogo (Nachmittag) bedeuten wörtlich "vor dem Pferd" und "nach dem Pferd" und gehen auf diese Art der Zeitmessung zurück.
Die einzelnen Tierkreiszeichen werden den Uhrzeiten wie folgt zugeteilt:
|
Bezeichung |
Kanji |
Uhrzeit |
|---|---|---|
|
Stunde der Ratte |
子時 |
23:00-01:00 |
|
Stunde des Rindes |
丑時 |
01:00-03:00 |
|
Stunde des Tigers |
寅時 |
03:00-05:00 |
|
Stunde des Hasen |
卯時 |
05:00-07:00 |
|
Stunde des Drachen |
辰時 |
07:00-09:00 |
|
Stunde der Schlange |
巳時 |
09:00-11:00 |
|
Stunde des Pferdes |
午時 |
11:00-13:00 |
|
Stunde des Schafes |
未時 |
13:00-15:00 |
|
Stunde des Affen |
申時 |
15:00-17:00 |
|
Stunde des Huhns |
酉時 |
17:00-19:00 |
|
Stunde des Hundes |
戌時 |
19:00-21:00 |
|
Stunde des Ebers |
亥時 |
21:00-23:00 |
Alte Zeiten, neue Zeiten
Die Meiji-Ära war eine fortschrittsgewandte Epoche in der japanischen Geschichte. 1872, als die Meiji-Ära vier Jahre alt war, beschloss Japans neues Parlament, die alte japanische Zeitmessung abzuschaffen und die Zeitmessung der westlichen Länder einzuführen. Das alte System teilte die Helligkeits- und die Dunkelheitsphasen in je sechs gleich lange Segmente auf. Gemäß dem Wechsel der Jahreszeiten veränderte sich auch die Länge der taghellen und der nachtdunklen Phasen – und mit ihnen die Länge der zwölf „Stunden“ des Tages. Uhren aus der Zeit vor der Meiji-Ära wurden diesem Wechsel jeden Monat neu angepasst. Dabei ersetzte jeweils eine neue Skala auf dem Zifferblatt die Skala des vorherigen Monats. Die Skalen unterschieden sich in der Länge ihrer „Stunden“. Die politischen Führer der Meiji-Ära verabschiedeten sich von diesem System im Zuge ihrer Bestrebungen, sich dem Westen in wissenschaftlicher und technologischer Hinsicht anzunähern. Auf diese Weise ebneten sie der japanischen Uhrenindustrie den Weg zum Wachstum.
Ein japanischer Besucher des Museums meinte zu dieser Uhr, der Tank sei in Japan mit brennbarem Fischtran gefüllt gewesen.
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Japans Zeitmesser gingen früher anders.
Später gab es dann Zifferblätter, bei denen Sternkreiszeichen als Stundenmarkierungen dienten, also eine Zwölfereinteilung. Ab 1866 waren die Japanischen Uhrensysteme mit ihrer alten Zeiteinteilung nicht mehr gültig.
Diese ursprüngliche Zeitrechnung hatte im Gegensatz zur westlichen Zeitrechnung eine feste Einteilung des Tages in zweimal zwölf Stunden. Der anfänglichen japanischen Zeiteinteilung liegt vielmehr die Uhreneinteilung des „natürlichen Tages“ zugrunde, das ist die Zeitspanne zwischen der morgendlichen Dämmerung und der abendlichen Dunkelheit.
Tag und Nacht hatten auf dieser Grundlage verschiedene Längen und diese wiederum waren abhängig von der Jahreszeit. Jede Tag- und Nachtschicht war jeweils in sechs gleichlange Zeitspannen eingeteilt.
Ein Sechstel des Tages im Sommer war daher erheblich länger als das gleiche Sechstel des Tages im Winter.
Es gab im Wesentlichen drei verschiedene Arten Japanischer Uhren, die mit dem altertümlichen Zeitsystem arbeiteten.
Es handelte sich erstens um Uhren, die von Gewichten getrieben wurden.
Zweitens gab es tragbare Federuhren.
Und drittens gab es Uhren in einem schmalen hölzernen Behälter.
Sie wurden an einem Hauspfeiler oder einer anderen prominenten Stelle aufgehängt. Diese Art mit geradliniger Ziffernskala wurde auch als
Pfeileruhr, Languhr oder „Pillarclock“ bezeichnet.
Es ist schon etwas Besonderes, originale Japanische Uhren, die vor der Übernahme der westlichen Zeit im Gebrauch waren, zu besitzen und dieselben in einer Ausstellung zeigen zu können.
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Im Museum im Goldschmiedehaus Ahlen befindet sich eine Japanische
Shaku-Dokei-Clock = Pfeileruhr/Säulenuhr
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| Dieser verglaste Holzkasten deckt das Werk ab |
Das Messingwerk steht auf einer Platine als Trägerelement. Darauf stehen vier ca. 92 mm lange dekorative Säulen, die durch das Messingdeckelement hindurchgehen. In diesem offenen Gehäuse befindet sich das Werk.
Die vordere turmartig gearbeitete Platte mit ausgesägten und nachgravierten Orchideenblüten trägt eine runde Scheibe als Zifferblatt im Durchmesser von ca. 28 mm, in deren Zentrum sich ein Messingzeiger auf einer Achse befindet, der sich beim Schwingen der Unruh im gleichen Takt ruckartig bewegt.
Das Zifferblatt hat eine Sechsereinteilung mit den arabischen Ziffern 1.2.3.4.5.6., die von einem sich drehenden Zeiger angezeigt werden.
Ein weiterer Zifferblattring hat 60 Einteilungen?
Das Vierkant der Aufzugswelle befindet sich vor der mit Blüten verzierten Platte. Auf dieser Welle befindet sich auch eine Spule, die den Faden beim Aufziehen der Uhr mit dem anhängenden Gewicht aufnimmt.
Auf dem Gewicht befindet sich außerhalb des Holzgehäuses ein feststehender dekorativer Zeiger, der die Zeit auf der mittleren Skala anzeigt.
Das Werk hat 4 Räder und Triebe.
Außerhalb auf dem Gehäusedeckel ist die Unruhe mit Spirale angebracht, im Werk die Spindelhemmung mit Lappen und Radunrast.
Das Gehäuse ist auf ein Holzbrett geschraubt und mit einem verglasten Holzkasten abgedeckt.
Auf dem unteren Holzkasten ist eine Leiste mit 12 rautenförmigen, verschiebbaren Messingplättchen für die Stundeneinteilung angebracht. Verschiebbar deswegen, weil die Sonnenstunden im Sommer (der lichte Tag) länger sind als im Winter und umgekehrt.
(Toki = japanisch für Stunde).
Der Holzkasten schließt unten mit einer Schublade zur Aufbewahrung des Schlüssels ab. Schlüssel nicht vorhanden.
Die Gesamtlänge des Holzbretts beträgt ca. 425 mm.
Die Breite ca. 60 mm.
Material: Holz, Palisander?, Messing, Glas
Herkunft: Japan, gebaut nach 1800
Gehäuse: Das Holzgehäuse besteht aus mehreren Teilen.
Aufhängeöffnung im Wandbrett.
Zustand der Uhr: gut, gangbar, normale Gebrauchsspuren
Literatur: Ullstein Uhrenbuch von Jürgen Abeler, Seite 210,
Bruckmanns Uhrenlexikon
Bassermann Jordan/Bertele
Museen: Historisches Museum Basel
(Uhrensammlung Nathan Rupp) Katalogseite 121, Nr. 88 u. 89
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Tischuhr, Renaissance, Kruzifix-Uhr (Automatenuhr) 226-04
Zeitlich könnte die Kruzifixuhr um das Jahr 1640 im süddeutschen Raum entstanden sein. Sie ist aus Bronze, feuervergoldet, hat einen Ziffernkranz aus Silber und steht auf einem Holzsockel.
Die Gesamthöhe beträgt 30,5 cm. Der Kreuzstamm ist 17 cm und der Querbalken 7,7 cm lang. Der Sockel einen Durchmesser von 14 cm.
Auf dem Sockel mit Unterlegscheibe aus Holz (Dreifuß) befindet sich eine aus Bronze gegossene Kreuzigungsgruppe: Maria, Johannes und der gekreuzigte Christus. Die Zeitanzeige erfolgt durch eine drehbare Kugel mit Ziffernkranz am oberen Ende des Kreuzes. Das Geh- und Schlagwerk der Uhr ist unterhalb der Kreuzigungsgruppe im Sockel untergebracht und mit einer langen Welle durch den Kreuzesstamm mit dem drehbaren Ziffernkranz verbunden.
Der Sockel ist aus gegossener Bronze; die Oberfläche wurde nachziseliert (negative Perlpunzierung). Ornamente des Frieses: Perlschnur und Palmetten.
Umrandung des Geh- und Schlagwerkes der Uhr durch eine Galerie mit 16 ausgesägten Pfeilern (Klangkörpern). Der Deckel, aufklappbar durch ein Scharniergelenk, verdeckt das darunter befindliche Uhrwerk und ist zugleich Fundament für die auf ihm stehende Kreuzigungsgruppe. Florale Ziselierungen wollen Landschaftseindrücke hervorrufen.
Kanonisierte Dreiergruppe; rechts und links des Kreuzes stehen Maria und Johannes. Ihre Gewänder sind von einem starken Faltenwurf gekennzeichnet.
Der Vergleich mit parallelen Kruzifixuhren läßt die Vermutung zu, dass am Fuße des Kreuzes ein Totenkopf (Adam) vorhanden gewesen sein muß, der sich stündlich zum Schlag der Glocke bewegte. Die Balken des Kreuzes sind mit einer floralen Gravur reich verziert. Die nicht zu Ende geführte Gravierung am oberen Ende des Kreuzes sowie ein Gewindeloch läßt hier ursprünglich eine Inschriftstafel vermuten.
Corpus: Drei-Nagel-Kruzifix; Annagelung am Fuß und im Handteller. Die linke Hand ist leicht beschädigt (Finger abgebrochen). Der Typus des 3-Nagel-Kruzifixes läßt jedoch kein Bewegungsmotiv erkennen; Der Korpus verharrt in einer unentschiedenen Haltung. Jesus ist sanft entschlafen. Seine Arme sind leicht schräg nach oben gezogen und sein Haupt ist zur rechten Seite geneigt (Kennzeichnung des toten Christus). Sein Gesicht ist charakterisiert durch langes Bart- und Nackenhaar; eine Dornenkrone fehlt. Bekleidet ist der Corpus mit einem Lendentuch, das an der rechten Körperseite zusammengeknotet ist und dort in einer längeren Stoffbahn herunterfällt. Die linke vorgeschobene Hüfte ist frei. (Vergleiche Kruzifixuhr Deutsches Uhrenmuseum Furtwangen)
Am oberen Ende des Kreuzes befindet sich eine drehbare Kugel mit Ziffernkranz (Äquatorialziffernkranz) und feststehendem Zeiger. Zeitanzeige durch römisches Ziffernsystem (ab 16. Jh. arabische und römische Ziffern üblich mit der Abweichung IIII statt IV)
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Tischuhr, Mysterieuse, Metallguß vergoldet.

Maße: ca. 27,4 cm hoch, Durchmesser des Fußes ca..7,2 cm und Zifferblatt mit Gehäuse ca. 8,3 mm
Der Zauber einer Uhr!
In einem Kinderspiel heißt es: "Ich kann etwas, was du nicht kannst". Kinder sagen: "Ich kann zaubern".
Auch wir Erwachsene unterliegen manchem Zauber.
Wenn wir den zur Zeit größten Magier David Copperfield im Fernsehen oder bei einer Bühnenschau betrachten, sind wir stets darauf bedacht, vielleicht doch ein Geheimnis bei seinen visuellen Zaubereien zu entdecken.
Seine geniale Perfektion und sein Charisma lassen den stärksten Realisten kleinlaut werden; denn wir alle wissen, daß er keine Wunder vollbringt, aber dennoch lassen wir uns verzaubern. Er lädt uns in eine geheimnisvolle Welt ein und wir folgen ihm.
Die Geschichte lehrt uns noch andere Beispiele, nämlich Menschen, die behaupteten, Gold machen zu können, die Alchemisten.
Einer war der Apotheker namens Johann Friedrich Böttger. (1682 1719) Er behauptete allen Ernstes, er könne Gold machen. Sein Landesvater, August der Starke, Kurfürst von Sachsen und König von Polen, (1694 - 1733) machte kurzen Prozeß mit Herrn Böttger und brachte ihn in die Albrechtsburg in Meissen, von wo es kein Entrinnen gab. Nun, Gold hat er nicht hergestellt, aber bei seinen Experimenten entstand rein zufällig das heute so begehrte Porzellan; denn in der Nähe der Albrechtsburg wird Kaolin gefunden, das für die Porzellanherstellung notwendig ist.
Interessant ist auch die alte Feststellung, wenn uns etwas mysteriös vorkommt und nicht sofort begreifbar erscheint, sagte man: "Das geht mit dem Teufel zu".
So ist es verständlich, daß man auch bei der Herstellung von Uhren etwas Geheimnisvolles entwickelte zum Erstaunen des Betrachters.
Diese Uhrentypen nennt man "Mysterieuse". Eine solche Mysterieuse finden wir auch im Museum im Ahlener Goldschmiedehaus, die ich vorstellen möchte.
Auf einem Sockelaufbau, in dem sich das Werk befindet, ruht eine achteckige, sich nach oben verjüngende Säule, die das durchsichtige, gläserne Zifferblatt mit einer starken Umrandung trägt. Zu sehen sind die beiden Zeiger und die Stundenziffern. Wie aber sind die Zeiger mit dem Werk verbunden? Wie drehen sie sich? Läuft die Uhr überhaupt? Ist ein Magnet im Spiel? Fragen über Fragen, man sieht keinen Hebel, kein Zahnrad.
Nun, Sie als Leser dieser Zeilen sollen das Geheimnis erfahren, wenngleich ein Zauberer niemals seine Tricks verrät.
Bei dieser Uhr gibt es keine Zauberei.
Das Werk, die Maschine, befindet sich im runden Sockel mit dem ausgeprägten Bogenfries.
Eine nicht sichtbare Achse, auf deren Ende ein Zahnrad befestigt
ist, führt durch die hohle, achteckige, konisch verlaufende Säule zu einem achteckigen Rahmen. Dieser Rahmen ist beidseitig verglast. Das rückwärtige Glas ist mit den Ziffern 1 - 12 bemalt. Zwischen den beiden Gläsern sind zwei Ringe eingepaßt, die für den Betrachter unsichtbar und auf der Außenseite mit einem Zahnkranz versehen sind. Diese beiden Zahnkränze fassen in das Zahnrad und in eine Schneckenübersetzung, die die Verbindung über die Achse zum Werk herstellt.
Beide durchsichtigen Gläser sind in der Mitte durchbohrt. Durch diese Löcher führt eine Achse, auf die die Zeiger lose gesteckt sind. Die sonst immer freien Zeigerspitzen, und das ist eben das Außergewöhnliche, sind in die zwei sich drehenden Ringe mit dem Zahnkranz eingesteckt. So ist das Geheimnis der Zeitangabe gelüftet.
Die Uhr ist ca. 24,6 cm hoch und in Deutschland um ca.1890 hergestellt. Das Ankerwerk funktioniert noch.
Das Gehäuse ist vergoldet. Sollte damit ein goldenes Zeitalter beginnen?
Unwillkürlich stellt man die Frage: "Warum so kompliziert, wenn es doch einfacher geht?"
Dann wäre es eben keine "Mysterieuse".
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Tischuhr Mysterieuse, Werk in obiger Holzkugel, Papierziffernblatt 222-02
Maße: Sockel ca. 240 x 120 mm, Höhe ca, 455 mm
Getreppter brauner Holzsockel, darauf Rahmen mit geteiltem Dach. Dazwischen ein quadratischer Holzsockel, auf dem sich eine schwarze Holzkugel mit inliegendem Werk befindet. Die Zeitanzeige geschieht durch eine Welle, die vom Werk hinter dem Zifferblatt mit einer Übersetzung zu den beiden schwarzen Zeigern gelangt. Diese Mechanik ist auf der Rückseite durch einen verglasten Rahmen zugängig.
Beim Werk handelt es sich um ein Zylinderwerk mit der Nr. 1721 5. Uhr ist lauffähig. Das bedruckte Zifferblatt aus Papier zeigt die römischen Ziffern von I - XII, 60 Minuterie mit Strichen sowie im Zentrum Chronos. Neben Chronos ist abgebildet ein verdorrter Baum, eine Sanduhr, eine Sense und eine sich windende Schlange. Das Zifferblatt ist beschriftet mit Fischer, Rottenburg. Das war der Grund, die Uhr wegen dieser Signierung zu erwerben und weil es sich um eine Mysterieuse handelt.
Das Zifferblatt ist neben seiner Vergilbung an zwei Stellen eingerissen.
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Seechronometer
Dreiteiliger Kasten mit Messingbeschlägen, zwei eingelassenen Traggriffen und Schauglas. Messing/Kardanikgehäuse mit planverglaster Schraublünette. Versilbertes Zifferblatt mit römischen Zahlen.
Down up Auf ab 0 - 54 zwischen 18 + 30 Wind John Poole 1832 - 1881, England, (steht im Loomes Seite 188) The Gold Medal Paris 1867 John Poole - Maker to the Admirality 57 Fenchurch St. London 4443 Prize Medals - London 1862 Paris 1855 Spade-Goldzeiger, Platinen haben ein Muster, kleine Quadrate geometrisch aneinandergereiht, in der Mitte Kreis oder Punkt-Dekorschliff Vier profilierte (Rillen) Pfeiler, gebläute Schrauben mit Kette und Schnecke, Unruh mit zwei zylindrischen Gewichten und vier Schrauben, Diamantdeckstein, Federchronometerhemmung, Gesperrad mit Haken.
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Sextant und Oktant Nautik
Nautik (lateinisch, Schifffahrtskunst, eine Wissenschaft, die sich mit der Seefahrt
befasst).
Die Zeitermittlung, die Zeitüberprüfung erfolgt bei einigen Sternwarten, die auch die amtlichen Gangzeugnisse für Chronometer erstellen, unter anderem mit einem Sextanten.
Mit einem Sextanten, der freihändig benutzt wird, fixiert man bestimmte Gestirne an.
Mit einem Fernrohr wird durch den unbelegten Teil einer feststehenden Glasplatte der eine Stern anvisiert. Mit einem Spiegel, dessen Drehung an einer Skala abgelesen werden kann, wird über den spiegelnden Teil der zweite Stern anvisiert. Aus der Drehung des Spiegels wird der Winkelabstand der Gestirne berechnet.
Die Forschung geht davon aus, das Tycho Brahe, ein dänischer Astronom, 1546- 1601, den Sextanten aus einem Zirkel entwickelt hat.
Der Sextant dient auch zu Navigationszwecken
Das wichtigste und unentbehrlichste Navigationsinstrument ist aber der Kompass. Eine Navigation ohne ihn ist praktisch nicht möglich.
Für die Bestimmung des sicheren Kurses, des jeweiligen Standorts des Schiffes auf hoher See und die Messung der Schiffsgeschwindigkeit sind die Leitinstrumente wie der Seekompass, der Sextant oder ein Oktant (von lateinisch octo = acht) auch ein Winkelmessinstrument und entsprechende Seekarten notwendig.
Im praktischen Gebrauch liegt der Unterschied zwischen den beiden
Winkelmessgeräten Sextant und Oktant allein im Messumfang.
Der Messbereich des Oktanten reicht bis etwa 90 Grad, während der
Messbereich des Sextanten 120 Grad umfasst.
In den ganz wenigen Fällen, in denen das Gestirn hinter dem Beobachter
steht, so dass der Messwinkel 90 Grad übersteigt, ist ein Sextant
wirklich notwendig.
Bei allen übrigen Gelegenheiten lassen sich beide Instrumente benutzen,
wenngleich heute fast nur noch der Sextant in Gebrauch ist
(Hier sind zwei Sextanten ausgestellt)
Sextant
Messing, Maße ca. 30 x 32 cm , Höhe ca. 11,5 cm
Etui, Holz mit Messingbeschlägen
geschätzt 20. Jh.
Zeigt Gebrauchsspuren. Max. Winkel 120 Grad
Theodolit ist ein Winkelmessinstrument, das zur Messung von Horizontalrichtungen, Zenit oder Vertikalwinkeln verwendet wird,
Oktant
Aus Brockhaus Band 4, Seite 58:
( von lat. octo " acht")
1.) Mathematik; jeder 8 Teile,in die der ganze Raum durch ein dreiachsiges Koordinatensystem geteilt wird.
2.) Sternbild am Südpol des Himmels
3.) ein Winkelmeßinstrument für die Schiffsbestimmung ähnlich dem Sextanten.
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Der Theodolit, ohne Etui ist aus Messing.
Theodolit ist ein Winkelmessinstrument, das zur Messung von Horizontalrichtungen, Zenit oder Vertikalwinkeln verwendet wird,
Der Theodolit, alte nr. 511-03 ohne Etui ist aus Messing. Die Instrumente sind ca. 15 x 10 x14 cm
Großer Kompass, 2 Libellen und Fernrohr
Gebaut bei T. Cooke, London

In den Westfälischen Nachrichten vom 22. Juli 1999 „Blick nach Münster“ entdeckte Werner Fischer eine Information „Gnadenstoß für die alten Groschengräber“ Parkuhren werden durch Automaten ersetzt. Mit Anruf am 27. Juli 1999 im Ahlener Rathaus informierte sich Werner Fischer über die Situation in Ahlen und erhielt die Bestätigung, dass auch in Ahlen die Parkuhren durch Parkschein-Automaten ersetzt werden. Er trug seine Bitte vor, für das Museum eine ausrangierte Parkuhr zu erhalten. Der Bitte wurde entsprochen. Wer ins Museum kommt oder es verläßt, muß an diesen Groschengräbern vorbei, die u.a. heute keinen Euro mehr annehmen könnten.
Porte montre, Denkmal, Mutter Anna mit Maria, Bronze 223-13
Maße: Sockel mit 4 Füßen ca. 90 mm, Würfel 50 x 50 mm, Höhe 183 mm.
Auf einem runden Metallsockel mit vier Füßen mit geschmückten Motiven ruht ein Würfel mit vier Pfeilern. Auf der Vorderseite in einem romanischen Bogen ist die Basilika von S. ANNE D' AURAY zu sehen. Auf den drei anderen Seiten sind jeweils zwei gotisierende Fenster zu sehen. Eine Platte mit Dekor nimmt einen achteckigen Sockel auf, der an zwei Seiten beschriftet ist mit: S. ANNE und D' AURAY. Das Bild auf der Vorderseite bedarf noch der Erklärung.
Auf dem Sockel stehen zwei Figuren. Als Hauptfigur ST. ANNA und daneben ihre Tochter MARIA; die Mutter Jesu.
St. Anna trägt einen Brustschmuck, auf dem Kopf einen Hut, der einer Krone gleicht. In der rechten Hand ist ein Haken angebracht, an den eine Uhr gehängt werden kann.
Die Mutter Gottes als Kind trägt eine Krone, die rechte Hand auf die Brust gelegt und die linke Hand zeigt zum Himmel oder auf ihre Mutter Anna.
Diese Darstellung stammt aus dem katholischen französischen Wallfahrtsort Saint-Anne-d'Auray in der Bretagne.
Z. Zt. bestückt mit einer DTUhr mit echt silbernem Gehäuse, Zylinderwerk. 6 Rubine, Nr. 392263, lauffähig
Um Uhren vor Staub zu schützen, wurden schon früh durchsichtige Glasbehälter entwickelt. Sie haben meist die Form eines Glaszylinders, der unten offen ist, um ihn über die Uhr zu stülpen. als Boden dient meist eine Holzplatte. In der Fachsprache heißen diese Glasstürze Dome.
Porte montre, Glasdom, Plastik, 223-21
Maße: Runde Holzplatte ca. 90 mm, Gesamthöhe ca. 125 mm
Der Holboden ist mit einer Messingplatte belegt: Geschenk an Raphael Fischer von Pater Bücker.
In diesem Dom hängt eine echt silberne Taschenuhr mit Bügel, Zylinderwerk 10 Rubis, Gehäuse punziert mit Halbmond und Krone im Rechteck 0,800, die Zahl 46 und in Versalien GALONNE, Auerhahn im Dreieck sowie verschiedene Reparaturzeichen. Zweiter Deckel in Metall und 46. Das Zylinderwerk ist lauffähig und punziert mit GLOTOS DÈPOSÈ. Das Zifferblatt weiß emailliert mit römischen schwarzen Ziffern, 60 Minuterie, kleine Sekunde mit Sekundenkreis sowie zwei durchbrochene Zeiger und Sekundenzeiger. Der Rückdeckel ist guillochiert mit Wappen.
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Porte montre, Metall, Athlet mit Hantel 223-12
Maße: ca 120 x 130 mm. Höhe 280 mm
Vier Füße tragen einen Gestell außen mit diversen Dingen geschmückt, wie Schießscheibe, Spielkarten, Kegeln. Im Zentrum liegt eine herausnehmbare Schale, die als Aschenbecher genuztz werden kann.
Das Gestell dient aber auch als Sockel für eien Turner in der linken Hand eine Fahne und in der rechten Hand eine Hantel an der ein Haken angebracht ist, an dem die Tschaschenuhr ihren Platz findet.
Das Metall ist bis auf den Aschenbecher goldfarben.
Der Uhrenträger könnte aus der Zeit vor 1900 stammen, als im Kaiserreich die Ideen vom Turnvater Friedrich Ludwig Jahn das deutsche Volk begeisterten und sich allerorts Turnvereine enstanden.
Porte montre, Porzellan 223-16
Maße: ca. 180 mm x 130 mm, Höhe ca. 305 mm
Z.Zt. bestückt mit Taschenuhr, Nickel, Innengravur A. Quell, Haßloch, 86838, Cylinderwerk, lauffähig, Emailziffernblatt. Stundenzahlen in blauen Kartuschen, Glasrand und Gehäusedeckel mit floralen Motiven. Stunden- Minuten- und Sekundenzeiger.
Uhrenständer - Gott Chronos aus der griechischen Mythologie mit langem Bart. Die Muschel für die Aufnahme der Taschenuhr wird umrandet von einer Schlange, die von einem der beiden Flügel der Sanduhr gehalten wird. (Fließende Zeit) Barocke Elemente beleben den Gesamteindruck. Die Sanduhr steht auf drei Füßen.
Entwurf und erstmalige Ausführung im Jahre 1765 von Modellmeister Friedrich Elias Meyer.
Die Sanduhr wurde in der Königlichen Porzellan-Manufaktur Berlin in der Zeit von 1847 - 1849 hergestellt mit Qualitätssiegel und dem königsblauen Zepter unter dem Fußgewölbe. Die KPM wurde 1763 vom legendären Preußenkönig Friedrich dem Großen gegründet.
Nicht in Internet. Der Uhrständer wurde von Anni und Werner Fischer in der Kaunitzer Markthalle entdeckt und erworben. Sehr wertvoll.
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Porte montre, Eisen, rote Samtschale 223-10
Maße: Tiefe ca. 120 mm, Höhe ca. 130 mm
Das Trägerelement steht auf drei Füßen, in dessen Zentrum sich ein rotes Samtpodest befindet, auf das die Uhr gelegt werden kann. Eine zweite Alternative bildet der aufgeschraubte Galgenbogen mit Haken, an dem die Uhr aufgehängt werden kann. Alle Metallteile sind mit Motiven versehen.
Z. Zt. bestückt mit einer Damentaschenuhr in Herzform mit Punzierungen im Silbergehäuse in einem Rechteck 0,935 und der Nr. 647. Das Zylinderwerk ist lauffähig, weißes Emailzifferblatt mit zwei rotgoldfarbenen Zeigern, die 60 Minuterie ist mit Goldpunkten markiert. Im Zentrum eine kleine Libelle sowie ein kleiner floraler Bogen in Gold.
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Porte montre, Metall vergoldet, Türkischer Paukenschläger, 223-11

Maße: 105 x 70 mm, Höhe 160 mm
Auf einem mit Halbmond und Stern verzierten Postament mit vier Füßen steht ein Mann, der mit der rechten Hand mit einem Klöppel auf die umgehängte Pauke schlägt. Mit der linken Hand hält er ein Becken bereit, um auf das zweite Becken zu schlagen, das sich auch auf der Pauke befindet.
Der Mann trägt Schnabelschuhe. Er ist bekleidet mit einer in Falten gelegten, knielangen Pludderhose, die von einer Schärpe mit Quasten gehalten wird. Ein offenes Wams mit halblangen Ärmeln vervollständigt die Oberbekleidung.
Das Gesicht, mit Schnurbart und Vollbart, ist zum Publikum gerichtet. Auf dem Kopf trägt er einen Turban, darauf ein Halbmond.
Der Halmond ist ein uraltes heidnisches Symbol der Menschen und Zeichen der Osmanen.
Auf der Herzseite ist ein Haken angebracht, an dem die Taschenuhr eingehangen wird.
Sie findet dann ihren Platz auf der Fellbespannung der Pauke.
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Porte montre, weißes Porzellan, Tauben 223-8

Maße: ca. 70 x 50 mm, Höhe 140
Zwei Tauben mit Nest, in dem sich drei Eier befinden, schmücken den Uhrständer. Eine Sonnenblume dient als Platz zur Aufhängung der Uhr. Als Uhrenablage ist auf der Rückseite eine kleine Schlüssel angebracht.
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Portemontre, Holz geschnitzt, 2 gefesselte Männer 223-04
Maße, 155 x 90 mm, Höhe 270 mm
Holz, geschnitzt, braun gebeizt, nicht coloriert
Thema: Die gefesselte Zeit.
Auf einem treppenrartigen Aufbau steht in der Art eines Ehrenmals der Uhrständer mit dem Fensterausschnitt, der umrahmt ist von einem geschnitzten Lorbeerkranz, dahinter die Halbmuschel zur Aufnahme der Taschenuhr. Den beiden voll ausgeschnitzten bärtigen Männergestalten sind die Hände hinter dem Rücken gefesselt.
Enstehungszeit um ca. 1800, Enstehungsgebiet Südtirol/Italien
Einige Teile sind im Laufe der Jahre abgebrochen.
Trotzdem ist die Figur noch sehr eindrucksvoll.
Geschenk von Dr. Vittorio Cagna, Pinerolo
Z.Zt. bestückt mit einer silbernen Zylindertaschenuhr von Heinrich Gerling
Nr. 5813 1, punziert und graviert: H. Gerling und Anker
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Portemontre als Tischuhr, Boulle-Technik, Schildpatt, Intarsien 223-02
Ein sehr prunkvoller Uhrenständer, der die Illusion einer Tischuhr mit eingebautem Werk verkörpert. Der Holzkorpus mit den Messingbeschlägen, Intarsien und weiteren Details ähnelt den Neuenburger Pendulen ohne Sockel im Stil Louis quatorze, des französischen Barocks ca. 1650 - 1715.
Maße ca. 180 mm x 85 mm, Höhe 315 mm.
Der Uhrträger steht auf 4 profilierten, gegossenen Messingfüßen, die sich in floralen Rankenformen weiterentwickeln und die vier Ecken abdecken. Die Vorderfront zeigt dem Betrachter zwischen den beiden Füße einen in Metall gegossenen Frauenkopf in Art eines Maskarons aber nicht als Fratze. Weitere Beschläge flolarer Art sind doppelseitig rechts und links im oberen Teil angebracht.
Ein Schmuckstück ist das Türchen, das in einem kleinen Scharnier hängt. Die Tür ist eingerahmt von einem profilierten Messingguss, der im unteren Teil einen fantasievoll geformten Schmetterling andeutet. Das Türchen ist ausgefüllt mit Intarsien, Schnörkeln, Ranken und Blumen. Ein Blumenstrauß in einer Blumenvase wird von zwei aus Perlmutt geschnitzten Vögeln angeflogen.
Die Seitenflächen und Bögen werden durch Messingbleche wie auch durch Perlmutt- Intarsien abgedeckt.
Den oberen Abschluß bildet ein auf einem Podest stehender gallischer Hahn, der seine Flügel ausbreitet.
Der Hahn ist ein französiches Nationalsymbol wie der Preußenadler in Deutschland.
Die äußere Rückwand ist noch mit der Original-Tapete beklebt.
Eine Besonderheit ist, dass auch noch die dazugehörende Taschenuhr, ein Oignon, vorhanden ist. Die Uhr ist signiert von MARTINOT GILLES A PARIS. Er war Uhrmacher und wurde 1658 geboren, 1687 heiratete er Elizabeth Lejeune und starb 1726. Oignon - französisch = Zwiebel.
Feuervergoldetes Sackuhrgehäuse, relefiert mit Darstellungen von Fabeltieren, feuervergoldetes Zifferblatt mit römischen Ziffern auf Emaillkartuschen, Stahlzeiger, hohes Spindelwerk mit ägyptischen Pfeilern, große Spindelbrücke mit Ausschnitt für Scheinpendel. Literatur Tardy Seite 439, um 1690, Ø 58 mm. Die Taschenuhr hängt hinter der Tür in der für sie vorgesehenen Öffnung. Vgl. unter Taschenuhren!
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Portemontre, Bronzeguß vergoldet, Chronos mit Sanduhr 223-01
Maße Höhe 325 mm
Monstranzähnliche Form auf drei Füßen. Zuoberst sitzt Chronos mit Sanduhr. Rechts aufgehende Sonne mit Gesicht, links Engel mit Girlande. Baockattribute wie Blumen und sogennante C Bögen schmücken den Uhrständer.
Hinter de Fensterausschnitt befindet sich ein achteckiger Stern, der durch einen Hebel mit Feder betätigt wird als Halterung für die Taschenuhr. Z.Zt. nicht bestückt mit einer Uhr.
Der Uhrständer könnte vor 1800 hergestellt sein. Die Vergoldung ist zu einem späteren Zeitpunkt erfolgt.
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Portemontre, Uhrständer, Eisen, Leihgabe Raphael Fischer 223 - 17
Uhrständer dienten dazu, die Uhren abzulegen beim Betreten des Hauses.
Dadurch wurde die Taschenuhr zur Tischuhr.
Maße: ca. 233 mm x ca 100 mm, Höhe ca. 275 mm
Eisenguß, versilbert, zaponiert.
Die bildhafte Darstellung erzählt eine Geschichte. Der Fuß ist mit Maskarons und Fabeltieren geschmückt. Darauf ein turmartiger Aufbau, vor dem ein Wolf in Mönchskutte mit umgehängter Tasche dargestellt ist. Er stützt sich auf seinen Stock und liest in einem Buch. Ein Hahn und eine Henne lauschen seinen Worten.
In der Mitte des Turms unter einem Giebeldach befindet sich eine Öffnung mit rückseitiger Halterung zum Einstecken der Taschenuhr .
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Portemontre, Uhrständer, Berliner Eisenguß, Helme u. Wappentiere 223 - 14
Uhrständer dienten dazu, die Uhren abzulegen beim Betreten des Hauses.
Dadurch wurde die Taschenuhr zur Tischuhr.
Maße: ca. 170 mm x ca. 90 mm, Höhe ca. 300 mm
Eisenguß, schwarz gebrannt. Auf der rechteckigen Plinte ein hochragendes Monument, bekrönt mit einem Adler bekrönten Helm mit offenem Vesier. Auf dem Sockel befinden sich zwei Helme vor einer Stange und zwei gekreuzten Symbolen. Zwei stilisierte Löwenköpfe in deren Maul eine Standarte und ein Siegerkranz rahmen die Öffnung ein, in welche die Taschenuhr von der Rückseite eingelegt wird und somit ihren Platz findet.
Durch Vergleichsobjekte kann eine Datierung um ca. 1870 vorgenmommen werden.
Ein gleiches, jedoch signiertes Objekt wurde bei der Lempertz-Auktion 855 am 21. Mai 2004, Seite 166 unter Portemontre mit Trophäen zum Ausrufungspreis von
1.200 € angeboten.
Ein ähnliches Objekt wurde November 1978 bei Uto in Zürich angeboten mit dem Text: Der Künstler, Berliner Guß, Kriegsembleme darstellend, in der Mitte runde Öffnung mit muschelförmigem Schutz, 650 sF.
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Portemontre Holz geschnitzt, Blattvergoldet, Jüngling 223-03
Maße 150 mm breit, 110 tief, Höhe 370 mm
Der schon wegen seiner Größe sehr eindrucksvolle Uhrenständer ist ein Monument aus drei geschnitzten Holzteilen. Auf einem dreieckigen Fuß steht ein junger Mann, bekleidet im Kostüm der damaligen Zeit, nach links blickend. Man gewinnt den Eindruck, als wenn er auf etwas hinweist oder etwas gehalten hat.
Der weitere Aufbau erfolgt in der Formensprache des Barocks mit C-Bögen. Hinter dem Sichtfenster befindet sich die Halbmuschel zur Aufnahme der Taschenuhr. Z. Zt. bestückt mit einer Taschenuhr mit emailfarbenem Zifferblatt, zwei rotgoldfarbenen Zeigern
Der Uhrständer dürfte in der Zeit des Barock/Rokoko in Süddeutschland entstanden sein.
Z.Zt. befindet sich in der Muschel eine Spindeluhr noch mit dem Originalglas, auf dem Werk bezeichnet mit Adelino oder Adelind.
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Sanduhr Bibliothek-Uhr für die Lesezeit.

