Ausstellungen

Das Museum im Goldschmiedehaus Ahlen präsentiert sporadisch Sonderausstellungen.

Die in der ständigen Ausstellung gezeigten Exponate werden den Vitrinen entnommen und wandern in die Tresore des Magazins.

Die Gründe für Sonderausstellungen sind vielgestaltig und werden fast immer mit Partnern durchgeführt, die sich dann auch mit einbringen zum Beispiel mit themengerechten Leihgaben.

Bei den Vorbereitungen für die Ausstellung ist uns jeder Rat willkommen. Auch suchen wir unterstützende Leihgaben.

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Wir sind dankbar für jede Mithilfe, wenngleich wir zur Zeit feststellen müssen, dass sich viele Schwierigkeiten ergeben, die aber vielleicht mit Ihrer Hilfe gelöst werden können.

 

2009 Eine Ausstellung, die nicht stattfand

Maria Gertrud Elisabeth Tombrock - Schwester Maria Immaculata

Vor einhundert Jahren, am 15. August 1909, ereignete sich in Lourdes eine sichtbare und durch Mediziner bestätigte Heilung der Ahlenerin Elisabeth Tombrock.

Die Erinnerung an diese bedeutende Frau und ihr Werk sollte in einer
Ausstellung im Museum im Ahlener Goldschmiedehaus 2009 dokumentiert werden.

Das Museum verfügt über authentische Erinnerungsteile, die durch weitere Teile aus dem Fundus der Ordensgemeinschaft der Missionsschwestern von der Unbefleckten Empfängnis, Münster, für die Ausstellung ergänzt werden sollten.

Werner Fischer, Leiter des Museums, informierte bereits im Oktober 2008 Herrn Spiritual Paul Hövels, Münster, und die Ordensleiterin der Missionsschwestern, Schwester Johanna in Münster, über sein Vorhaben.

Er gründete im Januar 2009 im Museum im Goldschmiedehaus Ahlen einen Arbeitskreis, dem die Ordensschwester Gertrud Elsen der Missionsschwestern, Karl Northoff († 21.11.2011)
als Verwandter von Elisabeth Tombrock und Anni Fischer zunächst angehörten. Der Kreis erweiterte sich später mit Frau Anni Tröster, Leiterin des Elisabeth Tombrock Hauses und Frau Paschert Engelke, Frauenbeauftragte der Stadt Ahlen.

Leider konnte die geplante Ausstellung im Museum im Goldschmiedehaus, Ahlen nicht realisiert werden, da Museumsleiter Werner Fischer, Ahlen aus gesundheitlichen Gründen (März 2009 Herzinfarkt, 2 Stents, April Beinbruch Gelenk, Juni Tumoroperation, Juli Nachresektion in Hornheide ) vom Projekt Abstand nehmen mußte.

Dennoch fühlte sich Werner Fischer nicht nur gegenüber Frau Elisabeth Thomas, die ihm Nachlassteile der Elisabeth Tombrock, Schwester Immaculata, anvertraut hatte, verpflichtet, sondern auch der Ordensgründerin selbst, um für eine Erinnerungskultur zu werben.

Sollten Sie, geneigter Leser, die Gründe erfahren und damit die Geschichte des Inhalts eines Pappkartons wissen mögen, dann lesen Sie bitte weiter...

"Vater, hier ist die Telefonnummer, Frau Thomas aus Dolberg hat angerufen und Du möchtest Dich bitte melden" sagte mein Sohn Raphael Fischer und übergab mir seine Notiz.  Bei meinem Rückruf lud mich Frau Elisabeth Thomas, Bankamp 5, in Dolberg zu einem Kaffeebesuch ein. Sie erklärte mir, wo sich der Hof befinde, und wir einigten uns auf einen Nachmittags-Termin im Februar 1997 um 15 Uhr.
Mein Auto brachte mich zum Hof Johannes Thomas. Von der Familie wurde ich herzlich empfangen. Man führte mich in die gute Stube, wo Kaffee- und Kuchenduft sich aromatisch mischten. Alles war prick, einladend und erinnerte mich an meine Mutter, die auch von einem Bauernhof stammte. Ich durfte dann an der Kaffeetafel mit der Familie Platz nehmen.
Das Tagesgeschehen, das Wetter, Nachrichten aus Ahlen waren unsere Gesprächsthemen und zwischendurch ein Stückchen des köstlichen Kuchens. "Nun nehmen Sie doch auch noch von dem andern Kuchen ein leckeres Stückchen, Herr Fischer." Dabei rätselte ich noch immer, warum mich Frau Elisabeth Thomas eingeladen hatte.
Die Runde um den Kaffeetisch wurde allmählich kleiner und kleiner. Zum Schluß saßen Frau Elisabeth Thomas und ich allein am Tisch in der guten Stube. Dann stand sie auf, um einen großen Pappkarton zu holen, den sie auf den Tisch stellte.. Nachdem sie wieder Platz genommen hatte, sah sie mich an und sagte: "Herr Fischer, in diesem Karton befinden sich Sachen und Unterlagen von Elisabeth Tombrock, Schwester Immaculata. Ich bin alt. Bei Ihnen weiß ich die Sachen in guten Händen" übergab mir sodann den Pappkarton samt Inhalt.

Im ersten Augenblick war ich mehr als überrascht, mir fehlten die Worte. Meine Gedanken kreisten noch immer um das "Warum". Warum zieht Frau Thomas mich ins Vertrauen und übergibt mir den Nachlaß der Elisabeth Tombrock, Schwester Immaculata?
Innerlich sehr bewegt, drückte ich Frau Thomas stumm die Hand und verabschiedete mich, den Karton zum Auto tragend.

Zu Hause in der Wienkampstraße wieder angekommen, nahm ich mir in den nächsten Monaten und Jahren Zeit, die gesammelten, akkurat und säuberlich geordneten Unterlagen des Pappkartons zu sichten, zu verstehen und einzuordnen.
Mittlerweile war der Karton mit dem so wichtigen Inhalt für mich zu einer wahren Schatzkiste geworden, aus der mit jedem Schriftstück das Leben und Wirken einer starken westfälischen Frauengestalt nachhaltig dokumentiert wurde.

Als bedeutende Grundlage ihres Handelns beruft sich Elisabeth Tombrock, Schwester Immaculata, immer wieder auf ihre intakte Familie und ihre Verwandten, ihre Berufung, die sie als Dank und Gottesverpflichtung empfindet. Danach wirkte und lebte sie.
Erstaunt doch gleichzeitig angetan war ich über ihre Art, zu denken und sich mitzuteilen. Den Weg vom Göttlichem zu den Menschen zu finden, gelingt ihr mit fast kindlicher, glaubhaft überzeugender Ausdruckweise, wie in einigen Antwortbriefen belegt ist.

Ihr waren die Schwächen sowie auch die Stärken der Mitmenschen nicht fremd und sie wußte den Ton, das Wort zu finden, das oftmals von der Fügung Gottes mit getragen wurde. Ihre Überzeugungskraft, ihr stabiler Glaube, ihre Selbsterkenntnisse waren Kraftquellen für ihre Ideen und die Umsetzung derselben. Die Wege, die sie dazu wählte, entsprachen schon damals den heutigen erfolgreichen Marketingstrategien.

Immer mehr bekam ich Kontakt mit dem Kind, der Schülerin, der Lehrerin, der von Krankheit gezeichneten Elisabeth Tombrock, ihrer Wunder-Heilung und dem weiteren Leben als Schwester Immaculata, der Dienenden, der Ordensgründerin und der Oberin über eine weltumfassende Organisation.

Gleich einem Mosaik versuchte ich Steinchen für Steinchen zu einem Bild zusammenzufügen.

Bei einigen Steinchen gelang es mir jedoch nicht, zum jeweiligen Vornamen den passenden Hausnamen zu finden; denn Schwester Immaculata nannte oftmals als Anrede in ihren Briefen an die Familie, Verwandtschaft oder Freunde nur die Vornamen. Ich schrieb die Vornamen auf, um mich im Mai 1997 bei Frau Elisabeth Thomas zu erkundigen, wem z. B. die Namen Wilhelm, Lieschen usw. zuzuordnen seien.
Ich rief Frau Elisabeth Thomas in Dolberg an. Der Ruf geht durch und es meldet sich eine freundliche weibliche Stimme. Ich nenne meinen Namen und bitte darum, mich mit Frau Elisabeth Thomas zu verbinden. Die Antwort aus dem Telefon: "Tante Lisbeth ist leider verstorben. Wir haben sie vor vierzehn Tagen auf dem Friedhof in Dolberg begraben." (Sterbedatum 2. Mai 1997)

Wieder einmal war ich betroffen, sprachlos und fragte den Herrgott nach dem "Warum"! Wie soll es nun weitergehen?

Auf meinen Schultern lastete eine schwere Verantwortung, mit der ich zunächst allein war. Ich zog meine liebe Frau Anni mit ins Vertrauen. Wir suchten gemeinsam nach Richtungen und Wegen, den in unserem Besitz befindlichen Teil des Nachlasses von Elisabeth Tombrock, Schwester Immaculata, als Erhalt für die Nachwelt in die richtigen Bahnen zu lenken und ihre Leistungen zu würdigen.

Ich habe dann noch einmal mit Frau Maria Thomas telefoniert und um ein Treffen gebeten, das aber wegen der anstehenden Ernte verschoben wurde. Zu Weihnachten schickte ich Familie Thomas einen Weihnachtsgruß, wofür sich Frau Maria Thomas telefonisch auf dem Anrufbeantworter bedankte. Frau Maria Thomas rief mich nach längerer Zeit noch einmal an und bat mich, die Angelegenheit weiter aufzuarbeiten, da bald niemand mehr aus der Zeit leben würde.

Nach dem Studium der Unterlagen von Schwester Immaculata kam ich zu dem Ergebnis, dass Forschungen und Veröffentlichungen im Kontext zu dem bereits vorhandenen Schrifttum mit den Verantwortlichen des Ordens erfolgen könnten.

Da ich keinen Zugang zum Mutterhaus der Missionsschwestern von der Unbefleckten Empfängnis der Mutter Gottes in Münster hatte, nahm ich Kontakt auf zu dem früheren Pastor von St. Marien Ahlen, Paul Hövels, der heute als Spiritual bei den Clemensschwestern in Münster tätig ist. Bei einem Besuch in Münster informierte ich ihn über die Unterlagen von Elisabeth Tombrock, Schwester Imaculata, die sich in meinem Besitz befänden.

Bei seinem Besuch in unserem Hause am 9. Dezember 2003 versprach mir Spiritual Hövels, sich mit Schwester Johanna in Münster in Verbindung zu setzen, was er umgehend tat. Schwester Johanna, Oberin des Klosters in Münster, rief mich daraufhin am Jahresende an und wir suchten gemeinsam nach einem Termin zu einem Treffen.

Vor einigen Tagen, so steht es in der Niederschrift, rief mich Schwester Johanna erneut an und wir vereinbarten für unser Treffen an der Wienkampstraße in Ahlen den 9. März 2004, 15 Uhr.  Sie kündigte an, dass sie Schwester Gudula, Generaloberin des Ordens, mitbringen würde. Am 3. März 2004 habe ich Frau Maria Thomas informiert und sie zu dem Termin am 9. März in unserem Hause zu Kaffee und Kuchen eingeladen mit dem Versprechen, sie anschließend wieder nach Hause zu bringen.
Ich war schon ein wenig enttäuscht, als die beiden Ordensschwestern nicht in ihrer Ordenstracht dem Auto entstiegen. Bei Schwester Immaculata hätte ich mir das nicht vorstellen können.
Es war ein unterhaltsamer Nachmittag.
Im Zentrum standen aber die belegten Erinnerungen des gesammelten Nachlasses der Taufpatin von
Elisabeth Tombrock, Elisabeth Thomas geborene Northoff.

Sie war die Ehefrau des Stephan Thomas, verwitwet, gest. am 30. April 1931 im 86. Lebensjahr.
Ihre unverheiratete Enkelin Elisabeth Thomas übergab mir kurz vor ihrem Tod im Februar des Jahres 1997 die Unterlagen. Sie starb am 2. Mai 1997

Der Nachmittag endete damit, dass ich Schwester Johanna wie auch Schwester Gudula vor der Übergabe der Unterlagen das Versprechen abnahm, mit mir gemeinsam das Grab der Frau Elisabeth Thomas auf dem Dolberger Friedhof zu besuchen.
Der Besuch hat bis heute nicht stattgefunden, jedoch wurden ihnen die Unterlagen - mit wenigen Ausnahmen - auf Grund des Versprechens der Ordensschwestern am 3. März 2004 persönlich übergeben.
 
findbuch tombrock


 
 
Das alte Haus der Familie Tombrock an der Oststr. neben der Marienkirche wurde 1913 abgerissen und musste einem Stahlbeton-Bau weichen.
 
In den damaligen imposanten Neubau auf dem Grundstück Tombrock zog 1913 das Textilhaus Theodor Althoff ein.

Bedingt durch die wachsenden Einwohnerzahlen in Ahlen (1913 = 13 000; 1929 = fast 25 000) mußte das Gebäude durch den steigenden Bedarf um einen Quertrakt erweitert werden. 1928 - 30 wurde für Tombrock und Th. Althoff Nachfolger Karstadt (Inhaber Heinrich Sänger) die Erweiterung von dem Architekten E. Vieten geplant und durchgeführt.1935 gaben Elsa u. Heinrich Sänger das Geschäft auf und verließen Ahlen 1936. Seit 1935 ist Fa. Jürs (Hugo Georg Jürs * 1901 † 1976) und Co. Pächter, später mit Wilhelm Tombrock, Eigner des Gebäudes. 1958 übernahmen H. G. Jürs und W.Tombrock den auch noch bestehenden Gesellschafteranteil der Firma Karstadt. 1971 Erweiterung durch den Anbau der ehemaligen Gaststätte Baran. Über 2000 qm Verkaufsfläche, 125 Mitarbeiter. 1972 war die Firmierung "Jürs -Tombrock" berichtet die AM, die Ahlener Monatschau.


Foto. Teilansicht des Gebäudes
1972 erhielt das Geschäftshaus eine Verkleidung mit leichten, luftdurchlässigen Aluminium-Lamellen, die gerade in architektonischer Hinsicht von Interesse sein dürften - so die AM.



August 2009, das heutige Gebäude auf dem alten Grundstück Tombrock.
Foto Raphael Fischer

1988 wurde der Gebäudekomplex, der bis Anfang der 1990er Jahre im Besitz der Familie Tombrock war, unter Denkmalschutz gestellt.

Seit 1995 ist Dieler Eigentümer und Nutzer des Gebäudes.

Info Stadtentwicklungs- u. Stadtplanungsamt, Untere Denkmalbehörde, Nicole Wittkemper, und Frau Dr. Eilers, Stadt Ahlen, Fachbereich 4

15.09.2009 Ahlen - "Dieler schließt nun doch" berichtet die Ahlener Zeitung

22.06.2011 Neuer Kundenmagnet in der Ahlener Fußgängerzone: H&M eröffnet erstes Ladenlokal im Kreis Warendorf.
Als der Countdown auf Null heruntergezählt war, gab es am Mittwoch um11Uhr kein Halten mehr. Hunderte Kunden strömten in das erste Ladenlokal der Bekleidungskette „H&M“ im Kreis.
Künftig werden 24 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in dem 1200 m² großen Laden Mode an die Frau und an den Mann bringen. Bis zum Umbau war das Modehaus Dieler in dem Gebäude zuhause.

Künftig werden 24 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in dem 1200 m² großen Laden Mode an die Frau und an den Mann bringen. Bis zum Umbau war das Modehaus Dieler in dem Gebäude zuhause.

Ahnentafel, bezogen auf Elisabeth Tombrock
Vater:
 Wilhelm Tombrock, Gastwirt
Geboren am 8. März 1841 zu Nottuln,
starb er zu Ahlen am 10 April 1911 nach langem, schwerem mit größter Geduld ertragenem Leiden (Schlaganfall, gelähmt), wohl vorbereitet durch ein echt christlich-frommen, Lebenswandel und öfters gestärkt durch den Empfang der heiligen Sakramente.

Quelle: Archivalien, Provinzarchiv der Missionsschwestern

Mutter:
 Anna Tombrock, geb. Northoff
Die liebe Verstorbene wurde geboren am 30. November 1854 zu Dolberg und starb am 8. Januar 1938 in München nach wiederholtem Empfang der heiligen Sakramente. Sie hat ihr langes, schweres Leiden mit christlicher Geduld und in wunderbarer Haltung getragen. Ihr Leben war überreiche Pflichterfüllung und Sorge für ihre Lieben. Still, wie sie gelebt hat, ist sie von uns gegangen.

Quelle: Archivalien, Provinzarchiv der Missionsschwestern

Alle 3 Kinder von Wilhelm und Anna Tombrock wurden in Ahlen geboren.
Elisabeth Maria Gertrudis Tombrock
Schwester Immaculata
*14. Nov. 1887
+23.4.1938 in Bonaventure, NY USA
Josef Tombrock
*25.11.1885
Sollte den Gastbetrieb der Eltern weiterführen und lernte in der Konditorei Middendorf in Münster.
Er fiel am 15. Juli 1915 in Russland.

Quelle: Archivalien, Provinzarchiv der Missionsschwestern

Wilhelm Tombrock,
*12.12.1883
+25.2.1945
Machte eine Uhrmacherlehre in Hamm, heiratete die Tochter seines Meisters und übernahm in München ein Juweliergeschäft.

Quelle: Archivalien, Provinzarchiv der Missionsschwestern

   

Juwelier u. Uhrmachermeister.
Inhaber der Firma Schmutzer in München.
Verheiratet mit Luise, geb. Kneer * am 22.12.1891

Die Tochter Annelise Mitterer geb. Tombrock *25.2.1915 heiratete Peter Mitterer * 27.5.1903

Alle 4 sind beim Terrorangriff auf München am 25.2.1945 durch einen Volltreffer auf den privaten Bunker gefallen. (Originaltext Totenzettel)

10 Jahre war Wilhelm Kneer, Bruder von Luise Kneer, bei Wilhelm Tombrock in München tätig, danach in Hamm selbstständig.


Das Ehepaar Wilhelm Tombrock und Luise, geb. Kneer, hatten einen Sohn Wilhelm.


Wilhelm Tombrock
*11.12.1917 +8.10.1975
Mitinhaber des Unternehmens Jürs Tombrock.

 

 

 

 

 

Elsmarie Tombrock - Bücker, geb. Schott
* 22.07.1920
† 15.01.2016

Das Ehepaar hat 3 Kinder:
Rainer Tombrock
*22.06.1946

Michael Tombrock
*18.06.1954

Barbara Tombrock
*23.03.1957

 
Familie Tombrock bei der Silberhochzeit der Eltern im Jahre 1907. Die junge Lehrerin Elisabeth Tombrock sitzt neben ihrem Vater Wilhelm. Stehend von links nach rechts: Bruder Josef, die Mutter Anna, geb. Northoff und Bruder Wilhelm..
 
Elisabeth Tombrock   
 

Das Foto zeigt während der Zeit des I. Weltkriegs 1914 - 1918 Anna Tombrock, geb. Northoff aus Dolberg, die Mutter von Maria Gertrud Elisabeth Tombrock, mit ihrer Schwiegertochter Luise Tombrock geb. Kneer und deren Tochter Anneliese Tombrock im Kinderwagen mit Puppe.

Die beiden Damen tragen Pelze und Muff. Ein Hund begleitet sie.

Anneliese Tombrock heiratete Peter Mitterer in München.

 
 
 


Foto: A.Ludorff

Von Albert Ludorff erfahren wir in seinem Buch von 1897 "Bau- und Kunstdenkmäler des Kreises Beckum" Ahlen hat 6680 Einwohner, darunter 6360 Katholiken, 217 Protestanten, 103 Juden. Die Protestanten bilden eine eigene Gemeinde. Die Katholiken bilden 2 Pfarren:

Marienkirche, kath., gothisch, zweischiffige, dreijochige Hallenkirche mit 5/8 Chor, Sakristei an der Südseite und Westthurm. Unregelmäßige Anlage.

Kreuzgewölbe mit Rippen und Schlußsteinen auf Säulen und Wanddiensten. Kapitälle der letzteren im südlichen Seitenschiff mit Pflanzenornament. Fenster dreitheilig, mit spötgothischem Maßwerk. Die des Chores und im westlichen Joche des Hauptschiffes zweitheilig, mit frühgothischem Maßwerk. Schallöcher zweitheilig. Portal der Nordseite romanisch, mit Ecksäulen und glattem Tympanon an der Südseite und im Thurm spitzbogig, ersteres frühgothisch mit Ecksäulen, Kleeblattschluß und reichverzierter Giebelbekrönung.

Die über 700 Jahre alte Kirche wurde abgerissen teilweise gesprengt. Von ca.1902 bis 1904 erfolgte der Neubau der Marienkirche.

Elisabeth Tombrock wurde noch in der Alt-Marienkirche getauft und empfing dort am 22. April 1900 die Erstkommunion.

 
 


Foto: A.Ludorff

Das im Jahre 1897? gemachte Foto von A. Ludorff zeigt das Südportal an der Oststr., das beim Neubau der Marienkirche 1902/04 integriert wurde. Man kann davon ausgehen, dass die Familie Tombrock und besonders Elisabeth Tombrock diesen Eingang benutze, da es an der Süd-Seite damals nur ein Portal gab.


A. Ludorff haben wir es zu verdanken, dass er 1897 den Taufstein in St. Marien fotographiert und beschrieben hat. Taufstein, spätgothisch, achteckig, mit stark auskragender Maßwerkverzierung, am Fuße Nischen mit Figuren und später vorgestellten Säulen, 1,18 m hoch 0,98 m Durchmesser. Leider befinden sich die Figuren nicht mehr in den Nischen.

Über diesem Taufbecken wurde Elisabeth Tombrock auf den Namen

Maria Gertrud Elisabeth getauft. Ihr Rufname war Lisbeth. Taufpatin war ihre Tante Elisabeth Thomas geb. Northoff, die Schwester ihrer Mutter.


Das Bild zeigt Frau Elisabeth Thomas, geb. Northoff, Taufpatin von Maria Gertrud Elisabeth Tombrock.
Frau Elisabeth Thomas war eine Schwester der Mutter von Elisabeth Tombrock.
Elisabeth Thomas war mit Stefan Thomas, Dolberg, Bankampstraße verheiratet.
Sie starb am 30. April 1931 im 86. Lebensjahr.
 

Nach den Aufzeichnungen und dem Briefstempel hat Elisabeth Tombrock nach ihrer Heilung am 15. August 1909 bereits am 16. August 1909 in Lourdes 6 Postkarten verschickt mit gleichen, eigenhändig geschriebenen Texten an die Eltern, den Bruder Willi, der z. Z. auf der Uhrmacherschule in Glashütte war, an die Patentante Elisabeth Thomas, den Pfarrer der Marienkirche in Ahlen, die Schwestern im Krankenhaus und an den Pfarrer in Mühlheim an der Möhne. Die abgebildete Bildpostkarte zeigt "Le Poste des Brancardiers" - "Den Posten der Sanitäter" und eine Teilansicht vom Platz vor der Kathedrale in Lourdes. Diese "CARTE POSTALE" schickte sie mit dem Text: "Bin geheilt! Gruß Lisbeth" ihrer Patentante Witwe Thomas in Dolberg bei Hamm Westfalen Deutschland.

Elisabeth Thomas geb. Northoff war mit Stefan Thomas verheiratet.

 
 

Elisabeth Tombrock - Schwester Immaculata


Die Abbildung zeigt Schwester Immaculata. Sie trägt die Tracht der Konzeptionistinnen, deren Orden sie nach Ankunft in Santarem, Brasilien, 1910 beitreten wird.
Der Umhang war der sogenannte Chormantel, der beim Chorgebet (tägliches, mehrmaliges gemeinsames Gebet) getragen wurde. Er wich später dem blauen Skapulier. Die Farben blau und weiß sind seit Jahrhunderten die Farben der Unbefleckten Empfängnis der Mutter Gottes.(Lourdes). Sie war damals 23 Jahre alt.


Mutter Immaculata trägt hier den schwarzen Profeßschleier, wie er von allen Schwestern mit Gelübden getragen wird, es sei denn, die Arbeit erfordert zweckmäßigerweise einen weißen Schleier (Krankenpflege, Küche etc.) Die Novizinnen tragen einen weißen Schleier. Der blaue Chormantel war damals schon einem blauen Skapulier gewichen, darunter trägt Mutter Immaculata ihr weißes Ordenshabit. Die Schwestern trugen nicht immer das Missionskreuz, nur auf der Ausreise in die Mission.


Mutter Immaculata im Krankenbett

Das Leben von Elisabeth Tombrock als Schwester Immaculata wird von einigen Bildern begleitet, die sie in ihrer Ordenstracht zeigen.

Das Ordenskleid bestand im allgemeinem aus Habit, Zingulum oder Gürtel, bei vielen, nicht bei allen, dem Skapulier. Die Frauen trugen und tragen den Schleier, der ursprünglich nur über das Haar geworfen wurde. Kappe, Haube oder Stirnband sind Zutaten späterer Zeiten, die aber mit der Symbolik des Schleiers nichts zu tun haben.

Der Schleier ist das Attribut der Jungfrau. Der Stand der Jungfrauen bildete sich schon in der Urkirche heraus, sie weihten sich ganz Gott, lebten aber in ihrer Familie, sie waren hochgeachtet bei den Christen.

Wenn man die Reihenfolge im Heiligen-Kalender der römisch katholischen Kirche betrachtet, folgen auf die Gottesmutter Maria die Apostel, die Märtyrer und die Jungfrauen.

Die Heiligen sind Zeugen für die Wahrheit des Evangeliums Jesu Christi. Maria war die erste Zeugin für ihren Sohn. Die Märtyrer legten ihr Blutzeugnis ab. Die Jungfrauen folgten Jesus mit ungeteilter Hingabe. Das Zeichen für ihr Zeugnis ist der Schleier, der eine tiefe Symbolik hat. Die Jungfrau wollte sich niemand anderem zeigen als ihrem Herrn Jesus Chrsitus. Darüber hinaus ist der Schleier auch ein Zeichen dafür, dass Gott manchmal mit einem Menschen unverschleierten Angesichts spricht. Gott unverschleiert zu sehen, ist dem Menschen hier normalerweise nicht gegeben. Es gibt Ausnahmen. Als Mose vom Sinai herunter stieg, als er mit Gott von Angesicht zu Angesicht gesprochen hatte, verschleierte er sein Gesicht. An anderer Stelle heißt es im AT: "Gott wird den Schleier hinwegnehmen, der über den Völkern liegt." Der Schleier verhüllt und ist gleichzeitig ein endzeitliches Zeichen, wenn alles verhüllt wird.

Zingulum, der Gürtel, die Kordel ist franziskanischen Ursprungs. Franziskus wollte so arm sein, dass er nicht einmal mehr einen Ledergürtel tragen wollte. Vielmehr band er sich einen Maurerstrick - er war damals mit Mauererarbeiten beschäftigt - um die Hüften, der seinen Habit zusammen hielt. Das Zingulum der Missionsschwestern von der Unbefleckten Empfängnis der Mutter Gottes wurde von den Schwestern im Anfang aus weißer Wolle selbst angefertigt. Die drei Knoten im Zingulum erinnern an drei Gelübde.

Zur Tracht vieler Ordensgemeinschaften gehört das sogenannte Skapulier. (von scapularium) "Schulterkleid". Es ist ein Überwurf über das Ordenskleid. Im Sprachgebrauch der Orden erinnert es an das Joch, von dem Jesus im Evangelium spricht: "...Nehmt mein Joch auf euch und...mein Joch ist leicht. Die Schwestern wurden im Namen der Kirche in die Mission ausgesandt.

