![]() In die Ausstellung „Jüdisches Kultgerät - Jüdisches Leben" im Museum im Goldschmiedehaus Ahlen, wurde für die Dauer der Ausstellung eine Synagoge integriert. |
Synagoge Die Synagoge ist ein Treffpunkt der Juden ein Ort der Versammlung (Beth Hakensseth) ein Ort der Lehre (Beth Hamidrasch) ein Ort des Betens (Beth Teffilah) Jede Synagoge ist unabhängig von anderen und wird vom Vorstand einer Synagogengemeinde geführt. Die Entscheidungen ihrer Rabbiner in allen rituellen Angelegenheiten werden als richtungsweisend akzeptiert. Jeder Jude ist frei, jede Synagoge zu besuchen, dort zu beten und ihr beizutreten, unabhängig davon, wie weit er gesetzestreu ist oder sich religiös verpflichtet fühlt. Mitgliedschaft heißt, eine bestimmte Summe als Jahresbeitrag zu zahlen. Menschen anderer Konfessionen sind immer willkommen, eine Synagoge zu besuchen. Jede Gemeinde, die wenigstens 10 erwachsene männliche Mitglieder zählt, sollte einen festen Ort zum Beten haben. Dieser Ort wird Synagoge (beth knesset) genannt. Man darf in der Synagoge nicht essen und nicht trinken. Eine Frauenabteilung (esrat naschim) ist ein altes und besonderes Merkmal der traditionellen Synagoge. Es folgt dem Vorbild des Tempels in Jerusalem, wo es eine esrat naschim gab, um Leichtsinn und unanständiges und unschickliches Verhalten zwischen den Geschlechtern zu vermeiden, welche möglich wären, wenn die zum Heiligen Tempel kommende Menge sich frei mischen würde. Bezüglich der Inneneinrichtung einer Synagoge gibt es keine architektonischen Erfordernisse bis auf die richtige Plazierung von Aron HaKodesch und Bima. Eine Synagoge muß folgende grundsätzliche rituelle Gegenstände besitzen: Eine Heilige Lade (Aron HaKodesch) - einen Schrank oder eine Nische in der Wand, wo die Torarollen (Sifrei Tora) aufbewahrt werden. Der Aron HaKodesch steht im allgemeinen an der Wand, die in Richtung auf das Land Israel - Jerusalem - liegt. Der Vorhang vor dem Aron HaKodesch wird Parochet genannt. Das Ewige Licht (Ner Tamid) - eine Lampe, die über und etwas vor dem Aron HaKodesch angebracht wird. Man läßt diese dauernd brennen. Bima ist die Plattform, traditionell von der Lade getrennt, auf der ein Tisch steht (Schulchan). Von diesem Tisch wird die Tora vorgelesen, und der Vorbeter oder Kantor betet der Gemeinde von dort aus vor. Obwohl nicht unbedingt notwendig, wird oft ein Leuchter (Menora) an eine prominente Stelle nahe dem Aron HaKodesch gestellt. Es können jüdische Symbole in bunten Glasfenstern, Wandmalereien, Inschriften, religiöse Themen und religiöse Symbole, rituelle Gegenstände oder historische Ereignisse im Leben des jüdischen Volkes sich widerspiegeln. Die einzige Beschränkung ist, daß die Abbildung menschlicher Figuren nicht gestattet ist. Literatur: Der jüdische Gottesdienst von Leo Trepp, 1992, W. Kohlhammer Verlag Stuttgart, ISBN 3-17-011077-2, Seite 12 Jüdisches Leben, Rabbiner CHAJIM HALEVY DONIN, Verlag und Buchvertrieb MORASCHA, Zürich, Seite 195 bis 204. |