Bevor Johannes Gensfleisch, Rufname Gutenberg aus Mainz, den Buchdruck um 1450 erfunden hatte, wurden die Schriften aber auch noch danach von kundigen Personen ( Mönchen) geschrieben, gemalt.
Bücher waren Kostbarkeiten und sehr teuer. Es gab Räume, Lesestuben, in denen Personen für eine gewisse Zeit in einem angeketteten, geliehenen Buch lesen und studieren konnten. Diese Zeit wurde mit der Sanduhr kontrolliert, bestehend aus vier Doppelglaskolben für eine Viertel-, eine Halbe- eine Dreiviertel-. und eine volle Stunde. Man kann davon ausgehen, dass für die Lese-Zeitdauer eine Gebühr erhoben wurde.
Die Sanduhr im Metallgehäuse mit den Glaskolben aus dem 16. Jahrhundert im Interreligiösen Museum in Ahlen ist, wie Vergleichsobjekte zeigen, zunächst als Kontrollzeituhr für den Lesenden einzustufen und diente später mit dem Standfußzusatz als Kanzelsanduhr.
Kanzelsanduhr für die Redezeit
Martin Luther *1483 †1546 war der theologische Urheber der Reformartion und ein wortgewaltiger Prediger. Die Gottesdienste in den Kirchen waren und sind bis heute in reformierter und lutherischer Weise sehr Wort betont.
Gottesdienste dauerten damals nicht nur Stunden, sondern konnten auch Tage dauern. Beispiel: Schloßkirche zu Wittenberg 1517.
Das war der Obrigkeit zuwider. Daher wurde durch ein Edikt bestimmt, dass auf jeder Kanzel in einer protestantischen Kirche sichtbar für die Kirchenbesucher eine Sanduhr zu stehen habe, die vier Zeiteinteilungen anzeigt, nämlich eine Viertel-, eine Halbe-, eine Dreiviertel- und eine ganze Stunde anzeigt.
Martin Luther selbst predigte stundenlang. Gleichzeitig monierte er sich über zu lange Predigten und empfahl "eine Stunde" als vernünftiges Maß.
Die Sanduhr im Interreligiösen Museum im Ahlener Goldschmiedehaus in Westfalen hat die Maße 625 x 320 mm.
Der Halter wurde später hinzugefügt, wie die Gravur dokumentiert:
Peter Padde und Ingrt Nortmann
Post- Dedit C.G. 13. Marty 1704
Oberes Ende der Stange: Ein gegossener Strahlenkranz, in dessen Zentrum ein halbplastisches Sosnnen- oder Mondgesicht angeordnet ist. Darunter befinden sich Palmwedel, die phantasievoll und zugleich dekorativ verbunden sind. Oberhalb des Postaments befindet sich ein Totenkopf mit zwei Knochen, eine Darstellung als Erinnerung an Adam, den ersten Menschen, und an seine und die allgemeine Vergänglichkeit.
Die Bodenplatte mit den vier Befestigungsschrauben sind noch im Originalzustand. Einige Teile der Kanzelsanduhr waren damals versilbert oder vergoldet, wurden jedoch im Laufe der Zeit völlig abgerieben. Zum Glück sind die Original-Punzierungen (Stempel) noch vorhanden, durch welche ein solches antikes Objekt noch wertvoller wird. Es sind in je einem Wappen eine Krone und die Buchstaben EO und BO positiv in die Stange eingeschlagen.
Weitere Kanzelsanduhren befinden sich in Schweitnitz, im evangelisch-lutherischen Dom St. Marien zu Freiberg in Sachsen, im Mathematisch-Physikalischen Salon in Dresden, im westfälischen Lünern bei Unna, in Upsala in Schweden.
Zur Kanzelsanduhr gehören 4 lose Schrauben die der Befestigung dienen.
Diese Aufstellung erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit

Sanduhr der Kaiserlichen Marine.
1871 Aus der Norddeutschen Bundesmarine wird die Kaiserliche Marine gebildet. Als erstes Schiff der Kaiserlichen Marine tritt S.M.S Nymphe am 25. Juli 1871 eine Weltumseglung an.
Sanduhr aus Elfenbein, Stundenglas,

Der Korpus ist aus Elfenbein, die Gesamthöhe beträgt ca. 194 mm. Die beiden Standplatten haben einen Durchmesser von ca. 100 mm und eine Höhe von ca. 17 mm.
Ober- und Unterteil zeigen ein Blüte mit jeweils 18 Blättchen und dem Fruchtknoten. Eine meisterliche Elfenbeinschnitzerei.
Sechs gedrechselte Elfenbeinstäbe stellen die Verbindung zu den beiden Standplatten her.
Die beiden durch einen Elfenbeinknoten verbundene Gläser konnten zu damaliger Zeit noch nicht in einem Stück hergestellt werden.
Natürlich haben die Jahrhunderte Narben an verschiedenen Elfenbeinteilen hinterlassen.
Eine Gravur: Captain J. Reuter 8. March 1817 befindet sich lesbar auf dem unteren Standboden.
J. Reuter war Captain auf dem Schiff Amelia.
Obwohl die Sanduhr zur Gruppe der Elementaruhren gehört, ist sie doch noch relativ jung.
Nachweisbar taucht sie erst im 13./14. Jahrhundert auf. Ihre Anfertigung wurde erst möglich, als die Herstellung von durchsichtigem Glas gelungen war.
Große Bedeutung erlangte die Sanduhr in der Seefahrt zur Bemessung der Wachdauer (Glasen), in der Bestimmung von Lesezeiten (Bibliothek) und Redezeiten (Predigt) wie auch im medizinischen Bereich zum Messen des Pulsschlages.
Die Sanduhr ist Zeuge einer Vergangenheit, in der die Genauigkeit noch keine so große Rolle spielte, in der jeder noch seine Zeit hatte.
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Sanduhr, Gebührenzähler,

letzte Hälfte des 20. Jahrhunderts. Unter und Oberteil aus Kork, die auf eine durchsichtige Glassäule gedrückt sind. Höhe ca. 23 mm, Ø ca. 38 mm. In dieser Säule befindet sich der Doppelglaskolben, der mit Sand angereichert ist. Laufzeit = 8 Minuten
Auf der Glassäule ist ein durchsichtiges Klebeband befestigt, auf dem 2 Telefone und eine 8 in schwarzer Farbe gedruckt sind. Die 8 weist auf die Laufzeit hin.
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Sanduhr, ein Geschenk der Familie Georg und Tilly Abeler,

Wuppertal, an die Familie Werner und Anni Fischer in Ahlen um 1970.
Höhe ca. 108 mm. Zwischen zwei dreistufigen runden gedrechselten Holzteilen und drei kordierten Abstandshaltern ist ein durchsichtiger, mit rotem Sand gefüllter Doppelglaskolben angebracht.
In die beiden Holzteile sind in zwei Metallplatten eingelassen. Eine Platte trägt
Das Wappen der Stadt WUPPERTAL

Im Wappen wurden sinngemäß die aus der ersten Hälfte des 16. Jahrhunderts stammenden Schöffensiegel und späteren Wappen der beiden Städte Barmen (der bergische Löwe auf einem Garnbündel als Gewerbezeichen stehend, 1516) und Elberfeld (der bergische Löwe mit Rost, dem Symbol des Schutzheiligen Laurentius, 1556 und früher) vereint.
Die andere Metallplatte zeigt drei Sehenswürdigkeiten von Wuppertal, die Schwebebahn, die Schwimmoper, das Glockenspielhaus Abeler.
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Sanduhr, Holzkorpus, unbemalt, angefertigt nach 1900

Unterteil abdrehbar, damit der Doppelglaskolben eingeführt werden kann.
Gesamthöhe der Sanduhr ca. 110 mm innen, Ø ca. 43 mm, durchsichtiger Doppelglaskolben für durchlaufenden roten Sand, noch funktionstüchtig, Gesamtgewicht 43 gr.
Laufzeit = 5 Minuten
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Sanduhr, Holzkorpus,

vor 1900, Görlitz, ca. 105 mm Höhe, Unter- und Oberteil Ø ca. 42 mm, Doppelglaskolben gefüllt mit rotem Sand. Laufzeit = 5 Minuten
Der Holzkorpus ist geschnitzt und farbig bemalt mit blauen Enzianblüten. Enzian zählt zu den Heilkräutern, denen Heilwirkungen zugeschrieben werden.
Die Sanduhr wurde im Antik-Keller am Rathaus in Görlitz erworben nach 1989.
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Wanduhr/Rahmenuhr, Bilderuhr, Augenwender, Schwarzwald, 227-03
Zifferblatt Maße 30 x 35 cm , Tiefe 13 cm
Ebonisiertes Holzgehäuse , goldfarbene Ochsenaugenleisten. Hinter einer verglasten Tür befindet sich das farbige Portrait von Ludwig II. von Bayern, das Zifferbaltt der Uhr vor der Brust. Die Augen des Monarchen bewegen bei der Pendelbewegung hin und her. (Augenwender)
Das Werk, die Räder liegen in Holzplatinen. Zusätzlich hat die Uhr ein Schlagwerk auf Klangfeder.
Im langen Pendel mit Pendelscheibe ist die Ziffer 28471 vermerkt. Der Aufzug und Ablauf erfolgt durch zwei an Ketten hängenden Gewichten.
Auf der Rücseite ist mit Bleistift die Zahl 1872 vermerkt.
Die Uhr ist ein Produkt aus der Biedermeierzeit. Als Biedermeierzeit wird die Zeitspanne von ca. 1815 bis 1848 genannt, soweit man überhaupt bei Stilepochen eine Zeitangabe machen kann.
König Ludwig ist 1845 geboren. Er starb im Starnberger See am 13. Juni 1886
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Wanduhr/Rahmenuhr mit Gewichten, Schwarzwald, 227-05
Maße Prospekt 20 x 24 cm , 13,5 cm
Ebonisiertes Holzgehäuse mit verglaster, schwarzfarbener Tür, dahinter ein geprägtes farbig bemaltes Blech mit floralen Motiven, sowie einem ovalen Medaillon, das ein Foto, ein Portait einer Dame zeigt.
In der geprägten Vorderfront befindet sich das runde weiße Emailzifferbaltt mit römischen Ziffern I. bis XII. und sechziger Minuteriekreis.
Zwei ausgeschnittene Eisenzeiger.
Das Werk mit Metallrädern liegt zwischen zwei Holzplatinen. Pendel mit Pendescheibe. Die Ketten sowie zwei profilierte Gewichte sind aus
Metall/Gusseisen.
Der Stundenschlag erfolgt auf Schlagfeder.
Uhren dieser Art wurden im Schwarzwald Mitte des 19. Jahrhunderts hergestellt.
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Wanduhr mit Gewichten an Seilen, Stollenuhr, Schwarzwald, 227-04
Zifferblatt Maße 28 x 20 cm , Tiefe 20 cm
Auf einer jetzt vergilbten Holzplatte, die früher sicher weiß gestrichen war, befinden sich bunte florale Bemalungen, vornehmlich Rosen.
In einem Quadrat der Vorderfront befindet sich das runde, schwarz bemalte Zifferblatt mit römischen Zahlen und einer 60ziger Minuterie mit zwei ausgeschnittenen Eisenzeiger.
Im Zentrum eine runde Messingplatte mit eingeschagenen Ziffern, die als Weckeinstellung dient.
Eine Sonderheit ist bei dieser Uhr - man nennt sie "Stollenuhr" - dass das Geh- und Schlagwerk hintereinder liegen.
Die Werke mit ihren Metallrädern laufen in Holzplatinen.
Der Stundenschlag und das Wecksignal erfolgen auf Metallglocke.
Die beiden Gewichte hängen an Seilen.
Uhren dieser Art wurden ca. um 1850 im Schwarzwald hergestellt.
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Skelettwerk, Torso
Masse: 155 x 150, Höhe 310mm
Werk einer Standuhr, von der der Unterbau fehlt.
Der Werkaufbau vollzieht sich mit 4 Eckpfeilern. Es handelt sich bei dem Werk um ein Geh- und Läutewerk, beide mit Vorrichtungen für Seilzug.
Beim Schlagwerk fehlt die Glocke. Beim Gehwerk fehlen ab dem Ankerrad die weiteren Gangteile.
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Tischuhr/Skelettuhr, Holzgehäuse schwarz, 226-06
Hergestellt von Miller & Sohn in Wien um 1800
Maße: ca. 405 x 175 mm, Höhe ca. 690 mm
Holz, verglastes Übergehäus, Rückwand aus Holz. Das Gehäuse in Tabernakelform hat an der Vorderseite ein verglastes Türchen mit Scharnieren mit einem drehbaren Hebel verschließbar, rechte Dachscheibe gesprungen.
Auf einem Sockelbau 300 mm lang und 80 mm hoch stehen auf quadratischen Plinthen zwei goldbarbene Säulen, die einen Holzaufbau tragen, auf dem das Werk ruht. Der runde Messing-Ziffernblattring ist zwischen den Stundenzahlen durchbrochen und zeigt die rötlich gemalten arabischen Ziffern 1 - 12. Ein weiterer kleinerer Kreis zeigt die in Messing gestanzten Zahlen 1 - 31 (Datumsanzeige). Die Uhr hat 3 Zeiger, Minutenzeiger, Stundenzeiger, Datumszeiger. Die Funktion des Läutewerks auf Gongfeder ist für den Betrachter sichtbar. Das Schlagwerk ist ausgerichtet auf 1/4 bis 4/4 Stundenschlag und den vollen Stundenschlag, beides auf Tonfeder in zwei verschiedenen Tönen. Ein Hammer für zwei Klangfedern. Repetition auf Anfrage. Ebenfalls ist von vorne die Funktion und die Einstellung der Datumsanzeige sichtbar.
Die Pendelscheibe ornamental durchbrochen. Uhr ist intakt. Originalschlüssel vorhanden für die Aufzüge und Feinregulierung.
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Sonnenuhren Einführung
Die ältesten bekanntgewordenen Sonnenuhren lassen sich bei den Chaldäern nachweisen, die sich zur Zeitmessung aufrechtstehender Säulen oder Stäbe bedienten. Je nach der Länge des Schattens und seiner Richtung bestimmte man die verschiedenen Tageszeiten, wobei der Mittag einer besonders genauen Festlegung unterlag.
Man vermutete, dass die Sonnenuhr von dem Orient nach Griechenland gelangte, wo in den Städten meist mehrere solcher säulenförmigen Sonnenuhren zur Aufstellung kamen. Allgmein wird dem griechischen Philosophen Anarimenes aus Milet das Verdienst zugesprochen, um das Jahr 550 v.u.Z. die Sonnenuhr in Griechenland bekanntgemacht zu haben. Die Griechen vervollkommneten die Sonnenuhr dadurch, dass sie den Schattenstab mit einem eingeteilten Stundenkreis umgaben. Auch die Kultur der alten Chinesen weist um 1000 v.u.Z. Sonnenuhren auf, die lediglich als Spitzsäulen mit der Schattenlänge arbeiteten.
Auch die Römer bedienten sich der ihnen von den Griechen bekannten Sonnenuhren. Im alten Rom gab es lange Zeit nur eine einzige, auf dem Forum stehende Sonnenuhr, die zur Entwicklung des besonderen Berufes der Sklaven führte. Es waren dies schnellfüßige Sklavenknaben, die in bestimmten Zwischenräumen nach dem Marktplatz liefen, um nach Feststellung der Sonnenzeit, diese in dem Haus des Herrn zu melden.
In Deutschland hat man sich weit in das Mittelalter hinein der Sonnenuhren in großem Umfange zur Zeitmessung bedient. Besonders in den Dörfern waren viele Kirchen mit Sonnenuhren ausgestattet. Reiche und vornehme Leute benutzten auch Taschensonnenuhren, in der Regel aus kostbarem Material hergestellt. Das vielfache Versagen der Sonnenuhren so abends und bei fehlendem Sonnenschein, machte sie zu einem sehr mangelhaftem Instrument der Zeitmessung, s daß man frühzeitig nach anderen Zeitmessern suchte. Dies führte zu den Wasseruhren, die schon 600 v.u.Z. den Assyrern bekannt waren.
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Äquatorial-Sonnenuhr um 1750 Messing vergoldet, mit ausgearbeiteten Ornamenten.
Äquatorial-Sonnenuhr (Standardtyp, Klappsonneuhr) 1750, Messing vergoldet, mit ausgearbeiteten Ornamenten. Wahrscheinlich Augsburg um 1750.
Achteckig ca. 75 mm im Durchmesser, Nadel, 35 mm, klappbar
Neigung des Zifferkreises einstellbar, markiert bei 39 Grad (Lissabon). Daraus kann man schließen, dass der Benutzer in Lissabon gelebt hat.
Zifferkreisring, flach mit römischen Ziffern. Von 10 bis 90 Grad Einstellung der Polhöhe, klappbar, ein von Blättern gebildetes Dreieck.
1 cm lange Kette mit Gewicht wurde 1971 ersetzt.
Windrose 45 mm Ø mit gravierter Rose und Pfeil, Untergrund versilbert, darüber Glasscheibe
Plus Minus auf 40 Grad einstellbar,
Im Kompaß eingravier sind folgene Himmelsrichtungen:
SEPTENTRIO, ORIENS, MERIDIES, OCCIDENS.
Die Sonneuhr ist zusammenklappbar und funktionstüchtig.
Originaletui mit Seidenfutter
Im Deckel des Etuis befindet sich eine runde gravierte Silberplatte Ø ca. 47 mm mit eingravierter Polhöhentabelle: "Elevatio Poli:
Lisbon 39, Madrit 40, Rom 42, Constant 43, Belg 44, Vened Flornez 45, Ofen 47. Wien München 48, Regesp Nürnb 49, Prag Franckf cun Main 50, Dresde Leipz 51, Amsterda 52, Lübeck 53, Hamb 54, London 52, AMD "
Die Gravur "AMD" eventuel "JMD" ist unbekannt; Vielleicht Johann Martin, Kompaßmacher aus Augsburg (1642 - 1721) ? Die Gestaltung und die Ornamente der Sonnenuhr können auf Andreas Vogler aus Augsburg deuten, um 1730-1800. Möglicherweise auch die Signatur des Graveurs?
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Klappsonnenuhr, Holz, China
115 x 54 x 15 mm
Messingstift, klappbar auf 90 Grad, auf Polhöhe feststellbar, deutlich ablesbar sind die Zeitzonen, Feststeller fehlt, darum z. Zt. nicht funktionstüchtig
Erworben von Werner Fischer in einem rotchinesischen Kaufhaus in Hongkong
Geschichte
Fünf Zeitzonen wurden 1912 in China eingeführt
Nach dem chinesischen Bürgerkrieg 1949 übernahm die Kommunistische Partei unter
Mao Tse-tung die politische Macht.
Die kommunistische chinesische Volksrepublick führte dann, eine gemeinsame Zeitzone ( UTV+8) für ganz China ein.
Mao Zedong (chinesisch 毛澤東 / 毛泽东, Pinyin Máo Zédōng, W.-G. Mao Tsê-tung oder Mao Tse-tung anhören?/i; * 26. Dezember 1893 in Shaoshan; † 9. September 1976 in Peking) war als Vorsitzender der Kommunistischen Partei Chinas (1943–1976), als Vorsitzender der Zentralen Volksregierung (1949–1954) sowie als Staatspräsident der Volksrepublik China (1954–1959) der führende Politiker der Volksrepublik China im 20. Jahrhundert. Die politische Bewegung des Maoismus ist nach ihm benannt.
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Klappsonnenuhr, genannt Nürnberger Kompass
Holz mit Papier beklebt 18 Jh. aus Nürnberg von David Beringer Mitte 18 Jh.
88 x 56 x 18 mm hoch, Gnomon Schattenstab als Kordel, einstellbar, 36 Grad bis 52 grad z.Z. 50 Grad.
Papier bedruckt in Grüntönen, rosa und gelb Kompass eingelassen in Bodenbrett. Bei 22 markiert für Europa, brauchbar
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Klappsonnenuhr, Holz, Jakobsmuschel
Achteckig 80x75x20 mm, Kompaß im Boden eingelassen
Holz mit Papier beklebt mit der Jakobsmuschel, spanisch, Reloj des Peregrino,
1. Station des Jakobsweges nach der Schweiz.
Links Burgos, Estelle Jaca, Leon, Logrone, Mont de Marsan, Najera
rechts Ortez, Pau, Pamplona, P.La Reina Poferrada, St. Jean P.De Port.
Sonnenuhr befindet sich z. Zt. im Museumstresor
Erworben im April 2004 im Kloster auf dem Jakobspilgerweg nach Compostella von Anni und Werner Fischer. Die Sonnenuhr ist zusammenklappbar.
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Sonnenuhr Mittagskanone Abeler
Mittagskanone, erstellt nach 1833 die für die geographische Breite von 49 Grad (Paris) bestimmt war. Weißer Marmor, Messingaufbauten.
Das Brennglas hat einen Durchmesser von 45 mm. Die Marmorplatte hat einen Durchmesser von 190 mm und ist 20 mm dick. Die Polhöhe ist eingestellt auf 46 Grad (Bern). Die Uhr ist ein Original.
Information: Da der Polfuß bei diesme Exemplar nicht im Zentrum der Skala plaziert wurde, konnte diese "Mittagskanone" ausschließlich als Mittagssignal dienen, nicht aber als Zeitmesser während des Tages.
Nur die Mittagslinie wird korrekt angezeigt; in dieser Position kann das Brennglas die Lunte zünden.
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Säulchen Sonnenuhr auch als Cylinderuhr bekannt, Nachbau
Holz mit Papier beklebt
Höhe 166 mm 30 mm im Ø
Schattenstab, Zeiger 36 mm lang, klappbar
42 Grad, nördliche Grenze Portugal
Der Typ der Zylindersonneuhren ist etwa ab 1050 bekannt.
Von Anni und Werner Fischer in Spanien erworben.
Sonnenuhren, die durch Messung der Sonnenhöhe die Zeit angeben
Wenn die Sonne einen Gegenstand beleuchtet, wirft er einen Schatten. Der Schatten folgt in umgekehrter Richtung der scheinbaren Bewegung des Gestirns. Die Schattenlänge ist von der Höhe des Gestirns abhängig, kann also länger oder kürzer sein.
Seit frühester Zeit wurde diese Naturerscheinung zur Zeitbestimmung benützt. Am einfachsten mißt der Mensch die Zeit mit seinem Körperschatten. Der Römer Palladius beschrieb im Jahr 400 nach Christus in seinem Buch über Landwirtschaft das Verhältnis zwischen menschlicher Schattenlänge und Stundenzahl: Im Juni betrug für die I. und die XI. Stunde (die Römer begannen die Stundenzählung mit dem Aufgang der Sonne) die Schattenlänge XXII Fuß, im Dezember, wenn die Sonne tiefer am Himmel stand, dagegen XXIV Fuß. Mittags, wenn die Sonne im Zenith stand, war im Juni der Schatten II Fuß, im Dezember IX Fuß lang. Benutzt der aufrechtstehende Mensch sich als Schattenwerfer und den Erdboden, auf dem er senkrecht steht, als Zifferblattebene und schreitet er die Länge seines Körperschattens ab, der sich im Laufe eines Jahres dehnt und verkürzt, so betritt er auf dem Boden gleichsam eine Stundenskala. Benutzt man für die Zeitmessung aber einen Schattenstab (Gnomon) und senkrecht zu ihm stehend eine Ebene, auf die der Schatten fällt.
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Sonnenuhr, silberne Äquatorial-Klapp-Sonnenuhr
mit Etui aus der Goldschmiede Schellhammer in Böblingen 13.1.1980.
Die achteckige Sonnenuhr steht auf drei Füßchen. Die Kompassnadel wird mit einem runden Glas abgedeckt. Der Schattenstab (Gnomon) ist einklappbar. Das Unterteil, der Boden, ist mit Halbmond und Krone sowie 925 punziert und mit SM graviert.
Auf einer beigelgten Bandarole ist u.a. zu lesen:
Hochverehrter Herr Präsident, lieber Werner
Zur Erlangung innerer und äußerer fünfzigjähriger Reife erlauben wir uns, herzlichst zu gratulieren...(Gute Wünsche)
Um dies leichter zu erlangen, diene beiliegende Sonnenuhr - eine getreue Kopie,teilweise ergänzt nach einem silbernen Original aus dem 18. Jh.
Klappe die Uhr auf, stelle die Polhöhe von Ahlen/Westfalen ein. Richte die Uhr nach dem Kompaß in Nord-Südrichtung aus. Stelle das Schattendreieck auf und lies auf dem Ziffernring die Stunde ab.
In Freundschaft Doris + Walter Schellhammer.
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Sonnenuhr Bauernring
Im 18. Jahrhundert erfanden die Mönche in den Wäldern Preußens (diese) kleine und praktische Sonnenuhr, die die Zeit der Sonnenhöhe entsprechend anzeigt.
Den Schiebering drehen bis die kleine Lichtöffnung den aktuellen Monat anzeigt.
Die Uhr an der Schnur so ausrichten, dass das Sonnenlicht durch (das Loch) die Lichtöffnung fällt.
Ein scharfer Lichtpunkt erscheint auf der Zeitskala im Innern des Ringes und zeigt die WOZ = wahre Ortszeit an.
Die Morgenstunden, die Nachmittagsstunden rechts. Text: Deutsches Uhrenmuseum, Furtwangen.
Der Ring wurde im Deutsches Uhrenmuseum Robert-Gerwig-Platz D-78120 Furtwangen von Anni, Jovita und Werner Fischer im Juli 2010 erworben.
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Sonnenuhr Rüter Rasierklinge Kunststoff nach 1945
Rundes Plastikgehäuse, schwarz weis, durchsichtig
53 mm im Ø 53mm Höhe 25 mm
Im Boden, Rückseite eingeritzt: H.RIEMEKASTEN 1948
59 grad - Stockholm
Da es nach dem zweiten Weltkrieg keine Uhren angeboten und verkauft wurden wurden Sonnenuhren in dieser Art in Berlin von der Firm Rüter-Uhr hergestellt.
Unter dem frei drehbaren Zifferblatt befinden sich magnetisierte Rasieklingen. Die Rasierklingen lieferten die amerikanischen Besatzungssoldaten.
Die Sonnenuhr erhielt Werner Fischer vom Bergmann H. Riemkasten, Ahlen, von dem auch die Informationen sind.
Von seinem Sohn /ebenfalls Bergnmann) stammt die Taschenuhr 225 - 99
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Tischsonnenuhr um 1700 Franciscus Lubach Wien
Grundplatte Messing vergoldet 2,2 mm stark, steht auf drei verstellbaren lilienförmige Schrauben.
Platte graviert: Franciscus Lubach Wien. Lubach war von 1681 -1726 kaiserlicher Kammeruhrmacher in Wien.
138 x 100 mm, mit Polos ca. 10 cm hoch, Stundenanzeige in römischen Zahlen, minuten in arabischen Zahlen.
Die Zahlen sind für Europa makiert.
Erworben von Anni und Werner Fischer 1970 in Prag
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227-13
Laternenuhr
Eisen
Spindelwerk mit Waag
Niederlanden (?)
1585
16 x 14 cm², Höhe 34 cm
Viereckiges Eisenpfeilerwerk in Prismenbauweise, gestiftet, Werke für Gang und Schlag symmetrisch hintereinander, oben eine Glocke
Eisenplatte bemalt, 10,5 x 19 cm²,
Motive: Ziffernkreis mit gotischen Z und seltenem V und X, Halbstundenmarkierungen, eingerahmt von zwei griech/röm Säulen, oben zwei Wappen: links: Schrägstrich von li-o nach re-u, rechts: Kreuz
Ein Zeiger, ausgeschnitten
Spindelwerk mit Waag, Eisenräder
Schloßscheibe (später eingebaut),
ein Hammer, eine Glocke
-
Ein Gewicht, über Schnurrollen
Läuft, restauriert
Holzstuhl später ersetzt
Spätgotische einzeigerige Eisenwanduhr mit Waag und Stundenschlag auf Glocke, bei Restauration einige Gewindeschrauben eingebaut.
Ein seitlicher Blick in das offene Werk
Zwei Eisenbögen tragen die Eisenglocke.
Die Waag mit den beiden Gewichten vermitteln dem Betrachter das die Uhr läuft. Auch das gezahnte Steigrad sowie weitere Zahnräder sind beim Lauf der Uhr sichtbar.
Derartige Uhren in offener Prismenform wurden vor allem in Deutschland , Österreich, Frankreich, Norditalien bis etwa 1600 in der Schweiz aber nocj bis 1640 hergestellt. ( Siehe Ulsteinuhrenbuch von Jürgen Abeler 1975)
227-02
Wanduhr, franz. Laternenuhr (Coudre), Stuhluhr auf später hinzugefügter Holzkonsole
Signatur: JACQUE HERON A COUDRE (wohl das heutige Saint-Germain-de-la-Coudre nahe Le Mans)
Offene Laterne
Epoche / Zeit: Louis XV - ca. 1740
18 x 14,5 cm, 40 cm H
Offene Eisenpfeilerkonstruktion, Holzkonsole in Schwalbenschwanztechnik.
Gegossene Messingfront, Emailkartuschen, röm.Z., gegossener Abschluß mit Sonnenemblem, vier musizierenden Engeln und 3 Bourbonenlilien. Unter der 12 in einem mehrzackigen Stern ein Halbportrait eines jungen Herrschers(?).
Zifferblatt: Bronzeguß-Zifferblattrahmen mit symetrischen Elementen im Stil Louis XIV. und 12 schwarzgezeichneten Stunden-Kartuschen aus Email mit römischen Ziffern
Zeiger: Sehr schöner Eisenzeiger im Stil Louis XIV.
Beschreibung: Typisches rechteckiges Eisenplatinen-Gehäuse mit rechteckigen eisernen Pfosten, die oberhalb der Dachplatine in Halterung für das Glockenkreuz münden und seitlich weit ausgestellten Standfüßen. Bronzeguß-Aufsatzspange mit zurückblickendem Hahn über einem Medaillon mit dem Abbild des Götterboten Hermes, seitlich Hennen. Unten: Bart mit Uhrmachersignatur.
Messingräderwerk, Spindelhemmung, echtes Hinterpendel
Typisches Laternenuhrwerk mit Eisenplatinen und hintereinander liegendem Geh- und Schlagwerk. Gehwerk mit Spindelhemmung. Rechenschlagwerk mit Hebnägelrad für den Stundenschlag über einen Klöppel auf Bronze-Glocke unter Glockenkreuz. Halbstundenschlag mittels
separatem Klöppel. Gewichtsantrieb, Gangdauer 30 Stunden
Pendel: Fadenaufgehängtes Langpendel mit Messingscheibe
½Std., Offene Glocke, Rechenschlagwerk
Gewichte an Seilen
Zustand: Fundzustand - noch unrestauriert, Intakt,
Literatur: TARDY, DICTONNAIRE DES HORLOGERS FRANCAIS, S. 296