Auch das Missionskreuz, das den Schwestern überreicht wurde, war ein Zeichen dafür. Es ist gleichsam ein Zeichen der Verkündigung. Es wurde bei der Aussendung in die Mission überreicht auch als Zeichen kirchlicher Sendung. Das Missionskreuz hat einen Ehrenplatz bei den einzelnen Schwestern.

Der "weiße Rosenkranz" mit den weißen durchbohrten Kugeln, der von den Schwestern von der Unbefleckten Empfängnis getragen wurde und wird, hat nach franziskanischem Brauch sieben Gesetze. Es sind "die Sieben Freuden Mariens!". Das Kreuz am Rosenkranz hat eine Holzeinlage (Sterbekreuz)

Das zweite Vatikanische Konzil beauftragte nach 1965 die Ordengemeinschaften, ihre Trachten zu ändern und der heutigen Zeit anzupassen. Die einzelnen Ordensgemeinschaften konnten sich entscheiden, wie sie die Frage der Ordenstracht behandeln wollen.

Fast jede Ordensgemeinschaft, jedenfalls Schwesterngemeinschaft, hat ihr eigenes Zeichen, das bereits in seiner Symbolik etwas aussagt über den Geist und das Vorbild, dem die Mitglieder der Gemeinschaft folgen.

Die Medaille der Missionsschwestern von der Unbefleckten Empfängnis der Mutter Gottes - die eine Schwester bei der ersten zeitlichen Profess erhält - zeigt auf der Vorderseite das Gnadenbild von Neviges, das die Frau aus der Geheimen Offenbarung darstellt, mit dem Strahlenkranz der Sonne und mit 12 Sternen gekrönt, den Mond zu ihren Füßen, wie sie die Schlange zertritt. Darüber hinaus ist es auch auf die Unbefleckte Empfängnis der Mutter Gottes umgedeutet. Neviges ist der einzige Marienwallfahrtsort in Deutschland, an dem Maria als die Immaculata Conzeptio verehrt und angerufen wird. Die Unbefleckte Empfängnis ist ein römisch-katholisches Glaubensdogma, nach der die Gottesmutter Maria von dem Makel der Erbsünde bewahrt wurde.

Die Rückseite der Medaille stellt eine Monstranz vor, die auf einem angedeuteten Globus steht, umgeben von vier Engeln. Die Symbolik der Engel kommt sowohl aus dem Alten Testament als auch aus der Offenbarung im Neuen Testament. Sie umstehen den Thron Gottes und bringen ihm ununterbrochen Lob, Huldigung und Anbetung dar, ausgedrückt in ihren Symbolen von Harfe , Weihrauch und ihrer Gestik. Die Monstranz zeigt in der Mitte ein Kreuz als Zeichen, dass Jesus Christus für die Welt gestorben und auferstanden ist und so auch aus dem Verständnis der Christen der Herr der Welt ist.

Diese Medaille gilt auch als Zeichen der rechtlichen Zugehörigkeit zur Schwesterngemeinschaft.

Der Name dieser Ordensgemeinschaft ist:

Missionsschwestern von der Unbefleckten Empfängnis der Mutter Gottes. Unter diesem Titel ist sie die Patronin des Ordens, Der Dienst der Ordensgemeinschaft besteht neben der Caritas (Nächstenliebe) auch in der Anbetung Gottes und im Gebet für die Welt.

Möchten Sie etwas über den Dritten Orden erfahren?

Der Dritte Orden ist zweigeteilt. Der heilige Franziskus hat ihn zunächst für Laien gegründet, die außerhalb des Klosters aber doch nach seiner Form leben wollen.

Es gibt einmal die Franziskanische Gemeinschaft, kurz FG genannt. Die Mitglieder leben ein normales ziviles Leben mit oder ohne eigene Familie. Sie gehen bestimmte Verpflichtungen ein über Gebet, Lebensstil etc. Sie wählen Leiter oder Leiterrinnen für die verschiedenen Regional-Gruppen.

Es gibt auch den klösterlichen Dritten Orden. Ihm gehören überwiegend Frauengemeinschaften an, die caritativ tätig sind. Es gibt auch einige wenige Brüdergemeinschaften, die sich entsprechend betätigen. Diese Gemeinschaften führen sich ebenfalls auf Franziskus als ihren Gründer und Ordensvater zurück. Sie leben in getrennten klösterlichen Gemeinschaften.

Ist es eine den heiligen Franzikus verehrende weltliche Gemeinschaft, spricht man sowohl bei Männern als auch bei Frauen von einer Franziskanischen Vereinigung. Diese Gemeinschaften berufen sich ebenfalls auf Franziskus als ihren Gründer und Ordensvater. Den Mitgliedern ist es freigestellt, unter der täglichen Kleidung das sogenannte kleine Skapulier zu tragen.

Wer sich als Frau ernsthaft für das Leben im Kloster interessiert, kann 6 Monate als Postulantin (Anwärterin), hospitieren. Wenn die Potulantin auf diesem Weg bleiben will, erfolgt die Einkleidung. Das zweijährige Noviziat schließt sich an und danach das zeitliche Gelübde. Die ewigen Gelübde sind zeitlich unbegrenzt, sie werden für Zeit und Ewigkeit abgelegt.

Es handelt sich um drei Gelübde:

1. Armut, ohne persönliches Eigentum oder die Verfügung darüber
2. Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen
3. Gehorsam den Oberen gegenüber

Dank an Schwester Andrea in Münster, Missionsschwester von der Unbefleckten Empfängnis der Mutter Gottes, für die fachkundige Mithilfe bei den Recherchen

  
Das Bild zeigt Jesus Christus mit Dornenkrone und strahlendem Nimbus mit bis zu den Schultern reichendem langem Haar, Schnur- und Kinnbart und Körper umschlungenem Strick.

Oben links im Bild eine Urkunde mit zwei Siegeln, beschriftet mit:
JESUS NAZARENUS REX JUDAE ORUM
.

Oben rechts eine Signatur W. Geraedfe (?) 1909.

Dieses Bild ist auch auf dem Foto abgebildet, das Mutter Maria Immaculata auf dem Krankenbett wie auch auf dem Totenbett (23.4.1938) im Sterbezimmer zeigt.
 
 
Totenzettel aus Amerika               Totenzettel aus Deutschland

 

Inschrift auf dem Grabstein:

REV. MOTHER M

IMMACULATE

OF JESUS

* NOV. 14.1887

† APR. 23.1938

R.I.P.

 
 

Lebensdaten von

ELISABETH TOMBROCK

SCHWESTER MARIA IMMACULATA

 
 

1984 Einweihung der Marien-
Säule in Ahlen, mit Darstellung
der Elisabeth Tombrock,
Schwester Immaculata.
2004 Einsegnung einer
Erinnerungstafel
an Elisabeth Tombrock
am damaligen Standort ihres
Elternhauses an der Oststr.

 
Mitglieder des Freundeskreises "Kiek es drin" mit ihren Frauen, die Missionsschwestern aus Münster und Übersee, Familienangehörige der Elisabeth Tombrock und Mitglieder der Pfarrgemeinde St. Marien während des Festhochamtes.
 
Schwester Oberin Johanna Hohnhorst aus Münster von den Missionsschwestern der Unbefleckten Empfängnis der Mutter Gottes bei ihrer Predigt während des Festhochamtes in St. Marien, Ahlen.
 

Spiritual Paul Hövels und Ehrenbaas Werner Fischer während des
feierliches Hochamts tragen die Fürbitten, Dank- und Bittgebete vor:

So laßt uns beten für unsere Stadt Ahlen und alle Mitbürger....

 
 
  
Bronzetafel, 60 x 79 cm
Abbildung der Gedenktafel
 

In der Ahlener Zeitung berichtet Rainer Baldauf am 11. November 2004:

Als Erinnerung an ein Leben im Glauben

Mit einer Gedenktafel ehrt der Freundeskreis "Kiek es drin" von 1904 eine bedeutende Tochter der Stadt. Elisabeth Tombrock, bekannt als Ordensgründerin Schwester Immaculata, wurde in Ahlen neben der Marienkirche in ihrem Elternhaus Tombrock, heute Dieler, am 14. November 1887geboren.

Aus diesem Anlaß findet am Sonntag dem 14. November 2004 ein feierliches Hochamt in der Marienkirche statt, welches von Spiritual Paul Hövels aus Münster zelebriert wird.

Die Predigt hält die Oberin des von Elisabeth Tombrock mit begründeten Ordens der Missionsschwestern, Johanna Hohnhorst. Der Kirchenchor unter Leitung von Kantor Martin Schumacher singt die Messe von Haßler in A-Dur.

An diesem Tag wird im Hochamt auch der Lebenden und Verstorbenen, insbesondere der Verstorbenen des vor 100 Jahren gegründeten Freundeskreises "Kiek es drin" gedacht.

Der Evangelische Posaunenchor unter Leitung von Arno Leuthard wird den Feierlichkeiten einen würdevollen Rahmen verleihen.

Zum Hochamt wie auch zur Segnung der Gedenktafel durch Spiritual Paul Hövels der Würdigung des Lebenswerkes von Schwester immaculata durch die Oberin Johanna Hohnhorst sowie zur Ansprache von Bürgermeister Benedikt Ruhmöller sind alle Bürger der Stadt als Gäste eingeladen. An der Feier nehmen die Großneffen von Elisabeth Tombrock aus Sachsen teil, die zu diesem Ereignis ihr alte Heimatstadt besuchen

 

Einsegnung der Tafel am Haus Dieler, vormals Jürs Tombrock durch Spiritual Paul Hövels.

Neben dem Spiritual die amtierende Präsidentin des Freundeskreises
"Kiek es drin v. 1904" Brigitte Liedtke und der Baas Raphael Fischer.

 

Gruppenbild vor der Mariensäule von Gerhard Bücker, Vellern, auf der sich u.a. auch eine Figur der Mutter Immaculata befindet.

Die Herren des Freundeskreises "Kiek es drin v. 1904" mit roten Zylindern. Die Damen mit rotbebänderten Hüten. Familienangehörige Tombrock. Abordnung der Missionsschwestern aus Münster und Übersee sowie der Bürgermeister der Stadt Ahlen, Benedikt Ruhmöller

 
   

Das Jubiläum führte zahlreiche Mitglieder der Familie Tombrock zusammen, hier mit Weihbischof Dr. Overbeck und Provinzoberin Sr. Johanna


Die Ahlener Delegation vom "Kiek es drin" beim festlichen Empfang aus Anlass der 100 Jährigen Wiederkehr der Heilung von Elisabeth Tombrock, von den Missionsschwestern von der Unbefleckten Empfängnis der Mutter Gottes am 15. August 2009.

V. l . n. r. Werner Fischer, Jürgen Menke, Anni Fischer, Andreas Bußmann, Rudolf Bußmann



Für weitere Informationen über die Missionsschwestern von der Unbefleckten Empfängnis der Mutter Gottes klicken Sie bitte www.missionsschwestern-muenster.de sowie www.kulturelles-net.de an.

 

 bericht gedenktafel tombrock

Bericht gedenktafel tombrock 2

Das Ahlener Tageblatt berichtet am 02.02.2012:

Zeitungsbericht foerderverein tombrock

Ralf Steinhorst berichtet in der Ahlener Zeitung 22.01.2015:

strassenschild tombrock bericht 2

 

1997 übergab die ledige auf dem Hof Thomas in Dolberg lebende Frau Elisabeth Thomas,
Werner Fischer in Ahlen ihre gesammelten Unterlagen und Andenken ihrer Verwandten Elisabeth Tombrock.

Dieser Nachlass diente u.a. der Dokumentation über Elisabeth Tombrock und der Information über das Leben und Wirken dieser einzigartigen Frau aus Ahlen, die in Lourdes von ihrer Krankheit geheilt wurde.
Sie war die spätere Ordensgründerin der Missionsschwestern von der Unbefleckten Empfängnis der Mutter Gottes sowie auch die Namensgeberin des Elisabeth-Tombrock-Hauses in Ahlen in Westfalen.

Am 23.05.2017 besuchte die Generaloberin Livramento de Oliveir aus Amerika während eines Besuches in Deutschland auch das Interreligiöse Museum im Ahlener Goldchmiedehaus.
Bei ihrem Besuch wurden ihr von Werner Fischer diverse Unterlagen, religiöse Devotionalien von
Schwester Immakulata - Elisabeth Tombrock - ausgehändigt.

troester fischer kl

Am 18. April 2018 übergab Werner Fischer dann im Alter von 88 Jahren die noch bei ihm verbliebenen Unterlagen der Elisabeth Tombrock an Frau Anne Tröster, Leiterin des Elisabeth-Tombrock-Hauses in Ahlen, die sie dankbar entgegen nahm.

Zeitungsbericht Tombrock Festakt Gottesdienst

Der Gedenkgottesdienst und der Festakt fanden am 16.08.2018 statt.
Anni und Werner Fischer zählten zu den Gästen.

 Gedächtnisausstellung
Anita-Blum-Paulmichl
25. Mai - 05. Juni. 2011

Hier können Sie das Werkverzeichnis der Medaillen
von Frau Blum einsehen.

 

Der unter dem nachfolgenden Link einsehbare Artikel basiert auf einem Vortrag, den die Hauptkonservatorin Dr. Ingrid Szeiklies-Weber zur Eröffnung einer Blum-Paulmichl Ausstellung in der Staatlichen Münzsammlung München hielt.

Werner Fischer, Leiter des Museums im Goldschmiedehaus Ahlen dankt Frau Ingrid S. Weber für die Erlaubnis. ihren Artikel im Internet veröffentlichen zu dürfen.


Alljährlich nach dem Fest Mariä Geburt, wenn die Wallfahrt der Ahlener nach Telgte kommt, erscheint das Gnadenbild der Schmerzhaften Mutter im Schmuck der von den Ahlener Pilgern gestifteten Pilgermedaille, gestaltet von der Ahlener Künstlerin Anita Blum-Paulmichl.
Sie wurde der Schmerzhaften Mutter von Bischof Heinrich Tenhumberg am 9. September 1979 übergeben.

Die Medaille hing an einem Ripsband in den Farben Rot-Weiß, den Ahlener Farben, um so den Bezug zu Ahlen kenntlich zu machen. Sehr bald meinte man in Ahlen, es sei zuviel an Bescheidenheit, wenn die Schmerzhafte Mutter ihre Medaille an einem Ripsband tragen müsse. Seit 1992 trägt die Schmerzhafte Mutter die Medaille an einer Kette, deren einzelne Glieder nach dem Buchstaben "A" gestaltet sind; so ist der Bezug zu Ahlen weiterhin ersichtlich.

Die Kette wurde in der Goldschmiedewerkstatt von Werner Fischer - Ahlen aus Sterlingsilber erstellt.
Aus "Die Ahlener Fußwallfahrt zur Schmerzhaften Mutter von Telgte 1847-1996" von Paul Röschenbleck

Rainer Baldauf berichtet in der Ahlener Zeitung vom Samstag den 4.6.2011:

Frau Voss-Loermann berichtet im Ahlener Tageblatt vom Montag den 30.05.2011:

Redakteur Reiner Baldauf berichtet in der Ahlener Zeitung am Samstag den 28.05.2011 unter Kultur/Lokal:
VHS Ahlen 27.05.2011:


Das Foto zeigt v.l.n.r. Ausstellungsleiter Werner Fischer, der Leiter der Volkshochschule Rudolf Blauth, Thomas Gramatke, Lothar Renfert, Uwe Schnafel, Bruni Rasche, Christine Klang u. Constantin Paulmichl.

Frau Voss-Loermann berichtet in der Glocke vom 17.05.2011:

Herr Dennis Romberg berichtet in der Ahlener Zeitung vom 17.05.2011:

Aussstellungseröffnung
"Anita Blum-Paulmichl 1911-1981 – Medaillen-Kunst aus Ahlen"
Grußwort von Bürgermeister Benedikt Ruhmöller

Sehr gerne überbringe ich als Bürgermeister und Schirmherr die Grüße der Stadt zu dieser bemerkenswerten Ausstellungseröffnung! Es sind drei "Bemerkenswertigkeiten", die ich an-sprechen möchte.

1. Wir verfügen in Ahlen offensichtlich über eine breite und vielfältige Ausstellungsland-schaft. An diesem "Internationalen Museumstag" bringen wir sie besonders eindrucksvoll zur Geltung. Daran beteiligen sich das Fritz-Winter-Haus und der KunstVerein in der Stadtgale-rie, das Heimatmuseum und schließlich dieses "Museum im Goldschmiedehaus". Wir können stolz sein auf dieses Angebot der bildenden Kunst, das auch immer wieder von einem zahlrei-chen und interessierten Publikum wahrgenommen wird. Unsere Ausstellungsangebote gehören zur Lebensqualität in Ahlen und werben zugleich für diese Stadt in der ganzen Region.

2. Die zweite "Bemerkenswertigkeit" sehe ich in diesem Gold-Museum und in seinem "Di-rektor" Werner Fischer. Hier werden ständig edle Preziosen der sakralen Kunst des Christen-tums, des Judentums sowie zunehmend auch anderer Religionen ansprechend präsentiert. Da-neben verfügt das Privatmuseum über eine ebenfalls bemerkenswerte Uhrensammlung. Doch der unermüdliche und umtriebige Werner Fischer versteht es auch immer wieder, durch neue Ausstellungsprojekte das Interesse der Kunst-Freunde auf sein Haus zu lenken.

So war es wieder einmal Werner Fischer, der vor mehreren Monaten die Initiative ergriff, den 100. Geburtstag der 1981 verstorbenen Anita Blum-Paulmichl zu nutzen, um das herausra-gende künstlerische Werk der Medaillen-Künstlerin zu würdigen und sie sowohl als Person als auch ihr kreatives Schaffen öffentlich in Erinnerung zu rufen.

3. Unbedingt bemerkenswert ist schließlich diese Anita Blum-Paulmichl. Die Absolventin der Hochschule für bildende Künste in Berlin zählt unbestritten zur Elite der anerkannten Medail-lenkünstlerinnen in Europa. Die in Florenz und in Madrid preisgekrönte Künstlerin hat in vie-len Ländern und renommierten Museen ausgestellt.

Dabei zeigte sich die Künstlerin stets ihrer Wahlheimat eng verbunden. Sie lebte von 1945 bis zu ihrem viel zu frühen Tod 1981 in Ahlen. Während dieser 36 Jahre schuf sie 264 von insge-samt 269 Medaillen. Davon hat sie immerhin 33 Medaillen unserer Stadt gewidmet und sich damit um das kulturelle Erbe Ahlens sehr verdient gemacht. In einem Ausstellungskatalog aus dem Jahre 1986 wird betont, dass "nur sehr wenige Städte in Deutschland eine derart reiche metallene Chronik hoher künstlerischer Qualität vorweisen können".

Der Sohn der Künstlerin, Constantin Paulmichl, Mitarbeiter unserer Volkshochschule, hat gemeinsam mit seiner Familie für diese Ausstellung sehr großzügig und hilfsbereit alle ver-fügbaren Exponate seiner Mutter zur Verfügung gestellt. Dafür herzlichen Dank! Ohne diese Unterstützung wäre die Ausstellung nicht möglich gewesen.

Mein Dank gilt natürlich auch dem immerjungen Initiator und unermüdlichen Organisator Werner Fischer, der gemeinsam mit seiner Familie und vielen weiteren Unterstützern die Ausstellung liebevoll und sehr sachkundig zusammengestellt hat. Eine Ausstellung, der ich in den kommenden Wochen eine große Resonanz in der Bevölkerung wünsche!

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Gedächtnisausstellung Anita Blum-Paulmichl 1911 – 1981 Medaillen-Kunst aus Ahlen
Schirmherr: Bürgermeister Benedikt Ruhmöller
in Zusammenarbeit mit der Stadt Ahlen
Museum im Goldschmiedehaus Ahlen 15. Mai – 5. Juni 2011
Geöffnet Dienstag bis Freitag und Sonntag 15-17 Uhr

Begrüßungs-Ansprache des Museumleiters Werner Fischer zur Eröffnung der Gedächtnisausstellung Anita Blum-Paulmichl 1911 – 1981
Medaillen-Kunst aus Ahlen am 15. Mai 2011 um 17 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren!

Sehr geehrter Herr Dr. Gerd Dethlefs, Vorsitzender des Vereins der Münzfreunde für Westfalen, Historiker am LWL-Landesmuseum Münster und Spezialist für die Medaillenkunst des 20. Jahrhunderts. Sie werden das Werk der Künstlerin Anita Blum-Paulmichl im Kontext der deutschen Medaillen des 20. Jahrhunderts würdigen.
Sehr geehrter Herr Bürgermeister Benedikt Ruhmöller, Sie nehmen die Leistungen der Ahlener Bürgerin Anita Blum-Paulmichl mit dem ihr zustehenden Platz in der Erinnerungskultur dieser Stadt wahr, indem Sie für diese Gedächtnis-Ausstellung die Schirmherrschaft übernommen haben. Das bedeutet auch, dass die Volkshochschule wie auch die städtischen Kulturträger diese Ausstellung aktiv begleiten.
Liebe Mitglieder der AG, der Arbeitsgemeinschaft Blum, Frau Dr. Eilers, Frau Loi, Rudolf Aperdannier, Rudolf Blauth, Constsantin Paulmichl, Raphael Fischer und die nicht namentlich genannten Helfer, Goldschmiede aus dem Hause Fischer und insbesondere meine liebe Frau Anni.
Sie alle haben mit unterstützenden guten Ideen und helfenden Händen großen Anteil am Zustandekommen dieser Ausstellung!
Liebe Familie Paulmichl, Verwandte und Freunde der Medaillenkunst, auch Ihnen möchte ich ein herzliches Willkommen zurufen.

Ebenso begrüßen möchte ich den jungen aufstrebenen, musikalisch talentierten 17-jährigen Jan Rentel aus Versmold, der uns auf seiner Harfe eine Brücke bietet zu David und den alttestamentarischen Themen einiger Medaillen von Anita Blum- Paulmichl.
Ich begrüße auch die Journalisten von Nah und Fern. Sie sind die eigentlichen Erinnerungsträger mit einer immensen Verantwortung. Sie stimmen uns mit Ihren Nachrichten, mit Ihren Berichten traurig, oftmals aber auch froh.

Dieser heutige Sonntag ist für uns alle ein froher Tag, denn diese Ausstellungseröffnung, eingebettet in den internationalen Museumstag, ist reich an Erinnerungen und Informationen.

Als ich vor Jahren wieder einmal im Ahlener Ratssaal weilte, fiel mein Blick auf den Wandteppich von Herma Blum - Zwillingschwester von Anita Blum-Paulmichl - die ebenfalls vorgestern, am Freitag den 100. Geburtstag hatte. Wie viele junge Frauen mag sie wohl zur Kunst geführt und ihnen das Weben beigebracht haben? Oder denken wir an Robert Paulmichl, dessen Kunstwerke an stillen und verkehrsreichen Orten nicht nur in Ahlen der Erinnerung dienen.

Anfang des vergangenen Jahres 2010 trat ich mit der Bitte an Sie heran, Herr Paulmichl, ob Sie sich vorstellen könnten, über die von Ihrer Mutter entworfenen und geschaffenen Medaillen eine Ausstellung im Museum im Goldschmiedehaus durchzuführen. Sie zeigten sich nicht abgeneigt. Dann aber ließen gesundheitliche Gründe Ihrerseits zunächst das Vorhaben in weite Ferne rücken. Als dann jedoch Herr Blauth, Leiter der VHS Ahlen, Ihnen, Herr Paulmichl, seine Mithilfe anbot, war eigentlich der Grundstein für diese Ausstellung gelegt.

Im Namen kunstsinniger Bürger dieser Stadt möchte ich Ihnen, Herr Paulmichl, sehr herzlich dafür danken, dass Sie die Medaillen verwahrt und bewahrt haben, die es uns überhaupt ermöglichen, fast das gesamte Lebenswerk Ihrer Frau Mutter hier zu zeigen.
Diese Ausstellung ist eine Hommage an die begnadete Medaillen-Künstlerin Anita Blum-Paulmichl, deren Lebenswerk vom Entwurf bis zum anschauungswürdigen Kunstwerk hier in dieser Ahlener Ausstellung Zeugnis ablegt für ihr künstlerisches Schaffen.
Die Ausstellung ist nicht monumental, die sich spektakulär präsentiert. Sie zeigt jedoch, wie die Künstlerin Anita Blum-Paulmichl ihre Gedanken von der Skizze des Entwurfs bis zur Fertigstellung der Medaille umsetzt.


In minimus Deus maximus - im Kleinsten zeigt sich Gott am größten.


Wir hören von Herrn Jan Rentel auf seiner Harfe
Claude Debussy, Clair de lune
1. Satz aus dem Konzert in B-Dur von Georg Friedrich Händel
Sonata in C-Moll von Sophia Giussani Dossek  

Für Computer Freaks

Sas Werkverzeichnis der Medaillen von Anita Blum-Paulmichl finden Sie im Internet unter: www.alt.goldschmiedemuseum.de
Ausstellungen Anita Blum-Paulmichl.
Über eine Ausstellung von Herma Blum 1965 wird im Internet unter
www.studio-18-ahlen.de berichtet. (WF)

Die Ahlener Zeitung berichtet am 13.05.2011:

Herr Reinhard Baldauf berichtet in der Ahlener Zeitung am 22.04.2011:

Frau Angelika Knöpker berichtet in der Glocke vom 21.04.2011:

Vor 100 Jahren - am 13. Mai 1911 wurde Anita Blum in Düsseldorf geboren. Nach dem 2. Weltkrieg wurde sie eine Ahlener Bürgerin. Ihr anerkanntes, internationales, künstlerisches Schaffen als Medailleurin soll mit einer Ausstellung im Museum im Goldschmiedehaus Ahlen, Oststr. 69, vom 15. Mai bis zum 5. Juni 2011 durch eine Medaillen-Ausstellung gewürdigt werden.

 

 

 

Das Ahlener Tageblatt berichtet am 28.01.2012

Zeitungsbericht kranz gedenken

Seit 1996 ist der 27. Januar in Deutschland der „Gedenktag für die Opfer des Nationalsozialismus.“ Am Freitag Vormittag, dem 27. Januar 2012 gestalteten Schüler der 9. und 12. Jahrgangsstufe der beiden Gymnasien eine gemeinsame Gedenkfeier. An der Gedenkstätte für die Ahlener Opfer am Bruno-Wagler-Weg legten Werner Fischer, Sprecher des Forums Brüderlichkeit, und Schüler Benedikt Wöste einen Kranz nieder.

 

Götterwelt des Hinduismus
22. Jan. - 12. Feb. 2012

Exponate

Ein Prachtexponat in der Ausstellung "Die Götterwelt des Hinduismus" im Interreligiösen Museum im Goldschmiedehaus Ahlen vom 22.2., bis 13.3.2012 war der Stab eines Hindupriesters KADIYAM aus dem Hindu Shankarar Sri Kamadschi Ampal Tempel in Hamm-Uentrup. Der von einem Silberschmied angefertigte Stab besteht aus fünf konischen, sich verjüngenden Silberrohren, die jeweils in ein Silberbündchen mit halbrundem Profil verlaufen. Die Rohre wie auch die Bündchen sind mit Mustern profiliert. Das obere Endstück wird mit einer gewölbten Silberkappe abgedeckt. Als Abschluß krönt ein ruhender Stier den Stab. Der Name des Stabes könnte THANDAM oder auch KADIYAM sein. Wenn Ihnen ein weiterer Name bekannt ist, teilen Sie dem Museum bitte den Namen mit.

 

Lingam auf Yoni

Karnataka 19. Jahrh.

Leihgeber: Hans-Joachim Kölsch, Landau

Foto: Severin Langer

Garnesha

Als Bäla-Ganapati mit einer Schale Süßigkeiten in der Hand.

Pätan/Nepal um 1990

Leihgeber: Hans-Joachim Kölsch, Landau

Foto: Severin Langer

Garnesha liegt auf Diwan

Ihm gegenüber die Ratte, sein Reittier, wird durch Stola verdeckt.

Leihgeber: Sri Sithivinayagar Tempel , Hamm

Im Vordergrund eine hinuistische Gebetskette "Mala" aus asiatischen Quittenkernen

Leihgeber: Hans-Joachim Kölsch, Landau

Foto: Severin Langer

 

 

Die Ahlener Zeitung berichtet am 14. Februar 2012:

 

Prominenter Besucher der Ausstellung "Die Götterwelt des Hinduismus": Sunil Mann, der indischstämmige Schweizer.

Sunil Mann war 3 Tage in Ahlen, um Anregungen, Geistesblitze für seinen Krimi zu erhalten, der im Rahmen des internationalen Krimifestivals "Mord am Hellweg" in Ahlen stattfinden könnte.

Er besuchte auch die Ausstellung "Die Götterwelt des Hinduismus" im Interreligiösen Museum im Goldschmiedehaus Ahlen. Von besonderem Interesse waren für ihn die Exponate der Buddhismuspräsentation. Mehr wird nicht verraten.

 

 

Im Vordergrund zwei fünflichtige, von einem Pfau bekrönte Öllampen.

Der Hindupriester Sandrasegaram Ravindran trägt goldene Ketten (Mala, Malaials) als Zeichen seiner Würde. Das Zeichen seiner Priesterschaft ist die vorne von seinem Wickelrock ausgehende bis über den Rücken laufende Kordel, die aus zwei Fäden besteht und für die Ehe um einen Faden sowie für jedes geborene Kind um einen weiteren Faden ergänzt wird.

Auf dem improvisierten Altar befindet sich die metallene Figur des Gottes Ganesha, geschmückt mit einer grün-goldenen Stola. Davor zwei Butterlampen, in deren Schalen sich natürliche Blumen befinden. Dazwischen ist der Teller mit den Gaben aufgestellt. Vorne befindet sich eine dreistufige Öllampe, die für die Zeremonie Verwendung findet.

Da der Priester die Pooja in Sanskrit (Sprache) hält, werden seine Worte von der Dolmetscherin
Chansutha Thangarathnarajah aus Köln übersetzt.

 

 

Während der Poojazeremonie bittet der Hindupriester Sandrasegaram Ravindran das Ehepaar Fischer und Sohn Raphael zu sich. Er steckt ihnen einen geflochtenen Ring aus Bast (“Thethpai”) an den Finger und überreicht die zuvor geweihten Gaben. Foto: Severin Langer.

 

Redakteur Reinhard Baldauf berichtet am 11.02.2012 in der Ahlener Zeitung / KULTUR LOKAL:

 

Die Glocke berichtet am Dienstag, 7. Februar 2012:


Eine der vielen Geschichten über den Elefantengott Ganesha

Ganesha ist der Sohn Shivas und Parvatis und gehört zu den beliebtesten Göttern des Hinduismus. Streng genommen muss man ihn jedoch nur als Sohn Parvatis ansehen, die ihn aus Lehm formte, als Shiva längere Zeit meditierte. Zu dieser Zeit hatte er noch einen Menschenkopf, der ihm jedoch von Shiva in einem Wutanfall abgeschlagen wurde, als Ganesha ihm den Zutritt zu den Räumen Parvatis verweigerte. Parvati flehte Shiva an, ihren Sohn zu retten und Shiva versprach, den abgeschlagenen Kopf durch den Kopf des ersten vorbeikommenden Wesens zu ersetzen. Als erstes kam ein Elefant vorbei, daher der Elefantenkopf. Ganeshas Reittier ist eine Ratte und steht für seine Anhänger unter Naturschutz. Foto: Ralf Steinhorst.


 

Heilige Tiere - Pfau

Der Pfau ist für viele Menschen ein schönes, ein nützliches, für Europäer auch ein Symbol als eitles, geltungssüchtiges Tier. Der Pfau soll aus Indien stammen und hat im Hinduismus eine besondere Bedeutung.
Er gilt als Reittier verschiedener Götter u.a. von Skanda, dem Kriegsgott, dem Sohn von Shiva. Die Pfauabbildung ist seit 1973 das Nationalemblem von Indien.
Wie auf der Abbildung sichbar, kann der Schwanz bei diesem Pfau Messerfunktionen im Haushalt übernehmen.


Das Bild zeigt den Bürgermeister der Stadt Ahlen, Benedikt Ruhmöller, Schirmherr der Ausstellung "Die Götterwelt des Hinduismus" bei seiner Eröffnungsansprache.

Auf dem Podium die zeremoniellen Gegenstände und Gaben zur Feier der Pooja (hinduistische Andacht).
Im Vordergrund der silberne Stab des Hindupriesters.

 

Text der Ansprache von Museumsleiter Werner Fischer zur Eröffnung am Sonntag, den 22. Januar 2012:

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Benedikt Ruhmöller,
Schirmherr der Ausstellung "Die Götterwelt des Hinduismus".

Ich begrüße Sie, auch im Namen der VHS, und danke Ihnen für Ihr Patronat.

Meine besonderen Segensgrüße entbiete ich, auch in Ihrer aller Namen, dem Hindu Priester Arumagam Paskaran, der im Hindu Shankarar Sri Kamadchi Ampal Tempel in Uentrop residiert und zelebriert.

Als Herr Blauth, Leiter der VHS Ahlen, und ich Sie, Sri Arumagam Paskaran, über unser Vorhaben informierten, in Ahlen eine Ausstellung über den Hinduismus zu präsentieren, unterstützten Sie unsere Planungen von der ersten Stunde an in liebenswürdiger Weise.

Das geschieht nicht ganz uneigennützig, denn Sie möchten der Tempelanlage in Uentrop ein internationales hinduistisches Kulturzentrum angliedern. Die Baupläne sind bereits fertig und eingereicht. In Dolberg und Uentrop entwickeln sich Standortmagneten, die wir Ahlener sehr begrüßen.

Sie, Sri Paskaran, kamen 1985 als Flüchtling nach Deutschland und fuhren zu einem späteren Zeitpunkt mit der Bahn von Berlin über Ahlen nach Paris.
Während der Bahnfahrt verspürten Sie, als Sie Ahlen durchfuhren, Hunger und stiegen in Hamm aus dem Zug, um Nahrung zu sich zu nehmen.
Die Fahrtunterbrechung war für Sie das Zeichen, genau in dieser Region um Hamm einen Tempel zu errichten, und diesen Wunsch der Götter erfüllten Sie.

Sie stammen aus einer Priesterfamilie und sind schon von Geburt an zum Priester bestimmt.

Wir wünschen Ihnen auch für die Zukunft den Segen der hinduistischen Götter.

Unser Dank gilt der Familie Massin, insbesondere Frau Mechthild Massin und ihrer Tochter Monique, die Indien ein halbes Jahr bereiste. Viele der hier gezeigten Exponate stammen demzufolge aus dem Hause Massin.
Herzlichen Dank, Mechthild Massin, für die intensive Mitarbeit.

In den Dank mit einbinden möchte ich auch Herrn Dr. Armin Künne, der die praktische Aufbauarbeit der Ausstellung unterstützte. Auch Herrn Weingarten vom Lütkeweg sowie Herrn Detemple und weiteren Leihgebern aus Hamm gilt mein Dank.

Der Presse möchte ich danken für ihre Darstellungen und Berichte über die politisch kulturellen Wochen in Ahlen, Sendenhorst und Drensteinfurt.

Es ist fast selbstverständlich, dass alle Mitarbeiter des Unternehmens von Raphael Fischer eingespannt werden, um eine solch imposante Ausstellung in Szene zu setzen.

Nicht sichtbar aber dennoch wichtigster Garant für eine Ausstellung im Interreligiösen Museum im Goldschmiedehaus Ahlen ist der Einsatz meiner Ehefrau Anni. Danke.

Ganz besonders bedanken möchten die VHS Ahlen, Herr Rudolf Blauth und ich uns bei Herrn Kölsch, dem Leiter des Museums unterm Trifels in Annweiler in der Pfalz, der mit seiner wertvollen Sammlung der indischen Gottheiten und den informativen Texten den Grundstock für die Ahlener Ausstellung gelegt hat.

Wir dürfen ihn heute als unseren Gast in Ahlen begrüßen und werden das Vergnügen haben, seinem Vortrag lauschen zu dürfen als Ethnologe und Indien Experten.

Als ich mich mit Indien und der hinduistischen Religion beschäftigte, stellte ich fest: sie ist farbig, sie ist bunt, sie ist dynamisch, menschlich fröhlich und doch von selbstverständlicher Ernsthaftigkeit.

Gestatten Sie mir zum Schluß meiner Worte, Ihnen ein Bild vor Augen zu führen:

Ein Inder, ein Hindu betritt ehrfürchtig den Paulus Dom zu Münster. Er sieht sich um und betrachtet die Skulptur des heiligen Apostels Paulus mit seinem Attribut, dem gezückten Schwert!

Was mag dem Menschen hinduistischen Glaubens dabei durch den Kopf gehen? Wir wissen es nicht.

Darum bitte ich Sie, verehrte Anwesende, wenn Sie die hinduistischen Gottheiten betrachten, um Respekt für eine fremde Religion, die sich hier in bescheidenem Maße stumm vorstellt.

Gott zeigt sich uns in vielfältiger Weise.

Manchmal müssen wir uns bemühen, ihn zu erkennen.

Viel Freude dabei wünscht Ihnen Ihr Werner Fischer.

 

Der Redakteur Dierk Hartleb berichtet in der Ahlener Zeitung unter "Kultur/Lokal" am Samstag, 31. Dezember 2011:

 

 

Ausstellung "Islam - Türkisches Leben" im
Interreligiösen Museum im Goldschmiedehaus

vom 31. Januar bis zum 21. März 2010

 

Mit dem Ausklang der Veranstaltungsreihe "Woche der Brüderlichkeit"
schloss zugleich die vielbeachtete Ausstellung
"Islam und türkisches Leben"
im Museum ihre Pforten.

 

Dierk Hartleb berichtet in der Ahlener Zeitung am 23. März 2010:


Heinz Aden erwies sich als exzellenter Interpret des
Jüdischen Witzes. Auch Tania Pentscheva, die den
musikalischen Part übernahm, lachte gerne mit.


Hausherr Werner Fischer (2. v. l.) begrüßte die Besucher am
Sonntagnachmittag zum Abschluss der "Woche der Brüderlichkeit"

Hintersinniges und wohlklingende Klänge
Konzertlesung zu Abschluss der Woche der Brüderlichkeit

Von Dierk Hartleb

Ahlen. Gibt es einen typischen Humor? Diese Frage kann spätestens seit Sonntag mit einem klaren "Ja" beantwortet werden, als Heinz Aden im Museum im Goldschmiedehaus einige Kostproben aus dem Buch "Jetzt mal Tacheles" vortrug, in denen Dina und Leonie Spiegel die Lieblingswitze ihres Vaters Paul Spiegel zusammengetragen haben.
Zum Abschluss der Wochen der Brüderlichkeit - "mit einer,Woche geben wir uns nicht mehr zufrieden", wie VHS-Leiter Rudolf Blauth augenzwinkernd anmerkte, konnte Hausherr Werner Fischer zu einer doppelten Fi-

"Danke, Herr Fischer."
Werner Fischer

nissage begrüßen: Mit dem Ausklang der Veranstaltungsreihe "Woche der Brüderlichkeit" schloss zugleich die vielbeachtete Ausstellung Islam im Museum ihre Pforten. Die Anerkennung, welche die Ausstellung zur "Politisch-kulturellen Woche Türkei" der Volkshochschule gefunden hat, fasste Fischer in dem Satz eines zehnjährige!! türkischen Jungen zusammen der ihm nach einer Führung durch die Ausstellung sagte "Danke, Herr Fischer." Das sei für ihn das größte Lob gewesen.
Besinnliches, Nachdenkliches und Fröhliches hatte Hildegard Offele-Aden für ihr« von Musik begleiteten und manchmal auch unterlegten Texte ausgesucht, die sie <Irin Publikum vortrug. Unter den
Überschriften "Leben, lieben, lachen" beschäftigte sich die Ahlenar Autorin mit Prosa und Lyrik bekannter jüdischer Schriftsteller wie Heinrich Heine, Rose Ausländer, Mascha Kaleko oder Else Lasker-Schüler.
Es waren literarische Zeugnisse, die eine große innere Zerrissenheit, eine tiefe Melancholie und eine zutiefst verletzte Seele widerspiegelten, wie es zum Beispiel die Zeilen von der im galizischen Chrzanow, vor dem Ersten Weltkrieg zu Österreich-Ungarn gehörend, geborenen Mascha Kaleko ausdrücken "Wenn Du nicht da bist, ist mein Herz verreist".
Die jüdischen Märchen die Offele-Aden einstreute, klangen versöhnlicher, als manches andere, wobei das "Ja" zum Leben der Rose Ausländer gehörte, die in einem Kellerversteck der Deportation und Vernichtung durch die Nationalsozialisten entging. Auch Heines Kindheitserinnerungen zeichnen ein anderes Bild Deutschlands als der spätere Heine, der in Paris Abstand von seinem Vaterland genoss.
Mal korrespondierend, mal kontrapunktisch setzte Tania Pentcheva die Akkorde auf der Gitarre. Die in Münster lebende Gitarristin, die nach ihrer Übersiedlung von Plodiv in Bulgarien nach Deutschland bei Professor Reinbert Evers an der Musikhochschule Münster studiert hat, setzte die Texte in Klangbilder um.
Als Humoristen und begabten Witzeerzähler erlebten die Zuhörer Heinz Aden. Der evangelische Pfarrer im Ruhestand erwies sich als exzellenter Interpret jüdischen Humors und stützte sich dabei auf das erwähnte Buch "Jetzt mal Tácheles". Sein Resümee aus den Studium des jüdischen Witzes: hintergründig, tiefenpsychologisch, makaberderb, selbstironisch. Viele beschäftigen sich mit dem Verhältnis von Juden und katholischen Christen. Dabei sind die Juden den Christen immer ein kleines Stück voraus: Katholiken können bestenfalls Papst werden, Juden aber auch Gott.
Mit einem Lächeln auf den Lippen verließen die Besucher das Museum - in Vorfreude auf die nächste Begegnung mit jüdischem Humor.

 

Ansprache des Museumsleiters Werner Fischer am Sonntag dem 21. März 2010 um 17 Uhr im Museum im Goldschmiedehaus Ahlen

Sehr verehrte Damen und Herren,

Oktav, lateinisch octavus, der achte, ist in der katholischen Liturgie der Name des achten Tags nach einem Hochfest, der als Nachklang und Abschluß begangen wird.

So hat die Woche der Brüderlichkeit in Deutschland einen zeitlichen Rahmen erhalten, der in Ahlen jahrzehntelang einen festen Platz im Veranstaltungs-Kalendarium hat.

Die Woche der Brüderlichkeit hat einen Schirmherrn in Ahlen ist es der ehemalige Bürgermeister und Ehrenbürger Horst Jaunich, in dessen Ägide sich die Gedenkwochen entwickelt haben.

Der Begriff Schirmherr ist in Deutschland seit dem Mittelalter bekannt, hatten doch Jüdische Gemeinschaften Schutz durch einen Schirmherrn. Dieser Schutz wurde aber nicht immer wirklich geleistet, sagt die Geschichte.

Seit über 20 Jahren versammeln sich freiwillig und ohne Bezahlung Personen, um dieser Woche der Brüderlichkeit in Ahlen Profil zu geben, Angebote vorzubereiten und durchzuführen, um eine Gedächtniskultur zu verankern, ohne aktuelle Geschehnisse aus den Augen zu verlieren.

Eigenwilligkeit gepaart mit Toleranz,Verantwortung übernehmen für Diskussionspartner bei freier Rede, um Überzeugung ringen bei heiklen Themen, unterschiedliche Weltanschauungen neutral zu bewerten, Kritik zu ertragen. Das und vieles mehr geschieht am runden Tisch des Forums Brüderlichkeit im alten Rathaus.

Die eigentliche Arbeit, die Organisation, die Regie liegt in den bewährten Händen des Leiters der Volkshochschule Ahlen, dem Motor der Woche der Brüderlichkeit, Herrn Rudolf Blauth.

Wir anderen dürfen als Fahrer und Beifahrer mit tätig sein.

Heute treffen wir uns im Museum im Goldschmiedehaus zu zwei Abschlußveranstaltungen. Zum einen beenden wir heute die erfolgreiche Ausstellung ISLAM und türkisches Leben, die übergroßes Interesse in Ahlen und der Region fand und die Woche der Brüderlichkeit 2010.

Von besonderer Bedeutung ist, dass Menschen verschiedener Glaubensbekenntnisse einmütig der Sache wegen zusammen gewirkt haben.

Persönlich werde ich nie vergessen, dass nach einer Führung ein ca. 10 Jahre Schüler islamischen Glaubens zu mir kam, mir die Hand gab und sagte: "Danke, Herr Fischer."

Zum Schluß - und das ist der von Ihnen allen nun schon lang erwartete Anfang der Abschlußveranstaltung " Jüdische Texte mit Musik" mit Tania Pentschewa, Absolventin der Musikakademie Plovdiv, der zweit größten Stadt Bulgariens mit über 400 000 Einwohnern, heute wohnhaft in Münster.

Neben der Musik wird die Ahlener Autorin Hildegard Offele-Aden uns erfreuen mit Texten aus ihren Büchern. Ihr Gatte, Pastor Heinz Aden, langjähriges Mitglied des Forums Brüderlichkeit wird uns mit jiddischen Witzen unterhalten.

Lachen ist gesund und wenn die Nonnen fasten in den Klostern, ja liebe Freunde, dann Ostern.

 

Die Glocke berichtet am 19.03.2010:

Das Museum im Goldschmiedehaus Ahlen berichtet:

Besucher und Besuchergruppen aus Beckum, Münster, Oelde und anderen umliegenden Orten, sowie auch Schulklassen aus Ahlen interessieren sich neben den ständigen Exponaten und Unikaten anderer Religionen verstärkt für den Islam.
Nach Rücksprache mit den Leihgebern sind sie bereit, ihre Exponate für die Sonderausstellung ISLAM – türkisches Leben bis einschließlich Sonntag, 21. März 2010 im Museum im Goldschmiedehaus zu belassen.

Anmeldungen für Führungen und Vorträge kamen in den letzten Tagen so zahlreich, dass eine Verlängerung notwendig ist, um die Besucherwünsche zu erfüllen.

SINN aktiv-Gruppen besuchten die Ausstellung
"Islam und türkisches Leben"

Eine große Anzahl Interessierter aus dem Gesprächskreis "Glaube und Spiritualität" und  "SINN für Kultur" im SINN-Netzwerk besuchten im März 2010 gemeinsam die Ausstellung im Goldschmiedemuseum im Rahmen der diesjährigen "Politisch-Kulturellen Wochen" mit dem Schwerpunktthema "Türkei".

 Die Ausstellung im Goldschmiedemuseum mit Exponaten religiöser und ritueller Gegenstände des Islam interessierte die BesucherInnen sehr. Goldschmiedemeister Werner Fischer führte in seiner Einleitung zunächst in die Entstehungsgeschichte und Grundlagen der beiden großen Religionen, Christentum und Islam, ein. Er beleuchtete insbesondere das Gemeinsame zwischen christlicher und islamischer Religion und warb für ein friedliches, wertschätzendes und achtsames Miteinander verschiedener Religionen beim alltäglichen Zusammenleben. Unterstützung bekam Werner Fischer von der Pädagogin Birsen Budumlu. Sie orientierte sich bei ihren Ausführungen an den fünf Säulen des Islam. Frau Budulmlu erläuterte sehr anschaulich und praxisnah anhand einiger Exponate Hintergründe und Einsatzgebiete verschiedener religiöser und ritueller Gegenstände, die sie zudem mit eigenen Erfahrungen aus ihrer Glaubenswelt verband. Das gemeinsame Gespräch über die Religionen war daher eine interessante Art, die faszinierende Welt der Religionen besser kennen zu lernen.

Mit vielen neu gewonnen Erkenntnissen und Eindrücken, einigen Denkanstößen zur Vertiefung und mehr Verständnis für die jeweils andere Religion verabschiedeten sich die TeilnehmerInnen mit einem herzlichen Dankeschön von beiden ReferentInnen.
 

Leitstelle "Älter werden in Ahlen" Birgit Schlüter

 

Angelika Knöpker berichtet in der Glocke im Ahlener Tageblatt vom 02.02.2010:

Ausstellung basiert auf Säulen des Islams

 


Ahlen (at). Mit der Resonanz hatte Werner Fischer nicht gerechnet: Mehr als 130 Gäste sind am Sonntagnachmittag zur offiziellen Eröffnung der Ausstellung "Islam und türkisches Leben" in sein interreligiöses Museum im Goldschmiedehaus gekommen.
Die ständige Sammlung mit wertvollen christlichen, jüdischen und buddhistischen Kultgegenständen ist durch einen islamischen Teil mit vielen privaten Leihgaben aus der Türkei ergänzt worden. Werner Fischer dankte allen, die ihren Beitrag dazu geleistet haben.
Die Ausstellung basiert auf den fünf Säulen des Islams: dem islamischen Glaubensbekenntnis, dem fünfmaligen Gebet, der Almosensteuer, dem Fasten im Ramadan und der Pilgerfahrt nach Mekka. Der Goldschmiedemeister forderte zu Toleranz und Akzeptanz auf: "Religionen zu tolerieren, bedeutet auch Verständnis zu haben für die Religion und die Religionsausübung des Nachbarn. Das setzt aber voraus, dass auch der Nachbar das gleiche Verständnis aufbringt gegenüber anderen Religionen", machte er deutlich. Das müsse man wollen und sei nicht diskutierbar.
Ein Gebet sprach Imam Akbulut Huseyin, bevor Muhammet Mertek in seiner Rede das islamische Menschenbild vorstellte. Der Buchautor aus Hamm warnte davor, den Islam als Ideologie zu sehen und nicht als Religion. Sensationsheischende Berichterstattungen und Desinformationen hätten ein Feindbild Islam hervorgebracht, das seiner Ansicht nach mit der gelebten Wirklichkeit nicht viel zu tun habe.
Extremismus, Fanatismus und Terrorismus spielten im Alltag der Muslime in muslimischen Ländern in der Regel keine Rolle. Und es gebe dort durchaus auch positive Entwicklungen auf der Ebene von Dialog und Toleranz, besonders in der Türkei. Die Ausstellung könne einen Beitrag leisten, Gemeinsamkeiten, aber auch Unterschiede zwischen Religionen, Kulturen und Menschen herauszuarbeiten und das Verständnis fördern.
Die sehenswerte Ausstellung im Rahmen der politisch-kulturellen Wochen ist bis Anfang März zu sehen, kostenlose Führungen können unter @ 02382/ 59435 gebucht werden.

 

Reinhard Baldauf berichtet in der Ahlener Zeitung vom 02.02.2010:

Toleranz setzt Wissen übereinander voraus

Islam-Ausstellung im Goldschmiedemuseum eröffnet



 


Ahlen. Richtig eng wurde es am späten Sonntagnachmittag im Museum im Goldschmiedhaus. Zur Eröffnung der Ausstellung "Islam und türkisches Leben" im Rahmen der "Politisch-kulturellen Wochen Türkei" der Volkshochschule hatten sich weit über hundert deutsche und türkische Besucher eingefunden. Alle drei Redner hoben hervor, wie wichtig das Wissen über die Religion und die Gebräuche der anderen ist. Der Imam der Ditib-Moschee, Sabri Yalcin, trug ein Gebet vor. Bürgermeister Benedikt Ruhmöller lobte die Ausstellung und dankte Initiator Werner Fischer mit seinen Helferinnen Mechtild Massin, Birsem Bu-dumlu und Nury Kutak. In seiner Begrüßung zeigte sich Werner Fischer erfreut und überrascht über das große Interesse. Der Museumsleiterbeschäftigte sich mit Migranten, die in ein fremdes Land kommen und dessen Sprache nicht sprechen. Um Isolation zu vermeiden, sei der Erwerb der Sprache unverzichtbar. Fischer deutlich: "Ankommen kann man nicht, wenn man sich abschottet." Dies bedeute aber nicht, "Glauben und Sitten aufzugeben". Im Gegenteil: Jeder trage ein Stück Heimat in seinem Herzen. Aber: "Ich habe auch zu prüfen, welche Riten und Gebräuche ich im Gastland zu respektieren habe, neben Recht und Gesetz."
Die Ausstellung versuche teilweise mit einfachen Mitteln, mit Leihgaben türkischer Ahlener Bürger, "einen uns Christen fremden Kulturkreis mit realen Objekten und Texterklärungen vorzustellen". Es gehe vorrangig um die "Fünf Säulen des Islam": das Glaubenskenntnis, das fünfmalige Gehet, die Almosensteuer, das Fasten im Ramadan und die Pilgerfahrt nach Mekka.
"Religionen zu tolerieren bedeutet auch Verständnis zu haben für die Religion und Religionsausübung des Nachbarn", unterstrich Werner Fischer und machte klar; "Das muss man wollen und ist nicht diskutierbar." Sehr deutlich hob er weiter hervor: "Ein Staat kann das nicht verordnen oder gar befehlen. Auch das gilt für beide Seiten."
Bürgermeister Benedikt Ruhmöller berichtete, dass ihn der erste Besuch der Moschee und eines Gottesdiensts dort und das Fastenbrechen in einer Familie bis heute "schwer beeindruckt" hätten. Er habe hier eine tiefe Frömmigkeit gespürt. Im Islam sah der Bürgermeister für die Stadt Ahlen einen "Teil ihres kulturellen Reichtums". Es gebe schon Schulklassen, in denen mehr moslemische als christliche Kinder säßen. Daraus folgerte er: "Ein friedliches Zusammenleben setzt ein gegenseitiges Kennenlernen voraus." Zu der Arbeit von Werner Fischer meinte Ruhmöller: "Das ist nicht selbstverständlich." Er dankte Fischer und seinem deutschtürkischen Frauenteam für die Vorbereitung und den Aufbau der Ausstellung, die noch bis zum 28. Februar zu sehen ist.
Muhammet Mertek, der u. a. Germanistik und Pädagogik studierte und zurzeit an der Sophie-Scholl-Gesamtschule in Hamm Türkisch und Islamkunde (auf Deutsch) unterrichtet, versuchte in seinem anschließenden Vortrag einen Einblick in den Islam zu geben und stellte dessen Toleranz heraus. Extremer Islamismus bis hin zum Terrorismus entspreche nicht dem wahren Glauben. Allerdings würden diese Auswüchse in den westlichen Medien zum Teil auch hoch gespielt.

Eröffnungsrede von Werner Fischer:

Ausstellung im interreligiösen Museum im Goldschmiedehaus Ahlen,

Sonntag, dem 31. Januar 2010 um 17 Uhr

Sehr geschätzte Gäste, die in Ahlen oder weit entfernt von Ahlen geboren sind.

Wir sind hier zusammengekommen, um uns besser kennen zu lernen, um uns noch besser verstehen zu können oder auch aus Neugier, und um einen kleinen Teil des türkischen Lebens in Verbindung mit dem Islam in einer Ausstellung im Museum im Goldschmiedehaus Ahlen vorzustellen.

Es gibt viele Gründe, seine angestammte Heimat, seinen Geburtsort, sein Land zu verlassen. Ein Schritt in ein fremdes Land, dessen Sprache ich nicht spreche, mir nicht eigen ist, bedeutet zunächst Isolation. Um das zu ändern, muß ich in einem mir fremden Land die Landes-Sprache erlernen.

Landesübliche Gegebenheiten meiner "neuen Heimat" habe ich zu akzeptieren, wenn ich ankommen will.