225-07 Damentaschnuhr, Gold mit Zylinderwerk Ø 29,5 mm 10,5 mm stark
Glasrand mit geometrischen Flächen (Dreiecke insgesamt 12-eckig) (Scharnier 6) leicht gewölbtes Glas, Rückdeckel außen gleiches Motiv wie am Glasrand, guillochierte Platte mit Ziergravur C-Bögen, Blumen und Blätter, sowie Kartusche, inne punc. Eichhörnchen kl+gr. 0,585 in Rechteck, Krone in Kreis, Januskopf in Kreis 80709, Rep-Zeichen. Staubdeckel: außen graviert „cylindre, 10 Rubis“, innen Metall 80709 J.E. Staubdeckel außen graviert“cylindre 10 Rubis“, innen Metal 80709 J.E. Wurde als Armbanduhr getragen. Lotstelle sichbar von Bügelansätzen
(alle Scharniere an der 6) Zifferblatt Email weiß blaue arabische Stundenzahlen, schwarze Strichminuterie rotgoldfarbene Zeiger, Zifferblatt zigt Haarrisse, Email-Fehlstelle, goldfarbene Bögen mit Sonne und Mond im Zentrum der Achse, die Uhr ist lauffähig.
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225-106 Damentaschenuhr Gold, getragen als Anhängeuhr, Ø 28,8 mm, Echt-Goldener Glasrand mit Scharnier und gewölbtem Glas. Weißes Emailzifferblatt 1 bis 12, 60er Stundenminuterie mit Stunden- und Minutenzeiger. Rückdeckel außen mit Wappen und floralen Motiven, die emailliert waren, wie die Restemails zeigen. Rückdeckel innen mit Punzierungen: Eichhörnchen, in einem liegenden Oval 0,585, nicht deutbare Punze, Krone im Kreis und einer Blume mit 3 Blättern und 16353, Reparaturzeichen. Das Werk ist lauffähig. Beweglicher Bügel und seitlicher Drücker für die Zeigerstellung.
Diese Damentaschenuhr, ein Weihnachtsgeschenk ihrer Tochter Anni und Ehemann Werner Fischer, trug Maria Schwienheer, geborene Reker bis zu ihrem Tod im Jahre 1985.
Ihre Tochter Anna Fischer erhielt mit Einverständnis der weiteren Geschwister die von ihr geschenkte Taschenuhr mit einer unechten 70 cm langen Kette mit Federring und Endöse der Mutter. (Jahreszahl)
Dieses Ensemble - Uhr mit Kette - schmückt seitdem die geschnitzte Holzskulptur St. Eligius im Wohnzimmer des Hauses Wienkampstraße 13 in Ahlen.
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225-11 Taschenuhr mit Goldübergehäuse, Spindelwerk mit Kette und Schnecke, J(oh)N GRANTHAM, Londen, um 1750, Ø 42 mm, 25,4 mm stark, Ü-Gehäuse Ø 48,8 mm, 27,2 mm stark. 2 Deckel, Glasrand mit C-Bägen und floraler Girlande ausziseliert, eine Bruchstelle, Rückdeckel stark ausziseliert, allegorische Szene, Hermes steigt auf, mehrere Reparaturstellen. Schale innen punziert, LM (?), Reparaturstellen, Zifferblatt weiß emailliert, Haarrisse, Fehlstelle beim Drücker, Originalzeiger, golden, handgearbeitet. Dekorative Spindelbrücke: bärtiger Mann, zwei Greifvögel?, Platine graviert: J(oh)N GRANTHAM 1053 LONDON, dekorative gestaltete Werkpfeiler, Kette und Schnecke, Spindelwerk, gebläute Schrauben, feuervergoldete Platine.
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225-113 DTU, Gold 585 mit Aufzug-Krone und Bügel und seitlicher Zeigerstellung.
Breiter Goldglasrand, weiß emailiertes Zifferblatt mit schwarzen arabischen Ziffern, 12 Goldpunkten und schwarzer Strichminuterie.
Rückdeckel ausgefaßt mit drei geschliffenen, weißen, echten Tropfenopalen von guter Intensität. Innendeckel punziert: Rückdeckel STEINMEYE PATENT (Gravur unterbrochen durch Opalrückseite) MIPATENTIR??VERSTAERKUNG im Oval.
Werkabdeckdeckel unecht, Cylinderwerk, lauffähig in gutem Zustand.
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225-12 Taschenuhr 585-Goldgehäuse mit Blumenmotiven, Ankerwerk, Ø 52 mm, 14 mm stark
punziert in beiden Außendeckeln: 585, Krone J.L. 13913 8; im Gehäusedeckel: MèTAL 132913 JP, Ankerwerk Aufzugskrone, Umschalter für Zeigerstellung, Uhr läuft
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225-20 Taschenuhr Gold, Spindelwerk, Breguet à Paris um 1800, Ø 55 mm, 21 mm stark,
Glatter Glasrand, gewölbtes Glas, Gehäuserand reliefiert, Rückdeckel guilochiert mit Motiv: aufgehende Sonne ?, Medaillon, Innenseite punziert mit fünfzackigem Stern DLG K 18, 9 70 I, verschiedene Reparaturzeichen, Sprungdeckel mit Feder zum Öffnen, in einem Oval handschriftlich graviert: Breguet à Paris, Zifferblatt Email, arabische Ziffern, Strichminuterie, Zeiger gebläut original. Das Werk ist von hoher Qualität, ausgesägte und gravierte Spindelbrücke mit Deckstein Rubin oder Granat, gebläute Schrauben, gebläute und versilberte Regulierscheibe mit Vierkant „retard avance“
Glas gelöst.
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225-29 Taschenuhr, Gold, Spindelwerk, Zifferblatt in Gold. Ø ca. 45 mm, 15,5 mm stark.
Glasrand schlicht, Rand guillochiert, Rückdeckel: Punze unleserlich, im Achteck: Krone, g, Tierkopf, in Achteck: 18 verschiedene Reparaturzeichen. Staubdeckel, graviertes Randmotiv: g Krone 4358, im Bügelhals zweiseitig punziert mit Krone, im Bügelhals: Sprungdeckelknopf; abnehmbarer Staubdeckelrand mit Befestigung, Rückdeckel guillochiert mit Wappen. Gold, mit 18 punziert, Zifferblatt Gold, ausgesägte römische Stundenziffern, Punktminuterie, rundes Feld für Sekundenanzeige, florale Gravur, Zeiger original, gebläut. Spindelwerk, eingeschraubte Fassung, Diamant als Deckstein auf Platine, 4, 3, 5, 6,
Sehr hochwertige Uhr
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225-34 Taschenuhr, Gold 18 Kt. Zylinderwerk, Ø 41,8 mm, 18,6 mm stark
Schlichter Glasrand, Glas mit Mittellinse, schlichter Gehäusering, Rückdeckel als Sprungdeckel, außen guillochiert mit großem Medaillon, Schnörkeln und mit floralen Motiven und Monogrammkartusche. Innen punziert K18 60177, Staubdeckel graviert mit cylindre, 4 Rubis, Nr. 60177. Ein Aufzugloch im Stellloch. Zifferblatt weißes Email, schwarze römische Stundenziffern, Strich- und Punktminuterie. Zeiger gelbfarben, original, Zylinderwerk, nicht lauffähig.
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225-35 Damentaschenuhr, Gold, 18 Karat, Zylinderwerk, Emailbild 2 Damen, Genf 1850
Ø 44,9 mm, 18,8 mm stark, schlichter Glasrand mit gerieftem Gehäusering, Rückdeckel außen zeigt farbiges Emailbild: Zwei Damen in Festtagsgewändern, die eine Weintrauben tragend, die andere flückend, Bild eingerahmt von blaubem Email, einige Fehlstellen im Email, äußerer Rand graviert, eine der Damen trägt eine doppelte braun-rote Kugelkette, Rückdeckel innen punziert in 2 Achtecken CR 18K 3315, Staubdeckel zeigt ein Aufzug- und ein Stellloch. Beschriftet zylindre huit (8) Rubis, Charle... (?), Genève, innen: 3315. Scharnier für Glasrand zwischen 7 und 9, für Rückdeckel zwischen 5 und 7. Gehäuse mit beweglichem Bügel und Drückknopf für Sprungdeckel. Weißes Emailzifferblatt mit römischen Ziffern, Strichpunktminuterie, Zeiger schwarz, Stahl gebläut, Zylinderwerk. Lauffähig.
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225-38 Damen-Taschenuhr, Gold, Ankerwerk, „System Glashütte“, Schweiz, Ø ca.34 mm, 11,3 mm stark. Glasschutzdeckel als Sprungdeckel mit eingefaßtem Glas, innen punziert mit Eichhörnchen, groß u. klein. In gepunkteten Oval 0,585, im Kreis eine Krone sowie die Ziffern 902, glatter Glasrand, mit seitlichem Zeigerstellhebel, Rückdeckel außen graviert WAT (verschlungen), innen punziert mit kleinem und großen Eichhörnchen, Krone im Kreis, in Schlange: AR 93902, darunter eine 9, Staubdeckel: gleiche Punzierungen, Email-Zifferblatt mit arabischen Stundenziffern und Strichminuterie.
Anker, Werkplatine graviert: Glashütte System, lauffähig
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225-42 Taschenuhr, Jacquemarts, Gold, Spindelwerk, schwarzes Zifferblatt, zwei Figuren und Glocken, um 1810, Ø 55,3 mm, 22 mm stark.
Schlichter Glasrand, gewölbtes Glas, Scharnier bei 9, Gehäuserand gerieft, Rückdeckel guillochiert, innen punziert mit K18 190 H&D 106, Staubdeckel als Sprungdeckel in unecht, ausgesägte Spindelbrücke mit aufgeschraubtem Deckstein Diamant, Einstellscheibe mit retard und avant. Hals mit Scharnier zur Repetition, Doppelschlag, Zifferblatt schwarz/weiß emailliert, im schwarzen Emailrund befindet sich ein weißes Zifferblatt mit schwarzen Stundenziffern sowie eine Strichminuterie, am Aufzugloch Emailfehlstellen. Auf dem Zifferblatt sind in verschiedenen Goldfarben getrieben und graviert ein Soldat und eine Frauengestalt aufgeschraubt. Der Soldat mit Helm, Epauletten, Koppel und Säbel trägt in der linken Hand einen Hammer. Er steht mit Stiefeln auf einem Felsstück, das drei Rosen und Blattwerk zeigt. Auf einem ähnlichen Felsstück steht auch die Dame in ihrem Festgewand, in ihrer linken Hand einen Kranz aus Rosen haltend, in der rechten Hand auch einen Hammer schwingend. Oberhalb der 12 sind in einem Schnörkelmotiv zwei Glocken eingehängt. Bei der Repetition schwingen die beiden Figuren die Hämmer. Die Dame schlägt die aktuelle Stunde, der Soldat die Viertelstundenschläge. Unterhalb der 6 ist auf einem Felsstück ein Strauchwerk, ein Hund, der eine Ente oder einen Schwan aufjagt, dargestellt.
Spindelwerk mit Kette und Schnecke, ausgesägte dekorative Spindelbrücke mit eingeschraubtem Lochstein (Diamant), silberne runde Regulierscheibe.
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225-45 Goldene Taschenuhr „à trois couleur“, drei Goldfarben, Spindelwerk, 18./19. Jh.,
Ø 40,9 mm, 14,7 mm stark.
Glasrand in Gold mit Rotgoldrosen und Grüngoldblättern, Gehäuserand mit Blättern und Blumen, Gehäuseschale in verschiedenen Goldfarben, Schnörkeln und Blumen und Blattwerk. Schale innen punziert mit einem M1, Reparaturzeichen, punziert: 1, Rückseite: 30077, Drücker für Glasrand als Sprungdeckel. Zifferblatt Gold, schwarze römische Strich- und Punktminuterie, guillochiert, zwischen den Stundenziffern befinden sich florale Motive. Lochformstahlzeiger, gebläut, original, Spindelwerk, vergolder, ausgesägte und gravierte Spindelbrücke, Kette und Schnecke, silberne Einstellscheibe, avant, retard, gebläute Schrauben, Platine handschriftlich graviert: Gaston Jolla à Paris 1283. Revisionsbedürftig.
Katalogtext: Goldene Taschenuhr „à trois couleur“, in Rotgold, Gelbgold und Grüngold, kunstvoll verziertes Gehäuse, signiert Gaston Jolla, Paris 18,/19. Jh.
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225-60 Taschenuhr, Gold 375, Ankerwerk mit Breguet-Spirale, 300er Einteilung auf Zifferblatt.
Ø 48,4 mm, 17,7 mm stark.
Schlichter Glasrand mit Scharnier an der 6, gewölbter Gehäuserand, glatter Innendeckel, Scharnier an der 6, punziert: Blüte mit zwei Blättern; in Rechteck 9k 124077, Staubdeckel unecht CUIVRE 124077 JP im liegenden Oval. Unechter beweglicher Bügel. Weißes Emailzifferblatt, römische Stundenziffern, Strichminuterie, im äußeren Rand beginnend mit arabischen Ziffern 25, 50, … bis 300 Striche, jede Sekunde in 5 Teile unterteilt. Lauffähig. Uhr hat eine Stoppvorrichtung.
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225-65 Knopflochuhr, Gold 375 = 9 Karat. Ankerwerk, England, Ø 21,7 mm, 11,05 mm stark.
Glasrand 13,5 mm Durchmesser, Gehäuserand punziert 0,375, glatter Rückdeckel, innen punziert AGB 0,735 XZ 35508, Scharnier zwischen 3 und 4. Aufzug bei der 9 wie bei englischen Uhren üblich. Weißes Emailzifferblatt mit schwarzen arabischen Ziffern, rote 12, Minuten goldfarbene Punkte.
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225-66 Taschenuhr, Savonette, Sprungdeckeluhr, Gold, Ankerwerk, Breguet-Spirale, Repetition- und Stoppuhr, Zeitanzeige, Schweiz, Ø 59,8 mm, 17,50mm stark.
Glatter Sprungdeckel, Scharnier an der 9. Innendeckel punziert mit kleinem und großem Eichhörnchen in einer dekoreichen Umrahmung. 0,585, in Kreis Krone, in Wappen Blume 36, glatter Glasrand, glatter Rückdeckel punziert wie Sprungdeckel innen: 86336, Staubdeckel mit 4 Medaillen von Weltausstellung Amsterdam 1883....“LE PHARE“.
Weißes Emailzifferblatt mit römischen Ziffern, Strichminuterie, Sekundenskala mit arabischen Ziffern. 5, 10, 15...., zusätzliches Sekundenzifferblatt. Großer Sekundenzeiger aus der Mitte als Stoppzeiger. Stunden- und Minutenzeiger mit je 3 eingefaßten Diamanten, Sekundenzeiger, alle original. Sekundenzeiger mit Stop; wieder mit 0 beginnend. Skelettwerk, schweizer Kreuz mit Nr. 334. Stundenschlatg auf Repetition. Kronenaufzug, Repetition mit Drücker.
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225-74 Damentaschenuhr, Gold, Spindelwerk, Ø 37,4 mm, 11,9 mm stark
Glasrand guillochiert, Reparaturstelle, Scharnier an der 9, Gehäuseschale rückseite guillochiert mit Medaillon, innen punziert: DG 4595, Reparaturzeichen.
Zifferblatt Gold, teilguillochiert, Stundenkreis mit schwarzen römischen Ziffern, schwarze Strich-Minuten. Fehlstellen am Rand. Zeiger gebläut original. Spindelwerk ausgesägte und gravierte Spindelbrücke, vergoldete Platine, silberfarbene Einstellscheibe, gebläute Schrauben, Kette und Schnecke. Erste Uhr des Museums, Prag 1965
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225-77 Taschenuhr, Savonette, Gold, Ankerwerk, Breguet-Spirale, Leonidas, Ø 54,2 mm, 11 mm stark. Sprungdeckel guillochiert mit Wappenkartusche, innen punziert: Krone im Kreis, kleines und großes Eichhörnchen 56 14K 0,585 60317 Hammer 167, glatter Glasrand, gewölbter Gehäuserand, Rückdeckel guillochiert, gleiche Punzierung wie im Sprungdeckel, Rückdeckel: 880317, Sprungdeckel (beide Scharniere an der 9) wird mit Knopf in der Krone betätigt. Staubdecekl mit Abbildung von 5 Medaillen, Bern 1914, ...Präzision, Staubdeckel gleiche Punzen wie Rückdeckel 880317, Zifferblatt chamoirfarben,goldene arabische Stundenziffern, Punktminuterie, dazwischen 13 - 24, Sekundenkreis, „Leonidas PRIMA“ . Sekundenzeiger schleift auf dem Zifferblattkreis, Beschädigungen, original gebläut. Lochsteine bis einschließlich Mittelrad, Platine punziert mit Leonidas. Lauffähig.
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225-78 Taschenuhr, Savonette, Gold 585, Ankerwerk mit Feinregulierung, hohe Qualität, Schweiz IWC um 1900
Ø 41,6 mm, 11,84 mm stark, Sprungdeckel außen glatt, innen punziert mit Krone im Kreis, kleines und großes Eichhörnchen in einem Wappen, 14K, 0,585, 56 in einem Kreis umlaufend TROBUS SCAFUSIA, dazwischen IWC 759722, Rückdeckel schlicht, innen gleiche Punzierung wie Sprungdeckel 759722, glatter Staubdeckel, Scharniere alle an 9, Staubdeckel innen punziert wie die anderen Deckel. Zifferblatt weiß Email mit schwarzen arabischen Stundenziffern, schwarzen Strich-Minuten, kleiner Sekundenkreis bei der 6. Alle Zeiger original, Gold.
Präzisionsankerwerk, Platine punziert TROBUS IWC SCAFUSIA, 655864, H 6, beim Sekundenrad 55231, verschiedene Lochsteine sind in Fassungen und eingeschraubt, vier verschraubte Chatons, Goldregulierungsschrauben, Schwanenhals-Feinregler. Kronenaufzug, lauffähig.
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225-79 Taschenuhr, Savonette, Gold, Ankerwerk, BUNDH über kleiner Sekunde. Schweiz, um 1900, Ø 55,1 mm, 11,0 mm stark.
Sprungdeckel glatt (Scharnier 9) innen Krone im Kreis, kleines und großes Eichhörnchen 0,585 14K 52 257152 BUNDH, Glasrand (aufgesprengt) aufgesprengt, glatt, Rückdeckel glatt, gleiche Punzierung wie im Sprungdeckel, Staubdeckel, ancre, 15 Rubis LEVEES VISIBLES, Doublé, Plateau, Qualite superieure (höhere Qualität) 12 Medaillen, gewölbter Gehäuserand, Staubdeckel zeigt Raparaturzeichen, Metal 257152, ungedeutete Punze, weißes Emailzifferblatt, schwarze arabische Stundenziffern, schwarze Strichminuten, Sekundenkreis, beschriftet rot BUNDH
Sekundenzeiger gebläut, goldfarbene Minuten- und Stundenzeiger, lauffähig
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225-81 Damentaschenuhr, Gold 750, Zylinderwerk, Diamanten, Genf, Patek 1850/60
Ø 31,9 mm, 9,3 mm stark. Glasrand glatt, (Scharnier 4/6), Glas mit Linse, gewölbter Gehäuserand, Scharnier Rückdeckel 5/7, Rückdeckel emailliert mit dekorativem Rand sowie im Zentrum ein Fantasiekreuz mit 8 inkrustierten Diamanten (2 fehlen), verschiedene Fehlstellen im Email, innen 18K 19733, ungedeutete Punzierung Staubdeckel beschriftet: 19733 Patek Genéve Cylindre huit rubis, Staubdeckel mit Aufzug- und Stellloch. Drücker für Sprungdeckel,
Zifferblatt Emaille weiß, römische schwarze Stundenziffern, schwarze Strichminuten, goldfarbene Stunden- und Minutenzeiger mit je einem Diamanten, Cylinderwerk. Lauffähig.
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225-83 Damentaschenuhr, Gold, wahrscheinlich Feingehalt unter 585, Zylinderwerk, Ø 31,2 mm, 102 mm stark.
Gehäuse in Gold und punziert, schlichter Glasrand, Scharnier an der 6, Rückdeckel Scharnier an der 6, guillochiert mit Wappenkartusche im aufwendig gravierten Umfeld. Deckel mit Riß 2-3, innen punziert 15699 4, Staubdichtung beschriftet: Remontoir, Cylindre, 10 Rubis, No. 118669, innen punziert: JD 115699, Gehäuse in Gold. Eingesprengter runder unechter Bügel, weoßes Emailzifferblatt mit schwarzen römischen Stundenziffern, schwarzer Strichminuterie, in arabischen Ziffern 5, 10, 15...., Zeiger goldfarben original mit Diamanten. Im Stundenzeiger fehlt ein Diamant.Zylinderwerk gut erhalten, lauffähig.
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225-86 Taschenuhr, 18K Gold, Schrauben gebläut, Zylinderwerk. Ø 33,6 mm, 10,8 mm stark. Glatter gewölbter Glasrand, Scharnier an der 6, facettiertes Glas, goldfarbenes graviertes und guillochiertes Gehäuse. Gewölbter Gehäuserand, rückwärtiges Monogramm IFM, innen Reparaturzeichen, punziert mit Frauenkopf nach links mit Diadem, 18 K, 9766, Scharnier an der 8, Staubdeckel innen graviert mit Frauenkopf nach links, 18K, 9766, ungedeutete Punze, goldfarbenes graviertes und guillochiertes Zifferblatt, schwarze markierte römische Stundenziffern, Punktminuterie, gebläute Stahlzeiger, lauffähig

225-91 Damentaschenuhr, Gold, Zylinderwerk, Ø 31,1 mm, 10,9 mm stark,
gravierter gewölbter Glasrand, facettiertes Glas, gewölbter Gehäuserand, gravierter und eamilliert Rückdeckel, innen punziert mit Krone im Kreis, Eichhörnchen, 0,585 FP in Dreieck, 68389, Staudbeckel: „Georg Bayer“, Anelam, innen Metal 68389, Rückdeckel-Scharnier an der 5, Glasrandscharnier an der 7. Rückdeckel zwei Schwalen, Jugendstil-Motive.
Weißes Emailzifferblatt, Emailfehlstellen, Haarrisse, schwarze römische Stundenziffern, schwarze Minuterie, zwei goldfarbene Zeiger, Zylinderwerk lauffähig. Zu dieser Uhr gehört ein unechtes rotgoldfarbenes Armband, punziert Union AD, Andreas Daub, Pforzheim.
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225-97 Taschenuhr, vergl. dazugehörendes Chatelaine 223-07
Gold, Rotgold, Spindelwerk, Paris, Romilly, Jean (1714-1794) 1752 Mitglied der Uhrmachergilde Paris. Rückdeckel: äuperer Rand emailliert wie Glasrand, 2 Rand-Email mit diagonalen Goldkreuzen und Emailbild. Innendeckel: verschiedene Reparaturzeichen, Uhrgehäuse fehlt. Glasrand emailliert, weiß und blau in Goldfassungen, Emailbild:
Strauchwerk, Podest (Brunnen) Rosen umrankt, darauf zwei flammende Herzen mit Rauchfahne, Hauptfigur: Putto (Amorette) mit Flügel, Tasche tragend, rechte Hand: Zweig, Linke Hand: Kranz aus Rosen, schöne erhabene Emailmalerei; Hintergrund Transparentemail.
Zweimal punziert mit Adlerkopf 2989, Zifferblatt weiß emailliert, Haarriß, römische Ziffern, Strichminuterie, arabisch: 5, 10, 15, …, beschriftet: Romilly, A Paris
Zeiger original, dekorative Spindelbrücke, Kette mit Schnecke, Platine graviert: Omilly A Paris 2989.
Vergl.: Die Uhr, Zeitmesser und Schmuck in 5 Jahrhunderten, Ausstellung Hg: Wahl H. 1967, Seite 240f; Sammlung K. Degenhardt.

225-75 Taschenuhr, Doublé- Walzgold, Ankerwerk, Ø 55 mm, 17,8 mm stark
Sprungdeckel wird mit Drücken der Krone betätigt, graviert mit Motiven und Kartusche, innen punziert mit KEIYSTONE, darunter WATCH CASE, Vase mit C e, Waage mit zwei Schalen und 2414465, glatter Glasrand, graviert, gewölbter Gehäuserand, Rückdeckel außen florale Ziergravur, im Zentrum: Hand, einen Rosenstrauß haltend, gleiche Zeichen wie im Sprungdeckel, Staubdeckel innen punziert GUARANTEED J. BOSS 15 Years. Weißes Emailzifferblatt, schwarze römische Stundenziffern, schwarze Strichminuten, Sekundenkreis Elgin natl watch Co.
Graviert Brücke, Schrauben gebläut, Unruh mit Regulierschrauben, Platine: Elgin natl. Watch-Co 5632334, Safty pinion Elgin JLL.
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225-117
Damen-Taschenuhr Ø 32 mm
Deckel innen punziert 585 9304
Krone, Eichhörnchen, Pfeilkreuz
Zylinderwerk, Gehäuse Rotgold,
Rückdeckel floral farbig emailliert
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| Foto: Marlon Scharfschwerdt | NAPOLEON I. |
Napoleonuhr, Taschenuhr,
Goldgehäuse zweiteilig, Ø 40mm, Glasrand und Gehäuseschale sehr dekorativ gearbeitet. In der Gehäuseschale eine Anzahl von Reparaturzeichen. An der 3 seitlicher Drücker zur Gehäuseöffnung, um das Werk aufzuziehen und die Zeit einzustellen. Der Kronenhals ist sehr lang, was vermuten läßt, dass zu dieser Uhr ein weiteres Übergehäuse vorhanden war. Im (Kronen)hals befindet sich eine bewegliche unechte Öse. Diese nimmt eine unechte Uhrkette mit Schraubkarabiner auf. (Es handelt sich um eine doppelläufige Fuchsschwanzkette) von 26,5 cm Länge, die mit drei Ösen abschließt. In einer dieser Ösen hängen an zwei Fuchsschwanzkettchen zwei Quasten und in der 3. Öse eine Ankerkette, die mit einem Stab endet, der zur Befestigung in einem Knopfloch dient.
Zurück zur Taschenuhr.
Spindelwerk mit dekorativer Spindel, Werkplatine vergoldet, graviert: Frh oder Frt Amièl, Paris, Werknr. 1498, Werk scheint intakt zu sein. Das weiße Emailzifferblatt zeigt eine 60er Minuterie sowie die arabischen Zahlen 1 - 12. Das Aufzugloch im Zifferblatt weist Beschädigungen auf ebenso der Außenrand an der 6.
Alles hat eine Geschichte - auch diese Uhr.
"Die Napoleon Uhr",
Peter Henlein, geb. um 1479 in Nürnberg - gest. August 1542, war ein Schlossermeister, dem es als erster gelungen ist, eine Uhr zu bauen, die am Körper getragen werden kann - so wird jedenfalls berichtet. Diese Sensation fand Nachahmer in Deutschland, in der Schweiz aber auch in Frankreich. Sie nannten sich Uhrmacher. Diese tragbaren Uhren wurden weiterentwickelt doch nur wenige Menschen konnten sich damals eine Taschen- oder Brustuhr finanziell leisten. Zu den Glücklichen zählte auch der französiche Kaiser Napolion I., geb. 15. August 1769, gestorben 5. Mai 1821, der Uhren für besondere Dienste gern verschenkte.
So wird berichtet, dass Napoleon beabsichtigte, nach dem Rückzug von Moskau u.a. in Trier zu übernachten. Da jedoch in Trier die Pockenepidemie ausgebrochen war, entschied er sich, in dem kleinen vor der Mosel gelegenen Ort Ehrang in einem Gasthof Quartier zu nehmen, dessen Besitzer Jaen Pierre Zander gleichzeitig Bürgermeister (französich Maire) von Ehrang war.
Wenn der französische Kaiser Napoleon I. damals in einem Ort wie Ehrang übernachtete, war das eine Sensation. Die Tochter des Hoteliers Jean Pierre Zander soll Napoleon besonders freundlich bedient und bewirtet haben, so dass Napoleon beim Abschied dem Vater Zander diese Damen-Spindeltaschenuhr für erwiesene Gastfreundschaft überreichte.
Wahrlich ein wertvolles Geschenk! Doch eine Damenuhr für einen Mann? Es wurde schriftlich und mündlich überliefert, dass Napoleon I. dem Großvater Jaen Pierre Zander die Uhr geschenkt hat. Das Hotelzimmer in Ehrang, in dem Napoleon übernachtete, blieb unverändert und galt als "Napoleonzimmer" - mit Uhr.
Jahre vergehen. Während der nationalsozialistischen Ära hatten die Werkschaffenden als Mitglieder der Organisation "Kraft durch Freude" die Möglichkeit, einen Erholungsurlaub anzutreten. Auch der Bergmann Xaver Abel aus Pelkum, Auf dem Höhkamp 8a, verbrachte einen solchen Urlaub vor dem II. Weltkrieg in Ehrang.
Neben Besichtigungen und Wanderungen widmete man sich abends dem verbotenen Kartenspiel
17 + 4, an dem sich auch der damalige Hotelbesitzer Emmerick Ferdinand Zander beteiligte. Nachdem er alles Bargeld verspielt hatte, setzte er die sogenannte "Napoleonsuhr" ein und verlor auch diese an den Bergmann Xaver Abel aus Pelkum bei Hamm.
Xaver Abel bewahrte die Uhr sorgfältig auf. Während des Krieges vergrub er sie in seinem Garten in einem noch heute vorhandenen Holzkästchen mit der Beschriftung "Brunsbüttelkoog" und einem Segelschiff.
Da die damaligen Machthaber (Parteigenossen) Abel drängten, die Uhr zurückzugeben, kam es zu einer Erklärung vom 26. September 1935, dass er die Uhr vom Hotelier Zander ordnungsgemäß erworben habe, um einen Prozesses wegen des verbotenen Glücksspiels zu vermeiden
So verblieb die Uhr in Abel's Besitz bis zu seinem 80. Geburtstag, den er selbst als passenden Zeitpunkt ansah, sie seinem Enkel zu vererben.
Dieser - in Unkenntnis des historischen wie auch des materiellen Wertes der Uhr - antwortete seinem Opa: "Was soll ich mit dem Scheißding?" (Originalton)
Gekränkt und enttäuscht darüber bot Xaver Abel daraufhin die Uhr Herrn Museumsdirektor Dr. Zink vom Gustav Lübcke-Museum in Hamm am 7.3.1968 an. Das Museum war damals nicht interessiert und verwies Herrn Xaver Abel an den Uhrensammler Werner Fischer in Ahlen; denn Fischer besaß einen Orden der Stadt Hamm, den Dr. Zink gern für sein Museum gehabt hätte und ihn nach dem Verkauf der Uhr an Fischer letztendlich auch bekam.
Heute ist die goldenen Napoleons-Uhr mit Uhrkette eine Atraktion
"Im Museum im Goldschmiedhaus" in Ahlen, Otsstr. 69.
In einer Fernsehsendung von SWR-Moderator Dennis Wilms des Süddeutschen Rundfunk am 21.06.2015 "Schätze des Südwesten" Von Kronen und Kriegern (bis 21.45 Uhr) präsentierte der Museumskurater des Historischen Museums der Pfalz in Speyer, Ludger Tekampe, sein "wichtigstes Stück" in der Abendsendung, eine Wachskerze auf einem einlichtigen Kerzenleuchter mit einem gravierten Sockel-Schild: Überrest der Wachskerze, welche auf dem Nachttisch Kaiser Napoleon I. brannte, als er im Mai 1812 auf der Reise in der gegen Rußland bestimmten Armee in Kaiserslautern. übernachtete.
Selbst Dinge, die auf den ersten Blick wertlos erscheinen, wie eine Flasche Pfälzer Wein aus dem Historischen Museum der Pfalz in Speyer, erzählen Geschichten aus längst vergangenen Zeiten.

Dieser jedoch berief sich darauf, dass er sich an diesen Abend nicht erinnern könne.


225-03 Taschenuhr mit Spindelwerk „Adelino“ Ø 50 mm 26,7 mm stark, Messing versilbert, weißes emailiertes Zifferblatt mit römischen Ziffern.
Aufzugsloch an der 2. Schlüsselaufzug. Kette von Trommel gelöst erworben in Prag April 1970
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225-05 Taschenuhr mit Cylinderwerk und silbernem Zifferblatt um 1800 Ø 40mm ohne Rückdeckel 9 mm stark, punziert im Innendeckel: No.12150 ECHAPPEMENT A CYLINDRE Crou tremee Aiguilles Quatre TROUS EN PIERRE FINE Profilierter Glasrand mit barocken Elementen. Kordelrand,Scharnier an der 8. Originalglas mit Innenmulde. Der Rückdeckel war ein Sprungdeckel, Betätigung mittels Drücker im Bügelhals
Zifferblatt Silber kunstvoll guollochiert und graviert mit römischen Ziffern. Ziffer-Blatt-Innfeld ist mit floralen Motiven graviert. Breguet-Zeiger. Zylinder und Sprungdeckel fehlt
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225-6 Taschenuhr mit Uhrkette, Silber, Zylinderwerk, Zifferblatt beschriftet: H. Klostermann, Ahlen i/W Ø 47 mm 16 mm stark, weißes Zifferblatt mit römischen Ziffern und separater Sekundenanzeige.
Innendeckel No 73391 Zylinder & Rubin, H.Klostermann, Ahlen i/W, Innenseite:Metal 73391 X im Außendeckel Stempel 0.800 Mond und Krone , Galonne 73391 X Zylinderwerk
Der Name Gallenkemper ist eingeritzt 3889
funktionstüchtig
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225-100 Junghans Blinden- Savonette 1915
Es ist bekannt, dass schon der Schweizer Abraham Louis Breguet, geb. 1747, Taschenuhren zum Abtasten mit stabilen Zeigern für Blinde konstruierte.
Die im 18. Jahrhundert entwickelten Taschenuhren mit Noppen am Gehäuse, später auf dem Zifferblatt, nannte man Blindenuhren. Der Nichtsehende tastete den oder die Zeiger ab bis zur Spitze und weiter bis zum Gehäuserand, an dem sich die Noppen befanden.
Das System: die 12 hat drei senkrecht angebrachte Noppen
die 6 hat zwei senkrecht angebrachte Noppen
die 3 hat rechts 2 waagerecht angebrachte Noppen
die 9 hat links 2 waagerecht angebrachte Noppen
zwischen den Noppen für die Zahlen 12, 3, 6 und 9 liegen
jeweils zwei Noppen.
Das Abtasten erfordert sehr viel Gefühl, damit die Zeiger sich nicht verstellen.
Die Blinden-Taschen-Uhr im Museum hat ein Gehäuse aus Eisen. Auch die Uhrkette mit zwei Karabinern ist aus Eisen. Das Mittelglied zeigt den Kaiseradler mit der Reichskrone, die beiden anderen Glieder zeigen die Jahreszahl 1916 und die Umschrift Gold zu Wehr, Eisen zur Ehr.
Viele Frauen und auch Männer opferten während des ersten Weltkrieges (1914-1918) ihren echtgoldenen Schmuck, Uhren und Ketten, gaben sie dem Staat und begnügten sich fortan mit einer eisernen Uhr und Kette.
Heute gibt es für Blinde sprechende Uhren, Zeitmesser, die auf Knopfdruck die Zeit ansagen.

225-102 Pedometer oder Schrittzähler, Ø 42,9, Höhe 18,6 mm.
In einem Taschenuhrgehäuse bietet das Werk die Möglichkeit, beim Gehen die Schritte zu zählen. Er kann an einer Hose oder einem Gürtel befestig werden. Auch bei Tieren wird ein Pedometer meist an einem Bein befestigt.
Die Rückseite des Pedometers zeigt einen Hammer (hier beschriftet mit dem schweizer Kreuz), der bei jedem Schritt seine Stellung verändert und den Zählrythmus in Gang setzt. Auf dem Zifferblatt sind dann die gegangenen Schritte ablesbar.
Als Erfinder der mechanischen Schrittzähler gilt der Schweizer Uhrmacher Abraham Louis Perrelet, der 1780 den ersten Schrittzähler konstruierte und baute, sie besaßen alldings rechteckige Gehäuse und hatten auf dem Deckel meist vier Zifferblätter, die es möglich machten, schon damals bis zu 10.000 Schritte zu zählen.
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225-104 Gehäuse ohne Werk u. ohne Bügel, nach 1889, Silber, Ø 43,5 mm, 13,2 mm,
Vorderdeckel u. Rückdekel mit Motiven in Metallgrubenschmelztechnik. Die Niellomasse besteht aus einer Legierung aus Silber, Kupfer, Blei und Schwefel, Mengenverhältnis ca. 3:5:7 auf. Die Niello Technik ist schon vor 1000 bekannt. In Rußland wird die Technik Tula nach der Stadt Tula genannt.
In der Europäischen Akademie der Juweliere, Gold- u. Silberschmiede in Ahlen Westfalen kann die Technik erlernt werden. Im Jugendstil ab ca. 1890 war Schmuck mit der Anwendung der Niello-Technik en vogue.
Der Vorderdeckel zeigt eine Landmann auf einer Wiese mit der Sense tätig und im Hintergrund einen Landmann der die Sense schärft. Auf der Rückdeckel liegt eine gebundene Garbe auf einem Karrengestell und dahinter steht ein Pferd im Geschirr. Beide Bildmotive sind durch Ähren, Blätter und weiteren Motiven eingerahmt. Die Rückseite des Vorderdeckels und auch der Rückseite sind mit 9562 punziert. Der Zwischendeckel das Werk schützt. Info siehe Foto.
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225-105 Taschenuhr Ø 55,2 mm, gewölbtes Glas in silbernem Glasrand mit Scharnier.
Weißes Emailzifferblatt mit schwarzen arabischen Ziffern 1 bis 12, 60er Stundenminuterie, beschriftet mit: Breguet A PARIS, Original Stunden und Minuten Zeiger, prächtiges Spindelwerk, Rückseite beschriftet: Breguet a Paris.
Das Werk ist lauffähig.
Rückdeckel innen mit gepunzten Zahlen 132 und T 13 und Rep. Nummer, Bügelhals mit beweglichem Bügel
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225 115 Diese Uhr gehörte dem Wirt Heinrich Gerling im Kühl wie die Innengravur andeutet. Der Anker könnten ein Indiz sein, denn ein guter Gast wenn er nicht auf See war ein Seemann mit seinem Ausspruch „Ratten inne Kammer“ Eine Annahme durch nichts belegt.
Rückdeckel der Taschenuhr innen punziert mit 0.800 (echt Silber) darüber eine Taube, darunter ein Kleeblatt, daneben Halbmond und Krone. Nr. 5813 1. Im Rechteck CK. Lauffähig.
Geschenk an Anni u. Werner Fischer
Zweiter Deckel Metall 5813 1
Zylinderwerk lauffähig
Ziffernblatt weiß Email, schwarze Arabische Ziffern, 60er Sekunden, 60er Minuterie, Stunden, Minuten Sekundenzeiger sowie Krone mit Bügel, Glasrand und Rückdeckelrand rotgold vergoldet.
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225-16 Taschenuhr , Spindelwerk Ø 50 mm 20 mm stark, vorderer (Sprungdeckel) und Rückdeckel stark deformiert, im Rückdeckel Reparaturzeichen JJ 8, Punzierungen unleserlich, ohne Glas, so daßdie Zeit tastbar ist. Zifferblatt Kupfer, farbig emailliert, am Aufzugloch wie am Rand Fehlstellen, Haarissse, 60er Minuterie mit Punkten, 15, 30, 45, 60 arabische Stundenziffern, Emailbild zeigt Dame mit gelbem Überrock; mit Mundstellung, die einen Kuß erahnen läßt; von rechts kommt ein hochbeiniger Hund (Pudel?)
Spindelwerk mit dekorativer Brücke, Kette und Schnecke. Platine: handschriftartig graviert: „Conrad Meckl in Wien“ Nr. 385
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225-17 Taschenuhr, Spindelwerk, Tschechei (?), Martin Kandler 19. Jh., Ø 50 mm, 22,5 mm stark, Lunette graviert, Rückdeckel innen punziert mit Raute und TI, 7908, Reparaturzeichen, Zifferblatt emailliert, mit 60er Minuterie, arabischen Ziffern, Email farblich figürlich bemalt, zeigt einen Krieger, der sich vom Stundenkreis abwendet und in seiner Hand einen Zweig hält. Aufzugloch mit Emailfehlstellen, Haarrisse. Zifferblatt mit Schraube befestigt. Minutenzeiger später ergänzt, Stahl gebläut. Spindelwerk, Kette und Schnecke, ornamental ausgesägte Spindelbrücke, Platine handschriftartig graviert: Martin Kandler aus Raab, feuervergoldet, profilierte Werkpfeiler.
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225-18 Taschenuhr, Spindelwerk, London, Graham G., 1. Hälfte 18. Jh., Ø 48 mm, 22,5 mm stark, Übergehäuse Ø 55 mm, 17 mm stark, silberfarbenes Gehäuse, schlichter Glasrand, Rückdeckel punziert T, Aufzugloch im Rückdeckel, Zifferblatt emailliert, 60er Minuterie, goldene Punkte 15, 30, 45, 60, römische Stundenziffern in einer Goldgirlande in Schreibschrift Graham London, Zeiger original, goldfarben.
Sehr dekorativ ausgesägte Spindelbrücke mit eingeschraubtem rotem Deckstein (Granat oder Rubin) Kette und Schnecke, Platine unter Zifferblatt punziert „L 285“, dekorative Werkpfeiler
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225-19 Taschenuhr (Doktoruhr zur Pulsmessung) mit dazugehörendem Schlüssel, (?), Spindelwerk, Paris, Ch. Le Roy, um 1800, Ø 62,5 mm, 25 mm stark, Glasrand mit einem neuen hochgewölbten Glas, glatte Gehäuse-Rückschale, innen punziert PB 72 Leton, Gehäuse ich unecht, vergoldet. Zifferblatt weiß emailliert, arabische Ziffern, Minuterie (Punkte), zusätzlich eine 60-Sekundeneinteilung sowohl mit Punkten als auch mit arabischen Ziffern. 15, 30, 45, 60, Email-Absplitterung am Aufzugsloch, separate kleine Stunden- und Minutenanzeige in der unteren Hälfte, große Sekunde aus der Mitte, Platine handschriftlich graviert: Ch. Le Roy, Paris, fein ausgearbeitete Spindelbrücke, beschriftete Silber-Regulierscheibe mit Vierkant, vergoldetes Spindelwerk. Schlüssel mit Gesperr, nicht lauffähig.
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225-22 Taschenuhr, Spindelwerk, Ø 54,6 mm, 23,7 mm stark, glatter Glasrand, Gehäuserand reliefiert, glatter Rückdeckel, innen punziert mit 5057 TPS, I0 (spiegelverkehrte) 4 07, Reparaurstellen mit Zinn, Staubdekel mit erotischem Automat, Deckel graviert Breguet à PARIS 10497, runder beweglicher Bügel und Drücker für Repetition und Auslösung des erotischen Automaten, runder beweglicher Bügel, Zifferblatt Silber, schwarz-weiß ausgefüllte römische Stundenziffern, Zifferblatt im inneren Rand guillochiert, unter der 12 ein punziertes Zeichen. Gebläute Stunden- und Minutenzeiger, Spindel, Kette, Schnecke, ausgesägte und gravierte Spindelbrücke, silberne Regulierscheibe mit Vierkant, Stundenschlag, Repetition intakt.
Erotischer Automat nach Stundenschlag-Rhytmus wird mit dem Kronenhals bedient. Figuren in Gelbgold, Rotgold und Silberfarben. Funktionstüchtig.
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225-24 Taschenuhr, Spindelwerk, London, Graham, 1. Hälfte 18. Jh., Ø 49 mm, Uhr ohne Glas ca. 21 mm stark, glatter Glasrand ohne Glas, glatter Gehäusedeckel mit Aufzugsloch, punziert mit 1282 laufender Löwe mit Schwanz nach oben, seitliches Männerportrait. A.C. Maske in Wappenform A, verschiedene Reparaturzeichen. Im Glasrand Löwe, Übergehäuse: Ø 61 mm, 16 mm stark. Emailzifferblatt, Stunden in römischen Ziffern, 60er-Strichminuterie, Kalenderscheibe 1,3,5..., beschrifter mit Graham London. Rotgoldener Stunden- und Minutenzeiger, Monatszeiger schwarz gebläut. Ausgesägte gravierte Spindelbrücke, Decksteindiamant, Spindelwerk mit Kette un Schnecke, silberne Regulierscheibe mit 1, 2, 3, 4, Platine beschriftet mit Graham London 39722.
Im Übergehäuse liegen mehrere Uhrmacher-Einlegepapiere (gezahnte Papierscheiben) als Polster. Die oberste Schicht ist bedruckt mit Ardley Norton Clock ano (beschädigt) ...Clockmaker N2 RED....EEL Clerkenwell London
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225-25 Taschenuhr, Spindelwerk, Pforzheim, Maréchal Jean Francois, um 1800, Ø 49 mm, 21 mm stark, glatter Gehäuserand, gewölbtes Glas, glatter Rückdeckel, punziert: HV 9313, verschiedene Reparaturzeichen, gravierter Staubring, (feuervergoldet)
Emailzifferblatt mit römischen Ziffern, 60er Minuterie, 5, 10, 5, 20... Stunden und Minuten und Tagesanzeige, Zeiger gebläut, feuervergoldete ausgesägte und gravierte Spindelbrücke mit 2 Vögeln mit ausgebreiteten Flügeln, handschriftlich gravierte Platine: Maréchal 9313 Pforzheim.
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225-26 Taschenuhr, Spindelwerk, London Aitchison, Ø 50mm, 21,7 mm stark
Übergehäuse: schlicht mit Druckknopf, Löwe im Wappenschild Maske?, TC im Rechteck, G in Achteck. Gehäuse: Glasrand schlicht, Rückdeckel mit Aufzugloch, punziert mit schreitendem Löwen mit Schwanz, (S), Maske in Wappen, TC in einem Rehteck sowie ein G in Achteck und einem Pfeil. Pfeil oder Spitzspatenspitze (Schwan)? Glas mit Linse, emailliertes weißes Zifferblatt mit schwarzen arabischen Stundenziffern und Strichminuterie, Haarrisse und überarbeiteter Email-Fehlstellen, Zeiger original, goldfarben.
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225-27 Taschenuhr, Spindelwerk, Stockholm, Belmstine 1790, Ø 51 mm, 26,5 mm stark
Übergehäuse: Mit Druckknopf, Schale graviert mit Löwe, Wappen mit Burg (?), M und Portrait-Büste. Gehäuse: Glasrand schlicht, antikes Glas, Schale mit Aufzugsloch, schreitender Löwe mit erhobenem Schweif in S-Form, Maske in Wappen, in einem Quadrat BR (verschliffen), in einem Achteck oben und unten rund: M und Oval mit Portrait (verschliffen), 1048 Scharnier am Kronenhals bei den ZZ 60 und 12, Emailzifferblatt, weiß, schwarz arabische Stundenzeiger, Punktminuterie, rot emaillierte Kreise sowie rote arabische Minutenzeiger 5, 10, 15, ….. beschriftet BELMSTINE, Stockholm, Haarrisse, Email-Fehlstellen, Zeiger Eisen original, Spindelwerk mit Kette und Schnecke und ausgesägter Spindelbrücke, Klapphelm mit Federbusch als Büste.
Verschiedene Fahnen in einem Oval, ein Halbportrait, silberne Einstellscheibe mit Zahlen 1 - 6, gravierte Hand zeigt auf die Einstellscheibe. Handschriftliche Gravur: BELMSTINE 1048 Stockholm, gebläute Schrauben und Metallteile. Die Uhr ist lauffähig.
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225-28 Taschenuhr, Spindelwerk, Ø 47 mm, 21,9 mm stark, schlicht mit geriffeltem unteren Rand, gewölbtes Glas, Fückdeckel schlicht, Gehäuse silberfarben, Scharnier unter Kronenhals. Zifferblatt weiß Email, schwarze römische Stundenzeiger, Strich- und Punktminuterie, arabische Ziffern in Fünferreihung, leichte Haarrisse, original Zeiger, gebläut, Kette und Schnecke, Spindelbrücke ausgesägt und graviert, florale Motive, roter Deckstein, silberne Einstellscheibe, handschriftlich graviert Js H Gumbert oder Humbert, de Roche à Roches, Werkpfeiler urnenförmig.
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225-30 Taschenuhr, Spindelwerk, Napoleon Langwvir, Ø 55,4 mm, 22,7 mm stark
Glas gewölbt, Glasrand schlicht, geriffelter Gehäuserand, äusserer Rückdeckel mit Portrait von Napoleon in einem Lorbeerkranz, in Zweizack, Riss, darunter: „Napoleon Langwvir“, im Rückdeckel LFD 3*31013 Pfeil, Staubdeckel mit 2 Aufzuglöchern und gravierter Aufzugsrichtung, geriefter Gehäusering. Scharnier an der 3. Weißes Emailzifferblatt mit arabischen Stundenziffern, 60er Minuterie. Ausgesägte gravierte Spindelbrücke, silberne Einstellscheibe, graviert „avant, retard“, Schlagwerk nicht intakt. Uhrwerk ok.
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225-31 Taschenuhr, Spindelwerk, Jägerdarstellung im Zifferblatt, Ø 55 mm, 22,5 mm stark
Glasrand mit seitlich gerieten Rand, gewölbtes Glas, schlichter Rückdeckel, punziert: DLR 22742, Scharnier an der 9, weißer Emailkranz, weiß und blau emailliert mit Goldtupfen, schwarze arabische Stundenziffern. Ein ausgesägtes goldfarbenes Metallbild zeigt Jäger in einer Landschaft auf einen Hirsch schießend, der von einem Hund verfolgt wird. Um den Emailrand liegt ein goldfarbener gekordelter Rand sowie ein weiterer Rand. Haarriß. Zeiger original, Eisen gebläut.
Spindelwerk, ausgesägte gravierte Spindelbrücke, ein Schnörkel ausgebrochen, aufgeschraubter Deckstein: Rubin, silberne Einstellscheibe graviert mit AR. Eine Schraube fehlt. Nicht lauffähig.
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225-36 Damen-Taschenuhr, Zylinderwerk, Genf, 1860, Ø 32,5 mm, 10,5 mm stark, glatter Glasrand, gewölbter Gehäusering, Scharnier: Glasrand zwischen 7-9, Rückdeckel zwischen 5 und 7, Rückdeckel guillochiert und schwarz Email, florale Motive, im Zentrum Blume mit inkrustierten Diamanten, innen: punziert mit 143084 und unleserlichen Punzen. Staubdeckel graviert Cylindre 8 Rubis Geneve, gravierter Rand, Staubdeckel: je ein Aufzug- und Stellloch, 143084. Bügelhalter mit Drücker für Sprungdeckel, nicht lauffähig.
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225-40 Taschenuhr mit Spindelwerk, London, Gehäuse aus Prag, Eardley Norton, London, Ende des 18. Jh., Ø 47 mm, 22,6 mm stark
Schlichter Glasrand, gewölbter Gehäusering, Rückdeckel graviert mit Schnörkeln und Ranken, innen punziert JREJHA PRAHA 2648, verschiedene Reparaturzeichen, gewölbter Gehäusering mit innen liegender Glocke, Staubdeckel und Halter mit erhöhtem Oval: Eardley Norton, London, Scharnier: Glasrand an der 9, Scharnier am Gehäuse für Werk fehlt. Halter mit Stange zur Betätigung der Repetition, Zifferblatt weiß Email, römische Stundenziffern, Strichminuterie mit 15, 30, …, Haarriß „Eardley Norton, London. Zeiger original aus gebläutem Stahl, silberne Stellscheibe von 1 - 4, obere Platine voll ausgraviert, eine Hand zeigt auf die Stellscheibe, ausgesägte und gravierte Spindelbrücke mit rotem eingeschraubtem Deckstein, Spindelwerk mit Kette und Schnecke, lauffähig. Wurde repariert: Rückholfeder, Schlagwerk, Spindel gerichtet, 7/1971.
Gehltomholt 23,86 DM

225-41 Tasschenuhr, Zylinderwerk, Rückseite: Marienbild, Ø 47,6 mm, 15 mm stark.
Glatter Glasrand mit facettiertem Glas, gewölbter Glasrand, Scharnier an der 8, Rückdeckel-Scharnier an der 5/7 (auch Staubdeckel), Rückdeckel außen mit Bildgravur: In einem gravierten Rand in einem Oval ist ein Madonnenbild graviert. Muttergottes mit Krone und Krone und Nymbus, in der rechten Hand 2 Schapuliere zeigend. Unter dem Gewand lugen die Füße hervor, die in Sandalen stecken. Auf dem Arm trägt sie das Jesuskind mit Krone. Kind mit Lendenschurz, in den Händen 2 Schapuliere, die mit einem Faden verbunden sind, tragende Madonna schwebt auf Wolken. Im Hindergrund ein Kirchbau mit Zwiebelturm. Der Rückdeckel zeigt innen Punzierung: EV in Achteck 53256, verschiedene Reparaturzeichen. Staubdeckel unecht mit 2 Löchern für Aufzug und Zeigerstellung. Grabiert mit 4 Rubis, Cylindre, 53256, Staubdeckel 53256 mit unleserlicher Punze. Die Platine zwischen zwei Brücke graviert.
Zifferblatt Email, weiß, schwarze Stundenziffern, gestrichelte Minuterie, Sekundenring mit 15 - 30 .., Haarrisse große Fehlstelle. Sekundenzeiger fehlt, Studen- und Minutenzeiger ersetzt, Zylinderwerk, lauffähig.
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225-44 Taschenuhr in Fächerform, Jugendstil-Formuhr, Silber, Ankerwerk, Schweiz, Tramelan, um1895 lt. Katalogtext.
Breite 59,7 mm. Höhe mit Bügel und Krone 71,4 mm.
Glasrand graviert, Formglas, Scharnier an der Krone, am Gehäuserand sind eine Scheinkrone und ein Bügel angebracht, Bügel punziert. Rückdeckel ist fächerförmit mit verschiedenen Motiven zunächst geprägt und dann graviert, Scharnier an der Krone. Der Staubdeckel ist mit Sector Watch handschriftlich graviert. Der innere Staubdeckel punziert mit Truthahn darunter 0,800 sowie kleiner Truthahn, Halbmond und Krone. HOLX FRS 1529 SWISS. Platine ist graviert mit Brevet, schweizer Kreuz, den Zahlen 27961 Record Watch Co. TRAMELAN.
Geriefte Krone beidseitig geschätzt. Rectograd-Anzeige, Zifferblatt emailliert mit Haarrissen, arabischen schwarzen Stundenziffern, Strichminuterie und arabischen Minutenziffern 0, 5, 10, 15... „Sector Watch“, Zeiger Stahl gebläut, Formankerwerk, Kronenaufzug, lauffähig.
Nach der vollen Stunde springt der Minutenzeiger von 12 nach 0 zurück. Fester Bügel, Fächerform zeigt beim Tragen nach unten.
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225-46 Taschenuhr, rotgoldfarben, unedles Metall, Ankerwerk 19. Jh., Ø 50,7 mm, 18,25 mm stark. Dekorativer Glasrand, Rauten und sechszackige Sterne, Schnörkel, gewölbter Gehäuserand, Rückdeckel unpunziert mit verschiedenen Reparaturzeichen. Staubdeckel punziert 36247, Scharniere an der 6. Zwei original Zeiger, die übrigen ersetzt. Ankerwerk, Unruh mit Regulierschrauben. Lauffähig. Einstellung des Datums jeden Tag von Hand.
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225-48 Silberne Freimaureruhr, Ankerwerk, Form: Dreieck. Schweiz, Genf, G. Schwab-Loeillet, um 1900, Breite 53,1 mm, Höhe mit Bügel ca. 60mm, Stärke 10mm.
In einem aufgesprengten dreieckigen Glasrand ist eine fortlaufende Kette dargestellt. In diesem Dreieck befindet sich ein Formglas. Darunter ein Email-Zifferblatt, auf dem als Stundenzeichen verschiedene Gegenstände farbig abgebildet sind. 12 - Augen Gottes, verschiedene Freimaurersymbole, Rückdeckel punziert mit 440, im dreieckigen Gehäuse befindet sich ein runder Rand, in dem ein Taschenuhrwerk eingebaut ist. Neben dem Rand punziert 1440 und 0,925 (Exportstempel), stehender Löwe mit gespreizten Vorderpranken. (Punzierungsstempel für Schweiz mindestens 0,875), G. Schwab-Loellet, Geneve, Suisse, links: USA Patent 66524, englisches Patent 713821, Swiss Patent 36889.
An den Seiten rind reliefartig dargestellt: Mond mit Gesicht, Winkel und Zirkel, Kelle und Hammer, Degen und Schwert, dazwischen jeweils fliegende Phantasieformen. Auf der gegenüberliegenden Seite von einem Zweig nach unten fliegende Taube mit ausgebreiteten Flügeln, ein fünfzackiger Stern im Strahlenkranz und Delphi-Portal. Unterseite zwei dreieckige, dazwischen drei fünfzackige Sterne. Rückseite in einem kleinen Dreieck ein C, darunter ein Auge mit Iris und Pupille, darunter Scharnier, Portal mit 6 Säulen, die vorderen mit einem halbplastischen B und I (Boas + Jaschin).
Ungedeutete Punzierung, ins Gehäuse eingelassene geriefte Krone. Auf dem Zifferblatt LVE YOU FELLOW MAN LEND HIM A HELPING HEND. (Liebe Deinen Nächsten, gib ihm Deine gelfende Hand.)
Ankerwerk: 15 Rubis, signiert: Tempor W. Company , lauffähig.
Für den Export. Vgl. Meis Taschenuhren, S. 245 Nr. 686: identisch!
Das dreieckige Gehäuse symbolisiert das mystische Dreieck der Loge: 1. Meister, 2. Erster Aufseher, 3. Zweiter Aufseher. Auf der Lunette vorn die Bruderkette, oben ein kleiner Diamant im Dreieck symbolisch als das Auge Gotte. Perlmuttzifferblatt mit Freimaurersymbolen als Zahlen. Freimaureruhr, Schweiz, im Gehäuse signiert G.Schwab-Loeille, Geneve, Nr. 1440
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225-51 Taschenuhr, Laufzeit 1 Woche, Ankerwerk Hebdomas, nach 1916, Ø 49,20mm, 15,9 mm stark. Glatter Glasrand, gewölbter Gehäuserand, Rückdeckel graviert mit Argentam, in einem Rund Phantasiemonogramm NB als Art Spindelbrücke und zwei fünfzackige Sterne. 199031.
Das innere Federhaus dient als Staubdeckel ist beschriftet: Spiral Breguet Visibles. Aufzug mit Freilauf, darunter ein Kreuz in Phantasieform beschriftet. Mit 8Jours, Geneve 1896, Paris 1900, Chicago 1902, Brxelle 1910, MILAN 1916. In den Kreuzarmen je zwei Medaillen abgebildet, die sicherlich die Weltausstellungen anzeigen, qualité superior garantée.
Zifferblatt weiß, arabische Ziffern 60Minuterie in ovaler Form, darin …. rechts und links silberfarben mit drei goldenen Punkten, die Lilie der Bourbonen, über der sichtbaren Unruh, aber auf dem Emailzifferblatt: RS AF, sowie 8 Jours, Hebdomas, Haarrisse und Emailfehlstellen. Die sichtbare Unruh mit Rückerzeiger mit Deckstein wird von einer Brücke mit zwei Schrauben gehalten. Mit sichtbarer Unruh mit Anker, lauffähig.
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225-54 Taschenuhr, unecht, Messing, Zylinderwerk, Rückseite Ritter, 19. Jh.
Ø 48,1 mm, 19,9 mm stark. Aufgesprengter Glasrand mit rhythmischem Dekor. Auch beim gewölbten Gehäuserand und beim Rückdeckel mit Scharnier an der 6, Rückdeckel zeigt ein sehr schönen durchbrochenes Bildmotiv: einen Ritter in Rüstung (Helm mit Federbusch) mit Schwert, ein Schild mit einem Stern und Halbmond und einem diagonalen Band, Rüstung, Rückdeckel punziert 1275, graviert Leopold Brosge, Zifferblatt Email weiß mit farbigen Phantasiemotiven, schwarzen römischen Stundenzahlen, Strichminuterie, 60er Sekundenanzeige, Stunden- und Sekundenzeiger ersetzt. Minutenzeiger original, Zalinderwerk.
Wurde repariert 16. September 1967 durch Friedrich Altevogt, Lengerich.
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225-56 Taschenuhr, Eisen, Ankerwerk mit Breguet-Spirale, 19. Jh.?, Ø 66,6 mm, 22,2 mm stark.
Glasrand (gesprengt) mit goldfarbenem Kordelrand, gewölbter Gehäuserand, glatter Rückdeckel, schlicht, innen punziert ACIER GARANTIE OMICSGE INALEEGNAL (?) PF 4911762, Staubdeckel, Email, rosafarben, schwarze eingerahmte Kartuschen mit goldenen arabischen Stundenziffern, Punktminuterie (mit Leuchtmasse), vier Hilfszifferblätter (Monat, Wochentage, Monatstage, kleine Sekunde (6) und darin Mondphase. Dazwischen sind vier Bourbon-Linien.
Sekunden-, Monats-, Wochenzeiger sind original, Tagesanzeiger ist ersetzt, Zeigereinstellung seitlich. Ankerwerk. Kronenaufzug. Läuffähig. Große Eisen-Taschenuhr mit Mondphase und Kalendarium.
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225-57 Taschenuhr, Eisen, Ankerwerk mit Breguet-Spirale, Wecker, Schweiz, St. Etienne, Manufacture francaise, um 1910, Ø 55,8 mm, 19 mm stark.
Glasrand mit Gelbmetall eingerahmt, gewölbter Gehäusering mit Vorrichtung, die Taschenuhr auch als Tischuhr zu nutzen. Schlichter Rückdeckel (Scharnier an der 12), innen punziert 13 depose Acier Garantie842 im Quadrat z.Z. Undeutbares Zeichen. Zifferblatt Email weiß, Emailfehlstellen, Haarrisse, schwarze römische Stundenzeiger, Strichminuterie mit arabischer 5er-ZZ-Einteilung, Sekundenkreis, Schrift: Reveil Avertisseur, brevete S.G.D.G.
Befestigung Gong-Feder: schweizer Kreuz 23765, Werk hat Weckvorrichtung, die von außen am Gehäusering bedient werden kann. Kronenaufzug, Wecker, Gehwerk ok.
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225-58 Taschenuhr, Eisen, Anker mit Breguet-Spirale, Köln (Remontage) J. Verhagen & Co, Köln: Großhandlung/Remontage! Ø 54,7mm, 23,6 mm stark.
Glasrand (aufgesprengt) mit gelbfarbigem Rand, facettiertes Glas, gewölbter Gehäusering, Rückdeckel wie Glasrand, Rückdeckel mit Scharnier bei 6 goldfarbener Abstandsring zwischen Glas und Zifferblatt, hinter Rückdeckel noch ein Glasrand mit Glas. Darunter noch ein Rand, an dem zwei Zahnräder und ein Hebel betätigt werden können. Eine Scheibe zeigt im äußeren silberfarbenen Rand SMDMDFS für Wochentage (5x). Ein goldfarbener Ring zeigt die ungeraden Zahlen in arabischen Ziffern von 1-31. In einem ausgesparten ??
Weißes Email-Zifferblatt, römische Stundenziffern, Strichminuterie, 5er Einteilung mit arabischen Ziffern, Sekundenkreis. Ein Teil des Zifferblatts ist ausgespart für die Mondphase, goldfarbenes Mondgesicht. Schrift CALENDER BRVETE J.VERHAGEN & CO KOELN. Platine ist punziert J.V.C. Zeigt das Kölner Wappen und Stern mit Schweif, Unruhe mit Regulierschrauben. Lauffähig.
Vergleiche Abeler Meister der Uhrmacherkunst, Seite 632
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225-59 Taschenuhr, unecht, Buntmetall, Ankerwerk, doppelseitig 2 Zifferblätter, Ø 50,4 mm, 20,25 mm stark.
Aufgesprengter glatter Glasrand mit facettiertem Glas, gewölbter Gehäuserand, Kronenhals, alle Gehäuseteile zeigen Spuren einer Goldauflage (Double - Walzgold). Weißes Emailzifferblatt mit schwarzen römischen Stundenziffern, 60er Strichminuten, 5er Einteilung mit arabischen Ziffern, Sekundenkreis rot Email beschriftet: Brevete Genie, zwischen den Worten einer Glocke. Das goldfarbene Zifferblatt (Rückseite kann auch Vorderseite sein) hat im äußeren Rand ein silberfarbenes florales Motiv, türkische Stundenziffern sowie zwischen den Stundenfeldern geprägte fünfzackige Sterne mit einem Halbmond. Der Rest ist emailliert und zeigt eine farbig gestaltete Landschaft mit einem Haus und einem Boot auf einem See. Stunden- und Minutenzeiger sind original. Platine punziert mit Kreis, Schrift: Genie.
Lauffähig. Zu den türkischen Zahlen vergleiche Schriften der Freunde alter Uhren, Heft 12, 1972/73 Seite 80.
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225-61 Taschenuhr, unedles Metall, Ankerwerk, Frauenautomat um 1915, Ø 52 mm, 22 mm stark.
Glatter Glasrand, facettiertes Glas mit Linse, gewölbter Gehäuserand, Rückdeckel mit einem goldfarbenen Bild, Napoleon Bonaparte in Uniform, mit fünfzackigen Sternen soeie ein umlaufendes Fries. Staubdeckel mit Abbildungen von 10 Medaillen und „Medailles d'Argent, Bruxelles 1910, Bern 1914. Emailzifferblatt mit arabischem Stundenzeiger, Strichminuterie, alle 5 Minuten als Markierung ein abgeflachter Simili (Glasstein), Im inneren Kreis weitere 12 Glassteine zwischen 4 und 5 ein rotgoldfarbener Automat (Frauengestalt), der die Hand bewegt.
Originale rotgoldfarbene Zeiger. Auf der Federhausbrücke: REPASADO JE SEGUNDA MIND REPASSE EN SEGOND (nur zwei Drehungen), Kronenaufzug, lauffähig.
Napoleon trägt zwei Orden.
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225-67 Taschenuhr mit Übergehäuse, Spindelwerk, London, 18. Jh.?, Ø50,7 mm, 23,9 mm stark.
Glatter Glasrand, Scharnier an der 12. Gehäuseschale punziert 546012, 2 x undeutbare Punze. JDB in Oval, in Gehäuseschale Aufzugsloch, Glas mit Linse. Uhrgehäuse: 46012.
Weißes Emailzifferblatt stark beschädigt, teils restauriert. Schwarze römische Stundenziffern, Punktminuterie mit arabischen Ziffern mit 5 beginnend, „Masterenn London“.
Stundenzeiger original, Kette und Schnecke, ausgesägte gravierte Spindelbrücke mit Fantasietieren , Fischen, (Arabesken) Deckstein für Spindeldiamant aufgeschraubt, silberne Stellscheibe, in dekorativer gravierter Platte mit Handzeichen. Platine graviert: MASTERENN LONDON.
Lauffähig.
Erworben am 1.07.1972.
Im Übergehäuse ein Uhrmachereinlegepapier „R.Daldrop“ Diese Uhr wurde repariert von der Firma R. Daldrop, Oststraße/Ecke Ostenmauer, später Drogerie Hartmann, heute Drogerie Pieper.
Das Geschäft Daldrop wurde von der Witwe Frau Daldrop bis Mitte der 5oer Jahre an der Nordstraße weitergeführt. Das Einlegepapier war die erste Reklame des Uhrmachers. Der reparierende Uhrmacher machte so auf sich aufmerksam.
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225-68 Taschenuhr, Spindelwerk, Wien? BOURQUIN; 19. Jh., Ø 55,6 mm, 23,36 mm stark.
Unechter Glasrand, (Scharnier an der 9) teilweise graviert, Gehäuseschale punziert mit HG 132 112, Glas original, Rückdeckel gesprengt, punziert: 22, Glas gewölbt.
Weißes Emailzifferblatt, Aufzugsloch mit Futter, arabische Stundenziffern, Strichminuterie, beschriftet: BOURQUIN Le JEUNE, Zeiger original, gebläut.
Spindelwerk, Spindel auf Schnecke, Spindelbrücke ausgesägt, Werkpfeiler profiliert, graviert
„Bourquin Le Jeune 9049“. In der unteren Platine punziert: RI 916, silberne Einstellscheibe, vergoldete Platinen.
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225-69 Taschenuhr, Spindelwerk, Wien, Heinrich Helbig, Ende 1800. Ø 51,4 mm, 21,5 mm stark.
Glastter nach innen gewölbter Glasrand, Scharnier an der 9, glatte Gehäuseschale mit eingesprengtem Rückdeckel, innen punziert: ATF darunter REILER, Scharnier, Rückschale und Werk an der 12. Weißes Emailzifferblatt, scharze arabische Stundenziffern, Strichminuterie.
Kette, Schnecke, gebläute Schrauben, silberne Einstellscheibe, Spindelbrücke ausgesägt, graviert: Heinrich Helbig in Wien.
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225-71 Taschenuhr, unecht, Spindelwerk, Ø 42,8 mm, 21,3 mm stark
Nach innen gewölbter Glasrand (Scharnier an der 9), gewölbtes Glas, geriefter Gehäuserand mit Schlitzen, in der Mitte des Rückdeckeln ein Kupfer-Niet. Mit Stift für Repetition.
Weißes emailliertes Zifferblatt, Aufzugsloch, Emailfehl- und Reparaturstellen. Ausgesägte und gravierte Spindelbrücke, silberne Regulierscheibe, graviert: RA 23456, Platinenrand graviert, Repetition, revisionsbedürftig.
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225-72 Taschenuhr, unecht, Ankerwerk, Schweiz, System Roskopf (Lizenz-Uhr?) um 1870
Ø 53,5 mm, 18,5 mm stark. Schlichter aufgesprengter Glasrand, gewölbter Gehäuserand, Rückdeckel (Scharnier an der 6) innen punziert: 3, Staubdeckel innen zerkratzt, um eingekritzelte Zeichen zu löschen, punziert 3, ovaler eingesprengter beweglicher Bügel, weißes Emailzifferblatt, schwarze römische Stundenziffern, 60er Minuterie, rot emaillierte arabische Stundenziffern von 13 - 24, beschriftet: Systeme Roskopf, zwischen den römischen Stundenziffern kleine goldfarbene Rechtecke, Emailfehl- und Reparaturstellen, Haarrisse, Anker, lauffähig
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225-73 Taschenuhr, unecht, Ankerwerk, Schweiz Roskopf, nach 1873
Ø 53,1 mm, 19,3 mm stark. Gewölbter Glasrand mit zweiten Rand für die Glasflalz, eingesprengter gewölbter Gehäuserand, glatter Rückdeckel mit punziert: Roskopf in zwei Kreisen, darin ein gravierter fünfzackiger Stern, zwei weitere fünfzackige Sterne. Innendeckel ist mit 226139 punziert. Zifferblatt weiß Email schwarze römische Stundenziffern, schwarze Strichminuten, rot emailliert 13 - 24, rot emailliert im Kreis Roskopf, schwarzer Stern, Umlaufschrift: Wille Freres
Platine punziert: Roskopf, Sterne, Federhausbrücke 30353, schweizer Kreuz.
Siehe Abeler, Meister der Uhrmacherkunst Seite 522F. Roskopf übergab sein Werk 1873 an die Gebrüder Wille.
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225 76 Taschenuhr, Zylinderwerk, Ø 44,9 mm, 12,5 mm stark.
Glatter Glasrand, (Scharnier 7/9), facettiertes Glas mit Linse, gewölbter Gehäuserand, Rückdeckel-Scharnier 4/6, Rückdeckel guillochiert mit Kartusche, Innendeckel punziert PB 30399, Staubdeckel mit Aufzug- und Stellloch. Graviert Cylindre, 4 Rubis, innen punziert 4 30399.
Weißes Emailzifferblatt, römische Stundenziffern, schwarze Strichminuten, Sekundenkreis. Alle drei Zeiger original, gebläut, Zylinder, lauffähig.
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225-87 Herrentaschenuhr, Messing verchromt, Ankerwerk, ca. zwischen den beiden Weltkriegen, Ø 50,1 mm, 15,8 mm stark, aufgedrückter Glasrand, facettiertes Glas, Rückdeckel guillochiert, „HK“ oder „HJK“, innen Reparaturzeichen. Geriefte Krone, silberfarbenes Zifferblatt, arabische Stundenziffern, Strichminuterie, schwarze Stundenzeiger von 13-24, vertiefter kleiner Sekundenring, Wappen: Krone mit 2 Kreuzen „Danzig“, 3 original Stahlzeiger, gebläut, lauffähig.
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225-89 Taschenuhr, Messing, Ankerwerk, Amerika, Waltham, Ø 51,3 mm, 15,7 mm stark, dekorativer Glasrand, Kunststoffglas, Rückdeckel außen graviert. „Geschenk von Hans und Anni Bialek, Sendenhorst“. Innen punziert mit Keystone Base Metal 236929, Raparaturzeichen, Rückdeckel und Glasrand beide auf Gewinde! Schwarze arabische Stundenzeiger, schwarze Minuterie, vertiete Sekundeneinteilung „Waltham“, 3 Zeiger Stahl, gebläut, original,
auf der Brücke A.W.W. Co. Waltham MASS 15 Jewels, 9584548, Safta Barral, reparaturbedürftig.
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225-90 Damentaschenuhr, Zylinderwerk, Ø 29,1 mm, 10,32 mm stark. Gravierter Glasrand, facettiertes Glas, Rückdeckel außen florale Gravur, Monogramm GM, Scharniere (6) 6978, Reparaturzeichen, Staubdeckel 9678, Frauenkopf nach rechts blickend.
Weißes Emailzifferblatt, schwarze römische Stundenziffern in goldenen Ringen, schwarze Minuterie, goldene Punkte, goldfarbene Zeiger, lauffähig.
Zu dieser Uhr gehört ein Zieharmband, vergl. Armbänder PAT KUG
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225-92 Stoppuhr, Messing verchromt, Ankerwerk, schweizer Herkunft, 1952, Ø 51,4 mm, 17,3 mm stark. Facettiertes Glas, Staubdeckel: antimagnetisch, autokompensierend „ Geschenk von Herrn Egon Happe, Juni 1988“, Zifferblatt weiß lackiert, äußerer Rand 1 - 30 , arabische 1/10-Sekundenstricheinteilung, rot 31-60, innen zwei kleinere Kreise 1-15 für Mitnahmezeiger, Große Sekunde aus der Mitte, Hanhart, Anker, 11 Steine, Ancre, 11 Rubis, antimagnetisch, in Kreis AH - 90 Minuten- funktionstüchtig.
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225-95 Taschenuhr, Zylinderwerk, Blaue Zahl-Kartuschen, gewölbter aufgesprengter Glasrand, silberfarben mit floralen Mitiven, gelbgoldfarbene Zarge für facettiertes gewölbtes Glas. Rückdeckel mit Scharnier an der 6, mit floralen Motiven (Kirschen?) geschmückt. Innen AQ geritzt 36838, punziert, Reparaturzeichen. Staubdeckel außen: A. Quell, Haßloch, innen 36838, Oval kupferfarben, weißes Emailzifferblatt mit runden blau emaillierten arabischen Stundenzahlen-Kartuschen. Strich- und Punktsminuterie, kleiner Sekundenkreis mit 6oer Einteilung 10, 20, 30, ….
originale Zeiger gebläut, Zylinderwerk, guter Zustand.
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Blindenuhr mit Sprungdeckel
Blindenuhr bezeichnet einen im 19. Jahrhundert herausgekommenen Taschenuhrentyp. Der Blinde öffnet den Deckel des Gehäuses durch Druck auf den Knopf in der Krone. Da die Uhr kein Glas hat, tastet er die Zeigerstellung ab wie auch die Noppen auf dem Zifferblatt und kann so die Uhrzeit feststellen.
Heute gibt es Uhren, die auf Tastendruck die Uhrzeit ansagen, sogenannte sprechende Uhren.
Savonett-Taschenuhr, Eisen, für nicht sehende Menschen angefertigt vor dem ersten Weltkrieg oder während des ersten Weltkrieges um 1914. Die zur Uhr gehörende Eisenuhrkette ist noch vorhanden.
Savonette, ein aus dem Französischen stammender Begriff für eine sehr flache Sprungdeckeluhr des 18. bis 20. Jahrhunderts. Bei der Savonette führt die Aufzugwelle senkrecht unter der Ziffer 12 zur Krone; die Uhr öffnet sich mit einem Druck auf die Krone. Die meist sehr flache Ausführung dieser Uhr verlangte nach sehr dünnen Uhrengläsern.
Gehäuse aus brüniertem (Metall bräunen) Eisen
Die beiden Rückdeckel ohne Scharnier mit 2 Reparaturzeichen.
Junghans Präzisionswerk 47b/1, Werknummer 172019, 15 Rubis, Ankerwerk, lauffähig, intakt,
Weißes Emailzifferblatt, schwarzer Minutenring mit schwarzen arabischen Ziffern 1 bis 12 mit Beschriftung Junghans, gebläute Zeiger,
Der äußere weiße Zifferblattkreis ist mit aufgearbeiteten emallierten Noppen versehen. Für die 12 gelten 3 Noppen, für die 3, 6 und 9 gelten 2 Noppen. Für 1, 2, 4, 5, 7, 8,10 und 11 gelten jeweils eine Noppe.
Kronenhals und Bügel aus silberfarbenem Metall, goldfarbige Krone mit Drücker.
Uhrkette mit 2 Karabinern.
Metall: Eisen mit 9 ovalen Gliedern, 15 runden Ösen. 2 ellipsenförmige Glieder sind auf der Vorderseite geprägt mit dem Text „Gold zur Wehr Eisen zur Ehr“. Im freien Mittelfeld befindet sich die Jahreszahl 1916. Die Rückseiten sind nicht beschriftet. Zwischen diesen beiden Ellipsen befindet sich den Formen angeglichen ein größeres Glied, das auf der Vorderseite mit einer umlaufenden Ranke geziert ist. Ein Lorbeerkranz umringt den Kaiseradler mit Brustschild. Auf der Rückseite im Lorbeerkranz beschriftet: IN EISERNER ZEIT 1916:
Die Uhrkette ist in einem guten Zustand. nachgesehen 25.9.2012,gedr.
Literatur: Bruckmann, Uhrenlexikon von Ballweg
Blindenuhr mit Sprungdeckel 225-99
Blindenuhr bezeichnet einen im 19. Jahrhundert herausgekommenen Taschenuhrentyp. Der Blinde öffnet den Deckel des Gehäuses durch Druck auf den Knopf in der Krone. Da die Uhr kein Glas hat, tastet er die Zeigerstellung ab wie auch die Noppen auf dem Zifferblatt und kann so die Uhrzeit feststellen.
Heute gibt es Uhren, die auf Tastendruck die Uhrzeit ansagen, sogenannte sprechende Uhren.
Savonett-Taschenuhr, Eisen, für nicht sehende Menschen angefertigt vor dem ersten Weltkrieg oder während des ersten Weltkrieges um 1914. Die zur Uhr gehörende Eisenuhrkette ist noch vorhanden.
Savonette, ein aus dem Französischen stammender Begriff für eine sehr flache Sprungdeckeluhr des 18. bis 20. Jahrhunderts. Bei der Savonette führt die Aufzugwelle senkrecht unter der Ziffer 12 zur Krone; die Uhr öffnet sich mit einem Druck auf die Krone. Die meist sehr flache Ausführung dieser Uhr verlangte nach sehr dünnen Uhrengläsern.
Gehäuse aus brüniertem (Metall bräunen) Eisen
Die beiden Rückdeckel ohne Scharnier mit 2 Reparaturzeichen.
Junghans Präzisionswerk 47b/1, Werknummer 172019, 15 Rubis, Ankerwerk, lauffähig, intakt,
Weißes Emailzifferblatt, schwarzer Minutenring mit schwarzen arabischen Ziffern 1 bis 12 mit Beschriftung Junghans, gebläute Zeiger,
Der äußere weiße Zifferblattkreis ist mit aufgearbeiteten emallierten Noppen versehen. Für die 12 gelten 3 Noppen, für die 3, 6 und 9 gelten 2 Noppen. Für 1, 2, 4, 5, 7, 8,10 und 11 gelten jeweils eine Noppe.
Kronenhals und Bügel aus silberfarbenem Metall, goldfarbige Krone mit Drücker.
Uhrkette mit 2 Karabinern.
Metall: Eisen mit 9 ovalen Gliedern, 15 runden Ösen. 2 ellipsenförmige Glieder sind auf der Vorderseite geprägt mit dem Text „Gold zur Wehr Eisen zur Ehr“. Im freien Mittelfeld befindet sich die Jahreszahl 1916. Die Rückseiten sind nicht beschriftet. Zwischen diesen beiden Ellipsen befindet sich den Formen angeglichen ein größeres Glied, das auf der Vorderseite mit einer umlaufenden Ranke geziert ist. Ein Lorbeerkranz umringt den Kaiseradler mit Brustschild. Auf der Rückseite im Lorbeerkranz beschriftet: IN EISERNER ZEIT 1916:
Die Uhrkette ist in einem guten Zustand.
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225-02 Taschenuhr, Oignon, aus Paris Messing vergoldet, Spindelwerk, Zifferblatt aufgelegte Ziffernkartuschen. sw. gr. Röm. Ziffern 1-12 außen sw. kl. Arabische Ziffern 13-24, im innerstenKreis eine Punkt-Strich-Minuterie . Aufzugloch bei der 3. Zwei Eisenzeiger
Spindelwerk, Scheinpendel, Schnecke, Kette, feuervergoldet
Hersteller Gilles Martinot, Paris um 1600 ca. Ø 59 mm 37 mm dick. Werkpfeiler: Viereckig konisch nach unten schlnker Längsschlitz mit Lochanfang mit Vorsteckstiften. Pindelbrücke mit dekorativen Elementen: Zwei Vögel in barockem Umfeld. Öffnung für Scheinpendel, Schlüsssel.