Ankommen kann man nicht, wenn man sich abschottet. Das bedeutet nicht, Glauben und Sitten aufzugeben. Im Gegenteil - ein Stückchen Heimat trägt jeder in seinem Herzen, der eine mehr, der andere weniger.

Ich habe aber zu prüfen, welche Riten und Gebräuche ich im Gastgeberland zu respektieren habe neben Recht und Gesetzt. Wer das nicht macht, verscherzt sich die Sympathie des Nachbarn und wird nicht nur politisch zu einem Problem.

Diese Ausstellung versucht, mit teilweise einfachen Mitteln, mit Leihgaben türkischer Ahlener-Mitbürger, einen uns Christen fremden anderen Kulturkreis mit realen Objekten und Texterklärungen vorzustellen.

Hier in der Ausstellung geht es nicht um Schätze der Antike oder Leihgaben aus dem Topkapi Museum in Istanbul, dessen Besuch sehr zu empfehlen ist, sondern vorrangig um die fünf Säulen des Islam.

1. Schahada (islamisches Glaubensbekenntnis)
2. Salat (fünfmaliges Gebet)
3. Zakat (Almosensteuer)
4. Saum (Fasten im Ramadan)
5. Haddsch (Pilgerfahrt nach Mekka)

Rituell eingebunden in die Ausstellung ist durch Exponate die Beschneidung und die Hochzeit.

In Deutschland hat jeder die Freiheit der Religionsausübung.

Wie sagte der Preußenkönig Friedrich der Große: "Jeder soll nach seiner Facon selig werden" nach seiner Art und Weise.

Religionen zu tolerieren, bedeutet auch Verständnis zu haben für die Religion und die Religionsausübung des Nachbarn.

Das setzt aber voraus, dass auch der Nachbar das gleiche Verständnis aufbringt gegenüber anderen Religionen. Das muß man wollen und ist nicht diskutierbar.

Ein Staat kann das nicht verordnen oder gar befehlen. Auch das gilt für beide Seiten.

Privatinitiative ist gefragt für die Umsetzung dieser Vorhaben.

Ein großes Lob gebührt den türkischen Männern und Frauen, die ihre teils religiösen und intimen Exponate für die Ausstellung zur Verfügung stellten.

Die Damen und Herren, die im Bekanntenkreis auf die Suche gingen nach privaten Schätzen und die Leihgeber gewinnen konnten, sich für eine Zeit lang von ihren eigenen wertvollen, heimatlichen Exponaten zu trennen, damit wir in Gemeinsamkeit diese Ausstellung präsentieren können.

Ein solcher Versuch ist eingebettet in die Politisch Kulturellen Wochen "Türkei", initiiert von den Volkshochschulen in Ahlen, Drensteinfurt und Sendenhorst, die Zeugnis ablegen von dem Willen zur Toleranz, zu einer friedfertigen Zusammenarbeit, zu einem besseren Verstehen in gegenseitigem Respekt vor unserem gemeinsamen Schöpfer - vor Gott, vor Allah, dem alleinigen Gott.

Reinhard Baldauf berichtet in der Ahlener Zeitung vom 30.01.2010:

Eine so bisher einzigartige Ausstellung
Werner Fischer hat im Rahmen der Politisch-Kulturellen Wochen eine Islam-Schau konzipiert


-ba- Ahlen. Ab jetzt könne man "mit gutem Gewissen von einem interreligiösen Museum sprechen", meinte VHS-Leiter Rudolf Blauth am Donnerstag bei der Vorstellung der Ausstellung "Islam und türkisches Leben" in einem Gespräch. Am morgigen Sonntag wird diese Ausstellung im Rahmen der Politisch-Kulturellen Wochen um 17 Uhr im Museum im Goldschmiedehaus in der Oststraßo 69 eröffnet. Bis dahin war es ein langer Weg, wie Museumsgründer und -leiter Werner Fischer aufzeigte.
Mit dieser Ausstellung übernehme Fischer eine Vorreiterrolle, erklärte Rudolf Blauth. Ausstellungen zum Thema Islam befänden sich eigentlich nur in Völkerkundemuseen. Daher sei es auch sehr schwergewesen, Exponate auszuleihen.
Die erste Idee für eine solche Ausstellung habe er vor fünf bis sechs Jahren gehabt und seine Konzeptionen immer wieder umgeworfen, berichtete Werner Fischer. Nach einen Gespräch, so Blauth, sei die konkrete Idee entstanden. Im Dezember vergangenen Jahres stand das Konzept.
"Wir wissen zu wenig über die Religion und das türkische Leben", nannte Fischer als einen Grund für die Ausstellung. Hier sei das Gespräch wichtig und dazu solle die Ausstellung anregen, mit der man eine "bildhafte Annäherung zwischen Türken und Deutschen" biete. Fischer und Blauth waren sich einig: "Es hat eine solche Ausstellung noch nicht gegeben."
Beim Aufbau der Ausstellung haben die Lehrkräfte Birsem Budumlu, Mechthild Massin und Nuray Kutuk viel geholfen.
Werner Fischer sah darin eine große Hilfe, um selbst ein Verständnis um den Gebrauch der Ausstellungsstücke zu bekommen. Die fünf Säulen des Islam werden dargestellt
Die Ausstellung "Islam und türkisches Leben" greift sich Schwerpunkte heraus. Wie Birsem Budumlu aufzeigte, ist dies auf religiöser Seite die Beschneidung und im Brauchtum der türkische Polterabend. Aber auch ein originaler Pilgermantel aus Mekka ist zu sehen. Der Koran, den Werner Fischer als großen Schatz bezeichnete, spielt in der Ausstellung eine wichtige Rolle. Die Macher betonten, dass man mit Respekt und Achtung vor einer anderen Religion an die Sache herangekommen sei und dies für alle Menschen gelten solle.
Die Ausstellungseröffnung morgen Nachmittag um 17 Uhr ist öffentlich. Jeder Interessierte ist eingeladen. Redner auf der Ausstellungseröffnung ist neben Werner Fischer und Bürgermeister Benedikt Ruhmöller Muhammet Mertek aus Hamm. Er arbeitet als Lehrer, Kolumnist und Schriftsteller und ist Autor der Bücher "Der Islam - Glaube, Leben. Geschichte" und "Lehr- und Arbeitsmaterialien für den Islamunterricht".

 

Die Glocke berichtet am 30.01.2010:

Muezzin lockt ins Goldschmiedehaus


Ahlen (naf). Wer am Sonntag um 17 Uhr dem Ruf des Muezzins folgt, landet nicht unbedingt auf einem islamischen Gebetsteppich, sondern im Museum des Goldschmiedehauses Fischer. Hier eröffnet die Ausstellung "Islam und türkisches Leben", die Teil der politisch-kulturellen Wochen ist.
Im Organisationsteam um Werner Fischer herrschte am Donnerstag gute Stimmung, als er mit viel Sorgfalt den letzten Schliff an die Ausstellung anlegte. Dabei gehe es weniger um Kunst im herkömmlichen Sinn, als vielmehr darum, Interessierten die Funktion und Bedeutung von Kultgegenständen des Islam zu vermitteln. "Wir bemühen uns um eine bildhafte Annäherung zwischen Christen und Moslems", erklärte Fischer. Anschaulich und sachkundig werden durch die Ausstellung Birsen Budumlu und Nuray Kütuk führen. Die Termine zu den kostenfreien Führungen können mit der Volkshochschule vereinbart werden.
VHS-Leiter Rudolf Blauth würdigte die Einzigartigkeit der Ausstellung. Fischer betreibe ein interreligiöses Museum, mit dem er eine Vorreiterrolle in Nordrhein-Westfalen übernehme. Das habe sich bei der Beschaffung der Ausstellungsobjekte gezeigt. Während größere Museen ihre Werke häufig nur im Austausch verliehen, hätten städtische Museen des Ruhrgebiets das Thema in ihrer Stadtgeschichte noch nicht aufgearbeitet. Viele Objekte, die ab Sonntag zu sehen sind, stammen aus Privat-Haushalten.
Mit leuchtenden Augen freute sich Werner Fischer auf alle, die bis zum 28. Februar mittwochs und donnerstags von 15 bis 18 Uhr die Gelegenheit nutzen möchten, sich im Museum des Goldschmiedehauses Fischer den Islam vertrauter zu machen.


Das Ausstellungs-Team mit Leihgebern

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Vorwort


vom Leiter des Museums, Werner Fischer.

 Bei Aufenthalten in anderen Ländern, besonders im Urlaub, begegnen wir überwiegend netten, freundlichen Menschen, mit denen wir uns gern austauschen möchten.

 Wir meinen, Brüderlichkeit zu praktizieren.

 Zuhause aber in unserem Heimatland differenzieren wir zwischen Einheimi­schen und Ausländern. Unterschiede in der Hautfarbe oder Religion können schon Elemente sein, die für viele nicht kontaktförderlich sind, ja, vielleicht sogar auf Ablehnung stoßen.

 Haben wir Christen, Muslime und Juden nicht den gleichen religiösen Stamm­vater Abraham? Warum ist es für uns Deutsche besonders schwer, persönliche Kontakte mit Juden zu pflegen bei so vielen religiösen Gemeinsamkeiten?

 Bei unseren Begegnungen müssen wir die Kraft aufbringen, nicht ständig über die Vergangenheit zu reden. Wenngleich wir diese nicht vergessen dürfen, gilt es doch, zu einem natürlichen Verhältnis zu finden; denn auch der Jude ist mein Bruder. Wir sind alle Geschöpfe Gottes. 

Es ist an der Zeit, Brücken der gegenseitigen Verständigung anzubieten, um uns besser kennenzulernen und besser zu verstehen. Dieses Anliegen zu ver­mitteln, dazu diente die Ausstellung „Jüdisches Kultgerät - Jüdisches Leben" in Ahlen/Westfalen.

 Mein besonderer Dank gilt dem Bürgermeister der Stadt Ahlen, Herrn Günter Harms, der von der ersten Stunde an diese Idee und deren Umsetzung mit Rat und Tat wohlwollend unterstützte.

Er gilt auch dem vorbereitenden Arbeitskreis zur Woche der Brüderlichkeit, Ahlen, der Jüdischen Kultusgemeinde Münster, Herrn Sharon Fehr, für die Unterstützung und die harmonische, brüderliche Zusammenarbeit.

 Unser aller Dank gilt aber den Leihgebern, unseren 18 Partnern, die es erst er­möglicht haben, eine solche Ausstellung mit fast 100 Judaica-Exponaten - zum Teil kunsthistorisch wie museal - von west- und osteuropäischem Rang in Ahlen/Westfalen im Museum im Goldschmiedehaus zu präsentieren.

 Der große Besuchererfolg und die Qualität vieler Exponate rechtfertigen eine Dokumentation über die Ausstellung.

 Mit dieser Ausstellung, übrigens die erste dieser Art in der Bundesrepublik, die das Verbindende zwischen Juden und Christen aufzeigt und verkündet, hat die Stadt Ahlen mit ihren Bürgern Akzente gesetzt und Impulse gegeben, die nachahmenswert sind, wie viele Besucher - Christen wie Juden - sagen.

 Die Erstellung der Dokumentation war nur möglich durch das finanzielle Engagement zu gleichen Teilen von der Sparkasse Ahlen, der Stadt Ahlen, der Stadtwerke Ahlen GmbH, dem Museum im Goldschmiedehaus Ahlen und der Volksbank Ahlen-Sassenberg-Warendorf eG.



 

Relief aus Sandstein von Adam Stenelt, geb in Freiberg, im einstigen Hochstift Meissen, 1606 Bürger v. Osnabrück, gestorben nach 1631.
Das Epitaph fertigte Stenelt für den Kantor Vincke, der 1616 verstarb. Es zeigt die Beschneidung Christi aus christlicher Sicht. Der Kopf des Kindes ist nicht mehr vorhanden.

Leihgeber: Diözesanmuseum Osnabrück 

In Niedersachsen und Westfalen befinden sich weitere Werke der Bildhauer­kunst von Adam Stenelt.
Sein Vater, Hans Stenelt, war Steiger im Bergbau in Freiberg. Sein jüngerer Bruder, der Bildhauer Hans Stenelt, ebenfalls aus Freiberg, trat 1611 der Stein­metzgilde in Münster bei und heiratete 1623 die Bürgerstochter Margareta zu Hülse.
Die Reihe der überlieferten größeren Werke von Adam Stenelt beginnt mit der Denktafel des Stiftdechanten Eberhard von Mallinckrodt, 1606, in der Osna­brücker Johanniskirche.
In den Annalen der Wasserburg Haus Küchen in Ahlen aus dem 14. Jahrhun­dert von Karl Schulze Henne ist ein Eberhard Freiherr von und zu Mal­linckrodt verzeichnet.
Als bedeutendes Werk Adam Stenelts darf man die Moseskanzel von 1617 nen­nen, die einzige übrigens im westfälischen Raum, die sich in der Wieden­brücker Ägidienkirche befindet. Die Kanzel von Stenelt hat eine Dekalogtafel.

 


Kleine Stutzuhr in Portalform. Paris, Ende 18. Jahrhundert
Die Stundenangaben auf dem Zifferblatt sind in hebräischen Schriftzeichen. Die hebräische Schrift kennt keine Ziffern.
Zwei Löwen bewachen die Gesetzestafeln. Auf den Tafeln ist jeweils das erste Wort von den zehn Geboten geschrieben.
Eine ähnliche Uhr befindet sich im Jüdischen Kulturmuseum Augsburg/ Schwaben.

Leihgeber: Uhrenmuseum Abeler, Wuppertal
 
Sederteller-Pessachteller, 1779, Zinn graviert, mit zwei Marken (Engel in Umschrift „Adam van Seets" / gekrönte Rose mit AVS), Durchmesser 37,5 cm.

Im Spiegel des Tellers sind ein achtzackiger Stern, hebräische Schriftzeichen und ein Lamm graviert.
Leihgeber: Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte Münster
 
Sederteller

Der flache Teller hat einen Durchmesser von ca. 33 cm und ist um 1700 angefertigt und in Zinn gegossen. Der Rand ist dreifach profiliert.
Der punzierte Teller zeigt zwei gleiche Stempelmarken, zwei Henkelvasen mit Blumen und den Buchstaben JS. Es ist der Meisterstempel von JOHAN SCHET-TER (SCHETTLER). Er wird 1686 als Neubürger in Warendorf registriert. Seit 1712 ist er Probiermeister, also beruflich anerkannt, und wohnte auf dem Krickmarkt. Sein Sterbedatum liegt vor 1735.

Neben diesen Informationen weiß man auch durch eine sehr signifikante Gravur, wer der Besitzer des Tellers war, nämlich „I. AMALIA SILKERS".
Der gesamte Boden (der Fachmann nennt den Boden auch Spiegel) ist mit einer Bildgravur aus dem 19. Jahrhundert geschmückt.

Die Umschrift auf dem Rand (Fahne) nennt uns das Paar „Ruth und Naemi" auf dem Weg nach Jerusalem. Naemi mit einem Wanderstab und mit der anderen Hand die Richtung zeigend. Ruth mit der Geste der offenen Armhaltung, die ein „Willkommen" ausdrücken könnte. Sie schreiten gerade unter einem tropischen Baum (Palme), auf dem eine Taube Platz genommen hat. Im Hintergrund eine weitere Person, die in entgegengesetzte Richtung zu einer Burg geht. Weiter zeigt der Hintergrund einen Baum aus unserer Region und ein einzelnes Eichblatt. Auf dem Rand ist eine Rosenranke graviert, die Blume der Liebe.
Die späteren Gravuren aus dem 19. Jahrhundert mit der biblischen Szene lassen darauf schließen, daß das Exponat als sogenannter Sederteller seine Verwendung fand.

Die Rückseite des Tellers, der auch heute als Wandteller dienen kann, zeigt die Buchstabengravur K HD und ein J oder B.
Ein Mosaikstein müßte noch gefunden werden: Wer war und wo wohnte AMALIE SILKERS?

Leihgeber: Heimathaus Warendorf
 
Kidduschbecher, Höhe ca. 12 cm, Silber, punziert mit 800, Halbmond und Krone, nach 1888, deutsch, gegossen, montiert, ziseliert und graviert. Pokalförmig, sechspassige Kuppa, leicht konisch in eine Halbkugel auslaufend, mit Nodus und rundem profiliertem Trichterfuß.
Die Flächen sind mit Rocail-len und hebräischen Schriftzeichen geschmückt. Unter dem Mundrand die gravierte hebräische Inschrift: Gedenke und beachte den Schabbat und heilige ihn. Schenkung aus dem Besitz von Frau Jeanette Wolff, geboren 1888 als das älteste von 16 Kindern in Bochholt (aus religiösem jüdischem Haus), Vater Sozialdemokrat seit 1880.

Ein fast gleicher Becher aus dem Jahre 1738 befindet sich im Besitz des Jüdischen Kulturmuseums in Augsburg.

Leihgeber: Stadtmuseum Bocholt
 
Bessamimbüchse - Gewürzdose, Türmchen form, filigran, mit beweglichem Wimpel und hebräischen Schriftzeichen, echt Silber, punziert mit 84 AC 1895 CA, aufschraubbar, ca. 30 cm hoch, Fuß mit Trauben- und Weinblattmotiven.

Leihgeber: Jüdisches Kulturmuseum Augsburg/Schwaben

Bessamimbüchse - Gewürzdose, echt Silber, punziert E und zwei weitere Punzen, Berlin 19. Jahrhundert, Turmform mit Türchen zum Öffnen, dreistufig mit Spitzdach und Adlerbe-krönung, ca. 28,5 cm hoch.

Leihgeber: Jüdisches Museum Frankfurt


In die Ausstellung „Jüdisches Kultgerät - Jüdisches Leben" im Museum im Goldschmiedehaus Ahlen, wurde für die Dauer der Ausstellung eine Synagoge integriert.
Synagoge
Die Synagoge ist ein Treffpunkt der Juden
ein Ort der Versammlung (Beth Hakensseth) ein Ort der Lehre (Beth Hamidrasch)
ein Ort des Betens (Beth Teffilah)

Jede Synagoge ist unabhängig von anderen und wird vom Vorstand einer Synagogengemeinde geführt.
Die Entscheidungen ihrer Rabbiner in allen rituellen Angelegenheiten werden als richtungsweisend akzeptiert. Jeder Jude ist frei, jede Synagoge zu besuchen, dort zu beten und ihr beizutreten, unabhängig davon, wie weit er gesetzestreu ist oder sich religiös verpflichtet fühlt. Mitgliedschaft heißt, eine bestimmte Summe als Jahresbeitrag zu zahlen.

Menschen anderer Konfessionen sind immer willkommen, eine Synagoge zu besuchen.
Jede Gemeinde, die wenigstens 10 erwachsene männliche Mitglieder zählt, sollte einen festen Ort zum Beten haben. Dieser Ort wird Synagoge (beth knesset) genannt. Man darf in der Synagoge nicht essen und nicht trinken. Eine Frauenabteilung (esrat naschim) ist ein altes und besonderes Merkmal der traditionellen Synagoge. Es folgt dem Vorbild des Tempels in Jerusalem, wo es eine esrat naschim gab, um Leichtsinn und unanständiges und unschickliches Verhalten zwischen den Geschlechtern zu vermeiden, welche möglich wären, wenn die zum Heiligen Tempel kommende Menge sich frei mischen würde.

Bezüglich der Inneneinrichtung einer Synagoge gibt es keine architektonischen Erfordernisse bis auf die richtige Plazierung von Aron HaKodesch und Bima. Eine Synagoge muß folgende grundsätzliche rituelle Gegenstände besitzen: Eine Heilige Lade (Aron HaKodesch) - einen Schrank oder eine Nische in der Wand, wo die Torarollen (Sifrei Tora) aufbewahrt werden. Der Aron HaKodesch steht im allgemeinen an der Wand, die in Richtung auf das Land Israel - Jerusalem - liegt.

Der Vorhang vor dem Aron HaKodesch wird Parochet genannt.

Das Ewige Licht (Ner Tamid) - eine Lampe, die über und etwas vor dem Aron HaKodesch angebracht wird. Man läßt diese dauernd brennen.

Bima ist die Plattform, traditionell von der Lade getrennt, auf der ein Tisch steht (Schulchan). Von diesem Tisch wird die Tora vorgelesen, und der Vorbeter oder Kantor betet der Gemeinde von dort aus vor.
Obwohl nicht unbedingt notwendig, wird oft ein Leuchter (Menora) an eine prominente Stelle nahe dem Aron HaKodesch gestellt.
Es können jüdische Symbole in bunten Glasfenstern, Wandmalereien, Inschriften, religiöse Themen und religiöse Symbole, rituelle Gegenstände oder historische Ereignisse im Leben des jüdischen Volkes sich widerspiegeln. Die einzige Beschränkung ist, daß die Abbildung menschlicher Figuren nicht gestattet ist.

Literatur:
Der jüdische Gottesdienst von Leo Trepp, 1992, W. Kohlhammer Verlag Stuttgart, ISBN 3-17-011077-2,  Seite 12

Jüdisches Leben, Rabbiner CHAJIM HALEVY DONIN, Verlag und Buchvertrieb MORASCHA, Zürich, Seite 195 bis 204.

 

Torarolle mit zwei Rimmo-nim, Gesamthöhe ca. 125 cm, Toramantel (Mappa) ca. 79 cm lang, dunkelroter Samt mit goldfarbener Stickerei und goldenen Fransen. Der hebräische Text sagt: Für die Einweihung schenke ich diese Tora. Rabbi Schlomo bar Joseph, der mit festem Glauben für die Bedürfnisse der Gemeinde tätig ist.

Beim Gebrauch der Tora wird der Mantel abgenommen. In den beiden Rimmonim-Aufsätzen sind jeweils drei ovale Öffnungen, in denen sich drei bewegliche Glöckchen und im Innern ein zusätzliches Glöckchen befindet.

Die beiden Aufsätze mit den beweglichen Wimpeln sind in Silber, punziert mit Halbmond, Krone, polnischem Adler und dem Wort Posen.
Leihgeber: Jüdische Kultusgemeinde, Münster

Torakrone, echt Silber, teilvergoldet, punziert, 1858, Wien

Der untere Kronenrand ist umlaufend mit Akanthusblättern geschmückt. Sie enden in zwei Schilder, in denen sich eine hebräische und deutsche Inschrift befinden: Bei Einweihung dieses Gotteshauses von Simon und Nina Ehrman, 5618 (jüdischer Zeitrechnung). Darüber ein weiterer Rand, der mit verschiedenen Edelsteinen in geschlossenen Fassungen besetzt ist. An diesem Rand sind acht ausladende in Silber gefertigte Einzelteile, vergoldet, befestigt.
Die Einzelteile sind mit verschiedengroßen Edelsteinen in geschlossenen Fassungen geschmückt. Sie dienen auch dazu, acht Bügel der Krone aufzunehmen, die jeweils mit acht vergoldeten Kugeln bestückt sind. Die Bügel treffen sich zu einem aufgetieften Rund, auf dem sich eine vergoldete Kugel befindet. Die Gestaltung der Krone und die handwerkliche Ausführung der Arbeit sind von internationalem Rang.

Leihgeber: Jüdisches Museum Wien

1 Paar Rimmonim - Toraaufsätze, Höhe, ca. 42 cm, echt Silber, teilvergoldet, punziert (TB 13 lötig 1817?). Silberschmiedearbeit. Auf dem plastischen runden Fuß, ca. 13 cm im Durchmesser, ist ein Rohr befestigt, das durch einen Knauf unterbrochen wird.
Am oberen Rohr sind drei Glocken beweglich eingehängt. Auf dem Rohr ist eine Krone mit einer Mutter befestigt. Ein in Silber gegossener Doppeladler dient als Bekrönung.

Leihgeber: Jüdisches Museum Wien

Toraschild, echt Silber, teilvergoldet, punziert und graviert, mit zwei Türkisca-bochons, zwei facettierten Granaten und einem facettierten Amethyst. Im Zentrum die Gesetzestafeln, Krone und die beiden Säulen Jachim und Boas aus dem zerstörten Tempel von Jerusalem. Eine Silberschmiedearbeit von europäischem Rang.

Leihgeber: Jüdisches Museum Wien

Zedaka-Büchse, Almosenbüchse mit Griff, Höhe ca. 22 cm, Durchmesser 15,5 cm, Anfang 20. Jahrhundert, Eisenblech, schwarz gestrichen mit hebräischen Schriftzeichen aus Messing.
Zedaka wörtlich übersetzt bedeudet Rechtschaffenheit in Verbindung mit Wohltätigkeit. „Wenn unter dir ein Dürftiger sein wird, von einem deiner Brüder, ...öffnen sollst du ihm deine Hand...".

Leihgeber: jüdisches Museum Frankfurt

Für die Ausstellung „jüdisches Kultgerät - Jüdisches Leben" im Museum im Goldschmiedehaus Ahlen/Westfalen vom 1. März bis zum 14. April 1998 stellten nachfolgende Museen und Privatpersonen dankenswerterweise Leihgaben zur Verfügung:

Christel und Herbert v. Rohr, Ahlen/Dolberg
Museum im Goldschmiedehaus Ahlen, Werner Fischer
Jüdisches Kulturmuseum Augsburg-Schwaben, Dr. Hanna Rheinz
Stadtmuseum Beckum, Dr. Martin Gesing
Stadtmuseum Bocholt, Georg Ketteier
Stadtarchiv Coesfeld, Kerstin Zimmermann
Förderverein „Alte Synagoge" Drensteinfurt, Dr. Kurt Omland
Jüdisches Museum Westfalen, Dorsten Schwester Johanna Eichmann, Thomas Ridder
Jüdisches Museum Frankfurt/Main Dr. Georg Heuperger, Dr. Annette Weber
Sharon Fehr, Münster
Jüdische Kultusgemeinde Münster
Westfälisches Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte, Münster, Gerd Dethlefs
Diözesanmuseum Osnabrück, Dr. Marie-Luise Schnackenburg
Museum für Stadtgeschichte, Paderborn, Dr. Monika Graen
Karl-Heinz Engemann, Telgte
Heitmatmuseum Warendorf, Horst Breuer
Jüdisches Museum Wien, Dr. Gabriele Kohlbauer-Fritz
Ringsammlung Gudrun u. Jürgen Abeler, Wuppertal Wuppertaler Uhrenmuseum
 

Die Exponate der Kaffeeausstellung finden Sie HIER.

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Die Ahlener Zeitung berichtet am 8.6.2013:

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Frau Voss-Löhrmann berichtet in der Glocke vom 24.05.2013:

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Peter Hake berichtet in der Ahlener Zeitung vom 23.05.2013:

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Der Wersekurier berichtet am 29.05.2013:

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Peter Harke berichtet in der Ahlener Zeitung vom 01.06.2013:

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Die Glocke berichtet am 01.06.2013:

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Angelika Knöpker berichtet im Ahlener Stadtanzeiger vom 02.06.2013:

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Der Sonntagsrundblick berichtet am 02.06.2013:

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Ralf Steinhorst berichtet in der Ahlener Zeitung vom 03.06.2013:

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Rede vom Kurator Werner Fischer zur Eröffnung der Ausstellung:

Liebe Anwesende,
mit einem heute üblichen Hallo der Jugend möchte ich Sie, sehr geehrter Herr Bürgermeister Benedikt Ruhmöller, begrüßen. Wir sind gespannt und freuen uns auf Ihre Ansprache zur Eröffnung der Kaffee-Ausstellung.
Einen weiteren herzlichen Willkommensgruß will ich folgen lassen, verbunden mit der Dankadresse an alle Akteure und die Leihgeber für die Überlassung ihrer wertvollen Exponate zu dieser Ausstellung.

Willkommen, liebe erwartungsvolle Besuchergemeinde. Willkommen auch die Pressvertreter und Berichterstatter, die am Sonntag hier zu Gast sind. Somit werden die heute Unabkömmlichen im Kreis Warendorf morgen erfahren, welche kulturellen Ereignisse in unserer Stadt Ahlen geboten werden.

Ein dankbarer Willkommensgruß gilt dem Leiter des Museums unterm Trifels in Annweiler, Herrn Hans Joachim Kölsch, der uns sicherlich gleich mit seinem Vortrag in einen theoretischen Kaffeerausch versetzen wird.

Einen herzlichen Willkommensgruß rufe ich auch den Künstlern aus Tansania zu, die uns mit ihren Tänzen und Trommel-Rhytmen in Ekstase versetzen werden, um uns damit eine geistige Brücke zum Kaffeeland Afrika, nach Bagamoyo vermitteln.

Die VHS Ahlen, Herr Rudolf Blauth und seine Mitarbeiter und das Interreligiöse Museum, die Familie Werner und Anni Fischer wie auch Raphael Fischer haben heute Frauen und Männer zu einem westfälischen Kaffeekränzchen ins Goldschmiedehaus eingeladen, nicht um beim Kaffeeklatsch über die abwesenden Ahlener, über die Stadt zur Meinungsmache über Neubauten in der Ahlener Innenstadt zu tratschen, nein!
Wir erheben heute Nachmittag und in den nächsten 3 Wochen Kaffee zu einem internationalen öffentlichen Kultsymbol, das sich in dieser Ausstellung in Ahlen widerspiegelt.

Es geht in dieser Ausstellung nicht um monetäre Werke der Welt-Kunst, sondern um Kaffee - den Muttermacher für Jung und Alt - mit seinen Angeboten und Überlieferungen in vielen Variationen von Generation zu Generation in den vergangenen Jahrhunderten.

Die Ausstellung beweist: Ahlen hatte und hat Kaffeekultur. Die älteren Ahlener erinnern sich noch an das Café Ötte Gretenkort, Café Kreikmann, Café Mönnig, Café Kremer, Café Reinhard und auch die vergessenen Cafés, deren Namen wir gerne in Erfahrung bringen möchten.

Deshalb gilt unser Dank und Andenken auch den ehemaligen Benutzern der Kaffeerequisiten, ihrer Bewahrer, den Leihgebern, die der Ausstellung in Ahlen ein heimatliches Kolorit verleihen, unterstützt durch das Museum unterm Trifels in der Pfalz und das Hamburger Kaffeemuseum Jens Burg.

Einen ganz besonderen Dank widme ich meiner lieben Frau Anni, die sich für und um diese Ausstellung verdient gemacht hat. Sie hat die kleinen Kaffeebäumchen aus der Hamburger Kaffeeplantage von Jens Burg pikiert und getopft.
Meine Frau, unsere Enkeltochter Jovita Fischer und unsere Mitarbeiterin Frau Regina Kreitinger bieten Ihnen die jungen, nicht winterharten Kaffeebäumchen für Ihr Heim und Ihren Garten unten im Verkaufsraum an - bitte dieselben hell aber nicht sonnig stellen und mit kalkfreiem Wasser gießen.
Unten wird Ihnen ebenfalls Bohnenkaffee aus der Kaffeerösterei Burg, Hamburg, Marke: "Goldschmiedemeister" Spezial Arabica, Museumskaffee serviert.
Liebe Gäste, liebe Freunde, es ist alles angerichtet: Kaffee mit Milch und Zucker - oder wie soll er sein? Ich empfehle ihn
schwarz wie der Teufel, heiß wie die Hölle, rein wie ein Engel und süß wie die Liebe!

In diesem Sinne bitte ich Sie, Herr Bürgermeister, vom Rednerpult Besitz zu nehmen, um uns Ihre Botschaften zu verkünden und die Kaffeeausstellung offiziell zu eröffnen.

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Auszüge aus dem Grußwort des Bürgermeisters zur Eröffnung der Ausstellung „Kaffee – der duftende Muntermacher“

Sonntag, 2. Juni, 15.00 Uhr, Museum im Goldschmiedehaus


Liebe Familie Fischer, sehr geehrte Damen und Herren,

ich freue mich sehr, wieder einmal eine hoch interessante Ausstellung im Museum im Goldschmiedehaus eröffnen zu dürfen.

Diesmal geht es also um das Thema „Kaffee“. Ich habe mit großer Freude gehört, dass hier neben Leihgaben aus der Pfalz und aus Hamburg auch viele Exponate aus Ahlen zu sehen sind. Die Ahlener Bürger sind dem Aufruf des Museums und der VHS gefolgt und haben ihre alten Kaffeemühlen, Kaffeedosen oder altes Kaffeegeschirr vom Speicher gekramt zur Verfügung gestellt haben.

Dies macht deutlich: Auch unsere Stadt verfügt über eine eigene Kaffee-Kultur. Sie kommt auch bis heute in der Vielzahl schöner, gemütlicher Cafés zum Ausdruck; abgesehen von dem Kaffeekonsum daheim und speziell auch in den Behörden.

Besonders interessant unter den einheimischen Leihgaben finde ich eine alte Thermoskanne, die auf der Zeche „Westfalen“ unter Tage genutzt wurde. Sie wurde uns vom Bergbautraditionsverein zur Verfügung gestellt – neben einem historischen Foto, das sehr anschaulich den Einsatz der Kanne im Pütt zeigt. Wenn die Thermoskanne mal verbeult war, hat man kurzerhand Pressluft hinein geleitet und die Kanne dadurch wieder ausgebeult.

Wie Sie wissen, findet diese Ausstellung im Rahmen der 22. Projektreihe „Wie weit ist Afrika?“ statt. Dies macht deutlich: Das Thema „Kaffee“ hat auch eine erhebliche afrika- und entwicklungspolitische Relevanz.

Seit einigen Jahren wird der Ehrentitel „Fair-Trade-City“ vergeben. Bereits 124 deutsche Städte haben diesen Titel errungen. Die erste und bislang einzige Stadt im Kreis Warendorf mit dieser Auszeichnung ist die Stadt Telgte. Dass der Titel noch nicht Ahlen zusteht, ist angesichts unserer unzähligen Kontakte nach Afrika nur schwer nachvollziehbar.

Ich möchte Sie daher aufrufen, gemeinsame Anstrengungen zu untenehmen, dass wir bis zum Beginn der Afrikawochen 2014 den Titel „Fair-Trade-City“ errungen haben. Dies setzt allerdings voraus, dass jeder der hier Anwesenden Überzeugungsarbeit für Fair-Trade-Produkte in der Familie und Nachbarschaft, an seinem Arbeitsplatz und im Freundeskreis leistet.

Sollten wir das Ziel innerhalb eines Jahres erreichen, gibt es vom Bürgermeister eine Belohnung: Ich stelle dann im Juni 2014 die Stadthalle für eine „Fair-Trade-Feier“ im Rahmen eines Eine-Welt-Tages zur Verfügung – inklusive einer Aufführung der „Kaffeekantate“ von Johann Sebastian Bach durch das Orchester der Musikschule Beckum-Warendorf. Diese Kantante wurde bislang noch nie im Kreis Warendorf live aufgeführt. Der Musikschul-Direktor Dr. Wolfgang König hat bereits zugesagt, und die nötigen Sponsoren werden wir sicher finden.

Zum Schluss bedanke ich mich bei dem Ehepaar Fischer herzlich! Es stellt trotz eines fortgeschrittenen Alters immer noch solche tollen Ausstellungen auf die Beine. Anni und Werner Fischer bestätigen mit ihrem Engagement eindrucksvoll die jüngsten Thesen von Prof. Dr. Ernst Pöppel, einem der führenden Hirnforscher Deutschlands, dessen aktuelles Buch den Titel trägt: „Je älter, desto besser!“

Mein Dank gilt auch Raphael Fischer, der genauso einen Anteil an dieser Ausstellung hat, sowie dem gesamten Team von Gold-Fischer, dem Team der VHS, den vielen Leihgebern und Hans-Joachim Kölsch, der nach einem Tanzbeitrag unserer afrikanischen Freunde gleich zu uns sprechen wird.

Ich wünsche dieser Ausstellung, für die übrigens auch kostenlose Führungen für Schulklassen, Kirchengruppen oder Vereine gebucht werden können, die verdiente zahlreiche Beachtung!

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Als Begleitprogramm:
Es tanzen Nkwabi, Nsami Nkwabi (seine Tochter) und John Mponda aus Bagamoyo in Tansania. Nkwabi und John haben viele Jahre im Nationalensemble von Tansania getanzt und sind heute Dozenten am Bagamoyo College of Arts,

Sie tragen drei Tänze des Chagga-Volkes vor. Die Chagga leben am Fuße des Kilimandscharo, also genau in der Gegend, wo auch Kaffee angebaut wird. Chagga-Tänze unterscheiden sich sehr von den sonst üblichen Tänzen in Ostafrika, es ist überhaupt das erste Mal, dass John und Nkwabi Tänze dieses Volkes aufführen.

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Die Glocke berichtet am 11.06.2013:

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C.Neumann (11.7. 1683 in Züllichau -20.10.1773 in Berlin), Er ist in Europa weit gereist und hat viele Kontakte geknüpft und war lange im Ausland tätig. Er war Anhänger des etwas älteren Zeitgenossen Georg Ernst Stahl und dessen Phlogistontheorie (Lehre, dass Wärme ein feiner unwägbarer Stoff sei). Sein Hauptverdienst ist, die Wissenschaftlichkeit in die Pharmazie eingeführt zu haben. Er untersuchte u. a. Tee, Wein, Bier und Kaffee.
Das vorliegende Buch ist Teil eines Werke von 4 Bänden in mehreren Teilen, herausgegeben von Neumanns Vetter, Christoph Heinrich Kessel, 1749 - 1755. Im ersten Bd. ist eine ausführliche Lebensbeschreibung von Neumann.

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 Kaffeepflanze

Aus der gewohnheitsmäßigen Alltäglichkeit der Kaffeezubereitung und dem anschließenden Genuss des Trinkens waren Grund für die VHS Ahlen und das Interreligiöse Museum im Goldschmiedehaus Ahlen, eine geistige Rückschau zu halten mit dem Resultat einer Ausstellung über Kaffee.
Ausgangspunkt war das Generalthema: Wie weit ist Afrika? und am Beispiel "Tansania", ein Land, in dem neben vielen anderen Ländern Afrikas Kaffee angebaut, geerntet und vertrieben wird, wurde diese Ausstellung konzipiert.

Die Kaffeebohne sieht aus wie eine reife rote Kirsche. Entfernt man die äußere rote Schicht der Bohne, so stößt man auf eine zweite Hülle, die Pergamentschale. Kaffeebohnen wachsen in der Regel in zwei sich gegenüberliegenden Paaren wie Erdnüsse. Unter der Pergamenthülle befinden sich die beiden Bohnen, die noch mit einer durchsichtigen Silberhaut bedeckt sind, die wie Seidenpapier aussieht. Nun endlich ist man an die Kaffeebohne gelangt, die in diesem unbehandelten Zustand als Keimgut in der Erde für neue Kaffeesträucher verwendet werden kann.

Es dauert ca. zwei Wochen, bis das erste zarte Pflänzchen mit seinen spitzovalen Blättchen aus der Erde sprießt. Die Temperatur sollte dabei nie unter plus 15 Grad liegen. Sonne verträgt die Pflanze gut. Wenn Sie möchten, können Sie sich in Ahlen eine eigene Kaffeeplantage anlegen.
Möchten Sie mehr darüber wissen, besuchen Sie doch die Kaffeeausstellung im Interreligiösen Museum im Goldschmiedehaus.

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Die Kaffeebohne wird zu Mehl

Viele Dinge des täglichen Gebrauchs und das Funktionieren derselben werden kaum beachtet und gelten als selbstverständlich. Dabei hat jeder Gegenstand seine Geschichte. Interessiert Sie das? Ja! Das beweisen die zahlreich gestellten Besucherfragen während der Kaffee-Ausstellung im Interreligiösen Museum im Goldschmiedehaus Ahlen.
Das zur Zeit technische Endprodukt zur Kaffeezubereitung scheint technisch vollkommen. Der Apparat im angepassten stilvollen Küchendesign ist mit den verschiedenen Möglichkeiten der Kaffeezubereitung ausgestattet. Aber wie war es früher? Zuerst diente ein einfacher aus Holz geschnitzter "Kump" - auch Napf genannt - zur Aufnahme der gerösteten Kaffeebohnen. Um diese zu Mehl zu zertrümmern benötigte man einen Stößel, einen Stampfer, der aus Holz sein konnte. Den Kump nahm man zwischen die Knie und zerkleinerte mit kräftigen Schlägen die Bohne. Der Kump wurde deshalb zwischen die Knie genommen, weil die Schläge somit abgefedert wurden. Bei einem feststehenden Untersatz wäre der Kump beim Schlagen gesplissen.
Diese Art, die Kaffeebohnen zu zertrümmern, war sehr Kraft aufwendig und unbequem. Daher tüftelte man schon sehr bald an anderen Lösungen

Zum Zermahlen von Getreidekörnern gab es in den Mühlen schon Mahlwerke. Dieses System stand im 18. Jahrhundert Pate bei der Konstruktion von Kaffeemühlen. Millionen, ja Milliarden von Kaffeemühlen wurden gebaut in unzähligen, immer wieder neuen optischen Ausführungen und unterschiedlichsten Materialien. Die Würfelform mit Metall-Schwengel und Schublade setzte sich letztendlich durch u.a. auch, weil diese beim Kaffeemahlen einen festen Stand hatten.
In der Kaffee-Ausstellung im Interreligiösen Museum im Goldschmiedehaus Ahlen ist neben vielen interessanten Kaffeemühlen dank eines Ahlener Leihgebers auch eine "aufgeschnittene" Kaffeemühle im Querschnitt zu sehen. Innenansichten von Kaffeemühlen sind selten.

Wenn Kaffeemühlen jeglicher Art bereits der Vergangenheit angehören, das Sprichwort "Gottes Mühlen mahlen langsam aber fein" ist geblieben.

offene Kaffeemuehle
Modell einer Kaffeemühle im Querschnitt

Moerser
Holzmörser mit Pistill

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kaffeeausstellung ende

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Literatur: Kaffee und seine Umgebung

Alte Kaffeemühlen von E.von Walderdorff
Ein Küchengerät aus der Zeit unserer Großmütter
Callwey Verlag 1982

Cafe´ Schucan eine Legende
von Wolfgang Weikert. Bernd Haunfelder
Aschendorf Verlag

Kaffeeklatsch von Katja Mutschelknaus
Die Stunde der Frauen
Elisabeth Sandmann Verlag München

Im Land der großen Kaffeekannen
von Kerstin Ullrich,
Aschendorf Verlag, Münster.

Kaffee und Kaffeehaus
Edition Leipzig 1987
von Ulla Heise

Ein Jahrhundert im Zauber einer Kaffeestunde
von J. J. Darboven, 1966

Freude mit Kaffee und Kuchen
von Gerhard Eckert, 1987
4. Edition Leipzig

Das Café - Sehnsucht oder die große Liebe zum Braunen
Herausgegeben von Etcet Era 1982, München

Die Mischung macht's
Kaffeeröstereien in Osnabrück von Harald Preun
Osnabrücker Zeitungsverlag

Cymae Medicae
D. Kaspar Heumanns


Madonna Marienkirche

Bericht folgt.

KPM Ausstellung Seite 1

KPM Ausstellung Seite 2

KPM Ausstellung Seite 3

Kreuz-Ausstellung

1991

Zur den letzten Vorbereitungen trafen sich im Hause Damberg in Dolberg am 28. Jan. 1991 von 10 bis 11 Uhr: Pastor Friedel Windoffer als Präses der Frauengemeinschaft Dolberg Frau Beckmann 1. Vorsitzende, Frau Damberg, Frau Kremer, Frau Sumpmann Werner Fischer

Einführungsvortrag zur Kreuz-Ausstellung vom Leiter des Museums im Goldschmiedehaus, Werner Fischer

DAS KREUZ ERHIELT FÜR UNS CHRISTEN SEINE HERVORRAGENDE BEDEUTUNG DURCH DEN ERLÖSERTOD JESU CHRISTI

Wir kennen das Kreuz auch schon aus der vorchristlicher Zeit, entweder rein ornamental oder einen symbolischen Sinn vermittelnd, so das Swastika Kreuz als crux gammata vor allem in Indien bekannt und das in Kleinasien schon sehr früh bekannte Sonnenrad, ein Kreuz in einem Kreis.

Aus und um Ägypten ist uns das Henkelkreuz, fälschlicherweise auch als Nilschlüssel bekannt, das cruz ansata, auch als Silbenzeichen bekannt für = Leben und deshalb auch leicht mit einem christlichen Sinn verknüpfbar.

Das christliche Kreuz tritt in verschiedenen Variationen auf, entweder als griechisches Kreuz = alle Balken sind gleich lang oder lateinisches Kreuz = die Balken sind ungleich lang oder als cruz counnissa, das sogenannte Tau, oder auch Antoniuskreuz, der Querbalken liegt auf dem Längsbalken. Es entspricht der historischen Kreuzform wohl am ehesten. Das Petri-Kreuz hat den Querbalken unten auf dem Längsbalken.

Das Andreaskreuz hat zwei sich schräg kreuzende Balken. Noch heute wird dieser Gestus von den Priestern bei der Wasserweihe oder beim Blasius-Segen durch das Halten von Kerzen gezeigt. Das Andreaskreuz stimmt mit den hebräischen Buchstaben táw überein, dem jüdischen Versiegelungszeichen, das in der jüdischen Kunst seit dem 1. Jh. belegt ist.

Zusammengesetzte Kreuzformen sind das erzbischöfliche auch lothringische Kreuz genannt oder die Patriachat-Kreuze, die alle zwei Querbalken haben. Das päpstliche Kreuz hat drei verschieden lange Querbalken. Andere Kreuzformen können heraldischen Ursprungs sein.

Solange die Kreuz-Strafe noch bestand, wurde das Kreuz meist nur symbolisch angedeutet, entweder durch Oranten übersetzt - in der altchristlichen Kunst die Beter - d.h. es wurde mit ausgebreiteten Armen und Händen, deren Innenseiten nach Aufwärts gerichtet sind, gebetet. Auch heute wird das Kreuz, die Kreuzigung symbolisch in der Messe, im Gottesdienst angezeigt, indem der Priester in Orantenhaltung bei der Präfation am Altar steht.

Symbolisch waren aber auch der Anker, oft mit Fischen oder Delphinen zu beiden Seiten, durch die Buchstaben T oder X mit dem Tod am Kreuze in Verbindung zu bringen. Zunächst wurde das Kreuz literarisch später auch künstlerisch dargestellt durch verwendete Symbole wie der Baum des Lebens im Paradies, der Stab des Moses.

Seit das Kreuz aber als Siegesankündigung Konstantin dem Großen vor der Schlacht an der milvischen Brücke 312 erschien und als Hinrichtungskreuz im 4. Jh. abgeschafft war, wurde es vielleicht durch die Mutter Konstantins, die hl. Helena, ein Ehrenzeichen. Dieses Ehrenzeichen, das Kreuz, schmückte kaiserliche Münzen und wurde statt des Zepters benutzt und vor allem in Kirchen, Häusern und in der Öffentlichkeit d.h. im Freien angebracht.

Hauptform für den Grundriss der Kirchenbauten wurde es eigentlich erst in der romanischen Kunst.

Die Auffindung des Kreuzes in Konstantinopel zwischen 320 und 345 steigerte den Kult des Kreuzes in der ganzen Kirche. Teile vom wahren Kreuz Christi wurden schon damals als kostbare Reliquien erbeten. Schon im 4. Jh. bildeten sich Gruppen, die zum hl. Kreuz nach Jerusalem pilgerten. Noch heute erinnern Ölampullen in Monza daran.

Die liturgische Kreuzverehrung ging früh auch in die römische Kirche über. Frühestens seit dem 5. Jh. wird erst in der östlichen und später in der römischen Kirche auf dem Altar ein Kreuz errichtet. In der Kunst begegnet uns das Kreuz bald als römisches und griechisches Kreuz, oft reich mit Edelsteinen (cruz gemmata), Blumen oder mit anderen Schmuckelementen verziert.

Mit zu den ersten Kreuzdarstellungnen zählen die Prozessions- oder Vortragskreuze, die bei kirchlichen Umgängen seit dem 5. Jh. durch einen Diakon oder Subdiakon dem Papst oder dem Klerus vorangetragen wurden. Nach Ankunft in der Kirche wurden sie auf den Altar gestellt.

Eine Darstellung der Kreuzigung Christi vermied das antike Empfinden der ersten Christen bei seiner Scheu vor der schmachvollsten Todesart in den Jahrhunderten der Verfolgung, soweit man heute weiß, fast vollständig.

Erst der hochentwickelte Kreuzeskult in Jerusalem, die viel realistischere Empfindungsweise der Syrer und die Notwendigkeit, den Monophysitismus durch die Betonung der Leidensfähigkeit des Herrn zu bekämpfen, überwanden seit dem 15. Jh. die alte Scheu, die aber noch lange für Kreuzigungsdarstellungen berücksichtigt ist durch die Anbringung von Motiven und Elementen, in denen das Peinliche des Kreuzestodes aufgehoben oder gemildert und Christus in seinem schmachvollen Tod als Sieger über den Tod gezeigt werden soll. So wurden den ältesten Darstellungen gewöhnlich noch Auferstehungsszenen beigefügt, Christus lebend und bekleidet gezeigt mit Nimbus und ohne Nägel anstatt des Sitzpflockes das ansprechendere die Hoheit mehr wahrende Suppedaneum angebracht.

Erst im späten Mittelalter begegnet uns in der Kreuzigungsdarstellung Jesus Christus mit der Dornenkrone und dem Titulus in griechisch oder lateinisch.

In der Renaissance werden der Kreuzigungsdarstellung die Muttergottes Maria und Johannes und die gewöhnlich kleiner gezeichneten Schächer fast unbekleidet, und in der späteren Zeit oft grotesk verzerrt und mit deutlichem Ausdruck ihrer verschiedenen seelischen Verfassung, häufig mit Engel und Teufel zur Entgegennahme ihrer Seelen dargestellt.

Die ältesten Darstellungen vermeiden auch die Andeutung der Wunden, wie der Seitenwunde, Diese wird seit dem 10. Jh. und zwar auf der rechten Seite bis zum 17. Jh.dargestellt.

Als ältestes realistisches abendländisches Beispiel der Kreuzigungsszene gilt die Holztüre an St. Satina in Rom (5. Jh.) und die Londoner Elfenbeintafel: Christus mit schmalem Lendenschurz.

Ein anderer Typus, der seit dem 6. Jh. bekannt ist und sich bis ins Mittelalter erhält, zeigt Christus bekleidet, beide Füße angenagelt, lebend zwischen den Schächern? Beigefügt sind Maria, Johannes, Schwammträger, würfelnde Soldaten, Christus wird mit langem Gewand und Krone lebend dargestellt.

Die darstellende Kunst schwankt immer zwischen Realität und einer mehr oder weniger gut ausgedrückten Andachtsauffassung.

Fischer wies darauf hin, daß sein Vortrag keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt.

Symposium

Das Kreuz, uraltes Zauber- und Heilzeichen Durch den Kreuzestod wurde es: Sinnbild des Leidens und damit zum Inbegriff des christlichen Glaubens Weihezeichen, Kreuzzeichen klein und groß Segensgestus Erinnerungsmal, Sühnezeichen Das Kreuz im Volksmund Drei Kreuze hinter jemandem machen = Jemand loswerden Ein Kreuz darunter machen = eine Sache beenden Drei Kreuze als Unterschrift = des Schreibens unkundig Abzeichen = Orden und Ehrenzeichen Sein Kreuz auf sich nehmen = sein Leid tapfer ertragen Schwierige Menschen können ein Kreuz sein Erinnerungskreuze, Taufe, Erst-Kommunion, Hochzeits-Brautkreuz, Tod - Sterbekreuz Grabdenkmal

Das Kreuz als Zeichen der Christen verliert an Bedeutung in den Kirchen, in den Häusern, in den Rathäusern, in Schulen in der Öffentlichkeit Wenn ja, wo stehen wir? , Setzen wir Zeichen - Kreuzzeichen bei dieser Ausstellung

Am 21. März 1991 berichtete Reinhard Baldauf in der Ahlener Volkszeitung auf der Seite Kulturelles Leben: Prunkstück einer Kreuzausstellung im Museum im Goldschmiedehaus in Ahlen ist dieser Kalvarienberg, der wahrscheinlich 1880 in Roermond (Niederlande) als Kanzelkreuz für die Kirche St. Clemens in Telgte angefertigt wurde. Das Kreuz ist in Holz gearbeitet und farbig gefaßt. Sehr ausdrucksstark ist vor allem die Kreuzigungsgruppe, die Christus am Kreuz (Vier-Nageltypus) mit Dornenkrone und Nimbus zeigt. Als Assistenzfiguren sind Maria und Johannes unter dem Kreuz. Die Ausstellung, die noch bis zum 28. März geöffnet ist, umfaßt 366 Stücke. Die Vorbereitungszeit betrug insgesamt vier Jahre.

Information:

Am Sonntag drehte ein Fernsehteam in Dolberg und anschließend im Mueum im Goldschmiedehaus. Man kann davon ausgehen, dass über die Kreuzausstellung morgen, am 28. März 1991 im dritten Programm in der „Aktuellen Stunde" im Münsterland-Magazin zwischen 19 Uhr 45 und 20 Uhr gesendet wird.

Die Fernsehleute haben einen sehenswerten Film gedreht, der zunächst mit einem auf einem Dolberger Bauernhof beginnenden „Kreuzweg" ein Kreuz in die Ausstellung begleitet.

 

Die Glocke berichtet Ostern 1991:

Dank an die Dolberger Frauen

„Liturgische Kreuze und Kreuze der privaten Andacht" waren vom 28. Februar 1991 vier Wochen lang im Museum im Goldschmiedehaus Fischer zu sehen.

Zum Abschluß dieser Kreuzausstellung hatte Goldschmiedemeister Werner Fischer die 21 Mitglieder der Dolberger Frauengemeinschaft am Mittwochabend eingeladen, um sich bei ihnen nochmals für ihre Initiative und ihre Unterstützung zu bedanken, ohne die die Ausstellung von 366 kreuzen nicht zustande gekommen wäre.

Um die Exponate zusammenzutragen, waren die Bezirkshelferinnen der Dolberger Gemeinde St. Lambertus in ihrer Pfarre von Haus zu Haus gegangen und hatten die jeweiligen Familien um eventuelle Leihgaben gebeten.

Nachdem Werner Fischer mit den Frauen noch einmal gemeinsam durch die Ausstellung gegangen war und man in gemütlicher Runde Erkenntnisse und Erfahrungen über die Ausstellung ausgetauscht hatte, wurde dem Bezirkshelferinnen vom Ehepaar Fischer ein Buchpräsent mit persönlicher Widmung als Zeichen des Dankes überreicht.

Anschließend baute man die Ausstellung gemeinsam ab, denn die Kreuze wurden am Gründonnerstag von den Frauen wieder in die jeweiligen Haushalte zurückgebracht, damit die Kruzifixe am Karfreitag an ihrem angestammten Platz stehen öder hängen können.

 

Die große Resonanz auf die diese Ausstellung sowohl bei der jüngeren als auch bei der älteren Generation unterschiedlichster Bevölkerungsschichten gestoßen sei, zeige, dass auch in der heutigen Zeit dem Kreuz eine besondere Bedeutung beigemessen werde.