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Taschenuhren mit Osmanischen Zahlen/Ziffern
Die osmanischen Zahlen entstammen aus dem Zahlensystem der Inder, so wie auch unsere heute verwendeten arabischen Zahlen, nur entwickelten sie sich parallel dazu in einer anderen Schreibweise. Die Tradition der türkischen Uhren mit alt-osmanischen Zahlen reicht bis in das 18. Jahrhundert zurück. Allerdings waren es nicht die Türken selber, die diese Uhren bauten, sondern die besten Uhrmacher Frankreichs und Englands. Breguet, LeRoy und die Prior-Brüder bauten im 18. und 19. Jahrhundert hochwertige Uhren mit osmanischen Zahlen, die oft als staatsmännische Gastgeschenke dienten. Nichts konnte die Osmanen, die Türken mehr entzücken als die mechanischen Meisterwerke aus Europa. Jedoch hatten die Türken ihren ganz individuellen Geschmack und so wurden diese Uhren oft mit viel Gold, Edelsteinen, Guilloché Mustern und Emaille Malereien ausgestattet.
Mit Atatürk und der Republiksgründung der Türkei verschwanden diese prunken osmanischen Uhren plötzlich vom Markt.
Heute sind sie unter Sammlern sehr gefragte Objekte und laufen oft nach 200 Jahren noch tadellos.
Genauso wie die Uhren verschwanden auch die osmanischen Zahlen mit dem Amtsantritt von Atatürk. Um sein Land näher an Europa anzubinden, löste er die arabische Schrift und die osmanischen Zahlen durch die in Europa üblichen Schrift und Zahlen ab.
Istanbul (türkisch?stanbul), bis 1930 Konstantinopel, ist die bevölkerungsreichste Stadt der Türkei und deren Zentrum für Kultur, Handel, Finanzen und Medien. Das Stadtgebiet erstreckt sich am Nordufer des Marmarameeres auf beiden Seiten des Bosporus und damit an der Verbindung zwischen Mittelmeer und Schwarzem Meer. Durch diese Lage sowohl im europäischen Thrakien als auch im asiatischen Anatolien ist Istanbul die einzige Metropole der Welt, die sich auf zwei Kontinenten befindet.
CONSTANTINOPOLE.
Literatur: Brockhaus, Burnus 1/ Seite 411
Literatur: Brockhaus, Hagia Sophia 2 / Seite 467
Zahlen wurden mit arabischen Ziffern geschrieben. Im Gegensatz zu Schriftzeichen werden Zahlzeichen von links nach rechts geschrieben. Die Ziffernzeichen werden anders als die Schrift nicht miteinander verbunden und werden im Zehnersystem aneinandergehängt. Folgende Tabelle zeigt alle Ziffern, als Beispiel für die Zusammensetzung die Zahl 10 und ihre Namen im Türkischen und modernen Türkischen:
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Taschenuhren mit Osmanischen Zahlen, Ziffern Buchinformationen
Die osmanischen Zahlen entstammen aus dem Zahlensystem der Inder, so wie auch unsere heute verwendeten arabischen Zahlen, nur entwickelten sie sich parallel dazu in einer anderen Schreibweise. Die Tradition der türkischen Uhren mit alt-osmanischen Zahlen reicht bis in das 18. Jahrhundert zurück. Allerdings waren es nicht die Türken selber, die diese Uhren bauten, sondern die besten Uhrmacher Frankreichs und Englands. Breguet, Le Roy und die Prior-Brüder bauten im 18. und 19. Jahrhundert hochwertige Uhren mit osmanischen Zahlen, die oft als staatsmännische Gastgeschenke dienten. Nichts konnte die Türken mehr entzücken als die mechanischen Meisterwerke aus Europa. Jedoch hatten die Türken ihren ganz individuellen Geschmack und so wurden diese Uhren oft mit viel Gold, Edelsteinen, Guilloché Mustern und Emaille-Malereien ausgestattet.
Mit Atatürk und der Republiksgründung der Türkei verschwanden diese prunken osmanischen Uhren plötzlich vom Markt.
Heute sind sie unter Sammlern sehr gefragte Objekte und laufen oft nach 200 Jahren noch tadellos.
Genauso wie die Uhren verschwanden auch die osmanischen Zahlen mit dem Amtsantritt von Atatürk. Um sein Land näher an Europa anzubinden, löste er die arabische Schrift und die osmanischen Zahlen durch die in Europa üblichen Schrift und Zahlen ab.
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Damen-Taschenuhr mit Schlüsselaufzug, diese Uhr wurde uns beim Kauf als Haremsuhr angeboten. 225-43
Gold, Cylinderwerk, rotes Transparent-Email, türkischer Mond und 3 Sterne,
Herstellerland Schweiz, Tramelan, ist eine Gemeinde des Kantons Bern in der Schweiz.
Herstellerdatum: 1910
Maße: 40,3 mm Ø, 10,8 mm stark
Vorderer Deckel (Sprungdeckel ist motiv-guillochiert und mit rotem Transparent-Email belegt. In einem Halbmond sowie drei 5-zackigen Sternen sind Diamanten inkrustiert und eingefaßt. Der Deckel zeigt Emailfehlstellen auf. Er ist innen mit 13 punziert. Das Scharnier ist an der (6) angebracht. Der Glasrand ist mit einem Scharnier in der Höhe der 9 befestigt. Rückdeckel ebenfalls motiv-guillochiert und mit rotem Email belegt. Auch der Rückdeckel zeigt mehrere Email-Fehlstellen. Der Rückdeckel ist innen punziert RB. (im liegenden Oval) 18 Fils SUCC rs. (Rosse und Söhne. Nachfolger) de IF Hautte & Ce, Geneve, darunter AIGUELLES Nr. 80613. Echappement A Cylindre. Huit Trous en rubis. (8 Steine)
Weißes Zifferblatt mit schwarzer Minuterie und schwarzen osmanischen Zahlen, goldfarbener Minuten- und Stundenzeiger, lauffähig.


Herren-Taschenuhr mit Schlüsselaufzug 225
Gold , Ankerwerk, Herstellerland Schweiz
Maße: 45,7 mm Ø, 12,1 mm stark
Weißes Emailzifferblatt, verglast, mit 2 Zeitzonen, links Normalzeit mit schwarzen römischen Zahlen, rechts osmanische Zahlen. Beide Kreise mit Minuterien, darunter Sekundenzeiger mit den Zahlen 10, 20, 30, 40, 50 und 60 und 60er Sekundeneinteilung.
Das Zifferblatt hat mehrere Haarrisse.
Der Rückdeckel ist außen guillochiert mit einem Wappenemblem, das oben einen Halbmond zeigt, darin eingebettet 3 Kugeln. Innen im Deckel: Die Nummer 119247, darunter in bauchigem Feld Frauenkopf mit Diadem (schweizerisches Punzierungszeichen für 18 Karat), zusätzlich im Achteck ein großes K und die Zahl 18, darunter 10759? Der Staubdeckel ist graviert mit Echappement A Ancre 15 Rubis,
DOUBLE Tours d Heures No 107592 Devele Geneve, lauffähig


Herren-Taschenuhr mit Kronenaufzug,
Gold, im Kronenhals punziert mit 14K, Doppelverglasung
Maße: 47,9 mm Ø, 18,7 mm stark
Weißes Emailzifferblatt mit osmanischen Zahlen, 5 schwarze Zeiger. Die Rückseite gibt den Blick auf das Ankerwerk frei und die Nummer 25573,


Silberne Spindeltaschenuhr für den osmanischen Markt in dreifachem Gehäuse,
mit vergoldetem Taschenuhrschlüssel,
auf Werk und Zifferblatt signiert: „Edward Prior, London“
(Lit. Baillie S. 259) ca. 1800-1868,
glattes Gehäuse und 1 Übergehäuse mit Schildpatt und Ziernägeln,
verziertes 2. Übergehäuse, Emailzifferblatt (Risse) mit osmanischen Zahlen,
goldene Poker- und Beetle-Zeiger, feuervergoldetes Werk mit Zierpfeilern,
filigran gearbeiteter Spindelkloben, reiche filigrane Werksverzierung, intakt, Ø = 60mm
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Silbertaschenuhr mit Sprungdeckel
auf Zifferblatt und Werk signiert Emile Droz Locle, guill. Gehäuse HM1845, sehr gut erhaltenes zweifarbiges Zifferblatt mit türkischen/osmanischen Zahlen, zentraler Blumendekor, kleine Sek., vergoldete Zeiger, vergoldetes 3/4-Platinenwerk mit Ankergang, Schlüsselaufzug, intakt. Ø = 54mm
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Herren-Taschenuhr, Savonette, Sprungdeckeluhr, siehe auch obere Abbildungen
Gold, Ankerwerk, Schweiz, Ø 52 mm, ca. 14,2 mm stark.
grünes Email, Vorderseite: Hagia Sophia, Rückseite: Blumen.
Sprungdeckel, am Rand gewölbt und smaragdgrün emailliert, kleine Schadstellen, auf goldenem Boden in Schnörkeln oben und unten inkrustierte (gefaßte ) Diamanten. Im Zentrum des Deckels ein Email-Bild.
Im Vordergrund ein Platz vor einer Moschee, im Hintergrund Wolken. Es könnte eine Abbildung der Hagia Sophia sein, da auf dem weißen Zifferblatt CONSTANTINOPLE in schwarzen Buchstaben steht. Bemerkenswert sind auch die grünen Baumdarstellungen auf dem Platz und vor der Moschee. Auf dem Platz flanieren Personen (Männer) in islamischer Kleidung, auf den Köpfen weiße Turbane oder auch ein roter Fez.
Mustafa Kemal Atatürk hielt den Fez für ein Zeichen der Rückständigkeit und Symbol des niedergegangenen Osmanischen Reiches. Um die Kleidung auf „internationalen und zivilisierten“ Stand zu bringen, wurde daher am 30. August 1925 per Hutgesetz das Tragen des Fez (sowie aller anderen orientalischen Kopfbedeckungen) verboten. Etwa 1930 war der Fez fast vollständig aus der Öffentlichkeit verschwunden.
Folglich ist diese Uhr vor 1925 gebaut worden. Auf dem Emailbild befindet sich auch ein Pferd mit Reiter.
Der Sprungdeckel zeigt innen die 28 Bohrlöcher, die den gefaßten Diamanten Licht vermitteln. 3 Punzierungen: Im Achteck 18 K = bedeutet 750 von 1000 Teilen sind aus reinem Gold = Feingold. 89 z.Z. nicht deutbar und im bauchigen Rahmen ein Frauenkopf mit Diadem. Das verglaste emaillierte Zifferblatt in weiß mit schwarzen Ziffern hat 3 Zahlenkränze. Der äußere hat eine Zwölfereinteilung, der mittlere die Minuterie und die innere die osmanischen Ziffern 1 bis 12. Außerdem den Uhrenhersteller LONGINES, Schweiz, gegründet 1832 in Saint Imier, Schweiz.
Longines produziert hochwertige Uhren der höheren Preisklasse.
NACIBK.DJEZVEDJIAN könnte der autorisierte Juwelier für den Verkauf von Longines Uhren in CONSTANTINOPLE (Konstantinopel) sein. Auf dem Zifferblatt befindet sich in der Höhe der Ziffer 3 die Sekundenanzeige mit dem goldenen Sekundenanzeiger wie auch die goldenen Minuten- und Stundenzeiger in antiker, durchbrochener Form. Der Rückdeckel hat die gleiche Randmarkierung wie der Vorderdeckel, jedoch mit einem herrlichen, farbigen Blumenstillleben.
Ankerwerk mit Feinregulierung, punziert mit Schweizer Kreuz, 3884, Minutenrad in Lochsteinen, Breguet-Spirale.
Der Rückdeckel hat innen eine Punzierung: in einem Achteck 18k, 1635989 sowie den Frauenkopf mit Diadem in bauchigem Rahmen. Der sogenannte Staubdeckel ist außen beschriftet mit LONGINES. Dann folgen darunter 5 Abbildungen von goldenen Medaillen mit Motiven. Die mittlere ist punziert mit 1900. Dann folgt in Versalien GRAND PRIX PARIS 1900, dann folgen 7 Silbermedaillen mit Motiven. Darunter die Gravur NACIB K.DJEZVEDJIAN, dann CONSTANTINOPLE. Die Rückseite des Staubdeckels ist spiegelpoliert. Das Werk ist lauffähig. Auf der Platine ein orientalisches Schriftzeichen und LONGINES.


Vergoldete Taschenuhr, Kronenaufzug,
beidseitig verglastes Gehäuse, vergoldetes Zifferblatt mit osmanischen Zahlen,
mehrfarbiges Golddekor, kleine Sek., im Zentrum sternenförmig verziert,
gebläute Zeiger. Ankerwerk um 1900, intakt, Ø = 42mm
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225-09 Damentaschenuhr mit langer Kette (150cm) Silber mit Kupferverzierung, schweizer Zylinderwerk, Gehäuse punziert: Auerhahn-Stempel 0.800:Schweiz zwischen 1893 und 1934
Ø 31 mm 10,5 mm stark. Außendeckel: Luentte rotgold vergoldetes Blattmotiv , Rückdeckel wie Luenette Punc.: 0.800 Auerhahn FR GALONNE,Halbmond+ Krone,13866/1 auf Staubdeckel: Gravur Remontoir Cylindre, 6 Rubis 22184 im Staubdeckel CUIVRE 13731
Zifferblatt: Unecht, punc: AD Walzgolddouble, americana
Zylinderwerk 6 Rubis, Aufzugskrone, Umschaltknopf zur Zeigerstellung, Uhr läuft, Überholung Sept. 9/1072
Kette: A.D. Rotgoldfarben, Panzerkette. Die Uhr wurde gekauft von Frau Wecke, Ahlen Brockhausen 28b

225-10 Damentaschenuhr, ohne Kette, Silber, Zylinderwerk, Form: Herzförmig, Schweiz mit Bärenstempel: 1891 - 1934, wohl um 1900 Ø 40 x 30 mm 12 mm stark, punziert mit Bärenstempel = 875/1ooo 0,935 GM 647 Zifferblatt weiß. Goldverzierte arabische Kupferzeiger, Zylinderwerk
Aufzugskrone, Umschaltknopf zur Zeigerstellung
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225-101 Taschenuhr, Gehäuse mit Bügel, Silber, teilvergoldet mit Cylinderwerk und Schlüsselaufzug, Ø 47 mm, Höhe ca. 14,4 mm.
Hinter dem Glasrand liegt das weiß emalierte Zifferblatt, darauf in schwarzen römischen Ziffern von 1 bis 12 sowie die 60er Strichminuterie und in der fehlenden VI eine 60ger Sekundeneinteilung. 3 vergoldete Zeiger. Der Gehäuserückdeckel zeigt ein Wappenemblem in einem guillochierten runden Feld und einstmals vergoldenem Rotgoldrand.
Innen punziert mit GALLONE, Auerhahn, Halbmond mit Krone, im Rechteck 0800, und eine nicht zu deutende Punze sowie die Zahl 46 und mehrere Reparaturzeichen. Der unechte Innendeckel zur Abdeckung des Werkes ist außen graviert mit Cylindre, 10 Rubis und innen punziert mit „METAL“. Das Werk ist graviert mit CLOTOS und punziert mit DÉPOSÉ. Die Uhr ist lauffähig
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225-111 Damentaschenuhr Ø 29 mm Höhe 2,6 mm, Silber, mit Bügel, weißes Email-Zifferblatt mit schwarzen römischen Ziffern 1 bis 12 in runden Goldkreisen sowie ein 60ziger Strich Minutenkreis mit schwarzen Strichen und Abstandsgoldpunkten.
Der Rückdeckel ist mit verschiedenen Motiven graviert. Im inneren Rückdeckel befinden sich eine z.Z. nicht zu deutende Punze und die Ziffern 6978.

225-13 Damentaschenuhr ohne Kette, Silber, Zylinderwerk, Deutschland, 1888-1914, Ø 32 mm,
10 mm stark, rund, Lunette rotgoldvergoldet mit Scharnier, Rückdeckel: Rand rotgoldvergoldet, guillochiert, Wappenkartusche, Staubdeckel: vergoldet, graviert auf Staubdeckel Cylindre 6 rubis im Staubdeckel 93223, punziert im hinteren Außendeckel GALONNE Halbmond und Krone 39223 ST 0,800, weißes Zifferblatt mit arabischen Ziffern, 2 Haarrisse, 1 Zeiger erneuert, Zylinderwerk, Aufzugskrone, Umschalter für Zeigerstellung, Uhr läuft.
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225-21 Taschenuhr, Silber, Spindelwerk, Girckhausen (bei Siegen), Christian Spies, um 1825,
Ø 54,8 mm, 26 mm stark, glatter Glasrand, gewölbtes Glas, Gehäuserand reliefiert, glatter Rückdeckel punziert mit 15545 FRT, Reparaturzeichen, Staubdeckel graviert mit Schalllöchern, Glocke mit Schraube befestigt, Zifferblatt mit arabischen Sundenziffern, 60er Strichminuterie, Strichangaben für die Weckanzeige, an den Aufzuglöchern Email-Absprlitterungen. Zeiger goldfarben, Weckzeiger schwarz, Spindelwerk mit Kette und Schnecke, ausgesägte und gravierte Spindelbrücke, Regulierscheibe graviert und „avance/retard“, gebläute Schrauben, handschriftlich graviert mit Jian Spies in Girckhausen (oder Hian)? Ähnliche Uhr im Uhrenmuseum Abeler, Wuppertal.
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225-33 Taschenuhr, Silber, Ankerwerk, Mass. Ø 62,4 mm, 28,8 mm stark.
Schlichter Glasrand mit gewölbtem facettiertem Glas. Geriefter Gehäuserand mit guillochiertem Rückdeckel, Wappenkartusche, sogenanntes englisches Monogramm CC, Rückdeckel innen punziert mit schreitendem Löwen, Schweif, S-Form, Wappen - darin ein Anker, Wappen, darin ein kleines h, Reparaturzeichen in einem Recheck A.B 134, Staubdeckel mit Aufzugloch, Gravur: Unserem Lehrling Werner Fischer zum 25-jährigen Betriebjubiläum gewidmet. Staubdeckel innen punziert A.B Löwe h 134, Werkplatine graviert WALTHAM MAAS 1,986892
Punziert A.B Löwe, Emailzifferblatt weiß, schwarze römische Stundenziffern, 60er Minuterie, Zifferkreis für Sekundenzeiger mit 60er Einteilung (10, 20, ….), Stundenmarkierung, runde gelbe Punkte sind mit Leuchtmasse ausgefüllt. Unruh mit Regulierungsschrauben, eingeschraubts Stoßsicherung.
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225-37 Damen-Taschenuhr, Silber, Zylinderwerk, Schweiz 1850, Ø 37,1 mm, 10,1 mm stark.
Glasschutzdeckel mit kreisrunder Aussparung, schlichter Glasrand, innen graviert Feldzug 1866, geriefter Gehäusering, Bügelhalter mit Druckknopf für Glasschutzdeckel, facettiertes Glas, Rückdeckel graviert MA (?) Krone, Innendeckel: punziert 29511, Argent 35185, Staubdeckel: Aufzug- und Stell-Loch, Argent, Scharniere: Glasschutzdeckel an der 6, Rückdeckel an 3 bis 5, Staubdeckel 3-5. Zifferblatt Email/weiß mit römische Stundenziffern und 60er Minuterie. Zylinderwerk, Zeiger original, lauffähig.
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225-39 Taschenuhr, Mysterieuse, Silber, Zylinderwerk, Frankreich, 1880 lt. Katalogtext.
Ø 54 mm, 19,4 mm stark. 2 schlichte Glasränder mit facettierten Gläsern, im Gehäuserand Drücker für vorderen Glasrand als Sprungdeckel, gravierter ungleicher floral gestalteter Silberring mit großer Kartusche und eingeritztem T Rolmson (?) Beide Gehäuseschalen sind verglast mit extrentischem Glaszifferring ohne sichtbares Werk. Der Antrieb erfolgt auf beide Gläser durch Zahnradscheiben. Im Gehäuserand versteckt das kleine Zylinderwerk. Ein Stempel „Krebs“.
Das runde eingefaßte Glas hat einen schwarz-weißen Minutenring mit goldenen Ziffern 5, 10, … auf dem helleren Glasteil sind arabische goldfarbige Stundenzeichen markiert, ebenso eine Punkt- und Strichminuterie, die gleiche silberne Rückseite hat auch eine Kartusche mit AS & F Mysterieuse, Brevete, S.G.D.G., innen punziert 9 1112 drei unleserliche Stempel in Rautenform, rund Krebs (?). Zeigerscheiben, drei Risse im Glas, lauffähig
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225-49 Taschenuhr mit Scheinpendel, Silber, Ankerwerk, Schweiz, 19. Jh. Ø 52 mm, 16,9 mm stark
Gravierter Glasrand, gravierter gewölbter Gehäusering, Rückdeckel mit bildhafter Gravur, Adler, (Kleintier) Maus in einem gravierten Blattumfeld, Rückdeclel punziert mit 0800, einem Truthahn, Staubdeckel innen punziert 800 Truthahn 14093 2, Geriefte Krone, bweglicher Bügel.
Zifferblatt: Emailliertes Bild: zwei bärtige Orientalen auf Pferden reitend, einen Löwen jagend ,über den Löwen ein ovales Loch, dahinter ein Scheinpendel, funkioniert. Der eine Reiter legt auf den Löwen an. In einer Blume ist neben einer rot emaillierten Blüte eine goldene Blüte, Das Geschirr der Pferde ist mit Goldknöpfen verziert. Palmen mit goldenen Phantasiefrüchen. Unter dem Zifferblatt ist das Bild beschriftet: Brevet, schwarzes Kreuz, 27192. Das weiße Zifferblatt hat arabische Stundenzahlen, dazwischen goldene Punkte und eine 60er-Strichminuterie, beschriftet mit Exclusiv, Haarrisse, Emailbild zeigt Email-Fehlstellen. Ankerwerk, 1 Lochstein ersetzt, Platine punziert: Brevet, schweizer Kreuz 27192. Lauffähig, Erworben in Tunis. „Unter Tunesischen Palmen“
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225-50 Taschenuhr, Jacquemarts, Silber, mit vergoldetem Figurenautomat, Spindelwerk.
Mann in Gold zeigt die Zeit. Genf, Vaucher Frères, um 1820, Ø 56,20mm, 21,6 mm stark.
Massives Silbergehäuse, glatter Glasrand mit Gewölbtem Glas, Gehäuserand schräg gerieft, Rückdeckel zeigt Zinnreparaturstellen von innen. Glasrandscharnier ist links bei (9) angelötet. Signiert: Vaucher Frères 3416. Zifferblatt Email, weiß, rechte Seite Stundenanzeige mit 12 beginnend und endend, linke Seite Minuten 0 - 60, Zifferblatt hat 2 Löcher für die Aufzug- und Stellvierkantwelle. Beschriftet: Vaucher Frères, auf dem Emailzifferblatt unterhalb der Aufzuglöcher ein florales violettes Motiv. Zifferblatt hat Haarrisse und Emailfehlstellen.
Auf dem Zifferblatt befindet sich eine vergoldete männliche Figur in Pluderhosen auf einem Podest stehend. Ihr linker Arm zeigt mit dem Zeigefinger die Stunden, mit dem rechten Arm die Minuten. Alle ca. 3 Sekunden bewegt sich der mit einem Turban bekleidete Kopf nach links und springt nach rechts zurück. Der Kopf vergewissert sich der Stunde und schaut dann wieder zu den Minuten.
Spindelwek, vergoldet, mit Kette und Schnecke, ausgesägt und gravierter Spindelbrücke mit Stahlplättchen, silberner Stellscheibe, Platine handschriftlich graviert: Vaucher Frères.
Lauffähig. Wurde repariert durch Hecker Mai 1999
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225-52 Taschenuhr, echt Silber, Ankerwerk, Ø 48,3 mm, 15,6 mm stark.
Schlichter Glasrand, Rotgold vergoldet. Eingesprengter Gehäuserand, gewölbt, innen punziert, Truthahn, Rückdeckel goldfarbener Rand, guillochierter eingesprengter Deckel mit Spindelbrückenmotiv und Kartusche. Scharnier bei (6), im Innendeckel eine Art Schriftrolle 0800 Krone und Halbmond sowie Pfeil: WST1 27453. Zifferblatt Email, weiß, mit schwarzen arabischen Stundenziffern, silberfarbene Minuterie, rechts und links florale Motive über der sichtbaren Unruh und Anker, 8-Tage, Hebdomas. Die sichtbare Unruh mit Rückerzeiger und Deckstein wird von einer Brücke mit zwei Schrauben gehalten. Das innere Federhaus dient als Staubdeckel, ist beschriftet: ANCRE Expositions Universelles (7) Medaillen = Weltausstellungen) Milan 1906, Bruxelle 1910, Déposé Interchangeable (austauschbar) , Vorderseite darunter Rückseite, 8 JOURS Levees visibles, Spiral Breguet, Garantie Ankerwerk, Kronenaufzug, 8-Tage-Werk, revisionsbedürftig.
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225-53 Taschenuhr, Silber, Zylinderwerk, 24 Stundenanzeige, Ø 46,1 mm, 14,7 mm stark.
Glasrand mit Perlrand, Scharnier an der 6, facettiertes Glas, Gehäuserand mit Rauten, Rückdeckel mit Schnörkel und Monogramm CM sowie Perlrand (wie Glasrand). Innen undeutliche Punze (Truthahn), eine Raute innen mit Pfeil und FG punziert. 114 Argent fin, Staubdeckel mit zwei Kreisen, ausßen graviert, innen mit 114 (Krebs oder Blume?) 156343. Zifferblatt Email, arabische Ziffern, 1 - 24, Strichminuterie, 5er Einteilung mit goldenen Knöpfen, Sekundenkreis. Zeiger: Stunden-, Minuten-, Sekunden, gebläutes Metall. Revisionsbedürftig.
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225-62 Damentaschenuhr, Silber, Zylinder, Niello, Thula, Schweiz, 19. Jh., Ø 31,4 mm, 10,8 mm stark.
Glasrand in Niello, gewölbtes Glas, Glasrand mit Scharnier an der 6, gewölbter Gehäuserand, Rückdeckel außen mit Bildmotiv in einer floraler Umrandung sitzt ein Becken schlagender Putto auf einem Blütenkelch, der wie ein Tisch dargestellt ist, wahrscheinlich durch den Beckenschlag aufgeschreckt, flüchtet ein Vogel, sehr schönes gut erhaltenes Niello-Bild, Rückdeckel innen punziert 9 29962, Staubdeckel mit zwei gravierten Kreisen: remontoir cylindre 10 Rubis, darunter eine Schmuckgravur, Innendeckel Halbmond mit Krone, im Rechteck 0,800, darunter im Rechteck EP, Truthahn, ebenso rechts 29962, Zylinderwerk, Gehäuserand punziert mit zwei Punzen mit Truthahn. Chamoirfarbenes Zifferblatt, dunkelrote römische Stundenziffern, Gold und Silber Punktminuterie, Fehlstellen, Haarrisse. Kronenaufzug, lauffähig.
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225-63 Damentaschenuhr, Silber, Zylinderwerk, Ø 30 mm, 11,2 mm stark. Rotgoldfarbener Glasrand mit Scharnier bei 6, gewölbter Gehäusering, Rückdeckel mit goldfarbenem Rand und Motiv: Madonna mit Jesuskind in einem schnörkelhaften Fantasiebogen, vor einer Laube, oben PX
(?) Madonna mit Kopftuch und Gewand, Jesus bekleidet, von Maria gehalten. Jesus lehrte aus 2 Büchern (Altes und neues Testament ). Innendeckel punziert PLAGUE OR (Goldplattiert) N.W. 0,800 Krone, Halbmond, 286611 D. Staubdeckel mit guillochiertem Rand, Cylindre, 10 Rubis.
Email-Zifferblatt weiß,mit arabischen Stundenziffern, goldfarbene Punkt- und Strichminuterie.
Kronenaufzug, lauffähig.
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225-64 Taschenuhr, Wecker, Silber, Ankerwerk, um den 1. Weltkrieg, Ø 55,7 mm, 21,1 mm stark.
Glatter Glasrand (gesprengt mit Kordelrand), gewölbter Glasrand, Rückdeckel aufklappbar, Scharnier bei der 12, Tückdeckel guillochiert mit Wappenkartusche, innen punziert in Rechteck 0,800 9377, Staubdeckel = Weckerklingel, punziert mit Burg auf Felsen, „Felsenburg“ D.R.G.M., 97674, Öffnung zum Regulieren A R und F S, weitere Öffnung mit Hebel, Stop und Alarm.
Weißes Emailzifferblatt, schwarze arabische Stundenziffern, Strichminuten, Sekundenkreis, beschriftet mit Pfeil nach links, schweizer Kreuz, Patent 17104, „Felsenburg“.
Weckerzeiger, Stunden-, Minuten-, Sekundenzeiger - letzterer gebläut.
Punziert 453730, „M“, Hammer schlägt gegen den Staubdeckel, Wecker einstellbar durch Drehen des Glasrandes. Kronenaufzug, Lauffähig. Auch als Tischuhr aufstellbar.
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225-70 Taschenuhr, Silber, Spindelwerk. Ø 48,4 mm, 20,8 mm stark.
Glatter Glasrand, Scharnier an der 9, gewölbtes Glas, geriefter Gehäuserand, Rückdeckel mit Scharnier an der 5, Rückdeckel guillochiert mit Medaillon, innen punziert: T13 GF T13, Staubdeckel mit Aufzugloch, Randgravur.
Weißes Emailzifferblatt mit schwarzen arabischen Stundenziffern, schwarze Strichminuterie, Emailfehlstellen am Rand. Schnecke und Kette, Enstellscheibe silbern, ausgesägte und gravierte Spuindelbrücke. Lauffähig.
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225-82 Damentaschenuhr, Savonette, Silber, Zylinder, Glasrand fehlt, Schweiz, Ø 29,50mm, 9,4 mm stark, Sprungdeckel wird betätigt durch Druck auf Krone, guillochiert mit dekorativer Wappenkartusche, innen punziert P 84 0,875, schreitender Löwe in Nierenform, 56325, Glasrand fehlt. Gehäuserand gebogen, Rückdel korrespundierende Guillochierung in der Art wie Sprungdeckel, gleiche Punzierung, Staubdeckel vier Medaillen mit Abbildungen. Cylindre Remontoir, 10 Rubis, Staubdeckel gleiche Punzierung aber 6325 in jedem Deckel 84.
Punzierung schreitender Löwe, Emailzifferblatt schwarze arabische Stundenzahlen, Strichminuten, alle fünf Minuten goldene Punkte. Zylinderwerk, lauffähig.
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225-84 Damentaschenuhr, Silber, Zylinderwerk, Ø 29,5 mm, 10,9 mm stark.
Gravierter Glasrand, Scharnier an der 6, gewölbtes Glas, Scharnier an der 6, Rückdeckel graviert mit Rose und Wappenkartusche, rotgold und gelbgoldfarbene Blätter, Rückdeckel innen punziert 0800, andere nicht gedeutete punzen (Halbmond und Krone, Auerhahn klein und groß 301561, Staubdichtung mit zwei punktierten Kreisen 301561, Gehäuserand punziert mit Auerhahn, Scharnier des Staubdeckels bedarf der Reparatur. Langer Kronenhals, Übergehäuse?
Weißes Emailzifferblatt mit schwarzen arabischen Stundenziffern, goldfarbene Punktminuten, lauffähig.
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225-85 Taschenuhr, Silber, Zylinderwerk, Mitte 20. Jh.
Glatter Glasrand mit Kunststoffglas, rotgoldfarben, Scharnier an der 6, gewölbter Gehäuserand, Rückdeceklscharnier an der 6, rotgoldfarbener Rand, guillochiert mit floraler Gravur, Wappenkartusche, innen Reparaturzeichen, punziert „ABSOLUT“, dreifache florale Blüte ähnlich der Lippischen Rose, 4139 4, Krone und Halbmond, kleiner und großer Auerhahn, ACM im Rechteck 0800, Gravur „Reinhard Debbelt, Vorhelm“, Lieferant Georg Friehe, Ahlen. Stubdeckel ACM 0,800 großer und kleiner Truthahn 4139 4, gerieft Doublé.
Weißes Emailzifferblatt, schwarze römische Stundenziffern, schwarze Strichminuterie, kleiner tieferliegender Sekundenring 10, 20 ,30 …, Emailfehl- und Reparaturstellen.
Sekundenzeiger original, vergoldeter Stunden- und Minutenzeiger ersetzt.
Brücke Absolut, pat. 28237, lauffähig.
Glas fehlt.
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225-93 Taschenuhr, Silber, Zylinderwerk, Ø 44,6 mm, 13,6 mm stark.
Gravierter Glasrand (6) facettiertes Glas, gewölbter Gehäuserand, Rückdeckel gravierter Rand, emals rotgoldfarben. Deckel mit Gravur und Kartusche (6), Scharnier beschädigt, Rückdeckel innen: Truthahn, 0,800 JP Halbmond, Krone, 189452, Staubdeckel unecht, „remontoire Cylindre, 6 Rubis“, Emailzifferblatt, Emailfehlstellen, Haarrisse, schwarze römische Stundenziffern, Strichminuterie, 5 - 60, kleine Sekunde 10 - 60. Stundenzeiger original, Sekundenzeiger original, Minutenzeiger ersetzt. Zylinder reparaturbedürftig, Geschenk von Christa und Harry Koszian.
Uhrkette mit Quasten, Ring punziert: gesetzlich geschützt.
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225-94 Taschenuhr- Sprungdeckeluhr, Ankerwerk mit Breguetspirale, 1925, Ø 52 mm, 14,3 mm stark. Oberer Deckel Niello, zwei Reiter mit ihren Rössern ein Weidetor überspringend umrahmt von einem Rand mit Eichenblättern und Eicheln, innen punziert: 52, glatter Glasrand, Gehäuserand mit Niello, Rückdeckel außen dito, Jagdhund mit Schnepfe im Maul, Staubdeckel mit 12 Medaillen „Ancre, ligne droite rubis levees visibles, Double plateau“, Staubdeckel mit Loch im Zentrum, bewegliche Krone, weißes Emailzifferblatt mit schwarzen römischen Stundenzeigern, schwarzer Strichminuterie, arabische ZZ von 5 - 60, kleiner Sekundenkreis, Emailfehlstellen, drei originale goldfarbene Zeiger. Leihgabe von Raphael Fischer
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225-96 Taschenuhr, Silber, Zylinder, Ø 47,50mm, 14,00 stark.
Rotgoldfarbener gewölbter Glasrand, Scharnier (6), gewölbtes Glas mit Abnutzungserscheinungen, Rückdeckel: rotgoldfarbener Rand mit eingepreßtem guillochierten silberfarbenem Deckel, Scharnier (6). Innen Reparaturzeichen: Halbmond und Krone 0,800 Truthahn klein und groß, 3287 27 YJ, Reparaturzeichen. Staubdeckel mit zwei Löchern für Aufzug- und Stellschlüssel. Cylindre 10 Rubis, innen Reparaturzeichen, punziert CUIVRE, 3287 27. YJ, weißes Emailzifferblatt mit schwarzen römischeb Stundenziffern, schwarzer Strichminuterie, Sekundenkreis mit 60er Einteilung 10, 20, …, kleiner Sekundenzeiger in Art eins Pfeils, original! Stundenzeiger und wahrscheinlich auch Minutenzeiger ersetzt. Lauffähig.
Dicke geflochtene braune Uhrkette aus Haar mit Karabiner, unpunzierte Ösen, zwei Tüllen, von denen eine als Pferdekopf mit Hals gestaltet ist. Die Tüllen dienen der Aufnahme einer geflocheten Haarkette, in deren Flechtwerk wie eine Spirale ein Zopf läuft. Etwa min der Hälfte ist ein goldfarbenes Mittelteil aufgeschoben, das in seinem Oval mit FrS graviert ist. Auf dem Pferdekopf ist ein drehbarer Haken mit Schließöffnung angebracht, am Halsende eine Öse mit einer profilierten Kette und einer Öse, die punziert ist: 80(?). Die nächste Öse ist an einer weiteren Öse angelötet, in der drehbar ein Uhrschlüssel angebracht ist, der zum Aufzug der Feder dient. Bei allen Metallteilen handelt es sich um Doublé (Walzgold). Länge 44 cm.
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225-98 Taschenuhr, Silber, Spindelwerk, Ø 55,7 mm, 22,6 mm stark.
Gewölbter Glasrand, mit Bogenmotiv, Gehäuseschale außen glatt, innen punziert mit NG in Oval, 132 I13, weißes Emailzifferblatt, schwarze arabische Stundenziffern, schwarze Strichminuterie, beschriftet: Breguet à Paris. Gebläute Stahlzeiger, Platine: Breguet à Paris, fein ausgesägte Spindelbrücke, Spindelwerk mit Kette und Schnecke, profilierte Werkpfeiler, reparaturbedürftig.
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225-55 Taschenuhr, Silber, Zylinder, Ø 46,4 mm, 15 mm stark.
Geprägter Glasrand mit Scharnier an der 6, Glasrand wird mit 6 Bögen unterhalb des Glases weitergeführt. Verdeckt dadurch ZZ des Zifferblatts, Gewölbter Gehäusering, Rückdeckel gleiches Motiv wie der Glasrand, guillochiert, mit Kartusche, innen punziert ACM 0,800 im Rechteck, Auerhahn, 10120. Staubdeckel punziert Patent remonteur Metal, innen 10120, Glas gewölbt.
Zifferblatt Email, weiß, schwarze arabische Ziffern, Sekundenkreis, der farbige Innenkreis des Zifferblatts zeigt einen fliegenden Vogel auf Blütenkranz. Sekundenzeiger ersetzt, Stunden- und Minutenzeiger original. Revisionsbedürftig.
Erworben Antiquitäten Bauer, 1970 in Straubing für 80 DM
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Taschenuhr, Silber, Spindeltaschenuhr mit Schlüssel
Herkunft: London von Meister Hatzog um 1700 ca. Ø 40,6 mm 18,3 mm stark
Punziert mit AV. Gehäuse in Silber mit weiß emaillierten Zifferblatt mit Haarissen und römischen Ziffern, Reparaturstelle bei 12.
Eisenzeiger, original gebläut
Spindelwerk, dekorative Spindelbrücke, graviert V.HARTZOG LON 741;ornamental gestaltete Werkpfeiler, Aufzug mit Kette
Erworben in Prag 1970
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Taubenuhr