Die Ausstellung möge ferner dazu beigetragen haben, dass der eine oder andere einmal nachschaue, wo sich in seinem Haus ein Kreuz befinde bzw. dem Kreuz den Platz zuweise, der ihm gebühre. (an) (Kißenbeck)

 

Einen besonderen Dank widmete Werner Fischer denen, die durch die zur Verfügung gestellten Exponate die Ausstellung bereichert haben:

Frauengemeinschaft Dolberg, Vorsitzende Frau Beckmann und dem Vorstand

Goldschmiedemeister Herbert Cürvers, Kevelaer

Stahlgraveurmeister Otto Vorfeld, Kevelaer

Pastor Windoffer, Dolberg

Frau Lindauer, Ahlen

Frau Clara Rasche, Beckum

Frau Becker, Ahlen

Frau Beier, Ahlen

Herrn Berndt, Ahlen

Sakristan Karl-Heinz Engemann, Telgte

Ahlen gedenkt der Blindenheilung durch St. Liudger
Dokumente der Erinnerungskultur
23. Okt. - 24. Nov. 2005

 

Liudger-Ludger-Ludgerus

Alna-Ahlen

Ahlen gedenkt der Blindenheilung durch St. Liudger Dokumente einer Erinnerungskultur
Austellung im Museum im Goldschmiedehaus, Ahlen

vom 23. Oktober bis zum 24. November 2005

Protektorat Bürgermeister Benedikt Ruhmöller
In Kooperation VHS Ahlen
Jugendpfarrer Willi Stroband

Wir können davon ausgehen, dass der Bistumsgründer der hl. Liudger auf einer seiner Visitationsreisen die Taufkirche im Ort Alna besuchte.

Sind wir Ahlener nicht verpflichtet, das Profil und Werk Liudger's
in Ahlen wachzuhalten und zu würdigen?

In der VITA SANCTI LUDGERI, die sich im Original in der Staatsbibliothek zu Berlin, Preußischer Kulturbesitz befindet, wird über die Blindenheilung in Ahlen berichtet. Diese Schrift wurde als Faksimile nebst den farblichen Vergrößerungen der Bilder in der Ausstellung gezeigt.

Welche Bedeutung hat der heilige Ludgerus für uns heute im 21. Jahrhundert? Die Blindenheilung in Ahlen durch den hl. Ludgerus sollte uns motivieren oder auch zum Nachdenken zwingen, dass man durch Glauben Gnaden empfangen kann.

Die gute Botschaft von Ludgerus: "Hilf dem Anderen, dem Schwächeren"
sollte uns Verpflichtung sein.

Das Ausstellungsgut kam aus Klöstern, Kirchen und von Privatpersonen, die das Andenken an St. Ludgerus sichtbar bewahrt haben.

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Bericht aus der AZ von Christian Wolff vom 30. September 2005

Ansprache des Leiters des Museums im Goldschmiedhaus Ahlen, Werner Fischer 23. Oktober 2005

Sehr geehrter Herr Bürgermeister Ruhmöller
Sehr geehrter Herr Dechant Röschenbleck
Liebe Freunde, liebe Gäste,

Ein herzliches Willkommen zur Ausstellungseröffnung
 "Ahlen gedenkt der Blindenheilung durch Sankt Liudger." Dokumente der Erinnerungskultur.

Die Vita, die Lebensbeschreibung des heiligen Liudger ist bekannt und durch schriftliche Dokumente belegt.

Er ist es, der Ahlen christianisiert hat. Er hat den Ahlenern das Tor zur abendländischen Kultur geöffnet.
Liudger als Diener Gottes gab uns das Programm, den Leitfaden: Tue Gutes und liebe Deinen Nächsten.
Macht Euch die Erde untertan, nach der Benediktiner-Regel: Bete und arbeite.
Er überzeugte die Menschen durch das Wort und nicht durch das Schwert.
Sein Wirken, seine Botschaft reicht bis in unsere Tage. Liudger, westfälisch Ludger oder Ludgerus, ist für uns Wurzel und Quelle, der uns aus der Unbedeutsamkeit befreite und Markierungen setzte.
All das, was sich in Alna, Ahlen als Weiterungen in späteren Jahrhunderten entwickelt hat, hat seinen Grund oder Beginn in und mit Ludgerus. Ludgerus sei Dank
Als bescheidene Geste des Dankes wollen wir ihm diese Ausstellung widmen.
Zwischen Andacht und Andenken liegt der Kern der Ausstellung. Diese Gegenstände bezeugen das Selbstverständnis und den religiösen Ausdruck von Menschen in ihrer jeweiligen Zeit.

Die Ausstellung zeigt, wie sich im Laufe der Geschichte die Kunst und die religiösen Ausdrucksformen gewandelt haben. Sie zeigt aber auch den Stellenwert, den der heilige Ludgerus eingenommen hat.
Das Museum im Goldschmiedehaus ist eine Schatzkammer geworden. Nicht wegen der Wertigkeit der gezeigten Gegenstände, sondern weil diese der Verehrung dienten und noch dienen.

Es ist für das Museum, besonders für mich ein nicht zu ermessender Vertrauensbeweis der Leihgeber spürbar, der es überhaupt ermöglicht hat, Heiligtümer in Form von vier Reliquien des heiligen Ludgerus der Öffentlichkeit zugängig zu machen.

Sie kommen aus der Kirche St Cornelius und Cyprianus, Lippborg, aus dem Benediktiner Kloster Gerleve, aus den Ludgerus Kirchen in Moers-Kapellen und Düsseldorf.

Dank an die Kirchenvorstände, Dank an die Museen insbesondere an Dr. Thomas Ostendorf, Karl Heinz Engemann,Telgte, Rudolf Ludger Schütz, Essen-Werden, Johannes Sumpmann, Lippborg, Herrn Hilleband, Moers, Rudolf Blauth, Ahlen Dank gilt auch Herrn Probst Erdbürger, Telgte und Herrn Dechant Röschenbleck, Beckum, Pfarrer Willi Stroband, Ahlen, Pater Thomas Bücker, Bonn, Pater Heinrich Huismann, Gerleve, Pater Hermann Josef Schwerbrock, St. Franziskus Ahlen.
Meinen Dank spreche ich dem Konvent der Franziskanerinnen in Münster-Mauritz und in Telgte aus, hier den Oberinnen Schwester Manuela und Schwester Martinild.
Dank auch dem Generalvikariat in Münster und der Provinzial Versicherung, Manfred Rasfeld, Ahlen und Andreas Blechmann, Ahlen.
Danke allen Helfern, die da waren, wenn man sie brauchte.

Zu dieser Ausstellung wurden große Kostbarkeiten zusammengetragen, die Ahlen in einem neuen unerwarteten Licht zeigen. Die sakrale Kunst Ahlens verbunden mit dem Ludgerusgedenken erhält neue Freunde und mit guten Freunden lebt es sich besser.

Last but not least gilt mein Dank Herrn Blechmann von der Pfarre St. Bartholomäus mit seiner Schola, die uns mit ihrem Gesang einstimmten und weiter bereichern werden.
Möge die Ausstellung mit dazu beitragen, die Religion der Mitmenschen kennen zu lernen und zu tolerieren.
Dass religionspädagogischer Unterricht die Ausstellung begleitet und wir alle ein wenig stolz sein können, dass der heilige Liudger den Blinden in Ahlen wieder sehend machte.
Lassen Sie mich zum Schluß mit dem Einverständnis von Pater Hermann Josef die letzten Verse seiner Rosenmontagspredigt im historischen Jahr 2005 im Andenken an Sankt Liudger zitieren:
Ein Blinder konnte wieder sehn.
Und das soll heute nicht mehr gehen?
Du lieber Gott, komm zu uns runter,
mach Ahlens Bürger flott und munter!
Mach du auch uns die Augen auf!
Dann ist mir um der Zeiten Lauf
auch für unsere Stadt nicht bange.
Doch bitte!, warte nicht zu lange!



Bericht aus der AZ vom 25. Oktober 2005 (BA)



Blindenheilung in Ahlen durch den heiligen Ludgerus.
Relief von Alfred Essler am Barthelhof in Ahlen, 1990

1200 Jahre Bistum Münster
Bistumsjubiläum 805 - 2005

Ahlen begeht das historische Jahr 2005.

Aus diesem Anlaß präsentierte das Museum im Goldschmiedehaus eine
 St. Ludgerus-Erinnerungsausstellung.

Der Heilige Ludgerus (Liudger) wurde vor 742 in Friesland geboren.

Er war ein Klosterschüler des hl. Gregor zu Utrecht. In York wurde er zum Diakon geweiht. 777 wurde er Priester und wirkte 7 Jahre zu Dockum.
784 durch den Sachseneinfall vertrieben, begab er sich nach Rom und nach Montecassino, wo er in der Benediktinerabtei zwar das Mönchsgewand, nicht aber das Mönchsgelübde annahm.

In die Heimat zurückgekehrt, erhielt er von Karl dem Großen im Nordosten von Friesland 5 Gaue darunter der Gau Sudhergo (Südgau) mit dem Dorf Alna (Ahlen) als Missionsgebiet, und zu seinem Unterhalt die Abtei Lotusa (= Leuze bei Tournai) und später das neuerrichtete Bistum Mimigardeford, das spätere Münster (Konsekrationsjahr 804/5).

Nach Prof. Dr. Arnold Angenendt, Münster und Prof. Dr. Paul Leidinger, Warendorf gehen die Pfarreien Ahlen, Beckum, Freckenhorst, Herzfeld, Liesborn und Warendorf auf Taufkirchen des 8. Jahrhunderts zurück.
AHLEN wird unter dem Namen ALNA (später ALNON und Alen, bis ins 17. Jh. schrieb man AHLEN ohne H) schon zur Zeit des hl. Luidger erwähnt u.a. mit dem Wunder der Blindenheilung.

In der Lebensbeschreibung des hl. Ludgerus "vita s. Liudgeri, auctore Altfriedo Episcopo" wird Ahlen mit dem Wort Alna bezeichnet. Im Heberegister des Kloster Werden/Ruhr vom 9. bis zum 13. Jahrhundert, finden wir unter Urbar A§7 Amt Sandorats (Im Dreingau) unter Ziffer 85: "In Alnon un unam dimidium siclum" den Stadtnamen als Alnon festgelegt.

Somit begeht das Bistum Münster in 2005 sein 1200-jähriges Bestehen und die Stadt Ahlen das historische Jahr.

Es wird berichtet, dass der Missionar Liudger am 30. März 805 in Köln zum Bischof geweiht wurde. Er starb am 26. März 809 in Billerbeck und wurde in der Benediktinerabtei in Essen Werden beigesetzt. Die erste bildliche Darstellung von Ludgerus als Bischof findet man auf dem Codex aureus von Echternach 983/91.

Die Klöster Helmstedt und Werden und zahlreiche Kirchen verdanken ihm ihr Entstehen. So berichtet uns die einzige illustrierte Ludgerusvita (Lebensbeschreibung) aus dem 11. Jahrhundert von der Blindenheilung in Ahlen.



Ludgerus-Kelch

Zur Feier der Eucharistie nimmt der Kelch, der Trinkbecher, einen besonderen Rang ein. Wegen seines erhabenen Dienstes bedarf der Kelch nach uralter Bestimmung der Konsekration durch den Bischof.

In der Schatzkammer der Abteikirche in Essen Werden befindet sich der original Kelch von Bischof Liudger. Der Kelch ist von hohem historischem Rang und gilt als eines der ältesten eucharistischen Trinkgefäße des Abendlandes, der älteste Kelch Deutschlands von zeitlos-edler Form. Er stammt aus dem 8. Jh. und diente dem heiligen Ludgerus, Täufling des heiligen Bonifatius, als Reise-Missionskelch. Es ist anzunehmen, dass der heilige Ludgerus bei seiner Visitationsreise in Ahlen mit diesem Kelch das heilige Mahl feierte.

Der Kelch hat auf der Cuppa die Umschrift "Agitur haec summus pocla triumphus". (In diesem Becher vollzieht sich der höchste Triumph) und am Rande des Fußes: "HIC CALIX SANGVINIS DNI NRI IHV XPI" in der Übersetzung: "Dies ist der Kelch des Blutes unseres Herrn Jesus Christus".

Am Sonntag, dem 10. April 2005 feierte Weihbischof Friedrich Ostermann in St. Bartholomäus in Ahlen einen Gottesdienst aus Anlaß des historischen Jahres.

Auf dem Zelebrationsaltar stand auch ein Nachguß des sich in der Abteikirche zu Essen Werden befindlichen Ludgeruskelches, der sich nun im Museum im Ahlener Goldschmiedehaus befindet.

Schon in romanischer Zeit wurden die Reisekelche auch als Funeralkelche verwand, die den Bischöfen und Priestern mit ins Grab gegeben wurden.

So hat Ahlen eine fassbare und damit sichtbare Erinnerung an den heiligen Ludgerus und seine Blindenheilung in Ahlen.

Liudger heilt bei einem Mahl den Blinden von Ahlen

Dieses Heilungswunder vollzieht sich in einem kostbar ausgestatteten Saal, dessen Arkaden mit skulptierten Kapitellen und ornamentierten Bogenzwickeln die Szene erneut in zwei scharf geschiedene Bereiche unterteilen. Die linke Hälfte fiillt die für Liudger und fünf Begleiter reich mit Geschirr und Speisen gedeckte Tafel. Der Heilige ist innerhalb der dicht gedrängten Reihe durch zentrale Positionen, Größe und Nimbus betont. Liudger wendet sich zu dem rechts gestreckt am Boden liegenden und um Heilung flehenden Blinden. Hinter diesem stehen ratlos der Diakon und ein weiterer Helfer, die dem Leidenden vergeblich Speise, Trank und Almosen angeboten und ihn erst nach viermaligem Begehren zum Tisch des Bischofs vorgelassen haben. Beide Bildräume werden durch einen breiten Giebel verklammert, hinter dem die Silhouette Ahlens zum Vorschein kommt. Ein Kreuz an einem ihrer Dächer kenn­zeichnet die Pfarrkirche, zu deren Visitation Liudger gekommen war.

 

Die Blindenheilungr> in Alna - Ahlen durch den hl. Liudger um 805

Miniatur aus: "Vita Sancti Liudgeri" Original in der Staatsbiliothek Berlin Preußischer Kulturbesitz MS. theol. Lat. fol. 323 Blatt 13  I 

Legende

Wie St. Ludger den Blinden in Ahlen heilte

Als der hl. Ludger einmal auf der Rundreise durch seine Pfarreien auch durch Ahlen kam und hier zu Tische saß, hörte man draußen einen Armen rufen und ängstlich flehen, der Bischof möge doch eines armen Menschen zu erbarmen sich würdigen. Der aufwartende Diener eilte hin, nahm in der Meinung, ein Armer begehre ein Almosen, Brot und Speise mit sich und reichte sie dem Bettelnden. Dieser weigerte sich aber, etwas anzunehmen und sagte, ihm sei anderes nötig. Da holte man ihm zu trinken; aber auch das wollte er nicht. Er verlangte, zum Bischof eingelassen zu werden, damit dieser ihm Hilfe biete. Der Diakon jedoch begriff nicht, was der Mann wollte. Er ließ ihn stehen und ging ins Haus zurück. Da schrie der Arme draußen immer lauter und Ludger sagte zum Diakon: "Wie lange willst Du Dich denn noch verstellen, als hörtest Du nichts?" Der Diakon antwortete: "Ich habe ihm schon Speise und Trank angeboten, aber er will nichts annehmen." - "Dann gib ihm einen Dinar!" sagte Ludger. Das Geldstück wurde dem Bittenden hinausgebracht, doch gleichfalls zurückgewiesen. Da ließ der Bischof ihn hineinführen und sprach:" Was hast Du, Bruder, was begehrest Du?" - "Mach, daß ich sehe!" erwiderte der Blinde, "Das ist es, worum ich Dich um der Liebe Gottes willen bitte." Da sagte Ludger, nicht befehlend, sondern die Bitten des Armen bewundernd: "Sieh um der Liebe Gottes willen!" Und, o Wunder, auf der Stelle konnte der Arme sehen und als man ihn zu Tische geladen, aß und trank er voller Freude und ging seines Weges.

Einige Exponate stellten freundlicherweise für die Ausstellung zur Verfügung:

Ahlen, Ludgeri-Schule, Beckum, Dechant Paul Röschenbleck, Berlin, Staatsbibliothek, Preußischer Kulturbesitz, Bonn, Pater Bücker, Priorat Christkönig, Düsseldorf, St. Ludgerus, Essen Werden, Rudolf Ludger Schütz, Essen Werden, Schatzkammer, Gerleve, Benediktinerabtei, Abt. Dr. Pius Engelbert, Pater Franz Josef Schwerbrock, Lippborg, Kirchengemeinde St. Cornelius u. Cyprianus, Möhler, St. Ludgerus- Kirchengemeinde, Moers Capellen, St. Ludgerus, Münster, Kongregation der Franziskanerinnen, Münster Stadtmuseum, Telgte, Karl-Heinz Engemann, Telgte, Konvent der Franziskanerinnen, Telgte, Dr. Thomas Ostendorf, Heimathaus, Telgte, St. Clemens, Propst Heinz Erdbürger,

Besonderer Dank gilt Pfarrer Willi Stroband, Ahlen, der unermütlich mit großer Hingabe Kindern aus Kindergärten und Schulen das Leben und Wirken des hl. Ludgerus anhand der Exponate in der Ausstellung spielend vermittelte.

Luidgers Lebensregel: Tue immer zuerst das Notwendige, dann das Nützliche und zuletzt das Angenehme


Exponate aus der Ludgerusausstellung im Museum im Goldschmiedhaus Ahlen
 

 

Sandsteinstatue 1877, St. Luidger, Telgte St. Clemens

St. Luidger 1620, St. Rochus Hospital, Telgte
Vorder- und Rückansicht


Entwurf und Ausführung: Johannes Niemeier
Leihgeber: Schütz, Essen-Werden

Entwurf und Ausführung: Joseph Krautwald, Rheine
Leihgeber: Engemann, Telgte

St. Ludgerus-Reliquiar,Moers Kapellen

St. Ludgerus-Reliquiar 1866, Lippborg,

St. Ludgerus-Reliquiar, Gerleve

St. Ludgerus-Reliquiar, Düsseldorf

Werdener Reliquienkasten

Werdener Reliquienkasten, 8. Jh., 1243,
Eichenholz-Kasten, Walrosszahn, Höhe 21,2 cm, Breite 40 cm
Leihgabe aus der Schatzkammer der Probsteikirche St. Ludgerus in Essen-Werden.






 



 

Gebetbücher
Leihgeber: St. Clemens, Telgte








 





 

 

Gebetszettel / Heiligenbildchen
Leihgeber: P. Thomas Bücker

Geschenk von P. Thomas Bücker

Einige Presseveröffentlichungen zur Ausstellung im Museum im Goldschmiedehaus Ahlen


Ahlener Zeitung vom Dienstag, 8. November 2005


Ahlener Zeitung vom 5. November 2005


Die Glocke, Kreisseite, Donnerstag, 10. November 2005


Ahlener Zeitung, Freitag, 18. November 2005


 

Meissen Ausstellung

 

Rosenkranz-Ausstellung im Museum im Goldschmiedehaus
 vom 15. Oktober bis zum 2. November 1986

 

Ansprache von Goldschmiedemeister Werner Fischer zur Eröffnung der Rosenkranzausstellung am 15. Oktober 1986:

Einen herzlichen Abendgruß entbiete ich Ihnen allen.

Ostermann

Ein besonderer Gruß gilt unserem Ehrengast, Herrn Weihbischof Friedrich Ostermann, der so 1iebenswürdig war, das Patronat über die Rosenkranzausstellung zu übernehmen, sowie heute die Eröffnung der Ausstellung vorzunehmen. Meinen Willkommensgruß mit herzlichem Dank verbunden für die Mithilfe beim Zustandekommen dieser Ausstellung sage ich den anwesenden Klerikern und Historikern und Ihnen, liebe Anwesende, für Ihre Leihgaben. Ebenso gilt mein Dank unseren italienischen, spanischen und türkischen Mitbürgern.
 
Wann eigentlich die Gebetsschnur entstanden ist, kann man wissenschaftlich bis heute nicht belegen. Man kann aber davon ausgehen, dass eine Religionsgemeinschaft die Gebetswiederholungen vorschrieb und sich dabei der Zählschnur bediente.
Es wird berichtet, dass der Eremit Paulus im 4. Jahrhundert  täglich 300 Vaterunser gebetet hat mit Hilfe kleiner Steine.
Aus dem 8. Jahrhundert sind uns irische Bußbücher bekannt, die berichten, dass für bestimmte Sünden etwa 2o bis 5o Vaterunser als Buße gebetet werden mussten.
Im Jahre l04l bestimmte die englische Adelige Godiva in ihrem Testament, dass ein Kranz von Edelsteinen, die sie auf eine Schnur gezogen hatte, um die genaue Zahl der Gebete nicht zu verfehlen, als Gabe und zusätzlichen Schmuck an ein Marienbild übergeben werden solle.
Der hl. Bernhard bestimmte 1128, dass für einen verstorbenen Ordensbruder eine Woche lang täglich l00 Vaterunser gebetet werden.
Seit dem 15. Jahrhundert wird die Schlacht bei Huret in Südfrankreich mit der Verleihung des Rosenkranzes durch die Mutter Gottes an den hl. Dominikus in Verbindung gebracht. Er lebte von 117o bis 1221.
Eine der frühesten erhaltenen Darstellungen von Gebetsschnüren gibt es zu Anfang des 14. Jahrhunderts auf den Chorschrankenmalereien des Kölner Doms. In Köln gründete der Dominikaner Jakob Sprenger 1474 die erste Rosenkranzbruderschaft auf deutschem Boden. Zu den ersten Mitgliedern gehörten Kaiser Friedrich III. und sein Sohn, der spätere Kaiser Maximilian 1. I475t also ein Jahr nach der Gründung, zählte die Bruderschaft ca. 5.000 Mitglieder. Rund l00 Jahre später (1578)  50.000 Mitglieder.
Und keine drei Jahre später, also 1581, zählte man bereits 500.000 Mitglieder im ganzen Reich aus allen Ständen.
Das Rosenkranzgebet wurde von da ab eine der führenden Frömmigkeitsformen in der ganzen Christenheit.
Zwei Karthäuser-Mönche in Trier, Adolf von Essen, gestorben 1439, und Dominikus von Preußen, gestorben 1460, formulierten aber schon um das Jahr 1400 Zusätze für die beiden Mariengrüße des Ave Maria, z.B. Jesus, der für uns ist gekreuzigt worden.
Sie taten das für 50 Ave Maria, um 50 wichtige Glaubensgeheimnisse der Bibel beim ständigen Wiederholen der Mariengrüße betrachten zu können.
Dem Kölner Karthäuser Heinrich von Kalkar, gestorben 14o8, wird die Einschaltung eines "Vaterunsers" nach je l0 Ave Maria zugeschrieben.
Damit war die Grundform des Rosenkranzgebetes mit den heutigen 15 Geheimnissen unserer Rosenkranzschnur festgelegt.
Die Zahl der Ave Maria in 3 mal 50 ist orientiert an den 150 Psalmen der Bibel und des kirchlichen Stundengebetes.
Der Dominikaner Alanus de Hupe propagierte das Rosenkranzgebet vor 1475. Er hat auch die Ansicht verbreitet, dass sein Ordensvater Dominikus das Rosenkranzgebet eingeführt habe.
Auch in der bildenden Kunst fand der Rosenkranz seither große Beachtung.
Es sind uns noch viele Mutter-Gottes-Darstellungen mit dem Rosenkranz von führenden Künstlern des Mittelalters bis zum heutigen Tage bekannt.
Wer unsere katholischen Kirchen aufmerksam aufsucht, dem wird Gelegenheit geboten, vor einem Andachtsbild der Mutter Gottes mit Rosenkranz zu beten.
 
Die Materialauswahl bei der Anfertigung von Rosenkränzen hatte Bedeutung. Im 17. Jahrhundert war man überzeugt, dass Koralle und Perlmutter vor großem Übel schützen würden. Achat, Amethyst, Granat, Carneol, Saphir und Bergkristal1 schützen vor bestimmten Krankheiten. Dem Amethyst sagt man nach, dass er als Hilfe gegen Nierenleiden und Trunkenheit galt. So lässt sich auch die farbliche Vielfalt der Rosenkränze erklären.
In vielen Fällen sind Rosenkränze aber  auch Andenken, nämlich Mitbringsel von Wallfahrten aus dem hl. Land. Sie sind aus Zedernholz oder 0elbäumen. Wer schon einmal  in Bethlehem war,  wird sich an die vielen Werkstätten erinnern,  die aus Perlmutt figürliche Darstellungen sowie Rosenkränze anfertigen.
In Deutschland wurden im 17. 18. und 19. Jahrhundert hauptsächlich in Schwäbisch Gmünd filigrane, silberne Rosenkränze mit eingelegten Emailleplatten in Kreuzen hergestellt, von denen noch viele erhalten sind .
Auch verschiedene Wallfahrtsorte gaben und geben Rosenkränze heraus, auf denen Gnadenbild-Nachahmungen eingearbeitet sind.
Als Kostbarkeit gilt heute ein Rosenkranz mit der Nachbildung einer sogenannten Nepomuk-Zunge, die an den hl. Nepomuk erinnert, den Patron des Bußsakramentes.
Selten sind Rosenkränze mit den fünf Wundmalen unseres Herrn Jesus Christus, mit kleinen Nachbildungen der Leidenswerkzeuge und dem Walburgisöl aus Eichstätt, die wir Ihnen in dieser Ausstellung zeigen können.
Die meisten der noch erhaltenen Rosenkränze tragen Medaillen oder Zeichen vom Besuch des Hl. Rocks in Trier, einem Besuch in Fatima, Lourdes, Werl oder Telgte, wo sich noch heute eine Werkstatt zur Anfertigung von Rosenkränzen befindet.
 
Neben dem uns bekannten Rosenkranz gibt es noch den "Zehner".
Dieser besteht aus l0 bis 13 Perlen, war im 16. Jahrhundert sehr beliebt und wurde hauptsächlich von Männern gern gebetet.
Die großen und kostbarsten der "Zehnerschnüre" wurden bis  in das 18. Jahrhundert von Prälaten getragen. Der Papst verschenkte solche "Zehner" noch im 18. Jahrhundert an seine Besucher.
Der "Zehner" lebt bis heute fort  in der geschlossenen "Zehnerschnur", wie sie noch in Süddeutschland zuweilen benutzt wird oder auch in Form von kleinen Ringen mit 10 kleinen Kugeln oder Einkerbungen (Soldatenrosenkränze),  die man am Finger trägt und drehen kann.
 
Mönche, Nonnen und Frauen benutzten gerne lange Schnüre, die am Gürtel getragen wurden.
Der Psalter ist eine solche Form mit 150 Ave-Perlen, die der Zahl der biblischen Psalmen entsprachen.
Der Rosenkranz dient dem Gläubigen zur Betrachtung. Er hat bis heute nichts von seiner Aktualität eingebüßt. Anstelle von Betrachtung wählt man heute das Wort Meditation.
Das Besondere am Rosenkranz ist, dass man ihn an jedem Ort allein, in der Gemeinschaft und zu jeder Stunde beten kann.
Und so schließt sich für mich der Kreis, der Kranz; denn der Rosenkranz kann lebensbegleitend sein bis zur Stunde unseres Todes, nämlich für den Menschen, für den der Rosenkranz mehr ist als nur eine Schnur von aufgereihten Perlen.