Es ist heute fast selbstverständlich, daß wir Sport treiben. Dieser Wille, Sport zu betreiben, hat viele Gründe. Wir können uns Sportarten wählen, die unseren persönlichen Neigungen entsprechen. Ob allein oder in der Gemeinschaft, wir wollen stets bessere Ergebnisse erzielen in unseren Sportarten. Wir wollen uns möglichst mit einem unbeeinflußbaren Kontrolleur messen - und das ist der Zeitmesser, die Uhr.
Wieviel Sportdisziplinen gibt es, bei denen eine hundertstel Sekunde ber Sieg oder Niederlage entscheidet.
Die Zeit kann eingesetzt werden für den Anfang oder auch das Ende einer sportlichen Leistung und da gibt es keine Diskussionen, aber was in dieser Zeit an sportlicher Leistung geboten wird, wird meist von Schiedsrichtern beurteilt, die oft Fehlentscheidugen treffen können und nicht den wahren Leistungsstand wiedergeben. Denken wir nur an den Eiskunstlauf oder den Boxsport, wo manchmal von Experten Entscheidungen getroffen werden, die nicht von der Zustimmung des Publikums begleitet werden.
Wenn wir Menschen die Zeit nicht manipulieren, ist sie unbestechlich - gestern wie heute.
Beim Gebrauch des Wortes "Sport" denken wir meist an olympische Disziplinen aber es gibt auch Sportarten, die zu einem regionalen Volkssport geworden sind, weil sie für viele unserer Mitbrger bezahlbar sind.
Zum Beispiel der Taubensport. In Ahlen wird er etwa seit 1900 ausgeübt und ist, mit wenigen Ausnahmen, ein Vereinssport geworden. Spötter meinten früher, die Taube sei das Rennpferd des kleinen Mannes. Wer aber einen Taubenvater zum Freund hat, weiß um die Liebe zu den Tieren, die einen unbegreiflichen Orientierungssinn haben. Eine Taube findet immer den Weg nach Haus, was wir von uns Menschen nicht behaupten können.
Die gute Orientierung der Taube machte man sich zu Nutze z.B. als Brief- und Nachrichtenbringer.
Auch heute noch werden Tauben in einem besonderen Transporter zu weit entfernten Plätzen gefahren, dort zu einer bestimmten Zeit freigelassen, damit sie in den heimatlichen Schlag zurückfliegen können. Die für den Rückflug benötigte Zeit wird gemessen und registriert, um so die siegreiche Taube ermitteln zu können und den Züchter zu ehren und zu belohnen.
Das ist mit einer einfachen Uhr natürlich nicht möglich. Dafür wurden eigens Konstatieruhren, sogenannte Taubenuhren gefertigt.
Eine der ältesten Taubenuhren Ahlens befindet sich heute im Museum im Goldschmiedehaus Fischer. Sie ist ein Geschenk des Freundeskreises "Kiek es drin". Die Uhr dürfte etwa nach 1900 erstellt worden sein.
"Wie funktioniert eine solche Taubenuhr?" fragen wir den Experten Conrad Graewer von der Hellstraße 16 Gern gibt er uns Auskunft: "Als diese Uhr noch im Gebrauch war, wurde sie vor dem Taubenflug in die Gastwirtschaft Körvers, Weststraße, getragen. Dort gab es eine gewählte Kommission, die die Uhren genau einstellte und verplombte.
Heute ist diese Zentrale im Vereinshaus der Taubenfreunde für Ahlen und Umgebung in der Sachsenstraße. Nachdem die Plombe befestigt war, nahm man die Uhr wieder mit nach Hause und wartete, bis die ersten Tauben eintrafen. Die Tauben wurden vor dem Flug an einem Bein mit einer kleinen Hülle die mit einem Gummiring befestigt wurde. Bei der Taubenankunft wurde der Inhalt der Hülle sofort in eine Hülse der Uhr gesteckt. Danach drehte man mit einem Vierkant die Welle der Uhr einmal herum, betätigte dabei einen Farbstempel, der die genaue Ankunftzeit dieser Taube auf eine Banderole schrieb. Die Ankunftzeit der nachfolgenden Tauben wurde in gewissen Abständen auf die gleiche Weise festgehalten. Danach fuhr man eiligst mit der Uhr zurck zur Kommision, dem Wertungsgericht, das aufgrund aller anderen Aufzeichnen die Siegertauben ermittelte.
Die Flugzeiten im Taubensport gehen von April bis September. Das bedeutet fr den echten Taubensportfan, daá er in dieser Zeit nicht in Urlaub fahren kann; denn jedes Wochenende ist Taubenfliegen.
In Ahlen gibt es 26 Taubenvereine mit ca. 180 - 200 Mitgliedern.
Die Brutzeit der Tauben ist vornehmlich in den Monaten März bis Mai. (WF)
Tischuhr, Zappler, SACRE COEUR, Turmuhr auf Holzsockel unter Glasglocke 226-22
Auf einem ovalen schwarzen Holzsockel von ca.100 x 65 x 17 mm ist aus Perlmutt die Silhouette der Pariser Kirche Sacré Coeur geschnitzt, ca. 96 mm hoch und rückseitig auf Holzsockel befestigt.
Im der runden Öffnung des Turms befindet sich ein rundes vergrößertes Emailzifferblatt, ca. 21 mm im Durchmesser mit römischen Zahlen, die Ziffer 4 mit vier schwarzen Strichen sowie eine 60er Strich-Minuteneinteilung. Signatur auf dem Zifferblatt: Roi à Paris
Die Uhr hat vor der Perlmutt-Kuppel der Kirche ein kurzesVorderpendel mit runder Metallpendelscheibe, auch Kuhschwanzpendel genannt, für den Uhrensammler kurz "Zappler".
Rückseitig befindet sich ein offenes Uhrwerk, Feder im Federhaus. Vierkant der Auzugwelle, das Aufzugsperrad, der Sperraken und die Sperrfeder sind auf der Platine sichtbar angebracht. Die rückseitige Platine ist mit ROI A PARIS bezeichnet. Das Werk ist intakt.
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Tischuhr, Zappler, Stephansdom mit Turmuhr auf Holzsockel unter Glasglocke
Auf einem ovalen, braunen Holzsockel von ca.120 x 95 x 17 mm ist aus Messing die Silhouette des Stephansdoms in Wien gestaltet. Die Uhr ist ca. 132 mm hoch und auf den Holzsockel aufgesteckt.
Die Turmuhr hat ein vergrößertes Zifferblatt mit römischen Zahlen, die Ziffer 4 mit vier schwarzen Strichen. Die Uhr hat ein kurzesVorderpendel, auch Kuhschwanzpendel genannt. Die Pendelscheibe ist als Medaille gestaltet, die Jesus Christus als Schmerzensmann darstellt.
Uhren dieser Art werden im Fachjargon "Zappler genannt wegen der Schnelligkeit des Pendelausschlages.
Das rückseitige Werk ist mit einem Gehäuse bedeckt, aus dem der Vierkant der Aufzugwelle ragt. Das Gehäuse hat eine interessante Gravur: Eine Hand kommt ins Bild. Zwischen Daumen und Zeigefinger hängen zwei ineinandergehängte Trauringe, welche mit den Monogrammen OL und OB versehen sind, darunter das Datum 21 Jan 1842
Diesen "Zappler" erwarb das Ehepaar Anni und Werner Fischer 1962 in Leningrad (St. Peterburg)/Rußland.
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Einführung in die Begrifflichkeiten der Zeitmessung
Pendule:
Das Wort kommt aus dem französischen und bedeutet Pendel.
Standuhren, Tischuhren, Drehpendeluhren, also Uhren, die ein Pendel haben, nennt man auch Pendulen. Die Pendelscheibe, auch Linse genannt, dient der Regulierung.
Wenn die Pendeluhr vorgeht, wird die Linse auf der Pendelstange weiter nach unten geschoben, wenn die Uhr nachgeht, wird die Linse weiter nach oben geschoben. Je kürzer der Abstand zur Hemmung, umso schneller lauft die Uhr und umgekehrt.
Diese Art der Hemmung soll um 1640 von Galileo Galilei erfunden worden sein.
Der Italiener Galileo Galilei soll den weißen Dom von Pisa besucht haben. Im Dom sah er eine herumfliegende Taube, die sich in vollem Fluge auf einen Radleuchter setzte, der an einem Seil von der Decke herunterhing. Der Leuchter geriet durch die abrupte Landung der Taube in Schwung. Er begann also zu pendeln. Die Bewegung, die Schwingung wurde immer geringer, bis der Leuchter endlich zum Stillstand kam.
Dieses Prinzip war die Grundlage für den Uhrenbauer und später auch in der Uhrenindustrie. Die Pendeluhr war somit erfunden.
Nachteil der Pendeluhren: Sie sind stand- oder auch ortsgebunden.
Tischuhr/Kaminuhr:
Das Zimmer und sein Interieur im Wandel der Zeit. Es war in unseren Landen immer schon ein Problem, Zimmer im Haus bei Kälte zu beheizen. Um 1700 kam der Kamin auf, eine offene Feuerstelle im Wohnzimmer. Er wurde ein Blickfang für die Eigentümerfamilie aber auch für die Besucher. Man nahm Platz vor dem offenen Kamin. Die offene Feuerstelle hat meist ein Sims, einen kleinen Vorbau oberhalb der Feuerstelle.
Und auf diesen Vorbau wurde allerlei "Schönes" gestellt. Dieser horizontale Vorbau eignetet sich vorzüglich für die Präsentation einer Uhr. Das war die Geburtsstunde der Kaminuhr, an der sich zuerst die Franzosen erfreuten, später aber die Bewohner ganz Europas.
Stutzuhren, Stockuhren oder Bracket Clocks sind Tischuhren.
Die englischen Uhrmacher waren auch bekannt für ihre präzisen Standuhren, jedoch ließen die Zimmerhöhen nicht immer die Aufstellung solcher, manchmal über drei Meter hohen Uhren zu.
Findige Uhrmacher verzichteten deslhalb auf das Untergestell der Standuhr.
Auch die Wiener Uhrmacher nahmen diese Idee auf und stutzten die Uhrgehäuse, indem sie den sogenannten Uhrkasten der Standuhren mit Füßen versahen und entwickelten Werke, die nicht mehr mit Gewichten, sondern mit Federn angetrieben wurden. Damit war eine besondere Tischuhr, die Stutz- oder Stockuhr entwickelt worden, die sich noch heute großer Beliebtheit erfreut.
Also: Die Stutz- oder Stockuhren haben keinen Unterbau wie die Standuhren. Das bedeutet, dass man ihnen im Haus eine wechselnde Stelle zuordnen kann. Diese tragbaren Uhren haben u.a. Pendelkonstruktionen und Federaufzüge.
Stutzen = kleiner machen, auch Halbstrümpfe wurden Stutzen genannt.
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Tischuhr, Bronze mit Porzellantäfelchen 226-07
Maße: 305 x 132 mm, Höhe 300 mm
Auf 6 angeschaubten profilierten Füßen steht ein Bonzeaufbau. Die schraubbaren Füße sind notwendig, da es sich um ein Werk mit Pendel handelt, das dem Gang angepaßt werden muß.
Im vorderen Aufbau befinden sich drei rechteckige Öffnungen, in denen sich von der Rückseite befestigte farbig bemalte Porzellantäfelchen befinden. Die Tafelchen zeigen in einem blauen Rahmen in der Mitte eine in den Spiegel schauende Putte mit herzförmigem Flügel. Rechts und links florale Darstellungen.
Auf dieser Podestplatte steht zentral ein Aufbau, in dem sich die Uhr befindet.
Hinter dem aufklappbaren bronzenen Glasrand, mit einem Perlrand geschmückt, befindet sich das weiße Emailziffenblatt mit blauen römischen Ziffern von I - XII. Darüber eine 60 Minuterie, ergänzt durch arabische schwarze Zahlen von 5 - 60. Zwei goldbarbene durchbrochene Zeiger. Zwei Aufzuglöcher für Geh- und Schlagwerk auf Glocke. Das Ziffernblatt weist zwei unbedeutende Spannungsrisse auf. Die auf dem Ziffernblatt befindliche Firmenbezeichnung ist unleserlich.
Die verglaste Rückseite der Uhr legt das Werk frei, auf dessen Platine ROLLIN A PARIS punziert ist. Weiter ist auf der Platine die Zahl 389 zu sehen sowie die Zahl 52. Kurz vor dem unteren Vorsteckstift ist in einem Rund zu lesen D'ARGMNT MEDAILLE D'ARGENT (Silbermedaille)
Auf dem Trommelgehäuse stützt sich eine Putte, die in der linken Hand eine Taube mit ausgebreiteten Flügeln hält. Eine ausdrucksvolle Blumen- und Blättergirlande
im Stil Ludwig XV. bildet eine herrliche Gesomtkomposition. Die Vergoldung ist in einem ausgezeichneten Zustand.
Replik der Peter Henlein-Dosenuhr aus dem Jahre 1510
Limitierte Auflage
Das Original, das Peter Henlein zugesprochen wird, befindet sich im (Germanischen Nationalmuseum) in Nürnberg
Über das Leben des Peter Henlein ist nicht viel Sicheres bekannt. 1509 wurde er Schlossermeister. Henlein wird als Erster genannt, der am Körper tragbare Uhren in Deutschland realisierte. (Siehe Wikipedia Peter Henlein).
Aus Anlass des Peter Henlein Jubiläumsjahres 1979, dem 400. Geburtstag von Peter Henlein, fertigte der Uhrenhersteller Junghans in Schramberg/Schwarzwald eine limitierte Auflage der Dosenuhr.
Ein Exemplar dieser limitierten Auflage befindet sich im Museum im Goldschmiedehaus Ahlen.
Der Zentralverband für das Juwelier, Gold- und Silberschmiedehandwerk der Bundesrepublik Deutschland führte 1977 gemeinsam mit der Firma Junghans Uhrenfabriken, Schramberg/Schwarzwald einen Wettbewerb "Die Quartzuhr - Präzision als Schmuck" durch unter dem Protektorat von Präsident Werner Fischer, Ahlen, und Alfred Liebetrau, Schramberg, Vorsitzender der JUNGHANS Geschäftsführung. Vorsitzender der Jury war Claus Hinrich Casdorf, Köln, WDR
Werner Fischer erhielt von Herrn Alfried Liebetrau eine dieser Dosenuhren überreicht, die ein Stück Uhren-Zeit-Geschichte vermittelt, denn die historischen Unruhschwingungen wurde durch den Quarz mit einer Schwingungsfrequenz von 32768 Schwingungen pro Sekunde abgelöst.
Die Dose ist zweiteilig. Der obere Teil ist durch Ziehen abnehmbar und das Lösen einer runden Plastikplatte im Gehäuse legt die Batterie frei. In dieser Lage ist auch durch die Krone die Zeiteinstellung des Eisenzeiger möglich.
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Tischuhr mit Emailbild im Tabernakelschränkchen mit Repetition 226-38
Höhe ca. 73, 4 mm, Breite ca. 56,3 mm, gefertigt im letzten Viertel des 19. Jh.
Immer wieder umgibt sich der Mensch mit schönen Dingen
und viele Menschen möchten allzeit wissen, wie spät es ist.
In der Zeit, als diese Uhr entstanden ist, gab es nicht überall Uhren. Die Frau von Welt führte schon damals eine Uhr mit sich, wenn es die Kleidung erlaubte, am Kleid, eine Anhängeruhr an einer Kette oder auch ein kleines Ührchen, das von einer Brosche gehalten wurde.
Eine besonder Art, die Zeit mit sich zu führen, zeigt sich bei diesem Ührchen mit Emailbild, das durch sein Etui ein, "Tabernakelschränkchen", auch als Reisebegleiter dienen kann, so wie es später der Reisewecker oder Etuiwecker war.
Das Gehäuse des Ührchens ist aus Silber mit einem farbigen Emailbild, das ein
aneinandergeschmiegtes Liebespaar in einer Frühlingslandschaft mit weichen Farbtönen zeigt.
Über dem Paar ein eingerahmtes weißes, verglastes Zifferblatt mit schwarzen römischen Ziffern und einer kaum sichtbaren Minuterie, sowie zwei gebläute Zeiger.
Besonders schön ist der in echtem Silber gestaltete Rahmen mit floralen Motiven.
Das noch vorhandene Originaletui mit silberfarbenen Beschlägen und dunkelblauem Samt bezogen gewährt uns eine Blick in die damalige Verpackung und zeigt uns die Möglichkeiten der Präsentation dieses Ührchens durch das Öffnen der beiden Flügeltürchen.
Das Taschenuhrwerk ist ein Cylinderwerk mit Repetition. Durch Druck auf die Krone oder auch durch Ziehen einer Schnur außerhalb des Gehäuses wird akustisch die letzte vorangegangene Stunde wiederholt. Erworben v. Anni Fischer in Turin als Geschenk für ihren Mann Werner Fischer.
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Hausaltar mit Marienfigur mit Kind, Uhr mit Spielwerk, 226 - 10

Maße: 23 x 12, 5 cm, Höhe 57 cm, Maße der Uhr 66 mm Ø, 41 mm tief.
Bildstock mit der Gottesmutter und dem Jesuskind, farbig glasiertes Porzellan, ist im Museum im Goldschmiedehaus in der Abteilung Volksfrömmigkeit ausgestellt.
Gehäuse aus Holz barockisiert, vergoldet, Stuckdekor.
Im Giebeldach des Altars, getragen von gedrechselten Säulen, befindet sich die Uhr. Im Altarunterbau ein Walzenspielwerk mit Marienlied; Federantrieb über Schlüssel.
Text des Liedes: "Liebe Mutter, sieh zu Deinen Füßen uns, wie Kinder, treu versammelt, fleh'n, die wir Dich, o Königin, begrüßen und als uns're Retterin erseh'n; Gottes Strafe und Verderben droht. "
Der Originaltext des Liedes aus dem Gebetbuch "Weg zum Himmel" Nr. 205 lautet: "Liebe Mutter, sieh zu Deinen Füßen uns, wie Kinder, treu versammelt, fleh'n; die wir Dich, o Königin, begrüßen und als uns're Retterin erseh'n. Denn Dein Herz ist für uns voll Erbarmen, offen stets als Zufluchtsort uns Armen. Alles schließ es ein, wenn Angst und Not, Gottes Strafe und Verderben droht. "
Während einer Rundfunkreportage aus dem Ahlener Museum im Goldschmiedehaus bat Werner Fischer die Reporterin, diese Melodie einmal über den Äther zu schicken in der Hoffnung, daß ein Hörer sich melden würde, dem das Lied bekannt ist. Tatsächlich, er hatte Glück. Zwei Damen meldeten sich, die nach mehrmaligem Abspiel der Melodie eindeutig das Marienlied aus Schlesien wiedererkannten. Allerdings stellte sich ein Kuriosum heraus. Die Walze der Spieluhr hat einen zu kleinen Durchmesser, sodaß nur Anfang und Ende des Marienliedes wiedergegeben werden können, nicht die ganze Melodie.
Leider ist bis heute nicht bekannt, wo sich der Wallfahrtsort in Schlesien befindet.
Vielleicht erkennt jedoch einer der älteren Schlesier das verkleinerte Wallfahrtsbild der Mutter Gottes mit dem Jesuskind in der Abbildung wieder.
Tischuhren Renaissance
Die Entwicklung der Zeitmesser, der Uhren, unterliegt einem ständigen Wandel.
Alle Uhrenerfindungen, alle Konstruktionen, alle Weiterungen sind fast immer zweckgebunden. Kannte man doch bis vor der Renaissancezeit nur die ortsfeste Uhr, war man bestrebt, Uhren zu bauen, die eine Befreiung von der Ortsgebundenheit garantierten.
Horizontal Renaissance Tischuhr 226-01
Sechseckig, Bronze, feuervergoldet mit Spindelwerk
Maße: Sechseck Durchmesser ca. 133 mm, Höhe 105 mm
geschätztes Alter: Frühes17. Jahrhundert, belegt durch Vergleichsobjekte.
Zur Oberseite: Kupferplatte mit künstlerischer Gravur im Zifferring verziert:
Hochzeitstanz, "balzender" Jüngling mit Flügeln vor unbekleidetem Frauenkörper.
Seitenflächen: 6 verglaste Fenster mit Rahmen.
Als Füße dienen 3 Engel mit Gesichtern und Flügeln.
Das Zifferblatt ist aus Zinn, horizontal angelegt, römische Ziffern, 2 Zeiger aus Eisen.
Werk: Gut erhalten mit Schnecke und Kette. Schlagwerk,
Sechseckige HORIZONTAL-RENAISSANCE-TISCHUHR, Bronze, feuervergoldet, Zifferblatt graviert, mit Zinnziffernkranz, Spindelwerk mit Stundenschlag auf Glocke, Werk mit Ketten und Schnecken, gravierte Federhaustrommeln, CHRISTIAN CAROL KÖNIGSBERCK, frühes 17. Jhdt. Höhe = 9 cm, Durchmesser 14 cm (Literatur Britten "Old Clocks & Watches and their markers, Verlag Bonanza Book New York, Seite 348
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Tischuhr, Horizontal Renaissance Tischuhr 226-02
Sechseckige Renaissance Horizontal Tischuhr von Johann Gottfried Kriedel,
1702-1757 Bautzen und Cottbus. (Lit. Abeler Seite 365)
Geschätztes Baujahr der Uhr um 1740, belegt durch Vergleichsobjekte.
Das Gehäuse ist an der Oberseite reich verziert mit Gravuren. Die sechs Seiten sind verglast. Die Glasscheiben sind in geschraubten Rahmen gefaßt.
Das runde echt silberne Zifferblatt mit Minuteneinteilung und Weckerscheibe liegt horizontal auf der Uhr. Punziert Ledeirk, London ( signiert mit Geheimcode Ledeirk, von rückwärts nach vorne gelesen ergibt Kriedel). Lt. Jürgen Abeler war Kriedel nachweislich nie in London, signierte aber aus verkaufstaktischen Gründen unter dem Pseudonym Ledeirk, London.
Die Tischuhr ist einzeigrig mit einem Stahlzeiger. Der zweite Zeiger in Lanzettenform dient zur Einstellung der Weckzeit.
Werk mit Kette, Schnecke, Schlag- und Weckerwerk. Die Spindelwelle lagert in einem Diamanten. Das Werk der Uhr ist eine Meisterleistung. Die Messingteile sind feuervergoldet.
Das Schlagwerk mit Glocke ist unterhalb des Werkes angebracht mit zweiseitigem Hammer für Wecker und Rufschlag, der seitlich bei Minute 30 auf Knopfdruck repetiert.
Das Gehäuse steht auf sechs geflügelten Tatzen.
Die Tischuhr ist funktionsttüchtig.
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Tischuhr, fast 50 cm hoch, ca 27 cm breit und ca. 11,5 cm tief.
Vier aus Bronze gefertigte umgekehrte Kesselfüße tragen eine oliv/gelblich trapezförmige Marmorplatte von ca. 2,2 cm Stärke. Darauf steht an der rückwandigen breiteren Seite eine Bronzefassade geschmückt mit floralen Jugendstil-Ornamenten, wie Muscheln, Blumen, Ranken und zwei Feuertöpfe mit den ewigen Flammen. Davor auf zwei Marmorpfeilern (ein Pfeiler leider gebrochen) präsentiert sich das Zifferblatt der Uhr.
Im einzelnen: Auf der Marmorplatte ein trapezförmiger offener Balkon, verstrebt mit Girlanden, in deren vorderem Zentrum sich ein leicht bekleideter auf einem Bein stehender Amor befindet, an dessen rechten Seite ein Köcher? mit Golfschlägern dargestellt ist, 1891 fand das erste Golfturnier in Homburg statt. Es können aber auch Fantasieblumen sein. Doppeldeutungen lässt der Jugenstil zu. Die Putte erhebt den rechten Arm mit einem großen Siegeszweig. Unter seinem linken Arm ein Füllhorn, das er gerade ausschüttet. Zu seinen beiden Seiten zwei Marmorobelisken, die in eine dekorative halbkugelige Abdeckung münden und so dem Uhrwerk in einem liegenden Tonnengehäuse einen grazilen Tragimpuls verleihen.
In dem Glasrand zum Öffnen befindet sich noch das Originalglas. Ein weiterer schmückender Metallrand deckt das leicht gelbliche Email-Zifferblatt ab. Das Zifferblatt selbst hat schwarze arabische Ziffern von 1 - 12. Zum Ablesen der Minuten am äußeren Rand eine 60er Minuterie aus schwarzen Strichen und im fünfer Rhythmus jeweils ein Punkt. In Höhe der 4 und der 8 befinden sich im Zifferblatt zwei Löcher für den Aufzug des Geh- und Schlagwerkes. Stunden- und Minutenzeiger aus Edelstahl sind noch original. Die zentrale Stelle des Zifferblatts zur Zeigerbefestigung wird kaschiert mit einem sechszackigen Metallstern.
Die hintere Bronzefassade ist wie abgebildet mit vielen Emblemen aus der Zeit des Jugendstils geschmückt.
Die Uhr ist lauffähig und befindet sich in einem guten Zustand. Zur besseren Wahrnehmung des Schlagwerkes besteht der Rückdeckel aus einer ausgesägten, offenen Rosette, deren Öffnungen mit einem Seidentüchlein abgedeckt sind.
Wir danken der Familie Ronig für die Überlassung dieser Tischuhr aus der „Jugendstilzeit“ mit Schlüssel, einer kunstgeschichtlichen Epoche an der Wende des 19. zum 20. Jahrhundert
Besonderer Dank gebührt Axel Christian Ronig, der auf Grund der Familienhistorie schriftlich beweisbar nachvollziehen kann, wer der Erstbesitzer war. Er hat die weitere Wanderschaft der Uhr mit ihren verschiedenen Besitzern verfolgt und aufgezeichnet bis zu ihrem jetzigen Standort im Museum im Goldschmiedehaus Ahlen.
Tischuhr, Kalenderuhr, Eisen, 226-13

Maße: ca. 130 x 72 mm, Höhe 230 mm
Eisenguss nach 1900, Fantasiemodell, man könnte es als kleineres Möbelstück deuten. Auf vier Füßen stehende Eisen-Fassade mit teils barocken Elementen sowie mit drei Öffnungen hinter dem 3 weiße Rollbänder täglich gedreht werden können, für den Monat, für den Tag, für den Wochentag. Leider sind die Markierungen verblichen. Auch fand leider ein Werkwechsel mit neuem Zifferblatt im goldigen Rahmen statt.
Trotzdem zeigten die 3 Öffnungen mit den Markierungen eine Weiterentwickelung der Zeitanzeige an.
Auf der Rückseite der Fassadenplattee JF 8 SGDG geprägt.
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Tischuhr/Kaminuhr in Form eines Kesselwerkes, Dampfmaschine 226-29
Maße ca. 30 x 20 cm, 46 cm hoch
Gehäuse aus Deutschland, Werk aus Frankreich?
Gebaut Mitte 19. Jahrhundert (1870) oder erst 1910. Erstellt oder Vertrieb von Hofuhrmacher Conrad Felsing in Berlin Werk Nr. 75389 als Gang- und Schlagwerk auf Klangfeder.
Felsing erhielt eine Goldmedaille in Paris, 2234
Die Uhr stellt ein Kesselwerk dar mit Quecksilberthermometer, rechts Barometer, vorne beweglicher Kompass, oben Fliegkraftregeler als Pendel.
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Tisch-, Kaminuhr mit Wecker und Automat, Mönch 226-35
Maße: ca. 17x10 cm Höhe 33 cm
Das Holzgehäuse ist in Art einer Klause oder einer Kapelle, vielleicht vom Hersteller auch als kleine Kirche gedacht.
Auf einem Sockel, der einen Rechteckaufbau trägt, steht ein Mönch, bekleidet mit mit einer Kutte, in der Ordenstracht der Kapuziner.
In dem Rechteckbau befindet sich ein Geh- und Weckerwerk. Der Betrachter sieht nur einen goldfarbenen, verglasten Rand mit Scharnieren zum Öffnen. Dahinter das Zifferblatt, farbig emailliert mit Girlanden aus blühenden Rosen und anderen Blüten sowie arabischen Ziffern.
Der Wecker ist rückseitig einzustellen und ein Pfeilkreuzmodell mit Stiftankerwerk.
Oberhalb des Rechteckaufbaues befindet sich ein Glockenturm mit Glocke und zwei seitlichen Dachreitern sowie eine Wetterfahne.
Diese Uhr wurde für den englischen Markt gefertigt. Die Bedienungszeichen auf der Rückseite sind in englischer Sprache.
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Tischuhr Kaminuhr Reiter auf Sarkophag, 226-08
Maße: 51 x 21 cm, Höhe 52 cm
Eine imposante Uhr, die auch als Figurenuhr gelten kann.
Die Herkunft der Uhr kann nicht bestimmt werden. Tendezen weisen auf Frankreich.
Sie könnte um die Mitte des 19. Jahrhunderts gebaut worden sein.
Auffälliges Merkmal: Ein Reiter in Ritterrüstung mit Umhang, der auf einem Pferd mit Satteldecke im Sattel sitzt. Der Reiter trägt eine Königskrone und Stulpen. In der einen Hand hält er die Zügel, die andere Hand weist in die Ferne.
Das Standbild thront auf einem Sarkophag, einem pompösen Sarg, auf dem ein Helm, ein Köcher mit Pfeilen und eine Armbrust ruhen. Der Sarkophag wird von zwei Ritterrüstungen und Waffen flankiert.
Im Zentrum der Uhr befindet sich das weiße, emaillierte Zifferblatt mit schwarzen römischen Ziffern I bis XII sowie zwei Eisenzeiger. Das Uhr und das Läutewerk wird von vorne aufgezogen.
Um das Zifferblatt ist ein Konvolut von alten Waffen, Lanzen, Hellebarden, Helmen und Fahnen angeordnet.
Das runde Pendulenwerk hat ein kurzes Hinterpendel, Gang und Schlagfeder.
An der hinteren Platine befindet sich die Ziffer 64 und unter dem Rand die Ziffer 41 sowie auf der Gehäuserückwand die Gravur 6 A. Jerome
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Kugellaufuhren
Damit eine Räderuhr nach der Energiezufuhr durch Gewichte, Federn oder andere Antriebe nicht sofort abläuft, ist eine Hemmung notwendig.
Es wurden viele Hemmungsmöglichkeiten erfunden. Dem Uhrenliebhaber sind sie bekannt als Waag, Pendel, Unruh und viele andere.
Eine seltene Hemmung ist die Verwendung einer rollenden Kugel auf einer beweglichen Ebene. Sie geht von der Idee auf die Entdeckung Galileis zurück.
Auszug aus Ullstein Uhrenbuch 1975 von Jürgen Abeler † Wuppertal (Uhrenmuseum)
Der Prager Uhrmacher Christoph Margraf gilt als Erfinder der Kugellaufuhren (Kammeruhrmacher am Hofe Rudolfs II. in Prag.
Im Britischen Museum,London, in der Sammlung Beyer in Zürich, im Wuppertaler Uhrenmuseum und jetzt auch im Goldschmiedemuseum Ahlen sind sie zu sehen.
Die Kugel rollt in 30 Sekunden die Zick-Zack-Kurve entlang, wobei man jeweils an den durchquerten Toren in der Mitte der Bahn die Sekunden ablesen kann. Am Ende der Metallplatte erhält die Kugel durch stärkere Neigung der Bahn eine Beschleunigung, die ihr die Kraft verleiht, den Auslösehebel zu betätigen. Jetzt hebt das federbetriebene Werk die Metallfläche an, worauf die Kugel ihren Weg in die entgegengesetzte Richtung nimmt, gleichzeitig wird der Minutenzeiger um eine halbe Minute weitergeschaltet. Am anderen Ende der geneigten Metallplatte vollzieht sich der gleiche Vorgang. Die Platte wird gehoben, der Minutenzeiger um eine weitere halbe Minute weitergedreht, und nun läuft die Kugel wieder in die andere Richtung.
Nachtrag: Georg Abeler, Goldschmiedemeister †, Vater von Jürgen Abeler,
ist der Gründer des Uhrenmuseums in Wuppertal.
Werner Fischer erlernte seinen Beruf in der Goldschmiede Abeler in Münster und war dort nach Beendigung seiner Lehre weiter als Goldschmied tätig. Da es nach dem Kriege keine Goldschmiede im Hause Georg Abeler in Wuppertal gab, wurden alle Ausführungen von Reparaturen und besonders Neuanfertigungen in der Zentral-Goldschmiede Abeler in Münster ausgeführt.
Die Schmuckentwürfe von Herrn Karl Brauburger, Goldschmied und Juwelenzeichner, Schwiegervater von Georg Abeler, wurden u.a. auch von Werner Fischer in Münster ausgeführt.
Werner Fischer eröffnete 1964 das Studio 18 in Ahlen. (link rot einfügen)
1965 präsentierten vom 8. März bis 22. April 1965 die Stadt Ahlen, Werner Fischer und das Uhrenmuseum Wuppertal mit seinem Gründer Georg Abeler und dessen Sohn Jürgen Abeler die Uhrenausstellung "Zeitmesser gestern und heute". Die Ausstellung zählte über 5.000 Besucher. Neben der örtlichen Presse berichteten auch namhafte andere Zeitungen in der BRD sowie das Fernsehen über die sehenswerte Uhren-Ausstellung.
Georg Abeler's Enkeltochter Carola Abeler, eine Tochter von Jürgen Abeler, erlernte wiederum bei Werner Fischer in Ahlen den Goldschmiedeberuf.
Goldschmiedemeister Raphael Fischer, heutiger Inhaber der Goldschmiede Gold Fischer, bereitete sich hingegen im Unternehmen Abeler in Wuppertal auf seine Kaufmanns-Gehilfenprüfung vor und legte sie mit Erfolg ab.
Kugellaufuhr im verglasten Messinggehäuse im Museum im Goldschmiedehaus Ahlen
Auf drei verstell- und justierbaren Kugelfüßen liegt eine schwarze Marmorplinthe. Darauf ruht
die Kugellaufuhr, geschützt unter einem verglasten Messinggehäuse. Die Uhrwerkplatinen sind in einem skelettierten Messingaufbau gestaltet.
Das Uhrwerk ruht auf vier Säulen. Drei Emailzifferblattringe mit arabischen Zahlen für Stunden, Minute und Sekunden dienen zur ablesbaren Zeitbestimmung. Der Antrieb erfolgt über Schnecke und Drahtseil. Diese Kugellaufuhr ist intakt, der Original-Schlüssel vorhanden (9772)
Gesamthöhe ca. 53 cm.
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Congreve, William Geboren in London 1722 - 1823. Er war der zweite Sohn des Generalleutnants William Congreve. Er studiert Jura und wandte sich dann dem Journalismus zu. 1808 erhielt er ein Patent für eine spezifische Ausprägung der Kugellaufuhr. Der Kugellauf dient meist als Hemmung und Gangregler. Eine Variante der Kugellaufuhr ist die von Congreve, die nur eine Kugel besitzt. Sie bewirkt am Ende ihres Laufes ein Zurückkippen der geneigten Laufbahnfläche und läuft dann in Gegenrichtung. Aus Uhren-Lexikon - Schnelle Schlagwortsuche zu Uhren & Zeitmessung im Web |
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Tischuhr, Bronzeguss mit Madonna und Kind Nr. 226 - 24
Maße: 26 x 9 cm und 35 cm hoch. Material: Messing, Bronze, Kupfer
Auffälliges Merkmal: Eine sitzende Frau hält ein Kind in ihnren Armen.
Der Unterbau der Uhr besteht aus einem barockkisierten Rahmen mit vier Füßen. Darüber ein schlichter rechteckiger Rahmen. Dieser wiederum trägt einen im Umfang kleineren rechteckigen aber höheren Kasten, der umrahmt wir von barocken Elementen.
Dem folgt ein Aufbau, vielleicht einen Hügel darstellend und auf der Kuppe die Gottesmutter Maria mit dem Jesuskind.
Das Vorderansicht der Uhr erinnert stark an ein Dreieck, das auch theologisch gedeutet werden kann.
Uhren dieser Art kann man um 1830 datieren.
Leider ist das Originalwerk nicht mehr vorhanden. Es wurde ein Werk der Uhrenfabrik "Selva" von Herrn Selva, Senior persönlich ersetzt.
Ein Glasrand zum öffnen mit gewölbten Glas bietet die Möglichkeit die Gang und Läutewerke aufzuziehen. Das weiß emaillierte Zifferblatt ca. 8 cm im Durchmesser zeigt die schwarzen römischen Ziffern von I bis XII sowie eine 60 ziger Minuterie im Kreis sowie 2 schwarze Metallzeiger.
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Tischuhr, Mysterieuse, Metallguß vergoldet.

Maße: ca. 27,4 cm hoch, Durchmesser des Fußes ca..7,2 cm und Zifferblatt mit Gehäuse ca. 8,3 mm
Der Zauber einer Uhr!
In einem Kinderspiel heißt es: "Ich kann etwas, was du nicht kannst". Kinder sagen: "Ich kann zaubern".
Auch wir Erwachsene unterliegen manchem Zauber.
Wenn wir den zur Zeit größten Magier David Copperfield im Fernsehen oder bei einer Bühnenschau betrachten, sind wir stets darauf bedacht, vielleicht doch ein Geheimnis bei seinen visuellen Zaubereien zu entdecken.
Seine geniale Perfektion und sein Charisma lassen den stärksten Realisten kleinlaut werden; denn wir alle wissen, daß er keine Wunder vollbringt, aber dennoch lassen wir uns verzaubern. Er lädt uns in eine geheimnisvolle Welt ein und wir folgen ihm.
Die Geschichte lehrt uns noch andere Beispiele, nämlich Menschen, die behaupteten, Gold machen zu können, die Alchemisten.
Einer war der Apotheker namens Johann Friedrich Böttger. (1682 1719) Er behauptete allen Ernstes, er könne Gold machen. Sein Landesvater, August der Starke, Kurfürst von Sachsen und König von Polen, (1694 - 1733) machte kurzen Prozeß mit Herrn Böttger und brachte ihn in die Albrechtsburg in Meissen, von wo es kein Entrinnen gab. Nun, Gold hat er nicht hergestellt, aber bei seinen Experimenten entstand rein zufällig das heute so begehrte Porzellan; denn in der Nähe der Albrechtsburg wird Kaolin gefunden, das für die Porzellanherstellung notwendig ist.
Interessant ist auch die alte Feststellung, wenn uns etwas mysteriös vorkommt und nicht sofort begreifbar erscheint, sagte man: "Das geht mit dem Teufel zu".
So ist es verständlich, daß man auch bei der Herstellung von Uhren etwas Geheimnisvolles entwickelte zum Erstaunen des Betrachters.
Diese Uhrentypen nennt man "Mysterieuse". Eine solche Mysterieuse finden wir auch im Museum im Ahlener Goldschmiedehaus, die ich vorstellen möchte.
Auf einem Sockelaufbau, in dem sich das Werk befindet, ruht eine achteckige, sich nach oben verjüngende Säule, die das durchsichtige, gläserne Zifferblatt mit einer starken Umrandung trägt. Zu sehen sind die beiden Zeiger und die Stundenziffern. Wie aber sind die Zeiger mit dem Werk verbunden? Wie drehen sie sich? Läuft die Uhr überhaupt? Ist ein Magnet im Spiel? Fragen über Fragen, man sieht keinen Hebel, kein Zahnrad.
Nun, Sie als Leser dieser Zeilen sollen das Geheimnis erfahren, wenngleich ein Zauberer niemals seine Tricks verrät.
Bei dieser Uhr gibt es keine Zauberei.
Das Werk, die Maschine, befindet sich im runden Sockel mit dem ausgeprägten Bogenfries.
Eine nicht sichtbare Achse, auf deren Ende ein Zahnrad befestigt
ist, führt durch die hohle, achteckige, konisch verlaufende Säule zu einem achteckigen Rahmen. Dieser Rahmen ist beidseitig verglast. Das rückwärtige Glas ist mit den Ziffern 1 - 12 bemalt. Zwischen den beiden Gläsern sind zwei Ringe eingepaßt, die für den Betrachter unsichtbar und auf der Außenseite mit einem Zahnkranz versehen sind. Diese beiden Zahnkränze fassen in das Zahnrad und in eine Schneckenübersetzung, die die Verbindung über die Achse zum Werk herstellt.
Beide durchsichtigen Gläser sind in der Mitte durchbohrt. Durch diese Löcher führt eine Achse, auf die die Zeiger lose gesteckt sind. Die sonst immer freien Zeigerspitzen, und das ist eben das Außergewöhnliche, sind in die zwei sich drehenden Ringe mit dem Zahnkranz eingesteckt. So ist das Geheimnis der Zeitangabe gelüftet.
Die Uhr ist ca. 24,6 cm hoch und in Deutschland um ca.1890 hergestellt. Das Ankerwerk funktioniert noch.
Das Gehäuse ist vergoldet. Sollte damit ein goldenes Zeitalter beginnen?
Unwillkürlich stellt man die Frage: "Warum so kompliziert, wenn es doch einfacher geht?"
Dann wäre es eben keine "Mysterieuse".
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Seltene süddeutsche Nachlichtuhr um cirka 1700
Seltene süddeutsche Nachtlichtuhr mit polychromer Malerei "Die Geburt Christi" darstellend.
Die Geburt Christi ist von der christlichen Zeitrechnung für die Welt ein wichtiges Datum.
Die gebräuchlichste Ära geht vom angenommenen Geburtsjahr Jesus Christus aus und nennt die darauffolgenden Jahre ab dem Jahr 1 darum mit dem Zusatz „vor Christus“, abgekürzt v. Chr.
oder nach „nach Christus“ n. Chr. oder vor unserer Zeitrechnung = v.u.Z. oder u.Z. = unsere Zeitrechnung.
Gehäuse: 325x245x100 mm, intarsiertes Nussbaumgehäuse, seitlicher Aufzug.
Das bemalte Eisenblatt zeigt den heiligen Josef, den Nährvater Jesu sowie Maria, die Mutter Jesu, die mit beiden Händen ein weißes Tuch hält, auf dem das neugeborene Jesuskind ruht. Rechts eine Dreiergruppe, die mehrere Deutungen zuläßt. Ein Hirte mit langem Hirtenstab, der seinen Blick auf das Jesuskind richtet. Ferner zwei gut gekleidete, sich unterhaltende Frauen über ein Thema, das dem Betrachter überlassen ist.
Darüber im Wolkenhimmels der vergoldete, sich drehende Zifferblattkranz, dessen römische Ziffern ausgesägt und somit Licht durchlassend sind. Auch der sich darüber befindliche „Stern von Bethlehem“ ist ausgesägt und Licht durchlässig.
Die rückseitige Gehäusetür ist mit einer Glasscheibe versehen, durch die bei Dunkelheit das Licht der hinter dem Uhrkasten befindlichen Lichtquelle fällt, z.B. eine Öllampe, und dadurch an der Vorderseite die Zeit ablesbar ist und auch der Stern von Bethlehem leuchtet.
Werk: Messingformwerk, Spindelhemmung, Darmsaite/Schnecke
Tischuhr, Reiseuhr, 226-28 C, ohne Weckerwerk, auch Offiziersuhr genannt
Maße: ca. 80 x 65 mm, Höhe ca 110 mm mit Bügel ca. 145 mm
Prismatisches allseits verglastes, vergoldetes Gehäuse läßt den Betrachter seitlich in die Funktion des Werkes sehen. Der Blick von oben durch das ovale Glas zeigt ihm das Zylinderrad mit Spirale.
Ein Bodenrahmen aus Messing trägt den vierseitig verglasten Korpus mit beweglichem Henkel.
Die Vorderseite zeigt ein weißes Emailzifferblatt. Das runde Ziffernblat mit schwarzen römischen Ziffern von I bis XII wird ergänzt durch einen Kranz mit einer 60 Minuterie aus schwarzen Strichen. Die zwei Zeiger sind gebläut.
Durch die beiden verglasten Seiten erhält der Betrachter Einblick in das Gehwerk. Durch ein verglastes Türchen hat man auf der Rückseite Zugriff, um mit einem Schlüssel das Werk aufzuziehen und die Zeigerstellung vorzunehmen. Die rückseitige Platine ist punziert mit S = schnell und
F = faul = langsam sowie R = retard und A = avant.
Der Rückerzeiger ist von der Rückseite zu bedienen.
Auf der rückseitigen Platine ist ein schreitender Löwe eingepunzt. (Fabrikzeichen? Muß noch erforscht werden).
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Tischuhr, Reiseuhr, 226-28B, auch Offiziersuhr genannt mit Weckerfunktion (Groneck)
Wurde dem Museum im Goldschmiedehaus, Ahlen im Januar 2009 zugeführt.
Ein allseits verglastes Gehäuse läßt den Betrachter seitlich in die Funktion des Werkes sehen. Auch der Blick von oben zeigt ihm die Unruh und den Schwung derselben.
Eine Weckerfunktion mit Hammer auf Schelle (Glocke) kann über den Zeiger des Zifferblatts zur gewünschten Zeit abgerufen werden.
Uhren dieser Art haben fast alle die gleiche Form, die Laternenform und sind an ihr erkennbar.
Warum? Wenn ein Soldat die Offizierslaufbahn gewählt hatte, legte er eine Prüfung ab. Er erwarb das Offizierspatent, bei der Schifffahrt heute noch das Kapitänspatent.
Als Offizier hatte man verschiedene Privilegien u. a., dass ihm ein Soldat, ein Offiziersdiener (Bursche) zur persönlichen Verfügung stand.
Als äußere Zeichen standen in den Wohnungen der Offiziere diese allseits verglasten kastenförmigen Uhren.
Der Henkel diente dazu, die Uhr auch wegen der Weckfunktion ins Schlafgemach tragen zu können.
Man erzählt sich, dass der Bursche in einem Zeitraum von 8 Tagen die Uhr aufziehen mußte.
Wer nun auf die Preußen tippt, dass es solche Offiziersuhren nur in Deutschland gegeben hat, liegt falsch, denn es gab sie in ganz Europa.
Eine Bodenplatte aus Messingguß trägt den vierseitig verglasten Korpus mit beweglichem Henkel. Die Vorderseite zeigt ein weißes Emailzifferblatt mit Reparaturmerkmalen. Das runde Ziffernblat mit schwarzen römischen Ziffern von I bis XII wird ergänzt durch einen Kranz mit einer 60 Minuterie aus schwarzen Strichen. Im unteren weißen Feld ist in einem Kreis mit schwarzen arabischen Ziffern 1 bis 12 die Weckzeit einstellbar. Die drei Zeiger sind gebläut.
Durch die beiden verglasten Seiten erhält der Betrachter Einblick in das Wecker- und Gehwerk. Durch ein verglastes Türchen hat man auf der Rückseite Zugriff, um mit einem Schlüssel die beiden Werke aufzuziehen und die Zeigerstellungen vorzunehmen. Die rückseitige Platine ist punziert mit einem ovalen Stempelabdruck und nachfolgenden Buchstaben, die teilweise 2 x gestempelt wurden: oben BREVETE dann 4 Buchstaben und unten EN? FRANCE BTA FRA....Man kann davon ausgehen, dass diese Uhr im 19. Jh. in Frankreich hergestellt wurde
Auf der Rückseite wurde eine Gravur angebracht: Geschenk an W. Fischer von Julie Groneck 2003.
Julie Groneck, die Witwe des verstorbenen Goldschmiedemeisters Werner Groneck aus Münster, mit dem Werner Fischer bereits als Lehrling und Werner Groneck als Geselle zusammen in der Fiirma Heinrich Abeler in Münster, Bogenstr. 2, sofort nach dem 2. Weltkrieg tätig waren.
Werner Fischer wurde 1957 Obermeister der Goldschmiedeinnung Münster.
Er wollte in seiner Egide neue Wege gehen bei der Ausbildung der Lehrlinge und den Gesellenprüfungen.
Werner Groneck wurde Lehrlingswart. Es ist sein Verdienst,
dass die erste Werkstatt in der Bundesrepublik Deutschland für die überbetriebliche Ausbildung der Goldschmiedelehrlinge in Münster eingerichtet wurde. Dadurch konnte auch der praktische Teil der Gesellenprüfung in Klausur stattfinden.
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Tischuhr, Reiseuhr von Detouche, 226-28, auch Offiziersuhr genannt mit Weckerfunktion
Maße: ca. 78 x 73 mm und 115 mm hoch mit Bügel 155 mm
Ein allseits prismatisch verglastes Messinggehäuse läßt den Betrachter seitlich in die Funktion der beiden Werke, Geh- und Weckerwerk sehen. Auch der Blick von oben durch ein ovales Glasfenster zeigt ihm die Unruh und den Schwung derselben, sowie den Anker.
Eine Weckerfunktion mit Hammer auf Tonfeder kann über den Zeiger des Zifferblatts zur gewünschten Zeit abgerufen werden.
Ein Rahmen aus Messing trägt den vierseitig verglasten Korpus mit beweglichem Henkel mit Arretierung.
Die Vorderseite zeigt ein weißes Emailzifferblatt mit schwarzen, römischen Ziffern von I bis XII, sowie einen Kranz mit einer 60 Minuterie aus schwarzen Strichen und einer fünf Minuteneinteilung. Im unteren weißen Feld ist in einem Kreis mit schwarzen arabischen Ziffern von 1 bis 12 die Weckzeit einstellbar. Auf dem Zifferblatt steht DETOUCHE
Die drei Zeiger sind gebläut.
Durch ein verglastes Türchen hat man auf der Rückseite Zugriff, um mit Schlüsseln die beiden Werke aufzuziehen und die Zeigerstellungen vorzunehmen.
Die rückseitige Platine ist punziert mit R = retard = zurück, langsamer und
A = avant = vor, schneller zur Stellung des Rückerzeigers.
Réveil - wecken
Aiguilles = Zeiger für die Zeigerstellung und eine weitere französische Bezeichnung für die Bedienung des Schlagwerks.
Einpunziert auf dem oberen Gehäuseboden, rückseitig C 14, eingeritztes Reparaturzeichen 47910 und vier weitere Reparaturzeichen eingeritzt in den unteren Boden.
Das Gehäuse der Uhr ist vergoldet.
Constatin Louis Detouche war Uhrmacher und Juwelier in Paris, Rue Saint Martin bis ca. 1880. Er wurde am 20. Oktober 1810 in Paris geboren und gründete daselbst etwa 1830 ein Geschäft und eine Uhren-Manufaktur.
Er erhielt 1860 auf der Ausstellung in Besancon eine Goldmedaille und eine weitere 1862 in London.
Es handelt sich bei dieser Uhr um ein wertvolles Objekt.
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Frankreich, Werk Nr. 2066, Höhe 275 mm, circa 1880
Seltene, große Tischuhr in der Form einer Moschee mit Halbstunden- / Stundenselbstschlag - für den osmanischen Markt
Geh.: Messing vergoldet und versilbert, facettverglaste Front. Ziffbl.: versilbert. Werk: Rechteckform-Messingwerk, Schlüsselaufzug, 1 Hammer / 1 Tonfeder, 8 Tage Gangdauer, Echappement mit Ankerhemmung, Schrauben-Komp.-Unruh.
Das Gehäuse der Uhr weist eine Anzahl von Elementen auf, die aus dem architektonischen Konzept einer klassischen Moschee übernommen wurden. Die Kuppel – die Qubba in Arabisch – ist ein überaus wichtiges Bauelement, das das Himmelsgewölbe darstellt. Die vier Ecken des Gehäuses bestehen jeweils aus einer kunstvoll verzierten gedrehten Säule; auf den Seiten dazwischen befindet sich jeweils eine Nische, die die Mihrab symbolisiert - die Gebetsnische in einer Moschee, die die Qibla anzeigt, also die Gebetsrichtung nach Mekka. Der Sockel der Uhr ist mit einem umlaufenden im Basrelief fein verzierten Fries geschmückt, welches berittene Krieger, Ranken, Blüten und Vögel darstellt. Die Uhr wurde im späten 19. Jahrhundert geschaffen und ist ein wunderbares Beispiel für die osmanischen Einflüsse in Europa, die über die Jahrhunderte hinweg in fast allen Bereichen der Architektur, der Musik und der Künste immer wieder spürbar sind. Es herrschte ein konstanter Austausch von kulturellen, technologischen und intellektuellen Werten zwischen den beiden Welten, der von den zahlreichen Handwerkern, Künstlern, Architekten und Kaufleuten, die im osmanischen Einflussbereich lebten und arbeiteten, kontinuierlich vorangetrieben wurde.
Tischuhr/Stockuhr, Holz, Goldbelag, Dorischer Tempelaufbau, 226-09
Maße: 31 x 18 cm Höhe 53 cm
Das Gehäuse der Uhr ist aus Holz geschnitzt und mit Blattgold belegt.
Als Motiv kann ein griechischer, dorischer Tempel Pate gestanden haben.
Auf vier Füßen ruht eine Holzplatte. Dann folgt eine dekorative Schräge mit einem Fries, darüber ein kastenartiger Aufbau, der an der Vorderseite mit aufgelgten floralen Motiven geschmückt ist. Es folgt eine vergrößerte Holzplatte. Diesen Aufbau könnte man auch als Podest bezeichnen.
Auf dem Podest liegen vier qudratische, darauf jeweils 4 runde Platten, auf denen vier refilierte konisch zulaufende Rundsäulen stehen, die ein vierstufiges flaches Dach tragen, auf dem ein geschnitzter Löwe ruht.
Unter dem Dach zwischen den vier Säulen befindet sich horizontal ein Holzrohr, in dem sich das Werk mit den Messingplatinen befindet. Sichtbar ist der verglaste Rand zum Öffnen, dahinter das weiße Emailzifferblatt mit römischnen Ziffern I bis XII und darüber eine 60 Minuterie in 5 Minuten Abstände und zusätzlich kreisförmig angeordnet die Ziffern 1 bis 31 für die Datumsanzeige. Drei gebläute Eisenzeiger zeigen die Stunden, Minuten sowie das Datum an.
Die zwei nicht sichtbaren Hämmer schlagen auf zwei verschiedenen Klangfedern die Viertelstunden und die vollen Stunden an. Ein Seilzug mit Kügelchen dient zum Repetieren. Anstatt der Pendelscheibe grüßen zwei Putten mit einem Blumengebinde den Betrachter.
Auf dem Zifferblatt steht Joseph Radda in Prossnitz
Proßnitz ist der deutsche Name von Prostějov in Tschechien. Sie hat ca. 48.000 Einwohner (2012)
Auf dem Klangfederhalter findet sich mit Tinte geschrieben: Peter Saoboda in Bystritz 1840
In Bistrita (Bistritz), Rumänien, betrieben Regensburger und Wiener Kaufleute im 19. Jahrhundert Handel. In der Gegend um Bistrita befanden sich auch Goldbergwerke.
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Tag- und Nachtlampenuhr, Figurenpendule
Die Uhr besteht aus zwei Teilen, einem Fuß aus Porzellan und einem Metallkranz mit Glaszifferblatt.
Die Uhr informiert den Betrachter, wann und wo sie hergestellt wurde. Auf dem Zifferblatt ist die Jahreszahl 1761 zu lesen und auf dem Fuß C. Jeffi, Berlin.
Der Fuß hat die Maße ca. 12 x 13 cm und die Gesamthöhe ist ca. 40 cm.
Porzellan, farbig bemalt, fünffüßiger barocker Sockel, darauf eine graziöse Dame mit festlichem, blauem Kleid. Blumenkranz in Bronze hinter/über ihrem Kopf umfasst das Zifferblatt.
Vergoldeter Bronzerahmen, Blauglas, gemalte goldene römische Ziffern,
1 Tagewerk, kurzes Hinterpendel.
Federaufzug mit Schlüssel durch Zifferblatt. Aufzug nicht intakt.
Hinter dem Zifferblatt befindet sich ein dreiarmiger Kerzenhalter aus Bronze. Die Kerzen stehen zu dicht; zündet man die drei Kerzen jedoch nacheinander an, dann reichen sie für eine Nacht.
Die Handwerkskammer Halle wünschte sich nach der Teilung Deutschlands Begegnungen u.a. mit der Handwerkskammer Münster. Die Einladung zu einer mehrtägigen Erstbegegnung nahm die Handwerkskammer Münster an. In zwei eigenen Autos fuhren vier Handwerksmeister aus Münster und Ahlen nach Halle a.d. Saale und waren Gäste der Kammer und der Kreishandwerkerschaft Halle.
Diese zweiteilige Figurenpendule wurde in der DDR in Halle a.d. Saale von Werner Fischer, Mitglied der vierköpfigen Delegation, erstanden und im Citroen ID 19 in die BRD transportiert.
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Tischuhr, Stutzuhr, Theresianische Kommodenuhr Leopod Körner, 226-11
Eine prachtvolle Uhr im Holzgehäuse
Maße: ca. 50 x 30 x 18 cm
Das Gehäuse besteht aus ebonisiertem, schwarzem, poliertem Holz (behandeltes Holz, das kein Ebenholz ist) vierseitig verglast mit Profildach, Zierleisten blattvergoldet. Die Prankenfüße, sechskrallige Klauen, eine Kugel umklammernd aus Bronze gegossen, laufen in einen Fantasiekörper mit zwei Flügeln aus und wirken für die ca. 60 cm hohe Uhr sehr grazil.
Der Türrahmen ist wie ein romanisches byzantinisches Portal gestaltet. Der innere Raum ist mit Blattgold verziert. Die zwei oberen Ecken sind mit ausgesägten Messingapplikationen auf rotem Tuch ausgefüllt.
Der runde, silberfarbene Ziffernring ist außer den mit römischen Ziffern angegebenen Stunden in 60 Minuten eingeteilt und weist einen Kalenderring für 31 Monatstage auf. Zwei Zeiger informieren uns über die aktuelle Zeit. Der dritte Zeiger zeigt das Datum an.
Eine Besonderheit dieser Uhr ist ein im Zifferblattausschnittt zu sehendes kleines Scheinpendel, das sich beim Laufen der Uhr zwar bewegt, ansonsten jedoch keine weitere Funktion hat.
Vier Ecken mit durchbrochenem Muster lassen das Rund des Zifferblatttes optisch zu einem Quadrat werden. Diese vier Ecken der Stutzuhren nennt der Fachmann Spandrels. Bei dieser Uhr zieren Edelweiss das Spandrel. Die Musterungen und Ausführungen der Spandrels dienen dem Historiker zur Zeitbestimmung der Uhr. Zuerst waren diese Ecken graviert, später zeigten sie geflügelte Engelsköpfe und bestimmte, andere Ornamente.
Oberhalb des Zifferblattes der Ahlener Museumsuhr befinden sich zwei Kreise mit Zeigern zum Abstellen des Glockeschlages bei Nacht und der Repetition. In die mittlere, leicht gewölbte Scheibe ist der Name des Uhrmachers Leopold Körner, Wienn, 215 eingraviert.
Das Werk hat 3 Aufzugsfedern in je einer Federhaustrommel, die über eine Darmseite aufgezogen werden. Sie sind die Kraftquellen für die Zeitangabe, für den Schlag der Viertel- und der vollen Stunde. Der volle Stundenschlag wird nach jedem Viertelstundenschlag wiederholt (repetiert). Zieht man in der Nacht an einem kleinen, sich außerhalb des Gehäuses befindlichen Faden, wiederholt die Uhr immer die vorangegangene Stunde sowie die Viertel-, Halbe- oder Dreiviertelstunde.
Die Räder bewegen sich zwischen zwei starken, mit Barockelementen gravierten Messingplatten (Platinen genannt).
Stutzuhren sind meistens mit Tragevorrichtungen versehen, da ihr Gewicht beträchtlich sein kann.
Die Stutzuhr im Mseum im Goldschmiedehaus Ahlen hat oberhalb des Uhrgehäuses vier loderderne Fackeln aus Bronze (Flambeaux genannt).
Der kunstvoll verzierte Griff endet mit zwei Stangen in die Münder zweier skurriler Köpfe.
Über einem Lorbeerkranz mit großer Schleife zeigt sich der Doppeladler und eine Krone. Diese Metallteile sind feuervergoldet.
Das Schlagwerk hat zwei Glocken, zwei Hämmer, Viertel-Repetition, Wiener Schlag. Der Aufzug der Uhr geschieht durch das Zifferblatt mit Schlüssel.
Diese Uhr könnte in einem der Schlösser der Donau Monarchie gestanden haben.
Vom Erbauer der Uhr wissen die Chronisten, dass er Bürger der Stadt Wien und ab 1796 Obervorsteher war.
Leopold Koerner, Wien, Großuhrmacher *1726 bürgerlicher Meister
1779-97, Ober. Vorsteher, Arbeiten um 1780, Tischuhr in Prag
†1807, entnommen aus Buch "Jürgen Abeler , Meister der Uhremacherkunst" Seite 349.
Eine seiner Stutzuhren von 1780 steht in Prag, eine Stutzuhr von 1750 wurde 1971 beim englischen Auktionshaus Sotheby in London unter der Nr. 112 versteigert.
Deshalb ist es umso bemerkenswerter, dass eine Stutzuhr von Leopold Körner sich im Museum im Goldschmiedehaus Ahlen befindet.
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Tischuhr auf schwarzem Holzsockel, Glasdom fehlt 226-49
Maße: ca. 310 x 120, Höhe 395 mm
Gehäuse: Zink, vergoldet, in der Neuzeit abermals vergoldete, zwei Marmorplatten und zwei Aufbauten.
Die Ansicht des Gehäuses vermittelt dem Betrachter ein Bild der Romantik. Auf einem pseudobarockem Aufbau steht eine Frau, die ihr Kleid rafft. Auf ihrer Schulter trägt sie einen Knaben, der sich auf einen Treppenaufgang aufstützt. Das ganze Ensemble wird begleitet von Fantasieblumen, C-Bögen, Blumengirlanden. Zwei Dämonen bilden mit ihren Körpern die beiden Vorderfüße.
Hinter einem profilierten Glasrand - die Uhr hatte keine Verglasung - liegt das weiß emaillierte Zifferblatt mit schwarzen römischen Ziffern I - XII und ein Ring mit 60 Minuterie. Zwei Zeiger, der Stundenzeiger ist ausgebrochen, Loch für den Aufzug mit Vierkantwelle. Zeigerbefestigungsmutter oder Vorsteckstift fehlt.
Auf der Rükseite ist ein Messingkranz aufgeschraubt. Das Werk mit Pendel ist lauffähig. Pendel vorhanden mit Doppelhaken, einer abgebrochen, Pendelstange mit Gewinde und Regulierad.
Diese Uhr stammt aus dem Hause des Uhrmachermeisters Heinrich West, der in Bockum gegenüber der Kirche St. Stephanus ein Uhren- und Schmuckgeschäft betrieb. Er starb 1928 im Alter von 44 Jahren.
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Tischuhr Bernstein 226-51
Maße: ca. 430 x 140 mm, Höhe 275 mm
Die Uhr steht auf zwei Sockelfüßen, darauf ein Holzkorpus, der allseits mit verschiedenen geschliffenen und ungeschliffenen Bernsteinen belegt ist. Die Vorderansicht zeigt ein Holzzifferblatt mit arabischen Zahlen von 1 - 12, zwei durchbrochene Zeiger als Stilelemente. Die aufgeklebten Ziffern, die beiden Zeiger und die beiden Futter für die Aufzugslöcher des Geh- und Läutewerkes sind aus Elfenbein. Neben dem rechteckigen Ziffernblatt sind zwei Vertiefungen mit farblich verschiedenen Bernsteinmosaiken ausgefüllt. Die unterschiedlichen Brauntöne des Bernsteins verleihen dieser Tischuhr eine besondere Note.
Auf der Rückseite befindet sich ein Holztürchen mit Schloß und Schlüssel. Das Türchen hat eine große runde Öffnung, in der ein Metallrand mit Türchen eingelassen ist. Das Türchen hat einige staubgeschützte Öffnungen, damit die Klangfülle des Gongs mit seinen Gongstangen verstärkt hörbar ist. Die Rückplatine des Werkes ist mit 14, 559724 punziert. Das Pendel fehlt.
Datierung: 1920 - 1938?
Besitzer Raphael Fischer
Tischuhr oval im Silbergehäuse, 226-37, Wagler-Uhr

Geschenk von Gymnasialdirektor Bruno Wagler *1883 † 1971,
Direktor des Städtischen Gymnasiums Ahlen 1930 - 1934 und von 1946 - 1949
Stadtverordnetenvorsteher 1924 - 1933
Tischuhr, oval, ca. 85 x 55 mm, Tiefe ca. 21 mm
Holzgehäuse mit Aufsteller in guillochiertem Silberrahmen. (Guillochieren = das maschinelle systematische Einschneiden von Linien, um Metallflächen zu schmücken.)
4 Punzierungen im Silberrahmen. W.V.&.S. und Anker, Löwe mit Schwanz nach oben sowie ein N.
Weißes Emailzifferblatt, Minuteneinteilung, arabische Ziffern, kleine Sekunde, Stahlzeiger, Werk lauffähig, rückseitig zu bedienen, punziert: Swiss Made.
Die Uhr wurde um 1880 hergestellt.
Herr Direktor Wagler war an vielen Dingen des Lebens interessiert, so galt sein Interesse auch der Zeit und deren Messung. Im hohen Alter schenkte er der Familie Werner Fischer diese Uhr.
Sie gehörte 1986 mit zum Grundstock beim Aufbau des Museums im Goldschmiedehaus Ahlen.
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Tischuhr Junghans Meister auf Messingsockel 226-50

Maße: 100 x 50 mm, Höhe 220 mm
Auf einem rechteckigen Messingsockel sind in einem Glasrand zwei gewölbte Gäser gefaßt. Dazwischen ein Zifferblattkranz mit römischen Ziffern I bis XII. Im Zentrum
das Messinghäuse, bedruckt mit JUNGHANS Meister und zwei Messingzeiger.
Von der Rückseite ist das Anker-Werk mit Aufzug und Richtknopf für die Zeigerstellung zu bedienen.
Uhren dieser Art wurden von Junghans, Schramberg im Schwarzwald, in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts hergestellt.
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Tischuhr, Bronzeguss mit Spindeluhrwerk, eine Blüte, auf der ein Chinese sitzt Nr. 226 -12
Vier einzelne Bronzefüße tragen den Gehäusekorpus, auf dem ein plastisch geformter, sitzender Chinese mit Hut und übergroßem Schnurbart thront. Er trägt einen secheckigen Sonnenschirm. Vergoldungsreste am Gehäuse sind noch sichtbar.
Hinter einer gewölbten Glasscheibe im Glasrand mit Scharnier befindet sich ein weißes emalliertes Zifferblatt, 48 mm im Durchmesser, mit schwarzen römischen Ziffern. Die Ziffer 4 ist mit vier Stricher versehen statt der IV. Das Zifferblatt hat eine weitere Zahleneinteilung von 5, 10,15, also alle fünf Minuten in arabischen Ziffern sowie eine 60er Punkteinteilung nach Minuten.
Das Loch für die Aufzugwelle und der Vierkant befinden sich vor der III auf dem Zifferblatt. Die Rückseite hat eine Metallabdeckung aus Eisen.
Das Gehäuse der Tischuhr könnte in Frankreich erstellt worden sein. Die Höhe mit Schirm beträgt ca. 28 cm. Das intakte Spindelwerk ist bezeichnet mit Rilliet aus Strasbourg.
Gehäuse und Werk etwa Ende des 18. Jh.
Ob es sich bei dieser Uhr - Verbindung Gehäuse zum Werk - um eine Mariage handelt, muß noch erforscht werden.
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Vogelkäfiguhr
Die Biedermeierzeit, ca. 1815 bis 48, entwickelte einen eigenen Stil, besonders was die Innenräume und die Möbel anbelangte. Die Zeit der bescheidenen aber doch behaglichen bürgerlichen Lebenshaltung klang sehr lange nach.
In der Stadt sehnte man sich nach der freien Natur und ein Vögelchen in der Wohnung war ein bescheidener Ersatz.
Auf vielen Genre-Bildern, die uns Darstellungen des Alltags zeigen, finden wir Vögel - auch in Käfigen.
Die Uhrenindustrie griff diesen Gedanken auf und so entstanden vor und nach 1900 Vogelkäfiguhren, die noch heute Kinder und Erwachsende begeistern können.
Höhe der Uhr fast 150 mm, Durchmesser ca. 70 mm
Der Messingkäfig steht auf drei Füßchen. Die Füße enden in einem gegossenen Messingring. Dieser Ring trägt einen runden Aufbau der gleichzeitig auch die Möglichkeit bietet den Käfig mit seinem Gitterwerk aufzuschrauben.
Der Betrachter kann somit auf die motivverzierte Bodenplatte schauen auf der sich ein bunter Vogel befindet.
Der bunte Vogel wackelt im tik, tak Rytmus, wenn die Uhr mit Federaufzug aufgezogen ist.
Im Zentrum des Käfigs steht eine runde Säule die Platz bietet für einen festehenden Zeiger und eine Kugel mit einem Zifferblattring von 1 bis 12, sowie Punkte für die halben Stundenanzeigen.
Nicht sichtbar ist das Uhrwerk mit Anker das sich im inneren Aufbau befindet. Im Boden ist der Aufzugschlüssel, der Knopf für die Zeiteinstellung und der Regulierhebel mit Skala zu finden. Die Uhr ist intakt.
Die Vogel-Käfig-Uhr wurde im September 2003 auf dem Männerausflug vom Freundeskreis „Kiek es drin“ nach Prag auf der Burg im Goldschmiedegäßchen in einem der kleinen historischen Häuschen bei einem Uhrmacher für Antike Uhren mit Euros erworben.
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Tischuhr, Holz, DDR, Batterie, 226-47