Alois Schroer
Dr. Dr. Alois Schröer geb. in Einen bei Warendorf

 

 

 

 

 

 

 

Ein persönliches Vorwort von Werner Fischer, Leiter des Museums

 

Am 13. Januar 193o wurde ich geboren. Als kleiner Junge im Vorschulalter musste ich stets eine Schürze tragen. Die Schürze hatte zwei aufgenähte Taschen und nach meiner Auffassung waren diese viel zu klein und außerdem unten rund. Manchmal hing mein Taschentuch aus den Taschen heraus. Das war mir viel zu mädchenhaft und ich sehnte mich nach dem Tag, an dem ich eine richtige "Buxe" mit tiefen Taschen anziehen konnte. Fast alle meine Mitschüler trugen eine solche Buxe. Dann kam endlich der bedeutende Tag, an dem auch ich zum ersten mal eine Buxe mit Taschen anziehen durfte. Welch ein Glücksgefühl, nun zu den Buxenträgern gehören zu dürfen. Endlich konnte ich meine wichtigen Sachen in den Hosentaschen unterbringen und niemand meiner Freunde konnte erahnen, was ich bei mir trug wie da waren ein sauberes Taschentuch, ein Rosenkranz und später

 

Der Rosenkranz war mein ständiger Begleiter. Zur ersten hl. Kommunion 1938, dem "schönsten Tag des Lebens" - wie die Großen sagten - kamen als Geschenke von Verwandten und Bekannten weitere hinzu.

 

Aber das waren Äußerlichkeiten; denn der Sinn des Rosenkranzes liegt darin, dass er uns ein Helfer ist zum Beten, Wir werden angehalten zu Gebeten, die einen Rosenkranz unbedingt erforderlich machen. Man kann fromm sein, aber alles um sich herum zu vergessen und nur allein mit dem lieben Gott zu reden, erfordert eine ungeheure Konzentration. Der Rosenkranz hilft uns, bei einem geistigen Seitensprung wieder in die Spur zu kommen.

 

Diese Spur fand ich im Rosenkranzmonat Oktober, in dem täglich in der Kirche St. Georg zu Hopsten der Rosenkranz gebetet wurde. Das war in den Maiandachten des Monats Mai ebenso. Während der Fastenzeit und bei der Karfreitagsprozession wurde der Rosenkranz gebetet und auch bei der Fronleichnams- und der Annenprozession. Beim nachbarschaftlichen Totengebet, wenn die Leiche noch über Erden stand, beim Gang vom Sterbehaus, zum Friedhof - immer und überall wurde der Rosenkranz gebetet. Sicher habe ich bei meiner Aufzählung einige Spuren vergessen. Ergänzend fällt mir noch ein, wenn ich nicht einschlafen konnte, gab mir meine Mutter den Rosenkranz, machte mir ein Kreuz auf die Stirn und empfahl mir, einige Gesetze des Rosenkranzes zu beten, dann würde ich sicher einschlafen können. Damit nun nicht der Eindruck entsteht, der Rosenkranz sei nur den Kindern zu beten empfohlen, im Gegenteil, alle Katholiken beteten ihn allein oder gemeinschaftlich.

 

Der Rosenkranz besteht aus einer Schnur oder einer Kette, an der ein Kreuz hängt. Bei älteren Rosenkränzen, die ein Kreuz mit einem Christuskorpus zieren, das man nicht anfassen sollte, schließt sich ein gleichschenkliges Kreuz an, das so genannte Credokreuz, welches man mit Zeigefinger und Daumen hält. Mit dem Glaubensbekenntnis beginnt man das Rosenkranzgebet. Bei der ersten Perle betet man: Ehre sei dem Vater, dem Sohn und dem heiligen Geist. Darauf wird geantwortet: Wie es war im Anfang, so auch jetzt und alle Zeit und in Ewigkeit. Amen. Ein Paternoster folgt.

 

Sodann folgen drei Perlen, bei denen jeweils ein Ave Maria gebetet wird und nach den Worten "Deines Leibes Jesus" wird jeweils der Ruf eingeschoben: Der Du den Glauben in uns vermehren wollest, der Du die Hoffnung in uns stärken wollest, der Du die Liebe in uns entzünden wollest. Danach spricht man das Vater unser. Dem folgen 10 Ave Maria, bei denen auch jeweils ein bestimmter Ruf - je nach dem zu betenden Rosenkranz - eingeschoben wird. Dieses wiederholt sich insgesamt fünfmal.

 

Der "freuden reiche" Rosenkranz betrachtet: Jesus, den du, o Jungfrau, vom Heiligen Geist empfangen hast Jesus, den du, o Jungfrau, zu Elisabeth getragen hast Jesus, den du, o Jungfrau, geboren hast Jesus, den du, o Jungfrau, im Tempel aufgeopfert hast Jesus, den du, o Jungfrau, im Tempel wiedergefunden hast.

 

Der "schmerzhafte" Rosenkranz betrachtet: Jesus, der für uns Blut geschwitzt hat Jesus, der für uns gegeißelt worden ist Jesus, der für uns mit Dornen gekrönt worden ist Jesus, der für uns das schwere Kreuz getragen hat Jesus, der für gekreuzigt worden ist

 

Der "glorreiche" Rosenkranz betrachtet: Jesus, der von den Toten auferstanden ist Jesus, der in den Himmel aufgefahren ist Jesus, der uns den heiligen Geist gesandt hat Jesus, der dich, o Jungfrau, in den Himmel aufgenommen hat Jesus, der dich, o Jungfrau, im Himmel gekrönt hat.

 

Andere Arten der Betrachtung z.B. den armen Seelen Rosenkranz sind lokal oder in verschiedenen Diözesen besonders aber in geistlichen Orden verbreitet.

 

Zur Entstehung des Rosenkranzes schreibt Karl Josef Klinkhammer SJ im Buch 500 Jahre Rosenkranz 1475 Köln 1975 u.a.

 

....Die Kölner Rosenkranz-Bruderschaft von 1475 - gegründet vom Dominikaner Jacob Sprenger- auf die alle Bruderschaften der Dominikaner zurückgehen, verlangte zuerst nur die Verrichtung von 15 Vaterunsern und 150 Ave Maria, doch ohne die Betrachtung des Lebens Jesu. Die heutigen 15 Rosenkranzgeheimnisse finden sich mit einer Ausnahme sämtlich erstmals in einer Schrift der Ulmer Rosenkranz-Bruderschaft von 1483.

 

Die Gebetswiederholung als Frömmigkeitsübung ist uns bereits aus dem 4. Jh. nach Chr. aus Berichten über den Eremiten Paulus bekannt, der in der nordafrikanischen Wüste lebte. Dreihundert mal soll der Heilige jeden Tag das Gebet des Herrn, das "Vater unser", gesprochen haben. Auch im Mittelalter werden uns ähnliche und noch weit umfangreichere Frömmigkeitsübungen überliefert.

 

1573 als Dank für den Seesieg über die Türken bei Lepanto. Einführung des Rosenkranzfestes durch Papst Gregor der XIII.

 

Der Rosenkranz hat viele Menschen vom Anfang des Lebens bis zum Tod begleitet. Das Beten des Rosenkranzes stärkte bei vielen Gläubigen die Hoffnung auf Hilfe und Dank für gewährte Hilfe.

 

Warum widmete Werner Fischer aus Ahlen in Westfalen dem Rosenkranz soviel Aufmerksamkeit? Mit dem Ergebnis, eine Ausstellung von und über den Rosenkranz im Museum im Goldschmiedehaus zu präsentieren. Zu meinen eigenen Erlebnissen als Kind, als Jüngling in den Luftschutzkellern und Bunkern während der schrecklichen Bombardierungen in Münster und Rheine während schier ausweglos scheinenden Situationen zählt das wechselseitige Beten des Rosenkranzes.

 

Die Ausstellung möchte an einer einzigen Frömmigkeitsform den engen Zusammenhang zwischen Andachtsform und bildender Kunst aufzeigen in unserer Zeit, in der der Eindruck entstehen kann, wir hätten keine Zeit mehr, uns dem Rosenkranzgebet zu widmen.

 

Als Leihgeber von exklusiven, teilweise auch wertvollen Exponaten konnte das Museum im Goldschmiedehaus das Erzbischöfliche Diözesan-Museum Köln gewinnen. Der Leiter des Diözesan-Museums in Köln, Dr. Walter Schulten, ist Westfale. Bei Fischers Erstbesuch in Köln und dem Vortragen seiner Bitte um Leihgaben stand er von seinem Schreibtisch auf, als er hörte, dass Werner Fischer aus Ahlen kam. Er schaute Fischer in die Augen und wiederholte nur: "Was, Sie wollen in AHLEN eine Rosenkranzausstellung machen?" Dann setzte er sich wieder und zeigte mit einer Links- und Rechtsdrehung seines Kopfes seine Verwunderung an. Dr. Schulten hat die Ausstellung mit vielen Tips und Anregungen sehr wohlwollend begleitet. Er brachte Werner Fischer größtes Vertrauen entgegen.

 

Da viele Mitbürger in Ahlen Muslime sind, hatte Werner Fischer die Moschee-Gemeinschaft Ahlen gebeten, in einer eigens dafür vorgesehenen Ausstellungs-Vitrine ihre Gebetschnüre zu zeigen. Eine auf Einladung erschienene Delegation mit ihrem Honscha besuchte die Ausstellung. Frau Anni Fischer hatte Tee als Willkommen im Museum serviert. Diskret bat der Dolmetscher nach dem Einschenken des Tees, Frau Fischer möge sich bitte aus dem Raum entfernen. Werner Fischer beugte sich aus Respekt dem Wunsch seiner Gäste. Nachdenklichkeit blieb.

 

Weitere 39 Leihgeber waren nachfolgende Damen und Herren aus: Ahlen: Frau Berkenkemper, Frau Beumer, Herr Werner Blanz, Frau Ermann, Frau Gonsior, Frau Gronau, Frau Grootens, Frau Hartmann, Herr Kaiser, Frau Karliner, Frau Mückenhausen, Herr Anton Neuhaus, Frau Ostermann, Frau Poloczek, Frau Redemeyer, Frau Rüsing, Frau Schier, Frau Schröder, Herr Schulz, Frau Schulze Horsel, Frau Weber, Frau Wiggers, Frau Zeidan. Dolberg: Frau Thomas, Enniger: Frau Schockmann, Herr Oskar Schulze Brüning. Ilanz/Schweiz: Dominikanerinnen Institut St, Josef . Köln: Erzbischöfliches Diözesan-Museum Lippborg: Herr Liebich Münster: Dr. Dr. Alois Schröer. Oberkirchen/Hochsauerland: Frau Krell. Paderborn: Diözesanmuseum Rheine: Redemptoristen-Kloster Schwäbisch Gmünd: (Prediger Museum) Dr. Schuster Oberbürgermeister, Sendenhorst: Herr Peitsmeyer, Telgte: Heimathaus, Dr. Ostendorf Vechta: Dominikanerkloster Vorhelm: Frau Lüring, Frau Möllmann, Frau Ostwald.

 

Außerdem wurde die Ausstellung aus dem eigenen Museumsfundus bestückt.

 

Die Eröffnung fand am 15. Oktober 1986 durch Weihbischof Friedrich Ostermann statt, angetan mit der bischöflichen Soutane, Schärpe und Pileolus. In seiner Ansprache ging er auf den Rosenkranz ein und war erstaunt über die hervorragenden Ausstellungs-Exponate. Er fragte Werner Fischer, welcher der hier ausgestellten Rosenkränze wohl der wertvollste sei. Fischer zeigte ihm einen zunächst unbedeutenden, abgegriffenen Rosenkranz. Bischof Ostermann merkte mit Enttäuschung an, daß ihm dieses Exemplar gar nicht wertvoll erscheine. Fischer entgegnete: "Man sieht und spürt aber, daß mit diesem Rosenkranz viel gebetet wurde."
 

 

Peter Harke berichtet in der Ahlener Volkszeitung am 30. August 1986:

 

 

Angelika Knöppker berichtet in der "Glocke" am 30.8.1986:

 

Die Glocke berichtet am 17.10.1986:

 

Mirko Balog berichtet in der Ahlener Volkszeitung am 18. Oktober 1986:

 

 

Frau Blum berichtete in der Ahlener Volkszeitung am 27. Oktober 1986:

»Der schönste Rosenkranz ist der abgenutzte!«
Club Dante Alighieri zu Gast im Goldschmiedemuseum
AHLEN (mb). Mit einem herzlichen "Buona Sera" begrüßte Werner Fischer am vergangenen Freitag Abend 22 Gäste im Museum im Goldschmiedehaus. An diesem Abend hatten sich Mitglieder des Clubs Dante Alighieri eingefunden, die sich dem Kulturaustausch zwischen ihrem Gastland Bundesrepublik Deutschland und ihrem Heimatland Italien verschrieben haben. In erster Linie wollen sie jedoch die Kultur ihrer Heimatstadt näher kennenlernen, wobei der Besuch im Museum einen wichtigen Beitrag leistete. Zu sehn sind hier — neben ausgefallenen Ornaten — Rosenkränze, die viel über die Geschichte der sie betenden Menschen aussagen. Und diesem Aspekt wollte sich die 22köpfige Gruppe widmen, die sowohl aus Deutschen als auch aus Italienern besteht.
Trotzdem war das Mitbringsel so typisch italienisch wie es nur sein konnte, handelte es sich dabei doch um eine Flasche Chianti. die vom ersten Vorsitzenden Fulvio Perini überreicht wurde. Nachdem Werner Fischer erklärt hatte, daß sein Herz für Italien schlägt, führte er aus, weshalb
er sich mit dieser Ausstellung der Rosenkränze angenommen hat. Er erklärte es damit, daß er bei zahlreichen Museumsbesuchen gemeinsam mit seiner Gattin bemerkt habe, daß Rosenkränze stiefmütterlich behandelt werden, wenn es um die Präsentation geht. Mit Mühe und Not konnte der Goldschmied einen Ausstellungskata-
log vom Diözesanmuseum in Köln ergattern, ansonsten gibt es nur sehr wenig Literatur zu diesem Thema. Auch
wenn die Menschen unserer Zeit sich wieder stärker den Rosenkränzen zuwenden, so war der Stellenwert in der Vergangenheit ungleich höher.
Im 12. Jahrhundert wurden beispielsweise die ersten "Paternoster"-Kugeln aus Silber für die Gebets-schnüre gefertigt. Das "Gegrüßet seist Du Maria", in dem die Mutter Jesu angebetet wird, sei erst sehr spät in unseren Kulturkreis gelangt, filterte Fischer heraus. Er erläuterte, daß der heilige Domenikus dem Rosenkranz besondere Bedeutung zugemessen habe. Noch heute nimmt der Rosenkranz in der Tracht der Dominikanerinnen und Dominikaner eine große Bedeutung ein. Im Deutschen Reich trat Schwäbisch Gmünd mit der Herstellung von Rosenkränzen hervor. Hier wurden 300 Jahre lang Rosenkränze gefertigt. Dem sozialen Stand entsprechend wurden sie mehr oder weniger kostbar gestaltet.
Großen Aufschwung erhielt der Rosenkranz durch die gleichnamigen Bruderschaften, die nach einjährigem Bestehen bereits über 5000,1578 über 50 000 und 1581 sogar über eine halbe Million Mitglieder verfügten.
Der Rosenkranz habe sich zur führenden Frömmigkeitsform entwik-kelt, diese Bedeutung habe sich bis heute erhalten, erklärte Werner Fischer. Werner Fischer schloß die interessante Einführung mit dem Satz: "Der schönste Rosenkranz ist der abgenutzte und wird lebendig, wenn wir
ihn beten." Anschließend stellte er die einzelnen zum Teil überaus kunstvoll gearbeiteten Gebetsschnüre vor. Zu jeder wußte Werner Fischer interessante Informationen zu geben, die einen Eindruck über das Leben und die Mentalität der Menschen vergangener Jahrhunderte vermittelte.


Foto: Blum

Missionsrosenkranz international, ca. 42 cm lang

Geschenk von Frau Rüsing Oktober 1988

    Das Kreuz ca. 4,5 x 2,5 cm, in barocker Art ist aus Metall. Der Korpus ist mit drei Nägeln befestigt und ruht auf einem weißen Untergrund. Am Fußende des Kreuzbalkens befindet sich ein Rund, in dem sich wahrscheinlich ein Relikt befunden hat, das heute nicht mehr vorhanden ist.
Der Titulus INRI ist vorhanden. Auf der Rückseite ist das Kreuz geprägt mit:
TERRA CATACUMBA ROMA
Zu beginn der Gesetze befindet sich ein Metallplättchen in Wappenform. Das Halbrelief zeigt die Gottesmutter, darüber Weintrauben und Weinblätter. rückseitig ein Blütenstab.
Die farbigen facettierten Glasperlen reflektieren die fünf Erdteile. Eine Empfehlung:
Bei den weißen Perlen denken Sie an die Missionsgebiete von Europa, bei den roten Perlen Amerika, blaue Perlen Australien und Südsee, gelbe Perlen Asien und grün an Afrika. Die Farbkonstellation der einzelnen Erdteile kann aber auch anders sein.

 

Rosenkranz mit geschnitzten Holzperlen, Ø gut 6 mm und ca. 7,5 mm, ca. 45,5 cm lang, 20. Jahrhundert.

    Kreuz, Metall mit eingelegten schwarzen Holzeinlagen. Kreuze mit Holzeinlagen gelten als Sterbekreuze und wurden den Verstorbenen Besitzern bei der Aufbahrung im Sarg in die Hände gelegt und mit begraben.

Auf dem Kreuz ruht ein halbplastischer Korpus und ein INRI Schild. Die nachfolgenden Holzkugeln sind durch Metalldrähte, Ösen und Spiralen verbunden. Jede geschnitzte Holzkugel trägt jeweils im Rund sechs Blüten. Die Blüten zeichnen den Rosenkranz nicht nur optisch aus, sondern sie wirken wie Bremsen, wenn die Kugeln durch die Finger gleiten.

 

Ordensrosenkranz

   Das Kreuz ist aus Messing, Vorder- und Rückseite mit Holzeinlagen, gilt deshalb als Sterbekreuz.

Der plastische Dreinagel-Korpus steht auf einem Suppedaneum=Fußgestell; Stütze unter den Füßen des gekreuzigten Christus. Darunter Totenkopf mit zwei gekreuzten Knochen. Die Bezeichnung "alter Adam" steht stellvertretend für die Heilsgeschichte des Menschen im alten Bund.
In der Kreuzmitte befindet sich ein Strahlenkranz sowie ein Dornenkranz, der sich auch auf der Rückseite befindet. Der Titulus fehlt.
Am Rosenkranz hängt eine Medaille aus Aluminium auf der Vorderseite mit einem Halbrelief der Mutter Gottes auf die Schlange tretend und der Umschrift: O MARIA SINE LA.....ORIGINALE CONCEPTA Rückseite: Zwei brennende Herzen, darauf der Buchstabe M - darin ein Querbalken, auf dem ein Kreuz steht. Die Umschrift: PATRONA SORORUM CHRISTIANAE CHARITATIS

ORA PRO NOBIS ET PROTEXE NOS. Die Umschriften sind sehr abgegriffen, sodass die Buchstaben fehlerhaft sein können.

Der Rosenkranz wurde dem Museum im Goldschmiedhaus Ahlen von Frau Schockmann, Enniger, geschenkt.

 

Rosenkranz zu Ehren der "Sieben Schmerzen der Gottesmutter Maria"

    ca. 45 cm lang. 7 Gesetze mit jeweils 7 Perlen sind 49 Perlen plus 4

Perlen

Dieser Rosenkranz beginnt mit einer ovalen Messingmedaille, die, wie alle kleineren weiteren Medaillen, doppelseitig geprägt ist.
Alle Medaillen zeigen auf der einen Seite die Gottesmutter als schmerzhafte Mutter mit den sieben Schwertern, die das Herz durchbohren. Auch die Umschriften sind gleich: MATER DOLOROSA ORA PRO NOBIS = Schmerzhafte Mutter bitte für uns. Bei den sieben kleineren Medaillen wird die Umschrift mit jeweils vier Sternen ergänzt. Bei der großen Medaille lautet die Umschrift: IL EST MORT POUR NOUS = Er ist für uns gestorben.
Auf den kleineren Medaillen zeigen sich individuelle Prägungen, die die sieben Schmerzen Mariens zeigen.
1. Darstellung Jesu im Tempel mit Weissagung Simeons
2. Flucht nach Ägypten
3. Verlust des zwölfjährigen Jesus im Tempel
4. Begegnung zwischen Jesus und seiner Mutter am Kreuzweg
5. Kreuzigung Jesu
6. Kreuzabnahme und Übergabe des Leichnams an Maria, (Pieta)
7. Grablegung Jesu
Die Perlen sind aus Holz, die mit dunkler Farbe behandelt sind.
Dieser Rosenkranz kann zur Zeit noch keiner Gruppe zugeordnet werden. Sollten Sie weitere Erkenntnisse haben, informieren Sie mich bitte unter Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
 

Von 1986 bis zum 23. August 2015 mußte ich warten, bis ich die nachfolgende Antwort von Andreas Franke erhielt, für die ich mich ganz herzlich bedanke.  

Rosenkranz zu Ehren der schmerzhaften Mutter Maria

Dieser Rosenkranz besteht aus sieben Absätzen zum Andenken an die sieben großen Schmerzen der

seligsten Jungfrau Maria.

Bei jedem Absatz betet man ein „Vater Unser“ und sieben „Ave Maria“.

1. Schmerz
Den ersten Schmerz empfand die seligste Jungfrau und Gottesmutter Maria, als sie im Tempel ihren

eingeborenen Sohn Jesus in die Arme des greisen Simeon legte und von ihm die Worte vernahm: „Ein Schwert wird deine eigene Seele durchdringen, damit die Gesinnung vieler Herzen offenbar wird.“ (Lukas2,34)

2. Schmerz
Den zweiten Schmerz empfand die seligste Jungfrau, als sie nach Ägypten fliehen musste, um der

Verfolgung des grausamen Herodes zu entgehen, der ihren Sohn zu töten suchte.

3. Schmerz
Den dritten Schmerz empfand die seligste Jungfrau, als sie mit ihrem Bräutigam, dem heiligen Josef und ihrem geliebten Sohn Jesus Jerusalem besucht hatte, Jesus auf der Rückkehr vermisste und ihn drei Tage lang schmerzlich suchte.

4. Schmerz
Den vierten Schmerz empfand die seligste Jungfrau, als sie ihrem Sohn begegnete, wie er das schwere Kreuz auf seinen Schultern trug.

5. Schmerz
Den fünften Schmerz empfand die seligste Jungfrau, als sie zusehen musste, wie ihr Sohn Jesus am

Kreuze erhöht wurde und wie er nach dreistündiger Todesqual verschied.

6. Schmerz
Den sechsten Schmerz empfand die seligste Jungfrau, als ihr geliebter Sohn Jesus,

von einer Lanze durchstochen, vom Kreuze abgenommen und in ihren Schoß gelegt wurde.

7. Schmerz
Den siebten Schmerz empfand die seligste Jungfrau Maria, als sie sah, wie der heilige Leichnam ihres Sohnes Jesus in das Grab gelegt wurde.


3 Ave Maria und das Glaubensbekenntnis
V: Bitte für uns, o schmerzensreiche Jungfrau Maria!
A: Dass wir würdig werden der Verheißungen Christi.

Lasset uns beten:
Wir bitten dich, Herr Jesus Christus:
Die seligste Jungfrau Maria, deine Mutter, deren geheiligte Seele in der Stunde deines Leidens durch das Schwert des Schmerzes durchbohrt wurde, möge jetzt und in der Stunde unseres Todes unsere Fürsprecherin sein. Durch dich, Jesus Christus, Erlöser der Welt, der du mit dem Vater und dem Heiligen Geist lebst und regierst von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

 

Rosenkranz mit 6 Gesetzen (ein Gesetz für die armen Seelen) aus roten Glasperlen und 7 Paternosterperlen

    19. Jahrhundert, Schwäbisch Gmünd, Länge ca. 410 mm

Die 63 durchbohrten intensiv roten, durchscheinenden Glasflüsse sind facettiert. Von der achteckigen Rondiste ausgehend, laufen die Facetten zum Bohrloch.

Bei vielen Rosenkränzen aus der Biedermeierzeit dominiert bei den "Ave" Perlen die Farbe Rot, obwohl nicht alle Glasbläser in der Lage waren, rotes Glas herzustellen. Auch wurde, und das ist bis heute noch der Fall, rot als die Farbe der Liebe gedeutet. (Herzblut)

Die Sieben Paternoster = Vater unser. Jedes Gesetz endet mit dem dem Satz: Ehre sei dem Vater, dem Sohne und dem heiligen Geist... und jedes neue Gesetz beginnt mit einem Vater unser .... daher die Bezeichnung der Kugeln oder anderer Merkmale im Rosenkranz.

Das Kreuz steht vor Beginn des Rosenkranzgebetes. Im doppelseitigen Filigrankreuz ist auf jeder Seite ein emailliertes Kreuz gefaßt. Im blauen Email ist Jesus am Kreuz dargestellt. (Beschädigung). Das Email-Kreuz auf der Rückseite ist mit einer Blüte und den Buchstaben IHS geschmückt. Mit einer Öse verbunden folgt ein gleichschenkeliges Credo-Kreuz

Buch: Sakrale Kunst Seite 150

 

Zehner (Mannsbeter), 20. Jahrhundert, Glasflüsse

    Das Messingkreuz hat eine Holzauflage (als Sterbekreuz zu benutzen). Der Dreinagelkorpus steht auf einem Suppedaneum. Hinter dem Kopf ist ein Nimbus, der auf einem Dreieck ruht. Der Titulus ist aufgesteckt. An dem Faden hängt eine Medaille, die den hl. Franziskus zeigt, wie er vor einem Kreuz betet, angetan mit Mönchskutte und mit Nimbus. Die Umschrift: S. FRANCISCE ORA PRO N. Die andere Seite zeigt die Gottesmutter mit ausgebreiteten Armen, auf einer Schlange stehend mit der Umschrift: MARIA SINE LABE CONCEPTA O. PRO NOBIS AD TE CONFUGIENTIBUS.

Nach dem Kreuz folgt eine weiße durchbohrte Kugel. Zwischen zwei gerieften Kugeln befindet sich ein plastischer Totenkopf aus Elfenbein. Danach folgen weitere geriefte Kugeln, die jeweils zwischen 10 durchbohrten Glasflüssen angeordnet sind. Darüber sitzt ein roter Glasfluß in Form eines Oktaeders geschliffen und ein trauringförmiger Messingring.

Besitzer: Goldschmiedemeister Raphael Fischer
 

 

Rosenkranz, "Zehner" Westfalen, 19. Jahrhundert, 24 cm lang

    In einem gegossen silbernen Siegel-Ring ist heraldisch links ein Wappen eingearbeitet. Erkennbar sind ein Geweih (Helmzier?) und die Buchstaben S H G und in einem kleineren Wappen die Buchstaben T S und ein doppeltes W. (Hofwappen?)
An dem Herrenring hängt in einer Draht-Öse eine gezwirbelte hohle Silbernekugel. Daran schließen sich weitere Draht-Ösen an, wobei der Draht durch 11 durchbohrte, rote Korallwalzen führt. Zum Schluß der Kette ist ein Kreuz eingehängt. Im oberen Kreuzbalken sind die Buchstaben INRI eingraviert = JESUS NAZARENUS REX JUDORUM = Jesus von Nazaret, König der Juden. An den anderen drei Kreuzbalken sind je 3 Striche wellenförmig graviert. Sie sollen die Wundmale andeuten, aus denen Blut floss. Im Kreuzzentrum der vier Balken sind Andeutungen eines Nimbus eingraviert. Die Kreuzrückseite ist mit I H S, dem Mongramm Jesu, Jesus Heiland Seligmacher graviert.

Mannsbeter nannte man die Rosenkränze vornehmlich für Herren, die nur aus etwa 11 Perlen, Kugeln, Walzen oder anderen Merkmalen bestehen. Sie können recht prunkhaft aber auch sehr einfach sein wie dieser Mannsbeter aus Westfalen.
Der Beter kann den Rosenkranz in der geschlossenen Hand stumm beten, ohne dass die Umwelt etwas bemerkt, zudem ist durch den Ring ein Verlust kaum möglich.