Maße: ca. 150 x 88 mm, Höhe 188 mm, mit Bügel 228 mm
Das Gehäuse ist aus Holz gefertigt mit einer Frontglasscheibe. Dahinter ein messingfarbenes Zifferblatt, bedruckt mit schwarzen römischen Ziffern 1 - 12, dazwischen Zeichen für die halben Stunden. Zwei schwarze Zeiger.
Rückseitig ist die Uhr zu öffnen. Sie hat ein Batteriewerk mit der Nr. B 62
Tischuhr aus der DDR von 1987. Erste Uhrenproduktionsgenossenschaft Halle an der Saale. Geschenk von OB Hans Ulrich Jagemann, Brandenburg. 2009.
Im Uhrgehäuse liegen: ein Garantieschein mit Regulierungsdaten sowie eine Bedienungsanleitung. Die Uhr ist neuwertig.
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Tischuhr, Holzkorpus mit Metallteilen belegt, 226-05
Maße: ca. 380 x 290, Höhe ca. 575 mm
Der Holzkorpus steht auf vier Metallfüßen. Darauf erfolgt ein interessanter Aufbau, der zunächst mit einem Holzsockel beginnt, darauf der eigentliche Uhrkasten, darauf eine Gallerien mit Turmspitzen und zentral eine Säule, gekrönt mit einer geflügelten Sanduhr.
Die Vorderansicht im Einzelnen:
Der abgetreppte Sockel nimmt im Zentrum einen Bronze-Frauenkopf auf, deren Arme auf Arrangements von Früchten treffen. Von diesen geschieht eine Überleitung zu den beiden Ecken, die ebenfalls mit Brone-Appliken dekorativ verziert sind.
In einem hölzernen Rundbogen beidseitig eine vertieft liegende Bronze-Applikation, wie Foto zeigt.
Die gleichen Eckdekorationen in Bronze sind auf der Rückseite zu finden. Der obere Aufbau wird durch Gallerien aus Bronzepalisaden sowie vier pagodenförmige Türme bestimmt. Zwischen den Pagolden auf einem Holzvierkant ein runder Holzsockel, ebenfalls mit Bronzepalisaden, eine Halbkugel, darauf in Bronze eine Sanduhr mit Flügeln.
Der Metalltürrahmen in Scharnieren ist mit einem facettierten Glas versehen. Um das Zifferblatt sind in den Zwickeln Bronze-Ornamente und im Rundbogen ein Maskaron mit Applikationen alles auf goldfarbenem Hintergrund. Der aufgelegte silberfarbene Metallziffernring mit schwarzen römischen Zahlen I - XII sowie eine 60 Minuterie. Zwei schwarze durchbrochene Zeiger und im Zentrum des Ziffernblattringes eine goldfarbene Bronze-Applikation mit zwei Öffnungen für den Aufzug des Geh- und Läutewerks.
Herausnehmbare Holzrückplatte mit Schiebeverschluß nach oben. Werk mit Pendel, Hammer auf Spiralgong, punziert mit GUSTAV BECKER im Kreis. Ein Hammer für 2 Klangfedern. Krone und Anker, zwischen dem Anker GB, FREIBURG SCHL. Medaille d'or, im Zentrum vierschenkliges Kreuz, Nr. 92 4 887
Gustav Becker geb. 2.5.1819 in Öls/Schlesien, gest. 14.9.1885 in Karlsbad
Freiburg in Schlesien - nach dem 2. Weltkrieg polnisch ´Swiebodzice
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Tischuhr, Marmorblock, Amorette, Schlangenzeiger 226-19
Entstehungsjahr ca. 1870
Maße: ca. 200 x 105, Höhe 230 mm
Vergoldete Bronzeplinthe auf vier feststehenden Füßen mit einem abschließenden Fries, darauf ein rechteckiger Marmorblock, ca. 20 mm hoch, darauf ein weiterer Marmorblock mit Perlkugeln umrandet, auf der Frontseite mit einem Emblem in Bronze (Merkurstab?) und Blumengirlande.
Auf einem weiteren perlumrandeten Marmorpodest kniet eine geschwärzte, geflügelte Bronze-Amorette mit Pfeil und Bogen. Zu ihren Füßen der Köcher. Rechts daneben auf Wolken thronend die Uhr als Kugel mit zwei turtelnden Tauben als Abschluß. Das Zifferblatt besteht aus ausgestanzten goldfarbenen, römischen Ziffern I - XII. Eine Schlange bildet die beiden Zeiger, Kopf für Stunden, Schwanz für Minuten. Die Schlangenform verändert sich beim Lauf der Uhr.
Eine rückseitig zu öffnende Klappe gibt den Einblick in das Werk frei. Es handelt sich um ein Zylinderwerk mit Federaufzug mit Schlüssel.
Die Platine ist punziert mit 608.
Die Uhr befindet sich in einem guten Zustand.
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Tischuhr Mysterieuse, Werk in obiger Holzkugel, Papierziffernblatt 222-02
Maße: Sockel ca. 240 x 120 mm, Höhe ca, 455 mm
Getreppter brauner Holzsockel, darauf Rahmen mit geteiltem Dach. Dazwischen ein quadratischer Holzsockel, auf dem sich eine schwarze Holzkugel mit inliegendem Werk befindet. Die Zeitanzeige geschieht durch eine Welle, die vom Werk hinter dem Zifferblatt mit einer Übersetzung zu den beiden schwarzen Zeigern gelangt. Diese Mechanik ist auf der Rückseite durch einen verglasten Rahmen zugängig.
Beim Werk handelt es sich um ein Zylinderwerk mit der Nr. 1721 5. Uhr ist lauffähig. Das bedruckte Zifferblatt aus Papier zeigt die römischen Ziffern von I - XII, 60 Minuterie mit Strichen sowie im Zentrum Chronos. Neben Chronos ist abgebildet ein verdorrter Baum, eine Sanduhr, eine Sense und eine sich windende Schlange. Das Zifferblatt ist beschriftet mit Fischer, Rottenburg. Das war der Grund, die Uhr wegen dieser Signierung zu erwerben und weil es sich um eine Mysterieuse handelt.
Das Zifferblatt ist neben seiner Vergilbung an zwei Stellen eingerissen.
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Tischuhr/Skelettuhr, Holzgehäuse schwarz, 226-06
Hergestellt von Miller & Sohn in Wien um 1800
Maße: ca. 405 x 175 mm, Höhe ca. 690 mm
Holz, verglastes Übergehäus, Rückwand aus Holz. Das Gehäuse in Tabernakelform hat an der Vorderseite ein verglastes Türchen mit Scharnieren mit einem drehbaren Hebel verschließbar, rechte Dachscheibe gesprungen.
Auf einem Sockelbau 300 mm lang und 80 mm hoch stehen auf quadratischen Plinthen zwei goldbarbene Säulen, die einen Holzaufbau tragen, auf dem das Werk ruht. Der runde Messing-Ziffernblattring ist zwischen den Stundenzahlen durchbrochen und zeigt die rötlich gemalten arabischen Ziffern 1 - 12. Ein weiterer kleinerer Kreis zeigt die in Messing gestanzten Zahlen 1 - 31 (Datumsanzeige). Die Uhr hat 3 Zeiger, Minutenzeiger, Stundenzeiger, Datumszeiger. Die Funktion des Läutewerks auf Gongfeder ist für den Betrachter sichtbar. Das Schlagwerk ist ausgerichtet auf 1/4 bis 4/4 Stundenschlag und den vollen Stundenschlag, beides auf Tonfeder in zwei verschiedenen Tönen. Ein Hammer für zwei Klangfedern. Repetition auf Anfrage. Ebenfalls ist von vorne die Funktion und die Einstellung der Datumsanzeige sichtbar.
Die Pendelscheibe ornamental durchbrochen. Uhr ist intakt. Originalschlüssel vorhanden für die Aufzüge und Feinregulierung.
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Tischuhr Torsionspendeluhr ( 226-26) in Form eines Brunnens,
Werk von F.B."Forgot Paris"
Die Uhr könnte ca. um 1875 gebaut worden sein
Sie ist 18 cm hoch und hat einen Durchmesser von ca. 9 cm.
Rundes Brunnenhäuschen mit 5 Säulen und Kuppeldach: gedrehtes, getriebenes, graviertes und ölbemaltes Messinggehäuse in Pagodenform.
Unterseite: Wappenkartusche mit Anker V 13319
Seitlich in "Brunnenwand": fester Zeiger vor drehende Ziffernwalze. Ein Kegelpendel greift in einen sich waagerecht drehenden Arm ein. Eine Uhr mit geräuschlosem Gang.
Die Regulierung erfolgt durch das sich drehende Kugelpendel.
Zusätzliche Weckerfunktion von der Unterseite für Uhr und Wecker. Die Uhr ist lauffähig.
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Aus anderer Sicht!
Überall, wo Menschen sind, die sich zu irgendeinem Tag, einer Stunde, einer Minute, verabreden, wird vorab ein Treffpunkt vereinbart. In den Wartehallen der Flugplätze ist es der Meeting Point.
Auch in Ahlen gab und gibt es heute noch beliebte Treffpunkte die der Volksmund benennt.
Treffpunkte, waren der Kirchplatz, eine markante Baumgruppe, ein Liebespättken in der Stadt oder der Dorfbrunnen.
Beim Wasserholen erzählte man sich das Neueste, gab es doch noch keine Zeitung. Wer geht mit wem, wie geht`s dem Kranken, was wird verkauft, wem geht es schlecht? Zum Schluß der Unterredung wurde betont, alles nur unter dem Siegel der Verschwiegenheit erzählt zu haben und fügte hinzu: "Ich will aber nichts gesagt haben". Heute ist sicher alles ganz anders - oder?
Den Brunnen als Ort der Begegnung finden wir auch im Neuen Testament. Der Evangelist Johannes (4, 9 - 26 ) schildert uns die Begegnung einer Samariterin mit Jesus am Jakobsbrunnen.
Auch in der Malerei war der Brunnen ein beliebtes Motiv. Selbst die Volksmusik huldigt dem Brunnen mit unvergessenen Liedern wie "Am Brunnen vor dem Tore, da steht ein Lindenbaum" oder "Wenn alle Brünnlein fließen, so muß man trinken"
Im Museum im Ahlener Goldschmiedehaus Fischer befindet sich eine antike Brunnenuhr aus dem 19. Jahrhundert. Sie ist aus Messing und im Stil des Historismus gestaltet, eine Brunnenplastik mit Abdeckung, die von fünf Säulen getragen wird.
Das Dach wie auch der Brunnensockel sind reichlich mit Blumen und Rankenornamenten graviert. Sehr dekorativ machen sich dabei die vielen kleinen rot-weiß-grünen Transparentemails.
In einer unter dem Dach befestigten Fadenöse ist ein Pendel eingehängt, das wie ein Klöppel in einer Glocke gestaltet ist. Aus der Mitte der unteren Brunnenabdeckung kommt eine sich schnell drehende Welle, auf der ein großer Zeiger mit Haken befestigt ist. Der Zeiger schiebt den Klöppel an und die Zentrifugalkraft treibt den Klöppel in den Haken des Zeigers und somit in die Drehung. Am unteren Ende der Klöppelstange mit Gewinde befindet sich eine Kugel mit darüberliegender Doppelschraube. Sie dient als Gewicht und Regulierschraube. Dreht man die Schraube nach links, verlängert man das Pendel und die Uhr geht langsamer, dreht man sie nach rechts, verkürzt man das Pendel und die Uhr geht schneller. Die Gegenschraube dient zur Arretierung der unteren Schraube, damit sie sich durch die Zentrifugalkraft nicht verstellen kann.
Im Rund des Brunnensockels befindet sich eine mit Papier belegte Trommel. Der Papierstreifen ist mit den Stundenziffern von 1 - 12 bedruckt. Er dreht sich also einmal in 12 Stunden und die Zeit ist in einem Ausschnitt des Brunnensockels ablesbar. Der Eisenzeiger ist feststehend.
Diese Tischuhr, ca. 18 cm hoch, ist ein besonders wertvolles, technisch bedeutendes Museumsobjekt, weil mit ihr einer der ersten Vorläufer der uns heute bekannten sogenannten "Digitalen Zeitanzeige" konstruiert wurde.
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Tischuhr, Renaissance, Türmchenuhr 226-03
Bronze feuervergoldet, Herkunft Süddeutschland, frühes 17. Jahrhundert in den Maßen: 19 x 19 cm, Höhe 35,5 cm
Zwei Zifferblätter für Stunden und Minuten.
Das Werk hat ein Hinterpendel.
Das Schlagwerk hat eine Viertel-Repetition auf drei offen stehende Glocken.
Im Juni 1991 wurde eine fast gleiche Türmchenuhr im Kunsthandel angeboten. Vermutlich aus Augsburg, datiert 1624.
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Tischuhr, vermutlich Süddeutschland,
Höhe 330 mm, circa 1560
Renaissance Türmchenuhr mit Stundenschlagwerk und Wecker
Gehäuse:
Holz und feuervergoldetes Messing,
Kuppel mit Glocke.
Zifferblatt: Frontseite - Messing feuervergoldet, Tastknöpfe, aufgelegter Ziffernring, zentrale Weckerscheibe. Rückseite - Messing, feuervergoldet, versilbertes Kontrollzifferblatt.
Werk: Eisenrahmen, Eisenräderwerk, 2 x Darmsaite/Schnecke, zusätzliches Federhaus für Wecker, Spindelhemmung, eiserne Radunrast.

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Magnetismus Astatisches Nadelpaar, Glashütte Maße, Holzboden

Präzisionsgerät zum Festellen des Magnetismus, den ärgsten Feind der mechanischen Uhren.
Geschenk an Werner Fischer von der Tochter Erika des Goldschmiedemeisters Fritz Exner *1905 †27. Dez. 1968 als Dank für erwiesene Dienste bei der Auflösung des Betriebes.
Herr Fritz Exner hatte im Krieg den Daumen und den Zeigefinger der rechten Hand verloren, trotzdem war er als Goldschmied in Lüdinghausen tätig.
Die Familie war aus Schlesien nach dem Krieg vertrieben worden.
In meiner Eigenschaft als Obermeister habe ich ihn oft im Auto zu Innungsversammlungen mitgenommen. Wir führten viele private und fachliche Gespräche.
Ein astatisches Nadelpaar war früher notwendig, um Magnetismus der in der Uhr vorhandenen Stahlteile zweifelsfrei erkennen zu können. Unsere Vorväter konnten nicht einfach jede Uhr prophylaktisch entmagnetisieren. Bis in die fünfziger Jahre gab es in einigen ländlichen Gebieten noch Gleichstromnetze.
Um Teile einer Uhr zu entmagnetisieren, nimmt man ein astatisches Nadelpaar, welchem man auf einem Stück Papier den zu entmagnetisierenden Gegenstand nähert, um dessen Pole zu suchen. Man wird sie leicht finden, selbst wenn der Gegenstand nur winzige Spuren von Magnetismus zeigt. Bei runden Gegenständen wie Rädern, Spiralen etc. ist es etwas schwieriger. Wenn man sie aber der Nadel von verschiedenen Seiten nähert, findet man bald den Punkt, an welchem die Abweichung am stärksten ist. Hat man die Achse der Pole gefunden, so nimmt man einen schwachen Hufeisenmagnet mit einander genäherten Polen, legt ein Stück Papier auf die Pole und auf dieses wiederum das magnetisierte Stück derart, dass die gleichnamigen Pole sich übereinander befinden.
Ist das Stück schwach magnetisch, so hält man es mit einer Messingzange eine größere oder kleinere Strecke von den Polen des Magnets entfernt. Ist man zu nahe gekommen, so wechseln die Pole in dem Gegenstand um. Hierauf wiederholt man die Operation aus größerer Entfernung. In den Spiralen, Rädern etc. verlegen sich die Pole oft unter irgendeinem Winkel. Man fängt dann wieder von Neuem an, bis jede Spur von Magnetismus verschwunden ist. Das astatische Nadelpaar besteht aus einer Magnetnadel, über die eine andere mit den ungleichnamigen Polen zur Aufhebung der Wirkung des Erdmagnetismus gehängt ist. Diese beiden Nadeln sind an ein und derselben vertikalen Achse derart befestigt und an einem Coconfaden aufgehangen, dass der Nordpol der oberen Nadel über dem Südpol der unteren Nadel liegt. (Stand 1902) U.a.
via Mail aus dem Uhrenlexikon von Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
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Punzen für Triebnietmaschine

4 Bohrer v. 1876

2 Gewinde Schneideisen

Doppelaxt, Eisen. Stiel ergänzt.


Wand-Schuluhr aus Amerika
Achteckige Gehäuseform aus Holz, Metall, Glas mit Großuhrwerk
Diese Uhr ist ein Serienprodukt der amerikanischen Uhrenindustrie um 1870 bis 1900.
Der Uhrkasten ist 54 cm lang bis in die Spitze 24,5 cm breit und ca. 8,5 cm hoch. Das Holzachteck ist ca. 43 cm im Durchmesser.
Das Gehäuse ist aus verschiedenen Hölzern. Das Holzachteck ist mit einer dunklen Holzleiste eingefaßt. Der Uhrkasten hat eine verglaste Holzklappe mit vergoldeter Leiste und einem Öffnungsknopf.
Das weiße Zifferblatt mit goldfarbener Metall-Lünette hat römische Stundenzahlen, einen Minutenring und arabische Tageszahlen für den Monat. Zwei Löcher für den Aufzug und das Schlagwerk sind sichtbar.
Minuten und Stundenzeiger sind aus Metall und schwarz gestrichen. Der Monatszeiger ist dunkelrot gestrichen, auslaufend in drei runde Plättchen. Das Zifferblatt zeigt Reparaturstellen.
Werk: Feder, Schlagwerk, Hammer auf Glocke und Pendel
Aufzug-Schlüssel aus Eisen und Messing, könnte noch original sein. Laufzeit: 8 Tage-Werk
Reparaturzeichen.
Die engliche Schuluhr wird auch Englische Runduhr genannt.
Wanduhr/Rahmenuhr, Wiener Biedermeier mit Spielwerk, roter Samt 227-01
Maße 59 x 48 cm, Tiefe 16 cm
Ein auffälliges Merkmal bei dieser Uhr ist der Goldene Rahmen und der rote Samtbezug.
Die Uhr wurde in Prag durch Karl Suchy in der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts hergestellt.
Das Gehäuse der Uhr ist aus Holz.
Der Rahmen und die barocken Stuck-Elemente wie C-Bögen, Palmetten, Blumen u.a. sind bemalt mit Goldbronze. Eine dahinter liegende Freifläche ist mit rotem Halbsamt bespannt, auf der sich das ca. 13 cm im Durchmesser, weiß emaillierte Zifferblatt mit schwarzen Ziffern und 60 Minuterie Einteilung und zwei Zeigern befindet.
Interessant ist das ovale Guckloch, das Pendelfenster. Einmal ist es die fast spielerische Rokoko Umrahmung mit der fast entblösten emporschwebenden Dame wie aber auch die schwingende Pendelscheibe mit dem Sonnen-Motiv im Zentrum als Frauenportrait mit Zöpfen, Strahlen und Rosenblüten.
Die verglaste Vordertür dient zur Bedienung der Uhr.
Die Werkart: Messing, Hinterpendel, Gangregulierung über der 12.
Werk- und Schlagaufzug geschieht mit Schlüssel.
Bemerkungen zur Uhr:
Auf der Rückwand ist ein etwa 8 x 4,5 cm großer verblichener Zettel aufgklebt, dessen Ränder angebrannt sind und der nachfolgenden Text enthält:
"Ave sancta Maria.
Dominus ipse vobis signum. Ecce
virgo conzipiet, & pariet filium,
vocabitur nome ejus Emanuel.
Butyrum & mel comeder, ut feicat
reprobare malum, & eligere bonum.
Übersetzung: Sei gegrüßt HL. Maria. Der Herr selbst wird Euch ein Zeichen geben. Siehe, die Jungfrau wird empfangen und einen Sohn gebären und sein Name wird Emanuel sein. Er wird Butter und Honig essen, bis er versteht, das Böse zu verwerfen und das Gute zu erwählen "(Jes. 7,14 f)
Im Uhrkasten befinden sich zwei Spielwerke (Made in Schwitzerland) ertönt nach dem Stundenschlag: ("Anfang kleine Nachtmusik"), Mozart, 72 Zungen). Ein Originales Walzwerk (42 Zungen) spielt "Großer Gott, wir loben dich" (Ignatz Franz, Wien 1771) sowie "Stille Nacht, heilige Nacht" (Text von Joseph Mohr, 1792-1848, vertont am 24.12.1818 durch Franz Gruber sen. 1787-1863)
Dank an Dr. Heribert Rücker für die Übersetzung.
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Wasseruhren / Klepsidra
Ein großer Wunsch der Familie Fischer ging noch nicht in Erfüllung, nämlich der, eine antike Wasseruhr den Besuchern präsentieren zu können. Viele Bemühungen waren erfolglos. Bei einem Besuch im Ägyptischen Museum in Kairo konnte ich 2 Original antiker Wasseruhren in Betracht nehmen.
Aus der Zeitgeschichte war meiner Frau und mir bekannt, dass der Name Klepsidra aus der griechischen Sprache stammt. Unsere Söhne Raphael und Maurus Maria schenkten uns vor vielen Jahren eine Reise nach Griechenland, wo wir auf die die Suche nach einer Wasseruhr gingen. Vergebens!
Da kam uns der Gedanke, zur Demonstration für die Besucher des Museums eine Wasseruhr selber herzustellen. Dazu erwarben wir 2 Blumentöpfe aus Ton, die wir mit einfachen Mitteln übereinander verbanden. Der obere Topf wird mit Wasser gefüllt, das durch ein kleines Löchlein in den unteren Topf tropft. Die Höhe des Wasserstandes wird jeweils nach einer Stunde mit einem schwarzen gemalten Ring gekennzeichnet
In einem der zwei Tontöpfe zeichneten wir mit schwarzer Farbe im Topf inneren in vorab austarierten Abständen 12 waagerecht angebrachte schwarzfarbene Ringe. Dieser Topf erhielt im Boden eine Öffnung, ein Loch mit eine speziellen Durchmesser. Dieser obere Topf wird dann mit Wasser gefüllt und aus dem dann das Wasser durch das Bodenloch in den zweiten unteren Topf rieseln kann.
Am zeitweiligen Wasserstand im Topf zwischen den inneren schwarzen Ringen erkennt der Betrachter wie viel Zeit verflossen ist oder wie viel Zeit er noch hat. Der Lochdurchmesser wird so angepaßt dass der Wasserabfluss ca. 1 Stunde beträgt. Je nach Größe des Lochdurchmesser um so schneller oder langsamer zerrinnt die Zeit.
Eine original historische Wasseruhr ca.400 vor Christus wurde in einem Brunnen der Süd-West Ecke einer Agora Die Agora in Athen war in der griechischen Antike ein Versammlungsplatz der Polis (Stadtgebiet) und wurde für die Heeres-, Gerichts- und Volksversammlungen der freien Bürger genutzt. Er existiert seit etwa dem 5. Jahrhundert.
Wenn der Sprecher auf dem Platz begann, wurde der Stopper von dem unterem Loch entfernt. Er konnte solange sprechen wie das Wasser lief: 6 Minuten. Gefunden wurde die Wasseruhr in einem Brunnen der Süd-West Ecke des Marktplatzes.
Der Italiener Augustinus * um 546 in Italien, † 26. Mai 604 (?) in Canterbury England Missionierte in England und führte die Wasseruhren ein.
Ein Authentischer Bericht liegt vor der besagt das ein Klosterbruder abgestellt wurde eine Wasseruhr zu beobachten um die nächtlichen Gebetszeiten einzuhalten. Der Mönch schlief ein und das Wasser gefrohr. Da er die anderen Mönche nicht geweckt hatte kam er vor Gericht. Lt. Jürgen Abeler, Wuppertal.
Tisch-, Kaminuhr mit Wecker und Automat, Mönch 226-35
Maße: ca. 17x10 cm Höhe 33 cm
Das Holzgehäuse ist in Art einer Klause oder einer Kapelle, vielleicht vom Hersteller auch als kleine Kirche gedacht.
Auf einem Sockel, der einen Rechteckaufbau trägt, steht ein Mönch, bekleidet mit mit einer Kutte, in der Ordentracht der Kapuziner.
In dem Rechteckbau befindet sich ein Geh- und Weckerwerk. Der Betrachter sieht nur einen goldfarbenen, verglasten Rand mit Scharnieren zum Öffnen. Dahinter das Zifferblatt, farbig emailliert mit Girlanden aus blühenden Rosen und anderen Blüten
sowie arabischen Ziffern.
Der Wecker ist rückseitig einzustellen und ein Pfeilkreuzmodell mit Stiftankerwerk.
Oberhalb des Rechteckaufbaues befindet sich ein Glockenturm mit Glocke und zwei seitlichen Dachreitern sowie eine Wetterfahne.
Diese Uhr wurde für den englischen Markt gefertigt. Die Bedienungszeichen auf der Rückseite sind in englischer Sprache.
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Es war der spätere General-Feldmarschall Helmut Graf von Moltke der 1866 die einheitliche „Deutsche Eisenbahnzeit“ einführte denn in Königsberg, Breslau, Berlin und Köln zeigten die Uhren eigene Zeiten an Lt. Jürgen Abeler, Wuppertaler Uhrenmuseum
Tischuhr/Kleinwecker, Eisenbahnerform, Kienzle 226-32
Maße ca. 72 mm im Durchmesser.
Deutsches Erzeugnis der Firma Kienzle, gegründet 1822 in Schwenningen am Neckar.
Identifizierung durch das Flügelrad = Kienzle auf dem Zifferblatt.
Messinggehäuse. Das Metall zeigt Spuren alter Vergoldung.
Zifferbaltt in weißem Email mit römischen Ziffern und Strich-Minuteneinteilung, Weckerzeiger gleichzeitig als Stellhebel
2 Zeiger aus Eisen, Weckerzeiger ebenfalls aus Eisen.
Massives Geh- und Weckerwerk mit Unruhe Nr. 335761
Die Laufzeit der Uhr beträgt zirka 24 Stunden.
Der Rückdeckel ist beschriftet mit Wecker- und Gehwerk sowie Ges. GESCHÜTZT
Ein Aufzugschlüssel und zwei Rückdeckelschrauben fehlen.
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Tischuhr/Kleinwecker, Eisenbahnerform Th.H. Schwan, Geschenk K. Müller 226-31
Maße ca. 72 mm im Durchmesser
Deutsches Erzeugnis der Firma Th. H. Schwan
Identifizierung durch den Schwan mit Wasserpflanzen auf dem Rückdeckel und Fh. H. Sohn, Fabrikmarke
Messinggehäuse, das Metall zeigt Spuren alter Vergoldung.
Zifferbaltt in weißem Email mit römischen Ziffern und Strich-Minuterie, Emailfehlstellen, Weckerzeiger gleichzeitig als Stellhebel.
2 Zeiger aus Eisen, Weckerzeiger aus Messing.
Massives Geh- und Weckerwerk mit kurzem Hinterpendel. Durch Sehschlitz im Rückdeckel beschrenkt sichtbar, Werkplatine Nr. 33091
Die Laufzeit der Uhr beträgt zirka 24 Stunden.
Geschenk von Kurt Müller, Ahlen, 1997 ? mit Dose aus Eisenblech
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Tischuhr/Kleinwecker, Eisenbahnerform Ankerwerk erw. in Polen 226-30
Maße ca. 72 mm im Durchmesser
Deutsches Erzeugnis, Zeit vor 1900
Messinggehäuse 65421
Zifferbaltt ca. 55 mm im Durchmesser in weißem Email mit arabischen Ziffern, Strichminuterie, Firmenzeichen auf dem Zifferblatt - ein Ankerrad mit Pfeilrichtung für Wecker. Weckerzeiger gleichzeitig als Stellhebel.
2 Zeiger aus Eisen, schwarz lackiert, Weckerzeiger aus Messing.
Massives Geh- und Weckerwerk mit Ankerrad und Unruhe, Werkplatine Nr. 263190
Keine Abstellmöglichkeit beim Weckerwerk, Reparaturzeichen W.E.52
Die Laufzeit der Uhr beträgt zirka 24 Stunden.
Erworben 1988 in Polen
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Tischuhr, Reiseuhr, 226-28B, auch Offiziersuhr genannt mit Weckerfunktion (Groneck)
Wurde dem Museum im Goldschmiedehaus, Ahlen im Januar 2009 zugeführt.
Ein allseits verglastes Gehäuse läßt den Betrachter seitlich in die Funktion des Werkes sehen. Auch der Blick von oben zeigt ihm die Unruh und den Schwung derselben.
Eine Weckerfunktion mit Hammer auf Schelle (Glocke) kann über den Zeiger des Zifferblatts zur gewünschten Zeit abgerufen werden.
Uhren dieser Art haben fast alle die gleiche Form, die Laternenform und sind an ihr erkennbar.
Warum? Wenn ein Soldat die Offizierslaufbahn gewählt hatte, legte er eine Prüfung ab. Er erwarb das Offizierspatent, bei der Schifffahrt heute noch das Kapitänspatent.
Als Offizier hatte man verschiedene Privilegien u. a., dass ihm ein Soldat, ein Offiziersdiener (Bursche) zur persönlichen Verfügung stand.
Als äußere Zeichen standen in den Wohnungen der Offiziere diese allseits verglasten kastenförmigen Uhren.
Der Henkel diente dazu, die Uhr auch wegen der Weckfunktion ins Schlafgemach tragen zu können.
Man erzählt sich, dass der Bursche in einem Zeitraum von 8 Tagen die Uhr aufziehen mußte.
Wer nun auf die Preußen tippt, dass es solche Offiziersuhren nur in Deutschland gegeben hat, liegt falsch, denn es gab sie in ganz Europa.
Eine Bodenplatte aus Messingguß trägt den vierseitig verglasten Korpus mit beweglichem Henkel. Die Vorderseite zeigt ein weißes Emailzifferblatt mit Reparaturmerkmalen. Das runde Ziffernblat mit schwarzen römischen Ziffern von I bis XII wird ergänzt durch einen Kranz mit einer 60 Minuterie aus schwarzen Strichen. Im unteren weißen Feld ist in einem Kreis mit schwarzen arabischen Ziffern 1 bis 12 die Weckzeit einstellbar. Die drei Zeiger sind gebläut.
Durch die beiden verglasten Seiten erhält der Betrachter Einblick in das Wecker- und Gehwerk. Durch ein verglastes Türchen hat man auf der Rückseite Zugriff, um mit einem Schlüssel die beiden Werke aufzuziehen und die Zeigerstellungen vorzunehmen. Die rückseitige Platine ist punziert mit einem ovalen Stempelabdruck und nachfolgenden Buchstaben, die teilweise 2 x gestempelt wurden: oben BREVETE dann 4 Buchstaben und unten EN? FRANCE BTA FRA....Man kann davon ausgehen, dass diese Uhr im 19. Jh. in Frankreich hergestellt wurde
Auf der Rückseite wurde eine Gravur angebracht: Geschenk an W. Fischer von Julie Groneck 2003.
Julie Groneck, die Witwe des verstorbenen Goldschmiedemeisters Werner Groneck aus Münster, mit dem Werner Fischer bereits als Lehrling und Werner Groneck als Geselle zusammen in der Fiirma Heinrich Abeler in Münster, Bogenstr. 2, sofort nach dem 2. Weltkrieg tätig waren.
Werner Fischer wurde 1957 Obermeister der Goldschmiedeinnung Münster.
Er wollte in seiner Egide neue Wege gehen bei der Ausbildung der Lehrlinge und den Gesellenprüfungen.
Werner Groneck wurde Lehrlingswart. Es ist sein Verdienst,
dass die erste Werkstatt in der Bundesrepublik Deutschland für die überbetriebliche Ausbildung der Goldschmiedelehrlinge in Münster eingerichtet wurde. Dadurch konnte auch der praktische Teil der Gesellenprüfung in Klausur stattfinden.
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Tischuhr, Reiseuhr von Detouche, 226-28, auch Offiziersuhr genannt mit Weckerfunktion
Maße: ca. 78 x 73 mm und 115 mm hoch mit Bügel 155 mm
Ein allseits prismatisch verglastes Messinggehäuse läßt den Betrachter seitlich in die Funktion der beiden Werke, Geh- und Weckerwerk sehen. Auch der Blick von oben durch ein ovales Glasfenster zeigt ihm die Unruh und den Schwung derselben, sowie den Anker.
Eine Weckerfunktion mit Hammer auf Tonfeder kann über den Zeiger des Zifferblatts zur gewünschten Zeit abgerufen werden.
Ein Rahmen aus Messing trägt den vierseitig verglasten Korpus mit beweglichem Henkel mit Arretierung.
Die Vorderseite zeigt ein weißes Emailzifferblatt mit schwarzen, römischen Ziffern von I bis XII, sowie einen Kranz mit einer 60 Minuterie aus schwarzen Strichen und einer fünf Minuteneinteilung. Im unteren weißen Feld ist in einem Kreis mit schwarzen arabischen Ziffern von 1 bis 12 die Weckzeit einstellbar. Auf dem Zifferblatt steht DETOUCHE
Die drei Zeiger sind gebläut.
Durch ein verglastes Türchen hat man auf der Rückseite Zugriff, um mit Schlüsseln die beiden Werke aufzuziehen und die Zeigerstellungen vorzunehmen.
Die rückseitige Platine ist punziert mit R = retard = zurück, langsamer und
A = avant = vor, schneller zur Stellung des Rückerzeigers.
Réveil - wecken
Aiguilles = Zeiger für die Zeigerstellung und eine weitere französische Bezeichnung für die Bedienung des Schlagwerks.
Einpunziert auf dem oberen Gehäuseboden, rückseitig C 14, eingeritztes Reparaturzeichen 47910 und vier weitere Reparaturzeichen eingeritzt in den unteren Boden.
Das Gehäuse der Uhr ist vergoldet.
Constatin Louis Detouche war Uhrmacher und Juwelier in Paris, Rue Saint Martin bis ca. 1880. Er wurde am 20. Oktober 1810 in Paris geboren und gründete daselbst etwa 1830 ein Geschäft und eine Uhren-Manufaktur.
Er erhielt 1860 auf der Ausstellung in Besancon eine Goldmedaille und eine weitere 1862 in London.
Es handelt sich bei dieser Uhr um ein wertvolles Objekt.
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Tischuhr, Reisewecker im Metallgehäuse, 226-48
Maße: 82 x 60 mm, Höhe in aufgeklapptem Zustand 82 mm
Metallgehäuse mit Deckel, der gleichzeitig als Standfuß dient.
Zifferblatt mit arabischen Zahlen 1 - 12 sowie zwei Zeiger, die mit Leuchtmasse gefüllt sind. Weckerzeiger. Minuteneinteilung. Das Zifferblatt ist beschriftet mit JUNGHANS sowie MADE IN GERMANY. Die beiden Werke sowie die Richtknöpfe sind von der Rückseite zu bedienen. Gebrauchspuren.
20. Jahrhundert
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Tischuhr, Reisewecker mit Etui, 226-47
Maße: Wecker ca. 57 x 57 mm, Höhe 65 mm, Etui 70 x 35 mm, Höhe 70 mm
Stumpfeckiges Gehäuse in Messing mit Filz belegter Bodenplatte, verglast.
Das helle Zifferblatt ist mit einer 12 und 6 sowie weiteren goldfarbenen Strichen und Leuchtpunkten belegt. Zwei Zeiger ausgefüllt mit Leuchtmasse und ein Zeiger für die Einstellung der Weckzeit. Das Zifferblatt ist beschriftet mit Kienzle MADE IN GERMANY. Die beiden Werke sind rückseitig zu bedienen. Die Uhr ist funktionstüchtig. Zur Uhr gehört ein Etui, belegt mit schwarzem Leder und ein breites Band zum Verschließen des Etuis.
20. Jahrhundert.
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Tischuhr oval im Silbergehäuse, 226-37, Wagler-Uhr

Geschenk von Gymnasialdirektor Bruno Wagler *1883 † 1971,
Direktor des Städtischen Gymnasiums Ahlen 1930 - 1934 und von 1946 - 1949
Stadtverordnetenvorsteher 1924 - 1933
Tischuhr, oval, ca. 85 x 55 mm, Tiefe ca. 21 mm
Holzgehäuse mit Aufsteller in guillochiertem Silberrahmen. (Guillochieren = das maschinelle systematische Einschneiden von Linien, um Metallflächen zu schmücken.)
4 Punzierungen im Silberrahmen. W.V.&.S. und Anker, Löwe mit Schwanz nach oben sowie ein N.
Weißes Emailzifferblatt, Minuteneinteilung, arabische Ziffern, kleine Sekunde, Stahlzeiger, Werk lauffähig, rückseitig zu bedienen, punziert: Swiss Made.
Die Uhr wurde um 1880 hergestellt.
Herr Direktor Wagler war an vielen Dingen des Lebens interessiert, so galt sein Interesse auch der Zeit und deren Messung. Im hohen Alter schenkte er der Familie Werner Fischer diese Uhr.
Sie gehörte 1986 mit zum Grundstock beim Aufbau des Museums im Goldschmiedehaus Ahlen.
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Tischuhr/Wecker mit Doppelschlägen auf 2 Glocken - 226-36

Maße: 24x11 cm, Höhe 29 cm
In Frankreich erstellt 19. oder 20. Jahrhundert.
Auf einem Holzsockel ist ein Metalldraht befestigt, der die beiden Glocken aber auch das Gehäuse mit Geh- und Weckerwerk trägt und gleichzeitig als Traggestell dient.
Eine Zeit anzeigende Uhr war bald in jedem Haus zu finden. Voraussetzung: Die Uhrenhersteller waren gehalten, insbesondere Wecker preiwürdig herzustellen. Sie mußten billig sein.
Viele Menschen leiden unter einer Gehörschwäche und überhören die akustischen Weckgräusche. So kontruierte die Uhrenindtstrie Wecker, deren Wecktöne überlaut und zusätzlich von langer Dauer waren.
Zu diesen Typen gehört dieser Wecker mit zwei Aufzugfedern.
Aus dem Metallgehäuse kommt der Hammer, an dessen Ende eine Kugel befestigt ist, die sich bei der gelösten Arretierung im Weckerwerk in Funktion setzt und dann auf beide Glocken schlägt.
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Tischuhr mit Wecker in Form eines Dreiecks auf 3 Füßen, 226-33
Maße: 52x54x55 mm
Tischuhr, Metall geschwärzt von der Firma Junghans, Schramberg im Schwarzwald.
Stiftankerwerk mit Unruh
Herstellung ca. um 1910
Weißes Emaillzifferblatt zeigt Risse, arabische Zahlen, Minuterie, auf dem Zifferblatt das Zeichen der Firma Junghans - ein achtzackiger Stern mit einem J im Zentrum.
Zwei gebläute Zeiger, Weckerstellzeiger Messing.
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Tischuhr/Wecker in Form eines Würfels mit Bügel, 226-34
Maße: 44x44x44 mm
Tischuhr auf 4 Füßen, Metall vernickelt von der Firma Junghans, Schramberg im Schwarzwald.
Stiftankerwerk mit Unruh
Herstellung ca. um 1910
Weißes Emailzifferblatt mit arabischen Leuchtzahlen und Leuchtzeigern. Die Leuchtmasse (Radium) war damals schon umstritten, wurde aber wegen der Geringfügigkeit der Masse vom Staat unbeanstandet.
Wecker mit Radiumziffern und -zeigern wurden durch die Herstellerfirmen bis etwa 1960 verkauft.
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Tischuhr mit Wecker, Lenzkirch, Thewis, Gehäuse Massivholz, 226 - 15,
Maße: ca. 135 lang, ca. 47 mm breit und ca. 95 mm hoch
Massives Eichenholzgehäuse in Schrankform mit vier runden Füßen.
In dem Holzgehäuse befindet sich ein rundes, verglastes Einsteckwerk.
Das Zifferblatt, ca. 50 mm im Durchmesser, beschriftet mit LENZKIRCH hat arabische Zahlen von 1 - 12. Die Ziffern waren mit Leuchtmasse belegt, die sich teilweise gelöst hat. In einem Kreis eine 60 Minuterie. Der Stunden- wie auch der Minutenzeiger sind mit Leuchtmasse belegt. Der Zeiger für die Weckeinstellung ist aus Messing. Die Uhr ist intakt.
Auf der Rückseitung des Weckers finden wir die Bedienungen: Zwei Schlüssel mit der Beschriftung für den Aufzug des Weckers und dss Gehwerks.
Weitere Beschriftungen für den Stellheben sind: weckt - still.
Diese Tischuhr mit Wecker aus dem Anfang des 20. Jahrhunderts schenkte das Ehepaar Gerhard und Martha Thewis aus Aachen Werner Fischer zum 60. Geburtstag am 13.1.1990, was durch zwei ovale beschriftete Messingschilder dokumentiert wird.
Die Schwarzwäder Uhrenfabrik Lenzkirch wurde 1851 gegründet. Sie wurde 1927
von der Firma Junghans übernommen.
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Tischuhr/Wecker mit Doppelschlägen auf 2 Glocken - 226-36
Maße: 24x11 cm, Höhe 29 cm
In Frankreich erstellt 19. oder 20. Jahrhundert.
Auf einem Holzsockel ist ein Metalldraht befestigt, der die beiden Glocken aber auch das Gehäuse mit Geh- und Weckerwerk trägt und gleichzeitig als Traggestell dient.
Eine Zeit anzeigende Uhr war bald in jedem Haus zu finden. Voraussetzung: Die Uhrenhersteller waren gehalten, insbesondere Wecker preiwürdig herzustellen. Sie mußten billig sein.
Viele Menschen leiden unter einer Gehörschwäche und überhören die akustischen Weckgräusche. So kontruierte die Uhrenindtstrie Wecker, deren Wecktöne überlaut und zusätzlich von langer Dauer waren.
Zu diesen Typen gehört dieser Wecker mit zwei Aufzugfedern.
Aus dem Metallgehäuse kommt der Hammer, an dessen Ende eine Kugel befestigt ist, die sich bei der gelösten Arretierung im Weckerwerk in Funktion setzt und dann auf beide Glocken schlägt.
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