Der Rosenkranz wurde dankenswerter Weise von der Familie Oskar-Schulze-Brüning als Leihgabe zur Verfügung gestellt.

Buch: Sakrale Kunst Seite 154

 

Rosenkranz Zehner, 18. Jahrhundert, ca. 33 cm lang, soll aus Süddeutschland stammen und ist von hohem musealen Wert.

    An einem Siber vergoldeten, gekordeltem Trag-Ring, Ø ca. 43 mm, hängen an dem in einer runden Öse befestigten Faden 11 facettierte, durchscheinende, durchbohrte Karneolkugeln mit verlaufenden Durchmessern von ca. 12 mm bis ca. 20 mm. Dazwischen sind runde Ösen als Abstandshalter auf dem Faden aufgezogen.
Die Öse dient als Aufhängung für einen ovalen Silber vergoldeten Anhänger, in dessen Rahmen ein Emailbild von ca. 59 x 74 mm gefasst ist, das auf der Rückseite von einer Schildpattplatte bedeckt wird.

Das Bild in polygromem "Maleremail" zeigt vor einem aufgeschlagenen Vorhang den Evangelisten Lukas im Strahlenkranz, bekleidet mit einem rosa und blauen Gewand mit gelbem Umhang, mit der rechten Hand ein Buch haltend. Vor ihm steht ein Tintenfass mit Feder.

Hinter seinem Rücken befindet sich ein Ochsenkopfkopf = Evangelistensymbol.
Es wird berichtet, dass Lukas ein guter Maler war und er den Auftrag von der Gottesmutter erhielt, sie zu malen.

Lukas gilt als Patron der Ärzte, Chirurgen, Kranken, Goldschmiede, Glasmaler, Bildhauer, Sticker, Buchbinder, Metzger, der christlichen Kunst, des Viehs und des Wetters.

Buch: Sakrale Kunst Seite 148

Lukas war Arzt in seiner Heimatstadt Antiochia. Er starb im Alter von 84 Jahren in Böotien.

 

Seltener Armrosenkranz

    10 durchbohrte Kugeln - Aveperlen - aus Lapislazuli mit einem Ø von 12,5 mm bis 11 mm verjüngend und 11 offene Filigrankugeln sind auf einem 1 mm starken Silberdraht zu einem runden Armreif aufgezogen. Als Verschluß dienen zwei einfache Haken. Zwischen den beiden größten Lapiskugeln läuft beweglich an einer offenen Filigrankugel mit zwei Ösen ein gleichschenkeliges Kreuz.

Beim Beten eines Rosenkranzes nimmt man zu Anfang das Kreuz in die Hand und beginnt mit dem Credo = Glaubensbekenntnis " ich glaube an Gott, den allmächtigen Vater ...
Früher war es nicht schicklich, eine figürliche Darstellung von Jesus Christus am Kreuz anzufassen, deshalb findet man bei alten Rosenkränzen fast immer zwei Kreuze. Das erste Kreuz ohne Korpus nennt man bei historischen Rosenkränzen auch Credokreuz.

Das Kreuz ohne Korpus ist bei diesem Armrosenkranz auf beiden Seiten gleich gestaltet.
An den Fußenden hängt in Ösen eine kleine offene Filigrankugel.

Man kann davon ausgehen, dass der Armrosenkranz in oder um Schwäbisch Gmünd im 18 0der 19. Jahrhundert angefertigt wurde. In Schwäbisch Gmünd wurden die Rosenkränze eine Zeit lang nicht mit einer Silberpunze (Silberstempel) versehen.

Durchmesser des Reifens ca. 80 mm.
Credokreuz 38 x 42 mm.

Geschenk an Werner Fischer, Ahlen, von Paul van Ooyen, Kevelaer, Landesinnungsmeister des Landesverbandes der Gold- und Silberschmiede sowie Juweliere Nordrhein-Westfalen und gleichzeitiger Obermeister der Gold- und Silberschmiedeinnung Kevelaer.  

 

 

 

Titel: „Schätze aus dem Schoß der Erde“.

Vom 12. bis zum 30. September 1989 wird die umfangreiche Gesteins- und Mineralien Sammlung von Alfred Glomb, den Ruhrkohle-Lesern bekannt aus der Rubrik „Fundsachen“, betrachtet werden.
Dazu räumt Goldschmiedemeister Werner Fischer seine Vitrinen im Museum im Goldschmiedehaus leer, in denen er sonst Werke der Goldschmiedekunst aus dem sakralen Bereich und in einer zweiten Abteilung Werke der Zeitmessung ausstellt.
Geöffnet ist die Ausstellung werktags von 10 bis 12 und von 15 bis 17 Uhr und samstags von 10 bis 12 Uhr.
So der Bericht der Werkzeitschrift der Ruhrkohle AG Westfalen auf der Westfalenseite 7/89 und den 2 Bildern Sintersalz (Stalagmit) Höhe ca. 17 Zentimeter. Herkunft: Westliches Füllort, Schacht III, 945-m-Sohle, Bergwerk Westfalen und Tonschiefer mit schachbrettförmig angeordneter Quarzausfüllung. Fundort: Halde des Bergwerks Westfalen, Ahlen.
Fotos: Glomb

In Nr 7/89 Westfalen berichtet erneut die Zeitung Ruhrkohle

Schätze aus der Erde:
Das Museum im Goldschmiedehaus Ahlen räumte die Vitrinen und Schmuckkästen aus und stellte, wo sonst Gegenstände der sakralen Kunst stehen, wertvolle Mineralien und Fossilien aus dem Bereich des schwarzen Goldes aus. Alfred Glomb und Klaus Rüdiger Steiner, beide Bergleute sowie erfahrene und sachkundige Fossilien- und Mineraliensammler, zeigen viele wertvolle Versteinerungen aus dem untertägigen Bereich der Zeche Westfalen. Daß diese Stücke über 320 Millionen Jahre alt sind, brachte die zahlreichen Besucher zum Nachdenken.

Der Leier des Museums, Goldschmiedemeister Werner Fischer, freute sich über den guten Besucherzuspruch und meinte, daß der Bergbau in Ahlen auch in dieser Form für die Nachwelt erhalten werden müsse.

Bildunterschrift Alfred Glomb (links) und Werner Fischer an einem Siegelbaum, der am Schacht 7 des Bergwerks Westfalen gefunden wurde. Foto: Klein

Die Glocke berichtet am Donnerstag, dem 14. September 1989:

Das Bergwerk Westfalen, Eigentümer: EBV, Betriebsführung RAG hatte (Ende 1989)

Mitarbeiter unter Tage: 2240
Mitarbeiter über Tage: 1082
Mitarbeiter insgesamt : 3322
davon Auszubildende : 192

Kennzahlen 1989
Gesamtförderung: 2 189 117 t
Tagesförderung 89351 t
Leistung je Mann und Schicht 46o2 kg

 

Schätze des Buddhismus
9. Okt. - 12. Nov. 2007

Ausstellung im Museum im Goldschmiedehaus Ahlen
Oststraße 69, 59227 Ahlen,
Tel.: 02382 3467
Fax.: 02382 889506 
Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!

Bunt, fröhlich und fromm war die Stimmung der weit über 1000 Besucher - die Besucher der Eröffnungsveranstaltung nicht mit einbezogen. Die Dankbarkeitsbekundungen von Schülern und Erwachsenen, darunter auch Asiaten, waren bei den Führungen von einer solch herzlichen Liebenswürdigkeit, die wir Ihnen leider nur schriftlich vermitteln können.

Für viele der Ausstellungsbesucher waren es Stunden der Erbauung, des Nachdenkens über die Positionierung des eigenen Egos.

Worte können nicht immer das ausdrücken, was man denkt und was man fühlt. Wir sahen viele zufriedene, glückliche Gesichter bei der Verabschiedung der Gäste.

Besucher, die ihre Anschrift angegeben haben oder uns informierten, kamen aus:

Aachen, Ahlen, Beckum, Berlin, Bonn, Bottrop, Enniger, Extertal, Ennigerloh, Datteln, Dortmund, Drensteinfurt, Gronau, Hagen, Hamburg, Hamm, Harsewinkel, Herne, Herzebrok, Immenstadt, Köln, Münster, Neubeckum, Nürnberg, Oelde, Rudertshausen, Schwäbisch Gmünd, Senden, Sendenhorst, Stromberg, Stuttgart, Telgte, Wadersloh, Warendorf, Witten,Wuppertal.

Weitere Besucher kamen aus den Niederlanden, Tokio (Japan), Lamia (Philippinen), Phrannste (Thailand), Udonthani (Thailand) und aus Saigon (Vietnam), die teilweise heute in Ahlen oder dem Umland beheimatet sind.

Auf unserer Hompage www.goldschmiedemuseum.de registrierten wir 1.363 Eintragungen.

Die Resonanz der Ausstellung war außerordentlich groß. Das verdanken wir dem Kooperationspartner VHS Ahlen mit ihrem agilen Leiter Rudolf Blauth, sowie den einfühlsamen, verständnisvollen Schriftleitern und Journalisten vor Ort, die im Lokalteil ihrer Zeitungen die Spannung, die von dieser Ausstellung ausging, dem geneigten Leser in Bild und Wort nachrichtlich transportierten.

Leider vermissten auswärtige Leihgeber Informationen auf den Kreis- und Westfalenseiten der Tageszeitungen.

Es war die erste Ausstellung über den Buddhismus in Westfalen.

Die Tibetologin und Privatdozentin Dr. Adelheid Herrmann-Pfand von der Universität Marburg, die die Eröffnungsansprache in Ahlen gehalten hat, war verzaubert von der Ausstellung in Ahlen und hat ihre Ausstellung in Marburg, die eigentlich drei Tage später hätte eröffnet werden sollen, um vier Wochen verschoben, um das imaginäre Ahlener Museumsflair mit in ihre Ausstellung einfließen zu lassen.

Bedanken möchten wir uns beim WDR Köln für den Beitrag in der „Aktuellen Stunde".

Wir werden in Zukunft im Goldschmiedemuseum eine zarte wachsende (Lotos) Blume pflegen, indem wir uns bemühen, weitere historische museale Exponate aus dem Buddhismus zu erwerben.

Dank dem Schirmherrn,
Bürgermeister Benedikt Ruhmöller,
den Mitgliedern des Kuratoriums
Rudolf Blauth, Leiter der VHS Ahlen,
Manfred Rasfeld, Provinzialversicherung,
Prof. Dr. Johannes Rüther,
Hans Sommer, Literatur und Buchpräsentation.

Besonderer Dank gebührt den Kuratoriumsmitgliedern und Ausstellungsmachern
Frau Konrektorin Mechthild Massin,
Dr. Armin Künne und
Werner Fischer.

Eine kleine Auswahl von Leih-Exponaten die uns freundlicherweise für die Ausstellungszeit überlassen wurde:
 


Foto: Dr. Armin Künne

VAJRAVARAHI, Bodhisattva, Bronze, H 82 cm, B 50 cm.

Zehnarmige tanzende Figur, die mit einem Fuß auf einer liegenden weiblichen Person steht. Unter der unbekleideten liegenden Person befindet sich ein Fisch.
Die tanzende anmutige weibliche „Gottheit" ist reich geschmückt. Als Kopfbekrönung eine Vajra sowie ein Diadem, Collier, Ohrringe, Oberarmschmuck, Bein- und Fußschmuck. Der Schmuck ist teilweise mit Türkisen, Korallen, Lapisen und einem Padparadscha besetzt. Die Augen sowie das dritte Auge auf der Stirn sind aus Achat geschliffen. In Ohrringhöhe befinden sich zwei Köpfe von weiblichen Wildschweinen. (Bachen)
Die liegende Person ist ebenfalls reich geschmückt.
Der schuppenreiche Fisch - die Schuppen sind abwechselnd vergoldet und geschwärzt - zieren den Fisch.
Der doppelter Lotosthron erhöht die Aufmerksamkeit für diese vollendete Skulptur.

Leihgabe aus dem Museum Abeler, Wuppertal, zurück 22. Nov. 2007
 

 


Foto: Dr. Armin Künne


Schrein - Altar
 
Ein Budsudan (jap.) ist ein Schrein in einem buddhistischen Tempel oder Kloster oder auch ein buddhistischer Hausaltar in japanischen Wohnungen zur Dokumentation der Verbundenheit mit dem Buddhismus und zur Verehrung der Ahnen und der kürzlich Verstorbenen.
Wenn jemand stirbt, gibt der buddhistische Priester dem Verstorbenen einen neuen Namen, der auf einem Ihai, einem Täfelchen, aufgezeichnet und im Budsudan aufgestellt wird.
Dieser Schrein ist aus Elfenbein geschnitzt und ein Kunstwerk von musealer Qualität. Ein Meisterstück der Elfenbeinschnitzerei.
Der Sockel ist mit Drachen geschmückt, die den Schrein bewachen. Darauf steht eine Plattform mit einem geschnitzten Zaun, der nur zur Vorderseite geöffnet ist. Darauf wiederum steht ein Podest, auf dem ein kleines Elfenbeinhäuschen Platz gefunden hat. Die beiden geöffneten Flügeltüren zeigen in ihren Füllungen Drachen.
Die Seiten und Rückwände lassen durch die geschnitzten Ornamente Licht in das Innere fließen. Dort sitzt Buddha auf dem Lotossitz. Zu seinen Füßen bewegen sich zwei Schildkröten.
Auf dem Dach bewachen Greifvögel den größten Schatz des Buddhismus „Buddha"

Leihgabe Museum Bochum, zurück 20.11.07
 
 


Foto: Dr. Armin Künne

Buddha, Torso auf Sockel, Holz, Siam, mit Gold belegt, Gebrauchsspuren, Fehlstellen, ca. 68 cm hoch, 18./19. Jahrhundert.

Die Figur vermittelt einen majestätischen, fast göttlichen Eindruck und strahlt schlichte Würde aus, dem sich der Betrachter nicht entziehen kann.

Buddha sanskr. „der Erwachte, der Erleuchtete". Der historische Buddha Siddharta Gautama wurde etwa 560 v. Chr. in Lumbini nahe der Stadt Kapilavastu im heutigen Nepal geboren und starb im Alter von 80 Jahren.

Er entstammte dem Adelsgeschlecht der Sakyer. Seine Vita als Religionsgründer ist spannend und seine Lehren überdauern Zeit und Raum.

 


Foto: Dr. Armin Künne

Dharmapala - Maske, Sanskrit wörtlich: Schützer der Lehre

Kultmaske, Leder bemalt, Jama, Tibet, 2. Hälfte 19. Jh., ca.36 x 29,5 x 17cm.
Schreckensmaske, Abwehr von bösen Geistern bzw. Höllenwächtern.

Neben den eigentlichen Dharmapalas, wie etwa Mahakala („Der große Schwarze"), der rasende Aspekt des Avalokitesvara, gibt es noch die sogenannten Lokapalas (Schützer der Region), die aus dem vorbuddhistischen Volksglauben übernommen und durch einen Eid der buddhistischen Lehre verpflichtet wurden.
Mahakala u. a. der Schützer der Kagyüpa-Schule und der Dalai Lamas, besitzt ein furchterregendes Äußeres und wird mit einem schwarzem Körper dargestellt. Als Hauptaufgabe werden ihm vier Aktivitäten zugeordnet: Bezähmen, Bereichern, Anziehen und Zerstören. Diese Aktivitäten können sich auf innere und äußere Hindernisse beziehen.

Ihre Gesichtsfarbe ist tiefblau bis schwarz.

Die fünf Totenschädel in ihrer Krone stehen symbolisch für die fünf zornvollen Buddha-Familien (khro bo rigs Inga).
Augenbrauen, Backen- und Unterlippenbart der Maske sind aus ornamentalen Flammen gebildet. Sie wird mit Lederbändern am Kopf des Tänzers befestigt.

In Tibet fungierte Mahakala als Beschützer der Wissenschaft und der Zelte.
 

 


Foto: Dr. Armin Künne

Buddha-Kopf, Stein 12./13. Jh., Höhe ca. 30 cm

Eine qualitätvolle Steinmetzarbeit, die einen jugendlichen Buddha dargestellt mit seinen gedrehten Löckchen. Eine Haarlocke vor der Stirn ist beschädigt.
Die Lippen sind stark betont (sehr wollüstig geformt) und geben dem Stein ein sinnliches Leben, in das sich der Betrachter versenken kann.

Leihgabe Anna Kappen, Bottrop, zurück November 2007
 

 


Foto: Dr. Armin Künne

Garuda, Bronze, ca. 844 g

Ein mythologisches Wesen, ein mysthischer Vogel. ein schlangentötendes Mischwesen, halb Mensch, halb Vogel. Er gilt als Götterbote, der den Menschen Nachrichten und Anweisungen überbringt. In einigen asiatischen Ländern (indonesische Fluggesellschaft und in Thailand) wird Garuda zum Hoheitszeichen, Wappentier oder als Amtssiegel verwendet).
Garuda-Tal auch Kyunglung südwestlich des Kailasch, Hauptstadt des untergegangenen Shang Shung-Reiches

Leihgabe Teehaus Dempf, Münster
 

 


Foto: Dr. Armin Künne

Hackmesser, kartrika; tib. gri gug, Bronze und Eisen

Hierbei handelt es sich um eine halbkreisförmige Klinge mit einem Griff in der Mitte der inneren Klinge, die dazu dienen soll, „das Unwissen zu zerstückeln". Die Schrift auf der Eisenklinge sowie die Darstellung auf dem Bronzegriff müssen noch erforscht werden.

Leihgeber: Museum Bochum
 

 


Foto: Dr. Armin Künne

Weihrauchfass mit Deckel,

Bronze. Auf dem Deckel ist ein Löwe platziert, dessen Haltung beeindruckend ist. Aus allen Öffnungen, auch aus den Tierköpfen, kann der Rauch entweichen. Zwei Drachenköpfe sind als Griffe ausgeformt. Das Fass, das auf Tatzen- Füssen steht, ist mit weiteren Drachen geschmückt.

Dempf, Münster, zurück November 2007

 


Foto: Dr. Armin Künne

Kilas Tibet, Bronze, Bemalung mit Kaltgold und Farben.

Der Ritualdolch stellt die dreiköpfige zornvolle Meditationsgottheit Vajrakila dar und wird vom Tantriker als Verehrungsobjekt auf dem Altar aufgestellt. Man kann ihn als Rezitation- oder Praxis-Kilas (sgrub phur) bezeichnen. Während ausführlicher Rituale wird er in das Zentrum des Mandala gestellt.Jeder der drei Köpfe ist mit einer Krone aus fünf Menschenschädeln geschmückt, die die „Fünf Weisheiten" symbolisieren.Im Zentrum des Schädels erscheint ein Tier. Unter den drei Göttern befindet sich eine Varja (Griff) und darunter ein Fabeltier, aus dem die dreischneidige Kilaklinge hervorgeht, worauf sich auf jeder Seite eine Schlange windet. Die Gottheiten werden als Visualisierungshilfen während des Rituals eingesetzt oder während der Ritualtänze in den Händen getragen, um die dämonischen Kräfte oder Krankheiten zu vertreiben .

Leihgeber: Museum Bochum
 

 


Foto: Dr. Armin Künne

Schädelschale mit Ständer und Deckel, Tibet

Menschlicher Schädel, Fassung Silber getrieben, ziseliert und graviert.
Die Schädelschale (thod pa; skr. kapala) aus der Schädelkalotte eines Menschen ist für das tantrische Ritual ein unabdingbarer Kultgegenstand. Die Schale ruht auf einem silbernen Ständer. Vor und nach dem tantrischen Ritual, währenddessen sie mit Alkohol und besonderen Substanzen gefüllt ist, wird sie mit dem kuppelförmigen silbernen Deckel verschlossen. Der Yogin meditiert den Inhalt der Schädelschale als einen „Ozean von Weisheitnektar."

Die vorliegende Schädelschale hat zwei sichtbare Schädelnähte und eine silberne Randeinfassung. An der Stirn- und Hinterkopfrückseite befinden sich ziselierte Darstellungen von Vögeln, Fabeltieren und dem ewigen Knoten. Im Zentrum der inneren Silberschale befindet sich eine Koralle.
Der breitrandige, gewölbte silberne Deckel ist mit einem Dekor aus ziselierten Rankenmotiven geschmückt, mit Korallen, Türkisen und Lapis Lazuli Edelsteinen besetzt und oben mit einem vierspeichigen Vajraknauf als Griff bekrönt. Der silberne, mit einem Flammendekor in Durchbruchsarbeit versehene Ständer besteht aus einem kastenförmigen, dreieckigen Unterbau. An den drei Ecken befinden sich drei ziselierte Totenköpfe. Der dreieckige Fuß ist ebenfalls mit Motiven ziseliert, in deren Felder sich Korallen, Türkise und Lapis Lazuli Edelsteine befinden.

Leihgeber Museum Bochum, zurück November 2007

Die Schädelschale ist einer der wichtigsten tantrischen Kultgegenstände. Sie gilt als innere Almosenschale, denn ursprünglich diente sie den Tantrikern als Bettelschale, aus der sie aßen und tranken. Im monastischen Buddhismus Tibets wird die Schädelschale hauptsächlich als Altar-, Weihe- und Opfergegenstand verwendet. Kostbar eingefasste Schädelschalen stehen auf den Altären tibetischer Klöster als Verehrungsobjekte und gelten als Quelle magischer Kraft sowie geistiger und materieller Prosperität. Während der geheimen Weihe, der zweiten der „Vier Weihen", kommt sie als Weiheobjekt zum Einsatz..

 


Foto: Dr. Armin Künne

Großer stehender Mönch auf Lotossockel, in den Händen Bettelschale, Holz vergoldet. grüne Glasinkrustationen, Mandaley Typus, Höhe ca. 135 cm,
Mandaley ist nach Rangun die zweitgrößte Stadt Birmas.

Leihgabe Frau Wende, Wuppertal-Varresbeck
 

 


Foto: Dr. Armin Künne

Stupa, sanskr. Pali Thupa, singhal. Dagoba, tibetisch Chörten = Opferbehältnisse

Ursprünglich war die Stupa ein Grabmahl über den sterblichen Überresten des historischen Buddhas oder anderer Heiliger. Nicht jede Stupa birgt Reliquien.
Die Reliquien werden nicht verehrt; die Stupas sind Hilfsmittel zur Meditation und Symbol des Erleuchtungszustandes.

In Ceylon und Thailand bleibt die Grundform mit kreisrunder Basis erhalten, die eine Streckung in Glockenform erfahren kann, die mit einer Juwelenspitze endet.

Leihgeber: Museum Bochum, zurück November 2007
 

 


Foto: Dr. Armin Künne

Tara „Erlöserin".

In einer Legende heißt es, Tara sei aus Avalokiteshvaras - auf tibetisch Chenresig = „Schutzgottheit" Tibets, der himmlische Bodhisattva des Mitleids - Tränen des Mitleids für die leidende Menschheit geboren worden. In einer anderen Legende ist sie aus ihrem eigenen Gelübde, in einem Frauenkörper erleuchtet zu werden, hervorgegangen.
Skulptur, Höhe ca. 27cm, Bronzeguß,

Die beiden bloßen Füße der Figur liegen über kreuz. Die Unterseite der Fußsohlen sind nach oben gerichtet. In der Mitte der Fußsohlen befinden sich Merkmale. Der entblößte weibliche, braunfarbene Oberkörper ist den idealisierten Wünschen nachmodelliert. Der rechte Arm zeigt den Betrachtern die Hand mit ihrer Innenfläche, dabei liegt der Daumen nicht an und die Finger sind leicht gekrümmt. Die linke Hand zeigt ebenfalls die innere Handfläche, wobei aus der Berührung zwischen dem aufrechtstehenden Daumen und dem Ringfinger der Stiel einer goldfarbenen Lotosblume hervorgeht, die sich bis oberhalb der Schulter an den Körper anschmiegt. Zeige-, Mittel- und kleiner Finger stehen aufrecht. Beide Innenflächen der Hände zeigen Merkmale. Wie eine Manschette als Abschluß der Hände zu den Armen, präsentiert sich je ein Armreif mit aneinander gereihten Kugeln (Perlrand). In einer stilisierten Blume befindet sich je ein Türkis. Ein weiterer Schmuck der Arme sind die beiden goldfarbenen Oberarmreifen. In ihren kreuzförmigen Mittelpunkten befindet sich je eine Perle. Um den Hals trägt die Figur ein Silberband, das als Collier gestaltet ist. Das Gesicht hat einen in sich versunkenen Ausdruck und auf der Stirn ein „drittes Auge". Oberhalb der Ohren beginnt ein goldfarbener Kopfschmuck. An den langezogenen Ohrläppchen hängen rosettenförmige Ohrringe. Sie bestehen aus 13 Blütenblättern mit einem inneren Kranz von acht Blütenblättern. Die Ohrringe reichen bis auf die Schultern. Die Harre sind zum Hochknoten drapiert. Auf der Haartracht sind in Bögen dekorative Perlschnüre angeordnet mit einem Mittelteil, das mit einem Türkis und einem Rubin ausgefaßt ist. Zum Knotenschmuck gehört ein dekoratives, floral ornamental gestaltetes goldfarbenes Teil mit einem weißen Edelstein. Am Hinterkopf ist ein geknotetes Band zu sehen, das ein weiteres schmückendes Element ist. Ebenfalls fallen drei kordierte Haarstränge auf die Schulter herab und öffnen sich auf dem Oberarm.

Slg. Dr. Armin Künne

Ausstellung Uhren 1

Ausstellung Uhren 2

Ausstellung Uhren 3

Ausstellung Uhren 4

Vom 1. Juni bis zum 30 Juni präsentierte das Interreligiöse Museum im Ahlener Goldschmiedehaus in Zusammenarbeit mit der VHS Ahlen und den Leihgebern

  • Archiv u. Museumsstiftung der Vereinigten Evangelischen Mission Wuppertal,
  • Historische Sammlung der Stiftung Bethel,
  • Rudolf Blauth, Neubeckum
  • Christel Grigoleit, Ahlen,
  • Magdalene Knipping, Ahlen,
  • Sammlung: Lorenzen, Lauenburg
  • Gabriele Moser Olthoff, Ahlen
  • Veronka te Reh, Beckum
  • Hermann Josef Schwerbrock, Ahlen
  • Karen Udtke, Ahlen,
  • Dorothea Vierhuff,

die Ausstellung:

"Mit Gesangbuch und Posaune"-125 Jahre Ostafrika

Mit einem Kulturellen Rahmenprogramm:

  • Nkwabi & John Mponda (Tansania)
  • Tradizionelle Tänze aus den Usambara-Bergen
  • Historischer Film aus den Anfangsjahren der Mission

Einige Exponate der Afrikaausstellung finden Sie HIER

Dank allen Leihgebern und Helfern, auch den nichtgenannten, die es ermöglichten diese Ausstellung in Szene zu setzen.

Zeitungsbericht Afrikaausstellung 1

Die Ahlener Zeitung berichtet am 31.05.2014:

Zeitungsbericht Afrikaausstellung aktuell 4

Dierk Hartleb berichtet in der Ahlener Zeitung am 02.06.2014:

Zeitungsbericht Afrikaausstellung aktuell 2

Die Ahlener Zeitung berichtet am 12.06.2014:

Zeitungsbericht Afrikaausstellung 8

Die Ahlener Zeitung berichtet am 19.06.2014:

Zeitungsbericht Afrikaausstellung 9

Die Ahlener Zeitung berichtet am 21.06.2014:

Zeitungsbericht Afrikaausstellung 10 ende

Zeitungsbericht boehmer planung 1

Dierk Hartleb berichtet in der Ahlener Zeitung vom 29.03.2014:

zeitungsbericht gurlitt

Das Ahlener Tageblatt berichtet am 29.03.2014:

zeitungsbericht gurlitt 2